Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

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Die Lieblingstweets im November

29. 11. 2015  •  10 Kommentare

Twitterlieblinge 11/2015:

Hörbücher

25. 11. 2015  •  22 Kommentare

Ich bin eine Antwort schuldig.

Vor Kurzem fragte mich Kaffeehausgast Alwin:

Was halten Sie von diesen Vorlese-Büchern, ich meine Audio-Büchern oder „audibles“, wie man die wohl neuerdings nennt? Könnten Sie da mal einen Blogeintrag drüber schreiben? Ich schlafe nämlich regelmäßig nach 15 Minuten ein, wenn ich etwas vorgelesen bekomme, und verstehe nicht, warum visuell nicht oder kaum eingeschränkte Menschen für sowas Geld ausgeben sollten, wo es das beste Einschlafmittel (eine Flasche Grafensteiner Bier) bereits für 40 Eurocent (inklusive Pfand) beim Netto gibt. Was meinen Sie?

Das fasst die Sache bereits sehr gut zusammen. Nichtsdestotrotz nutze ich Hörwerke.

Zum Einschlafen

15 Minuten, wie Herr Alwin schreibt – dann wird’s nicht nur bei ihm, sondern auch bei mir sowas von dunkel, da passt kein Buch mehr zwischen mich und meinen Freund, den Schlaf.

Ich bin kein auditiver Mensch. Ich kann sehr schlecht Monologen zuhören – meine Gedanken schweifen binnen Minuten zu anderen Dingen ab. Ich empfehle daher jedem, der mir etwas zu erzählen hat, sich entweder kurz zu fassen, unterhaltsam zu sein oder darstellerische Qualitäten.

Das Leben als auditive Nullnummer bringt mit sich, dass ich bei Ratespielen à la „Erkennen Sie das Lied am ersten Takt, „Das geheimnisvolle Geräusch“ oder „Wir spielen den Song rückwärts ab, nennen Sie den Titel“ eine Vollhupe bin. Rhythmusgefühl habe ich auch keins.

Dafür habe ich in meinen Kopf visuelle Landkarten kontinentartigen Ausmaßes. Wörter und Zahlen haben Farben, und ich orientiere mich anhand von Landmarken und Sonnenstand sehr gut im Raum. Aber zurück zu Hörbüchern.

Ich nutze Hörwerke tatsächlich gezielt zum Einschlafen, gerade wenn meine Gedanken mal rotieren, was zum Glück selten vorkommt. Oder ich höre mir beim Zugfahren oder beim Sonnenbaden etwas an –  was letztendlich auch dazu führt, dass ich einschlafe; außer, ich habe im Urlaub bereits >14 Stunden gepennt. Das passiert wiederum oft.

Ich höre dann Podcasts, zum Beispiel das ARD Radiofeature, WDR ZeitZeichen, die Reportage des Deutschlandradios oder den WDR 2 Montalk. Das entspricht meiner Aufmerksamkeitsspanne.

Beim Autofahren

Keine Sorge: Beim Autofahren bleibe ich wach – auch wenn ich Hörbücher höre. Beim Autofahren kann ich gut folgen: Mein Hirn hat ja etwas Visuelles zu tun.

Ich habe mir früher für längere Reisen Kassetten und CDs mit ins Auto genommen. Seit ich ein Auto fahre, das Audiostreaming via Bluetooth kann, spiele ich nur noch vom Handy ab. Tolle Erfindung! Seither höre ich auch deutlich mehr Hörbücher während der Fahrt, seltsamerweise eher Sachbücher, die ich als richtiges Buch so gut wie nie lese.

Grob kann man sagen: Beim Zu-Fuß-Lesen bevorzuge ich Fiktives, in das ich mich hineinfantasieren und bei dem ich mich geistig entspannen kann; beim Hören Reales, das langweilige Autofahrten intellektuell anfüttert.

Zuletzt habe ich „Die geheime Doping-Geschichte des Fußballs“ von Thomas Kistner gehört (Empfehlung!). Letzte Käufe:  „Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln: Was wir von Tieren über Physik lernen können“ und „Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens“ von Gabriele Krone-Schmalz.

Ein Teaser! Ein Teaser! Gehen Sie bitte weiter!

23. 11. 2015  •  15 Kommentare

Nach zwei Jahren roden, jäten, umgraben, abreißen, wieder roden, aufbauen und einsäen darf ich verkünden: Mein Garten hat seinen vorläufigen Zielstatus erreicht und dient fortan nur noch dem Vergnügen.

Das Motto 2016 ist:

  1. keine groben Arbeiten mehr,
  2. keine Handwerkerhosen,
  3. keine Dinge mehr mit Zement bauen.

Stattdessen werde ich mit Strohhut und leichtem, im Wind flatternden Leinenkleid die Früchte meiner Arbeit ernten. Ich werde sie, Bastkörbchen schwenkend, in die Küche tragen; auf dem Weg dorthin halte ich verzückt inne, um an Blumen zu riechen und das Gras unter den nackten Sohlen zu erspüren.

Die Sonntage verbringe ich in der Hängematte, ein Buch auf den Knien. Der Wind wiegt den Bambus, bauscht ihn zu einem Rauschen, die Rosen duften satt. Zwischen den Bäumen spannt sich eine Wäscheleine; die leichte Brise wölbt werbungweiße Bettlaken. Sanft schaukele ich von links nach rechts, während neben mir mit Pollen beladene Hummeln von Lavendel zu Lavendel taumeln. Ich lasse den Fuß hinabhängen und gebe mir neuen Schwung.

Ja, so wird es sein. Mit einer Schale frisch gepflückter Kirschen auf dem Bauch.

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Kurz zur Erinnerung – so sah der Garten ganz zu Anfang aus, im Sommer 2013:

Gartenhütte des Grauens

Die Hütte des Grauens, eine zwar wildromantische, aber dennoch nur aus Styropor und Wellpappe bestehende Bude, thronte auf einem Hügel mit Gestrüpp  ökologisch wertvollen Stauden.

Der Vorbesitzer hatte Strom und Ventilation in die Hütte eingebaut; das Ding eignete sich dadurch hervorragend, um einen Nebenerwerb nach §19 UStG zu starten.

Ich erwog kurz einen Markteintritt in die hiesige Hanfszene. Doch der Initialaufwand erwies sich bei der Businessplanung als zu hoch; auch laufende Kosten, insbesondere die Personalintensität zur dauerhaft positiven Beeinflussung vorhandener Player, entpuppten sich in der Detailrechnung als Risikofaktor. Ich entschloss mich, die Hütte abzureißen.

Nach Rückbau der Hütte und vielen Tagen zehrender Rodungsarbeiten (Entsorgungsunternehmen stoßen auch heute noch bei ihrer Weihnachtsfeier auf mich an), entstand ein Gewächshaus aus alten Fenstern: Das Projekt des Jahres 2015 vom Fundament bis zum Dach in elf Folgen – für alle, die es nachbauen wollen.

Das ganze Jahr hindurch sah der Garten dann so aus:

Vor der Gartenneuanlage

Aufgeräumter als 2013, aber mit noch deutlich Luft nach oben.

Natürlich besteht die Chance, dass Glasbausteine und gekachelte Terrassen schon in naher Zukunft wieder der letzte Schrei sind. Schließlich betonen Sie mit ihren schlichten, auf Zweck und Rollenzuweisung zielenden Charakteristika die charismatische Befreiung des neuzeitlichen Menschen von den Zwängen architektonischer Designansprüche. Doch sowohl die Glasbausteine als auch der Einsatz von Betonpflanzkübeln als funktionalistisches Stilelement postmoderner Sachlichkeit – insbesondere in Antithese zur Naturbelassenheit des Gestrüpps Pflanzkonzepts – trugen letztlich nicht zu einer ganzheitlich-stimmigen Ästhetik bei. Mit anderen Worten:

Es musste etwas passieren.

Um zu schauen, wie es jetzt aussieht, halten Sie sich bitte die Augen zu, summen Sie die Erkennungsmelodie von „Zuhause im Glück“ und folgen Sie mir auf die Außenterrasse in den neuen Garten.

Daniel Woodrell: In Almas Augen

20. 11. 2015  •  1 Kommentar

Gelesen:

Woodrell_Almas_Augen

Darum geht’s:

Missouri, Sommer 1929. Eine Tanzveranstaltung in einer Kleinstadt. Es kommt zu einer Explosion. 42 Menschen sterben.  40 Jahre später: Alma DeGeer Dunahew ist Haushälterin; sie hat seinerzeit ihre Schwester Ruby bei dem Unglück, dessen Ursache nie geklärt wurde, verloren. Während sie ihr aktuelles Leben lebt, kommt nach und nach Licht ins Dunkel der Vergangenheit.

Wie gefällt’s?

Das Stärkste am Buch sind das Sittengemälde, das es zeichnet, und die Atmosphäre, die es erschafft. Die Kleinstadt im Süden, ihre Piefigkeit, die gesellschaftlichen Stände, die Persönlichkeiten, die dort wohnen. Das ist fein und trägt das Buch. Die eigentliche Handlung verblasst vor diesem Hintergrund etwas. So richtig Spannung will bei der Klärung der Unglücksursache nicht aufkommen. Darum geht es in dem Buch vielleicht auch gar nicht – dennoch: Sie fehlt ein wenig. Deshalb: eine solide Geschichte, gute Charaktere, durchschnittlicher Spannungsbogen.

*

Das Buch wurde mir zur Rezension zur Verfügung gestellt. Ich rezensiere nur Bücher, die ich mir auch gekauft hätte.

Ohne Filter

18. 11. 2015  •  7 Kommentare

Wir sitzen am Freitagabend auf dem Sofa, meine Freundin und ich. Wir schnacken, das Länderspiel läuft, dann ist es zu Ende. „Mach mal lauter“, sagt sie plötzlich. Das Publikum rennt aufs Feld, das ist ungewöhnlich. Doch mein erster Griff geht zum Handy; ich rufe Twitter auf.

Ja, da ist tatsächlich etwas, es muss etwas passiert sein. Ich wechsle zur Website von „Le Figaro“ – oder ist es „Le Monde“? „Fusillades.“ „Attaques.“ Der zweite Griff dann zur Fernbedienung; in Richtung n-tv und weiter zu einem französischen Sender. Polizeifahrzeuge, eine Absperrung, Sirenen. Wie stets bei solchen Ereignissen ist es gleichermaßen verstörend wie fesselnd – im  neutralen, wertfreien Sinne -, in Wolldecke im Wohnzimmer zu sitzen und durch eine Scheibe hindurch zu sehen, was in der Entfernung geschieht.

Binnen einer Stunde steigt die Zahl der Toten; ein Grauen, mit dem ich nicht konfrontiert sein möchte, das ich aber, einmal konfrontiert, nicht mit der Fernbedienung ausschalten kann, möchte. Als ob das Erfahren der Nachricht mir die Verantwortung aufbürdet, sie weiter zu begleiten. Vielleicht auch, weil das Dasitzen und Zugucken gleichzeitig ein Sichversichern ist, dass dieses Ereignis zwar nah, aber doch fernab geschieht. Eine Fortsetzung des Abends in seiner usprünglichen Form ist ohnehin nicht möglich; ein Insbettgehen ebensowenig, zu groß die Befürchtung, ich wache am nächsten Morgen auf und die Dimension des Angriffs hat sich vervielfacht, es hat gar weitere Attentate gegeben – als ob ein Wachbleiben dies verhindert. Natürlich verhindert es das nicht, aber Wachbleiben bewahrt mich davor, nach dem Frieden der Nacht davon überrascht zu werden.

Die Fernsehbilder zeigen weiterhin Sirenen und Einsatzfahrzeuge, und Twitter offenbart einmal mehr, was seine Stärke und seine Schwäche ist: Es ist die beste und gleichzeitig die verwirrendste Quelle. Authentisch – doch unreflektiert und spekulativ. Zusammenhangslos – ein Bild zeichnend. Informativ und sachlich – voller Gefühle; aller Gefühle, der passenden wie der unpassenden, der selbst empfundenen und der mit Stirnrunzeln zur Kenntnis genommenen.

Als erste Nachrichten aus dem Bataclan dringen – Nachrichten von Eingeschlossenen; Tweets von Menschen, die bitten, das Gebäude zu stürmen -, verspüre ich ein Erstarren. Das hier ist eine Grenze; hier wird gerade etwas überschritten, der Filter ist fort: Die, über die bis jetzt nur berichtet wurde, sprechen nun selbst, hier bei mir; ich halte mein Smartphone und auf dem Smartphone ihre Nachrichten in meiner Hand.

Doch sind es ihre Nachrichten? Bei allem weiß ich nicht, weiß niemand, was wahrhaftig ist; mir kommt kurz der Gedanke, dass Tweets und Posts  gesteuert, dass Meinungen und Empfindungen gelenkt sein könnten. Ich bleibe auf, um auch das zu erfahren: Was ist wahr?

Ich habe das Gefühl: Es ist nicht richtig, dem, was geschieht, weiter zu folgen. Aber die Menschen aus der Hand legen? Einen Knopf drücken, sie unsichtbar machen und zu Bett gehen? Nun, da ich ungewollt Zeuge geworden bin, ist es, als ließe ich sie allein, ginge ich schlafen. Dabei bin ich zu weit fort, um etwas anderes zu tun als zu gaffen. Wo aber ist die Grenze zwischen Voyeurismus und Anteilnahme? Zwischen der Hoffnung, alles möge gut ausgehen, zwischen dem Wunsch, diese Erleichterung zu erleben, jetzt, bald – und dem schockstarren Schrecken und seiner Anziehung?

Gegen ein Uhr gehen wir schlafen. Mit dem Empfinden, dass die schlimmsten Nachrichten nun gesendet wurden.

12von12 im November

13. 11. 2015  •  6 Kommentare

Am 12. jeden Monats findet in Blogs das Fotoprojekt “12von12″ statt:

12 Bilder vom 12. Tag

Mein Alltag und Arbeitstag war geprägt vom Kinofest in Lünen. Aber beginnen wir beim Frühstück.

Sie sehen ein zeitgenössisches Frühstück, das an vier von fünf Tagen in der Woche genau so ausschaut. Freitags fehlen meist entweder Brot oder Wurst oder beides.

12von12 im November: Frühstück mit zwei Broten, Buch und einer Maracujasaftschorle

Ich trinke übrigens tatsächlich keinen Kaffee. Auch keinen Tee. Sondern Saftschorle mit Eiswürfeln. Immer. Auch im Winter. Saftschorle ist super. Eiswürfel sind super.

Zum Frühstück nehme ich mir eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeit, in der ich Radio höre und ein Buch lese. Während ich frühstücke, wird es hell.

Ich bereite den Lehmbauern, die derzeit in meinem Garten arbeiten, Kaffee zu und stelle ihnen eine Thermoskanne auf die Terrasse. Dazu gibt es heute Pflaumenkuchen.

12von12 im November: Kaffee und Kuchen für die Gartenbauer

Ich werfe auch einen Blick in den Garten.

In dieser Woche war ich an keinem Abend früh zu Hause, sondern kam immer erst im Dunkeln heim. Dann kann ich nur noch mit der Taschenlampe nachsehen, was die Handwerker den Tag über geschafft haben. Morgens ist es dann jedesmal wie Weihnachten:

12von12 im November:

Danach öffne ich noch die Post von gestern und stelle fest: Mein Kühlschrank bekommt mehr Geburtstagskarten als ich.

12von12 im November: Geburtstagspost für den Kühlschrank

Auf geht’s zur Arbeit.

Im Büro arbeite ich zunächst ein paar To Dos ab – alles, was erledigt werden sollte, muss am Vormittag fertig werden, denn am Nachmittag bin ich nicht im Hause. Ich treffe letzte Absprachen für den Ablauf am Nachmittag.

Zum Mittagessen gibt es Reis mit Sojasprossen und Algenblättern.

12von12 im November: Noriblätter

Das Essen klingt maximal unsexy, ich mag es aber gerne. Die Algendingsis haben ich zum ersten Mal bei Freunden gegessen und fand sie direkt super: salzig und würzig, dazu Reis – das ist leckerer, als es sich anhört.

Danach fahre ich in die Innenstadt nach Lünen – zum Kinofest, das heute eröffnet wird. Gegenüber des Kinos befindet sich ein Haus mit einer sehr hübschen Fassade, die leider etwas baufällig ist:

12von12 im November: Buntes Gebäude in Lünen

Das Kinofest Lünen ist ein Festival für deutsche Filme. Die Agentur, in der ich arbeite, betreut das Kinofest bereits seit vielen Jahren.

Als Projektleiterin war ich in den vergangenen Wochen dafür verantwortlich, dass alle Materialien in der korrekten Ausführung, mit den entsprechenden Inhalten hergestellt werden und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind: Programmhefte, Plakate, Transparente, Roll Ups, Gutscheine und Namenskärtchen, Moderationskarten und -hintergründe für die Kinoleinwand, der Trailer – und jede Menge mehr gedruckte und digitale Dinge.

Noch vor der Eröffnungsgala findet zum ersten Mal ein Erklärfilmwettbewerb statt. Gemeinsam mit einer Kollegin habe ich den Wettbewerb organisiert und betreue nun die Jury und die Teilnehmer.

Nach der Vorstellung der zehn nominierten Filme gehe ich mit TeilnehmerInnen ins Café. Meine Kollegin begleitet derweil die Jury, die an einem anderen Ort tagt.

12von12 im November: Café Kleimann im Fachwerkhaus in Lünen

Das Café Kleinschmidt in Lünen ist ein klassisches Café: Polsterstühle und schwere Marmortische mit Eisenfüßen, im Vorraum eine goldene Thekenvitrine mit Kuchen und Torten.

12von12 im November: Aufsteller vor Café Kleimann

Im Anschluss an das gemeinsame Kaffeetrinken gehe ich zurück zum Kino.

Inzwischen ist es dunkel, und die Cineworld ist hell erleuchtet. Der rote Teppich ist fertig verklebt, und der WDR hat seine Übertragungswagen geparkt. Erste Gäste kommen.

12von12 im November: Cineworld Lünen

Die Jury ist auch schon dort: Sie hat ihre Entscheidung getroffen, der Shuttle hat die Mitglieder zurück zum Kino gebracht. Es folgt ein fliegender Wechsel: Ich verabschiede die Wettbewerbsteilnehmer und hole eines der Jurymitglieder ab. Wir überbrücken die Zeit bis zur Eröffnungsgala bei einem Getränk.

Am Abend dann die feierliche Eröffnung des Kinofest Lünen: erst Sekt und Häppchen im Foyer, im Anschluss der offzielle Teil im Kinosaal.

12von12 im November: Eröffnungsgala Kinodest Lünen

Nach den Eröffnungsreden wird der Film „Die dunkle Seite des Mondes“ gezeigt, der im Januar 2016 ins Kino kommt – mit Moritz Bleibtreu und Jürgen Prochnow nach dem Roman von Martin Suter: Ein Frankfurter Banker wird mit der dunklen Seite seines Selbst und seines Geschäfts konfrontiert.

Guter, beeindruckender Film! Starke Bilder, gute Schauspieler, starke erzählerische Momente. Nichts für zarte Gemüter.

Um 22.50 Uhr bin ich am Auto.

12von12 im November: Armaturenbrett mit Zeitanzeige und Tacho

Um halb 12 bin ich zu Hause und gehe ohne Umweg ins Bett.

Ende.

Televisionen bei Männerschnupfen

5. 11. 2015  •  12 Kommentare

Die Nenngröße TT mit einem Maßstab von 1:120 war in der DDR die beliebteste Spurbreite unter den Modellbahnfreunden. Da staunen Sie, was? Das wussten Sie nicht, ne?

Der Männerschnupfen, auf dem Sofa auskuriert, ist auch immer ein Bildungsschnupfen – und der so ziemlich einzige Anlass, wochentags am Nachmittag fernzusehen. Doch gerade das eröffnet neue Welten, Modellbauwelten.

In einer Wiederholung der Sendung „Eisenbahnromantik“ aus dem Jahr 1997 lerne ich zum Beispiel, dass es Modellbahnloks im Wert von 19.000 Mark gibt; zwei Männer in Wollrollkragen müssen so ein Objekt tragen. Eine Modellbahn kann übrigens eine Geschwindigkeit von 42 km/h erreichen, wenn man sie nur richtig betankt – mit Gas; das ist aber eine diffizile Sache, das kann nur ein ausgebuffter Modellbaubetankungsspezialist. Die Lok fährt dann auch nur kurze Strecken, und sie kann dann lediglich das eine, nämlich schnell fahren, niemals langsam und auch nicht mittelschnell und auch keine Kurven. Das ist natürlich ein Nachteil, so vom Spaßfaktor her.

Außerdem, anderes Thema, weiß ich nun etwas über die Riesenlinde von Heede. Und über die Süntelbuche in Hemsheim. Und die Balderschwanger Großvatertanne. Sie ahnen nicht, was an und in und mit diesen Bäumen los ist; was die alles schon erlebt haben – das geht auf keine Kuhhaut. Irgendwann, ich weiß es, werde ich bei Günther Jauch auf dem Stuhl sitzen, ich werde keine Joker mehr haben, er wird mich fragen, was das Besondere in Limmersdorf sei, und ich werde sagen: „Meinen Sie die Tanzlinde? Ach, lesen Sie erst die Antworten vor, dann sehen wir ja.“ Damit gewinne ich eine Million Euro und kann mir ein Profi-Waffeleisen kaufen; so ein schweres aus Edelstahl mit Eisenguss-Backplatte, das fluffige, eckige Waffeln macht.

Zum ersten Mal sehe ich außerdem diese Sendung, in der Frauen auf anderer Frauen Hochzeiten gehen und dort herummaulen. Zum Beispiel über die Braut, die keinen Schleier trägt, dafür ein Kleid mit Glitzer und einem Volumen, das an explodierte Sahne erinnert – es bekommt trotzdem ganz lieb gemeinte sieben Punkte; oder über die Torte, die zu süß ist, dabei ist sie eine Torte, und man fragt sich, was sie sonst sein soll. Mir erschließt sich das alles nicht oder sagen wir: die Regeln schon, aber die Intention nicht, dort mitzumachen. Doch es ist wie ein Unfall: Wegschauen geht nicht.

Am Ende nicke ich ein. Das macht im Detail keinen Unterschied, es ist alles ein seichter Fluss, Spurweite 3000 mm, ein breiter, mäandernder Strom, auf dem ich in Richtung Genesung treibe.

Die Lieblingstweets im Oktober

1. 11. 2015  •  3 Kommentare

Twitterlieblinge 10/2015:



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