Draußen nur Kännchen Kaffeehaus mit ♥

Käthchen, 455-E und eine Kuh in der Rodelbahn

14. 2. 2020 2 Kommentare Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Geldgeschenk | Heute habe ich mich sehr erwachsen gefühlt, quasi wie 42. Ich habe über das KfW-Zuschussportal den Investitionszuschuss 455-E zur Nachrüstung von Bestandsimmobilien beantragt und direkt genehmigt bekommen.

Der Zuschuss ist für meine Terrassen- und Balkontüren: besserer Einbruchsschutz. Das Förderprogramm hat die Überschrift „Altersgerechtes Wohnen“. Nehme ich aber nicht persönlich.


Schwung aufnehmen | Zuvor habe ich eine Kuh vom Eis und in eine Rodelbahn gezogen, also beruflich und bildlich, damit die Kuh, also die Sache, Schwung aufnimmt. Ich schob und zog gemeinsam mit Anderen; jetzt hamwa’s, glaub‘ ich.

Das Schwierige an Veränderungen ist ja zunächst, Dinge überhaupt in Gang zu bringen, also an die richtige Stelle zu schieben und dafür zu sorgen, dass diese Stelle ausreichend Gefälle hat, damit die Sache losläuft – und dass sie dabei Bewegungsfreiheit hat. Denn wenn man Neues ausprobiert, schlingert man am Anfang ziemlich. Deshalb sollten die Wände der Bahn nicht zu eng beieinander stehen. Sonst prallen die Leute, die Neues tun, dagegen und erleben direkt den Knockout.


Mit Ha | Im Zuge dieses Macgyver-artigen Tages wurde ich gefragt, ob man bei mir in die Lehre gehen könne (Lehre mit H) und ob ich das, was ich tue, auch schulen würde, das Durchblicken, Analysieren, Verstehen, Zusammenfassen und Anschubsen. Gestern wurde ich außerdem „Accelerator“ gennant. Fühle mich sehr gebauchpinselt. Bin aber auch etwas ratlos.

Tatsache ist, dass ich Dinge oft nicht sofort durchblicke. Ich verstehe sie auch nicht direkt, selbst wenn ich den Eindruck erwecke. Oft genug stehe ich vor einem Schlamassel, zu dem mein Kunde eine Lösung möchte, und denke: „Ähm, ja … puuh … weiß ich auch nicht.“

Tatsache ist allerdings auch, dass ich irgendwann doch Durchblick kriege und Hebel finde. Nur: Wie genau, nach welchem Muster? Darüber muss ich mal länger nachdenken, denn Vieles mache ich intuitiv. Intuition, da bin ich mir ziemlich sicher, ist in dem Fall allerdings nur das Anwenden von Methoden und Erfahrungswissen; dazu kommen die richtigen Fragen an die richtigen Leute, Hartnäckigkeit, Offenheit und eine gute Perspektive. Vielleicht ein Thema für den nächsten Newsletter. Ich gehe mal in mich und gucke, was ich dort finde.


Valentinstag | Ich erhielt ein Katzen-Gif per WhatsApp, was ausreichend angemessen für diesen Anlass ist.


Käthchen | Der Ein oder Andere hat’s vielleicht noch im Gedächtnis: Ich schreibe nebenbei dieses Buch, das irgendwann bei Suhrkamp Insel erscheinen wird. Es ist die Romanbiographie von Käthe Paulus, der ersten deutschen Berufsluftschifferin und der Erfinderin des Paketfallschirms.

Unter anderem für Käthe bin ich so lange nach La Gomera gefahren: Um Raum zu haben, mich wieder mit dem Roman zu beschäftigen. Das erste von drei großen Kapiteln steht schon länger, seit ungefähr Frühjahr 2019. Danach hatte ich keine Zeit mehr. Auf La Gomera habe ich nun einen Großteil des zweiten Teils geschrieben, die Jahre von Käthe Paulus‘ Luftschifferei. Ich hatte mir etwas mehr Output erhofft, in Seitenzahlen gemessen, doch ich brauchte am Anfang tatsächlich erstmal Erholung und Nichtstun; mein Kopf war leer. Ab Ende der zweiten Woche kamen dann Muße und Kreativität zurück; ab dann ging’s. Ich bin zufrieden.

Heute habe ich die geschriebenen Seiten an meine Lektorin geschickt. Ich brauche ein Feedback, ob der Text in die richtige Richtung geht, denn ich kann nicht einschätzen, ob ich nah genug an der Figur bin (oder vielleicht zu nah), ob die erzählerischen Schwerpunkte die richtigen sind, ob die Entwicklung schlüssig ist und so weiter.

Was mir beim Schreiben wieder mal aufgefallen ist: Wie viel in den Jahren 1890 bis 1910 technologisch und gesellschaftlich passiert ist. Der Mensch erlebte plötzlich einen Geschwindigkeitsrausch, lernte das Fliegen, die gesellschaftliche Ordnung geriet ins Wanken, die Städte wuchsen, und das Leben nahm ganz andere Formen und Facetten an. Wenn ich höre, wie Leute heute von der Digitalisierung reden, dass sie alles Dagewesene umwirft, und wenn ich dann zur vergangenen Jahrhundertwende zurückblicke, denke ich: Jetzt übertreibt mal nicht.


Joa | Unterm Strich: Ein Tag, an dem alles möglich gewesen wäre, auch Weltrettung. Ich war dann allerdings nur noch Limo kaufen.

Abends Glückscurry mit Kürbis, Paprika und Garnelen. Vertupperung der Reste:

Drei Tupperdosen mit orangenem. stückigen Essen und Reis

Zum Hören | Die Nominierten des Deutschen Podcastpreises. Direkt mal ein paar Neuzugänge in die Podcast-App geholt.

Gelesen | Mein Weg. Carola hat in einem Jahr 50 Kilo abgenommen.

Angeguckt | The Oldest Company in Almost Every Country (That is Still in Business) – recherchiert für fast jedes Land der Erde. In Deutschland ist es das seit dem Jahr 862 existierende Staffelter Hofweingut, in der Schweiz der Gasthof Sternen (1203). Das älteste Unternehmen Österreichs ist das St. Peter Stiftskulinarium (gegründet 803). Es ist gleichzeitig das älteste Unternehmen Europas und das zweitälteste der Welt. Länger besteht nur Kongō Gumi, ein japanisches Bauunternehmen. Seine Betriebsgeschichte reicht bis ins Jahr 578 zurück. [via Correctiv-Newsletter]

Gelesen | Autorin Petra Reski wundert sich über die Plünderung ihrer Arbeit durch zwei Herren.

Angeguckt und gelesen | Grandioses Storytelling: Something is happening to Norway. Die beiden Journalist Mads Nyborg Støstad und Fotojournalist Patrick da Silva Sæther sind zwölf Monate lang durch Norwegen gereist, um den Klimawandel zu suchen. Sie haben ihn gefunden. Sehr oft sogar.

Kommentare

2 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Frau Irgendwas ist immer sagt:

    Natürlich bin ich gespannt auf’s Käthchen, vor allem da Berlin Johannisthal sozusagen zu meinem erweiterten Wohnzimmer gehört. Mit dem vertuppen war es hier gestern (fast) ähnlich. Ich habe den 25kg Sack Kichererbsen (gefühlt) vorgekocht und portionsweise weggetuppert, den Rest gab es heute als Abendbrot, lecker mit allem was nicht wegrennen konnte, abzüglich von Herrn Irgendwas ist immer.

    1. Vanessa sagt:

      Kichererbsen werden in meinem Mund immer doppelt so groß. Ich habe ein schwieriges Verhältnis zu ihnen.

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