Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Die Zugewandtheit der Rautetaste | “Bitte geben Sie Ihren Zugangscode ein und drücken Sie anschließend die Rautetaste.”

So beginnt täglich um 8:30 Uhr mein Arbeitstag. Die Vorzimmerdame des Go-to-Meetings ist immer sehr freundlich. Sie sagt ihren Satz mit Zugewandtheit und großer Geduld.

Jeden Morgen tue ich mich schwer, sie abzuwürgen. Obwohl ich ja weiß, was sie sagen wird. Schon während sie mit “Bitte geben Sie …” ansetzt, könnte ich meinen Zugangscode eingeben, und sie würde aufhören zu sprechen. Ich habe das sogar schon gemacht – als ich spät dran war. Ich habe mich dabei aber schlecht gefühlt. Es hat mich traurig gemacht.

Denn das macht doch was mit einem. Abgewürgt werden. Die Frau ist so freundlich, so höflich. Keine Wertschätzung zu erfahren – das ist doch schrecklich.

Jetzt kommen Sie mir nicht mit: Aber das ist nur eine Computerstimme! Mag sein. Für mich nicht. Für mich ist das Gabi von Go-to-Meeting.


in echt jetzt? | Am Samstag hatten Radiofrau Christina Scheuer und ich eine Premiere: Wir nahmen gemeinsam eine Podcastfolge auf, ohne nebeneinander zu sitzen. Vielmehr saß sie bei sich, und ich saß bei mir.

Entstanden ist eine Folge von “in echt jetzt?”. Ich war Gast. Christina hat mich interviewt. Sie trifft sich in ihrem Podcast mit Menschen aus dem Internet und stellt ihnen Fragen. In der Beschreibung des Podcasts heißt es:

Hi, ich bin Christina. Im “echten Leben” bin ich 41 Jahre alt und arbeite beim Radio. Bei Twitter folge ich vielen spannenden, interessanten, kuriosen Leute. Aber wie sind die denn im “echten Leben”? Haben die was zu erzählen? Ich treffe meine Lieblingstwitterer an ihren Lieblingsplätzen im “echten Leben”.

Podcastbeschreibung bei Spotify

Wir sprachen über … ja, worüber sprachen wir eigentlich? Wenn man fast eine Stunde lang gefragt wird und bemüht ist, etwas Sinnvolles zu antworten, weil es ja danach im Netz steht, für immer und die ganze Welt, ist der Kopf danach ziemlich leer. Ich werde mich also selbst anhören müssen, um es zu erfahren.

Die Folge sowie den ganzen Podcast gibt es bei spotify, auf Podigee und auf Apple Podcasts.


Aufm Fensterbrett | Das Gemüse keimt. Noch vier Monate, dann habe ich eine autarke Versorgung stehen.


Bewegungstherapie | Heute habe ich erstmals Seven ausprobiert. Das ist eine App, die einem sieben Minuten Bewegung verschafft – mit Übungen, die man ohne irgendwas machen kann. Gefiel mir sehr gut. Ersetzt keinen Sport und kein Training. Ist aber gut, um beim ganzen Am-Schreibtisch-Sitzen eine Bewegungseinheit einzuschieben. Ich habe den Timer auf täglich werktags, 12:45 Uhr, gestellt.

Außerdem: Nachdem es bei einer Übung im Rücken knackte, habe ich keine Rückenbeschwerden mehr. Famos!


M4MvsCovid | Die Phase des Projekts, in der es sich etwas zieht. In der man eigentlich fertig sein wollte. Aber nicht ist. Und auch morgen nicht sein wird. Sondern erst in einer Woche. Obwohl niemand etwas falsch gemacht hat. Es läuft richtig gut. Aber wir sind noch nicht zufrieden.

Wo stehen wir? Die Mediziner haben fast alle Inhalte erstellt. Wir haben fast alle Inhalte eingepflegt. Die Seite steht.

Was wollen wir dann noch mehr? Wir wollen passgenauere Inhalte für die Gruppe der Nicht-Intensivmediziner. Sie gefallen der medizinischen Projektleitung noch nicht. Es geht um die Gratwanderung zwischen “Die Zielgruppe ist medizinische Expertin, deshalb fangen wir nicht bei Adam und Eva an” und “Die Zielgruppe hat zwar medizinische, aber wenig intensivmedizinische Erfahrung, steht unter emotionalem Druck und hat wenig Zeit”.

Was fehlt noch? Die Beiträge sollen bei gleicher inhaltlicher Qualität schlanker und schneller erfassbar werden – außerdem konkreter, was den Bezug zu Covid-19 angeht.

Die Inhalte in der Kategorie “Beatmung” von Florian. Er ist Facharzt der Anästhesie aus Memmingen:


Corona-Service | Das Straßenmagazin Bodo stoppt die Ausgabe der Ausgaben an seine Verkäuferinnen und Verkäufer. Wer sie weiterhin unterstützen möchte, kann eine digitale Soli-Ausgabe für 5 Euro erwerben. | Der Verlag Gruner und Jahr stellt seine Magazine kostenlos digital zur Verfügung – wenn man ihm eine Registrierung schenkt. Darunter die Magazine 11 Freunde, Geo und Geolino, P.M., Eltern und diverse Frauenzeitschriften. | Hörspiele und Features bei Deutschlandfunk Kultur. Der Sender hat auch viele Kinderhörspiele. | Für die Freunde und Freundinnen der Marktanalysen und Hype Cycles: Gartner Hype Cycle for Emerging Quarantines 2020 | Italien erwägt, für seine Einwohnerinnen und Einwohner ein Notstandseinkommen einzuführen, um allen Italienern ein Auskommen zu garantieren. | Corona-Apps: Sinn und Unsinn von Tracking: eine ausführliche Besprechung, wie das Nachverfolgen von Kontakten via App funktioniert und inwieweit es datenschutzkonform ist. | Die sizilianischen Zwillinge Mirko und Velero vertreibten sich die Quarantäne mit Musizieren. | Für die Juristinnen unter den Leserinnen: Lex Corona, Dokumenter der Rechtsakte und Gerichtsentscheide zur Pandemie | Der Direktor des Berner Tierparks fährt mit dem Fahrrad durch den Zoo, damit die Tiere was zu gucken haben. Denen ist nämlcih jetzt langweilig.

Gelesen | Die Wissenschaft hat herausgefunden, was Paare zusammenhält. Zum Beispiel: konstantes gemeinsames Leid und Resignation. Ob das erstrebenswert ist?

Gelesen | Eine Eichhörnchengschichte mit Happy End

Der Tag | Irgendwie erschöpft. Früh erwacht. Ein bisschen liegen geblieben. Dann um den See gegangen. 10.000 Schritte – immerhin. Ich brauche mehr Bewegung.

Die Menschen gingen spazieren, joggten, fuhren Fahrrad. Licht. Die Sonne schien. Wind wehte. Ich kaufte Brötchen, ging wieder heim.

Dort Frühstück. Danach setzte ich mich auf den Balkon, ließ mich zurückfallen und schlief ein.

Nachmittags rief mich Frau Scheuer an, und wir nahmen eine “in echt jetzt?”-Podcastfolge auf.

Es folgte: Sofa.


Gefreut | Über ein Kompliment. Und über noch eins. Hach mensch, Ihr.


Einerseits, andererseits | Einerseits arbeite ich viel, sehr viel. Andererseits fühle ich mich entschleunigt.

Die Wege entfallen: Zweieinhalb Stunden pro Tag habe ich nun mehr, verbringe ich nicht auf der Autobahn. Kein Staustehen. Keine Geschäftsreisen. Keine Fahrten mit der Bahn. Keine Wege irgendwohin. Das Leben konzentriert sich auf einen Ort. Das macht es übersichtlich.

Die Reize sind überschaubar, kommen hauptsächlich akustisch, als Telefonate, Telefonkonferenzen, Videotelefonie. Keine neuen Städte, keine neuen Wege, keine neuen Gesichter, keine Suche nach Hotels, keine Übernachtungen in fremden Betten, keine Workshops bei neuen Kunden, keine Anspannung. Aber auch: keine neuen Eindrücke.

Dafür Abende auf dem Sofa oder in der Küche beim Herumkruschen; das ist schön. Ein täglich gleicher Lebensrhythmus: dieselben Aufstehzeiten, dieselben Bettgehzeiten in immer dasselbe Bett. Das fühlt sich gesund an. Wenngleich: Es bewegt sich vieles, in unterschiedlicher Hinsicht. Deshalb: keine Zeit zum Lesen, zum Musizieren, zum Legobauen, zum Langweilen. Aber Gelegenheit zu kochen.

Es ist keine Wertung in alldem. Es ist nur eine Beschreibung. Wir werden sehen, wie es in den kommenden Wochen wird.


Drei Wochen | Die Kanzlerin hat meine Gedanken gelesen und den Exit-Orakeln ein Ende gesetzt. Lockdown bis zum 20. April.


Corona-Service | Kunstwerke nachstellen in der Quarantäne | Patricia Cammarata zu Homeschooling und der Nutzung von Internet und PC: Digitalisierung ohne Sinn und Verstand | Passiv-aggressive Reaktion eines Mülheimer Edekas auf Mehl-Hamsterer |Das Montreux-Jazz-Festival streamt gratis 50 Konzerte, darunter Ray Charles, Wu-Tang Clan, Johnny Cash, Nina Simone, Marvin Gaye, Deep Purple und Carlos Santana.| Der Twitter-Account @streamkultur sammelt und veröffentlicht kulturelle Veranstaltungen, die jetzt gestreamt werden.

Flausch the Curve | Lassen Sie uns diesen Tag mit Bildern meines Lieblingsmeerschweins beginnen.

Mit freundlichen Grüßen von Lucien Favre und der Turnschwester aus Heidelberg.


#M4MvsCOVID | Die Mediziner und ich haben gemeinsam festgestellt, dass Projektmanagement wie die Reposition einer Schulterluxation ist: Drücken und Ziehen.


Exit | Wir sprechen also schon darüber, wann das alles wieder aufhört. Dabei hat es noch nicht einmal angefangen.

Der Lockdown schlägt sich noch in keiner Infektionskurven-KPI nieder, wie der zur Betriebswirtschaft neigende, überreizte Jungdynamiker sagen würde. Vielleicht machen wir das, das wir jetzt tun, also erstmal eine Weile und üben uns in Geduld. Auch wenn es für Viele von uns schwierig ist, persönlich und finanziell. Die Alternative ist allerdings, dass Oma in acht Wochen in der Eishalle aufgebahrt wird.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Interview mit dem Philosophen Hartmut Rosa:

Das Virus ist im höchsten Maße unverfügbar. Wir ertragen es nicht, dass wir unfähig sind, die Folgen der Ereignisse vorherzusagen, dass wir nicht über ein Gegenmittel verfügen. Das erklärt diese sinnlose Welle von Bemühungen, die Kontrolle wieder zu erlangen.

„Auf einmal sind wir nicht mehr die Gejagten“

1000 | Italien. Es ist schrecklich.


Moria | Derweil vergessen wir bitte nicht die Menschen in Moria.


Weltweiter Ruhm | Sie erinnern sich an die Bäckersfamilie aus meinem Stadtteil, die Klorollenkuchen macht? Sie hat es in die New York Times geschafft. Und zu Foxnews. Und bis nach Mexiko.

Das Schürener Backparadies produziert derweil Tag und Nacht (Instagram).


Webinar | Heute habe ich mein erstes Webinar gegeben. So sah es von vorne aus:

Folie "Homeoffice - Such und andere gut organisieren"

Und so von hinten:

Schreibtisch mit Laptop, erhöht, Block, Stift und iPad

Es war seltsam, eineinhalb Stunden lag ins leere Zimmer zu sprechen. Dabei haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich rege beteiligt. Im Chat haben sie Zwischenfragen gestellt und eigene Erfahrungen geteilt. Allerdings sah ich niemanden von ihnen und sprach nur zum grünen Lämpchen der Kamera. Vielleicht setze ich beim nächsten Mal Stofftiere auf Stühle.

Von diesem seltsamen Gefühl abgesehen, war es aber sehr gut. Es lief sogar so gut, dass ich direkt wieder gebucht wurde – für nun insgesamt fünf weitere Termine. Krass. Hätte nie gedacht, dass das Format so gut ankommt. Nächster offener Termin mit dem Homeoffice-Thema ist am kommenden Freitag, 3. April (Anmeldung über die Akademie ProContent).

Vielleicht sollte ich auch selbst Webinare anbieten? Mit Themen rund um Veränderung, in Unternehmen und auch persönlich, mit Fragestellungen aus der Organisationentwicklung und zu Methoden, die ich für gut erachte. Wenn Sie sowas interessiert, sagen Sie mal Bescheid.

Das Brett, auf dem der Laptop steht, ist übrigens ein Schneidebrett, ähnlich eines Frankfurter Bretts. Ich habe es zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ich kann darauf Gemüse schneiden und es direkt in verschiedene Schubladen schieben, um es dann beim Kochen zu verwenden. Sehr praktisch.

Brett mit Messer und geschnittener Paprike, rechts Schublade

Außerdem hat es genau die richtige Höhe für Webinare und Videokonferenzen.


Danke | Die Neven Subotic Stiftung hat uns, dem Dortmunder Ladies’ Circle, ein Danke-Video fürs Charity-Brunch geschickt. Der Erlös von 1.016 Euro ging an die Stiftung.

Ab Sekunde 30 erfahren wir, was die Spende bewirkt hat.

Wir haben uns gefreut. 10 von 10 Punkte in der Kategorie “After Sales” fürs Fundraising-Team.


Let’s Dance | Nächstes Lebensziel: Quickstep tanzen lernen.


Corona-Service | Kinderturnen mit Leipziger Handballern: Sport frei! Ein Besuch im ZooKinderleid – und niemand sieht es mehr | Abgründe des Homeschooling: Fabeln, die Prusseliese unter den Prosatexten | Grundsicherung für Künstler in Hamburg: Ein Bollwerk verweigerter Hilfe. Wer bei dem Wort „Künstler“ an ohnehin brotlose Gesellen denkt: Darunter fallen zum Beispiel auch Fotografinnen und Fotografen. Sie hängen als Auftragnehmer an den ausfallenden Messen und Veranstaltungen. Oder Grafikerinnen. Oder Orchestermusiker. | Warten vor einem Supermarkt in Ann Arbor/Michigan.

Gelesen | Frau Novemberregen beschreibt viele meiner Tage in dieser Zeit.

Gelesen | Buzzfeed hat in den vergangenen fünf Monaten zu Arbeitsbedingungen in der Pflege recherchiert. Das war noch ohne Corona.

Gelesen | Interessantes über die Psychologie des Wartens und der Warteschlangen

Tagwerk | Arbeitstag zwischen IT-Servicedesign, Webinar-Vorbereitungen, Muffinbacken und Medizinerprojekt. Ergebnistyp “Teigware”:

Muffins im Förmchen

Stand des Projekts “Mediziner für Mediziner gegen COVID”, #M4MvsCOVID:

  • Website steht technisch und
  • ist auf der richtigen Domain.
  • Christian hat beigespachtelt und hübsch gemacht (sehr hübsch!).
  • Inhalte sind zu 80 Prozent fertig (yeah!).
  • Samstagabend Deadline
  • Sonntag pflegen wir die Inhalte ein.
  • Sonntagabend nächste Telko.

Danach noch Anpassungen, Proofreading und das Einpflegen allgemeiner Inhalte (Impressum, Datenschutz, Disclaimer, Nutzungshinweise etc.). Für nächste Woche geplant: Go Live.

In unserer heutigen Telko fiel fernab unseres eigentlichen Themas der denkwürdige, fast philosophische Satz:

Der Bauchnabel ist das Tagebuch der Hygiene.

Daniel

Bemerknis | Es zeichnet sich ab, dass der Weißwein deutlich schneller knapp wird als das Klopapier. Das Verhältnis “Flasche Weißwein” zu “Rolle Klopapier” ist, Stand heute, 1:19. Besorgniserregend.


RUMS | Münster bekommt ein neues journalistisches Projekt. Es startet als Newsletter:

Briefe für Menschen, die mit Münster verbunden sind. Digital. Unabhängig. Konstruktiv.

RUMS.ms

Mit dabei: die geschätzten Herren Heimann und Klemp.


Corona-Service | Heute von Herrn Buddenbohm und vom SZ Magazin.

Gelesen | Herr Spontiv und sein Mann begehen heute ihren 21. Kennenlerntag. Für alle, die Liebe brauchen: So begann alles.

Aktive Pause | Am frühen Nachmittag machte ich Pause vom Homeoffice. Man wird ja ganz rammdösig vom Zuhausesein. Dazu Rückenschmerzen.

Ich spazierte über Schlenker in den nächsten Stadtteil. Das war erstaunlich: Ich sah Dinge, die ich vorher nie gesehen hatte, lief durch Straßen, die ich nie durchlaufen hatte, kam dort raus, wo ich nie auf diesem Weg herausgekommen war; die Einmündung hatte ich zwar schon einmal gesehen, aber ich war den Weg nie gegangen. Interessant.

Bisweilen sah es aus wie 1983, damals, als ich Fahrrad fahren lernte.

Vorstadtstraße mit Einfamilienhäusern aus den 70ern

Es ist verrückt | Manche Leute arbeiten dieser Tage bis zum Umfallen, wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht, wie sie die Kinder betreuen und all das wegschaffen sollen, was sie jetzt fordert. Andere werden zur Tatenlosigkeit gezwungen, sind in Kurzarbeit, verlieren ihre Aufträge, bangen um ihre Existenz.

Ich erhielt heute eine Anfrage. Das in diesen Tagen: Ich freute mich doppelt.

Mein Webinar, das ich am Freitag zur Organisation im Homeoffice halte, ist ausgebucht. Es gibt weitere Nachfragen. Der Veranstalter ProContent bat mich, es in der kommenden Woche am Donnerstag und am Freitag nochmal anzubieten. Ich sagte zu. Der Donnerstagtermin ist für eine Organisation reserviert, der Freitagtermin wird offen für alle sein. Auf der Seite von ProContent kann man sich in Kürze anmelden. Heute machten wir den Techniktest mit Zoom: funktionierte.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, zu tun zu haben – gegenüber all den Freiberuflern, denen es anders geht. Ich hätte aber auch ein schlechtes Gewissen, nichts zu tun zu haben – gegenüber all den Pflegekräften, Ärzten, Lkw-Fahrern, den Menschen im Einzelhandel und allen, die jetzt überlastet sind. Es ist kompliziert.


Freunde treffen | Circleabend mit dem Ladies’ Circle. Normalerweise treffen wir uns persönlich, mal bei jemandem zu Hause, mal im Restaurant. Es gibt leckeres Essen. Heute war das anders. Immerhin brannte die Circle-Kerze.

Im Vordergrund eine brennende Kerze, im Hintergrund eine Webkonferenz, unscharf

Es war sehr schön, alle zu sehen. Skype war weniger schön. Zu langsam, zu knarzig. Nächstes Mal probieren wird etwas anderes, Teams vielleicht.

Wir bequatschten Dinge und brainstormten, wie wir die ein oder andere Veranstaltung, die wir für wohltätige Zwecke organisieren, anders gestalten können, Corona-kompatibel. Es gab Ideen. Sie sind aber noch nicht ausgereift.


Bemerknisse | Welcher Tag ist heute? Man kommt ganz durcheinander.

Am Wochenende möchte ich schweigen. Nur schweigen. Vor allem möchte ich nicht telefonieren, nicht telekonferenzen, nicht videokonferenzen, nicht go-to-meeten, nicht skypen, nicht teamviewen. Ich möchte nur sein.


Corona-Service | Das Corona-Kinderlexikon. Antworten auf wichtige Fragen zum Ausbruch des Corona-Virus, erklärt für Kinder. | Herr Buddenbohm schreibt über eine alte Dame in seinem Viertel, die es in diesen Zeiten besonders schwer hat, die aber auch besonders freundlich bleibt: Es gibt Suppe. | Das Guggenheim Museum bietet 200 Kunstbücher zum Download an. | Wenn neben Homeschooling und Homeoffice die Essensplanung nervt: Der ewige Familien-SpeiseplanDrosten-Ultras | Franzi hat 13 Tipps für Eltern zusammengestellt, um nicht zu verzweifeln | Unterricht aus dem Homeoffice aus Sicht eine Lehrerin: Viele Schüler und Schülerinnen blühen auf. Andere gehen verloren.

Broterwerb | Viel zu tun gehabt heute. Von 8:30 Uhr bis 20:30 Uhr durchgängig gearbeitet. Telkos, Telefongespräche, nachdenken, Mails schreiben, Informationen erfragen, Informationen verteilen, Absprachen treffen, mit der Technik kämpfen, nächste Schritte vereinbaren.

Ich habe außerdem Absprachen zu meinem Webinar am Freitag getroffen. Die Inhalte sortiert. Einen Leitfaden erdacht. Bildchen gemalt und Folien zu 80 Prozent fertig gestellt. Teaser:

Zugegeben, es fehlt die Tonspur. Aber so soll es ja auch sein. Nichts ist schlimmer, als mit Text zugepflasterte Folien. Ich erzähle lieber Erfahrungen und schreibe lediglich kurz die tatsächlichen Ratschläge auf. Hintergründe erkläre ich mündlich anhand von Bildchen.

Agenda im Webinar “Selborganisation im Homeoffice” wird sein:

  1. Intro
  2. Den Raum organisieren
  3. Die Zeit organisieren
  4. Die Arbeit organisieren
  5. Das Team organisieren
  6. Homeoffice mit Kindern*
  7. Feedback
  8. Outro

Es wird viele Tipps geben. Zielgruppe sind in erster Linie Menschen und Firmen, die im Remote-Arbeiten noch nicht geübt sind. Die Hintergründe, die ich ab und zu einstreue, erklären, warum die Arbeit aus dem Homeoffice anders ist als die Arbeit vor Ort – grundsätzlich und besonders in einer Situation wie jetzt, wo dauerhaft alle von Zuhause aus arbeiten, und nicht wie sonst einzelne Kolleginnen und Kollegen nur tageweise.

*Hier habe ich wegen eigener Kinderlosigkeit ja selbst keine Erfahrung. Aber ich möchte das Thema zumindest streifen, weil es dieser Tage so akut ist. Ich werde Erfahrungen von Freunden und von Claire weitergeben und Quellen aus dem Netz nennen.


M4MvsCOVID | Abends habe ich mit Webworker Christian und den Medizinern zum Projekt #M4MvsCOVID gesprochen, Mediziner für Mediziner gegen Covid. Zuvor hatte ich schon mit Journalistin Steffi wegen der Kommunikation des Projekts geredet.

Die Seite hat nun ein Farbleitsystem, eine dahinterliegende Intelligenz und sieht schon top aus. Die Inhalte sind weiterhin in der Mache. Wir werden es diese Woche nicht mehr schaffen, online zu gehen – die medizinischen Themen sind doch zu komplex, um sie in der Kürze der Zeit zu erstellen. Wir visieren nun die kommende Woche an.

Mehr über die Initiative bei n-tv.


Spontanes Zusammenfinden | Gestern Abend sah ich einen Tweet von Christina: Sie suchte eine Möglichkeit, remote Podcasts zu erstellen. Ich suche auch. Ich schrieb ihr eine Reply, dass ich keine Antwort, aber die gleiche Frage habe – und eine Idee.

Die Idee war blöd. Aber wir entwickelten neue Ideen. Wir telefonierten uns spontan zusammen, fanden StudioLink und probierten es aus. Unbefriedigend. Wir fanden Zencastr und probierten es aus.

Zwei Tonspuren, eine mit Vanessa, die andere mit Christina

Yay! Einfache Handhabung, schneller Erfolg. Gemacht für zwei Doofe. Sehr gut. Das alles um 22:30 Uhr abends, ich saß schon bettfein auf dem Sofa. Sowas nennt man wohl Homeoffice.

Christina lud mich in ihren Podcast ein, quasi als Remote-Prototyp . Am Samstag nehmen wir eine Folge des “In echt jetzt?”-Podcasts auf – und ich darf Gast sein.

Freue mich wie Bolle!


Corona-Service | Die Welt nach Corona: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise vorbei ist. | The Great Empty. Leere Städte, einsame Sehenswürdigkeiten, freie Plätze und Straßen rund um die Welt.

Broterwerb | Es ordnet sich. Ich ordne mich. Im Vergleich zur vergangenen Woche war der heutige Tag ein ruhiger Arbeitstag – wenngleich durchaus arbeitsreich. Es scheint, als finde die Welt einen neuen Rhythmus. Es gibt neue, feste Telefontermine. Die Kanäle, auf denen man miteinander kommuniziert, haben sich bewährt. Die Kundenprojekte haben sich geordnet.

Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich weiterarbeiten kann. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Zwar habe auch ich Auftragsverluste, aber nicht existenzgefährdend. Vielen Freiberuflern geht es anders.


Errötung | Ich bekam ein öffentliches Kompliment. Das hat mich sehr gefreut. Dito.


Bleiben Sie gesund und munter! | Eine Freundin betreut eine geflüchtete, jesidische Familie aus dem Irak. Faisal, der Familienvater, ist treuer Fan von Angela Merkel, auch in diesen Zeiten. Er verbreitet die Botschaften unserer Regierung per WhatsApp-Status in seiner Community – in denkwürdigen Fotocollagen:


Essen gehen mit Freunden | Der örtliche Teigtaschen-Dealer – das sind eine Mongolin aus China und ein Deutscher aus Freiburg. Gemeinsam haben sie eine Tochter und machen seit einem Jahr Teigtaschen in Dortmund.

Über Facebook verkündeten sie, dass sie ihre Gerichte zwischen 17 und 20 Uhr zur Abholung anbieten – nach Vorbestellung.

Ich stupste die Freundin aus dem Dorf an und machte den Vorschlag, heute Abend zusammen zu essen. Wir suchten uns etwas aus, ich bestellte für mich und für ihre Familie, holte das Essen ab, stellte es meiner Freundin vor die Haustür, fuhr zu mir, und gemeinsam aßen wir, verbunden per Facetime, unsere Jaozis und Baozis.

Esstisch, darauf Kartons mit Salat und Teigtaschen, am Ende des Tisches in iPad mit Facetime.

Auf gofundme kann man für den Laden spenden.


Corona-Service | United We Stream: Die DJs aus den Berliner Clubs legen jeden Abend von 19 bis 24 Uhr auf. Spende erwünscht. | Eine aufschlussreiche Analyse des österreichischem Standard aus den Skigebieten: Après-Ski mit bösem Erwachen in den Tiroler Bergen. Sie zeigt, wie der Skitourismus zur Verbreitung des Corona-Virus beigetragen hat. | Die Psychologin Susanne Bücker von der Ruhr Uni Bochum forscht über Einsamkeit und soziale Isolation – und beschäftigt sich wissenschaftlich mit der aktuellen Situation. Sie sucht Menschen, die sich an einer Studie beteiligen möchten. Mehr dazu in einem Interview. | Microsoft stellt Teams in den kommenden sechs Monaten kostenlos zur Verfügung. Ich habe es schon genutzt. | Gesammelte Links vom Kinderdok, um Kindern das Corona-Virus zu erklären | Der Artikel “Beatmung – ein Beispiel” von Intensivmedinziner Marc Hanefeld zeigt, wie Intensivmedizin sich anfühlt und welche Komplikationen bei Erkrankungen wie COVID-19 auftreten können – an einem konkreten Fall. | Modeling COVID-19 Spread vs Healthcare Capacity: Ein Versuch von Data-Scientist Alison Hill, die Corona-Ausbreitung anschaulich zu modellieren; man kann selbst die Regler verschieben und schauen, was passiert. Ein weiteres, leichter verständliches Modell stammt von Kevin Simmler: Outbreak.

Mandolinen-Allee | Am Samstagmorgen machte ich zum erweiterten Brötchenholen einen Spaziergang durch die Nachbarschaft.

Man ging sich aus dem Weg, ließ sich mit Abstand vorbei, umrundete sich lächelnd. Insgesamt mehr Freundlichkeit als sonst. Man grüßt sich nun, auch wenn man sich nicht kennt.

An der Bäckerei: Schlangestehen, wie es die Kanzlerin empfiehlt.

Drei Menschen in der Schlange auf dem Bürgersteig, weiter Abstand.

Die Bäckerei verkaufte neben Backwaren auch Mehl und schwere Hefe-Blöcke von 500 Gramm, hatte zusätzlichen Spuckschutz für die Mitarbeiterinnen aufgehängt, über den Thekenbereich und an der Kasse. Alle waren gut gelaunt und rücksichtsvoll, Kunden wie Bäckersmenschen.

Die Bäckerei ist geschäftstüchtig und verkauft nun auch Klopapier, in Kuchenform.

Innendrin ist Marmorkuchen. Schmeckte gut.


Rückblickend | Aus heutiger Sicht betrachte ich diesen komischen Infekt, den ich Mitte Februar hatte, mit anderen Augen. Er bescherte mir (für mich untypisch) eine Woche lang Gliederschmerzen, außerdem leichten Husten und in einer Nacht auch überraschende Luftnot.

Ich werde nicht erfahren, ob es schon Covid war – oder doch nur Infekt plus Verspannung. Von wem soll ich es auch gekriegt haben? Höchstens von Leuten, die Skifahren waren. Eher unwahrscheinlich. Aber es bewegt ja doch die Gedanken.


Tischtennis im 3. Stock | Meine Nachbarn werden kreativ, was die Freizeitaktivitäten angeht.

Esstischplatte, mit Kleenex-schachteln als Tischtennisnetz.

Soft und sicher.


Isolationsturnen | Ich suchte derweil nach Workout-Alternativen zum Fitnessstudio und fand ein Shred-Video, mit dem ich turnte.

AppleTV mit Workout-Video-Auswahl

Heidewitzka. Das war erstaunlich anstrengend; ich werde das wiederholen müssen. Danach noch Situps und Dehnübungen. Man wird ja ganz steif vom Zuhausesein.


M4MvsCOVID | Den Sonntag verbrachte ich weitgehend mit #M4MvsCOVID, Mediziner für Mediziner gegen Covid. Christian hat durchgearbeitet – es gibt nun ein funktionierendes Backend und ein funktionierendes Frontend. Die Preview sieht schon sehr passabel aus.

Ich testete beides, sah nach den Inhalten der Mediziner, telefonkonferierte mit den Medizinern und mit Christian, und telefonierte mit Steffi, die uns in Sachen Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Inzwischen gibt es 650 Unterstützer und Unterstützerinnen aus der Medizin. Ich erhielt das Angebot einer Übersetzerin, die uns mit ihrem Team dabei helfen möchte, das medizinische Wissen zu übersetzen. Außerdem erreichte mich das Angebot einer Medizinerin in Elternzeit, die uns aus dem Homeoffice helfen möchte.

Großartig. Alles großartig.

Ziel ist erstmal, die Seite in einer Basisversion zu launchen. Dann Ausbau der Inhalte. Dann weitere Features, Schritt für Schritt. Artikel beim deutschen FOAM-Netzwerk (free open access medical education) zeigen einen kleinen Ausschnitt dessen, was die Mediziner gerade vorbereiten.


Frühjahrsputz | Die Krise bringt mich zum Äußersten: Ich putzte alle Fenster. Krass, wie hell es draußen ist. Gar nicht mehr neblig.

Weil die Wohnung ein Fuß-Erlebnispfad war (es fehlte nur der Rindenmulch), saugte und wischte ich.

Wahnsinn, wie sauber es nun ist.


Corona-Service | Unterrichtung durch die Bundesregierung vom 3. Januar 2013, Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012. Interessant sind die Seiten 55ff.: Pandemie durch Virus Modi-SARS | Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben. | “Superspreader” sind Menschen, die mehr als zehn weitere Menschen anstecken. Die Welt zeichnet nach, wie ein Geschäftsmann, der kurz zuvor aus China gekommen war, vielleicht hunderte Menschen im Berliner Club “Kater Blau” angesteckt hat – und wie es danach weiterging (Seite 54: Im Fieber das Nacht) | Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen erfahren, wie jeder von uns mit der Corona-Sitation umgeht: alle Sprachen – und Deutsch | Sportkommentator Robby Hunke verbringt seine Quarantäne damit, das Geschehen vor Ort zu kommentieren und postet die Videos auf Twitter. | Wir alle hab zigfach Anleitungen zum Händewaschen erhalten. Dieses Video finde ich allerdings nochmal ganz eindrücklich und ist sehr gut geeignet, Kindern die Technik zu erklären. | Die Steuerberater-Kanzlei Franzen & Hofmann hat Tipps und Hilfestellungen für Selbstständige erstellt | Homeschooling-Wutausbruch einer Dreifachmutter | Ralf Heimann reflektiert den Nachrichtenkonsum: Die einen verfolgen Nachrichten in Echtzeit, die anderen kommen ganz ohne aus. | Polylino stellt momentan seine App für Bilderbücher kostenfrei zur Verfügung. Es stehen Bilderbücher in 60 Sprachen zum Vorlesen bereit.

Tagwerk | Heute ein vergleichsweise ruhiger Tag. Kein Kundenarbeitstag, nur der morgendliche Update-Call, damit ich – gerade in diesen Zeiten – weiß, wie die Lage dort ist.

M4MvsCOVID. Status bei den Medizinern:

Projektleiter-Telko gemacht, gemeinsam Entscheidungen getroffen bezüglich Aufbau des Backends der Website. Ein paar Stunden später stand es auch schon. Abends nochmal Absprache mit Christian zu einigen Details.

Ich telefonierte mit der technischen Redakteurin, die sich bereit erklärt hat, uns bei der Inhaltebereitstellung zu unterstützen, und holte sie ins Projekt.

Ich las in den Discord-Channeln mit, um zu erahnen, welche und wie viele Inhalte kommen werden. So konnte ich mich für die Arbeit der kommenden Woche wappnen und gucken, ob ich irgendwo die Projektleiterhand heben muss (nein).

Entsprechend las ich auch, auf was die Mediziner sich vorbereiten und wie. Holy fuck, Leute. Bleibt zu Hause.

Passend dazu der Bericht: Warten auf die Welle.

Randbemerkung: Alle Ärzte rasieren sich gerade ihre Bärte ab, damit die FFP-Gesichtsmasken besser passen, zum Eigenschutz. Sie setzen, um wenigstens ein paar Haare im Gesicht zu behalten, auf Corona-kompatible Schnurrbärte. Wenn Sie also einem schnurrbärtigen Arzt begegnen, wissen Sie nun Bescheid. Hashtag: #CoronaBart


Truman Show | Emotional befinde ich mich in einem Zustand des fassungslosen Zuschauens. Normale Verhaltensmuster sind plötzlich ein Risiko, die Kanzlerin hält eine Ansprache, Grundrechte werden ausgesetzt. Ich horche in mich hinein: Ist da ein Halskratzen? Habe ich mir gerade ins Gesicht gefasst?

Vielleicht ist das alles eine Truman Show. Ich bin Truman Burbank, und irgendwann Mitte April, nach vier Wochen Heimisolierung, fällt mir ein Scheinwerfer in den Garten.

Eine abstrakte Situation. Ich komme da noch nicht drauf klar.


Familienarbeit | Die Telefonate, Telefonkonferenzen und Video-Calls sind eine Freude. Überall turnen Kinder herum. Das Geschäftliche und das Private lösen sich auf. Freudiger Höhepunkt war heute, als ein Kind während einer Telko ein Stempelkissen geknutscht hat. Großartig.

Hinweis an alle Eltern: Wenn Ihr während eines Telefonats mit mir Eure Kinder anherrscht – sprecht sie doch bitte vorher mit Namen an. Sonst denke ich nämlich, ich sei gemeint. Es ergeben sich dann so Dialoge wie:

Vanessa: Blabla, geschäftliches Zeugs, blabla …

Nein.

Vanessa: Aber wir haben doch grad …

NEIN!! Habe ich gesagt!

Vanessa: … ?

Nicht da hoch klettern!

Ich bin sicher, dass Corona die Geschäftswelt verändern wird. Plötzlich sind alle nun Väter und Mütter. Alle müssen den Job und die Kinder unter einen Hut bringen; die Familienarbeit tritt aus der Unsichtbarkeit des Privaten hervor, bei beiden Geschlechtern. Dennoch geht Vieles einfacher und besser: Plötzlich werden pragmatisch Entscheidungen getroffen; was lange nicht ging, geht auf einmal – und fühlt sich sogar gut an.


Quarantäne im Sauerland | Ein Mensch aus der Verwandtschaft befindet sich gerade in Quarantäne. Er wohnt umständehalber bei den Eltern im ersten Stock, ohne Küche. Im Erdgeschoss sitzt der Vater, fast 80 und Hochrisikopatient, stark herzkrank. Es gilt: kein Kontakt, kein Austausch von irgendwas.

Eine Serviette auf der Treppe markiert den Essens-Abwurfplatz: Dort legt die Mutter ihrem erwachsenen Sohn jeden Tag Brote hin – ohne Geschirr, das er, vielleicht kontaminiert, wieder zurückgeben müsste.

Treppenbsatz, darauf eine grüne Serviette und eine Ausgabe der Westfalenpost

An guten Tagen gibt’s zusätzlich eine Zeitung. Heute war ein guter Tag.


Corona-Service | ReichtmeinKlopapier.de | Wie künstliche Intelligenz und Data Science bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie hilft. | Blick aus dem Ausland: Deutschlands Corona-Virus-AnomalieAus einem anderen Land – eine Serie von ZEIT-Autor Henning Sußebach. Er dokumentiert, wie die Corona-Krise Deutschland verändert. Bauer Glantz in Delingsdorf fragt sich, ob er jetzt Erdbeeren pflanzen soll. Bestatter Akif Tokicin sorgt sich um Begräbniskultur. | Virologe Christian Drosten in einem lange Interview zum Virus |76 Prozent des Krankenhauspersonals ist weiblich, ebenso 73 Prozent der Angestellten im Lebensmitteleinzelhandel. Mehrheitlich die Frauen kümmern sich im Homeschooling und Kinderbetreuung. Die Virus-Krise trifft Männer und Frauen unterschiedlich. | Aldi und McDonald’s haben eine Personalpartnerschaft geschlossen, um Lebensmittelverkauf und Logistik im Einzelhandel zu verstärken. | Ein Dortmunder Gastronom hat vier Tonnen Ware übrig. Er kocht jetzt 10.000 Portionen Essen und verkauft die Gerichte in vakuumierten Paketen – zahl, so viel zu willst. | Der Reifenhersteller Michelin bietet Rettungsdiensten kostenlos Ersatzreifen an.

#Machen | Erwacht um 6:30 Uhr, direkt mit Gedanken zum Projekt “Mediziner für Mediziner” (jetzt auch mit Hashtag: #M4MvsCovid). Aufgestanden und ohne Umwege eine Ordnerstruktur zur Inhalteerstellung niedergeschrieben. Dann Kaffee.

Ich habe keine Übersicht, wie viele Mediziner und Medizinerinnen gerade zuarbeiten, aber es sind viele. Man hört, es gäbe insgesamt 400 Unterstützer aus Ärzteschaft, von Pflegenden und aus dem Rettungsdienst, die dem Projekt nahestehen – daraus rekrutiert sich eine Mannschaft, die die Inhalte zusammenstellt.

Wir haben nun:

  • eine Teamstruktur gemäß Sitemap der Website, mit Teamleitern, die die zuarbeitenden Leute koordinieren.
  • eine Ordnerstruktur, in der wir die Inhalte organisieren, inklusive Dateinamenskonvention und Konvention für Versionierungen.
  • Wireframes der Website (feat. Christian)
  • eine eingerichtete Domain

Die Mediziner eskalieren gerade:

https://twitter.com/TraumjobArzt/status/1240408270524895234

Wie Sie sehen, ist die Schwarzwaldklinik höchstselbst mit an Bord.

Ziel ist weiterhin, Nicht-Intensivmedizinern zu helfen, komplexe Krankheitsbilder rund um COVID-19 zu bewältigen, insbesondere auch Beatmung und Atemwegssicherung. Es wird Flowcharts, Checklisten, Grafiken, Fließtexte und Erfahrungsberichte geben, gruppiert nach dem Weg, den die kritisch kranken Patienten nehmen:

  1. Ambulante Versorgung
  2. Präklinik und Rettungsdienst
  3. Notaufnahme
  4. Beatmung und Atemwege
  5. Intensivmedizin

Aufgrund der Dynamik der Situation mit teilweise stündlich neuen Informationen, neu erscheinenden Leitlinien und Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften werden alle Inhalte nach bestem Wissen aggegriert; die Mediziner kreieren praktische Tipps und Handlungsempfehlungen daraus. Es sind Ratschläge aus dem Netzwerk, von Praktikern für Praktiker im Kontext der Katastrophenmedizin – Wissen, das jede Ärztin im Einzelfall natürlich nochmal auf Richtigkeit prüft. Es wird einen entsprechenden Disclaimer geben – auch diese Sachen haben wir im Blick.

Cut. Ab 8:30 Uhr arbeitete ich dann bis in den Nachmittag hinein für meinen Kunden. Absprachen, Telkos, Telefonate, Gedanken sortieren. Das findet ja auch noch statt, und gar nicht mal unerheblich: die normale Arbeit.

Am späten Nachmittag besuchte ich kurz die Seifenmanufaktur ums Eck (die übrigens auch einen Onlineshop hat). Danach kochte ich einen Auflauf; ich habe ihn auch fotografiert, aber optisch ist er eher … also, das Bild könnte einen falschen Eindruck vermitteln. Er war sehr lecker.

20 bis 22 Uhr: Telko mit dem medizinischen Projektleiter der #M4MvsCovid, gemeinsamer Check der Vorgehensweisen, Klärung von Fragen und Status der einzelnen Handlungsstränge.

Es gab Anfragen, ob “Mediziner für Mediziner gegen Covid” finanzielle Unterstützung braucht. Antwort: Ja, das wird so kommen. Aber erstmal bringen wir das Ding online, danach kümmere ich mich um das Geldgedöns. Initialkosten für den Provider gehen auf mich, das ist ja nicht viel, Christian und ich machen erstmal, der Rest wird sich finden. Wir haben bereits Kontakt zum Health Innovation Hub des Bundesministeriums für Gesundheit. In dessen Newsletter findet sich auch schon ein Interview zum Projekt mit einem der Initiatoren.

Während ich dies schreibe, hat sich eine technische Redakteurin angeboten zu helfen. Das ist alles großartig.


Corona-Service | CovApp – Selbsttest der Charité für alle, die ihr Erkrankungsrisiko und ihre Symptome einschätzen wollen. Ziel: Optimierung der Patientenströme | Pandemic Footprint – Wie viel trage ich zur Verbreitung des Virus bei? | Wir vs Virus – Hackathon der Bundesregierung – Coden gegen das Virus. | Das European Journalism Observatory (EJO) analysiert in seiner Rubrik “Qualität & Ethik”, wie Medien in ihren Ländern mir der Corona-Krise umgehen | Gute Nachrichten für Freelancer und Einzelunternehmer: Regierung plant viele Milliarden Euro Unterstützung für Solo-Selbstständige | Weniger staatstragend: die Traffic-Entwicklung bei Pornhub seit Beginn der ersten Corona-Shutdowns | Auf der neu gegründeten Coronapause geben Eltern Tipps für Eltern – für die Zeit sozialer Distanzierung, fürs Homeschooling und fürs Arbeiten von zuhause mit Kindern. Unter anderem entsteht dort das Kinderbuch “Drin-Bleib-Monster – Alma hat Coronaferien” der Illustratorin Sophie M. Phildius.


Natur fürs Gemüt | Zum Abschluss des Tages ein Bildchen: Auf dem Weg ums Eck sah ich einen sehr hübsch ausschlagenden Nadelbaum. Den möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Grüne Nadeln mit roten Spitzen

Gelesen | Christians Tag. Das Pendant zu meinem.



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