Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Es war Weihnachten

28. 12. 2021 4 Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Allgemeine Kalenderereignisse | Es war Weihnachten.

Teile des Baums aus der Vogelperspektive mit Kugeln, einer goldenen Kette und künstlichen Kerzen

Traditionell gehe ich an Weihnachten spazieren. Nach mehrgängigen Mahlzeiten steht die Familie auf, beugt sich mit dicken Bäuchen hinab, bindet die Schuhe, legt sich einen Schal um, presst sich in die Winterjacke und bricht zu einem Gang in die nahe gelegene Natur auf. Der Schritt ist stets gemächlich, der Weg ziellos. Es geht lediglich darum, die Verdauung anzuregen, das Völlegefühl mit einem besseren Gewissen zu unterlegen und Tischgespräche fortzusetzen. „Ein bisschen Bewegung!“ Danach gehen auch wieder Kekse.


Die kleinen Dinge | Alltagsbemerknisse.

  • Mein Wohnpulli bildet runde Fusseln. Ich puzzel sie ab und rolle daraus eine große Fussel.
  • Der Reiseleiter und ich fuhren Rad. Es hatte etwas von der Dänemark-Reise, nur mit winterlichem Nieselregen. Wir fuhren auch nur in die Stadt. Aber egal: Urlaubsgefühl. Man wird ja bescheiden.
  • Jetzt muss ich also jedesmal einen offiziellen Schnelltest organisieren, bevor ich ins Fitnessstudio gehe. Wird an Arbeitstagen nicht immer gehen. Ätzend. Ja, ich weiß, in ein paar Wochen haben wir vielleicht ganz andere Probleme. Es macht mir jetzt trotzdem schlechte Laune.
  • Ich habe entdeckt, dass ich Rezeptzutaten einer bekannten Rezeptseite direkt in meine Einkaufsapp importieren kann. Das ist gut.
  • Ich befinde mich in einer schweren Mandarinenphase.
  • Noch eine Folge Downton Abbey. Das große Finale. Wir werden es zelebrieren.

Gelesen | Herr Buddenbohm hatte zu Weihnachten eine rote Warnung in der Corona-App – mit der ganzen Familie.

Wir finden doch noch eine Apotheke mit Notdienst, die verkauft Schnelltests, nach denen nicht nur wir heute fragen. Was wir nicht finden, das sind Testcenter, die auch offen und nicht voll ausgebucht sind. Die Schnelltests sind teuer, dazu kommt noch der Sonderöffnungszuschlag der Apotheke, was machen eigentlich die, die sich das nicht leisten können? […] Ich finde das alles nach wie vor bemerkenswert schlecht organisiert. Nein, es ist eigentlich unfassbar schlecht organisiert.

Wir stehen auf einem leeren Parkplatz irgendwo im Nirgendwo und machen Schnelltests, wir balancieren wie irre Hobbychemiker Plastikreagenzgläschen auf den Knien und träufeln tropfenweise seltsame Flüssigkeiten auf Teststreifen. Auf einem großen Plakat in der Nähe wird für fröhlichen After-Work-Glühwein geworben, im Autoradio läuft Weihnachtsmusik der eher schlagerhaften Art. Der bestens gelaunte Moderator rät, das Haus heute lieber nicht zu verlassen. 

Es war alles gut

Gelesen | Es starten wieder Flugzeuge, die gar nicht starten müssen, weil es die Flüge nicht gibt. Sie heben dennoch ab, damit Start- und Landerechte nicht verfallen. Wie vor zwei Jahren. Man hätte daraus lernen können. Haben wir nicht. 18.000 sinnlose Flüge.

Gelesen | Der Thwaites-Gletscher in der Antarktis schmilzt. Der Gletscher ist größer als Tschechien, Österreich und die Schweiz zusammen. Er wird als „Doomsday Glacier“ genannt, Gletscher des Jüngsten Gerichts. Denn sowas Ähnliches blüht uns, wenn er weg ist.

Leider habe ich keine fröhlicheren Links zum Jahreswechsel.

Kommentare

4 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Blüte sagt:

    Ich teile Ihre schlechte Laune in Bezug auf die nun notwendigen Tests (2G+), wenn man in Innenräumen in NRW Sport machen will. Ja, es ist sinnvoll, aber da ich mit meinem Mann tanze, wird es nicht zu jedem Training für zwei brandneue offizielle Tests reichen, das gibt der Alltag nicht auch noch her. Ich sehe ausgefallene Tanzstunden und.. noch schlimmer.. einer Existenzbedrohung der sehr geschätzen Tanzschule, der schon 2-G zusetzte. Und DAS macht mir erst recht schlechte Laune…

    1. Vanessa sagt:

      Nachvollziehbar.

      Ich habe während der gesamten Pandemie meine Fitnessstudiobeiträge weiterbezahlt, obwohl ich das Studio fast eineinhalb Jahre nicht genutzt habe. Aber ich möchte ja, dass es weiterlebt. Jetzt bin ich erstmals nah dran zu fragen, ob ich die Beiträge aussetzen kann.

      Abgesehen davon hilft mir das Fitnessstudio gegen diverse orthopädische Zipperlein. Ich würde also schon gerne zwei- bis dreimal wöchentlich hingehen. Werden überhhaupt drei Bürgertests pro Woche bezahlt? Oder muss ich dafür durch die Stadt fahren – um verschiedene Teststationen aufzusuchen, deren Daten nicht miteinander vernetzt sind? Dann wird es noch unmöglicher.

  2. Blüte sagt:

    Eben, wir wollen auch, dass die Tanzschule bleibt und zahlen weiter und zahlten weiter, aber viele andere tun es eben nicht, was natürlich auch legitim ist. Aber auf Dauer hält das kein Anbieter aus, leider…

    Zu den Tests: Es wird mindestens ein Bürgertest pro Woche gezahlt, es gibt wohl keine Festlegung nach oben. Man geht davon aus, dass die Bürger verantwortungsvoll mit den Testangeboten umgehen. Das habe ich nun für NRW recherchiert, weil das Kind (, das ein Teenager ist,) eigentlich jeden Tag in den Ferien Eislaufen will und nun heute entsetzt festgestellt hat, dass die Impfung nicht mehr reicht. Jetzt ist das Kind beim Test…

  3. Fujolan sagt:

    Deutsches Pandemie-Management. Schnelltests, my ass. Gefühlte Sicherheit nennt man sowas glaub ich.

    Großfamilie mit positivem Schnelltest. Wo bleiben die Mitarbeiter asu dem Gesundheitsamt, die zur 12-köpfigen Familie fahren, den Abstrich für die PCR machen? Stattdessen „Fahren sie 15km über Land und dann können sie vielleicht testen“

    Einreiseanmeldung. „Hier ihr Code mit dem sie Dokumente hochladen können“ Tag 2, zweites Dokument (Testergebnis) da. Will hochladen „Der COde ist verkehrt“. Nee, der Code ist schon1x benutzt worden und funktioniert ein zweites mal nicht. Sind wir wohl die einzigen, die zwei mal Dokumente hochladen.
    Unsere Reisepläne mussten wegen Notfall geändert werden. „Nee, löschen können sie die Einreiseanmeldung nicht. Kontaktieren sie das örtliche Gesundheitsamt an“. Dessen Kontaktdaten auf dem Einreiseanmeldungsformular BLANK waren. Logo.
    In Belgien so: Oh, sie haben Symptome. Hier ist ihr Code für den PCR. Hier ist die zentrale Website. Oder die Hausärztin „Ich mach den Abstrich für die PCR gleich“.
    Ergebnisse: via Corona-App einsehen.

    Leute Leute, wenn ihr wüsstet, was in anderen Ländern geht.

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