Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Nudelletter | Ich habe meinen September-Newsletter versendet. Das Thema: Nudeln.

Es geht um Nudeln, weil ich auf Twitter gefragt hatte, ob es Themenwünsche gebe, und daraufhin diese Nachricht erhalten hatte:

Twitter, Direct Message. Text: "Themenwunsch: Nudeln, Nudeln gehen immer."
Twitter, Direct Message

Wenn ich sowas lese, setzt bei mir sofort eine Assoziationskette ein, kleine und große Groschen fallen durch die Zahnräder meines Hirns und pling! – eine Idee. Je abseitiger die Assoziation, desto wahrscheinlicher ist es, dass mir etwas dazu einfällt.

Christian hat meinen Newsletter aufgegriffen und den Inhalt viel schöner zusammengefasst, als ich es könnte – mit „know the rules to break the rules“. Das ist nämlich die Quintessenz: die Regeln kennen, um sie zu brechen. Es geht also nicht nur um Nudeln, sondern auch um Rezepte, um das Experimentieren mit Rezepten und um die Frage, wann es welche braucht – und wann einen guten Koch, der improvisieren kann. Mehr in der Browser-Version des Newsletters.


Sparringspartner | Am Abend telefonierte ich mit Andreas. Andreas ist hier im Kännchenblog noch nicht aufgetaucht, er ist eine neue Personalie. Wir werden in Zukunft in einzelnen Projekten zusammenarbeiten.

Wir ergänzen uns fachlich und methodisch und werden aus einer Hand agieren. Das ist zum Vorteil unserer Kunden. Sie bekommen breitere Expertise, zwei Leute haben mehr zeitliche Ressourcen als einer allein, und unsere unterschiedlichen Blickwinkel schaffen bei komplexen Fragestellungen bessere Lösungen.

Wir starten natürlich nur dort zu Zweit, wo wir es vorher mit unseren Kunden abgesprochen ist. Darüber hinaus sind wir auch weiterhin allein in Projekten unterwegs.

Heute Abend sprachen wir ein Projekt ab, in dem ich uns gemeinsam anbieten werden. Mal schauen, was daraus wird.


Fitnesspause | Mitten am Nachmittag war ich heute im Fitnessstudio. Das ist das Großartige an Tagen im Home Office: Ich kann mir mein Leben einteilen, wie es passt.

Zwischen 15 und 17 Uhr ist im Fitti tote Hose, Parkplatz leer, Geräte leer, ich habe freie Auswahl, es sind außer mir nur sechs Rentner da. Zwei wurden gerade angelernt. Wir nickten uns stumm zu.


Gesehen | Unser Hirn ist, was es isst. Wie die Auswahl unseres Essens unser Denken und unser Verhalten verändert.

Gelesen | Das Opfer ist der neue Held:

Als Opfer können wir uns alle fühlen, wenn wir nicht verstehen, was uns ängstigt.

Gelesen | Mit Thomas Cook all inclusive um die Welt. Ich war vor ein paar Tagen drauf und dran, den Flug für meinen Januarurlaub zu buchen: einmal Condor hin und zurück. Gut, dass ich so entschlussschwach bin.

Bilder vom Wochenende | Durchgeschlafen. Lange geschlafen. Trotzdem müde geblieben. Viel gelesen. Lego gebaut. Letzte Ernte eingeholt. Rasen gemäht. Traurig gewesen. Glückscurry gekocht. Knallerbsen geworfen.

In der Kleingartensiedlung gewesen. Sonnenblumen gesehen. Einen Geburtstag gefeiert. Gelacht. Alkohol getrunken. Noch einen Geburtstag gefeiert. In der Sonne gelegen. Im Park spaziert. Eine Nackte in Ketten gesehen. Käsekuchen gegessen. Mich gut unterhalten. Gelacht. Gebügelt. Tatort geguckt.

Tagebuch | Gearbeitet. Im Fitnessstudio gewesen. Sonst nichts erlebt.

Auf der Autofahrt dicken Nebel über der Ruhr gesehen, dazu satte Farben und Sonnenschein über den Wiesen. Schön.


Gehört | Im Auto habe ich heute den Podcast von SWR1 Leute gehört.

Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, spricht im Interview über Anstoßzeiten, Übertragungsrechte und Polizeieinsätze an Spieltagen.

Der Wirtschaftsphilosoph Anders Indset sagt kluge Sachen über technologischen Fortschritt, das Wirtschaftssystem von Morgen und individuelles Glück. Hängen geblieben ist der Satz: “Wer sich interessiert, ist interessant.”

Philipp Pflieger ist einer der besten Marathonläufer Deutschlands. Seine Bestzeit: 2 Stunden, 18 Minuten für 42 Kilometer. Er spricht über die Faszination des Laufens, über Training und Doping.

Die Astronautin Samantha Cristoferetti war 2014/2015 für 200 Tage auf der europäische Raumstation ISS. Sie erzählt launig und sympathisch über das Leben im All, das Frühstück und den Toilettengang, über ihre Vorbereitung auf die Mission und wie es war, zur Erde zurückzukehren.

Der Archäologe Hermann Parzinger erfroscht erforscht die Migrationsbewegung der Urzeit. Im Podcast spricht er über Eismumien in der Mongolei und über die Eröffnung des Humboldt-Forums im Berliner Schloss, dessen Gründungsintendant er ist.

Gelesen | Gelbe oder rote Mappe? Christian “Jawl” Fischer hat über seine Frau Einblick in den Grundschulalltag und bloggt über den Sinn unterschiedlicher Hefte, Farben und Lineaturen.

Gelesen | Der Postillon hat sich des höchstrichterlichen Urteils angenommen, demnach die Titulierung “Dreck Fotze” für die Politikerin Renate Künast eine “zulässige Meinungsäußerung” sei, die “im Kontext der Sachaussage” getätigt wurde. Das gleiche gelte für “Schlampe” und Sondermüll”. Die Aussage “Knatter sie doch mal so richtig durch, bis sie wieder normal wird” wertet das Gericht als zulässige Polemik. Der Postillon kontert mit: Drecksfotzenrichter fällen geisteskrankes Urteil gegen Renate Künast, das Justizia wie eine Schlampe aussehen lässt, die auf den Sondermüll gehört.

(Ich bitte die Wortwahl zu entschuldigen. Alles Zitate.)

Gelesen | Der aktuelle OECD-Bericht belegt: Migranten und Migrantinnen nehmen niemandem die Arbeit weg. Sie füllen mit ihrer Tätigkeit häufig Nischen, die anderweitig nicht geschlossen werden können – entweder, weil sie flexibel Jobs annehmen oder weil sie besonders qualifiziert sind. Geflüchtete sind in der Gesamtheit der Einwander nur eine kleine Gruppe.

Geguckt | Das Dorf Golzow braucht Grundschüler:innen. Sonst wird die Schule geschlossen. Die Lösung: Flüchtlingskinder. Die Langzeitdokumentation “Die neuen Kinder von Golzow” begleitet die Familien, den Bürgermeister und das Dorf. Noch bis zum 22. September in der Mediathek.

Broterwerb | Heute den ganzen Tag Homeoffice. Vorbereitung eines Einzeltags mit einem Kunden.

Außerdem habe ich damit begonnen, einen Workshop vorzubereiten. Dazu habe ich Arbeitsmaterialsmaterial bestellt. Es wird darum gehen, Lösungen für prozessurale Fragestellungen zu brainstormen: Wer muss mit wem wie zusammenarbeiten? Wie sollten Informationen fließen? Wie wird der Kunde eingebunden? Wie entsteht gemeinsame Verantwortung? Das werde ich methodisch besonders gestalten, damit die Leute gedanklich aus ihrem Tagesgeschäft rauskommen und offen sind für neue Ideen. Weil der Kunde und die Teilnehmer:innen hier mitlesen, verrate ich nichts (Grüße!).

Zwischendurch kam Vattern, und wir tranken eine Tasse Kaffee. Das war schön. Außerdem erhielt ich eine Geburtstagseinladung vom Zahnarzt, und per Post kam überraschend ein Geschenk. Das war auch schön.


Atemwölkchen | Heute Morgen trat ich auf die Terrasse und konnte meinen Atem sehen. Ich hatte kurz das Verlangen, eine Mütze zu tragen. Heute Abend werde ich wohl die Wärmflasche aus dem Sommerschlaf holen.

Es wird Zeit, den Winterurlaub im ewigen Frühling zu planen. Ich habe ein großes Verlangen nach Meer und nach Bergen.


Fragebogen für Podcaster | Ich habe eine E-Mail von Christiane Attig (TU Chemnitz) und Nicolas Wöhrl (Podcast “Methodisch inkorrekt”) bekommen. Sie möchten …

[…] gern genauer verstehen, warum sich Menschen dazu entschließen zu podcasten, warum sie damit weitermachen und wie ihre Persönlichkeit mit der Entscheidung im Zusammenhang stehen könnte.

Ich habe den Fragebogen beantwortet. Es gab einen motivierenden Fortschrifttsbalken. Die Ergebnisse der Stude werden in psychologischen Fachmagazinen und in der Podcast-Community veröffentlicht.

Highlights aus den Antwortkategorien:

  • “Ich habe Schwierigkeiten, mein Bedürfnis zu podcasten zu kontrollieren.”
  • “Der Drang ist so stark. Ich kann mir nicht helfen, ich muss podcasten.”

(Beides nein.)


Entdeckt | To whom it may concern: Die ZEIT hat einen umfassenden Themenschwerpunkt zu Waldorf und alternativen Schulformen.


Gelesen | Auch Saskia hat ebenfalls über das Agile Barcamp in Leipzig gebloggt. Sie war in anderen Sessions als ich. Ihre Themen: Push- und Pull-Prinzip, Personal Maps, 6-3-5-Methode zum Sammeln und Weiterentwickeln von Ideen. Außerdem: Agile Transformation bei Rewe Digital.

Stichworte | Auto gefahren. Beim Kunden gearbeitet. An einem Unfall vorbeigefahren, der grad passiert ist. Helfer waren schon da. Im Fitnessstudio gewesen. Belege schön gemacht. Wäsche gebügelt. Fußball geguckt.


Neues aus Australien | Meine Namensvetterin, die überall meine Mailadresse angibt, ist jüngst nach Australien gezogen. Jetzt hat soe dort einen Telefonanschluss bestellt. Die Bestätigungsmail habe natürlich ich bekommen. Darin: ihre Adresse. Ich kann ihr jetzt Briefe und Postkarten schreiben.

Das eröffnet großartige Möglichkeiten. Ich kann ihr nun jede ihrer Registrierungs- und Bestellbestätigungen ausdrucken, mit kleinen Zeichnungen verzieren, eintüten und nach Australien schicken.

Mich treiben auch andere Ideen um. Zum Beispiel ein Postkartenzyklus – zwölf Monate, zwölf Postkarten. In den ersten sechs Monaten lasse ich unsere Beziehung Revue passieren, vom zarten Pflänzchen ihrer ersten Amazon-Bestellung über die Uni-Lerngruppe bis zu ihrer letzten Uber-Fahrt. In den zweiten sechs Monaten blicke ich nach vorn auf das, was für uns kommen mag: auf ihre Erfolge im Fitnessstudio, in dem sie sich angemeldet hat, auf das Leben und auf die Liebe, die ihren Anfang in ihrer McDonald’s App nehmen wird.


Gelesen | Die Pädagogin Esther Wojcicki arbeitet seit 36 Jahren als Lehrerin an einer staatlichen Highschool im kalifornischen Palo Alto. Ihre drei Töchter sind beruflich sehr erfolgreich. Ihre Erziehungsmethoden, sagt sie, hätten dazu beigetragen.

Die meisten Menschen blockiert oder hemmt, was andere Leute über sie denken. Dass es vielleicht nicht erfolgreich ist oder lächerlich, was sie tun. Meine Töchter durften ihren Leidenschaften nachgehen. Ich unterstützte sie dabei, völlig egal, was es war.

Esther Wojcicki: “Wenn keiner an dich glaubt, bist du immer ängstlich”

Das Wichtigste für ein Kind sei, dass ihm vertraut werde. Dann vertraue es auch sich selbst. Trifft auch auf Erwachsene zu, finde ich.

Gelesen | Warum Schulheftekauf einen um den Verstand bringt

Eine besondere Stadtführung | Ich war in Leipzig. Eigentlich zu Zwecken der Weiterbildung, dazu später mehr.

Berufliche Expeditionen sind auch immer ein guter Anlass, sich die Welt außerhalb des eigentlichen Reisegrunds anzuschauen. Und um Menschen zu treffen.

Immer, wenn ich in Leipzig bin, also einmal im Jahr, treffe ich Claudia. Schon zum zweiten Mal erhielt ich eine Stadtführung von ihr – einmal unter kunsthistorischen Gesichtspunkten. Dieses Jahr mit Anekdoten aus der Stadtgeschichte. Claudia ist die Queen of Random Knowlegde.

Unter anderem erfuhr ich, dass das Wort “verlottern” seinen Ursprung in Leipzig hat: Schuld ist Hieronymus Lotter, ehemals Bürgermeister von Leipzig und Bauherr wichtiger landesherrlicher Projekte. Allerdings war er dabei so schlecht organisiert, dass man von “verlotterten” Baustellen sprach.

Claudia machte mich auf die Türklinken des Neuen Rathauses aufmerksam. Dort thronen Schnecken.

Metallene Schnecke auf Türklinke

Der Architekt des Hauses hat seiner Einstellung gegebenüber dem Beamtentum Ausdruck verliehen.

Ich lernte außerdem, dass Theodor Fontane Apotheker in Leipzig war, und dass Karl May sich auf dem Leipziger Brühl einen Pelzmantel erschlich, ins Gefängnis kam, und dort seine Schriftstellerkarriere begann.


Keine Klima-Karmapunkte | Ich bin mit dem Auto nach Leipzig gereist. Viel lieber hätte ich den Zug genommen. Doch die Fahrt hätte sechs statt vier Stunden gedauert. Ich hätte in einem alten, sehr unkomfortablen IC gesessen; das kenne ich aus den vergangenen beiden Jahren. Kosten: Das Dreifache der Tankfüllung, die ich nun benötigt habe. Da wir zu Zweit gereist sind sogar das Sechsfache. Bitter.


Weiterbildung | Den Großteil des Samstags und des Sonntags verbrachte ich auf dem Agile Barcamp. Es war mein dritter Besuch auf der Veranstaltung – nach 2017 und 2018. Der Aufwand, nach Leipzig zu fahren, lohnt sich jedesmal.

Die Alte Baumwollspinnerei und das Spinlab, die Orte des Geschehens:

Was ich dort gelernt habe, lesen Sie auf meiner Job-Website: Zwei Tage mit Design Sprints, alternativen Vergütungsmodellen und Agilität im öffentlichen Dienst.


Gelesen | Die Art und Weise, wie unsere Großmütter unsere Eltern erzogen haben, beeinflusst unsere Generation. Sie haben uns Verhaltensmuster vererbt – etwa die Unfähigkeit, über Gefühle zu sprechen, weil die Verletzungen vergangener Generationen sie unausprechlich gemacht haben. Folgen können sein: eine Scheu vor Konflikten oder Beziehungsunfähigkeit, aber auch Ekel vor dem eigenen Körper oder das Einhalten strenger Essensdisziplin.

Gelesen | In den vergangenen 18 Jahren sind die Kosten fürs Autofahren um 36 Prozent gestiegen. Wenn wir den ÖPNV nutzen, zahlen wir 76 Prozent mehr. Was ist da schiefgelaufen?

Gehört | IT@DB ist ein Podcast für IT-Fach- und Führungskräfte. Die Deutsche Bahn erzählt von ihren IT-Projekten. Ich habe die Folgen zum CoLab365 und zu den Reisendeninformationen gehört. Fand ich interessant. Acht von zehn Punkten auf dem Nerd-o-Meter.

Broterwerb | Den Tag beim Kunden verbracht. Kaum Stau auf der Hinfahrt. Kaum Stau auf der Rückfahrt. Und das, obwohl es zwei Baustellen mehr gibt. Ich war irritiert.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieser Tage viele Menschen im Urlaub sind – all jene, die nicht auf die Schulferien angewiesen sind.


Spurensuche | Ich habe einen heißen Hinweis zur Fehlermeldung meiner Jobwebsite erhalten. Stay tuned.


In die Timeline gerutscht | Nayyirah Waheed:

Someone can be madly in love with you and still not be ready. They can love you in a way you have never been loved and still not join you on the bridge. And whatever their reasons, you must leave, because you never ever have to inspire anyone to meet you on the bridge. You never ever have to convince someone to do the work to be ready. There is more extraordinary love, more love that you have never seen, out here in this wide and wild universe. And there is the love that will be ready.


Gelesen | Verlage und Medienunternehmen verlieren ihre klugen Köpfe in die PR, an Tech-Unternehmen oder in die Selbstständigkeit, analysiert Richard Gutjahr in einem langen Beitrag. Nicht alle seiner Thesen teile ich. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass das Lesen weiterhin eine nachgefragte Rezeptionsform bleiben wird. Im Kern hat er jedoch Recht mit seiner Analyse: Die Strategie verlagert sich vom Produkt hin zur Person des Produzierenden – und zum Publikum. Medienmanager haben Schwierigkeiten, mit dem Kontrollverlust umzugehen.

Außerdem haben ehemalige Zeitungsverlage bis heute nicht verstanden, dass die Zeitung nicht zur Konkurrenz zum Internet steht, sondern dass die Abhängigkeiten viel größer sind:

Berüchtigt der Ausspruch von Netflix-Gründer Reed Hastings, man konkurriere nicht mit Zeitungen oder Zeitschriften: „Unser Konkurrent ist der Schlaf.“

Die Ressourcen eines Menschen – sei es nun Zeit, Geld, emotionale oder kognitive Energie – sind in ihrer Summe entscheidend, ob er journalistische Produkte nutzt – und welche. Die Lektüre von Informationen steht in Konkurrenz zum Treffen mit Freunden, zur Hausarbeit, zum Sport – nicht zum Konsum einer anderen journalistischen Marke. Insofern müssen Medienhäuser mehr Nutzen stiften, als das reine Informationsbedürfnis zu befriedigen.

Erfreulich fällt unter dem Artikel die vergleichsweise hohe Anzahl von Frauen auf, die in den Folgen zu Wort kommen.

Gehört | Ursula. Sechsteilige Radiodoku des Bayerischen Rundfunks über einen der bekanntesten Kriminalfälle der deutschen Geschichte:

Ursula Herrmann verschwand 1981. Sie wurde im Wald in eine Kiste gesperrt und erstickte dort – ungewollt, aufgrund eines Fehlers ihrer Entführer (Wikipedia-Eintrag zum Fall). Fast 30 Jahre später, im Jahr 2010, wird ein Mann verurteilt, in einem der größten Indizienprozesse der Republik. Doch der Bruder des Opfers glaubt nicht an seine Schuld und hat seine eigene Theorie. Spannend, vielschichtig und gut recherchiert.

Angeguckt | Der WDR berichtet über einen spontanen Besuch der Bundeskanzlerin bei einem persischen Restaurantbetreiber in Chemnitz. Nazis haben ihn überfallen und schwer verletzt (via Frau Kaltmamsell).

Der Beitrag zeigt auch: Es braucht mehr Journalistinnen und Journalisten mit Migrationshintergrund. Der bessere Zugang zum Interviewpartner dank Kenntnis von Sprache und Kultur ist offensichtlich.

Broterwerb | Heute Morgen fuhr ich über den Rhein und hatte einen spannenden Termin. Auf der Fahrt hörte ich Bukahara.

Auf dem Rückweg telefonierte ich mit meinem Webworker Christian. Es gab noch ein paar Nacharbeiten an Website und Blog: Social-Media-Gedöns, Teaserbild-Auswahl und andere Details.

In weiten zeitlichen Abständen, nicht reproduzierbar, taucht auf meiner Job-Website eine Fehlermeldung auf. Sie sagt: “Diese Verbindung ist nicht sicher”, und es steht etwas von “vg.wewoma.de” darin – einer Testseite, die schon seit 2017 nicht mehr existiert. Wir haben, während ich von Lank-Latum bis Bochum-Hamme fuhr, Möglichkeiten durchgequatscht, woher dieses Phänomen kommen könnte. Doch wir sind ratlos. Bitte Feedback an mich, falls Ihnen das begegnet – am besten mit der Info, was Sie wie angeklickt haben.


#diwodo | Im November ist in Dortmund wieder Digitale Woche, das Digitalfestival der Region. Dann gibt es eine Woche lang mehr als 100 Veranstaltungen zu Digitalisierung, Innovation, Chancen, Möglichkeiten. 80 Veranstalter beteiligen sich am Wissensaustausch. Ich bin eine davon.

Vom Termin jenseits des Rheins fuhr ich in die Dortmunder Innenstadt. Dort fand das letzte Netzwerktreffen statt, in dem wir von Kai und Maike von der Wirtschaftsförderung Infos bekamen.

Kai Bünseler und Maike Kranaster vor dem Roll-up der Digitalen Woche. Beide fröhlich lachend.
Kai Bünseler und Maike Kranaster haben gute Laune.

Falls Sie den Eindruck haben, dass die Dortmunder Wirtschaftsförderung gut drauf ist: Jo! Sie macht wirklich einen guten Job, ist freundlich und nahbar und überhaupt echt knorke.

Wir Veranstalter konnten uns das gedruckte Heft mit dem Programm mitnehmen. Das werde ich an meine Kunden verteilen. Gibt’s auch online.

Meine Veranstaltung findet am Dienstag, 5. November, um 18 Uhr statt. Sie heißt “Kultur frisst Strategie – Digitalisierung ist mehr als Technik”. Ein Vortrag über Unternehmenskultur und die Fähigkeiten, Neues zu bewältigen.

Eintritt ist frei. Es gibt Getränke und ein paar Snacks. Ich erzähle, was es braucht, um als Unternehmen (und als Mensch) offen und veränderungsbereit zu sein und wie wir am besten mit Unsicherheit umgehen. Dazu gibt’s Praktisches aus meinem Erfahrungsschatz. Kommen Sie zahlreich!

Anmeldung einfach und formlos per Mail an vg (at) vanessagiese.de.


Gedanken | Danach erledigte ich Besorgungen in der Innenstadt, fuhr in den Supermarkt, kaufte Pflaumenkuchenzutaten und anderes Zeug, fuhr nach Hause, stellte eine Maschine Wäsche an, erwärmte mir Glückscurry, fegte durch die Wohnung, buk Kuchen und dachte: Wäre ich ein deutscher Durchschnittsmann, hätte das bestimmt alles meine Frau erledigt.

So aber nahm ich gegen 21 Uhr den Kuchen aus dem Ofen:

Blech Pflaumenkuchen, noch warm.

Pflaumenkuchen aus meiner Rührschüssel nur mit Quark-Öl-Teig.


Gelesen und gesehen | Nicholas Williams hat an drei Waldorfschulen unterrichtet. Inzwischen hat er sich von der Philosophie abgewandt. Die SWR-Reportage “Waldorf global” hat sich Waldorfschulen auf der ganzen Welt angeschaut.

Angeguckt und rumgespielt | Zeit online hat alle Reden aus 70 Jahren Bundestag semantisch analysiert und grafisch analysierbar gemacht. Man kann Stichwörter eingeben und bekommt angezeigt, wann zwischen 1949 und 2019 über das Stichwort gesprochen wurde. Im Jahr 2009 gab es zum Beispiel einen Peak beim Stichwort “Pizza”. Digitalisierung taucht erst seit 2018 als Thema auf, was einigermaßen erschreckend ist. ” Migrationshintergrund” ist erst seit 2006 ein Thema; auch über “Einwanderung” wurde – abgesehen von zwei Peaks – bis vor Kurzem kaum diskutiert, was vor dem Hintergrund der deutschen Wirtschaftsgeschichte überraschend ist, aber auch Einiges erklärt.

Gelesen | Taxifahrer meldet Zusammenstoß mit “großem Hamster”

Kuchen | In den nächsten Tagen habe ich zu tun:

Ein Eimer Pflaumen. Ein Eimer Äpfel.

Weil ich nichts Anderes kann als Kuchen, werde ich in Kürze wohl den ganzen Tiefkühler voller Kuchen haben. Gäste werden auf Monate hinaus nur Apfel- und Pflaumenkuchen bekommen.


John Williams | Am Abend war ich auf dem Dortmunder Friedensplatz: Cityring-Konzert der Dortmunder Philharmoniker.

Beleuchteter Friedensplatz in der Abenddäummerung. Rechts das Rathaus in Grün und Rot, voraus die Bühne.

Es gab Fillmusik von John Williams: Star Wars, Hook, Der weiße Hai, Harry Potter, E.T. und Schindlers Liste, moderiert von Sabin Tambrea, der am Ende der Gala mit einer Blume zu einem Violinisten ging: seinem Vater. Die beiden umarmten sich innig und waren sichtlich gerührt, gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Großartiger Tagesabschluss.


Gefreut | Twitter-Thread: Unzufriedene Meerestiere

Nicht gefreut | Twitter Thread: Zwölf Fakten zu Vermögen und Ungleichheit in Deutschland

Gefreut | In Hanau sammeln die Menschen Lego, um mobile Lego-Rampen für Menschen im Rollstuhl, im Kinderwagen und mit Gehbehinderung zu bauen. So sehen die Rampen dann aus.

Saisonende | Am kommenden Wochenende endet die Freibadsaison. Ich schwamm heute drei Kilometer. Es war wohl der letzte Schwumm des Jahres unter freiem Himmel.

Freibad aus der Ferne

Wehmut.


Ernte | Kartoffeln und Kürbis sind fertig. Ich verarbeitete einen Teil der Ernte zu Glückscurry.

Vier Bilder: Eimer mit Kartoffeln, ein Kürbis, köchelndes Essen, fertiges Essen in einer Schale.

Kartoffeln und Kürbis in Würfel schneiden. In der Pfanne andünsten. Falls gewünscht, Garnelen dazugeben (oder Tofu oder gebratenes Fleisch). Eine Dose Kokosmilch mit zwei Teelöffeln Currypaste, Zitronensaft und etwas braunem Zucker verrühren, aufkochen. Alles zusammen nochmal zehn Minuten köcheln lassen. Fertig.


Nachtrag zur Woche | Eine Botschaft an Hotelbesitzer: Manche Hotelzimmer haben die Angewohnheit, dass die Badezimmertür nicht offen stehen bleibt. Das ist bei der üblichen Größe eines Hotelbadezimmers misslich, besonders nach dem Duschen.

Diese Woche wurde ich erfinderisch. Ziel: Badezimmertür offen halten. Vorhandenes Werkzeug: begrenzt. Ich fühlte mich wie einer dieser Zoo-Affen, die mit einem Stock nach Ameisen angeln müssen.

Badezimmertür: An der Türklinge zwei miteinander verhakte Kleiderbügel, die zur Timmertür gehen und die Badtür aufhalten.

Immerhin der Beweis, das mein IQ mindestens auf Schimpansenniveau liegt.


Gelesen | Meine Kindheit als Schiffertochter

Gelesen | Die Stadt Heilbronn hat eine alte Bahnbrache verwandelt [€] und macht damit Einiges richtig.



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