Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Broterwerb | Mäßige Stausituation auf der Hinfahrt, nur auf dem Autobahnzubringer, kurz vor der Baustelle und auf dem Autobahnwegbringer. Also das Übliche und nicht erwähnenswert.

Ich habe den “Alles gesagt?”-Podcast mit Jutta Allmendinger gehört. Der Beginn ist hölzern, auch Frau Allmendinger wirkt sperrig, es wird dann besser und sogar sehr launig – dranbleiben! Ich finde es weiterhin unpassend, dass in dem Format standardmäßig zwei baugleiche Männer interviewen; die ZEIT vergibt damit Chancen. Eine weibliche Fragestellerin oder zumindest eine Kombination aus unterschiedlicheren Männern (alt/jung, mit/ohne Migrationshintergrund etc.) würde dem Format gut tun. Frau Allmendinger hält den Herren ein paarmal den Spiegel vor.

Unerfreuliches Staugeschehen auf der Rückfahrt. Zubringer zur A1, auf der A1, Bundesstraße nach Hause – alles unschön. Ich weiß, ich weiß, ich bin Teil des Problems. Nur: Was machen? Auf meiner Route funktioniert kein ÖPNV (2 Stunden für die einfache Strecke), fürs Fahrrad ist es zu weit (50 Kilometer hin und 50 zurück), mit dem Auto dauert es sowohl morgens als auch abends zwischen 45 Minuten (fast nie) und eineinhalb Stunden (ziemlich oft). Das Auto ist also immer noch die beste aller Lösungen, wenn man Zug- und Busfahren nicht zum Selbstzweck betreiben möchte.

Der Allmendinger-Podcast ist fünf Stunden lang; ich habe in den vergangenen zwei Tagen, während ich herumstand, jede Minute gehört. Danach, passend zur Situation: Mobilitätsforscher Andreas Knie im Interview bei Jörg Thadeusz.

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Lesungsfazit | Am Abend war Circleabend mit gemeinsamer Manöverkritik zur Lesung vom Wochenende: Wir sind zufrieden. Die Rückmeldungen waren positiv. Von 96 angemeldeten Gästen sind 85 gekommen – das ist sensationell für eine Veranstaltung an einem sonnigen Sommerabend, bei der man nicht vorher bezahlen muss. Danke an alle, die da waren!

Gleichzeitig haben wir Verbesserungsvorschläge eingesammelt: mehr Einstieg, besserer Getränke-Service, Hintergrundmusik nach der Lesung und ein paar weitere, kleine Dinge. Es gibt immer etwas zu optimieren.

Wie viel wir an das Kinderkrebsprojekt Fruchtalarm spenden können, steht noch nicht fest: Wir warten noch auf die Rechnung der Location. Erst dann können wir eine abschließende Summe nennen. Wir haben auf jeden Fall Überschuss, den wir weitergeben können.

Fazit und Beschluss: Auch im nächsten Jahr soll es wieder eine Lesung geben.

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Gelesen | “Die sind nicht mal mehr bereit, von Hamburg nach Frankfurt am Main zu ziehen” – Ein Headhunter echauffiert sich, dass jüngere Generationen nicht mehr bis Mitternacht arbeiten wollen. Wie unverschämt aber auch.

Im wahren Leben erlebt die Generation ja oft Folgendes: Sie arbeitet für ein Unternehmen, engagiert sich, macht Überstunden, bringt Ideen ein, dann wird das Team aufgelöst, der befristete Vertrag endet sang- und klanglos – oder der Chef wechselt und will nichts mehr von vorherigen Vereinbarungen wissen: “Jetzt müssen Sie sich erstmal beweisen”. Als Frau darf man glücklich sein, nicht schwanger zu werden, denn dann ist die Perspektive eh im Eimer.

Wenn Wertschätzung, Bezahlung und die fachliche Herausforderung stimmen, wenn Job und Persönlichkeit gemeinsam betrachtet werden, habe ich nie Probleme mit dem Engagement von Leuten – egal welchen Alters. Mich alarmiert es, wenn Leute nur für ihren Job leben und keine Freizeit kennen; das bringt im Arbeitsumfeld meiner Erfahrung nach mehr Probleme mit sich, als es löst – auch bei Führungskräften.

Gelesen | Wieso die Flüchtlingssituation im Mittelmeer so kompliziert ist. Ich finde das gar nicht kompliziert: Man darf Menschen nicht ertrinken lassen. Was die privaten Seenotretter angeht, hat der Tagesspiegel einen differenzierten Kommentar.

Gelesen | The Gifts of Fatness. Es ist tatsächlich so: Körperfülle und die Reaktionen darauf lassen einen Charakterschweine leichter erkennen. In manchen Businesskontexten erledigt das bisweilen auch allein das Frausein.

Gelesen | Computerwissenschaftler Chris Boos über Digitalisierung in Deutschland: “Uns geht es viel zu gut”. Seiner These, dass ein gemeinsames Ziel für den Fortschritt braucht, schließe ich mich an. Er nennt das autonome Fahren. Ich würde das Ziel weiter fassen: eine Mobilität, die maximal angenehm und minimal zerstörerisch ist. Passend dazu: Wo Estland Deutschland abhängt.

Broterwerb | Ein Tag beim Kunden. Anreise mit mittlerem Staugeschehen. Abreise mit mäßigem Staugeschehen. Beim Kunden selbst kein Stau, nicht einmal in der Kantine, wo es Gnocchi mit Zucchini und Kirschtomaten gab.

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Bilder | Die sonstigen Ereignisse waren überschaubar. Deshalb Fotos aus dem Garten:

Wiese, in der Mitte ein kreisrundes Stück nicht gemäht, am Rand gemäht.

Ich lasse einen Teil des Rasens wachsen. Er verdient seinen Namen ohnehin nicht. Das ist Wiese, wilde Wiese, Klee und anderes Zeug. Also kann ich es auch wachsen lassen. Das freut die Bienen.

Klee in der Wiese

Schon nach zwei Wochen tummeln sich ein Haufen Bienen und Erdhummeln in dem Stück Wiese. Mal sehen, was noch kommt und wächst.

Die Thorsten erröten derweil in kurzer Folge: 40 Grad im Gewächshaus, dazu regelmäßig ein großer Schluck Wasser – das gefällt.

Rote und grüne TOmaten im Gewächshaus

Die Hummeln behummeln nicht nur die Wiese, sondern auch den Lavendel. Bienen, große Hummeln, kleine Hummeln, Schmetterlinge – keine andere Pflanze erbringt eine größere Integrationsleistung.

Hummeln an Lavendel, Großaufnahme

Blick von der Terrasse:

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Coach Reflection Day | Heute kam der 2019er-Termin für den Coach Reflection Day raus: Freitag, 18. Oktober. Weil der letztjährige CoRe-Day super war, habe ich mich sofort angemeldet.

Freitag | Ein Sommerabend in Oberhausen. Tief stehende Sonne, rote Asche, ein Fußballplatz des Betriebssportskreisverbandes.

Die BSG Dellerheide zu Gast bei der BSG Holzmann. Vor der Umkleide werden Würstchen gegrillt. Zwanzig Minuten vor Anpfiff bauen die Spieler ein Tor auf. Zehn Minuten später das zweite. Niemand läuft sich warm. Warmlaufen steht in keiner guten Tradition. Wer vor Anpfiff läuft, verschießt sein Pulver schon, bevor es losgeht.

Was mir die Kalendergirls waren, ist für C die BSG Dellerheide. Altherrenfußball auf dem Ascheplatz. Sechs Männer auf dem Kleinfeld. Diese Saison: eine verlorene Meisterschaft. Am Freitagabend: die letzte Chance auf einen Titel – das Pokalfinale.

Um 19:45 Uhr Anpfiff.

Es staubt. Die Sonne steht tief. Hier wird noch volle Möhre gegen den Ball getreten; kein Streicheln, kein Lupfen, kein Schnibbeln. Es wird gebolzt, was das Hüftgelenk hergibt.

Zur Halbzeit steht es 3:0 für Dellerheide. Die gegnerischen Fans murmeln etwas von “einfach nur Bewegung tut auch gut”. Zum Abpfiff steht es 9:0. Pokalsieg.

Was hängen bleibt, ist Fußballweisheit: „Du kannz nich’ da spielen, wo andere stehen. Aber wenn’de da bis’, wo keiner is’, is’ da auch keiner.“

Der junge Andi Möller hätte es nicht schöner formuliert.

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Samstag | Lesungstag! Vormittags lege ich letzte Hand an die Texte und lese Probe. Am Nachmittag holen Moderatorin Steffi und ich Herrn Buddenbohm vom Bahnhof ab.

Die Sache wird durch den Umstand erschwert, dass Dortmund am Wochenende ein Pokémon-Hotspot ist. 100.000 Gäste sind in der Stadt. Überall laufen Menschen mit Smartphones herum, also: noch mehr Menschen mit noch mehr Smartphones, außerdem mit Rucksäcken, an denen Plüschfiguren baumeln. Zeugnisse des Wahnsinns finden sich auch in der Bahnhofshalle, Anonymisierung von mir.

Maximilian hat nur ein Hotelzimmer jottwehdeh gefunden, kurz vor Castrop-Rauxel, in einem Stadtteil namens Bövinghausen. Der war mir vorher noch nicht untergekommen; man lernt nie aus.

Im Gegensatz zu Hamburg ist es warm in Dortmund. Es hat 25 Grad – das sind locker 15 Grad weniger als eine Woche zuvor, als ich auf weichem Asphalt in Frankfurt stand. Aber es ist deutlich wärmer als in Hamburg, wo er losfuhr.

Wir fahren zur Stehbierhalle für örtliche Folklore, für eine Apfelschorle und ein Alkoholfreies.

Danach siedeln wir zum Lesungsort um, bauen auf, warten und posieren für dokumentarische Zwecke.

Maximilian Buddenbohm, Vanessa und Steffi

Es kommen allerlei Leute aus dem Internet. Das ist sehr wundervoll.

Ich habe mich jeden einzelnen gefreut, deshalb sollte ich niemanden hervorheben; aufgrund seiner zurückgelegten Entfernung tue ich es dennoch: Die Anwesenheit von Herrn Giardino (Twitter) hat mein Herz besonders berührt.

Bei Joriste kann man ein bisschen was über die Lesung lesen. Gegen 22 Uhr wurden wir Zwei als Letzte aus der Halle gefegt. Das war super.

Fotos gibt’s beim Dortmunder Ladies’ Circle auf Facebook.

Ein dickes Dankeschön nochmal an Maximilian, der extra aus Hamburg angereist ist – und an Moderatorin Stefanie Opitz, die gewohnt souverän durch den Abend führte.

Wer möchte, kann auf dem Buddenbohmschen Blog lesen, wie es am nächsten Morgen war, weit draußen, viertel vor Castrop-Rauxel.

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Sonntag | Den Sonntag verbringe ich inhäusig. Ich putze.

Vor einigen Wochen hat mich bedauerlicherweise meine Hausfee verlassen. Sie war die Erste ihrer Branche, die über eineinhalb Jahre hinweg konstant super war. Diese Qualität haben auch andere Menschen bemerkt, Menschen außerhalb der Branche; sie haben sie fest angestellt, in der Gastronomie. Deshalb putzt sie nicht mehr. Jetzt geht die Suche wieder von vorne los.

Bis ich jemanden Neues habe, muss ich selbst ran, habe allerdings wenig Zeit dazu. Deshalb fällt die Tätigkeit im Alltag ausgesprochen oberflächlich aus – bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich einen totalen Putzwahn bekomme, weil der sich sammelnde Mikrodreck zu äußerst unangenehmem Makrodreck geworden ist und Dinge plötzlich fies werden.

Zudem habe ich vor einigen Tagen den Fehler gemacht und auf den Küchenschrank gefasst. Ich erinnere nicht mehr, warum ich dort oben herumtastete; jedenfalls fühlte es sich nach einer zweiten Welt an. Einer klebrige Welt. In den vergangenen Tagen musste ich viel an diese Welt denken; es ließ mir keine Ruhe.

Ich steige also auf eine Leiter, um die Welt genauer zu betrachten, und sehe, dass die Klebrigkeit auch Vorteile hat: Nicht nur ich, sondern auch Fruchtfliegen bleiben auf meinen Schränken haften; meine Küche ist eine riesige Fruchtfliegenfalle. Das ist nicht schlecht – unterm Strich aber kein Argument, um die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Also sauge und wische, räume und feudele ich, steige auf die Leiter und schrubbe alle Küchenschränke von oben – und wenn ich schonmal dabei bin, auch die Vitrinen im Wohnzimmer, und wenn ich schonmal im Wohnzimmer bin, sortierte ich dort Bücher aus, viele Bücher. Danach ordne ich den Rest des Regalbestands um; der steht nämlich plötzlich uninspiriert und unkoordiniert auf den Brettern. Als ich dann sehe, dass auch der Kleiderschrank eingestaubt ist – von innen -, sortiere ich Kleidung aus. So kommt eins zum Anderen, ich rödele sechs Stunden lang.

Anschließend ist Abend, ich setze mich aufs Sofa, baue einen Lego-Roboter auseinander, damit die Bonusjungs ihn wieder zusammenbauen können, sortiere Unterlagen, hefte sie ab, falte Wäsche und gehe ins Bett.

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Montag | Noch in der Welle des gestrigen Aktionismus arbeite ich heute zwölf Punkte meiner nie leer werdenden To-Do-Liste ab:

  • Ich schreibe ein Angebot für eine sehr schöne Aufgabe.
  • Ich erstelle die Fotodokumentation des Storytelling-Seminars.
  • Ich trage mich als Veranstalterin mit einem Vortrag bei der #diwodo, der Digitalen Woche Dortmund, ein.
  • Ich hake bei einem Kunden zu einem offenen Angebot nach.
  • Ich erledige meine Umsatzsteuervoranmeldung fürs zweite Quartal.
  • Ich frage einen Termin bei einer Finanzberatung für Frauen an – zwecks Beratung zur Altersvorsorge für Selbstständige.
  • Ich telefoniere mit einer ehemaligen Studentin, die meinen Rat sucht.
  • Ich fahre ins Fitnessstudio und turne.
  • Ich bringe die aussortierte Kleidung zur Caritas-Sammelstelle in den Norden der Stadt – nicht Bövinghausen, aber genauso jottwehde.
  • Ich mähe Rasen.
  • Ich repariere die Jalousie an der Terassentür.
  • Ich buche eine Unterkunft für einen Besuch bei Freunden. Alleine passte ich dort bislang immer aufs Gästebett; jetzt bin ich zu Viert, da geht das nicht mehr.

Letztens habe ich darüber nachgedacht, wie Menschen es schaffen, Netflix und Serien und all dieses Zeug, Tanz- und Gesangswettbewerbe und so weiter, im Fernsehen zu schauen. Ich kann es mir nicht erkären. Und ich habe noch nicht einmal Kinder.

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Gelesen | Der Narkosedoc schreibt etwas über den Abschied auf der Intensivstation.

Gelesen | Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat Gesprächsstrategien gegen Rechts.

Gelesen | Die Fußballspielerin Kathrin Längert antwortet auf Leserkommentare zum Frauenfußball.

Gelesen | Catharina Bruns kritisiert, wie die Gesetzgebung Selbstständigkeit und Scheinselbstständigkeit beurteilt.

Broterwerb | Zwei Tage Seminar im Haus Busch zur crossmedialen Planung und Konzeption von Geschichten.

Haus Busch, Herrenhaus

Die Leute kamen bunt gemischt aus der Privatwirtschaft, aus der Verwaltung und von Non-Profit-Organisationen, außerdem waren zwei Vertreter journalistischer Publikationen dabei. Ich habe verschiedene Methoden gezeigt, wie man Ideen für gute Geschichten findet – auch ohne selbst der kreativste Geist zu sein. Wir haben Kampagnen- und Inhalteplanung über verschiedene Kanäle gemacht, auf aktuelle Nutzungszahlen geguckt, es gab Games in Concert und allerlei Best-Practice-Beispiele.

Zum Glück hatte es sich von Sonntag auf Montag abgekühlt. Das machte das Arbeiten angenehm.

Grüße an die Blogleserin!

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Entwicklungen | Die Frau, die immer meine Gmail-Adresse benutzt, um sich irgendwo anzumelden, ist jetzt Mitglied in einem australischen Fitnessstudio. Bis anhin fuhr sie dort nur mit Uber rum. Es scheint, als plane sie, eine längere Zeit down under zu verbringen.

Auch in diesem Fall: Grüße!

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Gelesen | Anne-Kathrin Gerstlauer, ehemalige Studentin in meiner Lehrredaktion, über Personalpolitik beim Kölner Stadt-Anzeiger.

Gelesen | Kurzportrait der Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete. Beeindruckende Frau.

Angeguckt | Dayton, Ohio, war eine Vorzeigestadt der USA: boomende Wirtschaft, Wohlstand, Erfindergeist. Jetzt liegt die Stadt im Rust Belt am Boden. Eine ZDF-Doku über “Das vergessene Amerika”.

Fest | Dieses Wochenende war ich im Odenwald. Anlass war ein Fest. Ich besuchte jenen Ort, in dem einst der Postbote verschwand.

Wieder sind wir tief im Wald. Die Hinfahrt ist rasant. Die Straße windet sich am Fuß der Hügel entlang, die Bäume stehen dicht an dicht, Linkskurve, Rechtskurve, Linkskurve. Mutige Fahrer ziehen über die Fahrbahn und schneiden die Kurven. Weniger mutige nehmen jede Biegung mit. Wer hinten sitzt, spürt leichte Übelkeit. Als wir später, viel später, in der Nacht zurückfahren, treffen wir Füchse und Rehe. Wildschweine leben im Dickicht.

Eines der Schweine gibt es zu essen, am Spieß. Der Gastgeber hat es selbst geschossen. Wie Ötzis Mumie dreht es sich im Kreis, Füße unten, Füße oben, Füße unten, die Zähne spitz im Maul, die Haut ledern.

Als wir beginnen, steht noch die Sonne auf den Hügeln. Im Talabschnitt, in dessen Schützenheim wir feiern, ist es jedoch schattig. Hier hat sich der Tag bereits abgekühlt.

Wald und Hügel

Die Gäste sind erleichtert. Endlich ist sie fort, die Hitze des Tages, die die Beine schwer und den Körper klebrig machte, deretwegen wir uns am Nachmittag noch einmal hinlegten, um nun wach und geduscht an Bierbänken zu sitzen. Wir trinken und reden. Die ersten Gläser sind schnell leer und schnell wieder voll.

Für die Kinder gibt es Wasser und Stroh und Malkreide. Sie jagen sich um das Schützenheim.

Eine alte Mauer, dahinter ein großes Kreuz. Davor ein Planschbecken und Strohballen.

Ich treffe Vatta wieder. Nicht meinen Vatta, sondern den Vatta der Gastgeberin, den Geflügel-Landwirt aus Ostwestfalen, mit dem ich fünf Jahre zuvor eine Wohnung renovierte. Es war ein eindrückliches Erlebnis; ich bloggte einst darüber.

Vatta stellt sich mir als Willi vor und steigt direkt in medias res ein: “Das Putenmobil ist tot.”

Er meint damit den kleinen Transporter, der ihn und seine Ware viele Jahre lang zu Wochenmärkten brachte und auf dessen Heck eine gezeichnete Pute prangte, die in einer Sprechblase sagte: “Puten Tag!” Auf den Seiten stand der Text: “Alles Gute von der Pute.”

Willi kennt meinen Blogtext zu unserer Renovierungsaktion. Seine Tochter hat ihn ihm nach Entstehen vorgelesen, woraufhin Willi minutenlang lachte und ihn ein weiteres Mal vorgelesen haben wollte. Der Text hängt seither gerahmt auf seinem Putenhof.

Wir reden also über das Putenmobil, das es nicht geschafft hat und unversehens verstarb. Willi ist gesprächig heute. Er ist alleine unterwegs, seine Frau konnte nicht mitkommen, und er sagt schon in den ersten fünf Minuten mehr als während des ganzen Renovierungstages.

Es ist ein guter Ort für eine Party, hier in diesem Häuschen oberhalb des Ortes. Die Nachbarn hinter der Mauer sind aus der Phase raus, in der sie sich beschweren.

Firedhof im Wald.

Die Nacht senkt sich über das Fest. Die Mücken kommen. Die Gesellschaft beginnt, sich zu besprühen. Überall riecht es nach ätherischen Ölen.

Die Kinder strolchen weiter umher. Es ist nicht nur ein Abend der Erwachsenen, auch ein Abend der Kinder, an dem sie tun und lassen können, was sie wollen.

Bierbänke, ein großer Sonnenschirm, dahinter eine Feuerschale

Kurz vor Mitternacht wird die Feuerschale entzündet, und wir setzen uns drumherum. Es sind weitere Leute hinzugekommen, niemand kennt sie. Sie gehören ins Dorf, Einem gehört der Grill, auf dem sich das Schwein dreht. Von dem Anderen weiß man nichts Genaues, man kann ihn aber auch nicht wegschicken, sonst heißt es im Dorf: “Der Fischer Andi, der ist so geizig, da kriegst du nicht mal ein Bier, nicht einen Tropfen hatte er übrig, und sein Madl, diese Zugezogene, die hat uns vom Hof gejagt wie Landstreicher.” Wenn du das nächste Mal etwas von den Leuten willst, eine Leiter oder einen Grill für dein Schwein oder weil du mit deinem Auto im Graben liegst, dann kannst du dir das anhören; bis an dein Lebensende kannst du dir das anhören. Also lässt du sie dasitzen, und sie sind ja auch nett, wenngleich sehr betrunken.

Wunderkerze

Als wir am heutigen Sonntag noch einmal hinfahren, um Tschüss zu sagen, ist das Schützenheim bereits geputzt. Leute aus dem Dorf kamen früh herbei, einfach so, und packten mit an. In Nullkommanix war aufgeräumt.

Wir trinken noch eine Cola. Willi ist auch da. Wir reden noch etwas. Dann fahren wir heim. Es ist heiß heute. Ich bringe C mit dem Auto nach Frankfurt; von dort fährt er mit dem Zug nach Hannover. Vor dem Bahnof sind es 39 Grad. Unsere Umarmung fällt weniger innig aus als sonst. Über dem Asphalt flirrt die Luft.

Willi bleibt noch einen Tag im Wald bei seiner Tochter.

Metaebene | Tagebuchblogkulisse.

Balkon. Vordergrund: Laptop auf dem Schoss, Backend des Blogs. Im Hintergrund zwei Türme einer Kirche, Altstadt.

Von rechts schallen Geräusche eines Volksfestes herüber. Bässe, der Gemurmelteppich vieler, sehr vieler Menschen, herüberwehende Melodien. Im Vordergrund, ebenfalls von rechts, aber näher dran, das Bellen eines Hundes, ein hohes Bellen – ich stelle mir einen kleinen, nervösen Hund vor, ein Tier mit einer spitzen Schnauze und einem Hang zu Dramatik. Eine Frau weist ihn zurecht.

Von links Schlagermusik. Immer wieder wird der PUR-Hitmix angespielt.

In der Ferne das Rauschen eines fahrenden Zuges.

Auf dem Balkon neben mir wohnt ein Mann. Ich sah ihn, als er sein Zimmer betrat: Anzughose, weißes Hemd, eine Kofferkombination wie ein Smoking, schwarz und adrett. Er hört sehr laut einen englischen Fernsehsender, bis eben Nachrichten, nun eine Sendung, in der sich zwei Männer konstant anschreien.

Von irgendwoher Klavierspiel.

Teenager laufen plappernd durch die Straßen. Mädchen in kurzen Röcken, Jungs in engen Hosen und Shirts mit V-Aussschnitt, um die Schulter Taschen, die wir einst um die Hüften trugen.

Amorbach – eine Stadt mit vielen Geräuschen.

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Vor dem Aufbruch | Heute Morgen brach ich hierher auf. Nach dem Wochenende auf dem Schatöchen nun ein Wochenende im Odenwald. Es wird nicht langweilig.

Ich entschied mich, direkt am Vormittag zu fahren. Zuvor noch etwas Herumräumen zu Hause, den Garten gießen, nach dem Gewächshaus sehen.

Dort totale Eskalation.

Gurken im Gewächshaus

Die Gurken baumeln von der Decke. Die Thorstomaten hängen in üppigen Bündeln.

Tomaten, noch grün

Ich goß kräftig. Sonnenschein ist angekündigt – 33 Grad, 36 Grad.

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Expedition in den Odenwald | Ich bin hier anlässlich eines Geburtstags. Zwei Menschen werden 40 und feiern. Viele Menschen reisen aus allen Orten Deutschlands an.

Ich kam am frühen Nachmittag hier an, nach einer problemlosen Fahrt die A45 hinunter, auf der es weder Stau noch besondere Vorkommnisse gab.

Ich freue mich übrigens jeden Tag über das Geschenk von Sandra: einen Gummikummerbund für meinen Beifahrersitz. Er hält meinen Proviant fest.

Beifahrersitz mit Gummidings um. Darin stecken eine Birne, eine Brottüte und eine Trinkflasche.

In Amorbach bezog ich mein Hotelzimmer. Das Hotel ist neu. In den Fluren riecht es nach frisch verlegtem Teppich, das Parkett ist jungfräulich, die Möbel sind noch möbelhausig.

Amorbach hat keine 4.000 Einwohner. Nach acht Stunden in der Stadt meine ich, alles gesehen zu haben. Natürlich täusche ich mich. Es gibt bestimmt noch viel mehr zu entdecken.

Gesehen habe ich bereits das Templerhaus, das zweitälteste erhaltene Fachwerkaus Deutschlands. Es stammt aus dem Jahr 1291.

Fachwerkhaus, das auf einem Steinsockel steht. Davor Zaun und ein Nutzgarten.

Es war einst ein burgartiger Adelssitz, bevor die Besitzer in eine wirkliche Burg umzogen.

Es ist beschaulich hier. Ich begegnete nur wenigen Menschen, und auch in den Geschäften schien niemand. Nur vor der Eisdiele standen die Leute ein: Eiscafé Dolomiti,laut Werbeschild seit Jahrzehnten im Familienbesitz, ist der heimliche Star des Ortes.

Flüsschen mit bunden Häusern dran.

Es war heiß heute, allerdings angenehm heiß. Ich freute mich über die Sonne auf der Haut und auf den Beinen. Wegen Bürositz, Pendelei und allerlei zu tun habe ich mich diesen Sommer noch nicht viel in die Sonne gehalten. Das war sehr schön heute.

Die Kirchengemeinde nutzt die Temperaturen für Werbung in eigener Sache. Der Unique Selling Point des Sonntagsgottesdienstes ist dieser Tage nicht die Predigt.

Ich war auf der Suche nach einer Einkehrmöglichkeit: ein Wirtshaus oder ein Bistro – irgendwas mit Herzhaft für über den Tag. Doch die Lokale hatten noch geschlossen.

in der Bäckerei erwarb ich ohne Fastenabsicht eine Fastenwähe, außerdem eine Sesambrezel und aß sie auf der Bank vor der Abtei des Ortes.

Es gibt hier eine Fürstliche Abtei; sie ist vielfach ausgeschildert. Bei jedem Schild lese ich “Fürchterliche Abtei”; es setzt auch beim fünften Mal kein Lerneffekt ein.

In der Nähe der Bäckerei gibt es zudem eine Metzgerei. Sie bietet eine besondere Attraktion: einen Selbstbedienungsautomaten für Wurst. Man kennt solche Maschinen aus Foyers und Büros: Spiralen drehen gegen Einwurf kleiner Münzen Snickers heraus. Hier sind es vakuumierte Würste.

Ich gehe weiter durch den Ort. Es ist alles sehr hübsch hier.

Blaues Haus mit Fensterläden, bewachsen von blühendem Zeug. Eine Holzbank steht davor.

Allerdings begegnet mir auch Seltsames: ein Hause mit einer Treppe wie an Peter Lustigs Bauwagen, dazu Skelette. Es klärt sich nicht auf, warum das alles.

Ein Haus, teils rosa gestrichen. Holzstühle sind an der Fassade angebracht. Sie bilden eine Treppe. Vor der Haustür liegen Plastikskelette.

Nach meinem Rundgang kehre ich zurück ins Hotel. Im Hotel arbeite ich für den Rest des Nachmittags.

Hotelzimer: Tisch mit MacBook und iPad. Eine Lampe mit rotem Schirm steht daneben. Davor ein rosa Hocker.

Am Montag und Dienstag ist Storytellingseminar im Haus Busch. Das Seminar ist diesmal ausgebucht; die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben mir ihre Projekte und Fragestellungen geschickt. Ich arbeite sie in mein Seminarkonzept ein.

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Angeschaut | Dolmetscherin Verena Laouari zeigt, wie es in einer Dolmetscherkabine aussieht und welche Technik es beim Simultandolmetschen gibt.

Gelesen | Kolumnist Karl-Markus Gauß schreibt in launigen Worten übers Bahnfahren: Deutschland, Du armes Land der Reichen

Angeschaut | Junge Geflüchtete überwinden ihre Angst vor dem Wasser und lernen schwimmen. Berührende Fotokollektion mit dem Titel “The Big Sea” – und ein Interview mit der Fotografin.

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Bemerkt | Als ich gerade Google befragte, was das wohl für eine Veranstaltung zu meiner Rechten ist, bemerkte ich zum ersten Mal, dass die Suche Veranstaltungskalender kann.

Das haben Lokalzeitungen ja auch nie wirklich hingekriegt. Brauchen sie nun auch nicht mehr.

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Mchmchchchchchh | Nebenan nun kein Fernsehton mehr. Stattdessen Schnarchen; ein Rachenreiben, wie es entsteht, wenn der Mund geschlossen ist, das Gaumensegel aber dennoch flattert. Die Atemzüge mal länger, mal kürzer, auch sehr kurz. Dann wieder sehr lang, energisch, beinahe wütend. Bisweilen, in der Mitte eines Atemzugs, klemmt das Segel; dann bleibt der Schnarcher dumpf stecken. Von rechts weiterhin die Bässe des Volksfests.

Ausflug zum Schatöchen | Das lange Wochenende verbrachte ich auf einem französischen Landschloss.

Sie erinnern sich vielleicht an meinen letztjährigen Ausflug, als Freunde dort ihre Hochzeit feierten. Noch vor Ort hatten wir uns angeguckt und gesagt: Das müsste man eigentlich jedes Jahr machen. Also haben wir es dieses Jahr wieder gemacht.

Mit Sack und Pack, Kindern und Kisten voller Wein reisten wir in die Champagne und verbrachten dreieinhalb Tage auf unserem Schatöchen, dem Château de Pleurs.

Schloss, umrahmt von Tannengrün

Was wir dort taten, ist schnell berichtet: Wir taten nichts.

C sagte am dritten Tag zu mir: “Sehe ich das richtig, dass wir hier nur schlafen und essen? Entweder gibt’s Frühstück oder wir kaufen Zeug ein, das wir dann kochen und essen, oder wir trinken oder wir machen ein Nickerchen.”

Hier exemplarisch drei Bilddokumente, einmal mit Grill, einmal mit Gratin im Ofen und einmal mit Pastetchen:

Blick von oben vor das Schloss, wo ein Tisch aufgebaut ist und Leute essen. Dahinter Wasserbecken.
Küche des Schatöchens: Mosaikfliesen, ein altes Buffet, ein Herd mit Backofen, der erleuchtet ist.
Frühstückstisch mit Tellern, Brotkörben und Pastete. Eine lange Tafel, geschnitzte Stühle.

Dass wir nur schliefen und aßen, ist allerdings nicht ganz richtig. Wir ließen uns auch im Pool zu Wasser, spielten Billard und lasen. Manche von uns unterhielten sich auch – bis der Gesprächspartner wegnickte.

Blick aus einem Zimmerfenster auf Rasen und Wege, darin ein Pool.

Nur einmal packte es uns. Da sagten wir uns: “Wir müssen mal runter von der Scholle, etwas erleben.” Plötzlich fühlten wir starken Tatendrang.

Wir fragten den Schlossherrn, was er empfehlen könne. Er empfahl ein Champagnergut. So fuhren wir nach Broyes.

Aussicht von einem Hügel in die Ebene der Champagne: Felder und Weinreben.

Auf dem Champagnergut wohnte ein großer Hund, der erst so tat, als ob er sehr gefährlich sei. Später leckte er uns die Kniekehlen; er hatte einen großen Faible für Kniekehlen.

Auf dem Champagnergut tranken wir und kauften Lebensmittel ein.

Der Hof des Champagnerguts

Außerdem lernten wir etwas. Nämlich, wie man Champagner macht. Das geht so: Man erntet die Trauben mit der Hand. Dann tut man sie in eine Maschine. Die Maschine presst den Saft aus den Trauben. Der Saft kommt in ein Fass. Dort bleibt er von September bis März. Von dort kommt er in Flaschen. Auf die Flaschen kommt ein Kronkorken. Danach kommen sie für drei Jahre in den Keller. Dort werden sie nicht bewegt.

Danach wandern sie eine Etage höher. Dort hängen sie herum.

Ein mit Kreide beschriftete Schild, dahinter Ständer mit Flaschen.

Außerdem werden von einer Maschine vorsichtig gedreht. Dadurch sinkt die Hefe in den Flaschenhals.

Flaschenhals über Kopf. Die Hefe ist zum Korken gesunken.

Wenn alle Hefe dort ist, wird die Flasche geöffnet. Die Hefe kommt raus. Dann kommt ein Korken auf die Flasche, und der Champagner liegt nochmal drei Monate herum.

Flaschen mit Korken

Dann wird er verkauft.

Als wir vom Champagnergut zurückkamen, waren wir müde und mussten uns hinlegen.

Danach mussten wir etwas essen.

Wenn Sie auch mal ein Château-Wochenende haben möchten: Das Preismodell des Schatöchens ist einfach. Man bezahlt immer das Gleiche, egal ob man mit zwei Leuten oder mit 20 Leuten auf dem Schloss wohnt. Der Betrag teilt sich dann durch die Anzahl der Leute. Wenn man – wie wir – ein paar Leute zusammenkriegt, sind drei Tage Schloss preiswerter als drei Tage im Harz.

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Macht | Ich las über Macht, genauer über “Die helle Seite der Macht”, ein Dossier der Zeit.

Macht hat, wer Andere begeistert. Macht hat, wer Wissen hat, das Andere benötigen. Macht hat, wer belohnen kann – materiell oder mit Lob und Aufmerksamkeit. Macht hat, wem Menschen folgen: physisch oder ideell, ob intendiert oder ungewollt.

Ich halte Macht für nichts Schlechtes. Ich glaube vielmehr, dass Menschen sich ihrer Macht zu wenig bewusst sind. Sie warten deshalb, dass Andere etwas für sie tun. Tun die Anderen aber nicht. Deshalb kommt es zu Komplikationen, Stillständen, unausgesprochenen Erwartungen, Konflikten.

Auch in einer Paarbeziehung gibt es immer ein Machtgefälle: der Bedürfnisärmere hat Macht über den Bedürfnisreicheren. Wenn A gerne dreimal in der Woche Sex hätte und B dreimal im Monat, dann hat das Paar dreimal im Monat Sex.

Wochenende | Nach zwei Jahren Recherche über Material, Ausführung, Klappbarkeit, Stapelbarkeit, Hoch- und Niedriglehnung, Sitzhöhen und Liegemöglichkeiten erwarb ich am Samstag vier Gartenstühle. Ich pfiff auf alle Recherchen, fuhr ins nächstgelegene Geschäft und kaufte, was da war. So einfach kann’s sein.

Blick von der Terrasse in den Garten, unter der Markise hindurch. Im Sichtfeld: Zwei Hochlehner-Gartenstühle mit grau gestreiftem Polster.

Auf dem Bild ist ein Eichhörnchen versteckt.

Abends kleine Grillfeier und Gartenstuhleinweihung mit Freunden.

Am Sonntag schlief ich bis kurz vorm Dekubitus. Danach Brötchenholung und große Frühstückszubereitung, um 15:30 Uhr Frühstück. Ich bereue keine verschlafene Stunde; es war großartig. Erstaunlicherweise fand ich vor 23 Uhr wieder in den Schlaf. Vielleicht bin ich eine Hauskatze.

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Der Punkt des maximalen Grübelns | Passend zur Gartenstuhlsache kaufte ich heute die edition brand eins mit dem Titel “Du kannst das!”. In dem Heft geht es ums Neuanfangen. In vielen kleinen Artikeln werden viele kleine Aspekte behandelt, es werden viele Menschen vorgestellt – das gefällt mir.

Was das mit meinen Gartenstühlen zu tun hat? In einem der Artikel schreibt Thomas Ramge über Entscheidungen, schnelle und zögerliche. So steige mit der Dauer der Entscheidungsfindung die Risikoaversion: Je mehr man grübelt, desto billiger und bequemer ist es, weiterzugrübeln anstatt zu entscheiden.

“Der Vorwand der zögerlichen Entscheiders lautet dann in der Regel: Ich muss noch weitere Informationen sammeln, um eine bessere Grundlage zu haben.”

Wie bei meinen Gartenstühlen! All die Ausführungen, die Preisspannen, die unergründlichen Vor- und Nachteile dieses und jenes Materials! Je mehr ich recherchierte, desto unfähiger wurde ich zu kaufen.

Während sich die Risikoaversion in großen Unternehmen oft mit Bequemlichkeit verbündet und nichts vorankommt, gebe es unter Gründern und Managern eine “Romantik der Hektik”. Ramge zitiert den Autor Rolf Dobelli:

“Als Gründer und Manager möchtest du viele Entscheidungen treffen. Denn das entspricht deinem Selbstbild als mächtiger Entscheider.”

Wenn der Manager, der sich selbst als mächtiger Entscheider versteht, außerdem nicht weiß, wann der Konkurrent entscheidet, kommt es zu überhasteten Entschlüssen. Dabei ist es unwesentlich, ob es sich um einen Konkurrenten im Markt oder in der eigenen Firma handelt – zum Beispiel im Wettbewerb um den nächsthöheren Führungsposten.

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Wochenstart | Meine Woche startete heute mit Fitnessstudio im Spezialoutfit.

Weißes T-Shirt mit hellblauen DeLorean (technische Zeichnung)

Den weiteren Tag verbrachte ich mit diversen Erledigungen. Außerdem schrieb ich meinen Juni-Newsletter. Das Thema wird sein: “Ziele sind super, Zielvereinbarungen nicht” – mit neun Argumenten, warum leistungsabhängige Vergütung eine schlechte Idee ist. Wer noch kein Abo hat: Hier geht’s entlang.

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Gelesen | 7000 Gasblasen wölben sich in Sibirien auf. Und explodieren.

Broterwerb | Die vergangenen zwei Tage habe ich beim Kunden verbracht.

Heute Gartenoffice.

Blick von der Terrasse mit aufgeklapptem Laptop in den Garten.

Ich habe mein Seminar “Crossmediales Storytelling” vorbereitet, das ich am 1. und 2. Juli im Haus Busch in Hagen halte. Das Seminar ist diesmal ausgebucht, coole Sache. Falls Teilnehmer oder Teilnehmerinnen hier mitlesen: Ich freue mich auf Euch!

Ich halte das Seminar regelmäßig. Die letzte Ausgabe fand im Oktober 2018 statt, also vor acht Monaten – das ist eine Weile her. Deshalb muss ich die Unterlagen etwas auffrischen. Inzwischen gibt es neue Studien, Erhebungen und Erkenntnisse, außerdem ist die Gruppengröße diesmal eine andere. Da mache ich einige Dinge anders, vong Didaktik her.

Wie immer habe ich den Veranstalter gebeten, eine Mail an die Leute rauszuschicken, damit sie mir ihre Fragen, Projekte und Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag zusenden. Dann kann ich im Seminar direkt darauf eingesehen. Außerdem bespreche ich dann bestimmte Methoden und Konzepte anhand der Teilnehmerbeispiele. Dann muss ich mir nichts aus den Fingern saugen, und es ist umso handfester für die Teilnehmerinnen.

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Nicht gut Kirschen essen | Die Kirschenernte wird dieses Jahr mau. Entweder gab’s im Frühjahr zu wenig Regen oder vergangenen Sommer zu viel Hitze oder irgendwas anderes ist im Baum los. Insgesamt sind auch viele Läuse unterwegs – im ganzen Garten.

Inzwischen ist der ganze diesjährige Vogelkindergarten flügge. Im Kamikaze-Style stürzen sich die Meisenkinder durch die Luft, trudeln und zetern. Es ist eine Freude.

Im Hortensientopf haben sich Sonnenblumen gesät.

Blick von oben auf die Sonnenblumen.

Der eigentlich verreckte, aber noch einmal hoffnungsvoll zurückgeschnittene Zitronenbaum bekommt wieder Blätter.

Zart sprießender Zitronenbaum

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Alles nur eine Phase | Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Am 6. Juli lesen Herr Buddenbohm und ich in Dortmund.

Heute Mittag habe ich gemeinsam mit Mitorganisatorin Ramona die Location besichtigt, und wir haben alles mit dem Veranstalter abgesprochen: Bestuhlung, Bühnenausstattung, Grillbuffet.

Flyer zur Lesung

Wir freuen uns weiterhin auf Anmeldungen. Es sind noch Plätze frei! Bitte eine kurze E-Mail an lc63@ladiescircle.de. Dann können wir das Buffet besser planen.

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Nachholbedarf | Am späten Nachmittag bin ich zwei Stunden tief und fest auf dem Balkon eingeschlafen. Bin jetzt zart angebräunt und muss noch etwas arbeiten. Die reguläre Arbeitszeit habe ich ja verpennt.



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