Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

The first Pieks is the deepest | Zunächst das alles überragende Ereignis der Woche: Ich bin geimpft. Am Mittwoch war ich auf dem Weg zum Kunden – der vierte Präsenztag seit Januar. Der Kunde macht das super: Fast alle Mitarbeiter:innen arbeiten im Homeoffice. Geht man doch mal ins Büro, gibt es Tests für alle, auch für Externe wie mich. Es wird Maske getragen. Das Miteinander ist vorsichtig und rücksichtsvoll. Ich war auf der Autobahn und fast dort, als mein Telefonino klingelte. Es war eine Bekannte, die medizinische Fachangestellte in einer Hausarztpraxis ist. “Wir haben heute um 14:15 Uhr einen Termin frei”, sagte sie. Und: “Willst du?” Ich sagte sofort zu und fragte, welchen Stoff es gebe. “Astra”, antwortete sie. “Ich schick dir eine Nachricht mit der Adresse.”

Ich hatte viele Gefühle. Scham, weil ich über Beziehungen an eine Impfung komme; weil jemand an mich gededacht hat. Freude. Euphorie. Erleichterung, so doll, dass ich kurz weinte.

Ich fuhr zum Kunden, nahm den Vormittagstermin wahr und sagte alle Nachmittagstermine ab. Am Mittag fuhr ich nach Dortmund und holte meinen Impfausweis. Dann fuhr ich nach Hagen zur Arztpraxis. Die Wartenden standen überall: im Wartezimmer, im Gang, vor der Praxis auf dem Bürgersteig. Es wurde geimpft, geimpft, geimpft.

Am Donnerstag und Freitag war ich angeschlagen und fühlte mich, als wäre eine Erkältung im Anflug und als hätte ich gleichzeitig nur drei Stunden geschlafen. Heute, am vierten Tag, spüre ich nichts mehr. Die stärkste Nebenwirkung war hypochondrische Selbstbeobachtung. Am Donnerstag und Freitag gab ich ein Webinar, als es vor meinen Augen flirrte. Dazu Schwindel. Ich googelte “AstraZeneca Augenflirren”, und nun ja, es kam heraus, was wir alle ahnen. Ich schaltete dann erstmal die Ringleuchte aus, die mich anstrahlte, und was soll ich sagen? Geheilt.

Ein paar Worte dazu, warum ich mich als 43-jährige Frau dazu entschied, entgegen der Empfehlung der Stiko Astra Zeneca zu nehmen: Mein Bauch grummelt zwar, aber mein Kopf sieht die Mathematik. Die Zahlen sagen klar: Selbst wenn ich nur einer geringen Anzahl an Kontakten ausgesetzt bin und mich gut schützen kann, ist das Risiko einer Infektion größer als das Risiko durch die Impfung. Ich schätze außerdem die Gefahr für mich, die von einer Politik ausgeht, die eine Niedriginzidenzstrategie verweigert, größer ein als einen Impfschaden durch Astra Zeneca. Schon in der kommenden Woche gehen drei Kinder, mit denen ich regelmäßig engen Kontakt habe, bei einer Gesamtinzidenz knapp unter 165 wieder in den Wechselunterricht – obwohl die Inzidenz in den jungen Altersgruppen höher ist. Geimpfte und Genesene werden demnächst nicht mehr verpflichtend getestet; gleichzeitig erlauben Lockerungen mehr Kontakte. Die Stimmung geht insgesamt in Richtung “mehr Präsenz” und “weniger Vorsicht”. Dass ich das Risiko von Thrombosen auf mich nehme, während wir mit einer ZeroCovid-Strategie bei einer Inzidenz sein könnten, die dies überflüssig macht, und während gleichzeitig jemand, dessen Termin ich bekam und dessen Risiko deutlich geringer ist als meins, nun mit Frauen um Biontech konkurriert, die sich aus guten Gründen anders entscheiden als ich, macht mir allerdings einen Knoten ins Hirn. Ich denke einfach nicht darüber nach.

Es überrascht mich selbst, welchen Boost an Optimismus und Leichtigkeit mir die Impfung gibt. Es ist großartig. Ich fühle mich seelisch sehr entlastet.


Impflinks | Bei Go Give One – eine Initiative , unterstützt durch die WHO – können Sie übrigens Impfungen für Menschen und Länder spenden, denen das Geld dazu fehlt.

Sofort-impfen.de ist eine Intiative, die Impfwillige und Arztpraxen unbürokratisch zusammenbringen möchte, um zu vermeiden, dass Impfstoff verfällt.


Sommergefühl | Heute erstes Frühstück im Garten.

Frühstückstisch auf der Terrasse unter der Markise.

Am Nachmittag ein ausgedehnter Spaziergang durch die Sonne. Jetzt riecht die Haut nach Sommer. Hach!


Das Tolle sind die Teilnehmer | Das Webinar, das ich am Donnerstag und Freitag gab, hieß “Veränderung begleiten”. Wir sprachen über den Start in die Veränderung, über kleine Schritte, über Kommunikation und über psychologische Aspekte des Wandels – was er mit Menschen macht, wie wir darauf reagieren und wie wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch Freunden helfen können, Veränderungen positiv zu bewältigen.

Die Runde war klein, und das Schöne war: Sie war maximal divers. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kultur, Medizin, Jura und Elektrotechnik, mit unterschiedlichen Biographien und Dialekten, aus Deutschland und Österreich. Als ich mit Andrea die Seminare und Webinare aufsetzte, habe ich an Vieles gedacht – aber dass unser Angebot Menschen mit so unterschiedlichen Hintergründen anzieht und dass die Veranstaltungen auch deshalb so wertvoll werden, ist eine spannende Entwicklung.


Käte | Die vergangene Woche brachte eine tolle Neuigkeit: Mein Buch erscheint auch als Hörbuch. Ich freue mich wie bolle!

Bevor Sie fragen: Die Sprecherin steht noch nicht fest. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.


Ausflug | Seit elf Jahren wohne ich in Dortmund, aber gestern war ich zum ersten Mal so richtig im Westfalenpark. Schön war’s!

Leider wird der große Robinson-Spielplatz in diesem Jahr saniert. Trotzdem gab es viel zu entdecken, zu behüpfen und zu beklettern. Ein guter Ausflug. Lediglich die Pommesdichte ist zu bemängeln.


Küchenfee | Ich habe neues Pandemielevel freigeschaltet: Foccaccia backen, Deko-Edition.

Nur noch 98 Level bis basteln. Und 980 Level bis nähen.


Service (anderorts) | Eine große Sammlung Fahrradblogs

Gelesen | Lehrer Bob Blume über Schule nach Corona

Jump’n’Run | In den vergangenen Tagen habe ich meine Scholle nicht verlassen. Ich bin zuhause geblieben, 24 Stunden, 48 Stunden, 72 Stunden. Ich habe keine Lust mehr, durch die Gegend zu latschen. Alle Strecken bin ich dreißig, vierzig, sechzig Mal gegangen, aus der Haustür raus und links herum, rechts herum oder mit Kehrtwende den Berg hoch bis in den Wald hinein. Um den See, die Emscher entlang, durch die Kleingartensiedlung und durchs Feld, an der Pferdeweide vorbei in den Nachbarstadtteil. Ich möchte nicht mehr, ich kann das alles nicht mehr sehen. Zudem sind die Arbeitstage lang, und es ist bitterkalt.

Im gleichen Maße, wie ich keine Lust mehr habe, durch die Gegend zu haben, fehlen mir Ausgleich: etwas anderes sehen, hören, fühlen, schmecken, zusammensitzen mit Freunden, essen, trinken, das Meer riechen, Sand spüren, in der Sonne sitzen, die Füße im Fluss, einen Berg hinaufsteigen, die Hand am Fels. Der Tag beginnt morgens mit Aufklappen des Laptops, in diesem Kasten findet sie statt, ausschließlich, es fühlt sich wie ein Jump’n’Run-Spiel an, ein Springen vom Teams Call zur Zoom-Konferenz zum Go-to-Meeting und über das Mural zum Webex, parallel sechs Chat-Nachrichten und zehn E-Mails, ein Laufen von Problem zur Idee zur Lösung zur Abstimmung zur Entscheidung, da kommt schon das nächste Problem, der nächste Call, das nächste Meeting, die E-Mail.

Ich habe die Abende genutzt und drei lange Telefonate mit Freundinnen geführt. Obwohl wir nichts erleben, hatten wir uns doch Einiges zu erzählen. Die inneren Vorgänge sind aufregender als die äußeren.


Hallo, Melone! |  Einmal war ich doch raus. Ich war im Supermarkt. Dort gab es Wackelaugen zu kaufen. Sie werten nun mein Leben im Homeoffice auf.

Honigmelone in Obstschale mit Wackelaugen

Landwirtschaft | Im Garten habe ich Salat und Pak Choi eingegraben, die Zucchinis ins Beet gesetzt und Thorstomaten gestreichelt, die Pflanzen aus Bielefeld gewässert und nach den Beeren gesehen. Die Johannisbeeren entwickeln sich verheißungsvoll. Wenn ich die Gartenbilder aus dem vergangenen Jahr ansehe und mit 2021 vergleiche, hinkt der Garten drei Wochen hinter 2020 her.

Garten, im Vordergrund blühende Bodendecker, im Hintergrund Gewächshaus. Es ist heiter bis wolkig.

Für die Wege in den Beeten und unter der Wäscheleine habe ich einen rollbaren Gartenweg aus Holz bestellt. Ich bin gespannt, ob er brauchbar ist.


Tool | Word Art Cloud Creator


Geschehnisse in Sichtweite | In der Nachbarschaft ist jemand zugezogen, eine Frau. Sie duscht jeden zweiten Morgen, und nachdem sie geduscht hat, öffnet sie das Badezimmerfenster sperrangelweit, trocknet sich ab und cremt sich. Das geschieht immer zur gleichen Zeit, immer um 08:40 Uhr, wenn ich im Morgencall mit meinem Kunden bin. Über den Monitor hinweg sehe ich, wie sich gegenüber das Fenster öffnet und eine nackte Frau im Rahmen erscheint. Der Vorgang dauert fünf Minuten, dann schließt sich das Fenster wieder. Beim ersten Mal war ich erstaunt und, nun ja, deutlich von den Geschehnissen auf dem Bildschirm abgelenkt. Mittlerweile hat die Selbstverständlichkeit, mit der die Nachbarin mich an ihrer Duschroutine teilhaben lässt, etwas Erdendes.

Derweil haben andere Nachbarn während Lockdown I bis III eine Beach Bar gebaut, eine Hütte mit Lichterkette und Bast, mit einer Nische für den Kühlschrank, einer Theke und einer Getränketafel. Davor hat der Nachbar einen Pool ausgeschachtet, nur mit Schaufel und Muskelkraft; allein unter sportlichen Geischtspunkten eine beachtliche Leistung. Das Bassin ist zwei mal zwei Meter groß, das Wasser geht bis zur Brust. Vergangene Woche haben sie das Bauwerk mit Beton ausgegossen. Außerdem wurde ein Grill kirmesbudenähnlichen Ausmaßes angeschafft. Uns steht Großes bevor.


Gelesen und gehört | Hört uns zu! Zeit Online gibt Pflegekräften, Ärzten und Ärztinnen eine Stimme. Eindrückliche und bewegende Umsetzung in Bild, Text und 50 kurzen Audios.

Gelesen | Teresa Bücker plädiert dafür, Vereinbarkeit nicht nur als Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu sehen, sondern von Arbeit und zahlreicher privater Interessen, Verpflichtungen und Beziehungen.

Das fängt damit an, dass ich das Wort Vereinbarkeit hasse. Es ist genauso schrecklich wie der Begriff Work-Life-Balance. So wie wir es gebrauchen, beschreibt das Wort Vereinbarkeit nur die zwei Dimensionen Erwerbsarbeit und Familie und – come on – das ist einfach zu wenig. Vereinbarkeit vergisst nämlich, dass manche Menschen nicht nur Familie haben, sondern auch noch eine Steuererklärung machen, zur Therapie gehen möchten, sich wohler fühlen, wenn sie ab und an Sport machen können, gern Ehrenämter übernehmen würden oder ans Telefon gehen, wenn Freund_innen anrufen und dass es absolut ungesund ist, mehrere Jahre nur fünf Stunden lang zu schlafen.

Mutter, Tochter, Kanzlerin

Geguckt und gehört | Musiker und Songwriter Julius Hartog sprich mit den #NoCovid​-Professoren Michael Meyer-Hermann, Melanie Brinkmann und Dirk Brockmann. Unter anderem rätseln sie, woran es liegt, dass es den poitischen Entscheidungsträgern so schwer fällt, konsequente, mutige Entscheidungen zu treffen.

Die einzige Erklärung, die ich habe, ist, dass diese Akteure andere Entscheidungsprozesse gewohnt sind […]. Die Angst, etwas Falsches zu machen, wirkt paralysierend bei Entscheidungsträgern. Die sind, glaube ich jedenfalls, längere Zeitskalen gewohnt. Das heißt, erstens sind sie Situationen gewohnt, die ganz kompliziert sind, wo alles abgewogen werden muss und dann eine Entscheidung getroffen werden muss, die vielleicht funktioniert und das Abwägen geht eher so: Wo ist die beste Wahrscheinlichkeit, die richtige Entscheidung zu treffen? Eine klare, eindeutige, mutige Entscheidung zu treffen, ist wahrscheinlich gar nicht deren Metier. […] Das ist wirklich fatal in dieser Situation; da macht man immer so einen Mittel-Kompromiss-Weg.

Dirk Brockmann ab Minute 26

Hinzu komme, dass man zu einem Zeitpunkt handeln müsse, zu dem das Problem noch gar nicht sichtbar sei, die Intensivstationen noch nicht voll seien und noch keine Notfall- und Alarmstimmung in der Bevölkerung ist. Der deutsche Dauerlockdown sei nicht nur schädlich für die Wirtschaft.

Es ist ein massiver Schaden in allen Bereichen der Gesellschaft daraus entstanden. Das ist die Folge von dem Dauerlockdown und dem Hin und Her. Und nebenbei sind die Menschen auch noch gestorben. Es ist ja eigentlich eine zynische Idee, die Auslastung der Intensivbetten als Kriterium zu neehmen und zu sagen: ‘Lassen wir es so laufen, dass die Intensivbetten immer voll sind.’

Michael Meyer-Hermann ab Minute 32

Neu im Repertoire | Die Tage mäandern dahin, gehen ineinander über, zerfließen. Tagsüber Arbeit, acht Stunden, zehn Stunden am Schreibtisch, zwischendurch kochen, am Abend Spaziergang, Netflix oder Gesellschaftspiel. Acht Stunden Schlaf und wieder von vorn. Am Wochenende geringe Abwandlungen: keine oder wenig Arbeit, dafür mehr Spaziergang, Netflix oder Gesellschaftsspiel, aufwändiger kochen und manchmal backen. Neu im Repertoire: Gartenarbeit.


Eine Stunde vor Ausgangssperre | Abendspaziergang um den See, mit Vollmond.


Urlaubskasse | Irgendwann im vergangenen Jahr, als ich bemerkte, dass ich im Lockdown nicht viel Geld ausgebe, begann ich, meine Urlaubskasse zu füllen. Jeden Monat, immer zu Beginn, legte ich einen Betrag hinein. Direkt, wenn es wieder möglich ist, wollte ich Urlaub machen. Szenenwechsel. Im Oktober dachte ich: “Jetzt machen sie alles ein paar Wochen dicht, und dann fahre ich in eine kleine Ferienwohnung, zwei Wochen irgendwo am Meer”, und legte weiter monatlich Geld in die Urlaubskasse. Im Januar dachte ich: “Jetzt machen sie alles ein paar Wochen dicht, und dann fahre ich in eine richtig geile Ferienwohnung, drei Wochen irgendwo am Meer”, und legte weiter monatlich Geld in die Kasse. Inzwischen stellt sich das Gefühl ein: Sollte der Dauerlockdown irgendwann vorbei sein und sollte selbst ich irgendwann geimpft sein, miete ich mich in Ferienwohnungen ein, am Meer und in den Bergen, für Wochen und Monate, denn ich habe immer weiter Geld in die Urlaubskasse gelegt.


Zwei Stunden vor Ausgangssperre | Abendspaziergang im Wald.


Privilegien für Geimpfte | Wissen Sie, ich habe keinen Schmerz damit, wenn Geimpfte mehr Freiräume haben. Meine große Sorge ist nur, dass “man ja jetzt wieder in Präsenz arbeiten kann”, weil “so langsam normalisiert sich ja alles” und “viele sind ja schon geimpft”. Ich spüre jetzt schon, wie der Druck steigt, wie Kunden nach mehr Präsenz streben. Das wird um ein Vielfaches mehr werden. Und dann stehst du da, als Vorsichtige und Ungeimpfte, und kannst dich nur weigern, mit hohen persönlichen Kosten. Oder gehst hin, vielleicht auch mit hohen persönlichen Kosten.

Ehrenamt I | Am vergangenen Samstag habe ich dem Internet etwas vorgelesen. Mehr als 70 Leute waren bei meiner Lesung digital dabei und spendeten – Stand heute – 1.300 Euro zugunsten der Dortmunder Tafel. Den endgültigen Betrag geben die Organisatorinnen von Tangent Club 63 noch bekannt, denn es trudeln vielleicht noch ein paar Überweisungen ein.


Ehrenamt II | Wer am Samstag dabei war, hat meine Freundin und Kollegin Steffi kennengelernt. Sie hat die Lesung moderiert. Seit 2015 begleitet sie eine Familie aus dem Irak, die unter schlimmsten Umständen nach Deutschland geflohen ist. Steffi hat ein paar Worte dazu aufgeschrieben. Erst half sie den Kindern bei den Hausaufgaben. Später der ganzen Familie bei allem Möglichen. Jetzt bekommt die Familie endlich angemessenen Wohnraum: groß genug für zwei Erwachsene und sechs Kinder.

Die jüngste Tochter der Familie, geboren nach der Ankunft in Deutschland, heißt übrigens Angela – benannt nach Kanzlerin Merkal, aus Dankbarkeit für die Aufnahme. Im Februar wurde der jüngste Sohn geboren. Auch er sollte unbedingt einen deutschen Vornamen bekommen. Die Kinder sind erfolgreich in der Schule. Die ganze Familie freut sich jetzt auf den Umzug in den neuen Stadtteil, auf Kinderzimmer, einen Garten und hilfsbereite Nachbarn.


Handwerker | Mein Gewächshaus hat Sanierungsbedarf. Das Dach ist undicht. Ich möchte, dass Profis die Arbeiten übernehmen. Es ist allerdings schwierig, einen Dachdecker zu finden, der solch eine kleine Arbeit tun möchte. Findet man einen, ist die Chance, dass er nach Beauftragung nochmal von sich hören lässt, gering. Wenn er doch von sich hören lässt, heißt das nicht, dass etwas passiert und er zum Ausmessen kommt. Wenn er doch zum Ausmessen kommt, heißt das nicht, dass danach noch etwas passiert. Seit sechseinhalb Monaten versuche ich nun, mein Gewächshausdach neu machen zu lassen.

Die gleiche Problemlage gilt für den Installateur, den ich für einige Handgriffe benötige. Ich würde auch gerne einen Parkettleger beauftragen, damit er noch in zwei zusätzlichen Räumen Parkett legt. Inzwischen habe ich meine Erwartungen so weit runtergeschraubt, dass mein Ziel nur noch ist, dass alle Arbeiten zum Jahrewechsel 2021/2022 erledigt sind. Ausgesprochen unerfreulich.


Einen Streich gespielt | Heute war wieder eine Querdenker-Demo in Berlin. Einige Leute haben sich in die Telegram-Gruppen der Querdenker eingeschleust und sich als Mitfahrgelegenheit angeboten – als Fahrende. In ganz Deutschland standen heute Morgen Querdenker auf dem Bürgersteig und warteten auf ihre Mitfahrgelegenheit nach Berlin. Die aber nicht kam.

https://twitter.com/gtorges/status/1384772875828277249

Corona-Service I | Eine Karte der Landkreis-Inzidenzen. Mit einem Klick kann man auf Altersgruppen filtern.

Corona-Service II | Für Mittwoch, 28. April, lädt die Berliner Beratungsstelle für Berufskrankheiten zu einer digitalen Veranstaltung ein, Thema: Covid-19 als Berufskrankheit. Wer dabei sein möchte, schickt eine E-Mail an beratungsstelle.bkv@senias.berlin.de mit seinem Namen sowie seiner E-Mail-Adresse und bekommt einen Link zur virtuellen Diskussion. Die Veranstaltung richtet sich an Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte sowie andere Mitarbeitendenvertretungen, Gewerkschaftsvertretungen, Führungskräfte, Schwerbehinderten- und Frauenbeauftragte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte, Betriebsärztinnen, Gesundheitsmanager, Gesundheitsmanagerinnen und alle, die sonst noch mit dem Thema zu tun haben oder sich dafür interessieren. Es gibt keine Website, das Programm kann man aber beim Journalisten Daniel Drepper einsehen.

Corona-Service III | Schweden richtet nun Krankenstationen für Kinder ein, die nach einer Infektion mit dem Corona-Virus Langzeitschäden haben. | Nicht überraschend: Mehr Corona-Erkrankungen unter sozial Benachteiligten


Besuchshündin | In dieser Woche war die Besuchshündin wieder da.


Broterwerb | Weiterhin viel Arbeit in Kundenprojekten. Am vergangenen Freitag war ich seit Langem mal wieder in Präsenz unterwegs. Mit Antigen-Test, beim Kunden wurde Maske getragen, es gab Deinfektionsmittel und wurde gelüftet. Dennoch: Es war zunächst ein seltsames Gefühl.

Die Tage sind voll: voller Termine, Absprachen, Zuarbeiten, Beratungen. Alles digital. Alles klappt wunderbar. Ich merke nicht, dass etwas fehlt. Natürlich: Es wäre schön, sich auch mal persönlich zu begegnen, eine Mittagspause miteinander zu verbringen, zusammenzusitzen. Aber wirklich nötig für die Sache ist es nicht; ich glaube nicht, dass ich beziehungsweise: dass wir die Dinge in Präsenz deutlich besser machen würden, als wir es jetzt tun. Das liegt auch an meinen Kunden, die offen und beweglich sind, die gut kommunizieren und mit denen vieles Hand in Hand geht.

Eine andere Kulisse wäre mal wieder schön. So eine zum Beispiel.

//*seufzend ab

Broterwerb | Zusammenfassung dieser Woche bis hierhin:

  • vier Tage Arbeit im Großprojekt mit Kunde Eins
  • Vorbereitung eines Tagesworkshops mit Kunde Zwei
  • Webinar mit Kunde Drei
  • Vorbereitungen für die kommende Woche, Kunde Vier

Ich hätte zudem auf fünf potentiellen privaten Abendterminen an drei Tagen sein können/sollen/wollen. Ich habe viel geschlafen (Übersprungshandlung) und, wenn ich nicht geschlafen habe, gearbeitet.


Schlauer werden | Lust auf eine kleine, kurzweilige Weiterbildung? Im Webinar “Veränderung begleiten” geht es Anfang Mai darum, Wandel zu gestalten.

An Vormittag Eins geht es um das Oberthema “Veränderung in Gang setzen”. Wir sprechen darüber, wie man die Gründe und Dringlichkeit für Veränderung kommuniziert. Wir schauen auf die Psychologie der Veränderung und auf Möglichkeiten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (wirklich) zu beteiligen. An Vormittag Zwei ist das Motto “Veränderung begleiten und Sicherheit geben”: Es geht um die Möglichkeiten, große Vorhaben in kleine Schritte herunterzubrechen und so greifbar zu machen. Wir reden über gute Kommunikation und über kulturbildende Momente.

Beide Vormittage sind auch einzeln buchbar. Mehr Infos und Anmeldung drüben auf vanessagiese.de.


Samstagabend | Ich lege Ihnen noch einmal meine Online-Lesung ans Herz, am Samstag nach der tagesschau, 20:15 Uhr. Anmeldung per E-Mail bei den Damen von tc63@tangent-club.de. Es gibt Ausschnitte aus meinem Buch. Ich erzähle von der Entstehung. Online-Dating-Geschichten gehen ja auch immer, nicht wahr. Die geschätzte Steffi vom ZDF moderiert. Spenden gehen an die Dortmunder Tafel.


Würfelwelt | In der Nachbarschaft hat jemand großformatig Minecraft gespielt.

Würfelige Häuser

Unternehmenskultur | Ich habe etwas dazu aufgeschrieben, wie man Unternehmenskultur verändert.


Pragmatische Lösungen | Ich bin dafür, dass Markus und Armin raus aufs Land rausfahren, die Sache wie Männer klären und uns dann einfach sagen, wer gewonnen hat. Wer es zurück schafft, der isses. Wenn keiner von beiden es zurück schafft, ist es auch okay.


Gefühlslage | Ich fühle mich hilflos und ohnmächtig angesichts der politischen Inkompetenz, Schamlosigkeit, Bräsigkeit, Unverfrorenheit – suchen Sie sich ein Wort aus. Meine Politikerverdrossenheit erreicht eine ungekannte Dimension.


Bilder | Auf der Autobahn. Im Garten. Beim Spaziergang.


Gelesen | Warum die Aussage “Es sind noch Intensivbetten frei” falsch ist: “Nicht jedes Intensivbett für jeden geeignet”. Der Intensivmediziner findet in dem Interview auch klare Worte für die Politik:

Unsere Landesregierung in NRW hat es geschafft, den schlechtmöglichsten Mix aus Zermürbung der Bevölkerung mit immer neuen, einschränkenden Maßnahmen ohne Aussicht auf Besserung und trotzdem mit ansteigenden Infektionszahlen zu treffen. So schamlos muss man erstmal sein, sich damit für das Bundeskanzleramt zu empfehlen.

Interview auf ZDF.de

Gelesen | Die Brücke der Beschränkungen

Eskapaden in Gelsenkirchen | Vor #deraktuellenSituation habe ich die Halden des Ruhrgebiets nur von Weitem gesehen. Jetzt steige ich hinauf. Zwar mangelt es beim Erklimmen deutlich an Kanaren- und Abruzzengefühl, aber was will man machen. Ich stelle mir einfach vor, dass es sich bei den Kraftwerken, Fußballstadien und den putzbröckelnden Geschossbauten der Immobilienkonzerne um touritisch hoch relevante urban art handelt, eine besichtigenswerte Großrauminstallation, das Siechtum der einst entfesselten Industrialisierung.

Hügel mit aufgestapelten Steinblöcken, dahinter Panorama des Ruhrgebiets

Wir fuhren also zur Halde Rheinelbe. In zarter Verzweiflung, inzwischen ideenlos, was man noch tun kann außer im Wald umherlaufen, hatte ich das Buch “52 kleine und große Eskapaden im Ruhrgebiet” erworben. Dort ist ein Acht-Kilometer-Weg beschrieben, der erst auf die Halde hinauf und durch einen Skulturenwald führt, dann durch Gelsenkirchener Stadtviertel und den Mechtenberg mit dem Bismarckturm hinauf.

Der Rundweg war mäßig spannend, die Halde an sich ist prima. Die zehn Meter hohe “Himmelstreppe”, aufgestapelten Betonblöcke, kann man besteigen, was besonders für kletterfreudige Kinder ein guter Zeivertreib ist. Den umliegenden Wald kann man auf Trampelpfaden erkunden. Dort stehen zahlreiche Skultpuren des Recklinghäuser Künstlers Hermann Prigann.


Käte | Die Romanvorschau ist online.

Buchcover: Die Frau, die den Himmel eroberte (Frau im Ballon)

Voraussichtliches Erscheinungsdatum: 13. September 2021. Hach! Ich bin ein bisschen aufgeregt.

Das Cover stammt von Elizabeth Mayville. Der Verlag hat es bei ihr für das Buch in Auftrag gegeben. Mir gefällt ihr Stil total gut.

Derweil brachte ich am Wochenende die erste Lektoratsrunde zu Ende. Ich arbeitete die Verbesserungsvorschläge der Lektorin ein, schob einige Textabschnitte von oben nach unten, ergänzte, strick, und manchmal drückte ich auch nur auf “Änderung annehmen”. Dann gab ich den einzelnen Kapiteln noch Überschriften.

Am kommenden Samstag können Sie etwas über die Geschichte und das Entstehen des Buches erfahren – bei meiner Online-Lesung für die Dortmunder Tafel. Außerdem lese ich launige Geschichten aus dem Blog. Anmeldung per Mail beim Veranstalter, dem Dortmunder Tangent-Club: tc63@tangent-club.de. Wir starten nach der tagesschau um 20:15 Uhr. Den Link gibt’s nach der Anmeldung.


Pflanzenparkplatz | Am Freitag reiste ich nach Bielefeld zu einer Kundin. Sie kennt das Kännchenblog und meinen Garten und hatte gefragt, ob ich Pflanzen aus ihrem Garten haben wolle. Sie habe wunderschöne – und so viele, dass sie mir gerne welche absteche. Also fuhr ich hin. Es war auch eine gute Gelegenheit, sich nach sechs Monaten gemeinsamer Online-Treffen einmal persönlich zu sehen. So saßen ich also auf der Bank in ihrem Garten, sie in Entfernung auf einem Baumstamm, ich neben dem Zimtschnecken, wir tranken Capuccino und schnackten.

Im Hintergrund krähte sich Hahn Karl-Gustav die Seele aus dem Leib. Er hatte wohl Sorge, dass ich ihm die Frauen abspenstig mache.

Ich kehrte heim mit einem Kofferraum voller Schätze: Astern, Nachtkerzen, Färberkamille, Violen und Mutterkraut. Einen Tag später pflanzte ich alles ein, in strömendem Regen, aber mit großer Zuversicht. Weil man sich, wie ich lernte, für Pflanzen nicht bedanken darf (dann gehen sie nicht an), nicke ich an dieser Stelle nur in Richtung Bielefeld.


Inzidenzen und Altersgruppen |  Beim Robert-Koch-Institut (RKI) hat man die Möglichkeit, sich die Inzidenzen in seinem Landkreis nach Altersgruppen aufsplitten zu lassen. Ich habe das mal für die mich betreffenden Kreise Dortmund (ich) und Recklinghausen (Knuffelcontact) gemacht. Erkenntnis: Nachdem es uns in der zweiten Welle nicht gelang, die Alten zu schützen, sind die Opfer der dritten Welle nun Eltern, Kinder und junge Leute.

  • Die Inzidenz in den geimpften Altersgruppen liegen unter dem Durchschnitt: in Dortmund mit 61 und 72 deutlich unter 100 und damit etwa bei der Hälfte der Gesamtinzidenz der Stadt (aktuell circa 123).
  • Interessant wird es in meiner eigenen Altergruppen und den Altersgruppen der Kinder. Die höchste Inzidenz (216) hat in Dortmund die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, gefolgt von 5- bis 9-Jährigen (193) und den 0- bis 4-Jährigen (186). Also: Eltern und ihre Kita- und Grundschulkinder.
  • In Recklinghausen haben die 20- bis 24-Jährigen (253) und die 25- bis 29-Jährigen (221) die höchsten Inzidenzen, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen (202) und den 40- bis 49-Jährigen (177).

Man sieht also deutlich, wer von der dritten Welle aktuell am meisten betroffen ist. Es sind die nicht Geimpften mit den meisten Kontakten – im Privatleben, aber auch und vor allem (unfreiwillig) in Schule und Berufsleben.

Balkendiagramm zu Inzidenzen in Dortmund und im Kreis Recklinghausen über Altergruppen

Die Daten kann man sich beim RKI zurechtklicken und auf diese Weise auch im Zeitverlauf verfolgen. Weil das nicht ganz selbsterklärend ist, teile ich hier einmal meine Filtermaske zum Nachbauen:

Filtereinstellungen

Wenn die Politik nun also erst ab einer Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen in den Distanzunterricht wechseln möchte, heißt das auch: Die Inzidenz in der Altersgruppe der Eltern und Kinder ist dann bereits durch die Decke gegangen. Ein gutes Beispiel ist Chemnitz. Die offizielle Inzidenz lautet “nur” 225. Dort liegt die Inzidenz bei den 30- bis 39-Jährigen bei 534, bei den 5- bis 9-Jährigen bei 888. Es mutet wie eine Durchseuchung der Eltern- und Kindergeneration an – mit vielen Langzeitkranken.

(Danke an Florian S. für den Hinweis auf die RKI-Daten)


Gelesen | Zehn spannende Erkenntnisse über Kohlmeisen

Gelesen | Pia Ziefle vom Buchladen Mössingen über die Möglichkeit, dann Kundinnen nun wieder bei ihr einkaufen können:

Wer soll denn da nicht verrückt werden, wer soll sich denn die alle paar Tage wechselnden Konditionen merken, wer soll denn den Nerv haben, in allen Läden auf der Einkaufstour anzurufen und zu fragen, wie es gerade gehandhabt wird? Und das im Drei-Landkreise-Eck hier in Mössingen? Wissen Sie was? Da kann ich FAST verstehen, wenn Sie online einkaufen – denn der Postbote bringts ja. und der ist zuverlässig legal unterwegs, während wir einfach ganz ehrlich nicht wissen, was uns und Sie am kommenden Dienstag oder übernächste Woche erwartet.

Und das alles liegt nicht an der Pandemie. Es liegt nicht am Virus. Es liegt nicht an der Infektionsgefahr. Sondern am Umgang damit, und daran, dass keiner die Eier hat (das ist eine Ostermetapher, nichts sonst …), dass keiner die Eier hat sich hinzustellen und Verantwortung zu übernehmen. 

Unser Shutdown – Buchladen Mössingen

Neues Lockdown-Lifegoal | Mein Rasenmäher ist gestorben, Herzinfarkt. Erst machte er dröhnende Geräusche. Dann wurde er für immer still. Ich habe ihn noch in die Klinik gebracht, aber dort konnten sie nur noch seinen Tod feststellen. Im Debriefing sagte der Notarzt, es handele sich um “ein billiges Baumarktmodell”. Ich war zart entrüstet, denn der Baumarkt pries meinen Rasenmäher seinerzeit als “der Testsieger” an.

Sei es drum. Ich habe fürderhin viel über Rasenmäher gelernt, insbesondere was das Schnitt- und Mulchverhalten betrifft, die – //*grunzt leise – Mähpower sowie die Preisspannen, die alles Drei mit sich bringt. Der Neue wird ein Akku-Rasenmäher sein, das kleinste und wendigste Modell seiner Klasse mit sechs Schnitthöhenpositionen, Fangkorb, Soft-Griffen, Mulchfunktion und einer schmalen Taille. Mein Anwesen ist überschaubar; es braucht vor allem gutes Handling. Ich erfuhr vom Rasenmähermann, dass das Westfalenstadion mit Geräten dieser Marke gemäht wird. Ich werde fortan also im BVB-Trikot mähen, als Platzwärtin meines Gartens. Lifegoal: Streifenmuster, um die Abseits-Position vor dem Gemüsebeet besser zu erkennen.


Die Fahrradfrage | Hier lesen viele Menschen mit. Auch meine Kunden lesen mit – und Mitarbeiter und Dienstleister meiner Kunden. Wäre dies tatsächlich ein Café und träfe man sich bei Waffeln und Gebäck: Es wären charmante Kaffeerunden.

Nachdem ich letztens über meine miese Laune schrieb, die unter anderem von einer noch mieseren Fahrradberatung herrührte (ich bin heute noch entrüstet angesichts dieser Nichtleistung), meldete sich ein Kollege, mit dem ich derzeit beim Kunden in einem Thema zusammenarbeite und fragte, was ich denn brauche, er verkaufe in seinem Zweitjob Fahrräder. Leider wohnt er in Süddeutschland, so dass ich nicht einfach bei ihm vorbeifahren und mich beraten lassen kann. Wir machten das also fernelektrisch. Er bestätigte mir, was ich bereits ahnte, nämlich dass mir ein Fahrrad von der Stange nicht helfen wird, weil ich lange Beine und im Vergleich dazu kurze Arme habe, so dass ich auf Standard-Abmessungen entweder gestaucht oder gestreckt werde, was beides unergonomisch und ungemütlich ist. Das Umgekehrte, also Dackelbeine und Krakenarme, sind offenbar weniger ein Problem.

Wir brauchen für Dich einen Rahmen mit möglichst langem Steuerrohr (also das Rohr zwischen Gabel und Vorbau) und kurzem Oberrohr bzw. sehr kurzem Vorbau. Leider baut man derzeit eher Rahmen mit langem Oberrohr.

Idee: Man suche ein Bike mit großem Rahmen und tausche die Sattelstütze gegen eine solche, die nicht nach hinten geht und montiere einen sehr kurzen und nach oben abgewinkelten Vorbau. 

Er nannte mir zwei Beispielräder. Das war sehr hilfreich. So weiß ich nun, worauf ich beim Testfahren achten sollte, dass die Testfahrt also nicht perfekt sein muss, sondern dass ich selbst etwas verändern und mir diese Veränderung dazudenken beim Ausprobieren muss.


Botanischer Garten | Blüten im Park:

Rosa Blüte in einem flechtenbewachsenen Baum

Mischmaschine | Bisweilen erscheint es, als gäbe es eine Wörter-Mischmaschine, die alle Pandemiewörter immer wieder neu mischt. Impfoffensive und Brückenlockdown, ein Kurswechsel, hart, soft, konsequent, eine Notbremse, Evidenz-basiert, unausweichlich, Wellenbrecher und schärfere Maßnahmen, drastisch, für Hot-Spot-Versager, eine polarisierende Priorisierungsdebatte, kopflos, aber auch Niedrig-Inzidenz, vielleicht dank Meldeverzug, die große Welle nach der Delle, allgegenwärtige Hoffnungsrhetorik, Shutdown, Kontaktbeschränkungen, und wenn die Impfrakete zündet, eine Exitstrategie, Lockerungen, private Treffen, bundeseinheitlich, aber Ländersache, light, mit hoher Dynamik, Herdenimmunität, in der Breite, heftig und exponentiell. Man kann die Wörter schütteln und neu würfeln, man kann einzelne herausangeln, man kann sie willentlich kombinieren oder unwillentlich verwechseln – es ergibt immer alles irgendwie Sinn. Wie heißt nochmal dieses Spiel, in dem man Begriffe pantomimisch darstellen, malen oder kneten muss?


Schulterzucken | Dass in den Schulen kaum Ansteckungen stattfinden, werte ich als ein statistisches Artefakt. Kinder gehen zur Schule. Kinder haben oft keine Symptome. In der Schule wird gleichzeitig nicht getestet*. Plötzlich ist der Papa positiv. Papa steckt Mama an, beide das Geschwisterkind. Woher haben sie es? Sie waren nirgends, nur im Homeoffice. Vielleicht Supermarkt? Oder von dieser einen Begegnung letztens draußen? In die Statistik geht ein: Infektion im privaten Bereich. Die Schule taucht nirgendwo auf, außer in lokalen Berichterstattungen. Ergo: In den Schulen finden kaum Infektionen statt. Das ist übrigens klassische Managementschule: Was man nicht messen kann, kann man nicht lenken. Also lässt man es laufen.

*oder unzureichend, nur einmal pro Woche oder weniger; wer nicht will, muss nicht

Es sind übrigens nicht Kinder, die das Infektionsgeschehen beeinflussen. Das setzt den falschen Schuldfokus. Es ist das System der unveränderten Präsenzschule mit seiner Kontakt- und Netzwerkfunktion. Ohne Virus ist diese Funktion so gewollt, mit Virus leider tödlich. Würde man die Realität als solche anerkennen, könnte man über die Anschaffung von Luftfiltern, die Anmietung zusätzlicher Räume, einen entschlackten Lehrplan und weitere Lösungen, z.B. Projektunterricht draußen und Anwerbung geeigneter Menschen aus aktuell geschlossenen Branchen nachdenken. Es gibt doch sicher Musiker, Künstlerinnen, Bühnenbildner, Bühnenbetriebstechnikerinnen, Tonmeister, Maßschneiderinnen, Dramaturgen und andere Veranstaltungsmenschen, die pädagogisches Geschick haben und vorhandene Lehrkräfte mit ihrem Know-how unterstützen wollen. Was gäbe es alles zu vermitteln über Schall und Geschichtenerzählen, über Bühnenbau und Elektrik, übers Darstellen und Täuschen, über Holzverarbeitung und Licht, über Orchester und Töne! Die Theater sind leer und groß, ebenso die Stadt- und Messehallen, und im Wald gibt es ausreichend Platz.

Es existieren Konzepte von Pädagog:innen dazu, auch in Zusammenarbeit mit der Naturwissenschaft. Zugegeben, dazu müsste man noch die Verwaltungsdenke ablegen und Budget freigeben.


Präventiv oder inklusiv | Interessante Gedanken übrigens von Politikberater Erik Flügge, der die zwei Handlungsstrategien für die Corona-Politik beleuchtet und Armin Laschets Handeln einordnet. Möglichkeit Eins sei, vorausschauend auf die Pandemieentwicklung zu reagieren: Durch frühe und scharfe Maßnahmen bleibt die Katastrophe aus. Damit laufe man allerdings ins Präventionsparadoxon: Die Maßnahmen sind wirksam, das Schlimme tritt nicht ein, in der Folge werden die Maßnahmen als überzogen und falsch kritisiert, Politiker werden unbeliebt. Möglichkeit Zwei sei, sozial inklusiv zu handeln: präventive Momente verstreichen zu lassen und, wenn das Schlimme dann eintritt, auf die Unterstützung aller zu bauen. Die Chance, dass alle mitmachen, ist dann groß, weil die Menschen im Angesicht der Katastrophe, der kranken Angehörigen und toten Menschen die Maßnahmen verstehen. Armin Laschets Taktik sei ein toxisches Hybrid aus beidem: Er rede das Problem groß (“brauchen Brückenlockdown”) und gleichzeitig klein (“Zahlen gehen gerade runter”). Er kündige eine präventive Strategie an (“Jetzt in den Brückenlockdown!”), gestalte sie aber nicht so, dass sie geeignet sei, präventiv zu wirken (Kitas offen, Schulen offen, freiwillig Homeoffice, keine Testpflicht).

Er kombiniert die Schwächen beider Ansätze: Er spaltet die Gesellschaft und lässt die Katastrophe zu.

Erik Flügge auf Twitter

Gehört | Das Zeitzeichen über Arnold Marquis, der die ganz Großen des Kinos synchronisierte: John Wayne, Robert Mitchum, Kirk Douglas, Yves Montand, Bud Spencer oder den Butler Max aus der Serie “Hart aber herzlich”. | Eine kurze Geschichte des Ballonfahrens und Fallschirmspringens. Wenn Sie, schon bevor Sie mein Buch lesen, etwas über Käte Paulus erfahren möchten: Ab Minute 26:28 sprechen Daniel Meßner und Richard Hemmer über sie und ihren Partner Hermann Lattemann.


Gelesen | I’m speaking:

Ich wollte einen langen Beitrag über den Talkshow-Auftritt von Melanie Brinkmann schreiben, aber ich habe keine Lust. Nach 20 Jahren im Job habe ich keine Lust mehr. Ich habe zig solcher Situationen erlebt, ich habe gegengehalten, ich habe jahrelang geübt, wie man ruhig das Wort behält, ich habe mich fulminant gegen alte Männer in Diskussionsrunden verteidigt, um dann hinterher in der Mittagspause am Buffet zu stehen und zu hören, dass hinter mir darüber diskutiert wird, ob ich wohl im Bett auch so feurig sei, bin “Mädchen” genannt worden, bin ironisch “Frau Professor” genannt worden, bin abfällig “die junge Kollegin” genannt worden, bin von Berufungskommissionsvorsitzenden gefragt worden, wie ich mich als Frau denn durchsetzen wollen würde, und alles in allem macht mich das nur noch müde. Mit 25 habe ich noch vehement behauptet, dass das Problem vermutlich bald erledigt sein wird, weil die Fossile ja jetzt aussterben, aber jetzt bin ich 44, und die Situation ist unverändert. Schade.


Gesehen | Safe Space Großraumbüro:

Verständnisprobleme | Nach dem Wellenbrecher-Lockdown und dem Lockdown light nun also der Brückenlockdown. Wenn ich das richtig verstanden habe, will Herr Laschet jetzt! aber! wirklich! alles! schließen. Außer Fabriken, Werkshallen und Schlachthöfe natürlich, Küchenstudios, Baumärkte und all jene Büros und Amtsstuben, in denen man kein Homeoffice einrichten mag kann. Schulen und Kindertagesstätten bleiben jedenfalls in Präsenz geöffnet, damit die Eltern in den Werkshallen, Schlachthöfen und Großraumbüros Teil der Wertschöpfungskette sein können, in der die Arbeitgeber freundlich aufgerufen sind, die Mitarbeitenden zu testen – wenn es denn möglich ist, also unter Umständen, aber auf keinen Fall verpflichtend. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Freizeitaktivitäten und privaten Kontakte jetzt! aber! wirklich! reduzieren, nötigenfalls mit Hilfe einer Ausgangsbeschränkung. Um noch weniger Leute zu sehen – also privat, beruflich und in der Schule ist es ja ungefährlich – können viele von uns zwar nur noch daheim den Spiegel abhängen, aber das muss jetzt wirklich sein. Es ist auch nur für zwei bis drei Wochen, weil: Dann ist ja ein großer Teil der Bevölkerung geimpft. Vielleicht brauchen wir aber auch gar keinen Brückenlockdown, denn über Ostern sind die Zahlen ja gesunken – woran das liegt, weiß man nicht. Dass über die Feiertage niemand vor dem Faxgerät saß, kann es jedenfalls nicht sein.

Ich hoffe, ich habe das korrekt zusammengefasst. Die Details der Laschet’schen Denkanstrengung waren ja etwas dürftig.


Wut | Rezo trifft meine Stimmung:

Das ist das Krasseste … ist diese tief sitzende Respektlosigkeit vor wissenschaftlichen Erkenntnissen, vor den Prinzipien der Logik, den Prinzipien von rationalem Denken, vor Naturgesetzen. Das Krasseste ist, dass diese Leute Nicht-Handeln als Default-Wert sehen, als Grundwert, was die einfach so grundsätzlich machen. Dabei ist in keiner Krise … nicht handeln ist das Schlimmste. Das Radikalste, das Krasseste, das Destruktivste, was du tun kannst, ist nicht zu handeln. Das ist nicht nur ein Problem von dieser Krise. Das ist auch ein Problem von der Klimakrise.

Rezo zerstört Corona-Politik, ab Minute 11:35.

Der Mann hinter Laschet | Wer Armin Laschet noch nicht ausreichend umsympathisch findet, dem empfehle ich diesen Text über seinen engsten Vertrauten, den Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski – wahlweise auch “Laschets Mastermind” oder sein “Schattenmann” genannt. Sollte Laschet Kanzler werden, wird Liminski wohl Kanzleramtsminister. Als Teil des ultrarechten Flügels der CDU ist er fundamentalistisch katholisch und erzkonservativ.

[…] Dafür steht etwa die „Generation Benedikt“, die Liminski kurz nach seinem Abitur in Bonn mit gründete und als deren Sprecher er bei Maischberger saß. Heute heißt die Gruppe „Initiative Pontifex“. Ihr Ziel: Deutschland zu „re-katholisieren“. Die Ehe für alle sei ein „Verlustspiel“, heißt es auf der Website, Schwangerschaftsabbrüche „ein Unrecht“, das es zu bekämpfen gelte. Und Informationen über Abbrüche auf Webseiten von Ärzt:innen, die nach Paragraf 219a hierzulande verboten sind, gelten der Initiative als „Werbung für die vorgeburtliche Tötung von Kindern“.

Die rechte Hand Laschets

Laschet, der einst erster Integrationsminister NRWs war und deshalb von den CDU-Konservativen als “Lusche Laschet” und “Türken-Armin” verspottet wurde, engagierte Liminski 2014, um sich innerparteilich zu stärken. Liminski, so heißt es im Text, “arbeite geräuschlos” und “stelle Weichen”.

Dass Liminski längst die Berliner Machtzentrale im Blick hat, bezweifelt in Düsseldorf niemand. Als CDU-Chef habe Armin Laschet nun mal den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur, finden seine Parteifreunde. Markus Söder werde einsehen, dass er als bayerischer Christsozialer bundesweit schlechter vermittelbar sei als der Rheinländer. Und auf Liminski könne Laschet nicht verzichten: Nirgendwo könne der ihm besser dienen als im Kanzleramt.

Die rechte Hand Laschets

Laschet mag ein volkstümelnder, bräsiger Grüßaugust sein. Seine rechte Hand Liminski ist es ganz gewiss nicht. Die Frage scheint auch: Wer von beiden benutzt wen?


Eine weitere Unerfreulichkeit | Schneetreiben.

Im Vordergrund Frühlingsblumen, im Hintergrund der Garten mit Gewächshaus. Schnee fällt.

Gelesen | Die taz-Recherchen zu Spahns Schweigekartell | Außerdem zeigt eine neue Studie der Virologin Sandra Ciesek in Zusammenarbeit mit Christian Drosten und Victor Corman: Flugreisen helfen dem Coronavirus bei seiner Verbreitung – und besonders den Mutanten , auch wenn die Inzidenz im Zielgebiet der Reise niedrig ist.

Urlaub | Eine Woche Urlaub. Uff. Das ist nötig. Die vergangene Woche hatte es nochmal in sich. Jetzt habe ich erstmal eine Woche (kunden-)frei.


Einmal über’n Berg | Der erste Weg führte mich in die Heimat, wo im Hexenteich die Kröten quaken:

Kröten zwischen Schilf

Vatta und ich trafen die Kröten, als wir “einmal über’n Berg” gingen: eine Runde über den Kapellenberg, den Weg der Kreuztracht. Bei der Kreuztracht trägt von Karfreitag auf Karsamstag stündlich ein Gläubiger ein großes Holzkreuz über den Rodenberg – von der Kirche in der Stadt bis zu einer Kapelle und wieder zurück, entlang der Heiligenhäuschen auf dem Weg. Wer mag, folgt. Das geht die ganze Nacht so und ist neben der Pfingstirmes die Tradition in der Heimat. #WegenderaktuellenSituation finden in diesem Jahr allerdings keine Prozessionen statt. Stattdessen verteilte die Gemeinde kleine Holzkreuze. Viele Menschen gingen den Weg mit ihrer Familie.

Als wir an der Antoniuskapelle standen und in die Gegend guckten, knackte es plötzlich in unserem Rücken. Wir drehten uns um, großes Getöse, und ein Baum fiel um. Ein normaler, großer Baum. Er brach einfach auf zwei Metern Höhe ab und stürzte um. Sapperlot! Zum Glück kam niemand zu Schaden.


Durch die Spuren der Maschinen | Die Wanderkreise werden weiter. Gestern marschierten der Knuffelcontact und ich durchs Bommecketal in Herscheid. Über das Bommecketal ist im Wanderführer zu lesen:

In der klammartigen Schlucht, in der es auch im Sommer feucht und kühl ist, wurden über 2100 Tierarten, mehr als 400 Pflanzenarten und über 80 Flechten nachgewiesen, die sich auf dieses feucht-kühle Kellerklima spezialisiert haben. Tanzfliegen, Libelle und Schmetterlinge taumeln durch dieses traumhafte Tal.

Rother Wanderführer “Sauerland mit Rothaarsteig”, S. 104

Die Erwartungen waren also hoch, und das war vielleicht das Problem: Von den beschrieben 2100 Tierarten sahen wir ungefähr drei, Wasserfälle gab es keine und taumelnde Tanzfliegen auch nicht. Der verklärte Sauerländer Wald war, wie schon in Sundern, eine Monokultur-Plantage. Oder die Hänge waren abgeholzt.

Abgeholzter Waldbereich

Die tiefen Spuren der Harvester ersetzten die Wege. Durch Furchen und Rillen stiefelten wir bergauf und bergab.

Egal, ob nun der Borkenkäfer die Schuld am Kahlschlag trägt oder ob die Bäume regulär geerntet wurden: Es bleibt das Gefühl, dass wir ziemlich am Arsch sind, was Umwelt und Klima angeht.

Dennoch war die Wanderung schöner als daheim herumzulaufen, wo wir schon jeden Strauch und jede Ente kennen. Wir stiegen in Täler hinab und auf Berge hinauf. Am Ende saßen wir auf einem Waldsofa und waren platt.

Rother Wanderführer Sauerland. Tour 36: Wellin – Hohe Molmert – Bommecketal. 16 Kilometer. Reine Gehzeit: 4,5 Stunden.


Osterwunder | Vatta hat einen Impftermin – dank Twitter. Das kam so: Während der Wanderung las ich in den Tweets des geschätzten @cupidissimo, dass er für seine Mutter einen Impftermin gebucht hat.

https://twitter.com/cupidissimo/status/1378243060363067394

Ich dachte: “Seine Mutter wohnt aber doch in Dortmund …” Und in Dortmund sind sie immer noch nicht mit den Alten durch. Ich googelte und fand heraus: Weil Impfstoff, der für junge Frauen mit hoher Prio vorgesehen war, jetzt nicht mehr an junge Frauen verimpft wird, dürfen die 60- bis 79-Jährigen ran. Solange, bis nichts mehr da ist.

Flugs ging ich auf nrw-impft.de, um Vatta einen Termin zu organisieren. Aber vergebens: Ich erhielt die Meldung, dass keine Termine verfügbar seien. Ich antwortete Cupidissimo.

Er schrieb mir per dm: “Grade nochmal registriert und es ging schon wieder durch, und es gibt noch reichlich Termine, soll ich für dich evtl mal versuchen?” Auf einem Holzstapel im Bommecketal stehend gab ich Adresse und Geburtsdatum durch, und er buchte meinem Vater einen Impftermin. Nur kurze Zeit später waren alle Termine vergeben. Ein Osterwunder!


Gelesen | In Alt-Tellin (Kreis Vorpommern-Greifswald) gab es eine Schweinemastanlage für 56.000 Schweine. Am Dienstag sind 55.000 von ihnen verbrannt.

Haltern | Neulich bei Stockhofes Landeiern:

Hühnerherde. Die vorderen zwei Hühner gucken sich an.

“Gründonnerstag ist jetzt doch nicht Ruhetag.”
“Nicht? Ich dachte …”
“Wegen Ostereiern.”
“Ach.”


Pärchenabend | Seit mehr als einem Jahr haben wir nicht mehr unbeschwert zusammengesessen. Am Freitag kamen die Schnelltests. Am Samstag haben der Knuffelcontact und ich uns getestet. Dann kamen die Gäste. Wir winkten den Gästen zu. Sie testeten sich. Dann herzten wir uns und saßen bis weit nach Mitternacht zusammen, aßen, tranken, plauschten und lachten.

Es war wunderbar. Um 2 Uhr war es plötzlich 3 Uhr und wirklich Zeit, ins Bett zu gehen.

Auf dem Tisch: Ravioli mit Estragon-Zitronen-Butter (aus dem Rest Nudelteig habe ich Bandnudeln gemacht) und Schokoladenbrownies mit Mango-Eis. Während wir am Nachmittag das Essen vorbereiteten, zog ein beeindruckendes Gewitter über Dortmund hinweg – mit einem minutenlangen Graupelschauer.


Sag ruhig Wir zu uns | Katja ist Deeskalationstrainerin. Sie arbeitet im heilpädagogischen Kontext, mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit Unternehmenskunden, zum Beispiel der Deutschen Bahn. Jetzt hat sie einen Podcast gestartet:

Katja Waldhauer zieht für Euch los, stellt Fragen und bekommt Antworten, die Euch verwundern werden. Hört rein in die Lebenswelten von Mitmenschen, die auf den ersten Blick so anders wirken und auf den zweiten einfach WIR sind.

sag ruhig WIR zu uns

Der Podcast hat den grandiosen Titel sag ruhig WIR zu uns. In der ersten Folge spricht sie mit Andreas. Er hatte mehrere Schlaganfälle und lebt mit dem Locked-In-Syndrom, kann sich also aus einer Kraft kaum bewegen oder sich sprachlich äußern. Andreas erzählt mit Hilfe seines Sprachcomputers Tobi, wie er seine Situation empfindet. Er spricht über den unbedingten Willen zu leben, Sex, Disziplin und den Wunsch, der Welt etwas Wichtiges mitzuteilen. Ich habe gerne zugehört.


Wildewiese – Faulebutter – Schomberg | Wandern unterscheidet sich von Spazierengehen ja darin, dass man woanders hinfährt, um durch die Gegend zu laufen. Und dass man beim Laufen ein bisschen leidet.

Heute fuhren wir also zum Wandern. Ins Sauerland, nach Wildewiese. Von dort aus gingen wir nach Faulebutter [sic!], weiter zum Pumpspeicherwerk Glinge und durch das Glingebachtal zurück nach Wildewiese. Eine schöne Strecke, und vor allem: mal etwas anderes als das Übliche, mehr Auf und Ab, andere Aussichten. Schokoküchlein hielten die Motivation hoch.

Wir trafen kaum auf andere Wanderer, dafür auf Ameisenhaufen – einer davon riesengroß. Gerne hätten wir uns mal auf eine Bank gesetzt, aber die Bänke waren nicht gut in Form. Was bedrückend war: das Waldsterben. Tote Fichten bedecken ganze Hänge, wenn sie nicht schon abgeholzt sind. Dazu die Monokultur: Über weite Teile war es, als liefen wir durch eine Plantage statt durch Wald.


Gelesen | René Engel ist wütend (Thread)



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