Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Das Fliewatüüt parkte mit angezogener Handbremse neben der Tür

27. 8. 2020 5 Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Auftragsbloggen | Das Fliewatüüt parkte mit angezogener Handbremse neben der Tür, als ich heute Pralinen einkaufte.

“Ich glaube, ich muss mal einen Fahrradständer aufstellen”, sagte die Pralinenmacherin. Aber das braucht es nicht. Denn hier klaut niemand Fahrräder, nicht an diesem Ort. Woanders wäre es dringender. Im Örtchen zum Beispiel.

“So viele Kundinnen kommen mit dem Fahrrad!”, sagte die Pralinenmacherin, und es verwundert, dass das Thema im Kommunalwahlkampf nicht stattfindet. Wir ersticken in Autos, überall steht Blech, die ganze Stadt wird um das Auto herum geplant. Doch das Einzige, was ich höre, ist ein gemurmeltes “… und natürlich brauchen wir auch ein sicheres Radwegenetz”. Ganz ehrlich? Ich möchte Fahrradstraßen, eine Innenstadtmaut, Park & Bike und mehr Leihfahrräder für Auswärtige, ich möchte, dass ganze Straßen und ganze Fahrspuren gesperrt werden, damit man dort Rad fahren kann. Sollen sich die Autos doch auf dem restlichen Platz aufreihen. Aber das traut sich hier niemand. Das macht mich wütend.

Überhaupt: Kommunalwahl. Nicht nur, dass ich keinen Unterschied zwischen SPD und CDU erkenne. Hier läuft es auch noch auf eine Stichwahl zwischen den zwei männlichen Mittfünfzigern dieser Parteien hinaus, und auch das macht mich wütend. Warum stehen nur alte Männer zur Wahl? Warum stellen die Parteien keine jungen Männer oder junge Frauen als Oberbürgermeisterkandidatinnen auf, Menschen zwischen 30 und 45, die Visionen und Energie haben, die Neues anstoßen und bewegen. Stattdessen ist jahrzehntelange Verwaltungserfahrung die oberste Kompetenzmaxime.

Jetzt habe ich mich in Rage geredet! Dabei ging’s nur um’s Fliewatüüt (der Satz wurde mir als Einstieg vorgegeben).


Alltägliches | Heute gute Schwimmperformance. Toll mit den Flossen. Sehr gut für die Beine.

Freibad aus der Ferne, bedeckter Himmel

Auf der Nebenbahn trainierten Schwimmer, also richtige Schwimmer, solche, die das ganz offensichtlich sehr gründlich und intensiv gelernt haben. Ich bin wirklich nicht die langsamste, aber von solch einer Performance bin ich Lichtjahre entfernt; sie waren doppelt so schnell, und es sah auch noch wunderhübsch aus. Das war faszinierend, und es hat Spaß gemacht zuzusehen.

Auf dem Rückweg kehrte ich in den Rewe ein, kaufte Pflaumen für Pflaumenkuchen und noch allerlei andere Utensilien (Gästebewaffelung!). Den Parkplatz ziert dieses Graffiti:

Graffiti: Kinder im EInkaufswagen, dahinter eine fliegende Frau und eine Oma mit Rollator.

Schön! Und sicherlich Zufall, dass nur Frauen einkaufen gehen.


Gelesen und angeschaut | In Island gibt es ein Phallusmuseum, und in dem Phallusmuseum ein Gruppenbild der isländischen Handball-Nationalmannschaft. Also, untenrum. Die Aufstellung im Glaskasten entspricht übrigens nicht der Aufstellung auf dem drüberhängenden Foto. | Die Deutsche Bahn eröffnet einen Coworking-Space im Berliner Hauptbahnhof. Ein Arbeitsplatz kostet 9,60 Euro pro Stunde, Getränke inbegriffen. Finde ich attraktiv. | BuzzFeed News hat 260 Internierungslager für Uiguren in China gefunden, die allein in den vergangenen drei Jahren neu gebaut wurden, teilweise für bis zu 10.000 Gefangene: Built To Last. Die Redakteure und Redakteurinnen haben außerdem mit 28 ehemaligen Gefangenen gesprochen: What They Say. | Schonmal als Beifahrerin entspannt die Füße aufs Armaturenbrett gelegt? So sieht es aus, wenn der Airbag auslöst.

Corona-Service | Pathologen haben Menschen obduziert, die Covid-19 hatten. Ergebnis: Die Menschen sterben an Corona, nicht mit Corona.Das Recherchenetzwerk Correctiv hat das bundesweite Netzwerk aus Wissenschaftlern, Anwälten und Meinungsmachern nachverfolgt, das auf verschiedenen Wegen den Corona-Kurs der Regierung untergraben will. Mit dabei: der rechte Rand. | Der Podcast mit Christian Drosten ist jetzt der Podcast mit Christian Drosten und Sandra Ciesek und erscheint ab September wöchentlich dienstags. | Wir wissen immer mehr über die Aerosol-Übertragung – und können handeln. | Die Infizierten-Zahlen gehen hoch, aber es sterben weniger Menschen an Covid-19. Lars Fischer schaut darauf, warum das so ist. | Wer denkt an die Traurigen und die Müden?

Kommentare

5 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Danke für die Hinweise. Das spart H. viel Zeit!

  2. Berit sagt:

    Müde trifft es sehr gut. Man wurschtelt sich so durch und kann eigentlich nur noch seufzen wenn man mal wieder Nasenbären oder immer öfter auch komplett maskenlose sieht.

  3. Antonia sagt:

    Beiim Thema Fahrradstrassen kam mir der Artikel “Amsterdam: Wo Räder die neuen Autos sind” von Juliane Wiedemeier in den Sinn: https://zentraleorte.substack.com/p/amsterdam-wo-rder-die-neuen-autos

  4. Wenn ich mich mal eine oder zwei Stunden an einem großen Bahnhof aufhalten muss, dann würde ich mich über einen solchen Coworking-Space echt freuen: WLAN, Strom, ein Platz, Getränke — und vor allen Dingen eine Toilette. Dazu hat man eher seine Ruhe. Das wäre mir tatsächlich auch knapp 10 Euro pro Stunde wert. Wenn man sich in ein Café o.ä. setzt, gibt man doch sicherlich ähnlich viel Geld in der Zeit aus.
    Also: Schöne Sache, das!

  5. Rolf sagt:

    Als alter Mittfünfziger aus Unna würde ich mir wünschen, daß die inhaltlich ununterscheidbaren OB Kandidaten von einem jüngeren und zukunftsorientierten Menschen ersetzt werden. Ich gebe zu, daß dahinter purer Eigennutz steckt. Denn ich wohne in Unna und der Flughafen, den genau dieser Politikertypus jedes Jahr mit 20 Millionen Euro subventioniert, raubt nicht nur mir den Schlaf. Ich hoffe da immer noch auf eine neue Generation, die eben nicht so bereitwillig Gelder vom ÖPNV wegnimmt um sich ein umweltschädliches Statusobjekt leisten zu können.

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