Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Allerheiligen | Die Eingeweihten wissen es: Ich habe eine Historie im Sauerland. Das Sauerland ist katholisch, und wenn man Verwandtschaft im katholischen Sauerland hat, besonders solche, die bereits verstorben ist, muss man vor Allerheiligen los und die Gräber schön machen. Sonst fahren am 1. November Blitze vom Himmel.

Also sind Vattern und ich am Samstag aufgebrochen, haben das örtliche Gartencenter geentert, haben uns mit Knospenheide eingedeckt und sind zum Friedhof gefahren. Das Gartencenter ist paradiesisch, ein Kleinod in Familienbesitz, mit Schubkarren statt Einkaufswägen und allem, was die Gärtnerin erträumt – von Stiefmütterchen bis Apfelbäumen, alles draußen.

Durchgang mit dem Schild "Ausgang", ein roter Zaun, dahinter Karren und Blumen.

Ich kaufe immer mindestens eine Pflanze zuviel und importiere sie nach Dortmund.

Danach fuhren wir zum Friedhof. Der Friedhof ist bergig. Vieles im Sauerland ist bergig. Das macht die ganze Sache etwas anstrengend. Denn natürlich ist in dem Moment, in dem wir unseren Kram zum Grab schleppen wollen, nie eine Karre frei. Deshalb müssen wir die Säcke Erde jedesmal zu Fuß den Berg hochschleppen. Das ist am Anfang total easy. Aber es zieht sich dann doch.

Dafür haben die Oma, der Opa und der Großonkel eine wirklich nette Aussicht.

Hügel mit Häusern.

Wir pflanzten und harkten, und jetzt ist alles winterhübsch.


Liebesdings | In einer Fernsehdoku habe ich schöne Sätze gehört. Aus dem Gedächtnis zitiert:

Es gibt das Gefühl ‘Liebe’ und die Entscheidung ‘Liebe’. Das Gefühl der Liebe ist die Verliebtheit. Das, was am Anfang da ist. Die andere Liebe ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung zu lieben und daran zu arbeiten.


Wochenendtätigkeit | Eier verbackt. Kürbis weggekocht. Gurkensalat gemacht. Milchkaffee getrunken.


Winterberufsverkehr | Heute um 7:30 Uhr losgefahren. 48 Kilometer zurückgelegt. Um 9:10 Uhr angekommen. Nach einer Stunde und 40 Minuten. Rückweg am Abend: 1 Stunde 10 Minuten.

Das ist erst der Beginn der schlimmen Zeit. Ich werde viele, viele Hörbücher und Podcasts hören können.


Gehört | Kühn hat Hunger. Ich mag die Kühn-Romane wahnsinnig gern. Ein Kriminalfall, der prima, aber Nebensache ist; im Zentrum der Erzählung stehen großartige Beobachtungen und Charakterbeschreibungen. Fünf von fünf Sternen.

Angeguckt und -gehört | Freiwasserschwimmqueen Journelle wirkt in einem Musikvideo mit.

Was mich heute gefreut hat | Der Blumenkübel dreht nochmal richtig auf.

Gelbe Husarenöpfchen, Lavendel, rosa Blüten.

Neue Möglichkeiten | Seit ich eine neue Brille habe, trage ich diese öfter – anstatt Kontaktlinsen. Das erschafft ungeahnte Möglichkeiten.

Gestern zum Beispiel bin ich in einem Auto mitgefahren. Es war bereits dämmrig. Ich setzte die Brille ab und schaute mir die Welt mit fünf Dioptrien weniger an. Großartig! So muss es sein, wenn man Drogen nimmt. Psychedelische Lichter, fluoriszierende Farben, ein Ritt ins Unbekannte, das Gefühl von Geschwindigkeit und eine leichte, von blanker Angst getriebene Euphorie.


Mystery | Dieser Tage gehe ich nichtsahnend durchs Parkhaus und sehe:

Fußabdrücke auf dem Parkhausboden, die abrupt enden.

Fußabdrücke, die im Nichts enden.

Ist ein Verbrechen geschehen, eine Entführung? Oder parkte hier nur jemand, der fliegen kann? Solche Dinge packen mich, und ich komme nicht umhin, mir Gedanken zu machen.

Vielleicht kam ein Auto des Weges, und die Person stieg ein. Vielleicht wurde aber auch jemand in ein Auto gezerrt.

Vielleicht zog der Mensch seine Schuhe aus und ging barfuß weiter. Vielleicht setzte er sich in sein Cabrio und fuhr hinaus in die Abendsonne, oben frei, unten frei. Vielleicht fuhr er bis an die Stadtgrenze und von dort auf die Autobahn nach Süden, vorbei an Feldern, durch Weinberge bis an den Bodensee, über die Alpen bis ans Mittelmeer, barfuß, weil ihm mit einem Mal, mit einem einzigen Gedanken in diesem Parkhaus, alles egal war.

Oder es hat etwas mit den Krümeln neben dem letzten Fußabdruck zu tun. Handelt es sich etwa um ein Rätsel, in dem Kekse involviert sind?


Rückblick | Das Agile Barcamp Leipzig, das ich im September besucht habe, hat Inhalte der zwei Barcamp-Tage auf seine Website gestellt: den Vortrag von Nadine Nobile zu “New Pay”, also alternativen Gehaltsmodellen; den Vortrag von Gunter Dueck: “Wird Agile doch wieder in Prozessen ertränkt?” und allerlei Fotoprotokolle zu Sessions.


Foodblogging | Weil es schon lange kein Essensfoto mehr gab: persisch.

Teller mit kleinen Köstlichkeiten, darunter Humus, Curryhäppchen, Hackbällchen, dazu Brot.

So ein Theater | Bei der Kaltmamsell gibt es eine Fortsetzung des Artikels “Warum viele junge Leute nicht ins Theater gehen”, den ich am Montag hier verlinkt habe: Unter dem Blogbeitrag gibt es rege Wortmeldungen zum Thema.


Angeguckt | Ein Gangsta-Rap-Fahrschul-Werbevideo.

Angeguckt | Wenn Frauen sich ins Bars genauso verhalten würden wie Männer [via Kaltmamsell]. Habe gelacht und mich erinnert an:

Typ: “Was machst du beruflich?”
//*hole Luft
“Lass mich raten. Etwas Soziales. Du hast ein liebes Gesicht. Grundschullehrerin.”
“Nein.”
“Krankenschwester.”
“Nein.”
“Kindergarten.”
“Nein.”
“Was dann?”
“Ich …”
“Wirklich, ein ganz, ganz liebes Gesicht. Das gefällt mir. Ich mag Frauen, die sich kümmern. Und du bist so eine. Das sehe ich.”
//*schweigt
“Hast du Kinder?”
“Nein.”
“Kannst es ruhig sagen. Ich mag Kinder.”

Männerschnuppen | Ich fahre alles auf, was hilft.

Medikamente mit Bibel

Nur keinen Tee. Für Tee geht es mir noch nicht schlecht genug.


Irgendwas mit Nudeln | Noch neun Tage bis Monatsende, und mein Newsletter ist raus. Krass. Ich fühle mich sehr tüchtig. Thema dieses Mal: Wie mir mein Lebenslauf hilft, meinen Job zu machen – ich schlage den Bogen vom Journalismus zur Organisationsentwicklung.

Gleichzeitig ist der Text aus dem September online gegangen: Was gute Pasta mit schlauen Prozessen zu tun hat


Gelesen | Berliner Schüler nutzen für fast jede vierte Klassenfahrt das Flugzeug. Verrückte Welt.

Gelesen | Ex-Nazi bunker will soon house hotel guests. Die New York Times beleuchtet Bauprojekte, die Kriegsbauten in Konsumgebäude umgestalten.

Gelesen | You’re only as old as you feel. Was nach einer Phrase klingt, ist wissenschaftlich belegt: Wer sich jünger fühlt, als er auf dem Papier ist, ist körperlich gesünder und seelisch widerstandsfähiger.

Mimimi | Halsschmerzen des Todes. Wie Rasierklingen in der Kehle. Ich kann kaum schlucken. Dazu Kopfweh. Ein schwerer Männerschnupfen kündigt sich an. Ein Elend.

Die Dorffreundin kam mit einem Rucksack voller Medikamente, Tees, Tinkturen und Pastillen, kippte alles auf meine Kücheninsel, hielt mir einen Vortrag über Wirkungsweisen und Dosierungen und ließ da, was ich brauchte. Ich fühle mich umsorgt und direkt ein bisschen besser.


CoReDay Ruhr | Ich habe mit weitergebildet und war beim Coach Reflection Day (CoReDay) im Impact Hub in Essen. Der CoReDay kommen Praktiker zusammen, die etwas mit agiler Unternehmensentwicklung zu tun haben, tauschen sich aus und lernen voneinander und miteinander.

Impact Hub Ruhr, Workshopräume

An anderer Stelle habe ich mehr zum Tag aufgeschrieben: Wie wir mit kollegialer Fallberatung Probleme in der Agilität geklärt haben und welche Möglichkeit es gibt, seinen Gesprächspartner gezielter zu beobachten und Hilfreiches daraus abzuleiten.

Der Impact Hub ist übrigens ein ziemlich guter Ort: Gegründet als GmbH von vier jungen Leuten, bringt er Start ups und Nachhaltigkeit zusammen. Er ist Innovationslabor, Event Location und Business Inkubator.

Am kommenden Wochenende findet dort beispielsweise der Climathon Ruhr statt. Der Climathon ist ein Klimaschutz-Hackathon. Innerhalb von 24 Stunden werden Ideen zum Klimaschutz entwickelt.

Lasst uns gemeinsam praktische Lösungen für unsere Städte und Regionen entwickeln. Während 24 Stunden werden wir Fortschritte, Geschäftsmodelle und Konsumgewohnheiten überdenken, um innovative und positive Initiativen zu entwickeln.

Climathon 2019

Jeder kann mitmachen. In diesem Jahr ist der Themenschwerpunkt “Circular Economy”, also Kreislaufwirtschaft.


Das Wochenende | Festivitäten. Gutes Essen. Ein Schiff auf dem Rhein.

Am Sonntag war ich überdies schwimmen. Ich testete das Lippebad in Lünen, in der Hoffnung, dort freie Sportbahnen zu finden. Es ist nämlich alles nicht so einfach mit den Hallenbädern in Dortmund: entweder Öffnungszeiten wie eine Sparkassenfiliale oder jottwehdeh oder ein Bahnenbelegungsplan, komplex wie Quantenphysik, mit einer freien Bahn am Mittwochnachmittag bei zunehmendem Mond. Falls ich die Physik richtig verstanden habe.

Das Lippebad bietet einige Vorteile: Es hat ein Schwimmerbecken, wenn auch nur 25 Meter lang. Es hat sonntags bis 18:45 Uhr geöffnet. Die Anfahrt ist einfacher als nach Dortmund in die Innenstadt. Nachteile: keine abgetrennten Bahnen. Alle Menschen schwimmen durcheinander, längs, quer, diagonal. Ich schwamm zwei Kilometer. Es war etwas nervig, aber unterm Strich in Ordnung.

Noch fünfeinhalb Monate bis Freibad.


Hartwachsöl | Heute habe ich, während ich nebenbei an einem Inhouse-Storytelling-Seminar für ein Unternehmen arbeitete, Tische geölt: meinen Esstisch inklusive Verlängerungsplatte und meinen Gartentisch inklusive Zusteckplatte, außerdem einen Hocker, den ich im Wohnzimmer als Tisch benutze.

Hartwachsöl, der Schlüssel zum Glück

Das ging ganz wunderbar. Ich habe Tisch #1 bepinselt, gearbeitet, Tisch #2 bepinselt, gearbeitet, die Platten trockneten, dann nochmal Tisch #1, gearbeitet, dann wieder Tisch #2, trocknen lassen, arbeiten, polieren.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: Das Holz ist nun widerstandsfähiger gegen Flüssigkeit, Wasserringe und sonstige Verschmutzungen, die der Alltag mit sich bringt. Außerdem glänzt es leicht.


Gelesen | Warum viele junge Leute nicht ins Theater gehen

Gelesen | Nach Orgie im Tierhotel brauchte Kater Infusionen. Schicksale gibt’s. Fürchterlich.

Gelesen | Thread: Warum Frauen im Viktorianischen Zeitalter viel Fahrrad fuhren

Gelesen | Comic: Wogegen (und wofür) die Menschen in Chile protestieren

Broterwerb | Anfang der Woche habe ich meinen Vortrag für die Digitale Woche vorbereitet. Am 5. November spreche ich in Dortmund darüber,

  • wieso Digitalisierung mehr ist als Technik,
  • welche Kultur Entwicklung ermöglicht und Ideen fördert,
  • welche Rolle Führung dabei hat und
  • warum ich in Kreisen denke und nicht in Organigrammen.

Ein Elefant wird auch vorkommen. Eintritt frei! Jeder ist willkommen! Es gibt Getränke. Bitte anmelden mit einer kurzen Mail an vg@vanessagiese.de – sonst gibt’s nicht genug Limo für alle.

Den Dienstag, Mittwoch und heutigen Donnerstag habe ich beim Kunden verbracht. Übernachtungscontent:

Kissen, Nachttisch, Buch von Arno Frank

Fragen über Fragen | Manchmal ereilen uns Veränderungen, die wir nicht wollen. Ich habe ein paar Fragen aufgeschrieben, die helfen, neue Perspektiven zu entwickeln.

Eingeweihte kennen den Text aus dem August-Newsletter.


Ein Feierabend | Abendspaziergang auf den Hügel, um den See, vorbei am Hafen, hinten rum am Spielplatz entlang und zurück über den Friedhof.

Links ein gelbes, großes Haus. rechts eine Alee aus Bäumen. Dämmerlicht.

Unterwegs gesehen: Menschen mit Kindern, ohne Kinder, mit Laufrädern und Inlinern, Jogger und Geher, Schlurfer und Stechschrittläufer, Eisesserinnen und Pizzaholer, Wasserpfeifenraucher, Instagram-Schönheiten (posierend), Entenfütterer, Boom-Box-Betreiberinnen, Gänse, Hunde und Kinderwagenschieberinnen.

Rauf auf den Hügel. Oben Freiluftturner. Eine Vorturnerin mit osteuropäischem Akzent. Strenger Ton, scharfer Blick. Aussicht:

Blick vom Hügel auf den Phoenixsee: lang gestreckter See, darum Neubauten.

Ein anderer Feierabend | Ich wurde bekocht. Mit Apfeltarte unter Blätterteighaube. Dazu Rotwein.

Apfelarte unter Blätterteighaube und Rotwein.

Gelesen | Sieht aus wie ein Penis und stinkt nach Aas: Die Stinkmorchel ist der Pilz des Jahres 2020. Premium-Wissenschaftscontent. #serviceblog

Ausflug bis kurz vor Holland | Am Donnerstagabend fuhr ich an den Niederrhein, um den restlichen Parship-Gin zu trinken. Der lag nämlich im dortigen Kühlschrank, bei Katja, abgelegt vor knapp einem Jahr. “Den müssen wir nochmal irgendwann trinken”, sagte sie letztens. Das taten wir.

Landstraße mit einem Baum, links Felder. Trüber Himmel.

Katja Waldhauer macht Deeskalationstrainings, vor allem im sozialen Bereich. Ich empfehle sie wärmstens. Ihre Angebote im Detail.

Ich kraulte Hunde, wir sprachen übers Freiberuflerdasein und über Teamtrainings.

Auf dem Weg, den Sie auf dem Foto sehen, begrüßten mich bei der Ankunft zwei Rehe. Sie standen auf der Straße im Scheinwerferlicht und sahen mich an. Sie berieten sich, ob sie links oder rechts ins Feld sollten, trafen schlussendlich eine Entscheidung und hüpften ins Kraut.


Neues vom Rohr | Die Ursache für den Rohrbruch im Haus ist gefunden. Der Leck-Ortungsdienst musste zweimal ausrücken. Nun ist klar: Er liegt in der Wohnung über mir.

Der Gemeinschaftskeller, mein Keller und meine Garage sind nass. Nicht komplett, aber merklich. Am Montag kommt der Klempner.


Die Katze maust | Im Sommer hatte ich zwei, vielleicht auch drei Mäuse im Garten. Jeden Abend kamen Maus Eins und Maus Zwei hervor. Maus Eins lief um den Kirschbaum. Maus Zwei hatte ihr Revier am Zaun.

Ich hielt Rücksprache mit den Nachbarskatzen Moritz und Leo. Die Beiden sind gute Mitarbeiter; sie fangen öfters Mäuse. Doch in Bezug auf die konkrete Maussituation blieben sie viele Monate lang unter meinen Erwartungen.

Herbstgarten. Die Sonne scheint durch die Blätter des gelb-grünen Kirschbaums. Eine rennende Katze durchquert das Foto.
Leo im Sprint

Wir beriefen ein Teammeeting ein. Ich gab positives Feedback bezüglich ihrer Skills, sagte ihnen aber auch, dass ich bis zum November eine deutliche Leistungssteigerung erwarte, was den Mausindex im Garten betrifft. Gestern begegnete ich Leo, wie er eine Maus über die Wiese trug. Als wir uns sahen, hielt er kurz inne, die Maus baumelte schlaff in seinem Maul, wir nickten uns zu.

Das gleiche Personalentwicklungsgespräch, das ich mit Moritz und Leo geführt habe, habe ich auch mit meinem Apfelbaum geführt. Seine Performance liegt deutlich unter der Zielvereinbarung. Anzahl der Äpfel in 2018: 1. Anzahl der Äpfel in 2019: 0. Dabei war er auf einem guten Weg: Er hat Blüten produziert, und was das Thema “Äste und Blätter” angeht, zeigt er sich sehr motiviert. Nur an zählbarem Output mangelt es.

Ich habe ihm einen Eimer mit Äpfeln aus einem anderen Garten gezeigt, habe ihm gesagt: “Schau mal, so sehen die Dinger aus”, und habe den Eimer eine zeitlang neben seinem Stamm stehen lassen, als Gedankenanstoß.


Frühstücksplausch | Heute war ich etwas zermatscht, weil ich die halbe Nacht damit zugebracht habe, den Ironman Hawaii zu schauen – und doch auf der Hälfte des Marathons einschlief. So verpasste ich die wirklich guten Szenen, nämlich Haugs Überholmanöver und den Sieg von Anne Haug und Jan Frodeno.

Ich stand heute einigermaßen zeitig auf, denn meine Kollegin, Freundin und Nachbarin Stefanie kam zum Frühstück.

Frühstückstisch aus der Vogelperspektive.

In den vergangenen Wochen war sie für das ZDF bei der Leichtathletik-WM in Doha und hat Fotos und Geschichten mitgebracht. Auf ihrer Website hat sie einen Teil ihrer Eindrücke aufgeschrieben.


Wochenenendbackung | Ich habe nochmal Pflaumenkuchen gebacken. Vermutlich ist es der letzte Pflaumenkuchen des Jahres 2019. Natürlich mit Quark-Öl-Teig. Hier nochmal das Rezept:

  • 500g Magerquark
  • 15 – 16 Esslöffel neutrales Öl, zum Beispiel Rapsöl
  • 20 Esslöffel Milch
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 2 Päckchen Backpulver
  • 200 Gramm Zucker
  • 800 Gramm Mehl
  • etwas Salz

Das Originalrezept sieht von allem weniger vor. Ich mag den Teig aber gerne dick und bin deshalb großzügig unterwegs. Außerdem lässt er sich in dieser Menge gut auf dem Blech verteilen.

Pflaumenkuchen vom Blech

Wer mag, kann mehr Zucker hineingeben. Ich finde es jedoch besser, wenn der Teig selbst nicht zu süß ist. Das lässt Raum für Zimt und Zucker, begleitende Sahne oder andere Freuden.

Bevor der Teig mit den Pflaumen in den Ofen kommt, nochmal Zucker drüberstreuen. Bei 160 Grad Umluft 30 bis 40 Minuten backen.


Gelesen | Webworker Christian schreibt über die Unselbstständigkeit altgedienten Managements, die in Person eines ehrenamtlich tätigen Rentners in seinem Leben aufschlägt.

An anderer Stelle schreibt er über den McDonald’s an der B1 in Dortmund:

Ein erfolgreicher Abend* endete also mit einem Burger im Auto mit Blick auf die B1. Die Liebste und ich haben da, als wir noch Freunde waren, viel Zeit verbracht und ich spreche diesem Parkplatz eine gewisse Mitverantwortung an der Entplatonisierung dieser Freundschaft zu.

Der spezielle Mäkkes ist wirklich eine Einrichtung, besonders für Menschen aus dem Sauerland. 1990er Jahre, vier Leute im alten Polo, nachts um Drei nach dem Soundgarden, dazu Punk-Musik. Das waren noch Zeiten. Und ja, Entplatonisierung; mittelbar.

Gelesen | Wissenschaftler haben Fledermäuse belauscht und festgestellt, dass sie vor allem miteinander reden, wenn sie genervt sind. Dabei sprechen sie über vier Sachen:

  • Sie streiten sich ums Essen.
  • Sie diskutieren ihren Schlafplatz aus.
  • Die Männer machen den Frauen Avancen, die diese allerdings nicht haben wollen.
  • Sie machen sich gegenseitig an, weil Einer zu nahe neben dem Anderen hängt.

Gelesen | Ich bin mit “The Great Nowitzki” durch. Ehrlich gesagt bin ich deutlich unterwältigt. Autor Thomas Pletzinger beschreibt jedes Spiel haarklein, er begleitet jede Regeung, jede Begebenheit, ohne dass ich als Leserin etwas Neues erfahre. Er hat keine Distanz zur Figur und zur Persönlichkeit Nowitzki, ordnet nicht ein, findet keine Haltung außer der des Fans. Eine stärkere Auswahl, weniger Szenen, dafür mehr Distanz hätten dem Buch gut getan.

Auch die asynchrone Dramaturgie macht es schwer: Thomas Pletzinger springt zwischen den Jahren und Ereignissen, und wer Dirk Nowitzkis Biographie nicht auswendig gelernt hat und die Chronologie der Ereignisse nicht auf den Unterarm tätowiert hat, verirrt sich in den Spielszenen, Trainingsstunden, An- und Abfahrten.

Die zweite Hälfte habe ich daher nur noch überflogen. Dabei ist mir immerhin dieser Ausschnitt untergekommen, dessen Aussage ich ganz gut finde.

Textausschnitt.
Thomas Pletzinger, “The Great Nowitzki”, S. 411

Gehört | Christin und ihre Mörder. Im Juni 2012 wird Christin Rexin in Berlin-Lübars ermordert (Wikipedia). Fünf Menschen werden für den Mord verurteilt. In acht Podcastfolgen arbeitet der RBB die Tat auf.

Gehört | Isabell Bogdans Laufen, gelesen von Johanna Wokalek. Die Handlung besteht ausschließlich aus der Innensicht der Läuferin. Es geht um Verlust, um den Suizid des Lebenspartners und ums Verlassenwerden, ums Trauern, ums Wieder-ins-Leben-Finden, ums Loslassen und irgendwie auch ums Laufen, aber nur (Wortspiel!) beiläufig. Die Gedanken der Protagonistin fließen dahin. Ich habe gerne zugehört. (Besprechung bei ZEIT Online, Besprechung beim NDR)

Broterwerb | Zwei Tage Kundenworkshop in Hannover.

Blick auf Hannover: Allianz und Leibniz-Universität mit blauem Himmel

Das Hotelzimmer war im vierten Stock, bescherte mir einen wundervollen Ausblick – und dazu Fitnesseinheiten. Denn das Hotel hatte keinen Aufzug. Das war mit Koffer, Moderationsgepäck und Rucksack mit zwei Laptops … nun ja: belebend.

Im Workshop habe ich erstmals mit Lego Serious Play gearbeitet. Hat hervorragend funktioniert und die Erwartungen übertroffen: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben großartig zusammengearbeitet, sind über das Bauen tief ins Gespräch über Prozesse und Abläufe gekommen, konnten sich vom angestammten Denken lösen, haben ein gesundes Maß an Abstraktion gehabt und sind gleichzeitig in eine hilfreiche Detailtiefe gelangt. Ich bin verzückt.


Begleiterscheinung | Kaffee im Hannoveraner Lieblingscafé.

Tasse Milchkaffee mit einem Keks

Derweil Rohrbruch in Dortmund, Wasser im Keller. Ich koordinierte per Telefon beziehungsweise beteiligte mich aus der Ferne an den Tätigkeiten der Hausgemeinschaft und sorgte dafür, dass Menschen in meine Wohnung können. Alles nicht schön, wird aber wohl seinen Gang gehen.


E-Scooter-Premiere | Ich bin erstmals mit einem E-Scooter gefahren: Vom Hotel zum Abendessen, von der Calenberger Neustadt nach List und wieder zurück. Das war ausgesprochen komfortabel, praktisch, schnell und besonders auf dem Rückweg zigmal besser, als alleine durch die Straßen zu gehen. Bin ziemlich begeistert.

About last night | Der Zahnarzt hatte Geburtstag und hat eingeladen. Eine Festivität, die jährlich mit gleichem Personal stattfindet, die stets ähnlich abläuft, und die jedesmal Freude bereitet.

Fladen, Weinblätter, Couscous-Salat, Frikadellen, Zaziki, Zucchinipuffer, diverse Pasten

Zu später Stunde wurden Langspielplatten aufgelegt – die Älteren unter uns erinnern sich an diese Kulturtechnik. Es gab Gitarrenmusik, und man munkelt, die Cocktails seien wieder gut gewesen.

Flaschen und Safttüten auf der Küchenanrichte, ein Cocktailshaker, ein Löffel, diverse Utensilien

Ich selbst musste fahren und hielt mich daher am Wasserglas fest.

Die Kaltmamsell kommentierte auf Instagram, sie wünsche sich einen Roman, der mit dem Satz “Der Zahnarzt hatte Geburtstag” beginnt. Ich überlege, welches Genre ich wählen soll. Haben Sie eine Assoziation?


Glückscurry 2.0 | Herr Jawl hat ein ähnliches Glückscurry-Rezept wie ich, nur ein bisschen anders. Auf meinen speziellen Wunsch ist der unter die Foodblogger gegangen und hat das Rezept verbloggt. Das werde ich demnächst mal dringend ausprobieren.

Auf Twitter gab es noch den Tipp, zerstoßene Cashewkerne und klein geraspelte Möhren unterzurühren. Dann wird es sämig.


45 Minuten zum Hören | Ich verweise noch einmal freundlich auf die aktuelle Generationen-Podcastfolge mit Christian (56), mir (41) und Christians Sohn Tibo (18).


Gelesen | Ein Portrait der Kettelerschule, einer Grundschule in Bonn. Sie wurde in mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Sie arbeitet mit Lernfamilien, in denen unterschiedlich alte und unterschiedlich kompetente Schüler und Schülerinnen gemeinsam lernen.

Drei Menschen vor einem Mikro: Jahrgang 1963, 1978 und 2001. Christian, sein Sohn Tibo und ich haben eine generationenumspannende Podcastfolge aufgenommen.

Wir sprechen über Statussymbole, über Fridays for future, übers Lernen mit dem Internet und übers Krawattebinden. Tibo erzählt, was ihm in der Schule gefehlt hat und wieso “Globalisierung” ein Hasswort für ihn geworden ist. Christian spricht über seine Generation der “Baby Boomer”.

Zum Weiterlesen:

Die Folge gibt es bei Soundcloud, Podigee und als mp3 zum Download. Den ganzen Podcast findet Ihr auch bei Apple Podcasts im Abo.

Die Tage in Stichworten | Gearbeitet. Sport gemacht, mit Rudern. Rechnungen geschrieben. Hotel in Frankfurt gebucht. Geschlafen. Viel telefoniert. Belege gebucht und Umsatzsteuer gemacht. Friseur besucht. Wohnung angeheizt. Update auf iOS 13 gemacht und mich über die neue Optik des Carplay gefreut. Gelesen. Nach Münster gefahren und einen Absacker getrunken.


Broterwerb | Ich biete im kommenden Jahr ein zweitägiges Seminar zum Innovationsmanagement an. Termin: Juli 2020. Ich schrieb dem Veranstalter, der Medienakademie Ruhr, eine Ankündigung für seinen Kurskatalog. Inhalte des Seminars:

  • Schaffung einer Innovationskultur im Unternehmen
  • Entwicklung von kundennahen Produkten und Services
  • innovationsorientierte Führung
  • Innovationen messen und bewerten

Mehr demnächst auf der dortigen Website.

Wir sprachen außerdem Details fürs Projektmanagement-Seminar im kommenden November ab – ein Tag für Volontärinnen. Wir streifen die Grundlagen zur Projektarbeit: Grundsätze, Rollen und Rahmenbedingungen, Stakeholder- und Risikomanagement, Aufgaben der Projektleitung, hilfreiche Tools. Alles, was man als Anfängerin gut an Input gebrauchen kann.


Erinnerungen an Uneinheit | Gestern Tag der Deutschen Einheit, zum 29. Mal. 30 Jahre nach dem Mauerfall.

Ich war zweimal in der DDR, es muss um 1986 und 1988 gewesen sein, Besuch bei entfernten Verwandten. Ich erinnere die Fahrt durch das Niemandsland, die Förderbänder für die Reisepässe, die Blicke der Grenzbeamten, die Gewehre, das Auspacken alles Mitgebrachten. Ich erinnere die andere Welt jenseits der Grenze, eine Welt, gedämpft und verrußt; ein Ort, der andere Farben hatte, der sich anders anfühlte, der anders schmeckte und anders roch.

Ich erinnere den Kachelofen im Wohnraum, die Vanillehupferl, die die Großtante buk, die Datsche mit der Hollywoodschaukel, die ich mir nach Hause wünschte. Ich erinnere die Wohnung im Altbau mit dem Plumpsklo auf der Halbetage, das mir Freude bereitete: Es hatte einen Hebel, der die Klappe unter dem Hintern öffnete; ich fühlte mich beim Geschäft wie eine Rennfahrerin. Ich erinnere den Besuch im Restaurant, das bis auf uns leer war. Ich erinnere den Besuch im Kaufhaus, in dem eine Dose Mandarinen ausgestellt war, für 14 Mark. Daneben Jeans.

Ich war acht Jahre alt alt. Mit acht Jahren nahm ich die Dinge, wie sie waren. Und doch war mir die andere Welt unheimlich. Es waren nicht die fremden Waren, es war nicht die Kohleheizung, der Schwarzweiß-Fernseher, es war nicht das Plumpsklo, nicht die ratternde Straßenbahn; das alles nahm ich mit Neugier an.

Doch Kinder sind die Seismografen der Leerstellen, des Verschwiegenen und Unausgesprochenen. Ich empfand Bedrückung, wenn ich mich im öffentlichen Raum befand, ohne das Gefühl näher erklären zu können. Sie fand ihr Gegengewicht in der Unbeschwertheit des Familiären, beim Backen in der Küche, auf der Schaukel in der Datsche und im Wohnzimmer, als sich zehn Menschen auf sechs Möbelstücke quetschten, Limonade und Schnaps tranken und fette Wurst aßen.

Über viele Jahre gingen Pakete in den anderen Staat, mit Milka und Jacobs Krönung von West nach Ost, mit Spielsachen von Ost nach West. Ich erinnere das Stickset, die Strickliesl und das Plüschtier, und jedesmal, wenn ich ein Paket öffnete, entwich auch der Geruch Geras. Ein Geruch, wie viele Orte einen Geruch haben; wie U-Bahn-Schächte und Krankenhäuser ihn besitzen. Ein Geruch, auf den ich Jahre später, als es die DDR schon nicht mehr gab, noch einmal traf: in Moskau.


Gelesen | Zum Trost. Wie man Menschen beisteht, die Schicksalsschläge erlitten haben.

Gelesen | Monster im Kopf. Ein Mann hat Vergewaltigungsphantasien. Eine Therapie hilft ihm, damit umzugehen.

Gelesen | Ich habe versucht, über Geld zu reden. Und war nur mäßig erfolgreich. Ein Autor fragt sich, warum Deutsche so ein Problem damit haben, über ihr Gehalt zu sprechen.



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