Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Podcast | Die Marcus und Judith Weber sind das Herz und Hirn der Wissenschaftskünstler Physikanten – und sie sind ein Ehepaar mit vier Kindern.

Marcus hält eine kleine Rakete, Judith schwebt hinter ihm im All, in einem Astronautenanzug

Physiker Marcus steht mit seinem Team aus Naturwissenschaftler:innen, Schauspielern und Moderatoren auf der Bühne. Er konzipiert spektakuläre Physik- und Wissenschaftsshow und tritt bei Firmenveranstaltungen, auf Konferenzen, Messen und in Schulen auf – in Deutschland, Europa, im mittleren und fernen Osten. Für Quiz- und Wissenschaftssendungen im Fernsehen konzipiert und baut er spannende Experimente.

Judith ist Journalistin. Gemeinsam mit Marcus schreibt sie Bücher für Erwachsene und Kinder. Jüngst ist das Hörbuch „Die geheime Erfinderschule“ erschienen. Zusammen machen sie außerdem Projekte für Schulen – für einen besseren naturwissenschaftlichen Unterricht. Die Physikanten wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Ich habe mit den beiden darüber gesprochen, warum wir auf dem Fahrrad immer Gegenwind haben. Wir haben uns über Schulunterricht und Projekte für Lehrerinnen und Lehrer unterhalten. Wir reden über einen Besuch des Finanzamtes in ihrem Lager, über die Corona-Zeit, über Dellen im Oberschenkel und über Trapez-Vorführungen im Wohnzimmer.


Kapitelmarken | Die Folge hat Kapitel. Die Kapitel seht Ihr, wenn Ihr auf das Kapitelsymbol klickt – das ist das erste der fünf Symbole neben dem Foto, links neben der Download-Wolke.


Bild vom Aufnahmeabend |  Nach einem Glas Sekt:

Judith, Vanessa und Marcus

Zum Weiterlesen |  Die Shownotes:


Plattformen | Den Podcast gibt es bei PodigeeSpotifySoundcloudDeezerGoogle Podcasts und auch bei Apple Podcasts.


Jobbörse | Marcus und Judith Weber freuen sich über Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler, die mit ihnen und für sie arbeiten möchten (Kontakt).

Signierte Geschenke | Falls Sie zu Weihnachten „Die Frau, die den Himmel eroberte“ verschenken möchten (was ich außerordentlich empfehle) und falls Sie ein signiertes Exemplar wünschen, geht das über den Onlineshop der Buchhandlung Transfer in Dortmund-Hörde.

Bei der Bestellung einfach den Signierwunsch ins Freitextfeld des Warenkorbs schreiben. Die Buchhandlung ruft mich an, und ich komme zum Signieren.

Könnte knapp werden vor Weihnachten, aber vielleicht schaffen wir’s noch. Und manche zu Beschenkende trifft man ja erst nach den Feiertagen.


Booster | Keine besonderen Impfreaktionen. Nur ein bisschen Impfarm. Nach Erfahrungen meines näheren Umfelds (dort lagen Menschen ein bis zwei Tage flach) war ich absolut bereit gewesen, einen Tag im Bett zu verbringen. Ich hatte alles arrangiert und mich darauf eingestellt, mich meinem Unwohlsein, den Gliederschmerzen und der Müdigkeit vollkommen hinzugeben, Serien zu schauen und dabei leichte Speisen zu mir zu nehmen (und abends einige Schlucke weihnachtlichen Würzwein). Ich bin enttäuscht.


Ausklang | Das Jahr wird ruhig. Das fühlt sich gut an. Morgen wäre ich noch einmal auf Sendung gegangen, ein Inhouse-Webinar zum Thema „Konflikte lösen und Konflikten vorbeugen“ für eine Kundin in Sachsen. Wir haben die Veranstaltung jedoch ins kommende Jahr geschoben wegen akuter pandemischer Überlastungssituation speziell für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Familie.

Auch wenn ich, zwar mit Beutekindern, aber darüber hinaus als Kinderlose nur mittelbar betroffen bin, habe ich schon vor Wochen, als die Infektionszahlen wieder hoch gingen, den Entschluss gefasst: Ich mache das nicht mehr – so zu tun, als wäre keine Pandemie. Die Arbeit im Homeoffice, so gern ich sie mag, hat sich im vergangenen Jahr extrem verdichtet. Immer passte irgendwo noch ein Termin rein; man hat ja keine Fahrzeiten.

In den kommenden Wochen bleibt mein Terminkalender dünner gestrickt. Das ist alles zu erschöpfend sonst. Außerdem habe ich auf diese Weise die Flexibilität, gemeinsam mit Kund:innen Termine zu schieben, wenn es das wegen der Entwicklung der Infektionszahlen, Quarantäne, Kinderbetreuung und Omikron braucht. Und ich kann mich mal meiner Weiterbildung widmen.


Die kleinen Dinge | Die Nebensächlichkeiten, ohne Erkenntnisse und eigentlich auch nicht berichtenswert:

  • In die Wohnung des Reiseleiters zieht bisweilen Nikotinduft hinein, von den Menschen, die unter ihm wohnen. Er hat deshalb einen elektrischen Duftspender im Flur, der Anti-Nikotin-Duft versprüht. Alle zehn Minuten gibt er einen Sprühstoß von sich, der sich anhört, als niese eine Babyrobbe. Ich bin jedesmal verzückt allein wegen des Gedankens.
  • Mein Weihnachtsstern hat aufgehört, Blätter zu verlieren, und hat sich eingelebt. Möglicherweise wird er doch überleben.
  • Wer ist eigentlich schlimmer – Conny oder Familie Hauser?
  • K2, K3 und ich haben einen sehr puscheligen Weihnachtsbaum ausgesucht. Wir buken außerdem Kekse. Das Verzieren vertagten wir aber erstmal.
Ausstechkekse auf dem Blech, noch unverziert
  • Beim Backen entdeckten wir, dass man Engelsaugen auch mit Nutella füllen kann.
Kekse mit Marmelade drin - und Nutella

Gelesen | Von wegen geimpft [€]. Ein Stück über gefälschte Impfpässe, ihre Ersteller und die Apothekerinnen und Apotheker, das letzte Bollwerk vor der Digitalisierung des Impfnachweises. Ist er erstmal digitalisiert und hat einen QR-Code, fällt die Fälschung nicht mehr auf.

Wer hat schon den Mut, einem mit offensichtlich krimineller Energie ausgestatteten Impfgegner seinen Impfpass wegzunehmen und dann zu warten, bis die Polizei kommt?

Die Apothekerin aus Berlin hatte diesen Mut.

„Man bekommt schon einen Adrenalinrausch, wenn man so eine Fälschung entdeckt“, sagt sie. Den Kunden sagt sie in solchen Situationen, das System sei abgestürzt, sie müsse schnell was nachschauen. Dann dreht sie sich weg, damit der Kunde sich ihr Gesicht nicht einprägen kann, und verschwindet im Hinterzimmer. Dort wählt sie den Polizeinotruf.

Viele Apothekerinnen und Apother stellten keine digitalen Impfzertifikate mehr aus.

Der Aufwand. Die Angst. Es sei einfach zu viel. Auch immer mehr Kollegen aus der Nachbarschaft digitalisierten nicht mehr, sagt die Apothekerin. Ausgerechnet die, die aufpassen, steigen aus.

Angeguckt | Falls Sie sehen möchten, wie es um das arktische Wintereis steht: schlecht. Ebenso schlecht sind die Nachrichten aus der Antarktis. Ergänzend dazu: Auf Deutschlands Straßen fahren immer mehr Autos.

Demnach waren zum 1. Oktober in Deutschland 48,65 Millionen Pkw zugelassen, was einem Zuwachs von knapp 400.000 Autos gegenüber dem Jahresbeginn entspricht. „Das ist ein Allzeithoch und es geht immer weiter“, sagte Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research in Duisburg dem Blatt. „Von einer Abkehr der Deutschen vom Auto ist überhaupt nichts zu sehen.“

Gelesen | Der türkisch-islamische Kulturverein „Ditib“ plant in Wuppertal-Elberfeld ein modernes neues Stadtviertel mit einer Moschee. Kann Wuppertal nur schöner machen.

Hoch die Hände, Wochenende | Heute fuhr der Weihnachtsmann vorbei. Ekstatisch, die Hände zum Himmel, warf er sich ins Dorf hinein.

Trecker. Auf der Gabel fährt ein aufgeblasener Weihnachtsmann, der sich im Fahrwind nach hinten beugt.

Er war der Vorbote von etwas Großem: dem großen Treckerumzug „Ein Funken Hoffnung“, ein Geschenk der Landwirte für die Menschen in Haltern und für Licht in der Pandemie. Als es dunkel war, fuhren 60 mit Lichterketten behängte und mit Figuren geschmückte Traktoren durch die Stadt, dazu Musik und Hupkonzert. Es war super und hat mir gute Laune gemacht.


Booster | Die Schlange von Menschen wandt sich durch die Hofeinfahrt. Sie schlängelte sich den Bürgersteig entlang und die Straße hinauf. Den Termin hatte ich über doctolib.de gebucht. Der Arzt war mir unbekannt. Aber was braucht es schon groß Bekanntschaft für eine Portion Moderna.

Eine Warteschlange bringt die wahren Wesenszüge von Menschen hervor. Während die einen sich schicksalsergeben hinten anstellten, ein Buch oder das Handy der Tasche holten und schweigend warteten, preschten andere an der Schlange vorbei und hinein in die Praxis – nur um direkt wieder hinausgeschickt zu werden.

Nach einer Weile kam eine junge Frau, Flatterhose und knöchelfrei, des Weges. Ihr Smartphone hielt sie wie ein Pizzastück vor den Mund, etwas diktierend. Sie unterbrach sich selbst, hielt inne und fragte : „Steht ihr alle an?“ Wir nickten. „Wegen Impfung?“ Wir nickten. „Du glaubst nicht, was hier abgeht“, sprach sie in ihr Handy, von dannen gehend, „hier stehen bestimmt zwanzig Leute wegen dieser Impfung an, voll heftig …“

Blättern in Büchern. Smartphonescrollen. Minuten verstrichen, und ein Paar betrat die Szene. Sie mit Kurzhaarschnitt, eine Strähne farbig, er mit Nickelbrille und Schiebermütze. „Haben Sie alle einen Termin?“, fragte die Frau in die Runde. Wir nickten. Die Tür öffnete sich. Eine Arzthelferin stellte sich hinein. „Mein Mann hat um neun Uhr fünfzig einen Termin!“, rief ihr die Frau zu. „Und ich um neun Uhr dreißig“, erwiderte ein Mann aus der Schlange. „Bitte stellen Sie sich hinten an“, sagte die Arzthelferin. „Mein Mann hat gleich eine Konferenz bei der Stadt!“, sagte die Frau, „wir können nicht warten!“ – „Und wenn es eine Audienz beim Papst wäre“, schallte es aus der Schlange. Gelächter. Die Frau schob sich an der Arzthelferin vorbei, ihren Mann hinter sich herziehend. Die Helferin guckte verdattert.

In der Praxis sprach man ein halbes Dutzend Sprachen. Die Angestellten parlierten in Arabisch, Türkisch, Italienisch und Englisch mit den Patienten und wussten offenbar mit allen Kulturen umzugehen, allen voran der Deutschen. Denn die resolute Frau lehnte in einem Türrahmen und gab Anweisungen, dahinter ihr Mann im Unterhemd. Die Fachangestellte schob sie wortlos hinaus und schloss die Tür.

Ich bekam meine Spritze. Nach Astra und Biontech nun Moderna. Zartes Sammelalbum-Gefühl.


Hunderunde | Große Neugier heute bei der Hunderunde. Allerdings weniger von Seiten des Hundes denn von Seiten der Hühner. Der Hund reckte kurz den Kopf vor und verlor direkt wieder das Interesse, während die Hühner außer sich waren angesichts des aufregenden Besuchs.

Eins flatterte auf den Zaun und blieb dort schwankend sitzen. Erst freute es sich ganz offensichtlich über seine Courage. Dann wusste es nicht mehr zurückzukommen. Es wandt sich nach links, und es wandt sich nach rechts, kippelte und war zunehmend ratlos, wie es ins Gehege zurückkommen sollte. Als ich schon kurz davor war, es zu packen und zurückzuwerfen, hatte es einen Geistesblitz, drehte sich abrupt um und stürzte sich hinab auf die Wiese.


Flutwein | Der Postmann klingelte und brachte Flutwein. Inzwischen wurden laut Homepage mehr als 175.000 Flaschen verschickt – gegen 4,5 Millionen Euro an Spenden.

Drei Weinflaschen mit Schlamm

Gelesen | Warum freut sich die Seele, wenn es schneit?

Für den japanischen Physiker Ukichiro Nakaya war der Schnee jedoch Liebe auf den zweiten Blick. Eigentlich hatte er im Jahr 1930 eine Professur als Kernphysiker an der Hokkaido University in Sapporo antreten wollen. Da es seinem Institut jedoch an Geld mangelte, widmete sich Nakaya kurzerhand der Erforschung des Schnees. Den gab es kostenlos zur Genüge. Nakaya mikroskopierte die sechseckigen Gebilde und erforschte die Auswirkungen der Witterungsbedingungen. Schließlich versuchte er sogar, erstmals einen Kristall auf künstliche Wiese entstehen zu lassen. Das war gar nicht so leicht. Während gefrorenes Wasser zu Eis wird, entstehen Schneekristalle aus dem gasförmigen Zustand. Dafür brauchen sie einen winzigen Kristallisationskeim, ein Staubkorn beispielsweise. Im Jahr 1936 gelang es ihm schließlich. Der erste unter Laborbedingungen entstandene Kristall wuchs an der Spitze eines Kranichhaars. „Schneekristalle sind Briefe des Himmels“, schrieb der ins Schwärmen geratene Physiker.

Nebensächlichkeiten | Mein letzter Blogbeitrag sorgte für erstaunlich viel Resonanz, obwohl sowohl der Informations- als auch der intellektuelle Wert ausgesprochen gering war. Die kleinen Dinge meines Lebens scheinen Sie im großen Stil zu interessieren.

Deshalb hier nun die Nebensächlichkeiten der vergangenen Tage:

  • Das Schrottwichtelproblem löste sich. Der Reiseleiter stieg auf seinen Dachboden und fischte mit einem Handgriff ein Schmuckstück hervor: Spachteltechnik auf Leinwand – ein Bilderdreiklang. Das Ensemble wird sein zweites Leben in Heidelberg finden. Im Gegenzug erwichtelte ich eine Dose von ausgesuchter Hässlichkeit. Bei den Kindern könnte sie allerdings Anklang finden könnte. Ich werde das Objekt kommentarlos auf dem Küchentisch platzieren, gefüllt mit einer Verlockung.
  • Ich war nicht draußen, nicht nennenswert, aber ich war im Fitnessstudio. Immerhin Bewegung also. Crosstrainer, es war mühsam. Kraftübungen – die gingen besser. Sie sorgen dafür, dass in meinem Körper alles beieinander bleibt, vor allem die Wirbel. Wenn ich dieser Tage ins Fitnessstudio gehe, sehe ich dort viele alte Männer; ich nehme an, dass dieser Umstand an meinen azyklischen Besuchszeiten liegt, die sich mit dem Training der Rentner decken. Mir fiel jedenfalls auf, dass diese alten Männer auffällig oft Leinenbeutel über die Trainingsfläche tragen – wobei unklar ist, was sich darin befindet. Vielleicht nehme ich demnächst auch einfach mal einen Leinenbeutel mit an die Geräte, gehe auf einen der Herrn zu und sage: „Schauen Sie mal, wir haben fast denselben Leinenbeutel. Was ist denn in Ihrem?!“
  • Vor einigen Tagen kaufte ich einen Weihnachtsstern. Es geht ihm bereits sehr schlecht. Er verliert alle Blätter. Ich bin ein Todesgarant für Weihnachtssterne. (Bitte keine Gieß-, Licht-, Wäme- und Nicht-Gieß-Tipps. Ich habe mich ausführlich belesen, es ändert nichts.)
  • Ich war in der Innenstadt und auf dem Weihnachtsmarkt. Es war alles gechillt: breite Gänge, Maskenpflicht, nur die Hälfte der Buden, das Ordnungsamt ging rum, alle Leute waren freundlich und entspannt. Ich legte eine Wahnsinns-Weihnachtsgeschenkeinkaufsperformance hin und kaufte 70 Prozent meiner Weihnachtsgeschenke innert zwei Stunden.
Dach einer Weihnachtsbude und der große Tannenbaum auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt mit beleuchtetem Engel und Schriftzug "Dortmund 2021"
  • In die Stadt fuhr ich mit der U-Bahn. Zum Ticketkauf benutzte ich die neue mobil.nrw-App. Am Startpunkt klickte ich auf „Check in“, am Endpunkt auf „Check out“, ich musste mich nicht um Zonen, Tarife, Waben oder sonstwas kümmern und bezahlte nur die Luftlinie zwischen Start und Ziel. Funktionierte einwandfrei. Ich bin aus dem Häuschen.
  • Erzählte man die Pandemie aus der Perspektive meines Bügeleisens, wäre sie eine lange Phase der Unterforderung, des Nichtbeachtetwerdens und der Selbstzweifel. Vor mehr als eineinhalb Jahren kam sein Leben plötzlich zum Stillstand, ohne Ankündigung, ohne Erklärung und ohne das Bewusstsein, einen Fehler gemacht zu haben. Im Herbst erfolgte endlich die Wiedereingliederung: Blusen und Stoffhosen mussten wieder ausgehfein sein für den Präsenzbetrieb. Jetzt erneut Nichtstun, das Gefühl des Nichtgebrauchtwerden, bittere Enttäuschung.
  • Heute früh fuhr ich Kleidung zur Sachspendenannahme der Caritas in Dortmund-Eving. Von mir aus sind das 15 Kilometer. Es war unglaublich viel Verkehr. Überall staute es sich. Ich brauchte fast 40 Minuten. Seit Beginn #der aktuellenSituation bin ich zu 90 Prozent meiner Zeit im Homeoffice – und wenn ich fahre, dann meide ich weitgehend die Stoßzeiten, weil ich die Freiheit dazu habe. Wenn ich dann doch mal zur Rush Hour unterwegs bin (wie heute Morgen), trifft es mich wie einen Schlag, und ich denke: Wie sollen wir das nur hinkriegen? Wie sollen wir diesen Verkehrsinfarkt jemals überwinden?

Arbeitszimmer | Mein Arbeitszimmer ist fertig.

Panoramaaufnahme eines kleinen Arbeitszimmer: Schreibtisch vor dem Fenster, links eine Regal-Schrankwand, rechts ein Whiteboard

Ich bin sehr glücklich und freue mich jeden Morgen aufs Arbeiten dort. Ich freue mich über alles: über die Tageslichtlampe und den Eckschreibtisch, über das Whiteboard und das Maßregal, über den Blick auf die Vogelfutterstation, über meinen neuen Monitor, über den Laptop-Stand und das neue Parkett.

Die Evolution:

Auch schön: Wenn ich keine Lust mehr habe, mache ich einfach die Tür zu, und die Arbeit ist weg.


Gelesen | Friedrich Merz: Der Sauerländer an sich [€]

Die Wälder sind düster und verwunschen, die Täler nass und tief, die Straßen im Winter unpassierbar. Sauerländer, sagt man, sind sentimentale Eichen; umgeben von Eremitenhöhlen und Kapuzinerklöstern leben die gutartigen Dickköppe in Hutzelhütten aus Fachwerk und Lehm. […] Das Sauerland ist die CDU als Natur – und das Habitat des berühmten Wirtschaftsexperten Joachim-Friedrich Martin Josef Merz aus Brilon, der nun zum dritten Mal Anlauf nimmt, um Vorsitzender der Christdemokratischen Partei Deutschlands zu werden.

Weiter:

Sauerländer kämpfen zuweilen gegen den grundlosen metropolitanen Verdacht, sie trügen die naturtrübe geistige Provinz im Herzen und müssten erst noch lernen, unfallfrei mit Messer und Gabel zu essen. Merz weiß das, und so setzt er sich als doppelter Friedrich in Szene, als Mann von Welt und als Mann vom Volk. Dieser kennt sowohl die Heimat als auch die Fremde, er kennt Arnsberg und Amerika, Blaubeeren und BlackRock, den Vermögensverwalter, bei dem Merz den Aufsichtsrat der deutschen Tochter anführte. Heute stiefelt der Weltbürger mit seiner Frau für eine bunte Homestory durch Altenhellefeld. Morgen rennt er mit den top dogs der Wirtschaftswissenschaft um die Wette.

Gelesen | Die alternde Frau

Nebensächlichkeiten | Die Tage sind repetitiv. Ich würde gerne Bedeutendes berichten und Tiefgreifendes schreiben, Humorvolles zum Besten geben und Bilder von Ausflügen zeigen. Aber man reist ja nicht, und ich erlebe auch nichts. Morgens gehe ich in mein Arbeitszimmer, mittags koche ich, abends gucke ich Netflix. Es gibt einige Abwandlungen dieser Handlungsfolge, etwa wenn ich am Abend koche und nicht am Mittag. Oder an Tagen, an denen ich ins Fitnessstudio gehe. Oder wenn ich beim Reiseleiter bin – oder nein: Dort ist es eigentlich alles gleich, nur in anderem Setting. Vielleicht lasse ich Sie einfach an den kleinen Dingen teilhaben. Wofür führe ich schließlich ein Tagebuchlog wenn nicht für Banalitäten ohne Erkenntniswert?

  • Heute gab es Kartoffelpürree und Blubbspinat zum Mittagessen, serviert an Fischstäbchen. Es ist Kindertag.
  • Gestern bekam ich eine Würfelsteckdose mit USB-Anschlüssen geliefert. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn nun kann ich unter geringem Platzverbrauch meine elektronischen Devices auf dem Schreibtisch mit Strom versorgen – optisch ansprechender als in der Version „Steckdosenleiste“ .
  • Ebenfalls gestern kraulte ich ausführlich den Hund der Nachbarin. Das Tier heißt Ida, wird aber „Die Pummse“ genannt. Die Pummse kam vor vielen Jahren aus dem Tierheim, war scheu und verängstigt. Inzwischen hat sie mich ins Herz geschlossen und lässt sich gerne kraulen.
  • Vorgestern war ich im Edel-E*eka einkaufen. Der heißt so, weil er wirklich schick ist und einen Haufen besonderer Dinge hat – zum Beispiel unzählige Sorten Strauchtomaten, Joghurts von regionalen Molkereien, Brotaufstriche, Käsesorten und Gewürzmischungen, sowas halt -, die allesamt dazu führen, dass ich trotz halbleeren Wagens erstaunliche Summen an der Kasse bezahle. Aber man geht ja aktuell nicht groß aus.
  • Ich schlafe außerordentlich gut, seit ich nicht mehr so viele Termine habe, und bin auch nicht mehr so müde.
  • Ich habe ein erstes Weihnachtsgeschenk gekauft. Darüber hinaus stehe ich vor zwei Herausforderungen. Ich benötige einen Beitrag zum Schrottwichteln, sogar sehr kurzfristig. Weil ich ein Mensch bin, der gut wegschmeißen kann und das auch tut, ist es für mich jedes Jahr (es handelt sich um eine Tradition) eine mentale Anstrengung, einen entsprechenden Beitrag zu finden, sogar, man glaubt es kaum, in meinem Keller. Vor ein paar Jahren ging das so weit, dass ich sogar etwas besonderes Hässliches gekauft habe, obwohl das natürlich gegen die Regeln ist. Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen. Außerdem, zweite Herausforderung, benötige ich ein Wichtelgeschenk, aber nicht irgendeins. Das Wichteln hat ein Motto; es lautet: „Shine on.“

Gute Laune | Die Auftragslage fürs erste Halbjahr 2022 entwickelt sich sehr erfreulich. Das macht mir gute Laune.


Launeneintrübung | Das Wetter macht mir weiterhin schlechte Laune. Weil ich das Wetter nicht ändern kann, konzentriere ich mich auf meine gute Laune. Ich sollte allerdings tatsächlich mal wieder rausgehen – also, weiter als bis zum Briefkasten. Naja. Morgen vielleicht. Ach nee, morgen ist nicht so günstig. Übermorgen passt besser.

Als ich gestern Abend noch Dortmund nach Haltern fuhr, war es sauglatt auf den Straßen.


Lernen | Ich habe noch eine Weiterbildung eingetütet. 2022 wird das Jahr der Weiterbildungen, nachdem ich in 2021 kapazitätsbedingt geschludert habe. Direkt im Januar absolviere ich eine ITIL® 4 Foundation, also eine Basisschulung im IT-Service-Management. Die Information Technology Infrastructure Library (ITIL) umfasst Prozesse, Funktionen und Rollen, die typischerweise in jeder IT-Infrastruktur mittlerer und großer Unternehmen vorkommen. Ich habe mir im vergangenen Jahr schon viel angelesen und beim Kunden mitgekriegt, aber ich möchte das mal grundlegend erfassen.

Im Februar folgt dann der Weiterbildungtag zur Entscheidungsfindung, und im Mai die Verhandlungsführung. Ich freu mich voll auf das, was ich lernen werde.


Adelsschicksale | Weiterhin bin ich schlimm Downton-Abbey-süchtig. Aktuell fünfte Staffel. Ich fühle große Heimeligkeit, wenn ich, in Wolldecke auf dem Sofa liegend, diese Serie schaue. Sie wird mich durch den Dezember ins neue Jahr tragen.


Gehört | Die Damen Novemberregen und Herzbruch, ihres Zeichens Twitter- und Bloggerinnen mit Kultstatus, setzen ihren Adventskalender-Podcast aus dem vergangenen Jahr fort. Die Gespräche sind ziellos wie immer; es gibt keinerlei Grund, sich das anzuhören – es sei denn, man möchte unterhalten werden. Ich höre gerne zu.

Muss man nicht | Eigentlich sollte ich mal rausgehen. Der Mensch braucht Spaziergänge an der frischen Luft, so habe ich es gelernt, und so macht man es. „Du warst heute noch gar nicht draußen!“, hieß es früher, und schon wurde ich vor die Tür geschoben. „Ihr wart heute noch gar nicht draußen“, sagen der Reiseleiter und ich heutzutage und schieben die Kinder vor die Tür. Mit gespielter Freude gehen wir hinterher hinterher, unsere Prinzipien verfluchend. Denn wer will schon draußen sein, wenn bei sechs Grad der Regen ins Gesicht weht.

Wenn aber grad keine Kinder da sind und man auch keinen Hund im Hause hat, muss man nicht rausgehen. Ich habe nochmal nachgelesen: Muss man nicht.


Hohoho | Erste Weihnachtsgeschenkaktivitäten.


Gelesen | Wer einen Namen für seine Heizung sucht, wird in diesem Thread fündig. Meine Favoriten: Wärmtraud, Glutfried und Karl-Heiz Rummehygge.

Gelesen | Ich dachte, ich hätte die Fehlleistungen Andreas Scheuers inzwischen vollumfänglich erfasst. Aber es kommen immer noch neue Klopper dazu: Millionen Euro für die Bahn flossen in Fernstraßen und Fluggesellschaften. Die Zweckentfremdung von Budget scheint einem Muster zu folgen. Im März las man: 12 Millionen für Radwege – nutzt Scheuer für neue Straßen.

Minimaler Abrieb | Am Wochenende habe ich etwas gelernt: Es gibt Eisbahnen aus Synthetik. In Haltern ist aktuell eine aufgebaut. Auf der Seite des Herstellers liest man etwas vom „niedrigsten Reibungskoeffizienten“, „minimalem Abrieb“ und „realitätsgetreuem Eislaufen“.

Die Kinder fanden es gut. Der Reiseleiter und ich standen am Rand und guckten nur zu. Als ich nämlich das letzte Mal Eislaufen war, Anfang der 1990er, lag ich danach vier Tage mit Schädelprellung und Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Ich habe deshalb Vorbehalte und würde das nur in Vollschutz tun.

Die #aktuelleSituation auf dem Nikolausmarkt war okay: Maske auf, fertig.


Das kommt | Ich habe die Termine auf meiner Webseite aktualisiert. Seminare und Webinare, aber auch Lesungen und sonstigen Termine sind jetzt aktuell. Das wird sich in den kommenden Wochen und Monaten allerdings noch mehr füllen. Mit der 2022er-Planung von Seminaren und Webinaren habe ich noch gar nicht richtig begonnen.


Weiterbildung | Ich plane aktuell meine Weiterbildungen 2022. Im ablaufenden Jahr habe ich mein eigenes Lernen vernachlässigt – zumindest das systematische Lernen. Im Februar mache ich deshalb eine Weiterbildung im Decision Making, also in der Kunst, schnell gute Entscheidungen zu treffen. Ich selbst bin gut darin zu entscheiden, aber man kann ja immer etwas dazulernen und die eigenen Muster hinterfragen. Außerdem tun sich meine Kundinnen und Kunden und vor allem ihre Organisationen bisweilen schwer mit dem Entscheiden. Ich würde gerne Techniken erlernen, die ich dort systematisch anwenden kann.

Im Mai lasse ich mich dann zur Verhandlerin schulen. Darauf bin ich auch gespannt. Ich verhandle nämlich eher aus dem Bauch heraus. Ich wäre gerne sattelfester.


Schnee | Chronistenpflicht: Dieser Tage fiel der erste Schnee des Winters.


Impf-Situation | Zwei Stunden stand er im Schneeregen in einer Schlange. Dann hat die Bundeswehr Vatta (72) geboostert.

Ich darf mich ab dem 8. Dezember anstellen. Dann sind fünf Monate vergangen seit Impfung #2.


Corona-Service | Quentin Lichtblau schreibt einen Rant übers Spazierengehen während Corona [€]. Ich fühle den Text.

Mit seiner unendlichen Würde- und Ziellosigkeit steht das Spazierengehen für mich wie ein Symbol für zwei verlorene Jahre Pandemie. […]

Ging früher aber zumindest noch der Rest der Welt mit, fühlt sich das spazierende Deutschland in diesem Winter wie eine einzige Clown-Polonaise an, umgeben von Nachbarländern mit höheren Impfquoten, die von der Tribüne heruntergucken.

Wenn’s sein muss, 14 Uhr am Scheißfluss?“

Premiere | Wie schön kann eine erste Lesung sein? Ziemlich großartig schön! Allein dieses Lesepult mit der Lampe! Ich fühlte mich sehr literarisch, als ich am Donnerstag aus „Die Frau, die den Himmel eroberte“ vorlas.

Holzpult mit leselampe in einer Buchhandlung. Im Hintergrund leere Stühle und Bücherwände.

Ich war aufgeregt vorher. Denn weiß ich, ob es funktioniert? Ich habe Passage herausgesucht, die ohne Kontext der Handlung verständlich sind. Ich habe zuhause das Lesen geübt und die Zeit gestoppt. Ich finde: Eine Lesung darf nicht zu lang sein, und es darf nicht nur gelesen werden. Lesen können die Menschen schließlich auch zuhause.

Deshalb hatte ich Material aus dem Nachlass von Käte Paulus mitgebracht. Ich habe über meine Recherche erzählt, von den historischen Hintergründen. Ich habe die Technik der Ballons und der Fallschirme erklärt, die damals genutzt wurde. Ich habe von der Stimmung der Zeit erzählt, in der Käte lebte.

Einlaminiertes Bildmaterial

Nach der Lesung war ich froh und glücklich. Es fielen die Worte „spannend“ und „kurzweilig“, es kamen etliche Fragen, und ich habe den Eindruck, dass die Leute sich gut unterhalten gefühlt haben. Danke an Jacqueline Esplör mit ihrer Stiftsbuchhandlung in Nottuln.

Mit der Buchpremiere hatte ich übrigens auch meine Laminierpremiere. Ich hatte zuvor noch nie etwas einlaminiert und hatte Riesenspaß. Ernsthaft! Ich hätte am liebsten meine ganze Wohnung laminiert.

Die nächsten Lesungen sind Ende Januar in Dortmund, im März in Hamm und im Mai in Dortmund. Ansonsten bin ich noch buchbar. Gerne auch schon fürs Frühjahr, wenn wir alle hoffentlich wieder sorgenfrei auf Veranstaltungen gehen können.


Alpaka | Die Lesung war dann auch meine letzte Präsenzveranstaltung für dieses Jahr. Ich habe mir einen Wollpulli gekauft, groß wie ein Haus und weich wie ein Alpaka, in den ich mich jetzt einrolle. Ich werde darin auf meine Boosterimpfung warten und in dem Pulli den Winter verbringen. #DieaktuelleSituation kann mir gar nichts mehr.


Umorganisiert | Ich habe mein New-York-Times-Abo gekündigt und dafür SZ plus abonniert, als Ergänzung zum Zeit-Online-Abo. Um das NYT-Abo zu kündigen, musste ich mit jemandem chatten. Mir wurde nochmal eine „New York Times Cooking subscription for an amazing rate of $0.63 per week for 52 weeks“ angeboten, aber ich lehnte ab. Das Geld habe ich stattdessen in die KptnCook-App investiert. Das scheint mir ein interessantes Produkt, jetzt wo ich erstmal wieder ausschließlich im Homeoffice hocke, Restaurantbesuche keine Option sind, und ich in meinem Pulli wohne.

Auf die App bin ich gestoßen, weil ich auf Twitter nach vegetarischen Rezepten fragte. Man wird ja mit der Zeit ideenlos, und die zwanzig Standardrezepte sind alle durchgespielt. Ich erhielt viele Antworten, die ich screenshottete und bookmarkte – und bekam den Hinweis auf die App. Das Killerfeature: Man kann Zutaten abkündigen, die man nicht mag. Ich muss mich bei meiner Rezeptsuche also nicht mehr mit Pilzen, Auberginen, Kapern und Oliven befassen. Großer Effizienzgewinn! Ein Rätsel bleibt, wieso es in meiner Timeline (und überhaupt auf der Welt) so viele Pilz- und Auberginenliebhaber gibt.


Lego Serious Play | Ich habe ein Lego-Serious-Play-Set, das ich bisweilen in Workshops einsetze, um Prozesse, Schnittstellen und Zusammenarbeit gemeinsam mit Kunden zu modellieren. In der Workshop-freien Zeit wird es von den Beutekindern bespielt. Sie machen fantastische Sachen damit, bauen Forschungsstationen, Ferienläger und Städte mit Häusern, Pools, Pizzabäckern, Geldautomaten, Außengastronomie und natürlich einem Internetmasten, der Internet in alle Häuser bringt.

Der Nachteil an dem Set ist, dass es mehr normale Steine haben könnte. Ich spiele mit dem Gedanken, noch welche zu kaufen. Denn wir brauchen mehr Häuser und Türen und Tore und überhaupt. Falls jemand eine Kiste übrig hat – gerne melden.


Hohoho | Jetzt hole ich Weihnachten aus dem Keller.

Stimmung | Man soll es nicht meinen, aber die Tage werden tatsächlich kürzer. Nicht nur astronomisch, auch was die Zeit betrifft, die die Arbeit einnimmt. Die ersten Termin habe ich statt um 8 Uhr nun eher gegen zehn, wenn nicht gar noch später. Und der Arbeitstag endet gegen 16 Uhr.

Es sei denn, ich unterbreche den Tag, um ins Fitnessstudio zu gehen. Das ist eine schöne Variante. Mittags ist das Fitnessstudio angenehm leer, ich werde nicht von schwitzenden Menschen angeatmet und ganz allgemein kommt man sich nicht ins Gehege. Ein erfreulicher Umstand.

Meine Stimmung wird adventlicher. Ich habe Zeit, über das Backen von Keksen und die Notwendigkeit eines Tannenbaums nachzudenken. Vorgestern habe ich sogar einen Tee getrunken, was in meinem Fall ein Zeichen vollendeten Gleichmuts ist.


2022 | Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass ich auch im kommenden Jahr Aufträge haben werde. Einige Kunden haben bereits beauftragt, mit anderen bin ich in konkreten Gesprächen. Ich werde es also ins sechste Jahr der Selbstständigkeit schaffen.

Als ich 2017 anfing, habe ich mir gedacht: „Fünf Jahre durchhalten, das wäre was.“ Die fünf Jahre vergingen wie im Flug, es wird mindestens noch ein sechstes geben, und ich möchte diese Art zu arbeiten nicht mehr missen. Sollte ich jemals wieder ins Angestelltendasein zurückwechseln, braucht es Einiges, um mich glücklich zu machen. Es gibt nur wenig, was mein Leben so nachhaltig geprägt hat wie die Selbstständigkeit.


Interieur | Mein neues Arbeitszimmer ist, was das Mobiliar angeht, jetzt vollständig eingerichtet. Es folgt noch ein schöner Curved Monitor, dann ist es perfekt. Ich werde demnächst mal ein Bild posten. Das Zimmer macht mich sehr glücklich.


Nebel und Matsch | Das Wetter verhält sich derweil jahreszeitenkonform und macht einen auf November. Beim gestrigen Spaziergang hatte ich ein hartes Déjà vu des vergangenen Winters, in dem ich, bedingt durch #dieaktuelleSituation und in Ermangelung freizeitgestalterischer Alternativen, Tag um Tag durch Nebel und Matsch latschte.

November

Immerhin hat das Fitnesstudio noch geöffnet, so dass ich nicht joggen muss. Das Joggen durch Matsch, Schneeregen und Dunkeheit war wirklich ein Tiefpunkt des Winters 2020/21. Ich fürchte allerdings, dass wir den in diesem Jahr noch übertreffen. Oder besser gesagt: untertreffen.


Corona-Service | Denn #dieaktuelleSituation sieht miserabel aus. Lesen Sie dazu diese Modellierung, aber bitte nur, wenn Sie sowieso schon schlechte Laune haben. Management-Summary:

  • Selbst das Best-Case-Szenario ist ein Bad-Case-Szenario.
  • Das Best-Case-Szenario (die wenigsten Toten, die wenigsten Intensivpatient:innen) bedeutet: Lockdown ab Montag, denoch Überlastung der Intensivstationen. Und es wird nicht eintreten, sonst wüssten wir das heute schon.
  • Wir sind am Ende der Modellierungsmöglichkeiten.

Ich teile das hier, damit in vier Wochen nicht wieder ein Politiker sagt, dass die dynamische Entwicklung „uns alle überrascht hat“.


Frischluft-Workout | Am Wochenende war ich bei der Elternarbeit in der Montessori-Schule – fürs Beutekind. Und für den Reiseleiter, der dort zehn Stunden ableisten muss. Wenn jemand mitmacht, sind’s für jeden fünf.

Das Ganze war ein sehr gutes Workout. Wir fegten fast fünf Stunden Laub. Außerdem schaufelte ich einen großen Haufen Rindenmulch klein, karrte ihn von links nach rechts und harkte ihn hübsch. Ich fühlte mich wie in einem dieser japanischen Gärten, in denen man sich Seelenfrieden erharkt. Ich war danach ganz friedlich innendrin.

Die Sache mit der Elternarbeit stand übrigens nicht im Onlinedating-Profil des Reiseleiters. Ebenso wie der furzende Hund. Wie sagte der große Philosoph Forrest Gump dereinst? Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt. 


Brunch | Auch vom Wochenende: das perfekte Brunch.

Zwei-Geh-Plus ist jetzt das Motto bei Treffen, wohlwissend, dass auch das Ansteckungen nicht vollends verhindern kann.


Und sonst | Ich telefonierte mit dem Lieblings-Webworker, und wir heckten zwei gute Sachen aus:

  1. Eine Umfrage-Lösung für meine Seminare und Workshops. In der Vorbereitung lasse ich mich immer ausführlich vom Auftraggeber briefen. Aber der Auftraggeber ist nicht immer Teilnehmer, und selbst das beste Briefing ist nicht so gut wie alles, was ich direkt von denjenigen erfahre, die sich zu meiner Veranstaltung anmelden. Also hat der Christian mir eine Möglichkeit gebastelt, mit der ich auf meiner Website zu jeder Veranstaltung individuelle Umfragen anlegen und abfragen kann, welche Inhalte die Teilnehmer:innen besonders interessieren. Sie können mir außerdem konkrete Situationen aus ihrem Unternehmen schildern (anonym), zu denen sie gerne eine Lösung hätten, oder mir Herausforderungen schildern, die sie gerade umtreiben. Ich passe dann meine Inhalte entsprechend an, damit die Veranstaltung einen möglichst hohen Nutzwer hat.
  2. Eine digitale Lösung für meine Neujahrskarten. Bislang habe ich old school Print verschickt, handgeschrieben. Das finde ich sehr schön und persönlich. Allerdings sitzen wir nun das zweite Neujahr im Homeoffice, und ich rechne nicht damit, dass sich das im Januar entscheidend ändert. Schon im vergangenen Jahr haben viele meiner Karten die Adressaten nicht erreicht. Ein Jahr lang ist das verschmerzbar. Aber jetzt möchte ich eine digitale Lösung. Christian baut mir dazu etwas für meine Website, so dass ich individuelle Links zu digitalen Neujahrskarten versenden kann. Jeder Adressat und jede Adressatin bekommt – wie auch bei der Print-Variante – ihren und seinen individuellen Text.

Gelesen | Artensterben in Europa: Hunderte Millionen Vögel verschwunden

Lesung | Die Lesung am 25. November in Nottuln findet statt.

Ich habe die Stiftsbuchhandlung heute besichtigt und lange mit der Inhaberin, Jacqueline Esplör, gesprochen. Wir haben abgewogen und uns für die Durchführung Lesung entschieden. Rahmenbedingungen: 2G (logisch) und Check der Impfnachweise mit der CovCheck-App. Ich habe die App getestet: Sie zeigt schnell und unkompliziert an, ob ein Zertifikat gültig ist, perfekt für den Einlass.

Panoramaaufnahme vom Inneren der Buchhandlung

Ich werde an der Stelle stehen, von der aus ich das Foto aufgenommen habe. Die Besucherinnen und Besucher sitzen sowohl auf neun Uhr als auch auf drei Uhr, also im L. Jacqueline hat normalerweise 50 Plätze. Sie verkauft aber nur 30 Karten (es ist bereits ausverkauft) – auf jeder Seite sitzen also 15 Leute.

Ich habe den Aerosol-Rechner von Zeit Online konsultiert, dessen Berechnungsgrundlage eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie ist. Unter Einbezug der Variablen vor Ort,

  • der Raumgröße
  • der Deckenhöhe (sehr hoch, wir haben uns über den Baufehler des Hauses unterhalten, der dafür verantwortlich ist: Die Buchhandlung hat eine höhere Decke als vorgesehen, die Wohnetage darüber ist dadurch zu niedrig und die Fenster dort sind auf Kniehöhe)
  • die Anzahl der anwesenden Menschen
  • der Dauer der Veranstaltung,
  • der Tatsache, dass die meiste Zeit nur eine Person redet (ich),
  • der Tatsache, dass diese Person (ich) sich vorher nochmal schnelltestet und
  • dass alle Anwesenden geimpft sind,

kommt der Rechner zu dem Schluss, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei einem Prozent liegt. Diese Konstellation kann ich vertreten.

Die Räumlichkeiten sind wunderschön. Die Dielen knarren. Eine tolle Buchhandlung!

Jacqueline Esplör ist 28 und hat die Buchhandlung vor einem Jahr übernommen, hat sich also schons ehr früh selbstständig gemacht. Wir waren noch eine Pizza essen und haben eine ganze Weile geschnackt. Ich freue mich wie Bolle auf die Lesung!


Torte | Endlich habe ich einen langjährigen Freund mal wieder getroffen – und seine Freundin, das neue Baby und den neuen Hund. Ein schöner Abend!

Es gab einen „kleinen Nachtisch“. Ich bin fast hintenüber gekippt. Sensationell.

Der Hund des Hauses, während wir die Torte aßen:

Französische Dogge mit mitleidgem Blick

Morgenstund | Gestern in der Früh habe ich mein Auto zum Schrauber gebracht: jährliche Inspektion plus Reifenwechsel. Rückweg zu Fuß, ein schöner Spaziergang.

Hätte ich ein Tagebuch neben dem Bett, könnte ich vor dem Schlafengehen dort eintragen: „Aufregender Tag heute. Viele bunte Blätter gesehen.“


Corona-Service | Überraschung: Gerade hat man sich in Berlin noch gestritten, wer die Corona-Notlage aufheben darf. Jetzt will es keiner gewesen sein. Und das Land ist besinnungslos in die vierte Welle gerast. Annäherung an ein historisches Versagen [ Blende-Link, €]:

Wann genau ist Deutschland falsch abgebogen?

10. August 2021, die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin beraten sich in einer Videoschaltung […] Leute, die dabei waren, sagen, die Kanzlerin habe damals sehr wohl zu 2G tendiert, auch Jens Spahn. Aber es war eben nicht nur Sommer, sondern auch Wahlkampf. Deshalb war von besonderer Bedeutung, was Armin Laschet wollte, der zu diesem Zeitpunkt nun mal Parteichef und Kanzlerkandidat der Union war. Und Laschet war gegen 2G – Ungeimpfte sind schließlich auch potenzielle Wähler. […]

Einer, der regelmäßig mit ihm verhandelt, sagt, Spahn denke immer in Schlagzeilen. Der Minister zeigt Härte, der Minister beendet die Pandemie, der Minister setzt sich durch. Spahn habe aber keine intrinsische Überzeugung, was richtig ist oder falsch. Auch deshalb sei die deutsche Corona-Politik immer so chaotisch: weil der Bundesgesundheitsminister nicht weiter vorausdenke als bis zum nächsten Zeitungsaufmacher.

Nicht nur der Bundesgesundheitsminister, scheint mir.


Gelesen | Polnisch-belarussische Grenze: Die Hölle von Białowieża. Die Lage an der polnisch-belarussischen Grenze am Beispiel der kurdisch-irakische Familie Jochar, die seit 20 Tagen versucht, aus dem Wald zwischen Polen und Belarus zu entkommen:

Kaled Jochar, seine Schwägerin Aferin und vier ihrer Kinder kauern auf einer Decke, als Piotr Rutkowski sie findet. Bald wird es dunkel und es ist jetzt schon kalt. An den Füßen der Kinder haben sich durch die Kälte und Feuchtigkeit weiße Flecken gebildet.



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