Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Ein Loblied auf Ayşe, 31 Kilometer und 73 Kühe

30. 7. 2020 11 Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Ein Loblied | Ich war bei meiner Friseurin. Dazu muss man wissen, dass meine Friseurin keine Widerrede duldet. Also, ihr Mund ist zwar diplomatisch, aber ihr Gesicht ist es nicht. Sie hat allerdings auch immer recht.

Meine Friseurin heißt Ayşe, und das ist ein Loblied auf sie.

Man kann versuchen, Ayşe Frisuren mitzubringen, die man hübsch findet und von denen man sich vorstellen könnte, sie auf dem Kopf zu tragen. Man kann es aber auch lassen. Denn es endet immer so wie bei der letzten Frisur, die ich Ayşe zeigte. Sie sagte: “Guck mal, du hast Haare wie Stroh. Wenn ich dir das so schneide wie auf dem Foto, dann bist du eine Vogelscheuche. Willst du das?”

Ich habe mehrfach versucht, Vorschläge einzubringen, aber Ayşe war nie begeistert. Seitdem lasse ich sie machen. Ayşe fragt trotzdem immer: “Was machen wir denn heute, Vanessa?” Und ich antworte: “Das, was du sagst, Ayşe.” Dann kichert Ayşe und macht.

Gestern sagte sie, sie mache diesmal ein bisschen was anders. „Entweder du liebst mich hinterher oder du hasst mich. Mit beidem kann ich leben. Sind beides Gefühle, und ich liebe Gefühle!“

Seit ich Ayşe über meine Haare entscheiden lasse, bin ich ein glücklicherer Mensch, denn ich muss eine Entscheidung weniger treffen und sehe besser aus.


Mahlzeit! | Nachdem ich beim Friseur war, aß ich Sushi, einfach so, weil es auf dem Heimweg lag. Das war toll und galaktisch lecker.

Sushi-Teller, Buch, Sojasoße, dahinter Promenade Phoenixsee

Flipper | Schwimmen gewesen und eine sympathische, weibliche Bekanntschaft gemacht. Wir haben uns nun schon zum zweiten Mal getroffen, jedesmal zufällig beim Schwimmengehen, und unterhalten uns immer sehr nett nach dem Schwumm. Freue mich.

Zwischenfazit der Schwimmsaison: bislang 31 Kilometer. Fühle mich gut.


Testkaninchen | Frank hatte mich gefragt, ob ich Zeit hätte, einen Prototyp zu testen. Er ist Projektingenieur und Business Innovator beim Energieversorger EWE in Oldenburg. Es ging um Remote-Arbeit. Ich hatte Zeit und habe mich sehr gefreut, eine halbe Stunde rumzuklicken, laut zu denken und an der Idee teilzuhaben.


Gelesen und angeguckt | Toll: Reconstructing Journalistic Scenes in 3D. Eine Kombination auf Scrollytelling, Storytelling und 3D ermöglicht es Journalismus, Orte dreidimensional zu zeigen und mit Erklärungen zu versehen. Das Beispiel zeigt eine Wohnung, von der man einen sehr authentischen Eindruck bekommt. Denkbar wäre das Ganze natürlich auch für Orte Zeitgeschichte: Orte politischer Ereignisse oder Orte des Wissenschaftsjournalismus wie zum Beispiel Labore oder Raumfähren. | 73 Cows – die Geschichte des Rinderbauern Jay Wilde und seiner Frau Katja, die mit ihrem Gewissen kämpfen, mit dem Schlachten hadern und ihre Farm ändern. Neben dem Inhalt tolle Bild- und Tonsprache, sehr nah an Menschen und Tieren. Emotional.

Auch Vögel haben Spaß an Laufbändern. | Österreich testet ein Solardach für die Autobahn – damit nehmen Solarparks nicht zusätzliche Landschaft in Anspruch, sondern nutzen vorhandene Fläche. Auf 337 Quadratkilometern deutscher Autobahn ließen sich pro Jahr etwa 41,5 Terawattstunden Solarenergie erzeugen – ein Drittel aller Energie, die deutsche Privathaushalte verbrauchen. | Ein weiterer Deutscher fliegt zur ISS: Matthias Maurer soll auf der Raumstation forschen. | Leben mit einem Chronischen Erschöfpungssyndrom: Wie eine Krankheit meine Freundin verschwinden ließ

Corona-Service | Brasilien hat die zweitmeisten Corona-Toten nach den USA, gemessen an der Gesamtbevölkerung. Ein Fotograf der New York Times, Tyler Hicks, ist den Amazon entlang gereist und hat dokumentiert, wie das Virus sich ausbreitet. Der Fluss ist nicht nur Lebensader des Landes, sondern transportiert mit Menschen und Waren auch das Virus.| Corona-Infektionen in Neuköllner-Bierkneipe: Das Gesundheitsamt fahndet nach 41 Gästen, 75 stehen unter Quarantäne. Zahlreiche Gäste machten falsche oder unvollständige Angaben und können deshalb nur schwer gefunden werden. | Jeder fünfte Covid-19-Patient im Krankenhaus stirbt – oder positiv formuliert: 80 Prozent der Menschen, die stationär behandelt werden, überleben.

Kommentare

11 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Friederike sagt:

    Dann füge ich eine Loblied-Strophe aus Leipzig dazu: Bei mir heißt sie nicht Ayşe, sondern seit vielen Jahren Katrin. Gerade war ich bei ihr. Sie beherrscht ihr Handwerk, kennt meine Haare (sorgt ab und zu dafür, dass ich Komplimente kriege), ist freundlich und zugewandt. Und das ganze auch noch gleich um die Ecke!
    Ja, die persönlich perfekt passende Friseurin gefunden zu haben, ist toll!!! (ob Ayşe, Katrin oder wie auch immer sie heißt)

    1. Vanessa sagt:

      Ach, Katrin – wunderbar. So muss es sein.

  2. Birgit sagt:

    Danke für das berührende Video 73 cows. Einfach nur schön.

    1. Vanessa sagt:

      Mich hat es auch sehr berührt.

  3. Meine Ayse heißt Evelyn und hat mir bei unserem zweiten Zusammentreffen den Rasierer hingelegt. Ich hatte ihr so an die 20 Bilder gezeigt (“so ähnlich”, “und so auf keinen Fall”) und sie meinte: “Mach selbst”. Seitdem macht sie und es ist großartig – jedes Mal.
    Der Vogel fährt hier gerade übrigens nonstop über den Bildschirm. Danke!
    Herzlich: Charlotte

    1. Vanessa sagt:

      Ach, Evelyn. Jeder hat eine Evelyn verdient. Oder eine Ayşe.

  4. Eva sagt:

    Großartige Links – 73 cows, das Chronische Erschöpfungssyndrom… Danke.

    1. Vanessa sagt:

      73 Cows finde ich auch unglaublich toll.

  5. Tine sagt:

    Kannst Du verraten, wo Deine Ayşe arbeitet? Die würde ich wirklich gerne über meine Haare entscheiden lassen.

    1. Vanessa sagt:

      Ayşe arbeitet bei “Das Original by Ani” in der Wellinghofer Straße in Dortmund.

  6. Tine sagt:

    Ganz herzlichen Dank für die Information!

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