Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Aktive Pause | Am frühen Nachmittag machte ich Pause vom Homeoffice. Man wird ja ganz rammdösig vom Zuhausesein. Dazu Rückenschmerzen.

Ich spazierte über Schlenker in den nächsten Stadtteil. Das war erstaunlich: Ich sah Dinge, die ich vorher nie gesehen hatte, lief durch Straßen, die ich nie durchlaufen hatte, kam dort raus, wo ich nie auf diesem Weg herausgekommen war; die Einmündung hatte ich zwar schon einmal gesehen, aber ich war den Weg nie gegangen. Interessant.

Bisweilen sah es aus wie 1983, damals, als ich Fahrrad fahren lernte.

Vorstadtstraße mit Einfamilienhäusern aus den 70ern

Es ist verrückt | Manche Leute arbeiten dieser Tage bis zum Umfallen, wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht, wie sie die Kinder betreuen und all das wegschaffen sollen, was sie jetzt fordert. Andere werden zur Tatenlosigkeit gezwungen, sind in Kurzarbeit, verlieren ihre Aufträge, bangen um ihre Existenz.

Ich erhielt heute eine Anfrage. Das in diesen Tagen: Ich freute mich doppelt.

Mein Webinar, das ich am Freitag zur Organisation im Homeoffice halte, ist ausgebucht. Es gibt weitere Nachfragen. Der Veranstalter ProContent bat mich, es in der kommenden Woche am Donnerstag und am Freitag nochmal anzubieten. Ich sagte zu. Der Donnerstagtermin ist für eine Organisation reserviert, der Freitagtermin wird offen für alle sein. Auf der Seite von ProContent kann man sich in Kürze anmelden. Heute machten wir den Techniktest mit Zoom: funktionierte.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, zu tun zu haben – gegenüber all den Freiberuflern, denen es anders geht. Ich hätte aber auch ein schlechtes Gewissen, nichts zu tun zu haben – gegenüber all den Pflegekräften, Ärzten, Lkw-Fahrern, den Menschen im Einzelhandel und allen, die jetzt überlastet sind. Es ist kompliziert.


Freunde treffen | Circleabend mit dem Ladies’ Circle. Normalerweise treffen wir uns persönlich, mal bei jemandem zu Hause, mal im Restaurant. Es gibt leckeres Essen. Heute war das anders. Immerhin brannte die Circle-Kerze.

Im Vordergrund eine brennende Kerze, im Hintergrund eine Webkonferenz, unscharf

Es war sehr schön, alle zu sehen. Skype war weniger schön. Zu langsam, zu knarzig. Nächstes Mal probieren wird etwas anderes, Teams vielleicht.

Wir bequatschten Dinge und brainstormten, wie wir die ein oder andere Veranstaltung, die wir für wohltätige Zwecke organisieren, anders gestalten können, Corona-kompatibel. Es gab Ideen. Sie sind aber noch nicht ausgereift.


Bemerknisse | Welcher Tag ist heute? Man kommt ganz durcheinander.

Am Wochenende möchte ich schweigen. Nur schweigen. Vor allem möchte ich nicht telefonieren, nicht telekonferenzen, nicht videokonferenzen, nicht go-to-meeten, nicht skypen, nicht teamviewen. Ich möchte nur sein.


Corona-Service | Das Corona-Kinderlexikon. Antworten auf wichtige Fragen zum Ausbruch des Corona-Virus, erklärt für Kinder. | Herr Buddenbohm schreibt über eine alte Dame in seinem Viertel, die es in diesen Zeiten besonders schwer hat, die aber auch besonders freundlich bleibt: Es gibt Suppe. | Das Guggenheim Museum bietet 200 Kunstbücher zum Download an. | Wenn neben Homeschooling und Homeoffice die Essensplanung nervt: Der ewige Familien-SpeiseplanDrosten-Ultras | Franzi hat 13 Tipps für Eltern zusammengestellt, um nicht zu verzweifeln | Unterricht aus dem Homeoffice aus Sicht eine Lehrerin: Viele Schüler und Schülerinnen blühen auf. Andere gehen verloren.

Kommentare

3 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Stör sagt:

    Also ehrlich gesagt verstehe ich das Problem mit dem Homeschooling nicht so ganz. Ich sitze hier auch im Homeoffice und das Kind macht seine Aufgaben. Und das läuft super. Es wird konzentriert gearbeitet, zwischendurch darf auch mal im Handy gedaddelt werden. Die Zeit darf das Kind sich selbst einteilen, Ziel ist lediglich im laufe des Tages die Masse der Aufgaben erledigt zu haben. Es wird gerechnet, im Duden nach Wörtern gekuckt und auf Landkarten Hauptstädte gesucht. Und wenn ich als Ingenieur die Physik nicht kindgerecht erklären kann, suchen wir gemeinsam auf Youtube nach etwas, wo wir es beide verstehen können. Und wenn mal eine Aufgabe nicht geschafft wird, ist das auch nicht schlimm. (Sehen die Lehrer übrigens auch so). Es gibt gute und es gibt schlechte Tage. So wie bei uns Erwachsenen auch. Das größte Problem bei uns ist eher die Technik, weil der Server nicht genug Kapazitäten für Down- und Uplods hat. Aber auch das kann man über Eltern-Whats-App-Gruppen lösen. (Die somit endlich mal sinnvoll genutzt werden).

    Das Problem liegt auch nicht am Homeschooling selbst. Es liegt definitiv auch nicht an den Kindern oder gar an den Lehrern. Es liegt schlicht weg an unserer Einstellung, ob es klappt oder nicht. Vielleicht ist es ja bei manchen Eltern einfach nur die Erkenntnis, dass das eigene Kind doch nicht ganz so hochbegabt ist wie man dachte.

  2. Frau Igendwas ist immer sagt:

    Das mit dem ewigen Essenplan funktioniert auch ohne Kinder.
    Hier gibt es auch feste Regeln zB im Sommer im Garten immer einen Tag grillen (Freitag oder Sonnabend) dafür rigeros Sonntags vegetarisch, das übrigens in alle Jahreszeiten. Zum grillen immer zwei verschiedene Salate, in der Woche Mo/Die fröhliches Resteessen vom Wochenende und einen der restlichen Abende gibt es was außer Haus, Pizza in der Pizzeria oder aber Döner, halbes Hähnchen oder was vom Inder zum mitnehmen.

  3. Johanna sagt:

    Schlechtes Gewissen weil zu tun als Freiberuflerin? Bitte nicht.

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