Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Artikelinfo

Willkommen im Kännchen-Blog! Nehmen Sie sich einen Keks und schauen Sie sich um. Wenn Sie mögen, besuchen Sie die Verkaufstheke und wählen Sie aus dem reichhaltigen Angebot an Texten.

Montag, 18. März

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit | Heute ist Equal Pay Day – ein Tag, gewidmet der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Die Faktenfinder von der tagesschau erklären gut, ob es sie tatsächlich gibt, wie hoch sie ist und welche Faktoren dort hineinspielen – je nachdem, ob man die bereinigte oder die unbereinigte Gender Pay Gap zugrunde legt.

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Der Stau bin ich | Heute mal wieder eine Stunde vierzig Minuten für knapp 50 Kilometer gebraucht. Ein Holzlaster hat einen Kipplaster geknutscht, dazu der übliche Wahnsinn.

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Schatz | Im Fitnessstudio sind eine Menge neuer Menschen.

Jedes neue Jahr spült neue Darsteller in die Manege, auch das 2019er, und wer nach Karneval noch da ist, der bleibt auch. In diesem Jahr dürfen wir in den Kreis der dauerhaften Mitturner Tilda Swinton aufnehmen, in männlich, Anfang 20. Außerdem den bärtigen Jamie Oliver und die Frau mit dem Gummikörper. Darüber hinaus gibt es dieses Pärchen, er und sie, Ende 20.

Er ertüchtigt sich mit Turnvater-Jahn-Gedächtnisgymnastik: Klappmesser und andere Leibesübungen, jede knapp an der richtigen Ausführung vorbei, dafür mit einem Freifahrtschein in die Orthopädie, Blockade des Iliosakralgelenks mit Parästhesien in Extremitäten, sechsmal Physio und Wärmepflaster, dazu Ibu 600 in der Turnierpackung, viermal täglich.

Sie ist während der Vorführung an seiner Seite und empfängt seine Anweisungen, die einzeln auf „Schatz“ enden: „Die Hände hinter den Kopf, Schatz. Zehn Wiederholungen, Schatz. Danach machen wir noch was für deinen Bauch, Schatz.“

Schatz sagt nichts und turnt wie befohlen, er turnt auch. Sie turnen parallel – und Schatz mogelt manchmal. Ihre Nachlässigkeit entgeht seinem wachsamen Auge natürlich nicht, und er sieht sich bemüßigt, mahnend einzugreifen. „Waren das auch wirklich zehn, Schatz? Du schummelst doch nicht etwa, Schatz?“ Schatz streitet halbherzig ab, er ermuntert. „Komm, mach noch drei, Schatz. Dann hast du den Satz voll, Schatz. Das ist gut für deine Schenkel, Schatz.“

Seit einigen Wochen höre ich den Podcast ZEIT Verbrechen – im Auto auf langen Fahrten. Zwei Menschen besprechen dort Kriminalfälle, meist mit Vorgeschichte, oft mit Nachspiel. Ich will es nicht beschwören, aber ich meine mich an Begebenheiten zu erinnern, die so oder ähnlich begannen. Einmal endete es mit einem Schuss, ein anderes Mal war es Gift, mal war es beauftragt, dann wieder ging es wie von selbst. Und am Ende war er immer mausetot, der Vorturner.

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Gehört | Kühn hat Ärger von Jan Weiler, gelesen vom Autor. Der zweite Band mit dem wohltuend normalen Münchener Kommissar Martin Kühn.

In seiner Nachbarschaft gibt es diesmal einen Lebensmittelerpresser. Außerdem kommt ein junger Mann zu Tode. Kühn macht sich Gedanken um seine Ehe, um sich selbst, um seine Beförderung und um seine inneren Organe. Rund um diese Gedanken kommt die eigentliche Krimihandlung schmal daher. Die Geschichte ist dennoch unterhaltsam – jedenfalls ausreichend unterhaltsam für Fahrten auf der Autobahn.

Bonus: Die längste Sexszene, die ich je in einem Hörbuch gehört habe, noch dazu die pragmatischste. Schön!

Gelesen | 344 Millionen Euro für etwas, das es schon gibt. Aus Steuergeldern für den BER.

Gelesen | Noise-Canceling-Kopfhörer im Test bei einem DJ.

Kommentare

6 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Alexandra sagt:

    Schatz: Danke! Danke fürs Teilhabenlassen!
    Eine männliche Tilda Swinton – ist das aber nicht eher ein David Bowie … ?

    1. Vanessa sagt:

      Mmmh …
      //*denkt nach
      Nee.
      Auf den ersten Blick vielleicht, aber …
      … nee.

  2. Nihilistin sagt:

    Oh, das mit dem Regierungsterminal war an mir vorbeigegangen. Vermutlich stellen wir BerlinerInnen beim Thema BER die Ohren auf Durchzug. Bringt ja eh nüscht. Alle bekloppt hier.
    (Interessant ist die Beschreibung des gegenwärtigen „Regierungsterminals“ auf dem Flughafen Tegel. Schon interessant, wie man auf die Idee kommt, das neue Terminal sei nicht prunkvoll genug:
    „Im Wartebereich, einem schmucklosen Raum, in dem es gewaltig hallt, wenn mehrere Menschen dort miteinander plaudern, gibt es wie üblich einige Stuhlreihen aus Metall. Viel mehr nicht….Als sehr wichtig eingestufte Personen, die VIPs, dürfen aber in besonderen Räumen warten, den Salons. Dort können sie in Ledersessel sinken und fernsehen. Wenn auch nur mit einem Modell, das nicht auf dem neuesten Stand der Technik ist.“

    1. Vanessa sagt:

      Nun, das klingt erstmal nicht so fürchterlich, aber was weiß ich schon. Ich war dort noch nicht, und vielleicht spielen auch andere Faktoren eine Rolle, Sicherheit und EU-Bestimmungen, deshalb auch hier: Was weiß ich schon. Ich weiß nur, dass 344 Millionen Euro eine Menge Geld sind, wenn man davon Schulen und Kindergärten und Pflegekräfte bezahlen würde.

  3. ANNA sagt:

    Also mich gruselt das Schatz Pärchen mehr als der Verbrechen Podcast .

    1. Vanessa sagt:

      Man weiß es halt nicht, ne.

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