Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Zeitvertreib«

Roundtrip to Hell

30. 10. 2014  •  13 Kommentare

Erinnern Sie sich noch an den Vulkan auf Island? Nee, nicht der, dessetwegen vor vier Jahren keine Flugzeuge fliegen konnten. Sondern der Bárðarbunga, der seit mehr als zwei Monaten brodelt.

Fotografin Elisabetta Rosso war dort und hat sich das Spektakel angeschaut:

Via Islandblog. Dort gibt es regelmäßig Beiträge zur Eruption und zu anderen Island-Themen.

Renovazia auf Ostwestfälisch

12. 10. 2014  •  17 Kommentare

Wir sind da, um zu renovieren: Wände streichen, Türzargen ausbessern, ein bisschen Moltofill hier und da.

Wir, das sind meine Freundin und ich. Außerdem ihr Vater, Geflügel-Landwirt aus Ostwestfalen, und Mateusz, sein Knecht. Die beiden sind mit einem Transporter von irgendwo in der Nähe von Höxter gekommen. Den genauen Ort kennt kein Mensch. Auf der Heckklappe des Wagens klebt ein Hähnchen, das „Puten Tag!“ sagt. Ich gehe hoch in die Wohnung.

Die beiden sind schon oben. Mit in die Hüfte gestemmten Händen stehen sie im Flur und bequatschen schweigend, was als erstes ansteht, indem sie abwechselnd sich und die Wohnung anschauen. Ich mache mich an die Türzarge zum Schlafzimmer. Sechs Stück wollen heute geschmirgelt und gestrichen werden. Vatta und Mateusz beginnen wortlos, Küchenschränke abzubauen.

Die beiden machen keine Gefangenen. Es rumst und bumst, und dann beginnt es bestialisch zu stinken. Die Freundin schimpft. Sie ist etwas dünnhäutig. Alles muss heute fertig werden. Morgen ist Wohnungsübergabe. Vatta und Mateusz nehmen sich davon nichts an. Zucken nur mit den Schultern. Die Freundin wird ösig. Vorsicht, verdammt nochmal! Es stinke wie in einem Affenkäfig, ruft sie. Ob das sein müsse. Und Achtung, der Bodenbelag! Der bleibt drin, der muss morgen noch abgenommen werden. Wie ein HB-Männchen hüpft sie durch die Wohnung. Vatta reagiert ganz ostwestfälisch, nämlich gar nicht. Verlangt lediglich einen Eimer. Mateusz hält es ähnlich. Er ist polnischer Ostwestfale. Oder ostwestfälischer Pole. Er stellt nicht nur die Ohren auf Durchzug, er beginnt auch noch, Volksweisen zu summen, und wiegelt damit jegliche Ermahnung ab.

Ich bin mit der ersten Tür fertig. Vatta und Mateusz tragen die Küche ins Auto. Dann müssen die Wände geweißelt werden. Nicht so kleckern!, ruft die Freundin. Mateusz schnaubt leise. Die Freundin holt einen Lappen und beginnt, über den Boden zu feudeln. Mateusz fragt, was denn nun Sache sei, Akkord oder nicht Akkord? Wir müssen doch heute noch fertig werden, oder? Akkord-Renovazia mache Spritzer. Normale Renovazia – keine Spritzer. Vatta brummt zustimmend.

Man einigt sich auf Akkord und Hinterherwischen. Die Freundin verteilt Knoppers und Wasser. Ob sie Radio anmachen solle? Ich sage: „Ihr Drei seid mir Unterhaltung genug.“ Vatta und Mateusz halten sich die Bäuche vor Lachen. Die Freundin sagt, eigentlich müsse die Renovierung von einem Fachunternehmen gemacht werden. „Ich bin Fachunternehmen“, sagt Mateusz. Vatta deutet mit dem Finger auf sich und nickt. Beide grinsen. Dann geht’s weiter. Bis zum späten Nachmittag haben wir alles erledigt: Die Zargen sind weiß, die Wände auch, der Boden ist sauber und alles ist hübsch. Eigentlich viel zu hübsch, um nun woanders zu wohnen, aber was will man machen.

Vatta und Mateusz steigen ins Putenauto und fahren davon. Die Freundin und ich essen noch ein Knoppers. Dann räumen wir zusammen.

Die Wohnungsübergabe am nächsten Tag läuft gut. Wie sorgfältig alles erledigt worden sei, toll. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Vatta und Mateusz knapp nicken. Natürlich. Wie denn auch sonst.

Eine Willkommensparty für die erste Menstruation

20. 06. 2014  •  8 Kommentare

Die Firma „Helloflo“ bietet Tampons im Abo – „special delivery for your vagina“. Wer hätte gedacht, dass es jemanden gibt, der sowas braucht. Aber nun, warum nicht.

Eines der Angebote ist das „Period Starter Kit“ für 29,95 Dollar, sozusagen der erste Werkzeugkoffer für den neuen Lebensabschnitt (man kennt das von IKEA). Es enthält unter anderem den „Get Ready Guide for Girls“ – und natürlich Warenproben.

Die Werbung dafür ist beste Unterhaltung:

[via]

Holzarbeit

22. 05. 2014  •  1 Kommentar

Peggy hat mir einen Stock zugeworfen:

Hand aufs Herz – wieso bloggst du?
Aus Freude am Aufschreiben. Weil ich Dinge, an denen ich Freude habe, gerne teile. Und natürlich aus Geltungsdrang. Ist doch logo.

Woher nimmst du die Zeit dafür?
Ich lasse andere Dinge. Fernsehen zum Beispiel – tue ich werktags eigentlich nie und am Wochenende auch nur sporadisch.

Wie sieht deiner Meinung nach die ideale Arbeitswelt aus?
Ich glaube: Die gibt es nicht. Es wird immer Tage geben, an denen man keine Lust hat zu arbeiten. Es gibt viele Jobs, die sich für die, die sie tun, nicht wesentlich verbessern lassen – Jobs, die aber trotzdem jemand machen muss. Wichtig ist, dass alle Menschen, die arbeiten (müssen), davon leben können – und dass sie freundlich und menschlich behandelt werden. Damit wäre schon viel gewonnen.

Bist du/wärst du lieber selbständig oder angestellt?
Ich bin angestellt und zurzeit glücklich damit.

Stadt oder Land?
Ich wohne im Vorort einer Großstadt und empfinde das als optimal. Ich möchte nicht komplett auf dem Land wohnen – eine größere Stadt möchte ich in der Nähe haben. Ich schätze einfach die Infrastruktur und die kurzen Wege; dass ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und auch problemlos einen ICE-Bahnhof erreiche. Im Gegenzug mag ich es, dass mein Vorort ein eigenes kleines Dorf ist und er deshalb, trotz dass er eigentlich Großstadt ist, so kuschelig ist.

All-inclusive oder Abenteuerurlaub?
Eher all inclusive, wobei ich in meinem letzten Urlaub in Ferienhäusern unterwegs war – das war ideal. Backpacking möchte ich nicht machen. Ich fühle mich besser, wenn zu Beginn eines Urlaubs schon ein paar Dinge organisiert sind – ich möchte Zeit zum Erholen haben und sie nicht darauf verwenden, Unterkünfte zu suchen.

Dein Lieblingsbuch?
Ich habe nicht wirklich das eine Lieblingsbuch. Ich lese recht viel und treffe immer wieder auf neue, tolle Bücher. Es ist ja auch so, dass das Buch, das ich gerade lese, zu meiner augenblicklichen Stimmung passen muss. Lesen im Urlaub ist etwas anderes als Lesen auf dem Weg zur Arbeit, mal bin ich auf Liebe eingestimmt, mal auf Krimi, mal ist mir nach dem Anspruchsvollerem – mit Gesellschaftskritik, kunstvoller Schreibe und allem Schnokus -, oft möchte ich aber auch nur gut unterhalten werden.

Körper, Geist, Seele – was ist dein Rezept, um mit dir selbst in Einklang zu kommen?
Sport und Garten, zwei Tätigkeiten, bei denen ich an nichts anderes denke als an das, was ich gerade tue.

Angenommen eine Fee gewährt dir drei Wünsche. Was möchtest du sein, tun oder haben?
Gesundheit für mich. Gesundheit für meine Familie und Freunde. Mehr brauche ich nicht.

Muh, Muh, Muh – CDU!

8. 05. 2014  •  7 Kommentare

Der Wahlwerbespot der CDU Ahaus bringt es ans Licht: Die CDU ist eine Kuh. Eine Heldenkuh! Da fasst man als Bürger und Bürgerin doch direkt Vertrauen:

https://www.youtube.com/watch?v=gJWoL0KMzC4

Die CDU Ahaus hat auf ihrer Webseite Fotos von den Dreharbeiten.

[via Münsterland Zeitung]

Werbeblock feat. Friedrich Liechtenstein

21. 02. 2014  •  3 Kommentare

Das ist mal prima Werbung für einen Supermarkt:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=jxVcgDMBU94&w=480&h=270]

Für die virale Verbreitung gibt’s noch weitere Videos:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=jEYaD9MbjVw&w=480&h=270]

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=mqSpjGL5PuY&w=480&h=270]

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=RdbIMmqoUuU&w=480&h=270]

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=PQHkP9Rb-rY&w=480&h=270]

Stock

17. 02. 2014  •  12 Kommentare

Ein Blogstöckchen von Herrn Peter:

1. Nach welchen Kriterien suchst du morgens dein Outfit aus?

Nach „Büro“ oder „nicht Büro“, was letztendlich in der Frage mündet: Hoodie oder nicht Hoodie? Es sei denn, ich gehe direkt zum Sport, dann … ach nee, dann ziehe ich auch erstmal einen Hoodie an.

2. Was ist Deine Lieblingsspeise?

Mein Körper durchlebt mehrmals im Jahr unterschiedliche Geschmacksphasen, weshalb die Lieblingsspeise wechselt. Was immer geht, ist Glückscurry mit Gemüse, irgendwas mit Paprika, im Ofen erwärmte Tomaten, frisches Brot mit Butter und Salz. Aktuelle Phase: mittelweiche Frühstückseier.

3. Welche „erste“ Schallplatte, Kassette oder CD hast Du Dir von Deinem Taschengeld gekauft?

Schallplatten hatte ich noch – die Märchenplatten habe ich aber allesamt geschenkt bekommen. Die erste gekaufte Schallplatte war „Queen live at Wembley ’86“. Parallel habe ich ein Kassettendeck betrieben. Die erste selbstgekaufte Kassette dürfte eine Disney-Geschichte gewesen sein: „Susi und Strolch“, „Cap und Capper“, sowas in der Art. Meine erste Musikkassette war „Kuschelrock 1“. Meine erste CD habe ich geschenkt bekommen, „Go West“ von den Pet Shop Boys. Welches die erste selbstgekaufte CD war, weiß ich nicht mehr.

4. Hast du Angst, du könntest eines Tages wegen irgendwas abgemahnt werden, was du in deinem Blog tust oder unterlässt?

Nein. Ich bin vorsichtig, was das angeht, und veröffentliche nur selbst aufgenommene Bilder. Die Erlebnisse erzähle und fiktionalisiere ich so, dass keine Persönlichkeitsrechtsverletzung vorliegen dürfte.

5. Woher kamst du, als du das letzte Mal aus einem Flugzeug geklettert bist?

Wien.

6. Welche Musik hörst Du, wenn Du an Deinem Blog schreibst? Oder hörst Du gar keine?

Keine. Ich höre wenig Musik. Ich bin kein auditiver Typ, ich bin ein sehr visueller Mensch. Wenn ich zu Hause bin, ist es oft sogar stundenlang still um mich: keine Musik, kein Fernsehprogramm. Jetzt zum Beispiel auch.

7. Welches Produkt steht schon am längsten in Deinem Kühlschrank? Und wie lange wird es noch dort stehen?

Mojo rojo, mitgebracht von den Kanaren; es ist noch haltbar. Dann gibt es so Zeug wie Senf, Tomatenmark und Zitronensaft, das ich einfach nicht so schnell verbrauche.

8. Was war für Dich “das” Buch in den letzten 12 Monaten?

Schwierig, da ich sehr viel und auch sehr unterschiedlich lese. Eindrücklich war „Der menschliche Körper“ von Paolo Giordano („Il corpo umano„) und „Grenzgang“ von Stephan Thome. Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“ muss ich noch rezensieren – bis jetzt das bewegendste Buch des noch jungen Jahres.

9. Fotografiere Deine Socken, die Du JETZT trägst und füge das Bild zu den anderen Antworten.

Meine Socken? Danach hat mich noch niemand gefragt! Sie sind auch ausgesprochen uninteressant, weil meistens neutral schwarz, braun oder dunkelblau – es sei denn, ich trage eine farbige Strumpfhose. Heute ist Standard-Tag:

Socken, dunkelblau

10. Was ist der höchste Betrag (für eine Person), den Du jemals für ein Menü im Restaurant ausgegeben hast – und war es das wert?

Da muss ich überlegen. Ungefähr 90 Euro? Könnte hinkommen. Es war auf jeden Fall im Landhaus Schnitzer. Ich war auch schon teurer essen, allerdings geschäftlich. Dann habe ich nicht selbst bezahlt.



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