Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Partypeople | Samstagabend, Lockdown-Style:


Ein Ort namens Hullern | Ein großes Hobby ist derzeit das Spazierengehen. Es gibt schließlich nichts Schöneres, als bei Nieselregen durch Schlamm zu laufen.

Einer der Ausflüge führte mich um den Hullerner Stausee. Hullern, 2.400 Einwohner, gehört zu Haltern, und ich beschönige nichts, wenn ich schreibe, dass Hullern frei von Höhepunkten ist. Abgesehen vom Stausee natürlich.

Außerdem gibt den Gutshof Borkenberge (Bild oben), einst NS-Repräsentationsbau, Mustergut des Reichsnährstandes. Die Geschichtsbücher wissen zu berichten:

Fakt ist, dass der Hof als erster weit und breit über einen Trecker verfügte.

Heiko Bruder: Hullern- Geschichte eines Dorfe zwischen Lippe und Stever

Überdies:

Während des Krieges wurde der Musterhof vom Reichsnährstand zusätzlich als „Versuchshof für Kalkdüngung“ eingestuft. 

Heiko Bruder: Hullern- Geschichte eines Dorfe zwischen Lippe und Stever

Wildpark (ohne Wild) | Tags darauf ausflugten wir in den Wildpark in Dülmen. Dort ist es hübsch: Man kann Rehe, Hirsche und Heidschnucken angucken, die Landschaft ist schön anzusehen, und der Eintritt ist kostenlos. Als wir dort waren, gab es allerdings nichts zu sehen, zumindest kein Wild. Denn das war der Menschen überdrüssig und hatte sich ins Gehölz verkrümelt. Immerhin schien die Sonne, der Matsch war gefroren, es gibt Wasserläufe und Tümpel.

riesiger, abgeknickter Baum an einem kleinen Teich (Panoramabild)

Wir geben uns redlich Mühe, beim Spazierengehen noch Freude zu empfinden. Eigentlich gehe ich ja auch gerne spazieren. Aber mir hängt’s grad echt zum Halse raus. Zugegebenermaßen liegt das vor allem am Wetter (es regnet hier seit Wochen) – und daran, nichts anderes zu sehen als die unmittelbare Umgebung.


Broterwerb | Der Rest der Zeit Erwerbsarbeit. Viel zu tun derzeit, das ist erfreulich – und gleichwohl erstaunlich, denn ich hatte damit gerechnet, dass 2021 verhalten beginnt und der Terminkalender erst ab der zweiten Jahreshälfte knackig voll wird. Das ist nicht der Fall. Mir ist, als haben alle nur den Jahreswechsel abgewartet, um Dinge anzustoßen, Projekte zu beginnen und zu sagen: “Pandemie hin oder her – jetzt müssen wir mal loslegen.”

Was ich wirklich großartig finde, ist die Remote-Arbeit. Es geht vieles, fast alles von daheim – über Teams, Webex, Zoom, Go to meeting, Mural, Stormboard, Whiteboard und was nicht alles. Natürlich fehlt bisweilen die persönliche Begegnung, die informelle Ebene, die Beziehungspflege. Ich vermisse das physische Miteinander. Alles in allem funktioniert meine Arbeit aber genauso gut online wie offline. Ich möchte nicht mehr komplett zurück zu 100 Prozent Präsenz.

In Zukunft werde ich mir, werden wir uns alle so manche Geschäftsreise sparen – und die, die wir unternehmen, werden umso nutzbringender, ereignisreicher und sicher auch genussvoller. Denn es ist – eben dem Geschäftlichen – ja immer auch schön, andere Städte zu besuchen.


Und sonst | Mein zweimaliger Podcastgast Daniel, der Notarzt aus der Nachbarstadt, hat seine erste Corona-Impfung erhalten und sich dem Anlass entsprechend schick gemacht:

https://twitter.com/doc_emed/status/1356306919573622787

Socken | Weiterhin passiert hier wenig, nur Arbeit. Ich war nicht einmal großartig spazieren, denn hier regnet es nur. Mal regnet es bei zwei Grad, mal bei vier Grad, mal weht Wind, mal keiner. Nächste Woche soll es bei zehn Grad regnen “mit leichter Brise aus Süden”, das wird sehr besonders.

Gestern war ich in der Drogerie. Das war aufregend, dort war ich schon seit Monaten nicht mehr. Ich kaufte lauter Dinge, die man in einer Drogerie kauft. Ich werde nun gut duften. In der Videokonferenz riecht das nur niemand.

Weil der Sockenhersteller meines Vertrauens, ein Schmallenberger Strumpfwarenunternehmen, Sale im Onlineshop hat, kaufte ich zudem Socken. Ich finde: Socken bekommen im Homeoffice einen ganz neuen Stellenwert. Während ich meine Socken bislang nur morgens und abends sah, sehe ich sie nun den ganzen Tag. Das veranlasste mich dazu, Impulskäufe in mutigen Farben zu tätigen.


Milchschaum | Vor etwas weniger als einem Jahr erwarb ich ein elektrisches Gerät, das Milch aufschäumt. Das Gerät macht das toll, die Milch ist cremig mit einer gewissen Fluffigkeit. Ich bin sehr zufrieden. Nicht zufrieden bin ich mit der Haltbarkeit dieser gar nicht mal so preiswerten Anschaffung. Denn bereits nach wenigen Monaten zerfiel die Rühreinheit – also der Stab, der den Schaum macht – in seine drei Einzelteile, ohne dass irgendeine Art von Unfall oder Unbedachtheit geschah. Ich nahm eine Zange zur Hand, schob und bog, danach rührte und schäume es wieder. Allerdings fällt der Stab seither nach jedem zweiten Schäumen auseinander, und ich muss ihn neu zusammensetzen. Das ist friemelig und trübt meine ansonsten positive Grundstimmung, die ich dem Gerät gegenüber hege.

Ich wandte mich über das Kontaktformular an den Kundenservice, schilderte die Problematik und fragte, ob es die Rühreinheit einzeln zu erwerben gebe, ich wolle nicht das ganze Gerät neu kaufen. Fünf Wochen lang geschah nichts. Dann meldete sich der Kundenservice. Man könne mir eine neue Rühreinheit zusenden, sie koste 20 Euro und ich müsse zudem, obwohl man ein deutscher Hersteller sei, die Versandkosten aus dem Ausland übernehmen, ob ich sicher sei, dass ich das wolle. Das sei schon ein aufwändiger Wunsch, kurz vor wirklich lästig. Letzteres formulierten sie nicht explizit, aber es klang so durch.

Ich sage, wie es ist: Ich hätte mir eine bessere Lösung gewünscht. Kulanz wäre natürlich das Optimum gewesen. Ich hätte auch einen Kompromiss in Ordnung gefunden. Zum Beispiel, dass ich die Rühreinheit nachkaufe, und das Unternehmen mir einen Gutschein in gleicher Höhe für den Onlineshop zukommen lässt. Oder auch weniger, ein kleiner Ausgleich für die Unnanehmlichkeiten, die bei einem namhaften Markenhersteller in dieser Preisklasse nach solch kurzer Zeit nicht zwingend zu erwarten sind. Mir wäre bestimmt etwas eingefallen, was ich mir zulegen möchte; etwas, das teurer gewesen wäre als der Gutschein.

Aber nun gut. Ich sagte, dass ich die Rühreinheit gerne haben wolle, auch zu diesem Preis und auch mit Versandkosten, ja, ganz sicher, sie mögen mir das Ersatzteil bitte zusenden. Es kam dann heute. Ich kann jetzt wieder Milchschaum schäumen, ohne vorab Werkunterricht zu nehmen. Wie schön.


Broterwerb | Nun leben wir schon fast ein Jahr mit #deraktuellenSituation. Ich habe zehn Erkenntnisse aufgeschrieben.

Romanprojekt “Käthe Paulus”| Nein, ich bin noch immer nicht fertig. Aber ich habe dramaturgisch verdichtet und auf die vorgegebene Seitenzahl gekürzt. Die Story ist jetzt straff wie ein Promi-Gesicht nach dem Facelift. Anfang Februar ist Abgabe bei der Lektorin. Ich feile jetzt noch an Abschnitten, Formulierungen, Stimmungen, Übergängen.

Es gibt ein Buchcover und es ist großartig! Eine richtige Malerin hat es gemalt. Es sieht toll aus. Ich freue mich wie Bolle. Der Verlag wollte schon eine Vita für den Klappentext, und ich glaube, jetzt wird es richtig ernst. *Aufregungs-Emoji

Die Lektorin fragt mich auch schon nach Lesungen. Möchte ich! Ich habe ein Format im Kopf, in dem ich nicht nur lese, sondern auch Zeitdokumente aus der Recherche zeige, Fotos, Korrespondenzen, Berechnungen und Hintergründe zur Geschichte erkläre. Falls Sie eine Buchhandlung kennen, die Sie mögen und in die ich kommen soll, oder wenn Sie vielleicht sogar in einer arbeiten, schreiben Sie mir gerne (per Mail oder in die Kommentare).


Frostig | Gestern Morgen hatten wir hier kurz mal ein bisschen Schnee. Das sah hübsch aus.

Garten, Gewächshaus und ein leichter Schneefilm. Es sieht frostig aus.

Heute regnete es schon wieder Bindfäden. Ich bin dann bald bereit für den Tough-Mudder-Contest.


Broterwerb: Webinare und Workshop | Am Freitag diskutiere ich im Webinar “Fahrplan ins hybride Office” die Kombination aus Präsenzarbeit und Homeoffice, gebe einen Überblick über die Thematik und bespreche vier Use Cases: Präsenzpflicht – nein, ja, falls ja in welcher Form? Hybride Meetings, Zusammenarbeit mit Freelancerinnen und Freelancern und die Entwicklung des physischen Büros. Es ist alles vorbereitet, und es gab einen Technikcheck mit Clickmeeting. Sehr spannende Software für Webinare! Man teilt nicht den Bildschirm, sondern lädt die Folien und anderes Material vorab hoch. Die Teilnehmer können darauf herummalen, Kommenare abgeben und man kann Umfragen einbauen. Werde ich alles nutzen.

So (handlungsabschließend)! Meine Inhalte fürs Webinar “Gute Meetings” stehen. Meine Kollegin Andrea hat ihren Part auch fertig. Ablaufplanung steht ebenfalls. Wer noch teilnehmen möchte: Anmeldung formlos per E-Mail an vg (at) vanessagiese.de. Mehr Infos zu Inhalten, Daten und Kosten gibt’s unter dem Link.

Am Montag moderierte ich einen digitalen Workshop, sieben Stunden auf drei Bildschirmen, und ich benutzte das erste Mal Mural. Bislang war ich auf Stormboard unterwegs, aber Mural bietet als digitales Whiteboard deutlich mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Unter anderem kann man frei zeichnen, vieles ist flexibler; ich zahle auch nicht extra Geld für zusätzliche Teilnehmer, und für die Leute scheint es komfortabler zu sein. Eigentlich waren die Umstände (sehr kurze Vorbereitungszeit, drängendes Thema, erlauchte Teilnehmerschaft beim Kunden) nicht dazu gemacht, etwas Neues auszuprobieren und mit einer Software zu arbeiten, die ich noch nicht gut kenne. Aber es war die beste Lösung fürs Setting, und mich dachte mir: Ach egal, forsch voran! Hat dann auch gut geklappt.


Am Rande | Wie wunderbar ist doch Unternehmertum! Die Selbstständigkeit hält immer neue Fragestellungen bereit, aktuell im Zusammenhang mit digitalen Dienstleistungen. Denn eine Anmeldung für mein Webinar kommt aus dem Ausland. Das freut mich ungeheuerlich – wer hätte gedacht, dass ich jemals Webinare in ferne Länder funke? Steuerrechtlich handelt es sich allerdings um ein Drittland, das nicht der EU angehört. Mein Buchhaltungsprogramm warf “0% Umsatzsteuer auf Dienstleistungen” aus. “Soso”, dachte ich, und weil ich die Dinge gerne vollends verstehe, weil ich alles richtig machen möchte, weil ich auch neugierig bin und weil ich ahne “So einfach ist das bestimmt nicht”, korrepondierte ich mit meiner familiären Steuerberatungsstelle, die sich aber auch erst erkundigen muss. Solche Dinge fordern mich mittlerweile positiv heraus! Steuerzeug ist so wunderbar kompliziert, treibt tolle Blüten und sagt viel darüber aus, wie wir denken. Ich habe außerdem gelernt: Alles rund um Steuern kläre ich am besten direkt und sofort. Andernfalls sitzen wir in vierzehn Monaten über der Steuererklärung für 2021, haben bereits eine Flasche Rotwein geleert und suchen seit einer Stunde und mit zunehmender Aggression (“Ich verstehe das nicht! Das muss doch irgendwo gebucht sein!” – “Klick nochmal dahin!” – “Nein, da sind die nicht!”) nach 47,31 Euro Mehrwertsteuer in meinem Buchhaltungsprogramm.


Laufen | Als ich am Samstagmorgen laufen ging, konnte ich es kaum fassen: Es war sowas wie Sonne am Himmel. Natürlich keine richtige, Freude machende Sonne, aber der Himmel hatte kein Dunkelgrau, auch kein Betongrau, sondern eher ein lichtes Taubengrau, und als ich den Hügel hinauflief, warf ich ein bisschen Schatten. Das kennt man ja schon gar nicht mehr.

Gestern Abend war es dafür dunkel. Die Lampe, die ich mir vor den Bauch schnallte, leuchtete mir den Weg und bewahrte mich davor, in Pfützen zu treten. So sieht das dann aus, das funktioniert gut:

Blick vom Hügel auf den Phoenixsee, Großstadtlichter. Es ist ansonsten dunkel.

Einmal zehn Kilometer, einmal neun Kilometer.


Kantine | Weil es zwischen Homeoffice und Laufstrecke sonst nichts zu berichten gibt (man erlebt ja nichts!), hier ein Bild aus der Homeoffice-Kantine:

Es gab Rotweinpasta mit einem Pesto aus Mandeln, Parmesan und Knoblauch an backofemgeröstetem Romanesco (Rezept).


Gelesen | Dass der Mensch nicht mehr überallhin reist, tut der Natur und den Tieren auf vielerlei Weise gut. Aber nicht allen. Weil keine Touristen mehr kommen, gibt es mehr Adler an der schwedischen Küste, weshalb sich die dort lebenden Trottellummen öfter erschrecken und weniger Kinder bekommen.

Schnee | Chronistenpflicht: Am Sonntag schneite es. Das sah hübsch aus.

Schneebedeckter Garten, es schneit

Am Nachmittag taute es direkt wieder, und alles war matschig.

Spaziergang durch die Lippeauen bei Restschnee. Wunderschön, der Anblick des Kraftwerks:

Fast so schön wie die Müllverbrennungsanlage im Sonnenuntergang. Da sag noch einer, wir hätten keine hübschen Panoramen hier.


Broterwerb – die Erste | Für den Kunden gearbeitet.

Eine Agenda für mein Webinar zum hybriden Office vorbereitet: Welchen Weg können Unternehmen gehen, um zukünftig Präsenzarbeit und Homeoffice zu kombinieren? Es gibt einen grundsätzlichen Teil – die Ebenen einer Organisation und die Aspekte, die es bei der Kombination von Präsenz- und Remote-Arbeit zu beachten gilt (von Compliance- und Governance-Fragen bis zu Führung, Befähigung und Tools). Auf Einiges gehe ich dann näher ein: klassische Konfliktpunkte, Vertrauen und emotionale Kopplung zum Unternehmen; ich spreche drei Anwendungsfälle an und wie man als Organisation Antworten dazu entwickelt (Präsenzpflichten, hybride Meetings, Wandel des Gebäudes); ich zeige ein Framework, wie man die das hybride Arbeiten mit der gesamten Organisation entwickelt.

Außerdem habe ich meinen Teil für das Webinar “Gute Meetings” vorbereitet, das ich am 12. Februar anbiete (noch Plätze frei!). Es gibt jede Menge Moderationskniffe, die man auch als Teilnehmer:in gut gebrauchen kann. Wir zeigen ein Format, das Meetings strafft und fokussiert, aber dennoch Diskussion zulässt. Es gibt Methoden, um in Gruppen Entscheidungen herbeizuführen.


Broterwerb – die Zweite | Ich werde oft nach Tipps zum Zeitmanagement gefragt. Dabei geht es meist um die Frage: Wie führe ich mich selbst – durch die Arbeit und durchs Leben?


Grmpf | Am Montagabend war ich laufen. Es hatte drei Grad. Der Wind trieb mir kalten Regen ins Gesicht. Die Tropfen bohrten sich wie Nadeln in meine Wangen. Meine Schuhe füllten sich mit Wasser. Ich rutschte über Schlamm.

Ein ganz tolles, naturnahes Erlebnis. Jaja, doch doch, da spürt man sich mal richtig. Alles eine Frage der Haltung, nicht wahr?

Das Lauflicht, das ich mir umschnallte, war allerdings wirklich prima. Es blieb am Platz vor meinem Bauch, beleuchtete sehr meine Strecke und verhinderte, dass ich allzu sehr in Pfützen trat.


Serviceblog | Auf Twitter habe ich nach guten Kinderbüchern ab sechs Jahren gefragt und jede Menge Antworten bekommen. Wer auch Tipps braucht, hier entlang.


Gelesen | Teresa Bücker schreibt stellvertretend für Eltern, die sich derzeit durch den Lockdown quälen: Die seelischen Folgen der Pandemie | Blick in die USA: Die komplette alphabetische Liste von Personen, die Donald Trump in seiner Amtszeit beleidigt hat, inklusive Beleidungstext. Von A wie ABC News (“Fiction Writers!”) und bis Z wie Mort Zuckerman (“dopey clown”) . | Spannendes Interview mit Marc Fielmann, der seinen Vater an der Spitze des Brillen-Konzerns beerbt.

Broterwerb | Heute hatte ich Spaß bei der Arbeit – mit Ansgar (unter anderem).

Genau genommen hatte ich die ganze Woche über Spaß bei der Arbeit. Seit Anfang Januar bin ich wieder in einem großen Projekt bei einem Bestandskunden, spannende Herausforderungen, tolle Leute, viel zu tun. Super.

Ansgar traf ich, weil er mich für sein Seminar interviewt hat. Das Seminar heißt: Corporate Blogs und Corporate Podcasts. Er hat mir Fragen gestellt, weil er mich im Seminar einspielen möchte, als lebendes Beispiel. Ich habe erzählt, warum ich podcaste, wie ich mich auf eine Aufnahme vorbereite und welche Technik ich verwende. Wen das Thema interessiert: Es sind noch Plätze frei.

Zuvor sprache ich zweieinhalb Stunden mit meiner Kollegin Andrea. Wir haben unser Webinar “Gute Meetings” durchgeplant, das wir am 12. Februar anbieten. Weil wir das erste Mal zusammenarbeiten, brauchte es dazu gehörig Zeit – Initialaufwand halt. Wir sprachen über unsere Inhalte, den Ablauf, wer welchen Part übernimmt, wie wir die einzelnen Sessions aufziehen, mit welcher Technik wir wann arbeiten, wie die Übergänge sein werden und wie das gemeinsame Design aussieht. Die vier Stunden Webinar werden super kompakt und praktisch sein. Wer mitmacht, kann direkt alles anwenden.

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Gute Meetings – Einfache Methoden bewirken Großes

Viele von uns verbringen viel Zeit in Meetings. Nicht immer fühlt sich die Zeit gut genutzt an. Andrea und ich stellen Formate vor, die gelingen – und wir probieren sie direkt aus. Außerdem gibt’s Methoden, um in Gruppen zu einer Entscheidung zu kommen. Wir sprechen über die wichtigsten Regeln für eine gute Moderation und wir zeigen viele kleine, aber wertvolle Mini-Methoden – zum Beispiel Alternativen zur langatmigen Vorstellungrunde oder zur Handhabung von großen Gruppen. Vier kompakte Stunden, die direkt anwendbar sind.

Termin: Freitag, 12. Februar, 9 – 13 Uhr | Kosten und Anmeldung (einfach per Mail) auf meiner Website

+++ Ende des Werbeblocks +++

Fürs Webinargeschäft und für die Videokonferenzen, die ich derzeit mit Kunden und Geschäftspartnern habe, habe ich mein Homeoffice aufgerüstet. Statt Buchregal gibt’s jetzt schwarzen Hintergrund. Das lenkt nicht ab und ist professionell. Schon vor Weihnachten hatte ich Stoff bestellt, wie ihn Fotostudios nutzen. Diese Woche habe ich ihn aufgehängt. Ich bin begeistert: nahtlos, knitterfrei, konsistente Farbe, mattiert und tiefschwarz, ohne Reflexe. Zusammen mit der Ringleuchte ergibt sich im Video ein gutes Bild. Backstage:

Schreibtisch mit Laptop und zwei Monitoren, dahinter Billiy-Regale, mit schwarzen Stoff verhangen.

Ich spiele nun noch mit dem Gedanken, in dieses Produkt zu investieren. Daran kann ich bis zu vier HDMI-Quellen anschließen, steuern und im Webinar oder der Viko einspielen. Zum Beispiel kann ich Notizen sichtbar machen, die ich live auf meinem iPad erstelle. Ich könnte auch auf eine zweite Kamera umschalten (Eichhörnchen-Webcam im Garten!), ich kann per Knopfdruck Bilder und Grafiken aus einer Mediathek einblenden und den Ton besser mischen.

Ich blicke mit Zuversicht auf dieses neue Geschäftsfeld.


Und sonst | Ich würde mehr berichten, aber man erlebt ja nichts. Es gab eine Fahrt über Autobahnen des Ruhrgebiets: A1, A2, A40, A43, A45, außerdem eine Spazierrunde im Dunkeln. Das will alles niemand sehen. Deshalb folgt jetzt ein Bild von vor einem Jahr, vom 15. Januar 2020, als ich die Steilwand von Agulo hinaufstieg:

Steinweg den Berg hinauf

Wer mein Leiden nochmal nachlesen und Bilder von dieser wirklich tollen Wanderung sehen möchte – hier entlang.


Zu guter Letzt | Nächste Woche gibt’s meinen Januar-Newsletter (Anmeldung): Neun Punkte, was wir aus der Art und Weise, wie wir die Pandemie bekämpfen, lernen können – speziell, wenn wir Wandel und Veränderungen begleiten.

Beklemmung | Ich habe schlimme Befürchtungen, was die Kombination aus Virusmutationen, Wischiwaschi-Lockdown, Charakter und Intellekt der Länderchefs und Kultusminister:innen, Impfgeschwindigkeit und Wahljahr angeht.

Bevor wir alle ganz weich in der Birne werden, wäre es vielleicht gut, alles – wirklich alles, was geht – einmal fünf Wochen komplett dicht zu machen, und dann ist der Spuk im Griff. Das zeigen Länder mit erfolgreichen CovidZero-Strategien, und das empfiehlt auch das New England Compex Systems Institute. Andernfalls eiern wir bis in den Mai herum, mit konstant hohen Infektions- und Todeszahlen.


Impfung | Bislang hatte ich nicht gut verstanden, wie die Corona-Impfung funktioniert. Auch war mir nicht ganz klar, warum sie so schnell entwickelt werden konnte. Heute habe ich die aktuelle Folge des Corona-Updates vom NDR gehört und es kapiert.

Ab Minute 15 und 50 Sekunden erklärt die Virologin Sandra Ciesek, wie der Impfstoff funktioniert und warum er nichts mit unserer DNA zu tun hat. Ab Minute 25 erklärt sie, warum die Impfung so schnell entwickelt werden konnte – und wieso sie dennoch genauso sicher ist wie jedes andere Medizinprodukt. Gründe sind: Die Forscher bauten auf vorhandenes, frei verfügbares Wissen auf – und auf 30 Jahre mRNA-Forschung. Außerdem: interdisziplinäre Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, ein starkes gemeinsames Ziel, ein Miteinander von Forscher:innen und Regulierungsbehörden, dadurch Reduzierung der Bürokratie (unter anderem durch rollierende Reviews), Vertrauensvorschuss und Vorfinanzierung. Alles, was Innovation braucht und was sie schnell macht!

Die Folge macht Mut, dass die Impfgeschwindigkeit bald zunehmen wird; daran habe ich auch keinen Zweifel – das ist sicherlich wie bei jedem Großprojekt: Anfangs holpert und stolpert es, es fehlt an Ressourcen und an Struktur, aber ab einem bestimmten Punkt steigt die Effizienz sehr rasch.

Wie die Impfung funktioniert, erklärt auch der Molekularbiologe Martin Moder – launig und zudem jahreszeitengerecht mit einer Orange und Nelken:

Ich fühle mich jetzt sehr gut informiert.


Atmen, lüften, Masken | Spannend finde ich auch das Interview mit einem Strömungsphysiker Eberhard Bodenschatz, der sich mit praktischen Fragen von Lüften, Atmen und Aerosolen beschäftigt.

Fitnessstudios sollten also geschlossen bleiben?

Mit dem richtigen Luftreinigungsgerät könnten sie öffnen. Ich habe im Institut ein Gerät stehen, das etwa 3500 Kubikmeter Luft pro Stunde filtert. Damit schaffe ich nahezu Reinraumqualität in einem 100-Kubikmeter-Raum. Wenn ich davon vier Stück aufstelle und die Mischung der Luft mit Ventilatoren unterstütze, ist das kein Unterschied mehr zu Sport im Freien. Fitnessstudios haben meist auch eine sehr gute Verdrängungslüftung.

Ersetze das Wort “Fitnesstudios” durch “Schulen”.

In Innenräumen und im Stadtteilzentrum nutze ich nur noch FFP2-Masken, keine Stoffmasken mehr. Wie man diese Masken im Privathaushalt aufbereiten und wiederverwerten kann, erklärt die FH Münster sehr anschaulich.


Homeoffice und #dieaktuelleSituation | In der Zeit berichten Leserinnen und Leser gefragt, warum ihre Vorgesetzten ihnen Homeoffice verweigern und wie die Stimmung im Unternehmen ist. Unabhängig davon habe ich gestern mit der Journalistin Leonie Schulte zum Thema “Präsenzkultur” gesprochen. Sie hat mich interviewt. Sobald der Text zu lesen ist, verlinke ich ihn hier.

Ich bin sehr sicher, dass sich die sperrige Haltung in den kommenden Jahren auswachsen wird. Ich sehe Unternehmen, die gerade sehr zukunftsgerichtete Arbeitsformen entwickeln. Andernorts bringt das Betroffenen natürlich erstmal nichts. Ich rate aber dazu, den eigenen Wert nicht zu unterschätzen, die Situation als Impuls zu nehmen und gelassen und offen neue Wege ins Auge zu fassen. Auch jetzt schon, mitten in der Krise. Denn es beginnt mit dem Denken – und was man denken kann, kann man auch bewegen. Überdies: Warum nicht auch außerhalb des gelernten Berufs denken? Es gibt zahlreiche Positionen, die ein anderes Label haben als auf dem Abschlusszeugnis von 2004 steht, die aber genau die Fähigkeiten verlangen, die man in den vergangenen Jahren in Beruf und Privatleben erworben hat. Gute Unternehmen erkennen das. Habt Mut!


Broterwerb | Viele Unternehmen werden nicht mehr zu 100 Prozent ins Büro zurückkehren. Ich werde derzeit gefragt, “wie das dann gehen kann”. Wie kann eine Kombination aus Präsenz- und Remote-Arbeit aussehen? Welche Schritte muss ich als Organisation gehen, um die beste Lösung für mich zu finden?

Mir fallen dazu etliche Aspekte ein:

  • Funktion von Präsenz- und Remote-Arbeit in Hinblick auf die Ebenen einer Organisation
  • Ansprüche der Arbeitsform an die Organisation, an Teams und Individuen
  • Leitplanken und Spielregeln hybrider Arbeit
  • Ansprüche von Remote- und hybrider Arbeit an Führungs- und Unternehmenskultur
  • digitale Werkzeuge sinnvoll auswählen, einführen und nutzen
  • Leistungstransparenz, Karriere und Mitarbeiterentwicklung
  • praktische Fragestellungen und Standard-Use-Cases, z.B. Gestaltung hybrider Meetings, Nutzung des Gebäudes (u.a. feste Schreibtische vs. Open Office)
  • arbeits- und datenschutzrechtliche Aspekte
  • Gefühle und Befindlichkeiten in der Mitarbeiterschaft

In einem Webinar fürs Mediennetzwerk NRW gebe ich Gedankenanstöße. Es heißt: Fahrplan ins hybride Office und richtet sich an Medienschaffende in Nordrhein-Westfalen. Das Ganze mache ich auch als Impulsberatung für Unternehmen.

Erfahrungsberichte nehme ich auch gerne entgegen!


Leibesübung | Schrecklichen Abendlauf gehabt. Dunkel, kalt, Schlaglöcher, Autos mit aufgeblendeten Scheinwerfern, Pfützen, allgemeines körperliches Leiden. Sport wird einem in diesen Tagen wirklich nicht leicht gemacht.

Demnächst bin ich Besitzerin einer Lampe, die ich mir umschnalle. Dann wird zurückgeleuchtet, dann blinke ich hinten und leuchte vorne, eingegurtet wie ein Rollbraten. Das wird bestimmt, ähm, toll.

Ruhrpott-Ausflug | Seit 17 Jahren wohne ich nun schon im Ruhrgebiet, war aber noch nie auf einer Halde. #DieaktuelleSituation hat dem ein Ende bereitet, denn wenn ich dieser Tage schon nicht auf den Kanaren wandern kann, wie ich es vor einem Jahr getan habe, dann latsche ich wenigstens hier im Ruhrpott durch die Gegend. Am Wochenende zwischen Herten und Recklinghausen, auf der Halde Hoheward.

Panoramabild auf der Halde - rechts die Ringe des Observatoriums, links grüne Hügel und Wege.

Das ist eine Bergehalde, die aus Schüttungen von drei Zechen entstand: der Zeche Ewald, der Zeche Recklinghausen II und der Zeche General Blumenthal/Haard. Sie ist rund 150 Meter hoch.

Man kann die Halde auf einer Balkonpromenade umrunden. Die Promenade ist mehr als sechs Kilometer lang. Es ist schon sehr beeindruckend, wie viel Zeug sie seinerzeit aus der Erde geholt haben.

Auf der Halde, die sich wie ein riesiger Deich durch die Landschaft zieht. In der Fernde das Obervatorium, am Berghang Bäume.

Bei entsprechendem Wetter soll man bis nach Düsseldorf gucken können, also 50 Kilometer weit. Am Sonntag war es allerdings diesig. Beim Abstieg in Richtung Dreieckssiedlung kam immerhin die Sonne raus. Im Abendlicht hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Müllverbrennungsanlage.

Müllverbrennungsanlage bei untergehender Sonne.

Uns ging das Herz auf, und wir waren kurz romantisch. Warum auf ferne Urlaubsinseln schweifen, wenn das Schöne so nah ist?

Die nahe gelegene Zechensiedlung entstand ab 1901. Viele Häuser sind renoviert; sie unterliegen einer städtischen Gestaltungssatzung, damit das Erscheinungsbild erhalten bleibt.

In jedem Haus sind vier Wohneinheiten je 75 Quadratmeter, allerdings nicht verteilt auf Etagen, wie man das heute macht, sondern im Kreuzgrundriss.

Von 1901 bis 1903 wurden als erster Bauabschnitt 62 Vierfamilienhäuser mit zweieinhalb Geschossen im für Bergbausiedlungen typischen Kreuzgrundriss errichtet. Diese Bauform bot für jede Wohneinheit einen eigenen Eingang mit maximaler Grundflächenausnutzung, die Zimmer in den oberen Geschossen ermöglichten auch den Schichtarbeitern entsprechende Ruhephasen. Die Häuser hatten größere Gärten zur Selbstversorgung und seitlich angebaute Ställe für das Kleinvieh. Im Obergeschoss des Stalls gab es einen Heuboden und eine sogenannte Stallstube für Kostgänger. 

Dreieck-Siedlung Hochlarmark

Das war interessant. Guter Auflug.


Trübe Kulisse | Wieder eine Laufeinheit, diesmal neun Kilometer. Das Wetter ließ allerdings zu wünschen übrig.

Wenn ich es mir aussuchen dürfte, hätte ich jetzt gerne vier Wochen Dauerfrost. Danach bitte umgehend Frühjahr.


Gelesen | Homeschool: Herr Buddenbohm macht den Kunstlehrer. | Zeit Online war im Krematorium in Meißen, hat einen bedrückenden Text mitgebracht und noch bedrückendere Bilder: Sachsen in der Corona-Krise – Wenn jede Hilfe zu spät kommt | Wir leben in Zeiten, in denen es eine Diskrepanz gibt zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und unserem Denken und Handeln – nicht nur, was #dieaktuelleSituation angeht. So führt die Gesellschaft einen Kampf gegen Übergewicht, dicke Menschen gelten als charakterschwach, ihr Gewicht als persönliches Versagen. Everything You Know about Obesity is Wrong ist ein langer Artikel, der sich mit Übergewicht und dessen wissenschaftlicher Einordnung beschäftigt – und der sagt: Statt das absolute Gewicht zu betrachten, solle man sich um das Thema “Fehlernährung” kümmern. Sie verursache mehr Krankheiten als ein hoher BMI, geht aber nicht zwangsläufig mit ihm einher.

Broterwerb | Arbeitsreiche Woche, intensive Tage. Ein neuer Auftrag startete. Der Kopf ist voll. Wunderbar. Am Freitagmorgen ein Coachingtermin mit einer weiteren Kundin. Auch hier ergibt sich Neues. Zehn von zehn Punkte für diese Arbeitswoche.


Expedition | Den Freitagnachmittag verbrachte ich in der Heimat: Eine Freundin war dort zu Besuch. Wir gingen eine Runde durch Feld und Wald. #AufgrundderaktuellenSituation sahen wir uns zuletzt im Sommer.

Panoramabild eines schneebedeckten Feldes, an dessen Rand eine Person geht

Optisch schön, praktisch sehr matschig. Ich war völlig eingesaut danach.


Ich fasse mal zusammen | Ich habe begonnen, den aktuellen Drosten-Podcast zu hören. Eine intellektuell sehr herausfordernde Folge. Intellektuell herausfordernd ist auch, was die Länder aus dem recht klaren Gipfel-Beschluss “Lockdown bis 31. Januar, Schulen bleiben zu” gemacht haben. Ich fasse mal zusammen, was ich verstanden habe, als NRW-lerin:

  • Schulen sind bis zum 31. Januar geschlossen, aber es gibt Unterricht, vielleicht auch nur Arbeitsblätter zum Ausdrucken, jedenfalls müssen Dinge getan werden, zuhause. Manchmal aber auch in der Schule, also, wenn man ein Abschlussjahrgang ist, und Abschlussjahrgänge gibt es zuhauf, es gibt ja irre viele Abschlüsse. Es müssen Prüfungen geschrieben werden, weil es für alles einen Nachweis und einen Stempel braucht, vor allem für Wissen, denn ohne Stempel weiß man nichts und wird auch nichts. Deshalb müssen auch auf jeden Fall alle Kinder benotet werden, auch die mit den Arbeitsblättern.
  • Die Kitas sind offen, aber auch ein bisschen geschlossen. Man darf die Kinder hinbringen, wenn man muss oder wenn man meint, dass man müsste. Ebenso, wenn man es nicht möchte, aber wenn der Arbeitgeber meint, dass man sollte, weil die Kitas ja geöffnet sind und das Büro sonst leer ist, auch wenn Kitas und Büros dann voll sind, was sie nicht sein sollten. Die Kitas möchten jedenfalls nicht, dass Kinder dort sind, und selbst wenn tatsächlich keine Kinder dort sind, also wirklich gar keine, müssen die Kita-Angestellten trotzdem in die Kita kommen, auch wenn sie dazu ihre eigenen Kinder wiederum notbetreuen lassen müssen; es kann schließlich nicht sein, dass jemand faul zu Hause sitzt.
  • Die Büros und Produktionshallen dürfen weitermachen, als wäre keine Pandemie. Das ist einfach.
  • Wenn ich spazieren gehe, darf ich nur einen weiteren anderen Haushalt treffen, deshalb lade ich besser zu mir nach Hause ein, denn dort darf ich tun, was ich will, solange wir leise saufen und es nicht nach Party aussieht, auch wenn ich es eigenverantwortlich nicht tun sollte, also das Einladen. Saufen geht schon noch.
  • Wenn in meiner Stadt oder meinem Kreis mehr als 200 von 100.000 Menschen infiziert sind, darf ich mich nur noch 15 Kilometer von dort entfernen, wo ich wohne. Nun ja, nicht genau von dort, wo ich wohne, sondern von meiner Stadtgrenze, auch von der Stadtgrenze am anderen Ende der Stadt. Ich wohne im Südosten Dortmunds, darf also etwa 50 Kilometer nach Nordwesten fahren, das ist passabel. Das tritt allerdings nicht automatisch in Kraft, sondern nur, wenn meine Stadt das will. Sie soll das wollen, wenn das Infektionsgeschehen “verlässlich und nachhaltig deutlich über der 200er-Schwelle” liegt, aber was ist in diesen volatilen Zeiten schon verlässlich und nachhaltig?

Vielleicht ist auch alles ganz anders. Wenn ich 100 Kilometer nach Norden fahre, ist es ganz bestimmt anders, denn da ist Niedersachsen. Ob ich tatsächlich 100 Kilometer nach Norden fahren darf, ist dabei egal, denn ich bin ja selbstständig und kann immer überall hin fahren, rein geschäftlich versteht sich.


Tool zur Klassenteilung | Falls Schulen wieder öffnen und falls sie dann Klassen teilen, könnten sie etwas total Verrücktes tun, etwas, das die Kultusministerien bestimmt doof finden – nämlich die Klasse so teilen, wie die Wissenschaft es empfiehlt: entlang der sozialen Kontaktlinien der Schüler und Schülerinnen. Auf diese Weise lernt gemeinsam, wer auch am Nachmittag gerne die Freizeit miteinander verbringt. Dazu haben findige Menschen ein kleines Werkzeug programmiert, das jede Klasse direkt einsetzen kann.

Erstmal | Frohes neues Jahr!


Lauf, Forrest | Am Wochenende lief ich aus Versehen zwölf Kilometer. Vor dem Frühstück. Ich lief meine Seerunde, und als ich nach den üblichen Spökskes, die ich gegen Ende immer mit den Treppen mache, auf dem Berg stand, fand ich, ich könnte noch Brötchen erlaufen, und weil es sich so gut lief, lief ich nicht den direkten Weg zum Bäcker, sondern ums Dorf herum ins Feld, vom Feld durchs Dorf, und am Ende stand “Zwölf” auf dem Tacho. Na sowas.

Das wäre alles nicht passiert, wären die Hallenbäder und das Fitnesstudio nicht zu. #DieaktuelleSituation macht seltsame Sachen mit uns.

Noch vier Monate bis Freibad.


Frontbericht | Ich habe mal nachgehört, wie es einem Menschen geht, der im Rettungsdienst und im Krankenhaus arbeitet – und mit Intensivmediziner Daniel Dreyer eine Podcastfolge aufgenommen. Wir hatten im August schon einmal miteinander gesprochen, allerdings kaum über #dieaktuelleSituation. Das haben wir jetzt getan, denn das Virus bestimmt Daniels Arbeitsalltag.

Wir machten nicht groß Aufhebens und nahmen die Folge mit Zoom auf. Zoom erscheint mir – auch wenn es professionelle Tools für Podcastaufnahmen gibt – auch für zukünftige Remote-Aufnahmen pragmatisch. Die Tonqualität ist erstaunlich okay, die Plattform funktioniert stabil und meine Gesprächspartner kommen damit gut klar.


Jahreswechsel | Silvester stellten wir uns zu Zweit auf den Balkon und stießen an. Dann gingen wir wieder rein. Dazu lecker Essen, eine epische Partie Barragoon und Gespräche – das war nicht nur nicht übel, das war sogar richtig gut. Neujahrsabend:


Gelesen | Das mutierte Corona-Virus ist eine tickende Zeitbombe – denn dadurch, dass sich die neue Virusvariante leichter überträgt, stecken sich mehr Menschen an. Wenn sich mehr Menschen anstecken, sind darunter auch mehr Menschen mit schweren und tödlichen Verläufen.

Wenn ein Virus gleich tödlich bleibt, sich durch eine Mutation aber leichter überträgt, ist das schlimmer, als wenn eine Mutation ausschließlich für mehr tödlichere Verläufe sorgt:

Bei einer Virusreproduktionsrate von etwa 1,1 und einem Sterberisiko von 0,8 Prozent kann man sich 10.000 aktive Infektionen vorstellen — ein plausibles Szenario für viele europäische Städte, wie Kucharski anmerkt. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge würden wir bei diesen Zahlen 129 Todesfälle in einem Monat erwarten. Würde die Sterblichkeitsrate um 50 Prozent steigen, würde das zu 193 Todesfällen führen. Im Gegensatz dazu würde eine 50-prozentige Erhöhung der Übertragbarkeit zu satten 978 Todesfällen in nur einem Monat führen […]

Das Ganze zu lesen auch im Original von The Atlantic. | Der Biologe, Chemiker und Wissenschaftsjournalist Ludger Weß erklärt in einem Twitterfaden, warum der Impfstoff von Biontech auch trotz Mutation wahrscheinlich wirkt, und Stefan Leifert, ZDF-Korrespondent in Brüssel, ordnet ein, warum die Impfstoffbestellung Deutschlands und der EU vielleicht doch nicht so schlecht ist.


So! | Jetzt ist Montag und ein normaler Werktag. Ich musste mich kurz ordnen, um das herauszufinden.

Podcast | Bund und Länder wollen den Lockdown verlängern. Die Situation in den Krankenhäusern ist angespannt. Viele Pflegende, aber auch Ärztinnen und Ärzte sind an der Belastungsgrenze.

Ich spreche mit Intensivmediziner, Notarzt und Anästhesist Daniel Dreyer darüber, wie er die Situation empfindet. Wer meinen Podcast hört, kennt Daniel aus Folge Eins. Er arbeitet am Klinikum Lünen/Werne und fliegt als Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christoph 8. Damals streiften wir das Thema “Corona” nur kurz. Jetzt unterhalten wir uns darüber, wie das Virus seine Arbeit bestimmt und was er sich von uns als Gesellschaft und von der Politik wünscht.

Daniel empfiehlt als Begleitung zum Hören die Fotos von der Covid-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen, Ruhrgebiet, fotografiert von Lars Berg für die Welt am Sonntag.

Wer wissen möchte, was andere Medizinerinnen und Mediziner berichten: Daniel hat einen Twitter-Faden initiert, in dem sie schildern, was bei ihnen vor Ort gerade los ist. Eine weitere Leseempfehlung ist Daniels Bericht eines Rettungseinsatzes, in dem ein Corona-positiver Patient ärztliche Versorgung benötigt, als Teil des Krankheitsbildes aber aggressiv und unkooperativ ist.


Kapitelmarken | Die Folge hat Kapitel. Die Kapitel seht Ihr, wenn Ihr auf das Kapitelsymbol klickt – das ist das erste der fünf Symbole neben dem Foto, links neben der Download-Wolke.

  • Situation in der Präklinik: Ab Minute 7 hört Ihr etwas zu Corona im Rettungsdienst und dem Arbeiten in Schutzkleidung.
  • Situation in der Klinik: Ab Minute 20 geht es um die Situation in den Kliniken, welche Schwierigkeiten Isolierstationen mit sich bringen, warum der Krankheitsverlauf die Mediziner frustet, wieso die Anzahl der Intensivbetten irreführend ist und sich die Kliniken füllen.
  • Der Wunsch: Ab Minute 36 spricht Daniel über Geld und Gewinnorientierung im Gesundheitswesen.

Bilder zum Daniel | So sieht Daniel aus, wenn er mit mir eine Podcastfolge aufnimmt und die Unordnung in seinem Arbeitszimmer verbergen möchte:

Screenshot aus der Videokonferenz. Daniel guckt durch seine Hände und verdeckt dadurch das Zimmer. Auf 12 Uhr ein kleines Bild von Vanessa.

So sieht Daniel aus, wenn er im Dienst ist:

Mann in mediziner Schutzkleidung mit Kittel, FFP2-Maske, Faceshild und Haube in einem Krankenhausflur
Foto: Dr. med. Moritz Fiebig, DESA

Zum Weiterlesen | Wer Interesse hat, Medizinerinnen und Medizinern zu folgen, dem seien diese Twitter-Accounts ans Herz gelegt:

  • @Caethan13: Anästhesist, Notarzt & Intensivmediziner; schafft eine diplomatische Balance auch bei unbequemen Themen
  • @GERPocus: in der Lehre sehr engagierter Notfall- und Akutmediziner; geht nicht ohne Ultraschallgerät aus dem Haus
  • @sandfraeulein: feingeistige Fachärztin für Anästhesie; versteht es, die leisen Töne zu spielen
  • @19Insomnia82: Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin und Freundin der direkten Ansprache
  • @saftmoppel: Oberärztin in der Orthopädie, die nicht nur ihre Hunde, sondern auch ihre Kolleginnen, Kollegen und Patienten im Griff hat; zaubert wunderschöne Osteosynthesen
  • @SrUnbequem: Sowas wie das Sprachrohr der Pflege bei Twitter, auch medial (ARD & Co.) sehr präsent; gibt einen guten Einblick, warum Pflege viel mehr ist als Körperflüssigkeiten 
  • @narkoseonkel: Fachlich und menschlich ein Vorbildanästhesist und Kommunikationstrainer; Zeichner, der als „Rippenspreizer“ Cartoons mit viel schwarzem Humor zeichnet
  • @Doktor_FreakOut: leidenschaftlicher Notfall- und Intensivmediziner aus Ostwestfalen-Lippe; aktuell als Impfarzt unterwegs
  • @Flying__Doc: Marc Hanefeld, Familienmediziner aus Bremervörde, aktuell auch mit vielen Corona-Themen
  • @casusebastian: einst Rettungsassistent, jetzt Chefarzt mit der Spezialisierung für Notfall- und Intensivmedizin. Erklärt alles, was man wissen will, und hat eine Meinung
  • @steffenveen: Anäthesist im Uniklinikum Essen, Schmerzmediziner und Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein; beschäftigt sich auch viel mit Gesundheitspolitik

Was Anderes | Daniel sucht mit seiner Familie ein Haus oder ein Grundstück in Werne oder Umgebung. Falls Sie etwas wissen oder jemanden kennen, der jemanden kennt, geben Sie ihm doch einen Hinweis.


Plattformen | Den Podcast gibt es bei PodigeeSpotifySoundcloudDeezerGoogle Podcasts und auch bei Apple Podcasts.



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