Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Expeditionen«

Tag Fünf auf La Gomera: Kältestarre

8. 01. 2020  •  5 Kommentare

Nichts gemacht | Am Vormittag war es kalt. Ich habe nichts gemacht. Ich war in einer Kältestarre.

Am Nachmittag kam ein bisschen die Sonne raus. Ich ging hinaus und wippte mit den Zehen. Dazu aß ich ein Brötchen. Krümel fielen auf den Boden. Ameisen transportierten sie ab. Das war interessant. Drei Ameisen trugen den Krümel. Eine lief drumherum und korrigierte die Richtung.

Danach legte mich in die Hängematte. Weil man auch mal die Perspektive wechseln soll, legte ich mich anders herum als an den ersten vier Tagen – mit den Füßen nach Osten, nicht nach Westen.

Ein Teil der Hängematte, dahinter grüne Berge, davor Palmen. Am Himmel Wolken.

So schaute ich nicht auf die Küste, sondern in die Berge. Brachte aber keine neuen Erkenntnisse.

Dann ging die Sonne unter.

Panoramabild vom Sonnenuntergang mit Wolken, die vom Berg zur Küste ziehen.

Angeguckt | Spiegel Online ist jetzt Der Spiegel, mit neuem Layout und neuem Redaktionssystem im Hintergrund. Erscheint mir auf den ersten Blick gelungen.

Angeguckt | Australian fires: A visual guides to the bushfire crisis. Gute Aufbereitung von der BBC.

Gelesen | “Daten von Schwangeren zählen zu den wertvollsten überhaupt.” Ein Interview zu Zyklus-Apps und warum sie ein einträgliches Geschäft sind.

Tag Vier auf La Gomera: Alt-Hippietum, die Freizeit Revue und Bilder von der Piste

7. 01. 2020  •  4 Kommentare

Winter | Heute war es bitterkalt. Also, für gomerische Verhältnisse. In der Nacht hat es ausufernd gewindet. Ich bin mehrmals aufgestanden, um zu schauen, ob alles noch an Ort und Stelle ist, um die Hängematte abzunehmen (damit sie nicht nassregnet), um Fenster und Türen zu schließen und wieder zu öffnen. Denn zu ist nicht unbedingt gut, dann zieht’s durch die Ritzen, und alles klappert. Auf ist natürlich auch nicht gut, denn dann windet es durch die ganze, kleine Bude. Wie man’s macht!


Der Weg zur schönen Aussicht | Am späten Vormittag fuhr ich nach Valle Gran Rey. Das liegt im Westen der Insel. Ich wollte etwas einkaufen und tanken. Mich macht es nervös, wenn sich Dinge dem Ende zuneigen. Ich könnte schließlich unverschuldet von der Welt abgeschnitten werden – und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wenn ich nur noch eine halbe Packung von dieser köstlichen Käsecreme und eine kleine Banane im Hause habe. Nicht gut.

Außerdem wollte ich nach meinem gestrigen Wandertag etwas nicht allzu Anstrengendes unternehmen, aber trotzdem raus, also: ganz raus. Gestern bin ich ja nur einen Teil des holprigen Weges hinauf gefahren, habe drei Kilometer oberhalb meiner Unterkunft geparkt und bin von dort aus weitergelaufen. Heute fuhr ich den holprigen Weg bis zur Straße zurück – und, wie gesagt, weiter nach Valle Gran Rey.

Damit Sie einen Eindruck haben, wie die Fahrt zu meinem Eremitenhäuschen aussieht, habe ich auf dem Heimweg Bilder für Sie gemacht. Abgeschiedenheit und schöne Aussicht gibt’s hier nicht für umme: Man muss Einsatz zeigen.

Die sechs Kilometer lange Fahrt über die Piste dauert etwa 25 Minuten. Zwischendurch kommt auch eine Strecke, die zum Teil ashpaltiert ist. Da geht’s für einen Moment schneller voran. Alles in allem braucht’s aber Beherztheit, Schwindelfreiheit und in bisschen Gefühl im Gasfuß, besonders bergauf in den steilen, erdigen Kurven.


Im Tal des Großen Königs | Auf dem Weg zum Valle Gran Rey hielt ich am Mirador und schaute hinunter ins Tal.

Blick ins lang gezogene, terrassierte Tal

Im Tal parkte ich an der nächsten Straßenecke und marschierte zu Fuß weiter, ging die Küste entlang, stromerte durch die Gassen und trank einen Kaffee. Dazu gab’s eine Waffel, die ich nicht fotografieren konnte, die Gründe erzähle ich gleich.

Die Waffel war mit Mangosorbet und Sesampaste dekoriert. Beides war köstlich. Die Waffel selbst war allerdings aufgetaut und bekommt deshalb nur lieb gemeinte fünf von zehn Punkten, wenngleich Farbe und Geschmack grundsätzlich stimmten.

Dass ich kein Foto von der Waffel habe, liegt an meinem Sitznachbarn. Der Herr gesellte sich zu mir und einer mir unbekannten Dame an den Tisch. Die Dame war etwa in meinem Alter, sie las ein Buch, ich fragte, ob ich mich dazusetzen dürfe, sie nickte, und fortan ignorierten wir uns höflich.

Dann kam der Herr, ein Mann im frühen Renten-, vielleicht auch späten Erwerbsalter. Er fragte ebenfalls, ob er sitzen dürfe, wir nickten, und fortan begann er der lesenden Dame zu dozieren.

Warum er mir nicht dozierte, kann ich nicht sagen. Die Lesende erfuhr, dass er seit zwei Wochen auf der Insel wohnt, wie hoch die Wellen üblicherweise sind, was er zum Frühstück isst (Joghurt-Smoothie) und warum (Verdauung), dass es heute besonders kalt ist (ach was), dass das im Januar aber vorkommen kann (sapperlot) und warum (Wetter), dass Wellen mit Wind höher sind als ohne (na sowas) und allerlei anderes Insider-Wissen.

Um seine Aufmerksamkeit nicht auf mich zu ziehen, sah ich davon ab, mein Essen zu fotografieren. Einen Vortrag über Handysucht und den Fluch sozialer Medien wollte ich unbedingt vermeiden.


Too many Germans | Nach der Waffel kaufte ich ein, tankte und fuhr heim. Wieder in Tazo, traf ich auf meine Vermieterin M.

“How was Valle Gran Rey?”
“Nice Landscape but too many Germans.”
“Right.”

Denn allerorten schwäbelte es heute, hier Yoga, dort Schwangerschaftsmassage, Meditation, Trommelerfahrungen, irgendwas für die Chakren und sogar ein Reformhaus gibt’s im Valle, eine deutsche Metzgerei, eine deutsche Bäckerei (Vollkorn, auch glutenfrei) und überall Menschen in Strickstulpen und weiten Baumwollhosen, die sehr achtsam Dinge tun.

In dem Zusammenhang gelernt: Alt-Hippietum und die Freizeit Revue schließen sich nicht aus.

Zeitschriftenständer mit deutscher Yellow Press

Gehört | Der Moskau-Nizza-Express. Eine Reportage des Deutschlandfunks über einen russischen Nachtzug, der 3300 Kilometer durch sieben Lämder fährt, 49 Stunden lang, jeden Donnerstag: von Moskau nach Nizza.

Gehört | “Was ist Deine Wahrheit?” Kriminalbiologe Mark Benecke zu Gast im Hotel Matze.

Gelesen | Ingenieur Frank Glanert hat seine Arbeitszeit reduziert. Er arbeitet nur noch vier Tage pro Woche. Warum er das tat und wie es ihm damit geht, erzählt er.

Tag Zwei auf La Gomera: Ein Rundgang

5. 01. 2020  •  4 Kommentare

Liegefortsetzung | Den Morgen brachte ich damit zu, noch einmal ausführlich den Liegeplatz “Hängematte” zu testen. Er kam gestern zu kurz, und ich möchte meine Sache gründlich machen.

Ich verbrachte den Vormittag also schaukelnd und lesend. Ich las “Das Geburtstagsfest” von Judith W. Taschler zu Ende. Ein gutes Buch, prima runterzulesen, wenngleich kein leichtes Thema: Es geht um Kambodscha und die Roten Khmer, um Schuld und um Trauma, um Familiengeschichte und um die Frage, wie viel Schweigen das Miteinander verträgt. Das alles erzählt Judith Taschler mit einer handvoll Figuren, darunter Kim und Tevi, die als Kinder nach Österreich kamen, ohne Besitztümer, aber dennoch mit einem großen Rucksack.

Ich unterbrach zuweilen mein Lesen, um die Wolken zu beobachten. Sie kamen übers Haus getrieben, sehr klein, sehr dünn. Einmal sah eine Wolke aus wie eine Ameise, mit sechs Beinen, die nach links und rechts auseinandertrieben und sich auflösten. Aus dem verbleibenden Ameisenkörper wurde eine Katze. Die Katze bekam erst ein Loch im Bauch, dann löste auch sie sich auf. Dasselbe geschah mit einem Drachen, einem Hund, dem Berliner Fernsehturm und anderen Wolken. Eine sah aus wie Donald Trump. Auch er löste sich auf. Es war beruhigend, der allgemeinen Auflösung zuzusehen.


Unterm Baldachin | Heute Nacht bin ich mehrmals aufgewacht, weil die Palmen so laut rauschten. Es hörte sich wie Regen an, doch es war kein Regen. Der Wind pfiff ums Haus, schüttelte die Palmwedel und das Pfeifen hörte sich mal wie ein Ozeandampfer, mal wie ein Teekessel an.

Bevor ich einschlief, verstand ich, warum ein Moskitonetz über dem Bett hängt. Die erste Mücke erwischte ich im Flug. Die zweite auf frischer Tat. Ihre Kumpels sirrten dennoch weiter an meinem Ohr, und so entfummelte ich das Moskitonetz, legte mich darunter, und schon war Ruhe.


Dorfcheck | Am Nachmittag des heutigen Tages fühlte ich mich bereit, die Umgebung mit einem Spaziergang zu erkunden. Ich ging einmal um den Berg.

Pfad hinauf, führt rechts um einen Felsen herum

Mein Reiseführer weiß über den Ort, in dem ich wohne:

Hier ist rein gar nichts los

Terrassenfelder stapeln sich zu Dutzenden Berg hinauf. […] Durch menschenleeres Gelände verläuft eine Piste von Tazo nach Alojera. Nach starken Regenfällen kommt es in diesem Gebiet manchmal zu Erdrutschen.

Dumont Reise-Taschenbuch La Gomera, S.147f.

Hier sind sie, die Terrassenfelder – der weiße Punkt oben rechts ist das Häuschen, in dem ich wohne:

Panoramaaufnahme von Terrassenfeldern, darüber blauer Himmel mit vereinzelten Wolken, in der Ferne das Meer

Das Internet weiß außerdem, dass es in diesem Gebiet 12.000 Palmen gibt. Sie werden dafür verwendet, Palmenhonig herzustellen.

Ich ging um den Berg, stieg zwischen den Häusern auf, traf wieder auf eine Piste, ging die Piste weiter, erreichte eine Anhöhe und stieg wieder hinab, bis ich zurück an meinem Häuschen war.

Auf dem Wege entdeckte ich, dass direkt in meiner Nachbarschaft eine Irin “Wholistic Healing” betreibt. Ich ging näher an das Schild heran und las, dass es sich um eine Massage handelt, die alles löst: Muskeln und Gedanken und Seele, und ich finde, dass sich das ganz gut anhört.

Straße mit Palmen, daneben ein selbst gemaltes Schild "Wholistic Healing". Daneben ein weiteres Schild: "Playa".

Dem Schild zum Playa werde ich demnächst auch folgen, irgendwann. Ich möchte nichts überstürzen.

Tag Eins auf La Gomera und eine etwas längere Anreise

4. 01. 2020  •  8 Kommentare

DUS – TFS – La Gomera | Mit dem Januar beginnt meine Auszeit. Ich werde den Monat fast vollständig auf La Gomera verbringen, um zu lesen, zu wandern, zu schreiben und in die Gegend zu gucken.

Die Anreise nach La Gomera dauerte 13 Stunden. Erst fuhr mich eine Freundin zum Bahnhof. Vom Bahnhof aus fuhr mich die Deutsche Bahn zum Flughafen. Am Flughafen stieg ich in ein Flugzeug.

Flugzeug im Regen, aus dem Bus fotografiert. Davor ein Mann in neongelber Jacke.

Beim Einsteigen ins Flugzeug waren viele Menschen sehr schlecht gelaunt, weil sie sich untereinander im Weg standen und es ihnen nicht schnell genug ging.

Mit dem Flugzeug flog ich nach Teneriffa.

Auf Teneriffa fuhr mich ein Taxifahrer zum Hafen. Am Hafen musste ich drei Stunden warten, denn die Fähre legte erst um 19 Uhr am Abend ab. Ich ging zum Strand. Das machte das Warten schöner.

Strand, Palmen

Ich aß Tapas, beguckte die Menschen, las in meinem Buch und ließ mich von der Sonne bescheinen. Am Abend bestieg ich die Fähre nach La Gomera.

Seite eine Fähre, Aufschrift "RED.OLSEN". Dahinter ein weiteres Schiff.

Ich stand oben an Deck, Musik dudelte, Autos fuhren unter mir aufs Schiff. Lkws bugsierten sich rückwärts auf verschiedene Spuren des Autodecks.

Von der Fähre aus sah ich den Hafen von Los Cristianos. Mein Aioli-schwangerer Atem trieb Mücken in die Ohnmacht.

Hafen im letzten Licht. Beleuchtete Häuse, Laternen auf dem Kai.

Angekommen auf La Gomera, zerrte ich meinen Koffer zum Hotel in San Sebastián, nahm die Zimmerkarte in Empfang, kaufte mir noch ein Brot und ein Getränk, setzte mich aufs Zimmer und schlief ermattet ein, während Andere über Verbrechen talkten.


Tag Eins auf La Gomera | Heute Morgen weckte mich der Wecker, denn ich wollte pünktlich den Mietwagen abholen. Ich war noch fürchterlich müde, aber die Welt war bunt und sonnig.

Blick auf einem Fenster auf bunte Häuser an einem Berghang. Die Sonne scheint.

Ich frühstückte, checkte aus, zerrte meinen Koffer zurück zum Hafen und übernahm dort den Mietwagen.

Weil ich in den Bergen wohne, dreißig Minuten vom nächsten Supermarkt entfernt und auch sonst von nur wenig Zivilisation umgeben, kaufte ich in San Sebastián erstmal einen Kofferraum voll ein: Wasser, Milch, Saft, Brot, Butter, Müsli, Obst, Gemüse, Nudeln und all das Zeug, was man für eine Lebensmittel-Erstausstattung braucht. Allerdings benötigte ich zwei Runden durch enge Gassen, um zu erkunden, wo denn der ausgeschilderte Supermarkt ist. Von außen war das nämlich nicht erkennbar: Er ist nur durch eine Passage erreichbar, es gibt auch keinen Outdoor-Parkplatz, der Hinweise geben könnte, lediglich eine Tiefgarage, deren Einfahrt sich Camouflage-artig ins Straßenbild einfügt. Die Tiefgarage ist die engste Tiefgarage Spaniens, dessen bin ich mir sicher. Ich war heidenfroh, nur einen Corsa zu fahren. Ein- und Ausparken gelang in – ich übertreibe nicht – zwölf Zügen. Zwischendurch war ich sicher, für den Rest meines Lebens zwischen einem Pfeiler und einem Renault verweilen zu müssen. Die Servolenkung beantragte noch bei der Ausfahrt ein Sabbatical.

Danach verließ ich San Sebstián. Blick auf die Hauptstadt der Insel, im Hintergrund Teneriffa:

Blick von einem Aussichtspunkt in die Weite: karge Berge, eine Stadt am Meer, im Hintergrund die Insel Teneriffa.

Rund eine Stunde fuhr ich in Kurven über die Insel, überholte Radsportler, wurde von Einheimischen überholt, fuhr durch Nebelwald und durch Vulkangestein, bis ich nach Epína kam. Dort bog ich auf einen breiten, rumpeligen Feldweg ab. Für die sechs Kilometer zum Ziel brauchte ich fast eine halbe Stunde, so holprig, ausgewaschen und uneben war die Straße. Dafür, liebe Leute, gibt es SUVs. Und nur dafür.

Dann kam ich an dem kleinen Studio in den Bergen an. Die Tür stand offen, ich ging durchs Tor auf die Terrasse. Nice, sagt man wohl.

Überdachte Terrasse, Blick auf Berge, dahinter das Meer, eine Hängematte baumelt im Sonnenschein.

Als ich gerade begonnen hatte auszuladen, kam die Vermieterin M, eine sehr schöne, ältere Dame. Sie wohnt direkt neben mir, wie in einem Reihenhaus, nur in viel kleiner.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, die verschiedenen Möglichkeiten zu testen, wo man an diesem Ort zu liegen kommen kann. Die erste Möglichkeit ist das Bett:

Füße, dahinter eine Terrassentür, dahinter grüne Berge und Sonnenschein.

Die zweite Möglichkeit sind die Liegen vor dem Bett. Dort lag ich auch, habe aber kein Foto gemacht.

Die dritte Möglichkeit sind die Sonnenliegen neben dem Haus. Dort ist es am Nachmittag sehr schön, wenn die Sonne schon weiter im Westen steht.

Terrasse, Sonne, Blick aufs Meer

Die vierte Möglichkeit, zu liegen zu kommen, ist die Hängematte. Sie erwies sich als ausgesprochen gemütlich, zumal sie an ein Geländer grenzt, mit dem man sich Anschwung geben kann. Dort werde ich in den nächsten Tagen länger liegen.

Heute ging die Sonne unter, kaum hatte ich mich niedergelassen.

Händematte, im Hintergrund Sonnenuntergang

Abends kochte ich mir Nudeln. Dann begann ich zu bloggen. Das Internet hier ist vorhanden, aber nicht das schnellste. Videos abspielen geht manchmal, manchmal auch nicht. Fotos hochladen dauert.

Während ich diesen Beitrag schrieb, hörte ich Podcasts, darunter einen BR-Talk mit dem SAP-Personalchef Cawa Younosi, der als Teenager aus Afghanistan floh und mit nichts in Deutschland ankam. Beeindruckende Biografie und gute Ansichten.

Verrückte Nahverkehrspreise, Sofasonntag, eine Keynote und ein Dank

9. 12. 2019  •  8 Kommentare

Broterwerb I | Am Freitag hielt ich eine Keynote. Titel: “Was Veränderung mit uns macht. Einsichten und Erkenntnisse aus drei Perspektiven”. Ich teilte meine Erfahrungen als Mitarbeiterin, Führungskraft und Beraterin und erzählte von den Dingen, die mir geholfen haben, Veränderung zu initiieren und Menschen zu verstehen, die mit Wandel konfrontiert sind.

Vanessa mit Headset (Selfie)

Das Feedback nach dem Vortrag war prima. Im Nachgang kamen auch noch total schöne Rückmeldungen per Mail. Das hat mich sehr gefreut.


Hoch die Hände! | Danach Wochenende. Eine Freundin kam nach Berlin. Weil sie vor 15 oder noch mehr Jahren zuletzt in Berlin war, machten wir Touri-Programm: Bundestag, Kanzleramt, Brandenburger Tor, Holocaust-Mahnmal, Potsdamer-Platz und all das, dazwischen ein bisschen Bergmannkiez, Kaffee und Apfelstrudel und an den Abenden leichte alkoholische Getränke.

Die Hackeschen Höfe waren hübsch wie immer:

Innenhof, bunt und beleuchtet, mit einem Tannenbaum

… und sogar noch ein bisschen hübscher, weil doll dekoriert.

Innenhof mit viel, sogar sehr viel Weihnachtsdeko, vor allem Lichterketten und Weihnachtskugeln

Auf unserem Weg begegneten wir auch der tapfersten Dahlie Berlins: Irgendwo in Mitte trotzt sie dem Dezember und blüht, was das Zeug hält.

Blühende rosa Dahlie vor einer Reihe Mehrfamilienhäuser

Sofasonntag | Am Sonntag brachte ich die Freundin zum Bahnhof, sank danach ermattet aufs Sofa, klemmte mir eine Wärmflasche in den Rücken und schaute die Mediathek leer. Guter Film: Du bist dran – Beziehungsdrama mit Lars Eidinger und Ursina Lardi. Auch ganz guter Film, wenngleich deutlich flacher: Eine Klasse für sich – Hans Löw und Alwara Höfels machen ihr Abitur nach. Verliebt auf Island war so schlicht, dass ich zwischendrin eine Stunde einnickte und der Handlung danach dennoch nahtlos folgen konnte.

Abends war ich zum Adventsumtrunk in Kreuzberg eingeladen. Die ersten Kilometer ging ich zu Fuß. Blick auf den Ostbahnhof:

Nächtliches Berlin, Blick über Bahngleise in Richtung Fernsehturm

Doch mit der Zeit begann es zu nieseln. Ich stieg auf einen E-Roller und rollerte den Rest des Weges – und am Abend auch zurück. Das war sehr prima.

Dort war auch die Kundin vom Freitag. “Du musst kommen! Ich habe noch ein Geschenk für dich!” (Irgendwie bin ich irgendwann oft beim Du mit meinen Kund:innen).

Jedenfalls: Die Toffifee-Sache wird zu einem Selbstläufer.

Im Bild auch: der Umtrunkspunsch, alkoholfrei. Dazu gab es auch sehr köstlichen weißen Glühwein.


Broterwerb II | Heute hatte ich in Teltow zu tun und musste schon früh dort sein. Deshalb stand ich um 05:20 Uhr auf und machte mich auf den Weg über Ostkreuz und Südkreuz raus nach Brandenburg.

Auf dem Hinweg stieg ich erstmal in die falsche Bahn, dachte an der Haltestelle Plänterwald: “Häh?”, und hatte am Baumschulenweg dann die Erleuchtung, dass das so nicht richtig sein konnte. Erfreulicherweise kam ich von dort aus ebenfalls zum Südkreuz – zwar mit Stellwerksstörung vor Tempelhof, aber was solls. Auf dem Rückweg dann Polizeieinsatz und wiederum ausfallende S-Bahnen. “Da kriegste heute ein sehr authentisches Bild”, meinte meine Begleitung.

Erstaunlich übrigens, dass eine Viererkarte von Berlin nach Teltow, also zweimal hin, zweimal zurück, nur 13,20 Euro kostet. Im Ruhrgebiet bezahle ich die Summe schon für einen einzelnen Hinweg – bei vergleichbarer Strecke. Als ich am Ticketautomaten stand, habe ich zunächst abgebrochen und andere Leute vorgelassen, weil ich dachte, das könne nicht sein. Ich sah im Handy nach. Aber der Preis war tatsächlich der Preis. Für vier Fahrten von je 30 Kilometern Länge! In ein anderes Bundesland! Verrückte (und tolle) Welt.

Auf dem Rückweg übermannte mich starke Müdigkeit, weshalb ich mir nur noch Schrippen kaufte und danach ins Appartment stiefelte. Am Abend der großartige Film Zeit des Erwachens – warme Empfehlung.


<3 | Danke an alle, die mir Appartmenttipps gegeben haben. Ihr seid super! Das wird mir im kommenden Jahr helfen.

Eine Expedition zu einem Barcamp nach Leipzig

15. 09. 2019  •  10 Kommentare

Eine besondere Stadtführung | Ich war in Leipzig. Eigentlich zu Zwecken der Weiterbildung, dazu später mehr.

Berufliche Expeditionen sind auch immer ein guter Anlass, sich die Welt außerhalb des eigentlichen Reisegrunds anzuschauen. Und um Menschen zu treffen.

Immer, wenn ich in Leipzig bin, also einmal im Jahr, treffe ich Claudia. Schon zum zweiten Mal erhielt ich eine Stadtführung von ihr – einmal unter kunsthistorischen Gesichtspunkten. Dieses Jahr mit Anekdoten aus der Stadtgeschichte. Claudia ist die Queen of Random Knowlegde.

Unter anderem erfuhr ich, dass das Wort “verlottern” seinen Ursprung in Leipzig hat: Schuld ist Hieronymus Lotter, ehemals Bürgermeister von Leipzig und Bauherr wichtiger landesherrlicher Projekte. Allerdings war er dabei so schlecht organisiert, dass man von “verlotterten” Baustellen sprach.

Claudia machte mich auf die Türklinken des Neuen Rathauses aufmerksam. Dort thronen Schnecken.

Metallene Schnecke auf Türklinke

Der Architekt des Hauses hat seiner Einstellung gegebenüber dem Beamtentum Ausdruck verliehen.

Ich lernte außerdem, dass Theodor Fontane Apotheker in Leipzig war, und dass Karl May sich auf dem Leipziger Brühl einen Pelzmantel erschlich, ins Gefängnis kam, und dort seine Schriftstellerkarriere begann.


Keine Klima-Karmapunkte | Ich bin mit dem Auto nach Leipzig gereist. Viel lieber hätte ich den Zug genommen. Doch die Fahrt hätte sechs statt vier Stunden gedauert. Ich hätte in einem alten, sehr unkomfortablen IC gesessen; das kenne ich aus den vergangenen beiden Jahren. Kosten: Das Dreifache der Tankfüllung, die ich nun benötigt habe. Da wir zu Zweit gereist sind sogar das Sechsfache. Bitter.


Weiterbildung | Den Großteil des Samstags und des Sonntags verbrachte ich auf dem Agile Barcamp. Es war mein dritter Besuch auf der Veranstaltung – nach 2017 und 2018. Der Aufwand, nach Leipzig zu fahren, lohnt sich jedesmal.

Die Alte Baumwollspinnerei und das Spinlab, die Orte des Geschehens:

Was ich dort gelernt habe, lesen Sie auf meiner Job-Website: Zwei Tage mit Design Sprints, alternativen Vergütungsmodellen und Agilität im öffentlichen Dienst.


Gelesen | Die Art und Weise, wie unsere Großmütter unsere Eltern erzogen haben, beeinflusst unsere Generation. Sie haben uns Verhaltensmuster vererbt – etwa die Unfähigkeit, über Gefühle zu sprechen, weil die Verletzungen vergangener Generationen sie unausprechlich gemacht haben. Folgen können sein: eine Scheu vor Konflikten oder Beziehungsunfähigkeit, aber auch Ekel vor dem eigenen Körper oder das Einhalten strenger Essensdisziplin.

Gelesen | In den vergangenen 18 Jahren sind die Kosten fürs Autofahren um 36 Prozent gestiegen. Wenn wir den ÖPNV nutzen, zahlen wir 76 Prozent mehr. Was ist da schiefgelaufen?

Gehört | IT@DB ist ein Podcast für IT-Fach- und Führungskräfte. Die Deutsche Bahn erzählt von ihren IT-Projekten. Ich habe die Folgen zum CoLab365 und zu den Reisendeninformationen gehört. Fand ich interessant. Acht von zehn Punkten auf dem Nerd-o-Meter.

Eine Keynote in Berlin und ein Stützeis in Dortmund

4. 09. 2019  •  2 Kommentare

Broterwerb | Der gestrige Morgen startete mit der Generalprobe für den Abend. Ich erzählte Wotan Wilke Möhring meine Keynote zu Spielprinzipien und Teamführung.

Laptop auf dem Bett, im Hintergrund an der Wand Wotan Wilke Moehring

Er gab nur sehr subtil Feedback, wirkte aber auch nicht unzufrieden.

Zum Mittagessen traf ich mich mit Holger Frohloff. Holger ist Experte für Softwarequalität und genauso wie ich als Freiberufler unterwegs. Wir kennen uns schon länger von Twitter, und das war nun eine gute Gelegenheit, sich mal zu treffen.

Holger unterstützt in der Webentwicklung, on the job, und macht Code besser. Es geht um Funktionalität und Sicherheitslücken, aber auch darum, wie das Team zusammenarbeitet. Er stellt die Beziehung zwischen Softwarearchitektur und Organisation her. Spannende Sache; wir hatten ein sehr kurzweiliges Mahl.

Am späten Nachmittag ging ich zur Veranstaltungslocation. Wir checkten die Technik und trafen letzte Absprachen.

Dekorierte Dachterrasse, darüber blauer Himmel mit ein paar Wiolken, eine Leinwand

Von der Veranstaltung, dem Berliner Unternehmenstalk, und der Keynote selbst gibt es bald noch einen Beitrag auf meiner beruflichen Website.

Der Abend war ziemlich super, nicht nur wegen der tollen Location, sondern wegen der ganzen Atmosphäre. Ich mag die Berliner einfach. Es war alles sehr familiär und freundlich.

***

Heimreise | Heute reiste ich heim. Es war eindeutig ein Ringelshirttag: Die Sonne schien, und ich hatte gute Laune.

Im Spiegel

Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und war äußerst entspannt. Ich arbeitete und führte ein sehr nettes Gespräch mit einem Mitreisenden, der ebenfalls auf einer Veranstaltung in Berlin gewesen war.

In Dortmund nutzte ich die Zeit, kaufte auf dem Heimweg noch Kontaktlinsenreiniger in der Hood, ging zum See und aß ein Spaghettieis.

Phoenixsee

Im Anschluss wollte ich mit dem Bus nach Hause fahren. Doch es gab keinen Bus. Die Baustelle, an der der Bus bislang mittels Ersatzhaltestellen vorbeifuhr, wurde verlegt. Es gab keine Ersatzhaltestellen, keine Buslinie und keine Hoffnung, und so zerrte ich meinen Koffer und meinen Rucksack drei Kilometer nach Hause.

Dabei ist mir aufgefallen, dass Zufußgehen in meiner Stadt nicht wirklich vorgesehen ist, schon gar nicht, dass man dabei etwas zieht oder schiebt. Die Bürgersteige sind marode. Überall gibt es Baustellen, die optimal für den Autoverkehr abgesichert sind, aber als Fußgängerin ist es ein Spießrutenlauf, noch dazu mit Koffer. Ich hatte gar nicht mal so gute Laune danach.

Zu Hause packte ich meine Sachen um, schlief eine Stunde und fuhr zum anderen Kunden die A1 runter, mit dem ich morgen im Workshop bin.

Ankunft in Berlin, eine Geheimwaffel und Aussicht

2. 09. 2019  •  17 Kommentare

Broterwerb | Mit der Bahn nach Berlin gefahren, mit alternativer Wagenreihung, aber sonst mit allem Komfort: pünktlich, im Ruhebereich mit tatsächlicher Ruhe, mit freundlichen Mitreisenden, angenehm klimatisiert.

Ich verbrachte die Zugfahrt mit Noise-Cancelling-Kopfhörern und Musik, von Ska-Punk bis Klassik, und entspannte hervorragend.

Eine Stunde vor meinem Termin erreichte ich Reinickendorf. So mag ich das: Noch genug Zeit, um einen Kaffee zu trinken, sich die Korrespondenz nochmal anzusehen und ein bisschen nachzudenken.

Auf dem Weg gab es Futter fürs Handballerinnenherz:

Dann hatte ich ein rundherum großartiges Akquisegespräch mit sympathischen Menschen an einem schönen Ort. Zu drei Frauen saßen wir zusammen und haben gemeinsam erzählt und erdacht – das war sehr prima. Ich hoffe, es kommt zur Zusammenarbeit.

Nach dem Termin stolperte ich in Alt-Reinickendorf über einen Waffelladen und war sofort sehr aufgeregt. Geheimwaffel!

Waffel mit Vanilleeis. Darüber der Schriftzug "Geheimwaffel".

7,5 von 10 Punkte auf der Internationalen Waffelskala: Geschmack in Ordnung, angenehm wenig süß. Allerdings bekommen runde Waffeln per se Punktabzug, und bei der Fluffigkeit war Luft nach oben (im Wortsinne).

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Landtagswahl | So langsam werde ich sauer. Es dauert stets sehr lange, bis ich richtig sauer werde; wenn es dann aber soweit ist, bin ich es mit Inbrunst und harter Leidenschaft. Was die ganze AfD-Thematik angeht, bin ich inzwischen sehr, sehr sauer.

Ich habe es satt, dass wir so verständnisvoll sind. Dass wir hinterfragen und ergründen, sachlich und emotional, von vorne und von hinten und von der Seite, mit schräg gelegtem Kopf und interessiert vorgebeugt, warum die Menschen AfD wählen. Wir sollten damit aufhören. Nazis wählen Nazis, weil sie Nazis sind. Weil sie verdammte Rassisten sind. Weil sie es wollen. Weil sie ausgrenzen, weil sie vereinfachen, weil sie Modernisierung, Aufklärung und Komplexität ablehnen, weil sie hassen. Weil sie Täter sind und nicht, weil sie Opfer sind.

Es gibt keine tolerierbare Begründung, Nazi zu sein. Ich will keine Rechtfertigung mehr hören, warum jemand AfD wählt. Egal, wie enttäuscht und frustriert er ist, wie sozial ungerecht unsere Gesellschaft bisweilen daherkommt und egal, was den Eltern während der Wiedervereinigung geschehen ist. Es gibt kein Argument und keine Gefühlslage, die es rechtfertigen, ein nationalistisches, rassistisches Arschloch zu sein.

Wir, die Mehrheit, müssen diesen Leuten sagen und zeigen, dass wir das nicht akzeptieren – und dass wir Auseinandersetzung und Offenheit erwarten. Wir müssen gestalten: soziale Zukunft, Umweltschutz, gesellschaftliche Strukturen. Entwicklung der Infrastruktur und der Bildung.

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Jetset-Life | Das Hotelzimmer gibt mir einen Hauch von VIP-Gefühl.

Trotzdem fehlt ein Schreibtisch im Raum. Am Ende ist eben doch nicht alles so glamourös.

//*mit eingeschlafenem Bein und krummem Rücken aus dem Bett gebloggt

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Gelesen | Die New York Times war in Brandenburg unterwegs: German Elections Reveal, and Deepen, a New East-West Divide.

“My parents were around 50 when the wall fell,” said Mario Fitzke, a local car mechanic. “They had such high hopes and were bitterly disappointed and humiliated. And then you see what the refugees get — all the things that we didn’t get. That makes you angry.”

Ich wiederhole mich: keine Begründung, ein Nazi zu sein.

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Probe | Jetzt übe ich nochmal meine Keynote für morgen, obwohl – ja, ich habe das alles schonmal gemacht, aber trotzdem … oh mein Gott, ich bin nervös.

Ich weiß: Das ist gut so. Das schärft die Konzentration und den Fokus. Dennoch frage ich mich, wann endlich die Abgebrühtheit kommt.

Donnerstag, 1. August

1. 08. 2019  •  1 Kommentar

Urlaubsverwirrung | Heute wollte ich zum Friseur. Freitags ist immer ohne Termin. Ich wurde belehrt, dass Donnerstag sei, ich solle morgen wiederkommen. Nun komme ich morgen wieder.

Urlaub. Kein Gefühl mehr für Tage. Dafür einen Tag mehr Urlaub als gefühlt.

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Zurück | Ich bin wieder zurück in Dortmund. Am Morgen begrüßte mich der Garten. Dank Vatta ist alles in Schuss. <3

Blick von der Terrasse in den Garten: weißes Gewächshaus, davor ein Kirschbaum. Einfallende Sonne.

Nach der Frisörverwirrung kehrte ich heim und legte ich mich, erschöpft vom nicht vollbrachten Tagwerk, in meine Relaxliege Mexiko. Ich schlief ein und holte mir einen monströsen Sonnenbrand. Anfängerfehler.

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Was bisher geschah | Rückblick, zumindest mit den touristischen Höhepunkten. Serviceblog und so.

Es begab sich, dass ich C und die Jungs in Berlin traf. Bei 36 Grad in der Stadt fehlte uns jegliche Motivation, durch Straßen und Gassen zu laufen. Irgendwo drinnen konnte es nur besser sein. Außerdem waren wir näher an eventuellen Getränkeautomaten.

Deshalb besuchten wir das Naturkundemuseum.

Naturkundemuseum Berlin, große Halle mit zwei Dinosauerierskeletten

Im Berliner Naturkundemuseum steht das größte aufgebaute Dinosaurierskelett der Welt, ein Brachiosaurus brancai. Die Knochen wurden einst zufällig von der Deutschen Bergbau-Gesellschaft gefunden – in Tansania, das damals noch Deutsch-Ostafrika hieß. Davon erfährt man im Museum, aber nichts, das habe ich später gelesen.

Ich springe jetzt etwas in der Zeit, nicht nur archäologisch. Denn einige Tage nach der Besichtigung des Skeletts, auf dem Rückweg von Berlin, verschlug es uns nach Nordostwestfalen. In Bad Essen-Barkhausen sahen wir uns Dinosaurierspuren an.

Dinosaurierspuren in Erde

Mehr als diese Trappsen gibt’s dort zwar nicht zu sehen, aber immerhin: Der Kreis der Reise schloss sich auf wundersame Weise.

Zurück ins Naturkundemuseum. Am kühlsten war es in dem Raum mit den eingetupperten Fischen. Dort habe ich mich gerne aufgehalten.

Naturkundemuseum Berlin: Raum mit eingelegten Fischen in Gläsern

Die Fische als solche waren sehr bleich und glotzten apathisch auf die Besucher. Vielleicht auch, weil sie tot sind.

Insgesamt gibt es im Museum 276.000 Gläser mit einer Million Objekten in 80 Tonnen Alkohol. Ich hoffe, ein Statiker hat die Aufbauten abgenommen.

Am nächsten Tag besuchten wir den Flughafen Tempelhof und machten dort eine Führung mit.

Flughafen Tempelhos: Blick vom Flugfeld auf das Halbrund des Gebäudes

Der Themenkomplex “Flughafen”, “Zweiter Weltkrieg”, “Luftbrücke” und “USA” stieß bei K1 und K2 auf großes Interesse.

Die Führung dauerte insgesamt zweieinhalb Stunden. Wir sahen die Abflughalle …

Tempelhof: Abflughalle

… den Eingangsbereich …

Tempelhof: Information

… und die Luftschutzräume.

Tempelhof: Luftschutzkeller

Ich hatte die gleiche Führung schon einmal mitgemacht, allerdings ist das fünf Jahre her. Es tat dem Vergnügen keinen Abbruch, sich alles noch einmal anzusehen. Der Ticketpreis ist seither allerdings deutlich teurer geworden. Ich meine, ich hätte damals neun Euro bezahlt, nun sind es 15 Euro pro Erwachsenem.

Das ehemalige Flughafenrestaurant:

Blick durch die Türen des Restaurants auf das Flugfeld

Wir sahen auch die ehemalige Bowlingbahn der amerikanischen Soldaten, die Basketballhalle und die Bar. Wir erfuhren, warum die Rosinenbomber Rosinenbomber heißen (wegen der Süßigkeiten, die sie für die Kinder abwarfen).

Tempelhof: Treppe

Im Anschluss an den Flughafen Tempelhof besuchten wir den Fabrikverkauf einer Keksfirma. Ich zitiere K2: “Das ist einer der schönsten Läden, in denen ich jemals war!”

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Gelesen | Landwirt Lehner macht aus seinem Kartoffelacker mittels Crowdfunding ein Blumenfeld – für Insekten. Er vergab Blühpatenschaften an Städter – und erlebte wunderliche Dinge mit ihnen. Die Geschichte eines Feldversuchs für den Artenschutz (€).

Gelesen | Was Frauen meist fehlt, um erfolgreich zu sein, sei nicht Talent oder Durchsetzungsvermögen. Es sei Zeit, sagt Autorin Brigit Schulte im Guardian.

Women’s time has been interrupted and fragmented throughout history, the rhythms of their days circumscribed by the sisyphean tasks of housework, childcare and kin work – keeping family and community ties strong. If what it takes to create are long stretches of uninterrupted, concentrated time, time you can choose to do with as you will, time that you can control, that’s something women have never had the luxury to expect, at least not without getting slammed for unseemly selfishness.

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Hinweis | Falls hier in den nächsten Tagen mal etwas schief hängt oder nicht funktioniert: Christian werkelt im Hintergrund am Blog. Bitte tragen Sie einen Baustellenhelm und achten Sie auf herunterhängende Kabel.

Dienstag, 23. Juli

24. 07. 2019  •  2 Kommentare

Heute wenig Recreation, mehr Work. Ich schloss mich der “Neigungsgruppe Arbeit” an, wir setzten uns in einen der Coworking-Räume, und ich tat Dinge.

Coworking-Space im Gutshaus: Holztisch, , darauf Laptop und iPad, im Hintergrund große Fenster

Ich schrieb Mails und dachte schonmal einen Kundenworkshop vor, der Anfang August, direkt nach meinem Urlaub stattfindet. Außerdem beschäftigte ich mich mit allerlei Kleinkram, Buchhaltung, einem Auftrag an meine Grafikerin, und ich buchte eine Unterkunft fürs Agile-Barcamp in Leipzig.

Außerdem stellte ich das Newsletterthema aus dem Juni online. Ich schrieb darüber, warum Bonuszahlungen und leistungsabhängige Vergütung mehr schaden, als sie nützen.

Hinter den dicken Mauern des Gutshauses war es angenehm kühl. Es ließ sich gut arbeiten.

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Einladung | Fette Einladung zu meinem Vortrag auf der Digitalen Woche Dortmund! Kommt alle!

Logo der Digitalen Woche Dortmund. Untertitel: "Didigitalisierung, Innovationen, Chancen.  04. - 08.11.2019"

Kultur frisst Strategie – Digitalisierung ist mehr als Technik

5. November 2019, 18 Uhr.

Digitale Werkbank, Hoher Wall 15, Dortmund

Ich werde darüber sprechen, was Digitalisierung dem Menschen abfordert, welche Rolle Unternehmenskultur spielt, wie man sie entwickelt und warum es normal ist, wenn es mal drunter und drüber geht. Alle Infos zum Vortrag und Anmeldung.

Ich freue mich auf Euch! Bitte formlos anmelden, damit ich ausreichend Getränke ordern kann.

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Co-Workerin | Mir gegenüber saß Britta. Sie schreibt auf der Seite “Leben mit Reizdarm” über die Erkrankung.

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Obst | Am späten Nachmittag und am Abend jeweils ein Spaziergang um den Quadranten. Der erste führte mich an Mirabellen vorbei.

Ein Busch mit Mirabellen und ein staubiger Weg mit einer Pfütze

Hier wachsen überall wilde Pflaumen und Mirabellen. Die Mirabellen sind reif und süß und lecker und wollen gegessen werden.

(“Die Wilden Mirabellen” wäre ein guter Band-Name.)

Über den Feldern ging ein leichter Wind, und selbst in der Sonne war es nicht zu heiß. Das war sehr angenehm und gut auszuhalten.

Abends Abendsonne.

Abendsonner, die über Bäume hinwegscheint. Davor ein Feld mit wilden Pflanzen.

Und ein großer Mähdrescher bei der Arbeit.

Mähdrescher in der Abendsonne

Nebenan wohnt ein tauber Schäferhund mit Schlaganfall, der sich erst vor dem Mähdrescher verkroch und sich dann enthusiastisch, sein rechtes Bein hinter sich herschleppend, auf das gemähte Feld warf und sich ausführlich auf dem stachligen Korn wälzte.



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