Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Broterwerb | Tag Eins meines Schreib-Sabbaticals. Gestern endete der Vertrag beim Kunden. Ich war noch einmal dort, machte Übergaben, überbrachte einen kleinen Dank, gab meine Hardware ab und verabschiedete mich. Heute ist nun der erste Tag von mindestens zwei Monaten, in denen ich nur minimal gegen Geld arbeiten werde.

Bis es allerdings richtig los geht mit der Entspannung, den Alphawellen und der Kreativität, muss ich noch einige Dinge tun. Zum Beispiel alle offenen Leistungen abrechnen. Denn ab heute gilt die neue Mehrwertsteuer, und es ist praktikabel, die zurückliegenden Leistungszeiträume zu 19 Prozent einmal komplett abzurechnen, so dass ich nicht mit unterschiedlichen Leistungszeiträumen zu unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen auf einer Rechnung hantieren muss.


Podcast | Außerdem telefonierte ich mit Moni Eckey Lourenço. Moni ist Visual Artist und macht mir ein Logo für meinen Podcast. Denn ich werde demnächst wieder podcasten, in einem neuen Podcast mit neuem Format. Ich möchte Interviews führen mit Menschen, die ich spannend finde. Ich bin ja wahnsinnig neugierig, finde potentiell alles interessant, von Alpakazucht bis Zwerchfellhochstand, und wenn ich mich unterhalte, denke ich oft: Das müsste man eigentlich podcasten! Also mache ich das in Zukunft einfach mit den Menschen (wenn sie wollen).


Nochmal Broterwerb | Teil 3 meiner kleinen Serie zur Remote-Arbeit: Wie informeller Austausch zustande kommt. Außerdem: Impulse zur Führung aus dem Homeoffice.


Yeah! | Es regnet ergiebig. Endlich.

Garten, verregnet

Reparatur | Am Morgen kam ein Dachdecker, um sich das Gewächshaus anzusehen. Das Dach muss professionell gemacht werden – es regnet rein, seit immer schon, und alles laienhafte Rumdoktorn bringt nichts. Es braucht eine dauerhafte Lösung, damit sich die Konstruktion nicht irgendwann auflöst. Deshalb hole ich zwei Angebote ein.

Der Dachdecker kam auf die Minute pünktlich und schlug ohne Hinweis meinerseits das gleiche vor wie der Erstbestellte. Die Lösung scheint also klar. Jetzt bin ich mal gespannt auf den Preis.

Der Regen war sehr förderlich für die Problemerkennung: Es tropfte wie in einer Tropfsteinhöhle. Der Dachdecker meinte, es sei sehr gut fürs Geschäfts, dass es nun nach vielen Wochen endlich mal regne. Die Leute säßen nun in ihren Häusern und bemerkten, dass es tropfe; sein Telefon stehe an Tagen wie diesen nicht still. Er brummte dabei zufrieden – wie ein Kippteddy.


Gelesen | Über die Geduld

Gehört | Jörg Thadeusz im Gespräch mit Ulrich Mathes. Was für eine großartige Folge! Die beiden fordern sich das ganze Gespräch über heraus und haben mich sehr gut unterhalten.

Gelesen | Das Wort “Webinar” ist eine eingetragene Marke. Droht Abmahnung bei Verwendung? So schnell nicht.

Corona-Service | Fucking Tired Lockdown Mummy, eine Adaption der Raupe Nimmersatt| Frau Fragmente hat aufgeschrieben, was sie zu Covid-19 verstanden hat und welches Verhalten sie daraus für sich ableitet  | Das thüringische Greiz war ein Corona-Hotspot, das örtliche Krankenhaus überfordert: Ein Krankenhaus am Rande des Wahnsinns (€)

Broterwerb | Als Geschenk für meine Zeit beim Kunden – am morgigen 30. Juni war ich 20 Monate dort im Vertrag – schenkte mir das Team in der vergangenen Woche eine riesige Pelargonie und bedankte sich für meine Arbeit.

Balkon: Zahlreiche Blumen am Balkongeländer, auf dem Boden eine große Pelargonie

Ich bin immer noch sehr gerührt.

Auf meine letzten Arbeitstage bearbeitete ich die ausstehenden Audios nach. Das Format, das ich bei dem Kunden produziere – ich habe da vieles gemacht, unter anderem das -, also das Format ist eigentlich schnell zu realisieren und bedarf wenig Arbeit. Wenn man allerdings sieben Folgen vorproduziert, weil man ja dann weg ist, summiert sich die wenige Arbeit pro Folge dann doch auf zwei Tage – zumal wir im Schlusspurt ein Experiment gewagt und ein Doppelinterview über Microsoft Teams aufgenommen haben. Wir mussten das, weil … ach, egal. Ergänzen Sie hier irgendwas mit VPN undsoweiter. Jedenfalls – Fazit dieses Experiments: nicht empfehlenswert. Schlechte Tonqualität, sehr dumpf. Ich hatte in der Nachbearbeitung alle Hände voll zu tun, habe dann, wo ich schonmal dran war, etliche “Äähs” und “Uuuuhms” rausgeschnitten – irgendwann erkennt man die “Äääähs” ja ganz ohne Hören optisch in der Tonspur. Außderdem habe ich Gedankenpausen und Redundanzen entfernt, das Ganze von 17 auf 12 Minuten gestrafft und mich selbst nachvertont. Am Ende war es dann einigermaßen annehmbar – es klingt nun immerhin, wie wenn Heiner aus Bilmerich bei Antenne Unna anruft, um sich die Scorpions zu wünschen.

So sah es vorher aus:

Und so sieht es jetzt aus:

“Gefriemel” sagt man im Ruhrgebiet dazu.


Buchrezension | Patricia Cammarata hat ein Buch über Mental Load geschrieben, über die Last der Verantwortung in einer Partnerschaft. Auch wenn die Ausführung von Arbeiten – beispielsweise in der Kindererziehung oder im Haushalt – gleich verteilt ist, liegt meist mehr Verantwortung bei einer der Partner, meist bei den Frauen. Sie denken an Impftermine und ob den Kindern die Schuhe noch passen, ans Geschenkebesorgen für Geburtstage, sie stehen auf den Anruflisten der Schulen, entwickeln Ideen für Freizeitaktivitäten, koordinieren den Besuch bei den Schwiegereltern und denken daran, dass Shampoo und Waschmittel bald alle sind. Aber muss das so sein?

Patricia schreibt, wie sie in die Mental-Load-Falle rutschte und hinausfand. Sie beginnt bei sich – wie sie begonnen hat, weniger Perfektion und Seinlassen auszuhalten. Dann schildert sie Möglichkeiten, die Verteilung der Mental Load in der Partnerschaft auszuhandeln.

Vielleicht fragen Sie sich, warum das Buch für mich interessant ist. Schließlich habe ich keine Kinder und auch keine Partnerschaft mit Zusammenwohnen und all den Dingen, die Mental Load erst so richtig spannend machen. Das ist wie mit der Raumfahrt: Ich muss nicht Astronautin sind, um mich dafür zu interessieren.

Einige Aspekte des Buches fand ich besonders spannend. Zum Beispiel der Perfektionismus des Instagram-tauglichen Mutterseins mit stets hübsch dekorierter Wohnung und Kindergeburtstagen aus dem Katalog. Denn Perfektionismus geht mir völlig ab; er ginge mir auch ab, wenn ich Kinder hätte, da bin ich mir sicher; ich bin inzwischen auch selbstbewusst genug, Kommentare Dritter passiv-aggressiv zu ignorieren. Was ich allerdings gut nachvollziehen kann, ist Patricias Erklärung, dass man es weder fürs Kind noch für den Besuch macht, sondern einzigfür sich selbst – um Anerkennung und Wertschätzung zu erhalten.

Wir machen das, weil das ganze fucking Mental Load, die Aufgaben, die Strapazen der Baby- und Kleinkinderzeit endlich mal gelobt und gehuldigt werden müssen. Aber niemand huldigt uns. Niemand feiert uns. Deswegen feiern wir uns selbst.

Raus aus der Mental-Load-Falle, S. 48

Das leuchtet mir ein.

Für die Partnerschaft und das Aushandeln von Verantwortung schlägt sie Projektmanagementmethodik vor – unter anderem das Auflisten aller Verantwortungen, das Sichten mit dem Partner und das Gespräch über die individuellen Rollen im “Projekt”. Das finde ich sehr einleuchtend, denn die Organisation und Koordination des Familienalltags ist letztendlich nichts anderes als Projektmanagement: Man muss alle Handlungsstränge im Blick behalten, vorausplanen und Risiken minimieren. Im Job ist das ganz normal und wird als umsichtig gewürdigt.

Ich höre auch oft, dass es unnötig zeitaufwändig, ja, erbsenzählerisch sei, soche Listen zu machen. Dass es Zeit und Energie koste, die Dinge so detailliert zu besprechen, bestreite ich gar nicht. Das ist so. Ich gebe aber zu bedenken, dass es im Berufsleben völlig normal ist, ein solches Projekt-Kick-Off zu machen. Vor allem dann, wenn sich ein Projekt über mehrere Jahre (womöglich Jahrzehnte!) erstreckt. Nie würde jemand auf die Idee kommen und sagen: “Hier: Wir haben 130.000 Euro Budget, das Projekt läuft jetzt über 18 Jahre – viel Spaß, wird schon.”

Raus aus der Mental-Load-Falle, S.89

Mehr noch als Listen braucht man eigenständig denkende Projektmitglieder – und nicht Menschen, denen man sagen muss, was sie zu tun haben, die dann die angwiesene Handlung erledigen und den restlichen Teil der Prozesskette einfach unbeachtet lassen. Auch dazu hat Patricia etwas aufgeschrieben.

Ein prima Buch, zu empfehlen – auch wenn ich nicht weiß, ob die Lektüre bei Betroffenen wirklich das Problem löst. Das ist wahrscheinlich sehr individuell.

Was mir einzig gefehlt hat: der fehlende Kopplungsbindestrich auf dem Cover. (*brummt unzufrieden)


See-Pause | Heute Nachmittag ging ich mit der Dorfnachbarin eine Runde um den See. Wir aßen Eis, guckten Küken, ließen uns Wind um die Nase wehen und gingen wieder heim.

Danach setzt ich mich nochmal an den Schreibtisch. Das war eine gute Pause.


Corona-Service | Während sie schläft – das Dossier der aktuellen ZEIT (€). Beeindruckende Reportage von Amrai Coen und Malte Henk. Der Text umfasst die Zeitspanne von März bis Mai 2020 aus der Perspektive einer schwer an Covid-19 erkrankten Frau und ihrem Umfeld. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. | Uruguay – eine Oase im Zentrum der Pandemie. Das Land hat den ältesten Sozialstaat Lateinamerikas – und die niedrigsten Infektionszahlen des Kontinents.

Gelesen | Der durchschnittliche deutsche Neuwagen hat 156 PS. Schaut man nur die Monate Januar bis Mai 2020 an, liegt die PS-Zahl höher: bei 166. Der Anteil der Kleinwagen sinkt. PS-stärkere Autos werden mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Straßenbild der Zukunft prägen, so die Meinung im Text. Ich habe Zweifel. Oder Hoffnung – wie man’s nimmt.

Gartentag | Heute waren für Dortmund Gewitter angesagt. Ich freute mich auf einen Tag auf dem Sofa, mit Blick in den Regen. Ich freute mich aufs Sitzen auf dem überdachtem Balkon, Petrichor riechend. Ich freute mich aufs Rumhängen mit Netflix.

Aber: Es gewitterte nicht. Statt auf dem Sofa saß ich auf der Terrasse und sah, was ich alles tun konnte. Und tat es.

Ich reparierte den tropfenden Wasseranschluss im Gewächshaus.

Wasserhahn im Gewächshaus, Hanf, Rohrzange, Fermit

(Noch nicht befriedigend. Ich werde wohl mal in den Baumarkt fahren müssen. Aber immerhin besser als vorher.)

Ich zog Strippen durchs Gewächshaus, damit sich die Gurken an ihnen festhalten und die Tomaten an ihnen anlehnen können.

Gurken in Gewächshaus

Ich beschnitt die Tomaten und geizte sie aus, damit sie weniger Blätter und mehr Tomaten produzieren.

Ich mähte den Rasen.

Hand am Rasenmäher

Ich kletterte in den Kirschbaum und pflückte die restlichen Kirschen.

Ich pflückte Johannisbeeren.

Dabei hörte ich die Bundesligakonferenz auf WDR 2.

Am Ende des Tages gab es Gemüsepasta in Senf-Sahnesoße und ein Bierchen.

Schüssel mit Pasta und eine Flasche "Stauder Bierchen"

Toller Tag.


Fleischgedanken | Im Zuge des Tönnies-Skandals las ich die Zahl: Der durchschnittliche Deutsche isst 60 Kilo Fleisch pro Jahr. Oder wie Samira El Ouassil feststellt:

Ein erwachsener Mensch in Deutschland isst im Schnitt 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr, das heißt, ein Mensch frisst jährlich im Grunde einen anderen […]

Too pig to fail – Anleitung zum Wurstigsein

60 Kilo – das ist viel. Aber ist es das wirklich? Ich habe das für mich mal nachgerechnet. Um keine Schönfärberei zu betreiben, habe ich jeweils zu meinen Ungunsten aufgerundet.

Ich frühstücke gerne mit Aufschnitt auf dem Brot. Ich kaufe einmal in der Woche an der Fleischtheke Wurst ein, meist drei Sorten je 100 Gramm, das sind dann 300 Gramm. Ich runde mal auf 400 Gramm auf, um nicht zu optimistisch sein, schließlich ist zwischendurch ja auch Ostern und Weihnachten, und es kommt mal Besuch. Dann sind das 400 Gramm mal 52 Wochen – gleich 20,8 Kilo Aufschnitt im Jahr.

Nun die Hauptmahlzeiten. Gefühlt esse ich wenig Fleisch. Es gibt Wochen, in denen ich gar kein Fleisch zum Mittag oder Abend esse. Meist esse ich einmal in der Woche Fleisch, selten zweimal – es kommt darauf an, wie oft ich auswärts unterwegs bin. Auch hier wieder: Keine Schönfärberei, schließlich ist Grillsaison. Deshalb gehen wir mal von zweimal pro Woche aus, großzügige 200 Gramm. Das wären wieder 400 Gramm mal 52 Wochen – gleich 20,8 Kilo Fleisch im Jahr zu den Mahlzeiten. Insgesamt also 41,6 Kilo Fleisch.

Das ist zwar weniger als der Durchschnitt. Doch dafür, dass ich gefühlt wenig Fleisch esse, esse ich ganz schön viel Fleisch. Selbst wenn ich nicht zu meinen Nachteil, sondern zu meinen Vorteil runde, und es am Ende nur 30, vielleicht 32 oder 34 Kilo Fleisch pro Jahr sind, ist das immer noch Einiges.

Ich schaue mal, dass ich das reduziert kriege. Dieses Wochenende gibt es schonmal kein Fleisch zu den Hauptmahlzeiten. Für die kommende Woche habe ich auch nichts gekauft.


Dortmund | Gestern machte ich einen Abendspaziergang. Weil Menschen mir jüngst sagten, dass sie sich gerne die Bilder ansehen, die ich beim Umherlaufen mache – hier Bilder vom Umherlaufen:

Schürener Feld – B236 Stadtkrone Ost – Werkssiedlung Sommerberg – Phoenixsee – DRK-Ausbildungszentrum. Das DRK-Zentrum erinnert mich immer an das Rathaus in Hill Valley. Fun Fact: Die Uhr steht.


Corona-Service | Küstenorte stellen sich auf Touristenmassen einAbstand halten in einem Pariser Café | Langer, guter Text: Aus dem Inneren einer Corona-Klinik. Die GEO-Journalistin Vivian Pasquet und der Fotograf Daniel Etter verbrachten während des Corona-Shutdowns vier Wochen im Universitätsklinikum Bonn. Sie begleiteten Mediziner, Krankenhaushygieniker und Patient*innen im komplexen Kampf gegen SARS-CoV-2. | Das erste Kreuzfahrtschiff ist wieder unterwegs. | Der neue Kita-Alltag: Wenn die Nase läuft, geht nichts mehr

Broterwerb | Schon wieder Vizefreitag. Wie die Zeit vergeht.

In dieser Woche brauchte ich etwas Schlaf, es ließ sich nicht vermeiden. Ich mag die Wärme, aber sie macht mich leicht matschig. Wenig Schlaf kann ich dann schlechter verdauen. Also ging ich immer zeitig zu Bett, zumal ich auch früh aufstehen musste. Dreimal fuhr ich zum Kunden, das ist einmal mehr als in den vergangenen dreizehn Wochen. War schön.

Ich steuere schnurstracks auf meine Juli-August-Auszeit zu, in der ich den Sommer genießen und mich wieder meinem Buchprojekt widmen werde. Bis dahin möchte ich sorgfältig abschließen, was ich beenden kann, und übergeben, was offen ist. So nahm ich in dieser Woche sechs Audiofolgen für die interne Kommunikation beim Kunden auf. Ich hatte dieses Format angestoßen, weil es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schwer fällt, sich Zeit freizuräumen und Blogbeiträge fürs Intranet zu formulieren. Die Leute machen ja eigentlich andere Jobs, sind IT-Architekten, IT-Produktmanager oder Technische Berater und habe damit auch alle Hände voll zu tun. Also schlug ich vor, eine Reihe von Audiobeiträgen zu produzieren. Zehn bis zwanzig Minuten über das Thema reden, in dem man Expertin ist – das geht leicht von der Hand, vor allem, wenn jemand Fragen stellt. Viel leichter und schneller, als vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen und all das Wissen, das man zum Thema hat, in Sätze zu pressen.

Damit habe ich noch bis Dienstag zu tun: Nachbearbeitung, Transkripte für die Barrierefreiheit, Texte für die Veröffentlichung – damit der Kunde die Folgen nach und nach in seinem Intranet veröffentlichen kann. Dann ist erstmal Zäsur.


Besuch | Ich hatte ein riesiges Brummsummsel im Garten. Nein, nicht riesig. Gigantisch! //*breitet Arme aus

Ein Hirschkäferweibchen? Es lag auf dem Rücken und brummte kreiselnd durch die Gegend. Ich stupste es zurück in die Bauchlage und war fasziniert.


Die Kirschen sind reif | Mein Kirschbaum hat reichlich geblüht und auch reichlich Früchte bekommen. Doch dann wurde es zu trocken. Es regnete über viele Wochen nicht. Deshalb fällt die Ernte mager aus. Aber ich freue mich über alles, was da ist.

Morgen gibt es Kirschpfannkuchen.


Gelesen | Was macht eigentlich Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst? Spoiler: Neuer Look.

Gesehen | So hört sich ein zufrieden schmatzendes Baby-Eichhörnchen an

Gelesen | Frau Novemberregen schreibt über sich selbst und beschreibt dabei, quasi als Kollateralschaden, mich:

Frau Fragmente hat Pläne und Ziele, ich hingegen nutze Gelegenheiten. Dass die Gelegenheiten sich bieten, führe ich teilweise selbst herbei, allerdings keine vorab definierten Gelegenheiten, sondern allgemein irgendwelche Gelegenheiten. Ich breche einfach Strukturen auf und schaue dann, was da so herumliegt und was ich daraus machen könnte. Deshalb mag ich Veränderungen so an sich, als Prinzip. 

Die Woche | Diese Woche war die 14. Corona-Woche, und sie ging so dahin: Am Montag hielt ich das erste Präsenzseminar seit Coronabeginn, im Anschluss war ich vier Tage im Homeoffice – in unterschiedlicher Intensität für drei verschiedene Kunden.

Wohlfühlhöhepunkt war das Schwimmen im Elsebad in Schwerte. Die Aushänge vor dem Eingang:

Schaukasten mit Zetteln "Vom Sofa hoch ist keine Auferstellung", "Gute Nachrichten! Bereits gekaufte Tickets behalten auch nach der Machtübernahme der neuen Weltordnung am 15.5. ihre Gültigkeit."

Inzwischen haben auch die Dortmunder Freibäder geöffnet. Während ich in Schwerte einfach hinfahren kann, meinen Eintritt wie gewohnt bei Betreten des Bades entrichte und nach Abschluss des Besuchs einen Zettel ausfülle, von wann bis wann ich dort war, setzt die Sportwelt Dortmund auf einen personalisierten Online-Ticketverkauf. Heute war ich in meinem Stammfreibad in Wellinghofen – das lief reibungslos.

Die Bahnen sind in beiden Freibädern doppelt so breit wie sonst, die Anzahl Personen im Becken ist begrenzt. Es darf nur geschwommen werden – chillen, toben oder spielen ist auf den Bahnen nicht erlaubt. Die drei Male, die ich inzwischen im Freibad war, war es jedesmal nur mäßg voll; man konnte sich sehr gut aus dem Weg gehen. Ich finde die breiten Bahnen sogar besser als die normalen: Man kann sich einfacher überholen; die üblichen Kraulstrampler und Wasserschläger haben mehr Platz. Alles sehr komfortabel.

Das heutige Freibadeis nach zweieinhalb Kilometern Schwumm:


M4MvsCovid | Die Geschehnisse im Kreis Gütersloh rufen es uns neu ins Gedächtnis: Corona ist nicht vorbei. M4MvsCovid hat deshalb ein anschauliches Video für Medizinerinnen und Mediziner produziert – Thema: Donning & Doffing, das An- und Ausziehen der Schutzausrüstung. Denn die meisten Infektionen bei medizinischem Personal geschehen beim Auskleiden.

Wir danken ganz, ganz doll Ella Poulahalec und ellafilm für die Postproduktion – und Sportkommentatorin Claudia Neumann für die Vertonung.


Abendspaziergang | Eindrücke von gestern.


Demnächst Kartoffelsack | Mein Lange-Frauen-Dealer Long Tall Sally (LTS) macht dicht. Das ist ein Desaster. Menschen in Normgröße können das wahrscheinlich nicht nachvollziehen. Deshalb skizziere ich mal das Klamottenangebot im Segment “Langgrößen” jenseits von LTS:

  • Krepp
  • Rüschen
  • opulente Blumenmuster (“fröhliches Floralprint”), bevorzugt Mohn
  • “Animalprint” – gerne Tiger, Zebra, Schlange
  • knisterndes Polyester
  • Riesen-Reißverschlüsse, Typ “Industrierolltor”, an Hosentaschen, Blazertaschen oder auch völlig ohne Funktion
  • Strickkleidung “Grafikdesign 1986”
  • wallende Leinenblusen
  • “interessante Knopfdetails”
  • “flott”, “frech”, “pfiffig”

Ich frage mit seit Jahren, was in den Designern vorgeht. Wohin, glauben sie, gehe ich mit einem Blazer, auf dem riesige Mandarinen aufgedruckt sind? Großmarkt, RTL Tutti Frutti?

“Wir würden Sie gerne als Speakerin engagieren. Eine Frage haben wir allerdings noch: Warum haben Sie Mandarinen an?”
“Symbol meiner befruchtenden Vorträge.”
“Wir melden uns.”

Ich möchte: schlichte Blazer, schlichte Stoffhosen, einfarbige Blusen, Blusen mit zartem Muster. Was man halt im Job so anzieht, wenn man nicht gerade Hundefriseurin in Berlin-Marzahn ist (“Chico Bello”) oder Kraft aus Kristallsteinen verkauft. Das kann doch nicht so schwierig sein!

Liebevoller Hinweis: Bitte schreiben Sie mir keine Tipps in die Kommentare, wenn Sie kleiner als 1,80 Meter sind. Ich höre oft: “Guck mal bei [Markenname], die haben die Hosen auch in Langgrößen” oder “Bei [Markenname] fallen die Ärmel immer sehr lang aus.” Doch Langgrößen von Marken, die nicht auf Langgrößen spezialisiert sind, sondern die ihr Standardsortiment nur auch eine Nummer länger verkaufen, sind in Wahrheit nicht lang. Die Langgrößen bei Hosen meinen dort die Beinlänge 34 inch. Bei spezialisierten Angeboten wie LTS fängt das Sortiment hingegen bei 36 inch erst an; ich benötige 36 bis 38. Lange Ärmel genügen leider auch nicht. Das ganze Kleidungsstück, besonders Blusen und Blazer, müssen länger proporioniert sein; sie brauchen in allen Abschnitten – von Schultern bis Brust, von Unterbrust bis Saum – mehr Länge, damit Taille, Abnäher, Knöpfe und Taschen dort sitzen, wo sie hingehören. Sonst ist die Brusttasche knapp unterm Kinn und die Taille auf Höhe der Brüste.

Auf Twitter wurden mir einige Alternativen zugetragen. Ich liste sie hier mal für Betroffene auf (#serviceblog), wohl wissend, dass auch viel Flottes und Pfiffiges dabei ist: Tall Berlin, I love tall, Egue, Businessmode Köln und Weingarten Damen Long. Manomama hat Jeans bis 36 inch, ebenso s.Oliver. Boden hat ebenfalls Langgrößen; die Kleider sitzen bei mir super, Hosen sind mir zu kurz.


Vögel | Im Nistkasten an meiner Terrasse wohnt ein Zaunkönigpaar mit ihren Jungen. Aus dem Kasten quietscht und fiept aus fortwährend; Vadda und Mudda Zaunkönig fliegen ein und aus und füttern ununterbrochen.

Ich mag Familie Zaunkönig sehr.

Wenn ich frühstücke, sind auch immer mit dabei: Grünfink und Dompfaff, außerdem die üblichen Meisen. Ich lieb’ das so.

Üppiger gewachsener Garten. Im Hintergrund Gewächshaus. Davor Kirschbaum. Im Baum hängt eine Futterstation, auf der zwei Vögel sitzen.

Beschwerde | Der Mann in meinem Leben meinte dieser Tage, als wir bei einer Terrassenpizza im Garten saßen, er habe jetzt mal gründlich meinen Blog durchgelesen und ihm sei aufgefallen, dass er darin nicht vorkomme. Dabei seien wir doch damals schon gemeinsam in der Sauna gewesen.

Ich antwortete, dass ich niemals Menschen ungefragt im Blog auftauchen lasse; wenn er dies ausdrücklich wünsche, sei das natürlich kein Problem. Allerdings, ergänzte ich, müsse er mir dazu einen Namen nennen, mit dem er auftreten wolle. Er sagte: „Der Göttliche.“

Terrassentisch mit Pizzakartons, Flasche Bier, Salat, im Hintergrund Garten mit einer Fackel

Wir gehen nochmal in die Findungsphase.


Serviceblog| Sie erinnern sich an meinen Thermokomposter, ja? Ich habe ein Kompost-Update für Sie. Ergebnis nach sechs Wochen:

Blick in den Thermokomposter: Erse mit einigen Ästen, etwas Gras

Faszinierend. Ich bin beeindruckt.


Corona-Service | Der lange Weg zur Corona-App | Das Tönnies-Desaster | Pflegende, Ärztinnen, Ärzte und weitere Menschen, die in der Medizin tätig sind, erzählen, wie die Pandemie sie und ihre Arbeit verändert: Wir sind auf Station. | Freizeitbeschäftigung im nächsten Lockdown: Solo-Bier-Pong

Gelesen | Immer das Gleiche in Dortmund. Oliver Fritsch analysiert die Vize-Meisterschaft des BVB

Durchgeblättert | Dieser Fotograf macht ehrliche Hochzeitsfotos

Angeguckt | Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und schauen Sie sich dieses Eichhörnchenvideo an. Sie werden es nicht bereuen:

Broterwerb | Heute erstes Präsenzseminar seit Corona-Beginn: Projektmanagement für Volontärinnen und Volontäre. Heute also kein Strandkleid, keine Shorts, keine Schlappen.

Ich war zunächst etwas unsortiert und musste mich erstmal erinnern, was es für solche Anlässe braucht: Laptop und Netzteil, VGA-Adapter, Timer, Klebezettel, Moderationskoffer – ich hatte mir am Wochenende schonmal alles rausgelegt, damit ich nichts vergesse.

Das Seminar war dann sehr angenehm. Ich empfand es als deutlich weniger anstrengend als einen Remote-Workshop. Sehr viel weniger anstrengend. Warum das so ist – darüber muss ich noch nachdenken.


Aus dem Fenster gelehnt | Herr Fischer schreibt über Schule, Lehrerinnen, Computer und Digitalisierung. Anlass ist die Kolumne von Markus Feldenkirchen, der zur Corona-Krise feststellt:

Nirgendwo fiel es Verantwortlichen schwerer, sich flexibel und kreativ auf eine neue Lage einzustellen. […] Die eigentlichen Versager sitzen in den Ministerien, Behörden und Schulleitungen. Das aktuelle Maß an Verantwortungslosigkeit bei gleichzeitiger Teilnahmslosigkeit würde sich in jedem Zeugnis verheerend niederschlagen. 

Nichts gelehrt

Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und sage: Eine Infrastruktur zu entwickeln, die digitalen Unterricht ermöglicht, ist keine Raketenwissenschaft. Es gibt ausreichend Vorbilder im In- und Ausland, von denen wir lernen können. Es gibt ausreichend Lehrerinnen, Schüler und Eltern, die Ideen haben. Es ist nicht allzu schwierig, sich das anzugucken.

Ich sage nicht, dass sowas schnell geht. Ich sage auch nicht, dass es wenig Arbeit ist. Es ist viel Arbeit; es wird dauern, das ganze Bild zu bekommen: Was brauchen Schulen? Was brauchen Familien? Welche Kontexte müssen wir beachten, sozial und rechtlich, regional, organisatorisch und technologisch? Was ist sinnvoll? Was ist hilfreich? Was ist praktikabel? Aber am Ende wird es einen Kern, eine sinnhafte Idee geben.

Natürlich: Auch die Umsetzung ist nicht trivial. Die Anforderungen an eine digitale Plattform sind sicherlich umfangreich. Komplexer wird allerdings, die Infrastruktur vor Ort zu schaffen – mit den vielen, sehr vielen sozialen, organisatorischen, personellen Fragen, die damit zusammenhängen; Technik ist da das Kleinste. Es braucht Ressourcen, um die Idee digitaler Unterrichtsformen allen an Schule Beteiligten nahe zu bringen und sie zu befähigen, zeitlich und fachlich.

Gleichzeitig bin ich mir sicher: Es ist keine Magie. Es ist eine Frage der Haltung: “Ja, wir wollen das. Wir verstehen digitale Werkzeuge und digitale Bildung als Teil unserer Kultur. Wir unterstützen sie auf allen Ebenen.” Daraus folgt die Entscheidung, Geld und Manpower in diese Idee zu stecken. Viel Geld. Richtig viel Geld.

Fünf Jahre – in dieser Zeitspanne könnte man schon Einiges bewegen. Wenn man will. Klar ist aber auch: Das ist kein Projekt, das irgendwann aufhört. Unterricht entwickeln, Schulen ausstatten, die digitalen Werkzeuge betreuen und gestalten – das wird dann ein normaler Teil der Arbeit am Schulsystem.


Serviceblog | Eine Studie zu Familienblogs von Prof. Helen Knauf, Professorin für Bildung und Sozialisation im Kindesalter am Fachbereich Sozialwesen an der FH Bielefeld.


Gemüse-Update | Ich habe das Gemüsebeet aufgeräumt:

Gemüsebeet, dahinter Staketenzaun

Der fertige Salat ist raus, geerntet, fast schon weggegessen; ich habe nochmal nachgepflanzt. Die Möhren, die Lauchzwiebeln, Kürbis und Zucchini gedeihen. Die Kohlrabi sind zu groß fürs Schutznetz und haben deshalb neue Aufpasser: Alu-Tauben. Den Trick habe ich in den Kleingärten im Kiez gesehen.

Eigentlich nur ein Eis essen | Am Samstag latschte ich einfach mal los. Ich wollte gar nicht weit gehen, nur ein Eis essen und ein bisschen die Füße vertreten. Also marschierte ich durch die Kleingartenanlage ums Eck und durchs Feld, und weil das noch nicht weit war, ging ich mal schauen, was auf der anderen Seite der Bundesstaße los ist.

#serviceblog: Falls Sie Mitglied im ADAC sind und sich fragen, wohin Ihre Mitgliedsbeiträge fließen – hier das Gebäude des ADAC Westfalen.

ADAC Hauptverwaltung, Blick die Stufen hoch auf ein Gebäude

Mehr dazu bei Baukunst NRW.

Wie ich schon einmal auf der anderen Seite der Bundesstraße war, erinnerte ich mich daran, dass mir eine Leserin hier im Blog den Dortmunder Ostfriedhof ans Herz gelegt hatte.

Ich lief ein wenig durch das Wohnviertel jenseits der Bundesstraße, das zog sich etwas. Die Straße war erstaunlich lang. Doch dann kam ich an den Friedhof und stellte fest: Der Weg war jeden Schritt wert.

Auf dem Ostfriedhof liegen sehr viele Industrielle, es gibt monumentale Grabmale – außerdem den alten jüdischen Friedhof.

Unter anderem entdeckte ich das Grab der Familie Hoesch und das Grab der Familie Jucho. (“Und es ist köstlich gewesen”).

Außerdem findet sich Bergbaugeschichte auf dem Friedhof – unter anderem das Grabmal von Otto Taeglichsbeck, Berghauptmann und Direktor des Königlichen Oberbergamts Dortmund, und zwei Gedenkstätten für Schlagwetterexplosionen in Dortmund, 1893 und 1897 auf Zeche Kaiserstuhl. Damals kamen insgesamt 82 Bergleute ums Leben.

Achtung, jetzt wieder #serviceblog – wichtig für wenn man mal bei Jauch auf dem Stuhl sitzt: Auf dem Ostfriedhof ist auch das Grab von Henriette Davidis.

Grab von Henriette Davidis: Grabstein  und Grab mit Efeu

Henriette Davidis ist das Mastermind der deutschen Kochbuchliteratur, ihr erstes Kochbuch veröffentlichte sie 1845, als sie Rezepte Dortmunder Hausfrauen sammelte. Von ihr kommt die Formulierung “Man nehme …”, die sich in Rezepten findet. Mit ihr und ihrem Wirken wurde der Begriff “Bürgerliche Küche” geboren, als Küche des bürgerlichen Mittelstandes während der Industrialisierung. Henriette Davidis lebte in bescheidenen Verhältnissen, während die Verleger viel Geld mit ihren Werken verdienten.

An den Ostfriedhof grenzt das Kaiserstraßenviertel. Das ist ein hübsches Altbauviertel (leider komplett zugeparkt).

Backsteinfassade mit bunten Stauden davor

Dort kehrte ich in ein Café ein. Das letzte Mal, dass ich in einem Café saß, war vor drei Monaten, Anfang März, in Heidelberg und Schriesheim.

Es war sehr schön im Café. Ich saß da, beobachtete die Menschen, schwatzte mit der Kellnerin, aß einen Salat mit köstlich gegrilltem, karamellisierten Schafskäse und trank einen Kaffee.

Auf dem Rückweg entdeckte ich in einer Kleingartenanlage das ultimative Hochbeet:

Hochbeet in Form eines Holzschiffes, sehr groß

Der Rest des Weges führte am See entlang.

Als ich zu Hause ankam, waren meine Füße ein bisschen plattgelatscht. Eigentlich wollte ich ja nur ein Eis essen – das ich nicht einmal hatte! Ein Projekt für den nächsten Spaziergang.

15 Kilometer: Schüren – Schürener Feld – Stadtkrone – Delfdahl – Ostfriedhof – Kaiserstraßenviertel – Ostenhellweg – Märkische Straße – Schrebergarten 06 – Phoenixsee – Schüren


Gelesen | Frau Novemberregen, der Oberchef (OC) und die Corona-Party  | Interview mit dem Soziologen Hartmut Rosa: Leiden wir an einem gemeinschaftlichen Burnout?Pillenknick – Schmerzmittelmissbrauch im Amateur- und Profifußball

Start mit Pause | Der heutige Tag war ein wunderbarer. Ich wachte gegen 8 Uhr auf, machte mir einen Kaffee und setzte mich auf die Terrasse. Die Sonne blinzelte durch die Bäume. Die Dompfaffen frühstückten im Kirschbaum. Der Zaunkönig flog aus seinem Nistkasten ein und aus. Das Eichhörnchen hockte im Vogelhaus. Und ich war glücklich, einfach nur dazusitzen.

Deshalb blieb ich auch erstmal, wo ich war, und bereitete das Seminar für Montag vor: das erste Präsenzseminar seit Corona-Beginn, Projektmanagement für Volontärinnen und Volontäre in der PR. Das ist immer sehr schön, das sind junge Leute, die schon in Projekte geworfen wurden und sich freuen, Struktur und Ratschläge zu bekommen.

iPad mit Folien "Projektmanagement", Becher Kaffee, ein Saftglas, dahinter der Garten mit Gewächshaus

Ich beginne das Seminar immer mit einem Teamspiel. Beim Seminar im November war es die Marshmallow-Challenge. Dabei kommt man sich allerdings recht nah, das ist #aufgrundderaktuellenSituation nicht so gut geeignet. Deshalb werde ich auf Lego umsteigen. Jeder bekommt ein Täschchen und kann erstmal allein damit bauen.

Blick in fünf Papiertüten mit Lego

Aufgabe wird sein, ein Volontariat aus Lego zu bauen, aber eigentlich ist es nicht wichtig, was die Leute bauen. Denn Lego ist nur ein Warm up; ich leite davon im Anschluss die Eigenschaften von Projekten ab: klares Ziel, zeitliche Befristung, begrenzte Ressourcen, sowas. Es geht darum, warm zu werden, ins Thema zu kommen, die Morgenmüdigkeit abzuschütteln.

Nach dem Sitzen und Denken fuhr ich mit dem Fahrrad um den See und im Kiez umher. Ich musste Diverses erledigen, die Papiertüten für die Lego-Portionen kaufen, eine Überweisung (med.) abholen, eine Überweisung (finanz.) tätigen, Spargel vom Markt holen und so weiter.

Seit Corona habe ich nur zweimal das Auto betankt: einmal ganz zu Beginn, denn ich schlitterte mit leerem Tank in die Corona-Zeit. Und vergangene Woche. Das Auto steht die meiste Zeit in der Garage. Es gibt Wochen, in denen ich es, wie eine Rentnerin, nur zum Wocheneinkauf ausfahre. Für den Rest fahre ich Fahrrad und gehe zu Fuß. Das ist schön.

Im Anschluss aktualisierte ich die Folien fürs Seminar, machte Buchhaltung und die Umsatzsteuervoranmeldung für Mai. Zwei Tage zu spät, aber … nun. Das Finanzamt hat bestimmt auch Brückentag.

Danach nochmal Balkonien, die Sonne genießen, Musik hören. Den Garten gießen und Erdbeeren pflücken.

Erdbeerschale, die auf dem Boden steht, dahinter noch grüne Erdbeeren am Strauch

Am Abend Terrasse. Der Duft gewässerten Gartens, die Zitronella-Kerze, ein Smoothie aus Erdbeeren und dazu der Zaunkönig, der immer noch ein und aus fliegt. Er hüpft über die Terrasse, vorbei an den Töpfen mit Lavendel, Fuchsien und der Hortensie, dann fliegt er ein Stück bis zur Mauer, dort verschwindet er in den Ritzen, hüpft wieder hinaus und in den nächsten Busch. Kurz darauf kommt er zurück, den gleichen Weg über die Terrasse wie hin, nur jetzt die andere Richtung, zurück. Er fliegt hinauf zum Nistkasten – der hängt am Fallrohr der Dachrinne – und schlüpft hinein.

Laptop mit BLobeitrag im Backend, Weinglas und Erdbeersmothie, im Hintergrund der Garten

Und so endet der Tag, wie er begann.


Gelesen | Haltung? Ja, bitte. Daniel Drepper, Chefredakteur von BuzzFeed Deutschland und Dortmunder Journalistik-Absolvent, übers Journalistsein.

Angeguckt | Eine Möwe, die einen Hasen verschlingt. Im Ganzen. //*Augenzucken


Ab sofort können Sie mir einen Kaffee ausgeben. Aber nur, wenn Sie mögen.

Fronleichnam | Heute ist Feiertag in Nordrhein-Westfalen. Deshalb habe ich den Vögeln eine Protein-Gourmet-Mahlzeit in die Futterstation getan. Darin entdeckte ich eine große Grille.

Getrocknete Grille auf einem Stein

Ich habe sie für die Nachwelt festgehalten.


Saisoneröffnung | Ich war anschwimmen. Die Freibäder in Dortmund sind geschlossen, und es ist auch nicht klar, ob sie dieses Jahr noch öffnen. Ich fuhr deshalb nach Schwerte ins Elsebad. Das ist acht Kilometer den Berg runter, das ist geöffnet.

So ein schönes Schwimmbad! Warum entdecke ich es erst jetzt? Ein 50-Meter Edelstahlbecken in einer sehr schönen Anlage mit Liegewiesen, Planschbecken und bunten Holzkabinen.

Ich ging ambitionslos ins Becken. Zuletzt war ich am 7. September geschwommen, also vor neun Monaten. Ich dachte mir: eineinhalb Kilometer – das wäre schon gut. Am Ende schwomm ich 50 Bahnen, zweieinhalb Kilometer, die Hälfte im Kraul. Als hätte es keine Pause gegeben. Der erste Kilometer war anstrengend: Das letzte Drittel der Bahn fühlte sich an wie Ertrinken. Überall fehlte Rhythmus: zwischen Armen und Beinen, zwischen Körper und Atmung. Aber dann ging es fluffiger, und ich fand in die Technik.

Schon auf der Fahrt nach Hause hatte ich Muskelkater. Meine Beine sind vom Umherlaufen der letzten Monate ja gut trainiert. Aber mein Oberkörper leidet gerade von der Fingerspitze bis zum Bauchnabel. Uff.


Broterwerb | Diese Woche fuhr ich zum Kunden, so richtig außer Haus, ohne irgendwas mit “Home”. Das war aufregend. Ich fühlte mich wie eine Abenteurerin.

Beim Kunden traf ich Menschen, die ich seit dem 2. März nicht gesehen hatte. Das war schön. Ich habe mich innerlich wie Bolle gefreut, äußerlich natürlich nur professionell zurückhaltend – wie sieht das sonst aus.

Wir haben prompt gemeinsam etwas erhirnt, das wir remote nicht gemacht hätten. Es war eine Sache von “Häh?!?”, einfach mal rüberlaufen, gemeinsam draufgucken, gemeinsam überlegen, wieder zurücklaufen, etwas nachgucken, weiter gemeinsam überlegen, sich gegenseitig anstacheln, gemeinsam nachforschen, etwas entdecken. Remote hätte jeder für sich allein gerätselt, vielleicht telefoniert, aber ohne die gemeinsame Hartnäckigkeit, da bin ich mir sicher.

Ausgangspunkt des Ganzen war ein Fehler, den ich vor ein paar Wochen gemacht habe. Oder – naja, nicht ganz. Aber irgendwie doch: Mir sind Dinge nicht aufgefallen, die mir hätten auffallen können, wenn ich mich besser konzentriert hätte, wenn ich mehr hinterfragt hätte, wenn ich schlauer gewesen wäre. Das ist doof, so richtig, über sowas kann ich mich maßlos ärgern.

Gleichzeitig war es gut – jeder Fehler ist für etwas gut. Denn so haben wir etwas entdeckt, das wir uns jetzt nochmal genauer anschauen müssen. Außerdem habe ich gelernt, worauf ich in Zukunft besser gucken muss. Das war wirklich lehrreich.

Fürs Protokoll : Auf dem Hinweg etwas Stau, Fahrtdauer eine Stunde. Auf dem Rückweg kein Stau, Fahrtdauer 45 Minuten. Nach den Wochen Zuhause-Arbeit fühlten sich die Fahrten sehr lang an.


Hach! | Ich habe zweimal unverhofftes Feedback auf meinen Newsletter bekommen. Beide Rückmeldungen haben mich sehr gefreut.


Erste Male | Ich hatte drei reife Bananen übrig. Mit ihnen habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Bananenbrot gebacken.

Kuchen auf blauen Tablett

Wenn es nicht nach Banane schmecken würde, wäre es lecker. 4 von 10 Sterne.


Garten | Der Kürbis kommt.


Geguckt | Heimat in den Alpen – Wie Bergdörfer ihre Zukunft sichern. Ich möchte sofort nach Ostana reisen.

Gelesen | Martin Suters Business Class: Trau keinem at home | Ein Mann löst sich auf.

Gehört | Zeit Verbrechen: Das Böse hinter dem schönen Schein | Eins zu Eins, der Talk, mit Bio-Bäuerin Gertraud Angerpointner im breitesten Bayerisch. Schön.

Corona-Service | “Did I miss anything?”: A Man Emerges From a 75-Day Silent Retreat. Daniel Thorson verabschiedene sich Mitte März in einer Eremitenzeit. Nun kehrte er in die Welt zurück und, ja, man kann sagen: Er hat etwas verpasst. | Der lange Arm des Virus: Manche Covid-19-Kranke werden einfach nicht gesund. | Medienforscherin Johanna Haberer über die Corona-Berichterstattung innerhalb und außerhalb des Boulevard. | Service für Unternehmer, Unternehmerinnen und Freiberufler: Sehr gute Übersicht zur Absenkung des Mehrwertsteuersatzes mit Antwort auf viele Fragen | Corona und schwimmen: Anstecken im Badewasser ist unwahrscheinlich

Ernte | Hallo, erste Gartenerdbeere!

Rote Erdbeere, daneben noch grüne weitere Erdbeeren an der Pflanze

Broterwerb | Heute: Start in eine kurze Woche. Ein Konzept fertiggestellt. Telefoniert, telefoniert, nochmal telefoniert.

Außerdem gab es heute Teil #3 der Newsletter-Trilogie zum mobilen Arbeiten. Es geht um informelle Kommunikation bei Remote-Arbeit – und um Führung auf Distanz. Den Text stelle ich beizeiten auf meine Website.

Derweil ist Beitrag #2 online: Ich habe aufgeschrieben, wie ich Meetings einleite und die Erwartungen der Teilnehmenden lenke. Außerdem gebe ich Tipps zur Moderation von Telefon- und Videokonferenzen.

Wenn Sie die Beiträge per Mail haben möchten: Hier geht’s zum Newsletter-Abo.


Toll | Es gab Regen am Wochenende, so richtig viel. Zwar immer noch nicht genug. Aber so viel, dass es unter den Bäumen nass war. Ich bin entzückt.

Derweil kamen die Nacktschnecken aus ihren Verstecken und fraßen meinen Pflücksalat weg. Grmpf.


AirPods | Ich habe die Kopfhörerwäsche zum Anlass genommen, mir AirPods zu kaufen. Wenn ich die mitwasche, wird es wenigstens richtig dolle teuer.

Nein, Scherz. Ich bin schon länger drumherum geschlichen. Es war mir allerdings zu blöd – unter modischen Aspekten und Aspekten der Zurechnungsfähigkeit -, mir Zahnbürstenköpfe in die Ohren zu hängen. Die Dinger erinnern mich an “Zurück in die Zukunft, Teil II”. Und Teil II war der blödeste Teil, da sind wir uns alle einig.

Nun denn. Es ist 2020, ich habe Zahnbürsten in den Ohren und finde es großartig. Also, was Klang und Handhabung angeht. Der Rest – nun ja. Egal.


Besenwagen | Was war noch? Am Sonntag begleitete ich einen Halbmarathon. Der Rhein-Ruhr-Marathon (RRM) war als Großveranstaltung abgesagt wurden. Wer wollte, konnte einen RRM Home Run absolvieren, also die gewählte Distanz (21 oder 42 Kilometer) irgendwo im Ruhrgebiet starten und bis nach Hause laufen.

Ich begleitete das Vorhaben auf dem Rad – gemeinsam mit weiteren Freunden. Denn der Läufer benötigte Wasser, Riegelchen und emotionalen Support.

Die Strecke vom Essener Baldeneysee nach Mülheim war sehr schön: immer entlang der Ruhr. Wir fuhren (beziehungsweise: einer lief) durch Werden und Kettwig, unter der Autobahnbrücke der A52 hindurch bis nach Mülheim in die Innenstadt. Bei Ankunft gab es ein Empfangskomitee und Spaghetti Bollo. Das war eine super Sache.


FYI | Sie erinnern sich vielleicht an den Komposter, den ich jüngst aufgebaut habe – zum Amusement der Nachbarn. Das ist jetzt einen Monat her.

Ich habe inzwischen dreimal Rasen gemäht und den Kompost zusätzlich mit Gemüseresten und Pflanzenschnitt gefüttert. So sieht es aktuell aus:

Foto aus dem Inneren des Komposters. Viel braun, bisschen gelber Rasen.

Dem ersten Rasenschnitt hatte ich einen Eimer Erde aus dem alten Kompost beigemischt, inklusive dem dort wohnenden Getier. Es hat sich offenbar eingelebt. Das Ergebnis finde ich für die kurze Zeit ziemlich beeindruckend.


Geguckt | Hidden figures, die Geschichte der afroamerikanischen Mathematikerinnen Katherine JohnsonDorothy Vaughan und Mary Jackson, die maßgeblich am Mercury und am Apollo-Programm der NASA mitgearbeitet haben. Prima Film. Habe etwas gelernt und mich gut unterhalten gefühlt.

Gelesen | Arzt Bernd Hontschik im Interview über Ökonomie im Gesundheitswesen und was er tun würde, wäre er Gesundheitsminister



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