Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Zwischen den Jahren | Bilder der vergangenen Tage:

Die Ravioli waren köstliche Ravioli. Das Spiel heißt Barragoon und ist super. Der Spaziergang war in der Haard; dort stehen Dinge im Wald.


<3 | Dieses Jahr habe ich besonders viele und tolle Weihnachtspost bekommen, sowohl privat als auch beruflich. Ich bin sehr ergriffen.

Danke auch für die jüngsten Zuwendungen in die Kaffeekasse. Das ist … wow.


Jahresendfragebogen | The same procedure as every year:

  • Zugenommen oder abgenommen? Gleich (schätze ich), aber fitter – beginnend mit dem Wanderjanuar auf La Gomera, den Endlosspaziergängen im April und Mai, 60 geschwommenen Kilometern im Sommer und den Laufrunden ab November.
  • Haare länger oder kürzer? Gleich. Sie werden gerade wieder etwas länger.
  • Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Gleich, und tatsächlich noch nicht alterssichtig.
  • Der hirnrissigste Plan? Ich neige nicht zu hirnrissigen Plänen, auch in diesem Jahr nicht. Ich bin höchstens koordiniert mutig.
  • Die gefährlichste Unternehmung? Unter Berücksichtigung #deraktuellenSituation findet sich sicherlich das ein oder andere potentielle Infektionsevent, mindestens meine – wenn auch kleine – Geburtstagsfeier am 14. März, als sich der Lockdown ankündigte, aber alles noch so unernst war.
  • Die teuerste Anschaffung? Die Einbruchssicherung meiner Terrassentür, mit freundlicher Unterstützung der KfW. Sonst gab es keine teuren Anschaffungen. Überhaupt habe ich in 2020 wenig gekauft. Für nächstes Jahr sind größere Anschaffungen vom Ersparten geplant. Ich bin dahingehend ja ganz traditionell, spare und gebe das Geld dann für Größeres aus.
  • Das leckerste Essen? Ach, es geht beim Essen ja nicht nur ums Essen, sondern vor allem darum, mit wem man isst. Da gab’s viele tolle Essen, besonders im Sommer, als wir draußen zusammenkommen konnten. Manchmal war’s auch nur Pizza aus dem Karton.
  • Das beeindruckendste Buch? Ich habe wenig gelesen. Im ersten Halbjahr habe ich so irre viel gearbeitet, dass ich einfach platt war. Im zweiten Halbjahr habe ich mein eigenes Buch geschrieben; das dämpft die Lese-Energie. Wenn ich dennoch einen Titel nennen sollte, dann nehme ich Marzahn, mon amour.
  • Der berührendste Film? Puuh, auch schwierig. Ich gucke so wenig Filme, Serien und überhaupt Fernsehen … den gab’s bestimmt. Ich habe allerdings ein fürchterlich schlechtes Gedächtnis für Filme.
  • Das beste Lied? Mit Liedern ist es noch schlimmer als mit Filmen.
  • Das schönste Konzert? Nein.
  • Die meiste Zeit verbracht mit? Vatta. Allein schon, weil ich #wegenderaktuellenSituation wenige andere Leute oft und lange getroffen habe. Aktuell holt der Knuffelcontact rasant auf.
  • Die schönste Zeit verbracht mit? Jeder Moment mit Freunden ist anders schön. Besonders genannt seien auch die beiden Patenmädchen.
  • Vorherrschendes Gefühl 2020? Zufrieden und ausgeglichen.
  • 2020 zum ersten Mal getan? Ein Webinar gehalten; digitale Workshops moderiert; überhaupt die ganzen virtuelle Arbeitssache – da gab’s viel Neues. Ich habe mich auch selbst rein digital weitergebildet; das war sehr gut. Nach Föhr gereist. Mit einer über 50-köpfigen Medizinertruppe eine Website gemacht. Steine bemalt (das war auch direkt das letzte Mal). Virtuelles Betrinken. Mit Publikum einen Komposter zusammengebaut.
  • 2020 nach langer Zeit wieder getan? Nach La Gomera geflogen. Um den See gelaufen (will sagen: gejoggt). Über mehrere Monate vegetarisch gelebt. Einen neuen Podcast gestartet.
  • Drei Dinge, auf die du gut hättest verzichten können? Melancholie und Herzeleid zum Ende des ersten Lockdowns – der hat auf die Stimmung gedrückt. Auch wenn ich mein Singleleben nicht gegen die Anstrengungen von Familien hätte eintauschen wollen und ich wirklich gerne alleine bin, war das Alleinsein im letzten Lockdowndrittel unschön. Sonst keine Bedrückungen. Die Pandemie als solche natürlich, aber nur die schlimmen Seiten – die erlebten in 2020 allerdings vor allem andere Menschen: diejenigen, die erkrankten, die Menschen verloren haben oder die für uns alle arbeiten, damit wir zu Hause hocken können.
  • Drei Dinge, auf die ich nicht hätte verzichten wollen? Viel. Tolle Projekte, Gespräche und Wagnisse mit Kunden; viel mit- und voneinander gelernt. Darunter das virtuelle Zusammenarbeiten, aber auch andere Dinge, die ich hier nicht nennen kann. Ich lerne mit jedem Kunden, und nichts davon möchte ich missen. Und privat natürlich – da gibt’s auch Begegnungen und Erlebnisse, auf die ich nicht hätte verzichten wollen; außerdem Erkenntnisse, die #dieaktuelleSituation mit sich gebracht hat, über mich selbst, andere Menschen und die Welt. Ein durchaus erhellendes Jahr; man könnte sagen: Ich habe mich näher an mich herangelebt.
  • Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugten wollte? Ist privat.
  • 2020 war in einem Wort? Erstaunlich.

#wegenderaktuellenSituation | Die Spannung steigt, ob die Kultusminister:innen doch noch Haltung und Kompetenz in ihren Reihen finden.


Gehört | Über die Tage habe ich den Adventskalender-Podcast von Frau Herzbruch und der Direktorin Novemberregen zu Ende gehört. Große Liebe für die Heiligabend-Folge “Geschenke” in der die beiden von ihrer Tradition erzählen, sich besonders schlechte Erlebnisse zu schenken – mit Anekdoten.

Weihnachten | Ein ruhiges, ein schönes Weihnachten. Heiligabend mit meinem Vater. Der Erste Weihnachtstag allein. Der Zweite Weihnachtstag mit dem Knuffelcontact. Ein Fest mit den (einzigen) zwei Menschen, die ich auch sonst inhäusig treffe.

Das Fest begann am Abend des 23., als ich mich mit einem Berliner Damenklübchen virtuell betrank. Es war hervorragend. Wir unterhielten uns bis kurz vor Mitternacht und wurden dabei immer seeliger. Ohne #dieaktuelleSituation hätten wir das so nicht getan, es hätte wahrscheinlich ein Weihnachtstreffen vor Ort gegeben, dem ich aus Dortmund nicht hätte beiwohnen können. Nun, mit Pandemiekompetenz, trafen wir uns online, unabhängig vom physischen Ort, und amüsierten uns prächtig. Das war schön.

Im Adventskalender an Heiligabend: der Weihnachtsbaum 2028.

Tüte mit Samen, Aufschrift "Weihnachtsbaum 2028"

Am Vormittag wollte ich noch einmal durchsaugen und stieß dabei gegen den Weihnachtsbaum. Es rieselte in spektakulärem Ausmaß. Ich machte einen Fehler und schüttelte ihn prüfend. Jetzt ist er an etlichen Ästen kahl. Wir ziehen das aber durch, bis zur letzten Nadel. Auf den letzten Metern wird nicht aufgegeben.

Viele Tannennadel auf dem Boden

Heute ausschlafen, Frühstück, in der Küche rumpruscheln, Podcast hören und Weihnachtsspaziergang durchs Feld.

Feld mit einem Weg, auf dem Pfützen stehen, in denen sich die WOlken spiegeln

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Fest!


Käthe | Die vergangenen Tage verbrachte ich mit dem Manuskript. Das Roh-Manuskript hat 560 Seiten, Hardcover-Buchseiten. Vorgabe der Lektorin: kürzen auf 350, maximal 400 Seiten.

Ich begann vorne und ging Kapitel für Kapitel, Abschnitt für Abschnitt durch und fragte mich: “Brauche ich das?” Für die Dramaturgie, für die Entwicklung der Figuren, für die Prämisse, die hinter der Geschichte steckt. Mit dem ersten Teil er Geschichte bin ich durch, habe von 560 auf 470 Seiten gekürzt. Der ursprüngliche Einstieg war überflüssig, die Handlung beginnt nun zwei Jahre später. Eine Figur ist rausgeflogen (fast), auf einzelne Szenen verzichte ich, die Redundanzen im Gedankenleben der Protagonistin sind fort. Es fühlt sich gut an. Siebzig Seiten, besser hundert müssen nun noch raus, und ich habe schon eine Ahnung, welche Handlungsteile das sein werden.

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich sie dann überhaupt geschrieben habe. Die Sache ist: Wenn ich schreibe, weiß ich nicht, welche Szenen hinterher die guten sind. Wenn ich schreibe, ist es, als lese ich die Geschichte, die ich gerade erschaffe. Ich weiß selbst nicht, welche Szene als nächstes kommt, ich lasse die Figur frei, folge ihren Worten und Handlungen. Im Schreiben bekommt sie ein Eigenleben, und sie beginnt, sich selbst zu erschaffen. Indem ich die Figur schreibe, indem sie sich selbst schreibt, lerne ich sie mehr und mehr kennen. Mit der Figur wird auch die Prämisse der Geschichte klarer, also die Handlungsgrundlage der Figur; der Ausgangspunkt ihrer inneren und äußeren Konflikte.

Deshalb ist es nun leicht zu erkennen, welche der vielen Kapitel, Szenen und Abschnitte die Geschichte benötigt – und welche nicht. Es ist jetzt Fleißarbeit, die Handlung nach Überflüssigem zu durchstöbern. Dazu gehört auch, die Teile der Geschichte, die auf die gestrichene Szene Bezug nehmen, umzuschreiben.


Stadtentwicklung für alle | Frank arbeitet auch gerade an einem Buch. Es geht ums Fahrradfahren, um nachhaltige Mobilität und darum, wie heute Städte gestaltet sein sollten.

In Käthe Paulus’ Zeiten wurde das Fahrrad erfunden – und ermöglichte Frauen einen größeren Aktionsradius. Käthe stieg seinerzeit mit einem sogenannten Fahrradballon auf und machte damit Werbung für die Adlerwerke.

Frank hat einen guten und fundierten Beitrag geschrieben, der Fahrradfahren, Stadtentwicklung und die Rolle von Frauen miteinander verbindet.

Städte für Menschen, sollten vor allen Dingen auch eines sein: Städte für Frauen. Es ist erstaunlich, wie sehr die Belange und Bedürfnisse von Frauen insgesamt und auch in Bezug auf Stadtplanung, alltägliche Wege und Erfordernisse unberücksichtigt bleiben. Gleichzeitig können wir feststellen, dass in vielen Städten mit hohem Radverkehrsanteil wie Kopenhagen oder Amsterdam im Verhältnis sehr viel mehr Frauen Rad fahren als anderswo. […] Kann es sein, dass in der Berücksichtigung von Frauen  und ihrer spezifischen Bedürfnisse eine Art Schlüssel für die Fahrradfreundliche Stadt bzw. die „Stadt der kurzen Wege“ liegt?

Frank Glanert über Emanzipation und Diversität in der Stadtplanung

A guy never tells | Für Weihnachten ist es zu spät. Aber ein Mann hat ja Geburtstag: GE Big Boy Household Appliances.


Gelesen | Die New York Times hat Thanksgiving mit sieben Familien verbrachte, die Angehörige an Covid-19 verloren haben – und geben den Toten und ihrer Familie damit ein Gesicht: A Holiday Haunted by Loss | Eine Ärztin aus Berlin-Neukölln schildert aus ihrer Praxis, warum die Infektionen nicht abnehmen: “Die Leute wissen nicht, worum es bei dieser Pandemie geht” | Albrecht Broemme, ehemaliger Präsident des Technischen Hilfswerks, wurde mit dem Bau eines Impfzentrums beauftragt. Er hat erstmal mit Lego angefangen. Das mache ich ja auch sehr gerne. Weil man dreidimensional und beim Bauen mit den Händen viel besser denken kann als auf dem Papier. | Was macht heute einen guten Vater aus? Interview mit Blogger und Buchautor Christian Hanne über Arbeitsteilung, Ausflüchte und Ritter

Inspiration | Man muss unserer Schulministerin dankbar sein. Sie liefert hervorragendes Arbeitsmaterial, wie man komplexen Herausforderungen nicht begegnen sollte – und hat mich zu diesem Beitrag inspiriert: 10 Tipps, wie Sie Fortschritt garantiert an die Wand fahren.


Strom | In den vergangenen Jahren gab es immer etwas zurück. Dieses Jahr möchte der Stromanbieter eine deutliche Nachzahlung. So ist das wohl, wenn man 24/7 zu Hause arbeitet.

Der Heizungsableser, auf den ich gestern Nachmittag vier Stunden wartete, kam dagegen nicht. Oder doch, er muss in dieser Zeit kurz da gewesen sein. Denn er hat das Datum auf dem Zettel durchgestrichen, der an der Haustür klebt, und es durch ein neues ersetzt. Er kommt nun am 30. Dezember. Vielleicht. Man möge sich erneut vier Stunden bereit halten. Für den Fall.


Treffpunkt Brücke | Heute ein kleiner Fahrradausflug zum Dortmund-Ems-Kanal. Wenn Sie auf dem zweiten Bild genau schauen: Das sind keine Enten im Wasser, sondern Schwimmer.

Mir fehlen die Schwimmbäder auch. Aber nicht so sehr, dass ich im Dezember in den Kanal stiege. Hut ab.

Als ich dort stand, kam Anke mit ihrem neuen Flitzefahrrad des Weges. Hammerteil. Bin nun sehr motiviert, mein Cannondale wieder flott zu machen.

Vorab habe ich versucht, meinen Sattel anders einzustellen – die Schnauze mehr nach oben geneigt. Ich rutsche nämlich, wenn ich sitze, immer nach vorne. Hat leidlich funktioniert. Insgesamt ist die Sitzsituation aber nicht zufriedenstellend.

Fahrradsattel auf einem Tisch und allerlei Werkzeug drumherum

Der Sattel ist sowieso Mist. Werde ich mich im Frühjahr näher damit beschäftigen.


Gelesen | Kinder, die jeden Tag mit dem Elterntaxi zur Schule gefahren werden, verunglücken häufiger im Straßenverkehr – weil sie nicht gelernt haben, mit der Gefahr umzugehen. Und Menschen, die ein Risiko eingehen, tun dies aus einem Wunsch nach Sicherheit. Ein gutes Interview mit dem Wagnisforscher Siegbert Warwitz. | Schulen seien keine Infektionsherde, sagen die Kultusministerien. Die Wissenschaft sieht das anders. Das britische Coronavirus Infection Survey zeigt nicht nur, dass Jahrgänge oberhalb der Grundschule die gleiche Prävalenz haben wie Erwachsene. Auch Grundschüler ziehen nun nach. | Das Fax ist das wichtigste Gerät des Gesundheitssektors – zumindest, wenn es um die Übermittlung von Informationen geht. Diese Rückständigkeit in Sachen Digitalisierung fällt uns in der Pandemie auf die Füße. Länder wie Nigeria sind deutlich weiter: Sie kennen sich aus mit Epidemien und setzen Sormas ein, eine Software zur Kontaktnachverfolgung. Deutschland hat den Einsatz dieser bundeseinheitlichen Lösung versäumt: “Datenschutzbedenken”, auch sei die Entwicklung “noch nicht ausreichend konkret gewesen” – obwohl noch weitere Länder sie bereits im Einsatz haben.

Homeofffice | Homeoffice mit und ohne virtuellem Kundenkontakt.

Arbeitsplatz: Im Hintergrund Bücherregal, vor Schreibtisch mit Laptop und Ringleuchte

Sollten Sie mit mir videokonferieren, stehen Sie auf der Zivilarchitektur der drei Jangtse-Schluchten, dem Klassiker der Entwicklungspsychologie von Oerter/Montada und 150 Jahren Fotojournalismus.

Die Ringleuchte war übrigens eine grandiose Anschaffung. Sie beleuchtet mich wintertags, als wäre es Sommer, und macht solch gütiges Licht – ich habe damit einen Teint wie weiland 1993.


Broterwerb I | Diese besondere Freude, wenn ein Kunde mich beauftragt und ich in meiner Buchhaltungssoftware ein neues, spannendes Projekt eröffne, auf das ich in den nächsten Monaten Stunden buchen werde.

//*krempelt Ärmel hoch


Broterwerb II | Ich hatte es schonmal erwähnt: Für 2021 plane ich eigene Seminare, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin Andrea Schmitt anbiete. Hier nun der Überblick:

  • Gute Meetings – Einfache Methoden bewirken Großes
  • Werkzeuge für gute Teamarbeit – effizient und mit Freude zusammenarbeiten
  • Veränderung begleiten – Menschen und Teams im Wandel unterstützen
  • Kollegiale Führung – Flexibel führen in dynamischen Kontexten
  • Frauen in Führung – Erfolgreich und authentisch als weibliche Führungskraft

Ich habe eine Übersichtsseite mit mehr Infos erstellt. Dort erfahren Sie im Detail, was inhaltlich hinter den einzelnen Veranstaltungen steckt, außerdem Termine, Orte und Preise. Und: Sie können sich für ein Seminar anmelden.

Falls Sie bei einem Thema denken: “Das könnte ich auch inhouse gebrauchen, für mich und meine Leute!” – das geht natürlich. Ich schneide die Inhalte dann auch noch genauer auf Ihre Bedürfnisse zu.

Danke für die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu “Frauen in Führung”. Das Präsenzseminar wird erst im September sein. Aufgrund der hohen Resonanz werden wir voraussichtlich vorab kleinere digitale Einheiten anbieten. Infos dazu kommen im Februar.

(Im Januar starte ich in das angesprochene Kundenprojekt, das ich inhaltlich und terminlich zunächst sortieren möchte.)


Ruhm und Ehre | In seiner aktuellen Ausgabe portraitiert der stern Menschen des Jahres 2020:

Einfach machen

Sie haben unser Land in der Krise ein Stück besser werden lassen – mit ihrem Wissen und Tatendrang. Frauen und Männer, die nicht resignierten, sondern loslegten und Außergewöhnliches vollbrachten.

stern vom 12. Dezember 2020

Und huch! Wer findet sich dort, unten rechts? Daniel, der Arzt, dem die Podcasthörer:innen vertrauen – für unser Projekt Mediziner für Mediziner gegen Covid:

Aufgeschlagene Doppelseite in der Zeitschrift stern, linke Seite Christian Drosten, rechte Seite vier kleine Portraits

Ich sag’ mal: Hut ab und Gratulation! Auf einer Doppelseite mit Christian Drosten – alles erreicht in 2020. Mehr Ruhm geht nicht.

Portrait Daniel Dreyer, Text siehe unten

Daniel Dreyer, Wissensforum für Mediziner

Als der Notarzt und Intensivmediziner Daniel Dreyer Anfang März die Patientenflut in den Kliniken Norditaliens beobachtete, wollte er nicht nur abwarten. In wenigen Tagen erstellte der Oberarzt am Klinikum Lünen/Werne zusammen mit einem Team aus 50 Leuten die Internetplattform “Mediziner für Mediziner gegen Covid” [Verlinkung von mir]. Dort können Sanitäter, Pflegekräfte und Ärzte ihr Wissen austauschen. Ziele: Erkenntnisse aus dem Arbeitsalltag sammeln, Fachwissen bündeln. Allein i den ersten beiden Tagen nach dem Start besuchten 28.000 Nutzer das Forum.

stern vom 12. Dezember 2020, S. 89

Wer nochmal nachlesen möchte, wie das Projekt zu mir kam und was ich mir beim Projektmanagement gedacht habe: M4MvsCOVID – Wie die Website entstand und welche Gedanken ich in der Projektorganisation verfolgte


Danke | Haben Sie herzlichen Dank für die Gaben in die Kaffeekasse, die in den vergangenen Tagen eintrudelten. Ich lege sie zur Seite für einen Plan in 2021. Der Plan kann hier aus Gründen noch nicht näher beschrieben werden, wird aber gewiss irgendwann ein Blogeintrag – Sie werden also profitieren.

Herzlichen Dank auch für die Düngetipps. Es gibt eine Tendenz zu Hornspäne und Hühnermistpellets.


Gemütszustand | Ich befinde mich emotional zwischen “Alle Nachrichten rauf und runter hören” und “Am liebsten unter einem Stein verkriechen und nichts hören” angesichts der aktuellen Infektions- und Todeszahlen. Dazu eine leicht irrationale Furcht vor dem Virus, obwohl ich nur meinen Vater und meinen knuffelcontact treffe.

Lauf, Forrest! | Der Tag begann mit einem Acht-Kilometer-Dauerlauf. Das ist insofern erstaunlich, als dass ich laufen ja nicht mag. Erfreulich war, dass ich diesmal nicht auf der letzten Rille zu Hause ankam, sondern noch ein Stück hätte weiterlaufen können. Außerdem fühlen sich meine Beine und Knie nach dem Lauf nicht mehr an, als bedürften sie augenblicklich hochwertiger Endoprothesen.

Wohlmeinende Stimmen raten mir bereits zu einer Registrierung bei Strava und dem Erwerb einer dieser Laufuhren, die Strecke, Geschwindigkeit, Puls und anderen Klimbim festhalten. Mir erschließt sich allerdings der Mehrwert daraus nicht. Ich möchte mich schließlich nicht verbessern. Ich möchte nur ankommen. Wenn sich überhaupt etwas verbessern soll, dann das Gefühl beim Laufen. Um das festzustellen, benötige ich allerdings keine Gerätschaften.


Lockdown | Der “Jetzt profitiert wieder nur Amazon!”-Ruf wirft die Frage auf, warum es der lokale Einzelhandel seit fünfzehn Jahren nicht schafft, eine Plattform aufzubauen, die die lieferbaren Produkte aus der Warenwirtschaft der Geschäfte anzeigt, bestellbar macht und über ein lokales Unternehmen ausliefert. Wäre auch bei der allseits beliebten Frage “Wo kriege ich eigentlich …?” hilfreich.


Baum | Ich habe den Weihnachtsbaum in Betrieb genommen. Besondere Zeiten verlangen frühes und besonnenes Handeln.

Detailaufnahme von geschmückten Zweigen

Bei der Weihnachtsbaumdekoration bin ich übrigens nicht veränderungsbereit. Wenigstens einmal im Jahr möchte auch ich mich hinstellen und mit trotzig erhobenem Kinn sagen: “Das haben wir schon immer so gemacht!”


Gelesen | Choose Life

[…] ich kenne keinen Bürojob, bei dem man trotz Kündigungsschutz, Gesetzen und Betriebsrat und anderem Gedöns nicht umgehend entlassen wird, wenn es der Arbeitgeber oder Aktienkurs denn so will. Sicherlich mag es mitunter anschließend gerichtliche oder anwältliche Streitereien geben die so oder so ausgehen, aber Fakt ist: Man ist entbehrlich. Immer. Die Friedhöfe sind übrigens voll von Leuten, die bis zuletzt dachten, sie seien unentbehrlich. […]

Mit welchen Mitteln auch immer: Ich würde mein Leben und das meiner Lieben jetzt nicht dadurch gefährden wollen, indem ich auswärts arbeiten gehe oder meine Kinder in die Schule schicke. Tot ist tot ist tot. 

See | Spaziergang um den See.

Seeufer Phoenixsee, rechts ein Steg ins Wasser, geradeaus ein Weg

Auf dem Rückweg habe ich gute Nachrichten erfahren: Ich bekomme neue Nachbarn. Eine Familie hat das kleine Fachwerkhaus, dessen Grundstück an meinen Garten grenzt, gekauft und richtet es sich her. Es wird den großen Garten mit den Obstbäumen erhalten, in dem Eichhörnchen und Vögel und Igel wohnen. Und demnächst werden Kinder darin spielen. Ich freue mich!


Unheilvolle Kombination | Gestern echauffierte ich mich über Ministerinnen und Minister der NRW-Landesregierung, die der Aufgabe, das Land durch die Pandemie zu bringen, intellektuell und charakterlich ganz offensichtlich nicht gewachsen sind. Herrn Buddenbohm geht’s in Hamburg ähnlich:

Und ich bleibe dabei – es wimmelt da draußen von Leuten, die dem nicht gerecht werden, was auf ihrer Visitenkarte steht […]. Leute also, die also entweder Kompetenzlücken spektakulären Ausmaßes haben oder die, noch wesentlich verbreiteter, ihre ihnen durch die Rolle zugewiesene Verantwortung lieber nicht wahrnehmen möchten.

Eine dünne Linie

Für mein Dafürhalten handelt es sich um eine unheilvolle Kombination aus beidem.


Ja zur Unsicherheit | Interessant ist in dem Zusammenhang diese Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Berliner Charité. Sie hat untersucht, wie viel Unsicherheit die Politik- und Wissenschaftskommunikation verträgt. Das Ergebnis: Die meisten Menschen möchten über Unsicherheit informiert werden.

Das entspricht exakt meiner Wahrnehmung, wenn es um die Veränderung und den Wandel geht, den ich beruflich begleite. Die Menschen möchten fundierte Informationen. Die Informationen müssen nicht eindimensional, nur klar vorgetragen sein. Heißt: Der Vortragende sollte die Informationen und mögliche Konsequenzen daraus verstanden haben.

Wenn jemand sagt: “Er/Sie wirkt immer so kompetent und gelassen!”, heißt es nichts anderes, als dass diese Person die Sachlage durchdrungen hat und Werte vertritt, nach denen sie auf Basis vorliegender, auch sich widersprechender Informationen handelt.

Eine Entscheidung ist ja ohnehin immer nur so gut, wie sie auf Basis der zum Zeitpunkt der Entscheidung vorliegenden Informationen getroffen werden konnte. Nur: Die Informationen, die da sind, sollte man dann auch bitte berücksichtigen.


Käthe | Der Verlag hat Cover-Pläne fürs Buch. Gute Cover-Pläne. Uih-jui-jui. Aufregend.

Schreibknast, Adventsedition:

Esstisch mit Laptop und einem Ordner mit korrigiertem Text. Kerzenschein. Ein Weinglas mit Lillet.

Adventskalender | Der diesjährige Adventskalender ist gleichzeitig die Ernte des kommenden Sommers.

Dazu fällt mir ein: Im Frühjahr muss ich unbedingt die Beete düngen. Die Ernte war in diesem Jahr mickrig. Das war sicherlich der Trockenheit geschuldet. Ich ich vermute auch, dass der Kompost nicht ausreicht und die Beet mehr Nährstoffe benötigen. Haben Sie einen Tipp für mich?

Bitte keine Hinweise à la “Holen Sie sich vom nahegelegenen Pferdehofe zehn Schubkarren Dung” oder “Setzen Sie bei Vollmond hundert Liter Brennesselsud an, den Sie bis zur Sommersonnenwende täglich umrühren.” Bitte etwas, das ich kaufen kann.


Gelesen | Wie der Klimaschutz im deutschen Bermudadreieck verschwindet

“Die konservativen CDU-Kreise hängen letztlich am alten System: Weil zuerst die Grünen Erneuerbare durchsetzten, ist ihnen diese Energieform per se suspekt”, sagen Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums. Hätte RWE vor zwanzig Jahren angefangen, Windräder und Solarpaneele zu bauen, wären das Wirtschaftsministerium und die CDU sicherlich begeistert gewesen. Sie vertrauten bis heute mehr den Großkonzernen als lokalen Lösungen mit Wind und Sonne.

Konzerne und die aktuellen Regierungen – sei es in Brüssel, Berlin oder Paris – kämpfen häufig noch für dasselbe Ziel: Die Erhaltung einer alten Ordnung. Dazu gehören große Autos, Kohleenergie, Einkaufszentren und billiges Fleisch. Zur alten Ordnung gehören auch der Glaube an unendliche Ressourcen und einen Markt, der den menschengemachten Klimawandel ohne politische Eingriffe regeln kann. Ihr Ziel ist es, den Klimaschutz so lange wie möglich rauszuzögern.

Ohne Worte | Laschet, Stamp, Gebauer – mein Bundesland wird von Clowns regiert. Wie können sie allen Ernstes behaupten, man hätte, Zitat Familienminister, nicht “souverän sagen können, wie sich die Pandemie entwickelt”; es sei “vermessen” zu behaupten, man hätte Pläne vorhalten müssen?

Schon im April hat Virologe Christian Drosten die Winterwelle und den zweiten Lockdown vorausgesagt. Im Juni besprach er im NDR-Podcast die Infektiösität von Schüler:innen (Israel-Studie) als mögliche Treiber; weitere Erkenntnisse folgten sukzessive im Spätsommer und Herbst. Ende September hat die Bundeskanzlerin mittels der Grundrechenarten 19.000 täglich Infizierte vorgerechnet. Im Oktober trug der Epidemologe Michael Meyer-Hermann im Kanzleramt vor, es sei nicht fünf vor Zwölf, sondern Zwölf. Seit zweieinhalb Monaten entwickelt sich das Infektionsgeschehen genau wie prognostiziert und noch schlechter.

Sogar nach der gestrigen Entscheidung zur Aussetzung des Präsenzunterrichts hält die Bildungsministerin Schulen für Inseln der Seligen, obwohl die Nachweisquoten in den weiterführenden Einrichtungen diejenigen in allen anderen Bevölkerungsanteilen übertreffen. Folgerichtig findet sie auch den Vorschlag der Leopoldina, der Nationalen Akademie für Wissenschaften, untauglich. Das ist mal Chuzpe! Und der Ministerpräsident („Kein Virologe sagt mir, wie ich zu entscheiden habe!“) fabuliert sich durch seine Verteidigung. Das hat trumpeske Züge. Das macht mich richtig, richtig wütend.

Ich stelle mich auf einen Lockdown ein, der am 10. Januar beileibe nicht endet. Möglicherweise werden wir erst Anfang April wieder vollends daraus auftauchen. Meine Gedanken sind in den Krankenhäusern, bei den Ärzten und den Pflegenden, die ich bei Mediziner für Mediziner gegen Covid kennengelernt habe. Die Website zum Erfahrungsaustausch würde jetzt gebraucht. Aber niemand der Beteiligten schafft es mehr, die Seite zu aktualisieren und dann weiter zu pflegen. Sie arbeiten auf den Intensivstationen, körperlich und emotional am Anschlag.


Gelesen | Ach ja. Den Klimawandel gibt’s auch noch. Der wird dann demnächst von den gleichen Leuten gemanagt. Kann ja alles keiner ahnen – They’re among the World’s Oldest Living Things. The Climate Crisis is killing them.

Wintermorgen | Der Tag startete früh: Um kurz nach sieben schob ich mein Wägelchen in den Supermarkt, um möglichst wenig Menschen zu treffen. Die aktuellen Infektionszahlen behagen mir nicht.

Es war frostig – und schön. Die Luft war wunderbar klar, der Raureif knirschte unter den Füßen. Nachdem ich die Einkäufe verräumt hatte, stieg ich deshalb aufs Fahrrad, radelte um den See und im Kiez umher.

Panoramabild_ Weg geht nach links und rechts weg, der Blick geht über den See bei Sonnenaufgang. Rechts Kräne und ein abgestelltes Fahrrad.

Dann fuhr ich in die kleine Stadtteil-Fußgängerzone und holte ein bestelltes Buch von der Buchhandlung ab. Wieder daheim, gab es erstmal einen Milchkaffee und ich frühstückte frische Brötchen. Das war schön.


Broterwerb | Anfang der Woche habe ich wieder virtuell mit meiner Kollegin Andrea Schmitt zusammengesessen. Wir haben weitere Seminare konzipiert. Vom Angebot zur kollegialen Führung und dem Seminar “Veränderung begleiten” habe ich schon erzählt. Weiter werden wir in 2021 anbieten:

  • Werkzeuge für gute Teamarbeit: An zwei Vormittagen besprechen wir, was ein Team braucht, um gut zusammenzuarbeiten. Wir erklären die Schritte der Teamentwicklung und zeigen Werkzeuge, die helfen, den Alltag im Team effizienter, transparenter und wirksamer zu organisieren. 
  • Frauen in Führung – Erfolgreich und authentisch als weibliche Führungskraft. Wir haben den Eindruck, dass Frauen in Führungsrollen mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind. Es fehlt ihnen an Rollenvorbildern, denn viele Unternehmen sind nach wie vor männlich geprägt. Im Seminar reflektieren wir die Führungsrolle, Führungsstile und kulturelle Prägungen. Wir erarbeiten, wie man authentisch und wirksam führt. Wir besprechen den Umgang mit schwierigen Situationen, mit Konflikten und Dominanzverhalten. Es geht auch um Perfektionismus und gutes Delegieren. Zudem widmen wir uns Strategien der Selbstführung.

Die “Teamarbeit” bieten wir an zwei Vormittagen digital an, “Frauen in Führung” in Präsenz. Außerdem brüten wir noch über einem dreistündiges Webinar zu guten Meetings. Nächste Woche veröffentlichen wir mehr Infos zu Inhalten, Daten, Orten und Konditionen.


Phoenix West | Das rechts wird das Corona-Impfzentrum in Dortmund – bei mir ums Eck in Ruhrgebietskulisse:

Hochofenkulisse auf 11 Uhr, daneben Industriehallen.

Handballpilosophie | Die Kaltmamsell sagte jüngst, ihre Dezemberaufhellung sei, wenn Frau Herzbruch und ich auf Twitter Handballkniffe (Wortspiel!) austauschen. Das inspirierte mich spontan, fünfzehn Handballweisheiten in meine Notizen-App zu tippen.

  1. Um ein Tor zu erzielen, musst du aufs Tor werfen.
  2. Eine gute Täuschung ist nicht besonders schnell. Sie hat nur besondere Präsenz.
  3. Je größer deine Angst vor einem Gegner ist, desto früher musst du ihm entgegentreten.
  4. Kampf sticht Klasse.
  5. Eine Mannschaft ist immer nur so gut wie die Stimmung auf der Bank.
  6. Die Verletzungen, die keiner sieht, tun am meisten weh.
  7. Kein Sieg ohne Schmerzen.
  8. Alle spielen mit dem gleichen Ball. Sie machen nur Unterschiedliches mit ihm. 
  9. Tritt eine Mannschaft mit wenigen sehr guten Spielern gegen eine Mannschaft mit vielen mittelmäßigen, aber gut eingespielten Spielern an, gewinnt immer das Mittelmaß, weil das gute Zusammenspiel auf gleichem Kompetenzniveau den Wert des individuellen Könnens übertrifft. 
  10. Nur werfen reicht nicht. Du musst auch fangen können.
  11. Sei nützlich, egal wo der Trainer dich hinstellt.
  12. Wenn der Gegner auf dich zuläuft, weiche nicht aus, sondern gehe ihm entgegen und begleite ihn, bis seine Position so schlecht wird, dass er seinen Plan nicht mehr ausführen kann. 
  13. Willst du die Erste vorne sein, musst du loslaufen, wenn du den Ball noch nicht hast. 
  14. Waldlauf wirft keine Tore. 
  15. Hinten kackt die Ente.

Nummer Eins scheint banal, ist aber zentral.


Zweimal neun | Die NASA hat 18 Astronauten und Astronautinnen für das Training zur Artemis-Mond-Mission ausgewählt. Gleich viele Männer wie Frauen.


Gelesen | Wir haben uns den Lockdown redlich verdient | Der deutsche Staat schmückt sich gerne mit erfolgreichen Selbstständigen und dem Ethos des fleißigen, tatkräftigen Unternehmers. Gleichzeitig verachtet der Selbstständige. Eine pointierte und treffende Zusammenfassung, welchen Blick die Politik auf Einzelunternehmer:innen hat. | Auch bei den angeblich nicht vom Corona-Virus betroffenen Kindern zeigen sich Hinweise auf Langzeitschäden: Mikrothrombosen, Lungenhochdruck und Nierenschäden.

Stockfinster | Heute stand ich sehr früh auf. Das passiert mir dienstags jetzt immer, weil der Mann dienstags zu nachtschlafender Zeit aufsteht und ich mit aufstehe. Zu Beginn einer Beziehung macht man sowas; wir wissen alle, dass dieser Zustand vergehen wird. Abgesehen davon lässt es mein Arbeitsethos aber auch nicht zu, dass ich mich nochmal hinlege, nachdem schon einmal der Wecker geklingelt hat und ich auf war. Lieber ruhe ich über Mittag kurz, das ist seniorig seriöser.

Ich stand also zu einer Zeit auf, zu der es nicht nur noch dunkel war, sondern stockfinster. Sogar eine Stunde später, nachdem ich von seiner Wohnung abgefahren und in meiner angekommen war, war es noch stockfinster. So früh war das heute.

Ich kochte mir erstmal einen Kaffee und nutzte das Kaffeetrinken, um mich ums Commonwealth zu kümmern. Vom Abend zuvor waren noch 20 Serienminuten verblieben, die ich anschaute, während der Espresso in die Bialetti sprudelte. Ich habe wirklich große Freude an dieser Serie, besonders die mit dem amerikanischen Präsidenten saufende und schlüpfrige Limericks rezitierende Prinzessin Margaret hellte meine schläfrige Stimmung heute Morgen immens auf. Ich möchte alles glauben, wie die Serie es darstellt; genau so stelle ich mir das Leben britischer Royals vor.


Illumination | In Zeiten abgesagter Weihnachts- und Nikolausmärkte, nicht aufgebauter Eisbahnen und ausbleibender Glühweinvergnügungen hat Haltern auf dem Marktplatz das Licht angeknipst. Das sieht so hübsch aus, dass ich es Ihnen nicht vorenthalten möchte:


Herzregen | Auf der morgendlichen Fahrt hörte ich den Adventspodcast von Frau Novemberregen und Frau Herzbruch. Er macht mir großen Spaß. Die beiden reden ausschließlich über Belanglosigkeiten. Es gibt, objektiv betrachtet keine Notwendigkeit, ihn anzuhören. Auch der Erkenntniswert hält sich in Grenzen, es sei denn, man möchte wissen, dass Frau Novemberregen aus einer Insolvenzmasse 400 Strumpfhosen besitzt und deshalb bis zu ihrem Lebensende keine Strumpfhosen mehr einkaufen muss. Es ist mir also selbst ein Rätsel, warum ich mich jeden Tag auf diesen Podcast freue. Wahrscheinlich, weil er einfach unglaublich launig ist und es nebenbei doch auch ein paar Lebensweisheiten gibt.


Warum ich ins Internet schreibe | Ich schreibe ja unter anderem ins Internet, weil mir dadurch gute Dinge passieren. Zum Beispiel las Franzi Bluhm an einem der vergangenen Tage, dass ich plane, eigene Seminare anzubieten. Franzi und ich haben denselben Webworker: Christian. Franzi schrieb mir über Twitter, dass Christian ihr für ihre Website etwas programmiert – und fragte mich, ob ich das sehen wolle, es sei vielleicht hilfreich für mich. Wir videokonferierten, ich sah es mir an (Danke!), und Franzi hatte recht: Es ist toll, ich möchte das auch. Jetzt hat Christian einen zweiten Auftrag, ich bin bald eine glückliche Frau, und die Menschen, die sich für mein Seminarangebot interessieren, können das demnächst übersichtlich anschauen und buchen. Mehr dazu im Januar, wenn es etwas zu sehen gibt.

Menschen, die skeptisch beäugen, dass ich ins Internet schreibe, können sich immer schwierig vorstellen können, warum ich das tue. Dies ist ein Beispiel fürs Warum: Dadurch, dass ich etwas von mir preisgebe, entstehen viele Dinge, die sonst nicht entstanden wären. Das, was ich gebe, bekomme ich zigfach zurück.


Gartenrätsel | Im Garten habe ich einen Baumstumpf. Es ist ein Überbleibsel dieser Aktion aus dem Jahr 2013. Insekten haben den Stumpf inzwischen fast vollständig zerlegt. Er ist so morsch, dass ich ihn mit einem einem Spaten dem Erdboden gleich machen könnte, aber ich möchte den Insekten noch ein wenig Vergnügen gönnen.

Seit ein paar Wochen ist allerdings ein anderes Lebewesen daran zugange. Es trägt das faserige Holz ab und entsorgt es fachgerecht.

Ich habe überlegt, welches Tier das sein könnte. Für eine Wühlmaus scheint mir der Schaden zu größräumig, außerdem interessieren sich Wühlmäuse eher für Dinge unter der Erde, etwa Wurzeln. Igel schlafen derzeit. Nach Lektüre dieses Artikels tendiere ich zu den Eichhörnchen, die ihre Kobel damit ausbaut. Es ist aktuell sehr rege im Garten unterwegs.


So! | Jetzt weiter ans Buch, straffer werden.

Gemütswetter | Ein schwerer, feuchter Nebel liegt über diesen Tagen.


Broterwerb | Ich habe virtuell mit meiner Kollegin Andrea zusammengesessen. Wir haben zwei Seminare konzeptioniert. Im kommenden Jahr werden wir digital und in Präsenz etwas anbieten, das Sie frei bei uns buchen können:

  • Veränderung begleiten – Menschen und Teams im Wandel unterstützen. Veränderungen verunsichern und lösen Chaos aus, emotional und manchmal auch ganz praktisch. Sie laufen jedoch oft nach Mustern ab. Wir schauen auf Quellen und Notwendigkeiten für Wandel und reden darüber, wie man Veränderung in Gang bringt. Wir blicken auf emotionale Phasen, die der Wandel mit sich bringt, und erörtern, wie man Sicherheit in der Unsicherheit herstellt. Wir stellen Werkzeuge vor, mit denen man Mitarbeitende am Wandel beteiligt und liefern Beispiele aus der Praxis. Digital, zwei Vormittage voraussichtlich Ende Februar.
  • Kollegiale Führung – Flexibel führen in dynamischen Kontexten. Gerade bei komplexen, sich rasch wandelnden Marktanforderungen braucht es eine elastische, reaktionsfähige Organisation – mit kurzen Wegen, wenig Bürokratie und ohne Entscheidungsflaschenhälse. Der persönliche Führungsstil trägt viel dazu bei, gemeinsam mit dem Team anpassungsfähig und schnell zu reagieren. Wir betrachten das Prinzip der kollegialen Führung und die Rahmenbedingungen, die es braucht. Wir stellen Hilfmittel vor, Verantwortung sinnvoll zu teilen, Entscheidungen ins Team und zu den Mitarbeitenden zu bringen. Außerdem stellen wir Verfahren vor, Entscheidungen im Team zu treffen. Auch hier gibt es Beispiele und Lösungen aus der Praxis. Zwei Tage in Präsenz, voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni.

Das Präsenzseminar planen wir im Kloster Gnadenthal. Es liegt verkehrsgünstig zwischen Limburg und Frankfurt in der Nähe der Autobahn A3. Von der Geschwindigkeit der Autobahn ist in Gnadenthal allerdings nichts zu spüren. Es liegt geschützt in einem Tal aus Feldern und Streuobstwiesen. Die Tagungsräume des Klosters laden zum Lernen, zum Austausch und zur Reflexion ein. Sie sind groß und gut durchlüftet. Ein schöner Ort für Gedankenanstöße. 

Mehr zu den Inhalten der Seminare, zu Buchung und Konditionen demnächst.


Reminiszenzen | Vor elf Monaten. Sie fühlen es auch, oder? Die Wärme und das Licht.


Buchprojekt | Der Dezember steht jetzt im Zeichen von Käthe: Ich überarbeite das Manuskript, überprüfe jede Szene auf ihre dramaturgische Funktion, schmeiße raus und kürze ordentlich. Insgesamt werde ich rund 150 Seiten aus dem Manuskript rauskürzen, um die Geschichte zu straffen und auf die vereinbarte Seitenzahl zu kommen. Das klingt dramatisch nach Kill your darlings, betrübt mich aber keineswegs. Denn meine Arbeitsweise ist: Aufschreiben, was mir in den Sinn kommt, die Idee entwickeln, die Geschichte entstehen lassen, Dinge zum Leben erwecken – und dann aufs Wesentliche reduzieren. Das habe ich schon bei meiner journalistischen Arbeit so getan: Ein Viertel kann hinterher weg. Aber man weiß vorher halt nicht, welches Viertel.

Ich kürze recht unterschrocken und unemotional. Nichtsdesotrotz ist das natürlich eine Menge Arbeit: Alles lesen und über jedem Kapitel, jeder Seite und jedem Absatz entscheiden, ob sie eine dramaturgische Funktion haben, ob sie wichtig sind. Was bleibt, muss neu komponiert und choreographiert werden.

Der Verlag hat einen Titelvorschlag, der mir gut gefällt. Hachz.


Adventsfeier | #AufgrundderaktuellenSituation traf ich am Wochenende einen sehr kleinen Kreis von Menschen (3) an einer Feuerschale. Normalerweise gehen wir in ein Restaurant, normalerweise auch in einem größeren Kreis. Aber die Dinge sind, wie sie sind.

Bis Mitternacht standen und saßen wir bei Glühwein draußen im Garten und atmeten auf Abstand unsere Aerosole in den Wind.

Dank meiner kiloschweren Polarwinterjacke war mir wohlig warm: obenraum Jacke, das Lagerfeuer wärmte die Beine, im Bauch war Glühwein. Ein schöner Abend.



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