Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Wenig Berichtenswertes, aber etwas gelesen, gesehen und gehört

10. 9. 2019 Keine Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Broterwerb | Den Tag beim Kunden verbracht. Kaum Stau auf der Hinfahrt. Kaum Stau auf der Rückfahrt. Und das, obwohl es zwei Baustellen mehr gibt. Ich war irritiert.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieser Tage viele Menschen im Urlaub sind – all jene, die nicht auf die Schulferien angewiesen sind.


Spurensuche | Ich habe einen heißen Hinweis zur Fehlermeldung meiner Jobwebsite erhalten. Stay tuned.


In die Timeline gerutscht | Nayyirah Waheed:

Someone can be madly in love with you and still not be ready. They can love you in a way you have never been loved and still not join you on the bridge. And whatever their reasons, you must leave, because you never ever have to inspire anyone to meet you on the bridge. You never ever have to convince someone to do the work to be ready. There is more extraordinary love, more love that you have never seen, out here in this wide and wild universe. And there is the love that will be ready.


Gelesen | Verlage und Medienunternehmen verlieren ihre klugen Köpfe in die PR, an Tech-Unternehmen oder in die Selbstständigkeit, analysiert Richard Gutjahr in einem langen Beitrag. Nicht alle seiner Thesen teile ich. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass das Lesen weiterhin eine nachgefragte Rezeptionsform bleiben wird. Im Kern hat er jedoch Recht mit seiner Analyse: Die Strategie verlagert sich vom Produkt hin zur Person des Produzierenden – und zum Publikum. Medienmanager haben Schwierigkeiten, mit dem Kontrollverlust umzugehen.

Außerdem haben ehemalige Zeitungsverlage bis heute nicht verstanden, dass die Zeitung nicht zur Konkurrenz zum Internet steht, sondern dass die Abhängigkeiten viel größer sind:

Berüchtigt der Ausspruch von Netflix-Gründer Reed Hastings, man konkurriere nicht mit Zeitungen oder Zeitschriften: „Unser Konkurrent ist der Schlaf.“

Die Ressourcen eines Menschen – sei es nun Zeit, Geld, emotionale oder kognitive Energie – sind in ihrer Summe entscheidend, ob er journalistische Produkte nutzt – und welche. Die Lektüre von Informationen steht in Konkurrenz zum Treffen mit Freunden, zur Hausarbeit, zum Sport – nicht zum Konsum einer anderen journalistischen Marke. Insofern müssen Medienhäuser mehr Nutzen stiften, als das reine Informationsbedürfnis zu befriedigen.

Erfreulich fällt unter dem Artikel die vergleichsweise hohe Anzahl von Frauen auf, die in den Folgen zu Wort kommen.

Gehört | Ursula. Sechsteilige Radiodoku des Bayerischen Rundfunks über einen der bekanntesten Kriminalfälle der deutschen Geschichte:

Ursula Herrmann verschwand 1981. Sie wurde im Wald in eine Kiste gesperrt und erstickte dort – ungewollt, aufgrund eines Fehlers ihrer Entführer (Wikipedia-Eintrag zum Fall). Fast 30 Jahre später, im Jahr 2010, wird ein Mann verurteilt, in einem der größten Indizienprozesse der Republik. Doch der Bruder des Opfers glaubt nicht an seine Schuld und hat seine eigene Theorie. Spannend, vielschichtig und gut recherchiert.

Angeguckt | Der WDR berichtet über einen spontanen Besuch der Bundeskanzlerin bei einem persischen Restaurantbetreiber in Chemnitz. Nazis haben ihn überfallen und schwer verletzt (via Frau Kaltmamsell).

Der Beitrag zeigt auch: Es braucht mehr Journalistinnen und Journalisten mit Migrationshintergrund. Der bessere Zugang zum Interviewpartner dank Kenntnis von Sprache und Kultur ist offensichtlich.

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