Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Ein Lesetipp zwischendurch:

Kathryn Stockett. The Help.
Die Geschichte von Aibileen und Minny, zwei schwarzen Haushälterinnen im Mississippi der 60er Jahre – und die Geschichte von Skeeter Phelan, einer Weißen, die beschließt, die Erlebnisse der maids in einem Buch zu erzählen. Stoff dafür ist reichlich vorhanden, denn Aibileen, Minny und ihre Kolleginnen ziehen zwar die Kinder ihrer weißen Arbeitgeber groß, waschen, putzen und bedienen sie, dürfen allerdings nicht einmal die Toilette der Hausherren benutzen, weil sie „schwarze Krankheiten“ übertragen könnten. Doch keine der Frauen traut sich, den Mund aufzumachen und von den subtilen Demütigungen zu berichten.

Klingt schwierig und spaßbefreit? Ist es aber nicht. Das Buch ist voller Witz und Herzenswärme.

Ich habe allerdings noch keine deutsche Übersetzung gefunden. Man kann es aber auch nicht wirklich übersetzen, denn Aibileen und Minnie – zwei der drei Perspektiven der Geschichte – sprechen in breitem Pidgin-English-Südstaaten-Dialekt:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=rw1bN_tUtYE&w=480&h=390]

So, wie es sich anhört, ist es auch geschrieben. Für Nicht-Muttersprachler ist es deshalb anfangs ein bisschen schwierig zu lesen, aber es lohnt sich dranzubleiben. 90 Prozent der Atmosphäre und Authentizität erwachsen aus der reduzierten, stimmungsvollen Sprache der maids.

Die dritte Perspektive ist die von Skeeter („Wasserläufer“), die ihren Spitznamen ihrer Größe von 1,80 Meter und ihrer dürren Gestalt verdankt. Zunächst gehört sie noch zum Club der jungen, weißen, gut situierten Frauen in Jackson, Mississippi, die nichts anderes im Sinn haben, als einen Mann zu ehelichen, Kinder in die Welt zu setzen und gut auszusehen; nur ihre Mutter ist in Sorge, weil sie noch Single ist. Doch nach und nach wird Skeeter, ohne dass sie es beabsichtigt, zur Bürgerrechtlerin.

Das Buch wurde verfilmt. Der Trailer trifft die Stimmung des Buches ziemlich gut:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=l0dWCXCjX9o&w=480&h=303]

US-Start: August 2011.

Kommentare

22 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. hodyshoran sagt:

    Wie schon verfilmt, dann muss man ja gar nicht mehr lesen…

    1. Nessy sagt:

      Genau. Es gibt ja auch Pornos, da muss man gar nicht mehr selbst bumsen.

    2. sven sagt:

      Gnahahaha, jetzt klebt hier überall Kaffee.
      Warum schreiben Sie so etwas nur? hahahah, was für’n Fest.

    3. Lobo sagt:

      *laut lach*

      DEN muß ich mir merken ! :-D

    4. meerfrau sagt:

      made my day, werde ich mir merken und Film und Buch, in die Zu-lesen/ sehen-Liste aufnehmen

  2. Rinjah sagt:

    Hmpf. Dank dir muss ich nun schauen wie ich das bis Morgen abend noch bekomme! Da geht es in den Urlaub und dieses Buch muss da wohl unbedingt noch mit..

    1. Nessy sagt:

      Ein ideales Urlaubsbuch.

  3. Karin sagt:

    Das Buch heißt auf deutsch „Gute Geister“

  4. Rinjah sagt:

    (Es gibt übrigens bereits eine Übersetzung. Im Deutschen ist der Titel „Gute Geister“ und bisher nur eine gebundene Version erschienen)

    1. Nessy sagt:

      Vielen Dank für den Hinweis. Wusste ich nicht.

      Dann werde ich in der nächsten Buchhandlung mal gucken gehen, wie die Passagen mit Aibileen und Minny übersetzt wurden.

  5. kleineschwester sagt:

    Danke für die Empfehlung! Muss heute eh in die Stadt…mal sehen, vllt hat mein Lieblingsbuchhändler das ja da :)

    1. kleineschwester sagt:

      Frau Nessy, auf Amazon kann man in die deutsche Übersetzung reinlesen, falls das Wetter bei Ihnen auch so grauslig ist und Sie nicht raus gehen heute.

    2. Rinjah sagt:

      Und ins deutsche Hörbuch reinhören kann man auchnoch. Allerdings ist dort wirklich einfach viel weniger Athmosphäre.
      Ich hab es nun in der kleinen Buchhandlung in meinem Heimatdort bestellt ;) Die Englische Version.
      Urlaubslektüre ist also gesichert!

  6. Nina sagt:

    Vielen Dank für die regelmaessigen und stets erstklassigen Rezensionen. Liebe Frau Nessy, was haben Sie nur für ein perfektes Zeitmanagement. Sie scheinen ja tatsächlich alles selbst zu lesen. Dann noch der Job und Thorsten und essen müssen Sie ja zwischendurch auch mal was. Hut ab.

    1. Nessy sagt:

      Fahren Sie Bus und Bahn. Außerdem ist Thorsten mittlerweile aus dem Gröbsten raus.

  7. queenofsoup sagt:

    klingt super. und die verfilmung klingt auch super. ich meine emma stone, hammer, viola davis, sowieso, lauter tolle frauen, eigentlich fast nur tolle frauen! aber warum, verdammt, muss dann schon wieder ein mann regie führen? was ist los mit den hollywoodweibern? haben die keinen mumm? oder sind es wirklich nach wie vor die studios, die ein gewisses anatomisches detail verlangen als befähigungsnachweis fürs regieführen? denn produzentinnen gibts doch wie sand am meer mittlerweile! grmpf.

  8. Klasse! Danke für den Tipp!

  9. mama007 sagt:

    Liebe Frau Nessy,
    ich mochte das Buch auch (auf englisch). Aber fanden Sie, dass man es nochmal lesen würde? Das ist so mein absolutes Kriterium: wie oft werde ich es nochmal genussvoll lesen? Und da muss ich sagen, dass mir etwas (leider sehr Unspezifisches) gefehlt hat, obwohl das erste Lesen wirklich super war.
    Mama007

    1. Nessy sagt:

      Welche Bücher liest man wirklich zweimal? Doch die wenigsten.

  10. […] beeindruckendste Buch? The Help. Übrigens auch gut als Film. Liebeswut. Bitter, aber […]

  11. Puppe sagt:

    Ich lese es gerade auf Deutsch und bin schon jetzt hin und weg.

    1. Nessy sagt:

      Schön, nicht wahr? Die Charaktere, die verschiedenen Perspektiven, die Geschichte … alles gut.

Die Kommentare sind geschlossen



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