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Mittwoch, 14. November

Ich habe mich weitergebildet und mich zwei Tage lang mit Strategiearbeit für Organisationen beschäftigt. Mehr dazu.

*

Zimmer mit Aussicht am Flughafen in Düsseldorf:

Aussicht über Flughafen und angrenzende Geschäftshäuser im Abendrot

Das Beheizen und Klimatisieren von Hotelzimmern scheint eigenen Regeln zu folgen, vor allem eigenen Temperaturregeln. Offenbar gehen Hotelbetreiber davon aus, dass ihre Gäste es gerne warm haben, sehr warm sogar, besonders im November, unabhängig von den tatsächlichen Außentemperaturen, die dieser Tage sehr mild sind. Der Gast soll es heimelig haben, wir sind hier am Flughafen; er kommt möglicherweise von weit her oder fliegt für lange Zeit fort, irgendwohin, wo es kalt ist, tatsächlich oder im übertragenen Sinne. Zudem gibt es im Deutschen das Wort „Gemütlichkeit“, das es so in keiner anderen Sprache gibt, und die Gäste sind international; es muss kuschelig sein, und zu einer angemessenen Kuscheligkeit gehört eine angemessene Wärme.

Wahrscheinlich ist deshalb mein Hotelzimmer, in dem ich mich gerade befinde, auf 28 Grad geheizt. Nun gut, zugegeben: Ich habe es nicht nachgemessen, vielleicht sind nur 24 Grad, gefühlt jedoch 28.

Die Steuerung einer Hotelzimmerheizundklimaanlage ist so eine Sache. Es gibt einen Schacht unter der Decke, aus dem Luft kommt, zumindest sieht er so aus. Tatsächlich kommt dort keine Luft heraus, weder warme und kalte, zumindest nicht fühlbar, nicht für mich. Vielleicht kann eine Fruchtfliege mehr fühlen, sie ist ja viel kleiner und leichter. Oder eines dieser Tiere, die Erdbeben spüren, die erst in zwei Wochen stattfinden.

Es gibt jedenfalls ein Steuerungsgerät an der Wand, das einen Föhn zeigt. Dieser Föhn hat unterschiedliche Ausprägungen, klein, mittel und groß, sowie ein Rädchen, mit dem man in Rot und Blau sagen kann, ob man es warm oder kalt haben will.

Das Steuerungsgerät befindet sich in räumlicher Nähe zu dem Schacht. Ich kombiniere messerscharf, dass ein Zusammenhang zwischen Schacht und Steuerung besteht, ein kausaler, nicht nur ein räumlicher. Oder ist es eher ein konsekutiver: Wenn, dann …? Wie auch immer: Ich drehe am Rädchen und drücke die Föhns, in der Hoffnung, dass es kälter wird. Tut es aber nicht. Oder doch? Es ist schwierig zu sagen, denn ich habe gleichzeitig das Fenster auf. Es ist wirklich eine Affenhitze in dieser Bude, kaum auszuhalten.

Es wird aber nicht kälter, sondern wärmer. Das kennt man von zuhause: das geöffnete Fenster, die Heizung. Ich drücke also wieder den Föhn und drehe ein bisschen am Rädchen, halte meine Hand vor den Schacht. Dort aber Windstille.

Ich könnte natürlich an der Rezeption anrufen. Dafür ist sie da: dass sie mir in der Stunde der Not zur Seite steht. Ich lese allerdings auch keine Gebrauchsanweisungen, lediglich in Momenten größter Niederlage schlage ich nach und baue dann grummelnd alles wieder auseinander, was ich bis dahin falsch zusammengebaut habe. Ich bin in solchen Situationen übrigens ohne Reue, völlig im Reinen mit mir, keine Gebrauchsanweisung benutzt zu haben; es gibt keine Lernkurve. Ich fühle lediglich Wut – diese allerdings nicht auf mich selbst, sondern aufs Material, das selbstverständlich die Schuld am ganzen Dilemma trägt.

Ich setze mich also, das Fenster bleibt offen, und beginne klagend zu bloggen. Inzwischen ist es auch schon kälter geworden im Zimmer, viel kälter.

Da sag einer, es bringe nichts, Probleme aufzuschreiben.

*

Gelesen: Frau Novemberregen hilft ihrem Vater beim Getränkeeinkauf.

Kommentare

8 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. ANNA sagt:

    Frau Nessy : immer ihrer Zeit vorraus ! (Donnerstag,13.11)

    1. Vanessa sagt:

      Haha, stimmt. Ich bin, ehrlich gesagt, völlig durcheinander in den Tagen.
      Nur eins ist mir klar: Bis zum Wochenende dauert’s noch.

      (Hab’s geändert.)

  2. Thomas sagt:

    Super, und jetzt noch das Datum ;-)

    1. Vanessa sagt:

      Es war alles ein bisschen viel heute. Aber schön, dass Sie so liebevoll Teilschritte loben. Ich fühle mich direkt viel weniger als Versagerin.

      (Erledigt.)

  3. FranziS sagt:

    Vielleicht hilft das, in vielen Hotels ist die Klimaanlage so eingestellt das sie nicht anspringt wenn das Fenster auf ist… ;)

    1. Vanessa sagt:

      Das wäre clever.

  4. Abigail sagt:

    Hallöchen,

    ich bin ja eher der Typ Mensch, der es warm braucht. Ich habe, das beschriebene Problem in Hotelzimmern, dann eher im Sommer. Die Klimaanlage ist gefühlt auf -10 Grad eingestellt und sobald ich den Raum betrete, friere ich. Meist ist dann erst einmal mein erster Schritt Klimaanlage aus und Fenster auf. Kann also das Leiden sehr gut nachvollziehen, auch wenn es mich eher in die andere Richtung trifft.

    Viele Grüße
    Abigail

    1. Vanessa sagt:

      Es ist ja nicht nur die Grundwärme in einem Zimmer, auch die Art der Wärme. Dieses Staubige, Drückende, Überheizte ist es, was es schwierig macht.

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