Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Viele Kanäle | Viel zu tun. Mehr als ohne Corona. Manches sogar gegen Geld. Verrückt. Dazu viele Kommunikationskanäle. Heute habe ich kommuniziert über: Telefon, E-Mail, WhatsApp ( und -Gruppen), Microsoft Kaizala (und -Gruppen), Microsoft Teams, Go-to-Meeting, Jabber, Facetime, Discord.

Unterschiedliche Projekte, unterschiedliche Menschen, die Unterschiedliches bedienen können und wollen. Unterschiedliche Infrastrukturen auf der anderen Seite. Unterschiedliche Ansprüche und Notwendigkeiten an Austausch und Kommunikation.

Die Mehrarbeit kommt auch durch die wegbrechenden Routinen und das Lernen neuer Wege. Discord kannte ich nicht, dort musste ich mich erst umsehen. Facetime kenne ich – habe ich aber noch nie zur Telko genutzt. Alles nix Wildes, sogar toll, frisst aber, wenn es geballt auftritt, erstmal geistige Ressourcen.


Webinar | Passend zum obigen Punkt gebe ich am kommenden Freitag über die Akademie “Pro Content” ein Seminar: Selbstorganisation im Home Office: sich und andere gut organisieren.

Für mich eine gute Gelegenheit, das Format des Webinars mal auszuprobieren. Das Ganze geht 90 Minuten. Es wird darum gehen, …

  • wie man seinen Alltag im Home Office sinnvoll strukturiert.
  • Ich gebe Tipps für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, mit dem Team und mit Kunden.
  • Ich werde erzählen, was die Distanz mit uns macht und wie wir sie überwinden und
  • wie wir dem Kommunikations-Overkill entgegentreten – oder, andere Version:
  • wie wir uns mehr Austausch verschaffen.

Das Webinar hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Jeder muss seinen eigenen Weg und Arbeitsmodus finden; jeder ist ein anderer Typ. Ich erzähle daher, was ich selbst als gut empfinde – jenseits von Allgemeinplätzen wie “keine Joggingbuxe tragen”. Außerdem hilft mir meine wunderbare Assistentin Claire mit ihrer Erfahrung. Falls Ihr etwas beisteuern wollt: sehr gern!


Mediziner für Mediziner gegen Covid 19 | Ein weiterer Grund, warum ich derzeit viel kommuniziere: Ich schiebe ein Webprojekt von engagierten Notfallmedizinern an. Es befähigt Nicht-Intensivmediziner, bei komplexen Krankheitsbildern rund um Covid-10 die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.

Denn: Die Ärztinnen, Ärzte und Pflegende im, sagen wir, Kreiskrankenhaus Kleinbutzbach werden bald in Situationen kommen, in denen sie Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS) und weiteren Komplikationen begegnen – und sie werden diese Patienten nicht an einen Maximalversorger, also zum Beispiel eine Uniklinik, überweisen können. Das Projekt aggregiert pragmatisch das Wissen dazu.

Gestern kam der Narkosedoc dazu auf mich zu und sagte: “Wir brauchen eine Projektleitung, die das ins Web bringt.”

Ich sah sofort die Wichtigkeit und Dringlichkeit, sagte spontan zu, stellte Fragen, telefonierte und telefonierte, gewann Christian Fischer als Webdesigner (1000 Dank!) und schuf Strukturen. Gestern Abend erste Telko, Kickoff, warum, was, wer, wie, wozu. Heute Abend, 23 Uhr, steht das Konzept, wir haben Entscheidungen getroffen, Content Management System ist klar, Inhaltstypen, Menüführung und diverse Details sind geklärt. Christian beginnt die technische Umsetzung, die Medizinerinnen und Mediziner produzieren die Inhalte.

Ziel: von Null auf Online in sieben Tagen.


Solidarität, Leute | Wenn Sie ein Buch benötigen oder nun Muße haben, mal wieder zu lesen, schauen Sie dieser Tage doch mal virtuell vorbei …

Das sind alles tolle Menschen, die sich dieser Tage doppelt und dreifach über einen Einkauf freuen.


23:45 Uhr. Feierabend.

Glühende Ohren | Zweimal den Akku leer telefoniert. Telefoniert! Das ist mir seit Erfindung des Smartphones nicht passiert.


Einkaufen | Kein Mehl mehr da.

Schilder am leeren Regal: "Maximalabgabe 2 Pakete Mehl"

Klopapier und Hefe gibt’s auch nicht zu kaufen. Nudeln sind aus. Nudelsoßen auch. Reis war nicht mehr da. Ich habe nochmal Gemüse und ein paar Milchprodukte gekauft, kann jetzt Glückscurry en masse kochen und zwei bis drei Wochen überbrücken.


<3 | Ganz lieben Dank an I., die mir “Ein Mann seiner Klasse” von Christian Baron schickte.


Für Kinder | Ohrka – Kinderkanal für die Ohren mit 80 Stunden Hörbüchern und Hörspielen | Auch das Kinderradio Mikado hat viel zum Hören. | Einfach vorlesen! – kostenlose Bücher zum Vorlesen für Kinder ab drei Jahren. | Das SWR-Kindernetz – auch mit Erklärungen zu Corona und Schulschließungen. | Schule daheim vom Bayerischen Rundfunk | Die Spielekartei mit Spiel-Ideen für Kinder bis 16 Jahre | Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat Science at Home – Info- und Lernmaterial für die schulfreie Zeit | Herr Grün kocht mit Luigi – Kochrezepte für Kinder

KfW | Corona-Hilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – mit Newsletter-Service

Gelesen | 3D-Druck rettet in Italien Leben

Gelesen | Wer einen Schreibtischjob hat, arbeitet dieser Tage mehrheitlich von zu Hause. Die Folge: deutlich mehr Datenverkehr. Ein Interview am Internettauschknoten De-Cix in Frankfurt am Main.

Angeguckt  | Die Videotagebücher Italiens: Gli italiani in casa ai tempi del coronavirus – Die Italiener zuhause in Zeiten des Corona-Virus. Videos von Italienern und Italienerinnen, von Familien, Singles, alten und jungen Menschen, wie sie sich die Zeit während der Ausgangssperre vertreiben, wie sie die Großeltern besuchen, wie sie ihre Enkel hüten, welche Sorgen sie haben.

Wie es sein wird | Es ist surreal.

Schaue ich in den Garten, ist die Welt wie immer. Die Tulpen und die Osterglocken blühen, die Meisen fliegen die Nistkästen an, es summt und brummt und zwischert. Auch, wenn ich auf die Straße blicke, ist kein Unterschied festzustellen – und doch ist alles anders.

Europa wird die Pausentaste drücken. Drei, vier, sechs oder mehr Wochen werden wir innehalten. Wir reisen nicht mehr. Wir sorgen uns um die Nachbarn, die Freunde, die entfernte Tante. Und bald?

Ich bin sicher: Wir werden uns an das andere Leben gewöhnen. Die Klopapierkäufer, Supermarktstürmer und Steriliumklauer werden sich beruhigen. Wir werden gelassener werden. Wir werden Respekt empfinden vor denen, die zu wenig Respekt erfahren. Wir werden denjenigen Danke sagen, die sonst selten einen Dank bekommen. Wir werden mehr lesen. Wir werden mehr spielen. Wir werden nicht pendeln. Wir werden mehr schlafen. Wir werden mehr miteinander reden. Wir werden uns anrufen und austauschen. Wir werden uns helfen. Wir werden Zeit haben nachzudenken. Wir werden Menschen neu kennenlernen, uns selbst und einander. Wir werden mit uns konfrontiert sein. Wir werden spüren, was wichtig ist. Wir werden erfahren: Plötzlich geht, was vorher nicht ging. Wir werden merken: Dinge, die nicht gehen, müssen nicht sein. Wir werden Schlüsse ziehen. Wir werden uns streiten. Vielleicht wird es mehr Scheidungen geben. Vielleicht werden aber auch mehr Babys geboren.

Wie wird es sein, wenn alles wieder anläuft, irgendwann? Wird unsere Gesellschaft eine Wiedereingliederung brauchen, nach Hamburger Modell? Wird es sein wie ein Umzug, wenn man alles einmal in die Hand nimmt und sich entscheidet, ob man es mitnimmt oder zurücklässt?


Bemerknis | Ich bin beeindruckt, wie entschlussfreudig unsere Regierung ist. Sehr beeindruckt. Dass sie gegen jeden wirtschaftlichen Lobbyismus handelt, stimmt froh. Und zeigt, dass es ernst ist.

Obwohl surreal, kommt mir ein Teil der aktuellen Situation emotional bekannt vor – vom Eremitenhäuschen auf La Gomera. Das Gefühl, das ich dort hatte, ist ähnlich des Gefühls, das sich nun einstellt. Einkaufen erforderte Geduld, der Weg zum Supermarkt war weit, die Auswahl war kleiner als gewohnt. Ich war allein. Die Umstände bestimmten das Sein: Bei Regen ging nichts. Ich plante vor und kochte, was da war. Ich arbeitete, atmete und war mir selbst genug. Man ahnt: Das könnte bald eine Fortsetzung finden.


Horizont erweitern | Am Donnerstag und Freitag war ich noch einmal unterwegs. Ich fuhr nach Bad Camberg in Hessen. Die Hotelwirtin freute sich wie Bolle, als ich kam. Sie habe so viele Absagen, sagte sie, sie sei glücklich, dass ich da sei. Ich erhielt ein größeres Zimmer.

Am Freitag nahm ich an einem Seminar teil. Es hieß: “Innovationskultur schaffen” und war sehr prima. Einen Teil der Inhalte kannte ich, andere nicht. Meistens sind es ohnehin die kleinen Dinge, die mich weiterbringen.

Unter anderem beschäftigten wir uns mit Lean Startup als Methode, um neue Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zu entwickeln. Gerade das Beschreiben und Beweisen von Annahmen habe ich als sehr hilfreich im empfunden: Man beweist mit Experimenten, dass die einzelnen Teile eines Geschäftsmodells funktionieren – oder eben nicht. Und das, bevor große Investitionen getätigt werden. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei der interaktiven Innovation, mit der ich arbeite – und doch anders, nochmal zielgerichteter und einfacher.

Außerdem haben wir über Messmethoden und sinnvolle KPIs für Innovationen gesprochen – über Aktivitätsmetriken, Wirkungsmetriken und Pitch-Kriterien. Aktivitätsmetriken sind Kennzahlen, die die Tätigkeiten im Innovationsprozess anzeigen. Wirkungsmetriken messen den Einfluss dieser Tätigkeiten auf den Geschäftserfolg. Pitch-Kriterien helfen bei der Entscheidung, ob man eine Idee oder einen Prototypen weiterverfolgen oder fallen lassen möchte.

Das Seminar fand im schönen Kloster Gnadenthal statt. Dort blühten die Osterglocken, und wir hatten reichlich Platz, uns aus dem Weg zu gehen – zumal wir aufgrund von Absagen nur zu Fünft waren.


Geburtstag unter Bedingungen | Am Tag darauf feierte ich Geburtstag – unter Girlanden und im kleinen Kreis, mit Lufküssen.


Kopf lüften | Der See lag am Sonntag sehr schön; der erste Frühlingstag nach langen Wochen des Regens. Der Himmel schimmerte rosa, die Luft war mild.

Im Freien konnte ich Abstand zu anderen Menschen halten. In den Cafés und Restaurants saßen hingegen Leute über Leute, es war rappelvoll.


Arbeit | Heute Home Office: Der Kunde hat seine Räumlichkeiten zwar geöffnet, wünscht aber, dass möglichst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Home Office arbeiten – auch die Externen, wie ich eine bin.

Das tat ich: Ich bin vom Auftraggeber mit Hardware und allen Möglichkeiten zur Remote-Arbeit ausgestattet; er ist dahingehend sehr gut aufgestellt. Ich arbeitete weiter an den Themen, die mir obliegen. Das bedeutete vor allem: viel telefonieren – in Einzelgesprächen und in Telefonkonferenzen.

Ich ließ mir von unterschiedlichen Mitarbeiterinnen aus unterschiedlichen Disziplinen viel erklären, um ihre Perspektiven kennenzulernen und zu empfehlen, was gemeinsam zu tun ist.

Auch wenn ich Home Office und Remote-Arbeit gewohnt bin: Am Nachmittag rauschte mir ganz schön der Kopf. Denn normalerweise arbeite ich daheim hauptsächlich für mich – zwar unterbrochen von einzelnen Telefongesprächen. Aber der Anteil des Redens und Zuhörens ist deutlich kleiner, der des Nachdenkens größer. Wenn – wie heute – das Ohr der einzige Eingangskanal ist, ist das Zuhören und Schlüsseziehen deutlich anstrengender; alles muss über Sprache vermittelt werden, es fehlen die Informationen aus Mimik, Gestik und dem gemeinsam Gemalten.

Immerhin hatte ich einen schönen Blick in den Garten – mit Blümchencontent.


Gelesen und angeguckt | Die Washington Post zeigt anschaulich, warum das öffentliche Leben eingeschränkt wird und was Quarantäne bringt.

Gefreut | Die Dortmunder Makeup-Artistin Katja Grebner hat bei Microsoft Teams eine Plattform ins Leben gerufen, auf der Dortmunder Einzelunternehmer*innen sich in der Corona-Krise gegenseitig unterstützen können – mit Wissensaustausch, Teilen von Ressourcen und dem gemeinsamen Erarbeiten von Lösungen. Großartig.

Gelesen | You Can Virtually Tour These 500+ Museums and Galleries From Your Couch

Serviceblog | Tech against Coronavirus: Eine Liste von Tools fürs virtuelle Arbeiten alleine und im Team

Gelesen | Das merkwürdige Verhalten weinseliger Großstädter zur Coronazeit. Die Ausgangssperre wird kommen. Deshalb.

Gelesen | Das sind die wahren Sportler. Spoiler: Aki Watzke ist es nicht.

Zum Unterschreiben | Petition: Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns. Ein Appell, Finanzhilfen und Unterstützungen für Firmen und abhängig beschäftigte auch auf Einzelunternehmer auszuweiten.

Gelesen | Was ganz anderes: Wie es wirklich ist, seinen Penis verlängern zu lassen [€]

Grüner Daumen | Zunächst etwas Erfreuliches: Vor etwa fünf Jahren habe ich mir aus dem Teneriffa-Urlaub eine Strelizie mitgebracht. Vielleicht kennen Sie diese Pflanzen, die dort am Flughafen in kleinen Plastiktöpfen verkauft werden. Sie war nur handtellergroß.

Heute ist sie fast einen Meter hoch und zeigt ihre erste Blüte.

Momentan wohnt sie noch im Haus. Ich habe sie nur fürs Foto rausgestellt, darüber hinaus ist es noch zu kalt. Im Sommer zieht sie wieder in den Garten um.

Die gleichzeitig gekaufte Kamelie ist inzwischen ein Busch, geht mir bis zur Hüfte und blüht jeden Sommer.


Krone | Die Einschläge kommen näher. Erste Menschen, die ich mit Namen kenne, wurden positiv auf COVID-19 getestet. Ich hatte keinen persönlichen Kontakt.


Wash your Lyrics | Derweil könnt Ihr Euch Händewaschposter mit dem Lied Eurer Wahl machen.


Digitale Stadt | Die Stadt Dortmund bot gestern Morgen eine digitale Veranstaltung an: einen Livestream mit dem Leiter des Gesundheitsamtes, Frank Renken.

Herr Renken informierte über das Virus und über Maßnahmen. Nichts, was ich nicht schon wusste. Dennoch eine super Sache: Der Mann war sympathisch und aufgeräumt, die Technik war professionell. Gruß an Herrn Renken und meine Stadt: Das war eine gelungene, vertrauensbildende Maßnahme.


Schatöchen | Uns bleibt nichts erspart: Auch das Schatöchen wurde zum Corona-Risikogebiet erklärt. Gut, dass wir dort ausufernd dem Müßiggang fröhnen und die Scholle sowieso nie verlassen. Der Leclerc und die Kellereien müssen dann halt anliefern.

Nein, Scherz. Wir werden das natürlich beobachten.


Ford Mustang | Noch etwas Tolles: Ich habe ein Geschenk bekommen und mich wie Bolle gefreut.

Lego Creator Ford Mustang (fotografiert neben der Saturn-IV-Rakete)

Den Aufbau werde ich zelebrieren.


Gelesen | Es gibt die erste experimentelle Studie zur Aerosol- und Oberflächenstabilität von SARS-CoV19. Aktuelle Erkenntnisse: Das Virus hat offenbar drei Stunden Aerosol-Stabilität. Auf Stahl und Kunststoff bleibt es zwei bis drei Tage Tage stabil. Auf Karton und Papier bleibt es 24 Stunden aktiv.

Gelesen | Auch Selbstständige und Freiberufler werden entschädigt, wenn das Gesundheitsamt sie in Quarantäne schickt. Ich schätze mal, dass es in der Praxis nicht so einfach wird, sondern dass man den Verdienstausfall eindeutig und mit entsprechenden Belegen, zum Beispiel Verträgen, dem Quarantänezeitraum zuordnen muss und dass die Leistung auch in keinem anderen Zeitraum nachgeholt werden kann.

Virale Beschäftigung | Corona beschäftigt mich gerade sehr stark – weil es meine Kunden beschäftigt. Nachfolgend einige lose Bemerknisse.


Kurvendiskussion | Man kann die Absage von Veranstaltungen und die behördlichen Entscheidungen richtig finden und trotzdem den Kopf über Hamsterkäufer schütteln. Man kann völlig unpanisch sein, und trotzdem versuchen, sein Verhalten anzupassen. Das geht gut, das ist kein Widerspruch.

Worum es bei Geisterspielen, Veranstaltungsabsagen und der Vermeidung von Dienstreisen eigentlich geht – in einer Grafik:

Das Ganze auf Deutsch, mit Kurve, nochmal bei der FAZ. Eindrücklich auch diese Grafik:

https://twitter.com/clausvonwagner/status/1237320829698027523

Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America

Die Nachrichten aus Bergamo sind in diesem Zusammenhang leider sehr besorgniserregend. Dort ging die Kurve steil hoch. Die italienischen Ärzte machen dort nun faktisch Triage: Der Krankenhausarzt Christian Salaroli sagt, man entscheide nach den Faktoren Alter und Gesundheitszustand, inwieweit sich eine Behandlung lohne – oder ob ein anderer Patient größere Chancen habe und deshalb einen der Beatmungsplätze erhalte, wie im Krieg. Er ruft dazu auf, zu Hause zu bleiben (Übersetzung von mir):

State a casa. State a casa. Non mi stanco di ripeterlo. Vedo troppa gente per strada. La miglior risposta a questo virus è non andare in giro. Voi non immaginate cosa succede qui dentro. State a casa.

(Bleibt zu Hause. Bleibt zu Hause. Ich werde nicht müde, das zu wiederholen. Ich sehe zu viele Leute auf den Straßen. Die beste Antwort auf das Virus ist, nicht raus zu gehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was hier drin los ist. Bleibt zu Hause.)

Coronavirus, il medico di Bergamo: “Negli ospedali siamo come in guerra. A tutti dico: state a casa”

Wie Salaroli spricht auch sein Kollege Daniel Macchini von “Krieg”: Text im Tagesspiegel.

State a casa. Bleibt zu Hause. Ich werde am Freitag noch ein Seminar besuchen (wenn es denn stattfindet), und mich danach etwas einschränken, neben der Arbeit, völlig unpanisch, um dazu beizutragen, dass die Kurve flach bleibt.


Der Kapitalismus | Ich höre immer wieder Kritik daran, dass die Berichterstattung die Folgen für die Wirtschaft thematisiert. Es gehe doch um Menschenleben und die Gesellschaft, da sei Kapitalismusdenken ja wohl fehl am Platze.

Ich habe bereits Auftragseinbußen. Bislang nicht besorgniserregend. Aber wenn im zweiten Halbjahr weitere Aufträge wegbrechen oder wenn ich erst gar keine Aufträge erhalte, weil die Unternehmen, die mich eigentlich engagiert hätten, erstmal ihre Verluste aufholen müssen – dann macht mir das Sorgen. Ich bin noch gut dran, ich habe Reserven und bin allein. Viele Freiberufler haben keine ausreichenden Rücklagen, um mehrere Monate zu überstehen – und haben zudem Familie und Kinder. Für uns gibt es kein Kurzarbeitergeld und keine staatlichen Hilfen.

Es gibt schon jetzt zahlreiche Messe-, Transport- und andere Unternehmen, die ihre Verluste kaum tragen können. Das sind keine Konzerne mit Vorständen und Boni. Das sind Menschen, die eine Idee hatten und die etwas aufgebaut haben. Sie beschäftigen weitere Menschen und geben ihnen Arbeit. Sie alle haben nichts falsch gemacht, sie haben richtig gewirtschaftet – dennoch reicht es nicht, weil zu schnell zu viel wegbricht. Da gibt es momentan bereits viel Verzweiflung, weil Leute sehen, dass ihre Reserven nicht ausreichen werden, um über viele Monate die Löhne weiter zu bezahlen. Beide, Angestellte und Unternehmerinnen, sind Nachbarn, Bekannte, Freunde. Das ist nicht der böse Kapitalismus. Das sind Wir – genauso wie all die Menschen, die nicht krank werden sollen, Wir sind.

Fresskoma | Noch ein bisschen Meerschwein-Content.

Meerschwein an Futterschälchen mit Paprika

Am Freitag war ich damit betraut, die Schweine zu füttern. Ich servierte ihnen die Mittagsmahlzeit. Es gab Salat. Ich war nicht im Detail unterwiesen, wie viel Salat es sein sollte. Ich dachte: Einen kleinen Nachschlag hat jeder verdient. Also gab es für jedes Schwein ein Schälchen und ein halbes.

Eineinhalb Stunden später ging ich wieder zum Käfig. Lucien lag auf der Seite, die Füßchen von sich gestreckt, das Maul leicht geöffnet. Ich dachte: “Ohgottohgottohgott. Das Schwein ist verstorben.” Es war mir sehr unangenehm. In meiner Obhut!

Ich stupste Lucien an. Nichts. Ich stupste fester. Nichts. Ich sah ihn an. Er atmete nicht. Ich stupste noch fester.

STUPS!!!1!!!11!!

Lucien schreckte hoch. Er glotzte verstört. Ich schreckte zurück und riss mir dabei den Stupsfinger am Gitter auf. Wir sahen uns an. Er zwinkerte. Ich murmelte: “Entschuldigung.”


Markt | In Schriesheim war Matheisenmarkt.

Ich kaufte eine Flaschenbürste. Das klingt erstmal wenig erwähnenswert, aber ich suche seit Monaten ein Gerät, mit dem ich Vasen und Trinkflaschen säubern kann. Immer denke ich: Ich musst mal zum Wochenmarkt zu diesem Bürstenstand fahren. Dann vergesse ich das wieder, bis ich vor einer Flasche stehe, für die ich eine Flaschenbürste brauche.

Auf dem Matheisenmarkt sah ich einen Marktstand und schlug zu. Das hat mich glücklich gemacht: einmal beim Kauf in Schriesheim und einmal in Dortmund, als ich sie in die Küche legte.


Ehrenamt | Von Schriesheim aus fuhr ich nach Dortmund, und heute von Dortmund nach Düsseldorf.

In Düsseldorf war Distriktsversammlung des Ladies’ Circle. Weil ich aktuell in Dortmind Präsidentin bin und auch, weil es nett ist, andere Frauen kennenzulernen, fuhr ich dorthin.

Folie "2. Distriktsversammlung im D7 - Herzlich willkommen", neben der Leinwand Hirschgeweihe

Wir besprachen allerlei, wählten eine neue Distriktspräsidentin, und ich kam mit Infos zurück, die ich den Dortmunderinnen erzählen kann. Außerdem lernten wir, Saftcocktails für die gute Sache zu mixen.


Gehört | Auf den Fahrten von Dortmund nach Karlsruhe, von Karlsruhe nach Heidelberg und von Heidelberg nach Dortmund hörte ich alle Folgen des Podcasts “Coronavirus-Update” mit Christian Drosten, dem Virologen der Berliner Charité. Das ist ein sehr guter Podcast, ich kann ihn rundweg empfehlen. Ich fühle mich nun sehr informiert. Gleichzeitig weiß ich, dass ich es kriegen werde, genauso wie wir alle es kriegen werden – es fragt sich nur, wann. Alles in allem beruhigt der Podcast ungemein, denn er erkärt viele Zusammenhänge: Warum das Virus für die meisten von uns ungefährlich ist, für uns als Gesellschaft aber dennoch bedrohlich; wie die Ansteckung vonstatten geht, was der Unterschied zur jährlichen Grippe ist und warum es trotz geringem persönlichem Risiko sinnvoll ist, Großveranstaltungen zu meiden.

Gelesen | What’s Really Holding Women Back? Eine umfassende Untersuchung, was Frauen davon abhält, in Fühurngspositionen aufzusteigen. Die Antwort ist, kurz gefasst: die gleiche Firmenkultur, die auch Männern auf den Sack geht. Nur, dass die Männer sich dem Gruppendruck beugen, Frauen nicht.

Heidelberger Gästeservice | Gestern Morgen bekam ich Kaffee ans Bett.

Becher mit Aufschrift "Dort-Mund"" - mit Pfeil zum Tassenrand; Bettdecke

Danach verschwand die Freundin zur Arbeit, und ich legte ungeheuerliche Produktivität an den Tag.

Erst telefonierte ich mit der potentiellen Kundin A, wir besprachen ihr Anliegen. Dann telefonierte ich mit einer Dame, der ich zugesagt hatte, sie in einer Fragestellung zu coachen. Anschließend machte ich das Angebot für Kundin A fertig und versendete es. Dann rief Kunde B an, wir besprachen uns kurz und machten einen Termin für Dienstag aus. Dann beantwortete ich eine Fragestellung von Kunde C, die per Mail hereingekommen war und die etwas Dokumentationsaufwand erforderte. Anschließend begann ich damit, das Beratungspapier für Kundin D zusammenzuschreiben – der Termin vom Donnerstag. Zwischendrin rief Kunde B wieder an, diesmal ein anderer Mitarbeiter; wir telefonierten über weitere Fragestellungen. Danach setzte ich mich wieder ans Papier für D; wir hatten allerhand besprochen – es wurde sieben Seiten lang. Anschließend buchte ich noch die Zeiten der Woche für Kunde B und gab meine Umsatzsteuervoranmeldung für Februar ab.

Dass ich so produktiv war, lag wohl auch daran, dass ich keine Möglichkeit zu prokrastinieren hatte. Ich hätte die Kaffeemaschine entkalken können, begann auch sehr engagiert mit dem Lesen der Bedienungsanleitung, fand es dann aber zu fordernd, ließ davon ab und wandte mich wieder meiner Arbeit zu.


Lucien | Hier in Heidelberg wohnen zwei Meerschweine. Eins von ihnen ist Lucien Favre. Lucien ist etwas langsam im Denken, aber engagiert am Futtertrog. Ihm ist vieles egal, außer es handelt sich um Salat.

Meerschwein aus der Nähe, glotzend

Er trägt seinen Namen, weil er genauso viel Lebendigkeit an den Tag legt wie ein gewisser Trainer. Peu à peu.


Hochgeistiges | Berichtenswert ist darüber hinaus dieses Getränk.

Getränk in kleinem, hohen Glas: weiß mit Blume drauf

Es handelt sich um einen “White Shadow”: Tequila, Quitte, Agave, Buttermilch, Salz. Großartig.


Gelesen | Wer denkt, Corona würde Reisetätigkeit senken und deshalb zumindest beim Klimaschutz helfen: Airlines in Großbritannien lassen ihre Flugzeuge als leere “ghost flights” durch die Gegend fliegen, damit sie ihre Landeslots an den Flughäfen nicht verlieren.

Gelesen | “Lasst uns noch mal leuchten” – Drei Frauen unterhalten sich über die Wechseljahre

Blumendeko | Ich war in Karlsruhe. Dort stolperte ich auf der Suche nach einem Abendessen durch einen Stadtteil und landete in einem Pub. Der Stadtteil war ruhig, sehr ruhig, die Straßen leer. Kein Wunder, die Leute waren alle im Pub! Tischdeko:

Bierkrug mit Besteck, Aufschrift "Oxford Pub", davor ein Kaktus

Ich musste mich etwas an den Dialekt gewöhnen.

“Ich möchte gern zahlen.”
“Ai joo, kommscht vor?”
“…. ??? … Ja! Natürlich.”


Ordnen | Heute war ich zu Besuch bei einer Kundin und habe gemeinsam mit ihr Fragestellungen aus dem Unternehmen besprochen. Ich lasse die Menschen immer erst erzählen; sage ihnen, sie sollen einfach irgendwo anfangen. Es ist dann spannend, mit welchen Themen sie ihre Schilderungen beginnen; das kann einfach nur das Reizthema sein, das am aktuellsten ist. Oft gibt der Ausgangspunkt der Schilderungen aber noch weitere Hinweise.

Einer meiner Jobs ist, erstmal Ordnung in die Vielfalt der Fragestellungen zu bringen. Es gibt eigentlich immer Zusammenhänge und Verbindungen. Wenn man mittendrin steckt, sieht man sie nicht so gut – aus meiner externen Position geht das besser. Da hilft dann manchmal schon ein einzelnes Gespräch, danach sind die Dinge gleich geordneter, und Lösungen tun sich auf.

Die Kundin bekommt jetzt noch eine schriftliche Zusammenfassung mit unseren Gedanken. Wenn ich das Gespräch etwas sacken lasse, ordnet sich auch bei mir nochmal einiges. Manchmal kommt dann noch der ein oder andere Gedanke dazu. (Manchmal auch nicht.)

Danach fuhr ich in strömendem Daurregen nach Heidelberg. Herrje, seit ich aus dem Urlaub wieder da bin, regnet es gefühlt in einem fort. Nachmittagspäuschen im Café:

Blick auf dem Café auf die Straße, gegenüber Altstadthäuser

Ich schrieb dort die Wahrnehmungen des Vormittags zusammen. Da waren die Eindrücke noch frisch.


Gelesen | Der Igel. Hach.

Und all diese Orte. Ich möchte eine Serie machen über Orte, wie sie existieren in der Erinnerung, in der Vergangenheit, in einem kurzen Augenblick, in genau diesem Licht und sonst nicht.

Vielleicht erzähle ich auch mal von solchen Orten. Vielleicht.

Gelesen | In Norditalien floss Wein aus dem Wasserhahn, Lambrusco.Gibt Schlimmeres.

Syrien | Waad Al-Kateab ist eine junge Regisseurin. Sie lebt in Aleppo. Sie verliebt sich in den Arzt Hamza. Der Krieg bricht aus. Die beiden heiraten. Rebellen besetzen Aleppo. Waad wird schwanger. Sie und Hamza bekommen eine Tochter: Sama.

Russen und das syrische Regime bombardieren Aleppo nun jeden Tag. Hamza arbeitet im letzten funktionierenden Krankenhaus der Stadt. Waad filmt ihr Leben und das ihrer Tochter Sama. Es entsteht ein mächtiger und gleichsam fürchterlicher Dokumentarfilm.

Derweil werden vor Griechenlands Grenzen Menschen wie Sama, Hamza und Waad mit Tränengas beschossen.


Corona und ich | Die Auswirkungen von Corona kommen bei mir an: Ein Kunde hängt am Messegeschäft. Ich hänge am Kunden. Messen werden abgesagt, der Kunde verschiebt meinen Auftrag auf unbestimmt. Wir bleiben in Kontakt und hoffen nun beide, dass die Infektionskurve rasch abflacht.


Gelesen | Aufruhr in mittleren Jahren von Nina Lykke, aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger und Sylvia Kall. Klappentext:

Ingrid und Jan, beide um die 50, sind seit 25 Jahren verheiratet. In Oslo führen sie ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr – die freudlose Ehe frustriert sie, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Hanne drängt den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese zieht kurzerhand in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit.

btb Verlag

Großartiges Buch. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Jans, Ingrids und aus Sicht von Hanne, Jans Geliebter. Die Figuren sind nahbar und vielschichtig – und sie wandeln sich im Laufe der Erzählung. Subtil, bitter, bissig, tragikkomisch. Ich bin sicher, Sie werden sich wiedererkennen – oder Freunde. Oder Bekannte. Oder Ihre heranwachsenden Kinder.

Nachbarschaftsbewaffelung | Das Jahr 2020 schenkte uns einen zusätzlichen Tag. Wie kann man ihn angemessener begehen als mit Waffeln?

Weil es so schön war, setzten wir das Gelage am Abend fort – mit ein paar Kleinigkeiten, Dips und frisch gebackenem Brot.


Alltagsfreude | Meine neuen Türen sind so schön, die Terrassentür fühlt sich so neu und schwer und toll an – ich könnte sie den ganzen Tag auf und zu machen. Hach. Gut, dass ich am Donnerstag und Freitag im Homeoffice war.

Heute habe ich für das Kfw-Zuschussportal die Rechnung eingereicht. Mal schauen, ob das tatsächlich so einfach klappt und ich die 20 Prozent Förderung bekomme.


Weniger ist mehr | Im Februar war ich Testnutzerin eines neuen Tagesspiegel-Angebots, dem “Background Gesundheit & E-Health”, einem täglichen Newsletter. Das Produkt ist für mich interessant, weil ich gerade für einen Kunden im Gesundheitssektor tätig bin. Da kann Hintergrund nicht schaden.

Der Newsletter enthält jeweils eine Presseschau und bis zu zehn zum Teil sehr lange Texte: Berichte, Hintergrund, auch mal ein Portrait. Nun endet die Testphase und wer den Newsletter weiter beziehen möchte, soll dafür zahlen, 179 Euro im Monat (Frühbucherpreis 139 Euro). Das Abo ist jährlich kündbar.

Das ist zu viel. Von allem. Zu viele Ausgaben, zu viel Inhalt, zu viel Geld, zu lange Vertragslaufzeit. Ich schaffe es nicht, täglich zehn lange Texte zu lesen, ich möchte das auch nicht. Das ist mir alles zu kleinteilig. Ich möchte diesen Newsletter nicht täglich bekommen: Einmal pro Woche Hintergründe und Zusammenhänge, das wäre prima. Außerdem möchte ich dafür nicht 180 Euro pro Monat (!) ausgeben – und das zwangsweise für ein Jahr. Das passt nicht zu meinen Projektlaufzeiten.

Weil ich mich der Verlagsbranche immer noch verbunden fühle, weil ich Testnutzerin bin und als Signal, dass ich durchaus an einem Angebot mit gesundheitspolitischen Beiträgen interessiert bin, schrieb ich all das an den Tagesspiegel – und auch, dass ich bis zu 50 Euro pro Monat für einen wöchentlichen Newsletter zahlen würde, also mehr als zehn Euro pro gut recherchierter Ausgabe, allerdings monatlich kündbar. Ich erhielt die Antwort, dass man mir zu dem vorgeschlagenen Preis leider kein Angebot machen könne; das Frühbucherangebot von 139 Euro sei schließlich schon um jährlich 480 Euro gegenüber dem Listenpreis vergünstigt.

Dabei wäre Dreisatz-Könnern direkt aufgefallen: Ich bin sogar bereit, mehr zu bezahlen als den Listenpreis – bezogen auf die einzelne Ausgabe. Die Verlagsbranche hat aber offenbar die Idee “Viel hilft viel” verinnerlicht: tägliches Erscheinen bei langen Abolaufzeiten. Dabei ist es doch so: Wenn der Nutzen für mich ausreichend hoch ist – das heißt im besten Fall: wenn ich das Bezahlte selbst wieder monetarisieren kann -, bin ich bereit, eine verhältnismäßig hohe Summe für verhältnismäßig wenig zu zahlen. Wenig ist in dem Fall ein Plus! Wenn ich hingegen mehr bekomme, als ich benötige, fühle ich mich schlecht – weil ich nicht nutze, wofür ich bezahle.


Faber | Es passiert mir immer häufiger, dass ich durch die Kinder mir nahe stehender Menschen auf neue Musik stoße. Ich bin nun offensichtlich so alt, dass die Musikanten, die die Jugend hört, mir nicht mehr einfach so begegnen; ich muss sie mir zugänglich machen.

So wurde ich am Wochenende auf Faber aufmerksam, hörte mich durch diverse Playlisten und bin hocherfreut. Das ist ja ganz famos!


Serviceblog “Corona spezial” | Ay, Corona! Ein guter Überblick zu allem, was man wissen muss. Corona-Podcast von NDR Info. Hotline für Kranke und Besorgte: 116117.

Ich hege in dem Zusammenhang einen Verdacht: Den vielen Menschen, die plötzlich Seife und Desinfektionsmittel kaufen, war das Prinzip “Händewaschen” bislang offenbar fremd.


Gelesen | Deutschland richtet 2025 und 2027 Handball-Weltmeisterschaften aus: 2025 findet die Handball-WM der Frauen statt. Zwei Jahre später, 2027, die WM der Männer.

Gelesen | Einer der mächtigsten Gletscher der Antarktis, der Thwaites-Gletscher, droht ins Meet zu rutschen. Geschieht dies, könnte der Meeresspiegel massiv ansteigen. Größter Einflussfaktor ist die Temperatur der Meeresströmungen. Die Antarktis erlebte zuletzt einen der wärmsten Februartage, die es jemals gab: An einer Forschungsstation wurden 18,6 Grad gemessen.

Gelesen | Anke Gröner hat für ihre Disseration in Kunstgeschichte im Bundesarchiv recherchiert und ein paar Bundestränchen verdrückt.

Gelesen | Ein mutmaßlicher Mafia-Pate aus Montenegro wird in Hannover operiert. 2.456 Polizisten sind im Einsatz. [€] Rekonstruktion eines Thrillers.

Gelesen | Wer glücklich werden will, muss seine Eltern enttäuschen [€]. Ein Stück über die stillen Aufträge der Familie: unausgesprochene Erwartungen und emotionale Abhängigkeit.

Ebenso wirksam ist Schweigen. Wenn über etwas nicht geredet werden darf. Dass Mutter trinkt. Dass Opa in der SS war. Dass Vater eine heimliche Geliebte hat. Dass die Firma insolvent ist. In Familiengeheimnissen stecken mehrere Botschaften, inhaltliche und formelle. Das, worum es geht, ist oft schambehaftet, der Auftrag lautet: Erzähl niemandem davon! Und dass darüber nicht geredet werden darf, birgt in sich die Lehre, dass Offenheit nach außen schlecht ist und Kommunikation nach innen nicht gewünscht ist. So wird das Kind zum Hüter der Integrität seiner Familie und zu einem Geheimnisträger seinen Gefühlen gegenüber. Denn worüber nicht geredet werden darf, das muss auch im eigenen Inneren möglichst unangetastet bleiben.



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