Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Handball | Für zwei Stunden kam das alte Turnhallengefühl zurück.

Leeres Spielfeld in der Turnhalle

Ich habe meiner alten Handballmannschaft zugeschaut –bei einem fulminanten Sieg: 33:11. Das war schön. Es war alles wie immer: Turnhallengeruch, Schuhquietschen, Waffelstand, auf der Tribüne sitzen und dumme Sprüche kloppen. Super.

Nur eine Sache war anders als sonst: 3G-Kontrolle am Eingang, so richtig mit Impfnachweis und Ausweis.


Premiere | Beim Spiel übergab mir eine befreundete Lehrer ihr Laminiergerät (stilecht in einem leicht angegilbten Jutebeutel von Klett). In dieser Woche werde ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas einlaminieren. Ich bin zart aufgeregt.


Novembergefühl | Mir ist durchgehend kalt. Die Wärmflasche ist in Dauerbetrieb. Eine schlimme innere Sommervermissungskälte, gegen die auch keine Heizung hilft.


Story auf Failure | Heute begleitete ich einen Mini-Workshop für einen Kunden, eineinhalb Stunden am Vormittag. Die Veranstaltung war Teil einer Reihe. Meine Funktion ist „Train the Trainer“: Ich coache eine Mitarbeiterin des Kunden; sie soll die Veranstaltungen zukünftig allein vorbereiten und durchmoderieren. Bislang planen wir gemeinsam die Termine, gestalten das digitale Whiteboard. Sie übernimmt immer mehr Anteile an der Durchführung. Heute war der dritte Termin, und ich habe kaum noch moderiert.

Das war auch gut so, denn mein WLAN flimmerte. Bild und Ton waren abgehackt, keine Maßnahme half: Ich verstand nicht einmal die Hälfte. Die Veranstaltung hat allerdings ein enges Timeboxing, man muss straff durchmoderieren. Zwischendrin klingelte außerdem der Paketbote Sturm, die Kaffeemaschine reinigte sich lautstark, und auf dem Whiteboard verschwanden von Zauberhand Grafiken.

Wir haben das alles irgendwie gewuppt, aber … puh. Es fühlte sich überhaupt nicht gut an (für mich, Andere haben das gar nicht so doll mitgekriegt, habe ich hinterher herausgefunden).

Wenns nicht läuft, läufts nicht. Ich hatte danach echt schlechte Laune.


Neue Podcastfolge | Am Abend war ich bei Marcus und Judith Weber, den Physikanten. Wir haben eine Podcastfolge aufgenommen und darüber geredet, wann Physik nervt, wann sie faszinierend ist, wie sie mit ihrer Wissenschaftsshow-Truppe die bisherigen Lockdowns überstanden haben, welche Buchprojekte sie währenddessen realisiert haben, wie sie den naturwissenschaftlichen Unterricht ihrer vier Kinder erleben und welches Angebot sie demnächst für Lehrerinnen und Lehrer realisieren.


Service-Blog | Strategien aus der Nebelmaschine der Desinformation:

Quelle

Corona-Service | Christian Drosten bei der Anhörung im Bundestag zum Infektionsschutzgesetz:

Wir werden mit 3G keine Infektion von Ungeimpften verhindern.

Die Infektion Ungeimpfter, sagt Drosten weiter, finde zurzeit vor allem bei Menschen statt, die keiner Arbeit nachgehen und deshalb auch keiner Testpflicht unterlägen; das seien Menschen, die auch nur wenig reisen und die selten Veranstaltungen besuchen. Daher nütze eine 2G-Regelung wenig, um die Infektionszahlen herunter zu bringen: Gäbe es bald 2G-Maßnahmen, würden die meisten Menschen, die sich aktuell mehrheitlich infizieren, trotzdem durchs Raster fallen und sich dennoch infizieren. Die Infektion, so Drosten, finde im privaten Umfeld statt, zum Beispiel weil Kinder das Virus aus der Schule in die Familien eintragen.

Hatte ich bislang noch nicht so verstanden; interessant im Hinblick auf Lösungen.


Service-Blog | Twitter-Thread mit vielen Buchempfehlungen für ein Kind, das neun Jahre alt wird (und für andere Kinder)

Frostig | In dieser Woche: der erste Tag des Herbstes mit Bodenfrost. Als ich am Morgen in den Garten sah, waren Rasen und Laub weiß, das Wasser in der Vogeltränke war gefroren. Wintergefühle.


Vögelei | Im Garten, es ist erstaunlich, sind seit Wochen Horden von Vögeln. Oft hocken sieben oder acht Stück gleichzeitig im Kirschbaum, beobachtet von Kollegen, die im umliegenden Gehölz sitzen. Es sind Kohlmeisen, Blaumeisen, Buchfinken, Grünfinken, Dompfaffen. Neu im Geschäft: zwei Kleiber. Sie kommen an die Futterstation und schmeißen mit ihren spitzen Schnäbel all die Schalen auf die Erde, die andere zurückgelassen haben. Es liegt Empörung in ihrer Bewegung.

Vor dem Fenster meines Arbeitszimmers habe ich auch Futter installiert: ein röhrenförmiges Gitter mit Sonnenblumenkernen drin. Es dauerte einige Tage, bis die Tiere es begriffen haben, aber nun ist auch hier immer etwas los. Es sind allerdings nur die Meisen, die kommen und die Kerne herausprockeln. Den Dompfaffen ist das zu mühsam, und es ist auch unter ihrer Würde.

Die Meisen stehen eindeutig am Ende der Hackordnung – vielleicht sind sie deshalb so unsouverän hektisch und stets auf der Flucht. Vielleicht ist die Kausalität aber auch umgekehrt. Jedenfalls: Kommen die Dompfaffen, fliegen sie fort; tun sie es nicht, werden sie weggehackt. Abgesehen von diesen Attacken sind die Dompfaffen aber friedliche Tiere. Sie tragen ihre Überlegenheit mit einer feierlichen Andächtigkeit vor; man könnte böswillig auch von Tranigkeit sprechen, mit der sie in der Futterstation einschlafen. Nur wenn der Grünfink kommt, werden sie rege. Er ist der Chef im Kirchbaum.

Wo die Kleiber sich einreihen, ist noch nicht ganz klar. Über den Meisen natürlich. Aber wie Kleiber und Dompfaffen zueinander stehen, habe ich noch nicht ergründet.


Morgenrot |  Der Himmel hatte in den vergangenen Tagen schöne Farben, rot und orange und magenta.

Morgens hing Nebel über den Feldern, nicht in Dortmund, aber beim Reiseleiter. Ich hätte nicht schlecht Lust gehabt, spazieren zu gehen. Aber ich musste fort zum Arbeiten. Der Dezember wird mir dahingehend mehr Freiheiten bringen.


Lesungen | In rund zwei Wochen, am 25. November, lese ich in der Stiftsbuchhandlung in Nottuln. Die aktuelle Inzidenz von fast 300 stellt die Buchhändlerin und mich vor eine Entscheidung: Sollen wir die Lesung durchführen oder sollen wir ins kommende Frühjahr schieben? Nächsten Mittwoch treffen wir uns in Nottuln und werden das entscheiden.

Für den Fall des Verschiebens – die Lesung wird zu einem späteren Zeitpunkt auf jeden Fall stattfinden – haben wir uns einen Plan B für den 25. November überlegt: Ich werde nach Nottuln kommen, es ist Markttag, ich signiere Bücher, bringe Dokumente aus dem Nachlass mit und wer mag, kann auf einen Schnack rumkommen. Die richtige Lesung findet dann statt, wenn #dieaktuelleSituation wieder passender ist.

Am 28. Januar lese ich in Dortmund: vor Ort mit Getränken und Essen, sofern #dieaktuelleSituation dazu einlädt. Wir werden das Ganze auch per Livestream übertragen – mit Bildregie und zwei Kameras, so dass es auch gut wird. Dabei unterstützt uns Florian Polenz. Stefanie Opitz moderiert. Alles für einen guten Zweck – den Spendenzweck geben wir beizeiten bekannt.

Für Ende März gibt es eine Anfrage aus Hamm. Mehr Infos demnächst.


Corona-Service | Über die Zerrissenheit erwachsener Kinder mit Querdenker-Eltern: „Ich habe mir nicht ausgesucht, dass meine Eltern durchdrehen“ | Zeit Online hat seinen Aerosol-Rechner auf die Delta-Variante aktualisiert: So hoch ist die Ansteckungsgefahr mit Delta in Innenräumen | Warum Intensivmediziner Alarm schlagen, auch wenn das DIVI-Register noch Betten frei hat: Nein, wir übertreiben nicht.

Jahresenderschöpfung | Es stellt sich Müdigkeit ein. Nicht einzelnen Arbeiten, Aufträgen und schon gar nicht Menschen gegenüber. Mehr im Allgemeinen, bezogen aufs Jahr, aufs Umtriebigsein. Ich wäre in guter Stimmung, zwei, drei oder auch vier Wochen auf dem Sofa zu verbringen, im Rücken eine Wärmflasche, neben mir eine Schüssel mit Lebkuchenbrezeln. Zwischendurch Spaziergänge und ein bisschen Fitnesstudio, um den Körper zu spüren. Der Rest ist Seriengucken und Einnicken.

Ich sinniere über Winterwochen in warmen Gefilden, verwerfe den Gedanken aber wieder.


Fetzen und Vorbeifliegendes |  Im Supermarktprospekt derweil Leckeres zum Grillen. Im Fernsehen Wetten, dass …? Auf dem Markt Grünkohl und Trauergestecke. Die Sonne steht tief. Die Gartenvögel in Fresslaune; zusätzlich haben sich zwei Kleiber eingefunden. Die Radwege mit geschlossener Laubdecke. Suche nach Boosterimpfungen. Erste Fotos aus Weihnachtsbäckereien. Kerzenkauf.

Man hört nichts #zuraktuellenSituation: Tägliche Durchsage der Inzidenzen. Haben wir eine politische Meinung zur bald erreichten 200? Weitermachen, scheint mir.

Waffeln am Sportplatz. Morgenrot im Garten. Stammtisch mit Freunden. Reithalle. Geburtstag im Sauerland.

Nachdem ich fast trockengelaufen war, steht nun der Keller wieder voller Wein. Die Freunde sind aus Italien zurück, haben beim Weingut des Vertrauens eingekauft und zuvor Bestellungen entgegen genommen. Falls doch noch einmal ein Lockdown kommt: Ich bin gerüstet, zumal ich diese Woche auch eine Turnierpackung Toilettenpapier erwarb. Trockenhefe ist auch da.


Late to the Party | Die Abende: Downton Abbey. Ich weiß, ich bin spät dran. Dennoch: großer Spaß.

An der Oberfläche geht es in Downton Abbey darum, welcher blinzelnde Heiratsanwärter dem Kühlschrankcharme von Lady Mary Crawley als Nächstes erliegen wird; außerdem wollen wir vorgeblich wissen, ob der Hiob-artige Kammerdiener Bates sich auch in Zukunft noch jeden Tag in stiller Demut seine Schelle vom Schicksal wird abholen müssen. In Wahrheit aber sind wir natürlich alle da, um die Crawleys um ihr Leben als ewig Dreijährige zu beneiden. Denn hardcore: Sie werden von der Dienerschaft geweckt, angezogen, zu Tisch gebeten, gefüttert, herumkutschiert, umgezogen, abends werden sie entkleidet, gewaschen, gebürstet und ins Bett gebracht […] Und dann dürfen die Crawleys obendrein auch noch Sherry trinken, rumballern und Befehle erteilen.

Downton Abbey: Die Berufung der Lakaien

Auswärtsspiel | Der Blick aus dem Hotelzimmer war trübe: Die Lichter des Busbahnhofs brachen sich in Regentropfen. Brummende Dieselmotoren. In Abständen Blaulichter und Martinshörner. Im Fernsehen: Hardy Krüger jr. und seine Alkoholsucht.

Allerdings: Am Bahnhof entdeckte ich ein Fahrradparkhaus. Das erfreute mich.


Sonstiges | Verlangen nach Kürbis-Ingwer-Suppe.


Gelesen | Frau Herzbruch schaut in die politische Zukunft des Landes:

Olaf Scholz, dessen geheime Superkraft ja nicht Strahlkraft ist, sondern, dass man ihn einfach permanent vergisst und er sich deshalb sogar größte Wirtschaftsskandale und den Einsatz von Brechmittel erlauben kann, ohne dass jemand sich das merkt, wird genau so blass bleiben, wie er ist, für nichts stehen, nichts gestalten, nichts verändern und am Ende einfach in die Geschichte eingehen als die Lücke zwischen Merkel und Söder.  […]

Unbeschadet wird Christian Lindner die vier Jahre überstehen, wenn er nicht irgendwann mit seinem Porsche auf dem Weg zur Rehkitzjagd in eine Kindergartengruppe rauscht. Er hat nämlich die Gabe, kompetent zu wirken, und selbst, wenn er manchmal den Unterschied zwischen brutto und netto nicht kennt, reicht sein Selbstvertrauen ja für 80 Mio Deutsche aus, da braucht es kein Vertrauen mehr von anderer Seite. Er wird also pathetische Reden halten, wird sich, wann immer möglich, von Rot/Grün distanzieren, um dann im Wahlkampf 2025 aufzulaufen mit der Geschichte, dass halt doch nicht jeder Realpolitik kann, und er hätte ja auch 2021 immer für Jamaica plädiert, die Ampel sein ein Experiment gewesen, das leider gescheitert sei. Enter Söder. 

Prognose

Herbst | Am Wochenende ging ich mit dem Reiseleiter in der Westruper Heide spazieren. Hübsch, hübsch. Nach dem ganzen Fahrradfahren lief ich allerdings irgendwie unrund, und nach zehn Kilometern war ich auch ganz froh, dass es Abend wurde. Ich muss mich erstmal wieder ans Umherlatschen gewöhnen.


Randnotiz | Beim Latschen durchs Laub wuchs die Erkenntnis: Es wird Zeit, sich um die diesjährige Neujahrskarte für die Kunden zu kümmern. Und um Reifenwechsel, das auch.


Broterwerb |  Zwei Tage Seminar „Frauen in Führung“ mit sieben tollen Teilnehmerinnen aus Berlin, Österreich und dem Frankenland, aus dem Raum Heidelberg, dem südlichen Ruhrgebiet und Köln. Es hat großen Spaß gemacht – auch dank Andrea, die das Seminar gemeinsam mit mir gehalten hat. Ein großes Geschenk, diese Zusammenarbeit.

Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen sprachen über Führung und unsere Haltung dazu. Wir schauten auf männliche und weibliche Kommunikationsmuster, wie man aus der Defensive kommt, wie man auf Unverschämtheiten und unangemessenes Verhalten reagiert. Wir blickten auf Verantwortung, Perfektionismus und Verantwortungsdysfunktionen. Wir schauten auf unsere Werte, was uns antreibt und wie sich beides mit der aktuellen Rolle im Unternehmen deckt. Es gab Ratschläge zur Selbstführung; denn nur, wer sich selbst gut führt, kann auch andere führen.

Zwei anstrengende Tage, die mir aber auch viel Energie gegeben haben. Ich denke: Das Seminar werden wir wiederholen.


Währenddessen | Es gibt ein Phänomen, das ich noch ergründen muss. Fast immer, wenn ich Seminare oder Workshops leite, besonders zweitägige, überschlagen sich außerhalb der kleinen Seminarwelt die Ereignisse, mein Postfach und meine Mailbox laufen voll. Das tun sie sonst nicht jeden Tag, nich einmal jede Woche. Aber dann.

So geschah während des Seminars:

  • Der Tagesspiegel veröffentlichte einen Artikel über mein Buch. Es erreichten mich ekstatische Nachrichten und Mails, und auch der Verlag und die Lektorin freuten sich mit mir.*
  • Ein Bestandskunde fragte, ob ich in der kommenden Woche spontan für eine Management-Tagung zur Verfügung stünde. Man müsse natürlich rasch in die Vorbereitung einsteigen. Mails und Teams-Nachrichten aus verschiedenen Richtungen liefen in mein Postfach, um Abstimmungen zu initiieren.**
  • Die Jury der Dortmunder Literaturförderung hat getagt und schrieb mir, dass sie mich gerne mit einer Lesung in der Stadt- und Landesbibliothek fördern möchte.***
  • Pro Content meldete sich mit der Vorbereitung für ein Projektmanagement-Seminar, das ich in eineinhalb Wochen für Volontärinnen und Volontäre halte. Ob das Programm so bleibe? Man wolle es gerne versenden. Ich mache das Seminar regelmäßig, und die vergangenen Male blieb das Programm stets gleich. Doch diesmal möchte ich tatsächlich etwas ändern. Ich habe nämlich etwas aus den Seminaren gelernt, die ich in den vergangenen Monaten für andere Volontärinnen gehalten habe.****

*die Seitenzahl im Artikel stimmt nicht; es sind 400. Ansonsten natürlich: Yay!!

**ich hatte vorher schon etwas läuten hören und mich terminlich entsprechend organisiert. Insofern: gern. Das Vertrauen, die Moderation kurzfristig zu wuppen, freut mich.

***yeah! Terminabsprache läuft.

****mehr offener Raum für Fragen, mehr Open-Space-Format, mehr Eingehen auf individuelle Fragen der Gruppe, weniger durchgetaktetes Programm


2022 | Heute nahm ich mir etwas Zeit und konzipierte ein Seminarpaket für eine Kundin – erstmal als Brainstorming auf dem Whiteboard. Morgen mache ich es schön.


Workload: 120 Prozent | Im September beginnt es langsam. Danach kommen mit Oktober und November die Monate, in denen alles parallel stattfindet: Der Sommer ist endgültig vorbei, irgendwann sind auch die Herbstferien rum, das Geschäft läuft auf Volllast – Beratung, Workshops, Seminartermine. Gleichzeitig verplanen Kunden und Interessenten noch schnell die Restbudgets des Jahres. Und: Sie planen das Budget fürs kommende Jahr. Im Privaten sind alle Freundinnen und Freunde daheim, niemand ist im Urlaub, jeder möchte sich mit jedem treffen.

Aber: Die Wochenenden bleiben frei von Arbeit. Immer. Wenn das einreißt, bricht ein Damm.


#dieaktuelleSituation | Mehr als 26.000 Neuinfektionen am Tag. Das Gefühl außerhalb der eigenen vier Wände wird wieder schlechter, trotz Impfung. Nicht in kleinen Gruppe, nicht in Seminaren, nicht mit Freunden daheim. In diesen Konstellationen weiß ich, dass alle geimpft sind und dass sie sich umsichtig verhalten. Natürlich – es gibt immer das Risiko der Ansteckung, aber in diesen Runden fühlt es sich vertretbar an. Gastronomie hingegen fühlt sich wieder deutlich unschöner an, zumal der Impfnachweis bei meinen Besuchen selten kontrolliert, niemals gescannt und auf Echtheit geprüft wurde.

Ich hab keinen Bock mehr auf den Mist.


Random Name Generator | Jüngst entdeckte ich den Random Name Generator. Großartig für alle Menschen, die sich regelmäßig Namen ausdenken müssen. Oder wollen, je nachdem.


Gelesen | Innenstadtbelebung ohne Konsum: Vom Kaufhaus zum Schulhaus:

„Auch wir haben hier in Lübeck zu lange der Entwicklung zugeschaut“, sagt Lindenau. Er glaubt nicht, dass sich der Einzelhandel langfristig noch einmal erholen wird. „Erst mit Corona hat man sich den sterbenden Städten zugewandt, dabei war diese Entwicklung auch vorher schon am Gange“, sagt er. Doch während sich der Deutsche Städtetag kürzlich für eine Paketsteuer für den Onlinehandel ausgesprochen hat, um die lokalen Geschäfte zu unterstützen, will Lübeck seine Innenstadt lieber aktiv selbst umgestalten: weg von großen Einkaufshäusern, hin zur gemischten Nutzung der innerstädtischen Räume und Flächen.

Das ist auch mein Eindruck: Wir sollten weg gehen von der funktionalen Trennung „Wohnen – Einkaufen – Arbeiten“.

Der Besuch der alten Dame | Ich beginne den Eintrag mit Flausch. Die Bonushündin war zu Besuch. Eine Woche lang lebte sie bei mir, schlief, fraß und verlor übel riechende Gase.

Einmal packte es sie, und sie jagte für einen kurzen Moment die Gartentaube. Dann schlief sie wieder ein und träumte, bellend wie ein Welpe, von Zeiten, in denen sie wild und gefährlich war.


Neue Podcastfolge | Dass ich mit Eugenia sprach, schrieb ich schon. Nicht aber, dass ich danach köstlich bewirtet wurde.

Teller mit gelber Suppe

Während wir nach der Aufnahme zusammenpackten, holte ihr Mann uns – passend zu unserer Unterhaltung – indonesiches Essen. Ich aß eine köstliche vegetarische Soto Ayam, die so scharf war, dass ich schon nach dem ersten Löffel nach Taschentüchern fragte.


Save the date | Am 25. November – das ist ein Donnerstag – lese ich in der Stiftssbuchhandlung in Nottuln. Sobald ich mehr weiß, wie und wo man sich anmelden oder Karten kaufen kann, gebe ich Bescheid.

Außerdem werde ich Ende Januar (voraussichtlich am 28.) gemeinsam mit dem Dortmunder Tangent Club eine Lesung veranstalten. Vierzig bis fünfzig Leute können vor Ort teilnehmen. Zusätzlich planen wir einen Livestream – alles zugunsten eines wohltätigen Zwecks, der Frauen und/oder Kindern zugute kommt. Vorschläge dazu nehmen wir gerne entgegen. Habt Ihr Ideen?


Zurück zu den Wurzeln | Ich bin ja Mitglied im Ex e.V., dem Alumni-Vereins des Instituts für Journalistik der TU Dortmund. Der Ex feiert jedes Jahr ein kleines Alumnifest – mit einer Podiumsdiskussion und anschließendem Buffet mit Umtrunk.

Dieses Jahr stellte sich die neue (und einzige deutsche) Professorin für Datenjournalismus vor: Christina Elmer (Twitter @ChElm).

Christina Elmer bei ihrem Vortrag

Ich bin aus dem journalistischen Geschäft ja schon eine Weile raus. Trotzdem interessiere ich mich immer noch für die Themen der Branche und werde auch hier und da emotional, besonders wenn es über zukunftsgerichtete Produktentwicklung geht, die gerade in Regionalverlagen, diplomatisch gesagt, innovativer sein könnte.

Den Datenjournalismus finde ich deshalb nicht nur aus journalistischen Gesichtspunkten spannend. Guter Datenjournalismus ist kosten- und personalintensiv, es braucht fachliche Qualität und viel Know-how. Mit der angemessenen Finanzierung von gutem Personal tut sich der Journalismus seit jeher schwer. Dabei würde der Datenjournalismus, beziehungsweise das dahinterliegende empirische und technologische Know-how, das dann im Medienunternehmen vorhanden ist, zahlreiche Möglichkeiten der Refinanzierung von gutem Journalismus offenbaren. Schließlich haben auch Unternehmen Interesse an der Auswertung und Verknüpfung von komplexem Datenmaterial.

(Um redaktionelle Unabhängigkeit zu gewährleisten, ist natürlich Voraussetzung, dass beide Geschäftszweige unabhängig voneinander sind. Nichtsdestotrotz: Potential.)

Das war aber gar nicht Thema von Christina Elmers Vortrag. Vielmehr ging es um Corona-Dashboards und die Zunahme datenjournalistischer Inhalte in der Berichterstattung. Außerdem ging sie auf structured journalism ein, bei dem journalistische Produkte in ihre funktionalen Einzelteile – zum Beispiel Bild, Vorspann, Nachricht, Hintergrund – aufgespalten und modular, unabhängig voneinander eingesetzt werden.

Die anschließende Podiumsdiskussion widmete sich dem Onlinejournalismus. Die Diskutanten waren auch allesamt Alumni der TU Dortmund: Katrin Scheib, die Chefin vom Dienst von Zeit Online, Franziska Fiedler, Leiterin „Digitale Innovation“ beim WDR, Boris Kaapke, der Pressechef der British Telecom Europe, und Janis Brinkmann, Professor für Medienmanagement an der Hochschule Mittweida.

Auch hier ging’s um die Refinanzierung von Onlinejournalismus, aber auch um Qualität. Das ganze Event kann man sich nochmal online anschauen.

Nach dem offiziellen Umtrunk gab’s dann ein Häuschen weiter noch einen Umtrunk. Eine ausgesprochen heitere Runde, das war gut. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr.


Broterwerb | Ich habe etwas aufgeschriebeb: „Einfach mal machen!“ – warum diese Management-Forderung nicht funktioniert.


Revival | Diese Woche war ich zum ersten Mal seit …. puh, kann mich gar nicht mehr erinnern … jedenfalls seit mehr als einem Jahr wieder im Fitness-Studio. Bis zum Anfang des Sommers war ja Lockdown. Danach habe ich mich erstmal noch nicht getraut, weil ich noch nicht doppelt geimpft war. Dann war ich geimpft, aber es war Sommer und ich fuhr Fahrrad. Jetzt also kam meine große Stunde, in der ich nach vielen, sehr vielen Monaten wieder das Fitness-Studio betrat.

Ich kam aber gar nicht rein. Das Zutrittssystem hat sich komplett geändert, ich brauchte eine neue Karte. Die neue Karte schließt nun auch die Spinde in der Umkleide. Die ganze Hütte steht voller neuer Geräte, und offenbar ist auch der Studioleiter nun ein anderer (oder er hat sich sehr, sehr verändert). Nichts ist jedenfalls, wie es einmal war.

Ich ließ mich in die neuen, sehr modernen Geräte einweisen. Fantastisch! Ich spüre Muskeln an meinem Körper, die ich schon vergessen hatte. Nach nur zwei Besuchen fühle ich mich unglaublich stark. Bin hochmotiviert.


Gelesen | Vor Gericht – Ein alter Fall von Kriminaldirektor a.D. Manz von Matthias Wittekindt. Klappentext:

Kriminaldirektor a. D. Manz hat sich behaglich eingerichtet in seinem Ruhestand im Dresdner Umland. Er rudert auf der Elbe, kümmert sich um seine Enkelkinder. Doch dann reißt ihn ein Brief der Staatsanwaltschaft Berlin aus seinem Alltag: Manz soll vor Gericht aussagen. Es geht um einen Mord im Jahr 1990, seinen letzten Fall in Berlin, den er nicht mehr abschließen konnte, weil er nach Dresden versetzt wurde. Jetzt, fast dreißig Jahre später, scheint der Mörder gefunden.

Während Manz alte Akten, Fotos, Protokolle sichtet, geschieht, was er nie wollte: Er versinkt in der Vergangenheit. Auch Vera erscheint vor seinem inneren Auge, die Kollegin, mit der er damals zusammengearbeitet hat und die kurz darauf plötzlich verstarb. Haben sie bei ihren Ermittlungen einen Fehler gemacht? Beim Prozess in Berlin muss Manz feststellen, dass etwas gründlich schiefläuft. Steht ein Unschuldiger vor Gericht?

Die Aufklärung des Falles verschränkt sich untrennbar mit Manz’ Blick in seine Vergangenheit, der Auseinandersetzung mit seinem Berufsleben, seiner Ehe, sich selbst. So steht am Ende auch Manz vor Gericht. Nur ist in diesem Fall er selbst der Richter.

Eine ruhig, fast poetisch erzählte Kriminalgeschichte, in der wenig passiert und doch sehr viel. Eine vergnügliche Lektüre, die so endet, wie die ganze Erzählung sich präsentiert: leise. Aber ich will nichts vorwegnehmen. Hat mir gefallen.

Podcast | Eugenia Rabben ist eine Wandlerin durch die Kulturen. Geboren in Kasachstan, kam sie als Dreijährige nach Deutschland und lernte in Windeseile die deutsche Sprache. Sie machte Abitur, studierte Maschinenbau und Angewandte Sprachwissenschaften.

Nach dem Bachelor ging sie in die USA und unterrichtete dort. Als sie zurück nach Deutschland kam, machte sie ihren Master und lernte ihren heutigen Mann kennen – beim Onlinedating. Gemeinsam mit ihm ging sie nach Indonesien.

Das Abenteuer entwickelte sich spektakulär: Eugenia wurde mit nur 27 Jahren leitende Projektmanagerin der Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft. Gemeinsam mit neun Mitarbeiter:innen aus Indonesien und Deutschland organisierte sie die Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet – in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium und der Auslandshandelskammer.

Inzwischen wohnt sie in Mülheim an der Ruhr und ist Mutter eines Sohnes. Wir sprechen über Integration, übers Sich-Überwinden und darüber, wie es ist, einfach mal zu machen. 


Zum Weiterlesen | Ein paar Links:

Berliner Schnipsel | Nun ist es schon eine Woche her, dass ich aus Berlin zurückkam. Einige Schnipsel möchte ich dennoch notieren.

Ich besuchte den Hamburger Bahnhof, das Museum für Gegenwart. Moderne Kunst und ich, wir passen nicht recht zusammen; sie lässt mich ratlos zurück. Aber man muss sich ja konfrontieren – immer wieder, gerade auch mit den Dingen, die einem nicht liegen. Ich wollte herausfinden, ob sich etwas geändert hat an der Kunst oder an mir. Auch der eigene Blick auf die Welt wandelt sich ja mit der Zeit.

Bei all meinen Konfrontationen ist es außerdem so, dass immer etwas dabei ist, das ich dann doch gut finde. Diesmal war es das Werk von Joana Hadjothomas und Khalil Joreige, die anhand von Bohrkernen die Geschichte Beiruts, Paris‘ und Athen zeigen. Die Kerne hängen wie Zeitkapseln im Raum und zeigen die unter der Oberfläche befindlichen Überreste vergangener Städte. Eindrücklich und zum Denken anregend, senkrechte Menschheitsgeschichte.

Ich betrachtete die Bohrkerne gemeinsam mit jemandem, den ich in meiner Mediationsausbildung kennengelernt habe. Wir trafen uns weiland in Bad Waldliesborn, dem Epizentrum des ostwestfälischen Kurwesens. Es war Nachmittag, und wir standen an der Rezeption eines trutschigen Hotels, dessen Leitfarben Türkis und Dunkelbraun waren. Wir waren beide zu früh angereist und wussten nichts mit uns anzufangen; als Übersprungshandlung gingen wir zusammen Bienenstich essen. Es entsponn sich ein angeregtes Gespräch. Dieses Gespräch hält bis heute an. Er ist Professor für Betriebswirtschaftlehre, ist in den Sechzigern, war lange Jahre Unternehmensberater und hat allerlei anderen, sehr interessanten Hintergrund. Wir treffen uns regelmäßig auf Zoom, um voneinander zu lernen und uns zu inspirieren, ein schönes Arrangement. An diesem Tag in Berlin trafen wir uns real; er ist gebürtiger Berliner, und wir lustwandelten durch die Stadt. Das eigentliche Ziel war ein Baumkuchencafé an der Spree; weil so schönes Wetter war und weil man selbst als engagierteste Baumkuchenliebhaber nicht den ganzen Tag Baumkuchen essen kann, bauten wir weiteres Programm drumherum.

Passend zu den Bohrkernen besuchten wir den Invalidenfriedhof – ebenfalls Zeuge vergangener Zeiten. Ich sagte es schon einmal: Ich mag Friedhöfe. Sie erzählen hunderte von Geschichten.

Der Invalidenfriedhof erzählt nicht nur preußische Militärgeschichte, sondern auch die Geschichte der deutsch-deutschen Trennung: Die Mauer ging mitten durch die Anlagen.

Auf dem Weg zum Baumkuchen kamen wir am Schloss Bellevue vorbei. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte ich den Professor nicht auf den Rasenmähroboter aufmerksam gemacht, der neben einem Bäumchen auf der Wiese stand – ein Trumm von einem Gerät, kantig und in militärischem Grau. „Er stört mein ästhetisches Empfinden schon sehr“, sagte der Professor. „Das würde ich gern klären.“ Sprach’s und marschierte auf das Tor des Schlosses zu. Dahinter stand ein Polizist, ein rundlicher Mann in gesetzem Alter, darauf aufpasste, dass niemand Unfug trieb, die Daumen hinter die Weste geklemmt.

Schloss Bellevue mit Rasenfläche davor

Ob es sich tatsächlich um einen Mähroboter handelte, fragte der Professor, und erntete ein freudiges Nicken. Der Polizist war sichtlich angetan von der Unterbrechung seines Wachdaseins.

Es entwickelte sich ein angeregtes Gespräch über Mähroboter und Mulchmaschinen, und wir erfuhren, dass der Rasen vor dem Zaun – im Gegensatz zu dem direkt vor dem Schloss – nicht mit dem Roboter gemäht wird, sondern klassisch. Die Gartenbaufirma, sagte der Polizist, bearbeite das Gras mit derselben Technik wie den Rasen im Stadion. Wir schauten genauer hin und sahen das Streifenmuster; ein Abseits wäre hier wunderbar zu erkennen. Am ästhetisch fragwürdigen Vorhandensein des Mähroboters änderte unsere Unterhaltung jedoch nichts: Der Roboter, sagte der Polizist, stehe halt, wo er stehe, er könne auch nicht weggetragen werden, dafür sei er zu schwer. Beschwingt durch das erquickliche Gespräch, aber dennoch asthetisch enttäuscht zogen der Professor und ich von dannen.

Am nächsten Tag reisten der Reiseleiter und die drei Beutekinder an, und wir verbrachten drei Tage in den Straßen der Stadt, an Frittenbuden und als Spione im Museum. Es folgt eine Erzählung in Bildern.

Außerdem entdeckten wir die Hinterhöfe und Spielplätze – Orte, denen ich in Berlin bislang nicht so viel Beachtung geschenkt hatte. Aber mit Kindern, so hört man, ändert sich ja das Leben; das trifft offenbar sogar dann zu, wenn es nicht die eigenen sind.

Panoramaaufnahme von einem Hinterhof mit Spielplatz

Verantwortung ins Team | Ein ganz anderes Thema: Verantwortung. Genauer gesagt: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Verantwortung bringen. Meine Kollegin Andrea Schmitt und ich bieten in Kürze ein Impuls-Webinar an: Kollegiale Führung in der Teamarbeit – Werkzeuge für effiziente Zusammenarbeit und mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter:innen.

Vier Stunden, mit Pausen, in denen wir Methoden, Formate und Tools vorstellen, mit denen man Teams in Verantwortung bringt und die Führungskräften helfen, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.


Käte | Cathrin Brackmann vom WDR hat sich mein Buch angeschaut und erzählt im WDR darüber. Auf Youtube stellt meine Lektorin Katharina Dittes „Die Frau, die den Himmel eroberte“ vor:

Es ist noch mehr passiert. Nichts Weltbewegendes, aber dennoch allerlei Schönes. Das erzähle ich in den nächsten Tagen.

Keine Präsidentensuite | Uff, uff, toughe Woche. Wochenende in Haltern, am Sonntag zurück nach Dortmund. Am Montag Übersiedelung von Dortmund nach Wuppertal für Kundenworkshops. Am Mittwoch Rückkehr nach Dortmund. Am Donnerstag Aufbruch nach Berlin.

Dabei eine Anhäufung von Widrigkeiten, die ins Absurde abglitt. Am Mittwochnachmittag geriet ich zunächst in eine Vollsperrung auf der A1. Eineinhalb Stunden verbrachte ich auf der Autobahn – immerhin bestens unterhalten durch Senta Berger und Bettina Rust. Beste Wünsche für die Verletzten. Solch ein Ereignis macht mich immer demütig.

Am nächsten Morgen Zugfahrt nach Berlin: „Verspätete Bereitstellung“, schon vor dem Losfahren in Dortmund hatten wir fünfzehn Minuten Verspätung. In Hamm kam der zweite Zugteil nicht; wir verbrachten 45 Minuten wartend im Bahnhof. In Hannover musste ein Fenster abgeklebt werden; wir blieben nochmal 30 Minuten im Bahnhof. In Berlin angekommen, fuhr keine S-Bahn gen Osten: Notarzteinsatz an den Hackeschen Höfen. Ich schlug mich zum Hotel durch. An der Hotel-Rezeption großes Staunen über meine Ankunft: Man hatte meine Buchung übersehen. Ich konnte nicht einmal böse sein, ich bestaunte lediglich die dramaturgische Energie des Tages. Zwanzig Minuten telefonierte man eifrig, schob Zimmer von links nach rechts, telefonierte wieder. Ich hoffte auf die Präsidentensuite mit Obstkorb. Vergeblich. Schade, schade.


Signierte Käte | Meine Kiez-Buchhandlung Transfer hat die ersten signierten Bücher verschickt. Ich war dort, habe die Bestellungen bearbeitet und persönliche Widmungen geschrieben.

Falls Sie das auch möchten, für sich oder als Geschenk: Bestellen Sie das Buch im dortigen Online-Shop. Sie unterstützen damit auch eine unabhängige Buchhandlung. Im Warenkorb gibt es ein Freitextfeld („Sie können uns auch eine Nachricht hinterlassen“). Tragen Sie dort ein, was Sie haben möchten. Hier geht’s direkt zum Buch.


Gelernt | Arktis heißt wörtlich: Bären da. Antarktis: Keine Bären da. Weil: arctos, griechisch, ist „der Bär“. Ich stelle mir nun vor, wie vor vielen Jahren ein Polarforscher anlandete, sich umguckte, ein Bär hinter einem Eisberg hervorguckte, und er sagte: „Heureka! Land der Bären!“ Wenig später paddelte er an den gegenüberliegenden Pol, sah keine Bären, und sagte: „Sapperlot, Land ohne Bären!“

In dem Kontext auch gelernt: Der europäische Braunbär hat den Namen Ursus arctos arctos, Bär Bär Bär. Der bärigste Bär Bär. Roar.

Edit: Das stimmt natürlich alles nur so halb – siehe Kommentare.


Impressionen aus Berlin | Spielplatz im FEZ in Wuhlheide, Sonnenuntergang am Ostkreuz, Kreuzberger Markthalle und ein Fuchs am Hamburger Bahnhof.


Gelesen | Krisenforscher Frank Roselieb im Interview: „Die Klimakrise ist nicht akut genug, um danach zu handeln.“

Beim Klimaschutz geht es ja nicht nur darum, ein paar Milliarden mehr bereitzustellen, sondern um massive Veränderungen. Und die kann man als Politiker nur rechtfertigen, wenn der Druck enorm hoch ist. Diesen Druck spüren die meisten Deutschen beim Klimawandel aber noch nicht. Und eine Krise wird noch lange nicht als Krise verstanden, nur weil man sie so bezeichnet.


Impressionen aus Haltern | Romantischer Mais.


Ausprobiert | Der Journalist Clive Thompson hat ein Tool gebaut, mit dem er nur die Satzzeichen eines Textes darstellen kann: Just the punctuation. Er erzählt, was er dadurch gelernt hat: What I Learned About My Writing By Seeing Only The Punctuation.

Ich habe es ausprobiert. Teil Eins, Seiten 11 bis 144, meines Buches „Die Frau, die den Himmel eroberte“:

Ein langer Streifen voller Satzzeichen

Der Prolog:

Ein breiter Streifen mit Satzzeichen

Herbst | Kalt. Windig. Unerfreulich. Immerhin ist die florale Situation in den Kiez-Kleingärten noch stabil fröhlich.

Wenn ich daran denke, dass schon wieder sechs Monate Nicht-Sommer vor uns liegen, wo doch der Sommer kaum begonnen hat, kriege ich Verstimmungen.


Umtrünke und Geschäftsessen | Man trifft sich wieder auswärts. Das ist eine schöne Entwicklung.

In vier von fünf besuchten Lokalitäten wurde mein Impfnachweis überprüft. In Nummer Fünf leider nicht, und es war auch voll und beengt. Ich habe noch keine Meinung, wie rigoros ich da sein möchte und von welchen Variablen der Grad der Rigorosität abhängt. Abgesehen vom Infektionsrisiko ärgert mich einfach das Verhalten, und ich denke: Wo lässt der Gastronom noch Fünfe gerade sein – auf Kosten von Gästen und Angestellten? Geht das Restaurant mit den Hygieneregeln genauso um? Wie sieht’s bei denen in der Küche aus?

Zu den positiven Dingen: Menschen und Essen. Am Dienstag Gechäftsessen mit Mitarbeiter:innen vom Kunden. Das war sehr schön. Leute aus Berlin und Süddeutschland, die sich sonst nur virtuell sehen und sich in NRW trafen. Wir waren in einem türkischen Lehmofen-Restaurant. Ich wählte allerlei Vorspeisen aus: Pasten, Salat, Brot, kleine Bällchen mit Dingen drin. Ausgezeichnet. Zum Nachtisch empfahl uns die Kundin, türkisch-slowakische Schwäbin, Künefe zu probieren. Auf Rezeptseiten heißt es:

Wer ein Rezept aus Nudeln, Käse und Zucker für Unfug hält, hat Künefe noch nicht probiert: Ein tolles Rezept für Sultane und Tischpaschas

So nach Gefühl

Mozzarella, in Engelshaarnudeln gebraten, in Zuckersirup. Mit Schmand. Ein Nachtisch, der aussieht wie Männer, die Bart tragen, sich aber nicht die Konturen rasieren.

Künefe

Die Portion isst man zu Zweit (oder auch zu Dritt). Ich war trotzdem am nächsten Morgen noch satt.


Käte | In der Literatursalon-Leserunde bei Lovelybooks liest man mein Buch und unterhält sich darüber.


Broterwerb | Heute arbeiten mit Publikum.

Der Datenschutz blieb jederzeit gewahrt.


Gelesen | Christian Waldhoff ist Verfassungsrechtsprofessor an der Humboldt-Uni und: Er war am Wochenende Wahlhelfer in Berlin-Mitte und hat das dortige Chaos miterlebt. Sein Bericht und seine fachliche Einordnung.

Gelesen | Ein sehr persönliches Portrait über Greta Thunberg im Guardian.

When she didn’t have friends, did she want them? “I think I did, but I didn’t have the courage to get friends,” she says. “Now, when I have got many friends, I really see the value of friendship. Apart from the climate, almost nothing else matters. In your life, fame and your career don’t matter at all when you compare them with friendship.”

The Transformation of Greta Thunberg

Die kleinen Freuden des Alltags | Ich habe eine neue Leiter. Obendrin kann ich Schraubenschlüssel sortieren und Dübel und Nägel ablegen, ohne dass sie runterrollen. Ich bin entzückt.

Leiter von oben mit Ablagefächern

VG Wort | Im Januar integrierte ich VG-Wort Zählmarken hier im Kännchencafé und meldete erstmals meine Blogtexte. Gestern kam der erste Ausschüttungsbrief, mit dem ich Geld für einen Blogtext bekomme – diesen hier -, weil ihn so viele Menschen gelesen haben. Juchee!


Gelesen |  Der Berliner NPD-Abgeordnete Kay Nerstheimer hat eine schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus gestellt, betreffend die Corona-„Zwangsmaßnahmen“. Die Senatsverwaltung antwortet:

3. Wie äußert sich der Senat zur stetigen Zunahme der Demonstranten gegen seine Corona-Maßnahmen?

Zu 3.:

Über die Veränderungen des Körpergewichts von Demonstrierenden gegen die Corona-Maßnahmen liegen dem Senat keine Erkenntnisse vor.

Drucksacke 18/28520 – Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Kay Nerstheimer

Gelesen | Das Semikolon stirbt aus, ein Text über Zeichensetzung, feat. Erweiterter Infititiv, dem „Schreckgespenst der deutschen Kommasetzung“. Sagte ich schon, dass ich Zeichensetzungspedantin bin?

Management Summary | Die Tage verfliegen. Ich fuhr Fahrrad, buk Kuchen, feierte Geburtstage: zweimal neun Jahre, einmal einundvierzig Jahre, also insgesamt 59 Jahre. Ich arbeitete und baute Lego.


Signierte Käte | Man kann mein Buch nun signiert erwerben – bei der Buchhandlung Transfer in meinem Kiez. Die Buchhandlung betreibt einen Onlineshop, und wir haben haben vereinbart, dass ich einige Bücher signiere, die Sie dann bestellen können. Sie können sich auch eine persönliche Widmung wünschen, für sich oder jemand anderen.

Es gibt im Warenkorb ein Freitextfeld („Sie können uns auch eine Nachricht hinterlassen“), in das Sie eintragen können, was Sie haben möchten. Hier geht’s direkt zum Buch.

Am Montag, 4. Oktober, fahre ich zum ersten Mal zum Signieren. Wenn Sie also in der kommenden Woche eine Bestellung aufgeben, signiere ich am 4. Oktober, und danach geht es direkt in die Post.


Bildungsradfahren | Vor knapp vier Monaten kam mein neues Fahrrad zu mir. An diesem Wochenende habe ich die 1.000 Kilometer voll gemacht. Am Mittwoch fuhr ich von Dortmund zum Reiseleiter nach Haltern, am Samstag zurück. Erstaunerlicherweise werden, je öfter ich fahren, die Anstiege kürzer und die Berge flacher. Auch das Verhältnis zu Entfernungen verschiebt sich. So kostete es mich am Mittwochabend keine Überwindung, mich nach der Arbeit aufs Rad zu setzen und rasch die 40 Kilometer nach Haltern zu radeln.

Sonnenuntergang: Maisfeld, Fahrrad mit Satteltaschen und ein grünes Feld

Ich fuhr durch viele Felder. Auf der Hinfahrt fielen mir fedrige, struppige Gewächse, die auf angehäufelter Erde wuchsen. Es mutete wie Ginster an. Oder Riesendill. Auf dem Rückweg die Auflösung: Es ist nicht geernteter Spargel.

Ich lernte, dass es wohl nicht an fehlenden Erntehelfern liegt, dass der Spargel nicht geerntet wurde:

Für Spargelanbauer ist auch das Spargelkraut wichtig. Die ausgetriebene Pflanze wird gedüngt und gewässert, damit sie sich die Saison über gut entwickelt. Denn nur starke Pflanzen lagern mit Hilfe der Photosynthese ausreichend Reservestoffe in den Wurzelrhizomen ein, um die Ernte im nächsten Frühjahr schadlos zu überstehen. Um Kraft zu sammeln, dürfen die Pflanzen auf neu angelegten Spargelfeldern deshalb die ersten drei Jahre ungestört wachsen.

Spargel kann mehr: Nach der Ernte werden die Spargelfelder zu Bienenweiden

Mehr dazu auch beim NDR: Spargel – Jenseits von Topf und Teller. Interessant. Wusste ich alles nicht.

Auf dem Weg habe ich übrigens zahlreiche Rehe, Mäuse und ein Storchenpaar gesehen. Als ich dastand und das Foto machte, kam ein Spaziergänger mit Hund des Weges.

Landschaft mit Wiese und Bauernhof, auf der Wiese ein Storchenpaar

Wir kamen ins Gespräch, und er erzählte, dass die Störche in den Steverauen überwintern. Nur die Jungvögel flögen in den Süden. Sie seien seit drei Wochen fort.


Broterwerb |  Am Montag war der Aufgabenzettel noch überschaubar. Im Laufe des Montags und des Dienstags füllte er sich zusehends. Der Mittwoch, Donnerstag und Freitag standen unter dem Motto: Vor die Welle kommen.

Bei Kunde A stehen aktuell einige Workshops an, die ich entweder moderiere oder mit vorbereite. Zudem gilt es, beratend einige Dinge auszuarbeiten.

Kundin B stand ich ebenfalls mit Beratung zur Seite. Ich tue mich schwer damit, das, was ich tue, Coaching zu nennen.Meine Kunden fragen Coaching an. Aber ich antworte stets, dass ich keine Coaching-Ausbildung habe. Ihre Reaktion: „Egal. Ich bin sicher, wir passen zusammen.“ Meist wechsle ich in solchen Engagement zwischen den Rollen „Coach“ und „Beraterin“. Denn je nach Thema, das die Kundin mitbringt, helfen mal gute Fragen weiter, die Denkprozesse anstoßen und eigene Ressourcen offenlegen. Oder ich spüre, dass ich als Beraterin angefragt werde und Business Advisory gewünscht ist.

Kunde C wartete noch auf die Unterlagen aus dem gehaltenen Seminar: Wenn wir auf einem digitalen Whiteboard arbeiten, gibt es das anschließend als PDF, ebenso die verwendeten Folien. Weil ich, zusätzlich zum Standardrepertoire immer auch individuell auf Fragen eingehe und es in diesem Seminar viele individuelle Fragen gab, habe ich die Unterlagen noch einmal überarbeitet.

Mit Kundin D habe ich Webinarinhalte festgezurrt: Sie hat ein Inhouse-Webinarpaket gebucht, und ich habe mit Mitarbeiter:innen der Organisation gesprochen. Sie haben mich gebrieft, wie es ihnen in ihrer Arbeit geht, auf welche Problemstellungen sie als Teamleiter:innen treffen und welche Hilfestellungen sie sich wünschen. Ich habe die Inhalte daraufhin nochmal neu zugeschnitten.

Für mein eigenes Seminarangebot „Frauen in Führung“, das Ende Oktober an zwei Tagen stattfindet, habe ich die Agenda finalisiert und an die Teilnehmerinnen gesendet. Falls Sie dazukommen möchten: Es sind noch einzelne Plätze frei.


Idee | Christian Spannagel ist Professor. Er lehrt an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Mathematik und erklärt, wie er sein Lehrkonzept geändert hat. (Danke, Jawl, für den Link.)

Die klassische Vorlesungswoche lief bei ihm früher so: Er hielt eine Vorlesung vor 200 Studierenden. Die Studierenden gingen dann nach Hause und ackerten alleine Aufgaben durch – sofern sie die Vorlesung verstanden hatten. Dann gingen sie am Ende der Woche in ein Tutorium. Dort rechnete eine Tutor nochmal die Aufgaben vor, und sie konnten ihr Ergebnis kontrollieren. Christiann Spannagel hat das Konzept umgekehrt. Er hat seine Vorlesungen auf Video aufgenommen und auf Youtube veröffentlicht. Die Studierenden schauen nun die Vorlesung erstmal alleine an, im eigenen Tempo. Dann kommen sie sie ins Tutorium und machen dort Dinge, für die sie andere benötigen: Aufgaben lösen, Fragen klären und gemeinsam verschiedene Aspekte vertieft diskutieren. Der Tutor oder die Tutorin rechnet jedoch keine Aufgaben mehr vor, sondern unterstützt nur den Selbstlernprozess. Die Woche endet nun mit der Vorlesung, um das zu klären, was noch offen geblieben ist. Gut ist auch, wie er erreicht hat, dass die Studierenden die Videos überaupt anschauen und die Vorlesung aktiv mitgestalten (Minuten 10:07 – 16:10) – denn, seien wir mal ehrlich: Wer von uns hat sich im Studium immer piccobello auf die Lehrveranstaltung vorbereitet?

Warum erzähle ich das alles? Weil es bei mir eine vage Idee ausgelöst hat. Seit Mitte 2020 bin ich im Webinar-Geschäft. Es wird zunehmend nachgefragt. Gleichzeitig sind mehr und mehr Online-Beratung und Remote-Workshops gewünscht. Da ergibt sich doch die Frage, ob ich nicht beides miteinander kombinieren sollte: Webinar-Inhalte live ode rzum Selbstlernen, kombiniert mit individueller, einzeln oder in kleinen Gruppen. Ich werde den Gedanken beizeiten vertiefen.


Klemmbausteine | Ich bin jetzt Halterin eines Fiat 500.


Serviceblog | Für die Neigungsgruppe Journalismus: Die geschätzte Dortmunder Journalistik hat eine interessante Stellenausschreibung online. An der neuen Professur für Datenjournalismus/Digitaler Journalismus von Prof. Christina Elmer (ehemals dpa, Stern, Spiegel) wird eine eine Lehrkraft für besondere Aufgaben gesucht, unbefristet 65 Prozent.


Bilder angeguckt | Angela Merkel besucht Vogelpark


Bundestagswahl | Noch drei Stunden bis 18 Uhr. Ein Gefühl wie vor einem Zahnarztbesuch. Furcht vor schlimmem Ungemach und einer langen Wundheilung. Darunter die leise Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht so schlimm wird.



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