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Dienstag, 20. März

20. 03. 2018  •  11 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Expeditionen«

Heute, und das muss auch mal sein, ein mäßiger Tag in Italien.

Zunächst einmal ist es schweinekalt. Immerhin gab das Wetter heute Morgen Anlass zu bescheidenem Optimismus, denn es regnete nicht. Ich suchte mir eine Wanderung aus meinem Büchlein und startete in Richtung Montemonaco. Doch dort angekommen:

Straße im Nebel mit Bäumen als schwarze Schatten

Nebel. Auf dem Bild – das ist noch bescheidener Nebel. Es war zwischendurch so neblig, dass ich die Kreuzung nicht sah, auf die ich gerade zufuhr – und auf der ich dann stand. Lustige Sache. Die Wanderung fiel also aus.

Ich suchte mir eine Alternative 600 Höhenmeter weiter unten und ein Stück weiter im Norden: ein flacher Spaziergang durch ein Naturschutzgebiet. So gurkte ich 50 Kilometer von Dorf zu Dorf durch die Marken. Ich kann nun mit Fug und Recht behaupten, dass ich ein Großteil des Gebiets durchkämmt habe.

Das Kloster Chiaravalle di Fiastra gibt es seit dem 12. Jahrhundert.

Abbadia Chiaravalle di Fiastra

Das Kloster wurde aus den Steinen der römischen Siedlung Urbs Salvia errichtet. Urbs Salvia stammt aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus.

Bis ins sechste Jahrhundert nach Christus wurde die Siedlung bewohnt. Danach haben die Menschen sie verlassen. Der nahe gelegene Ort Urbisaglia wurde nach der Siedlung benannt. Heute stehen von der Urbs Salvia noch ein paar Mauern und ein Amphitheater – aus dem Rest der Steine haben die Mönche ihr Kloster gezimmert.

Alter Mauer mit Bank und einem Baum

Die Wanderung führte einen Fluss entlang, durch das nahe gelegene Naturschutzgebiet, einen Hügel hinauf und wieder hinunter – und eben zur Siedlung.

Abbadia Chiaravalle: Naturschutzgebiet - Allee mit Wieder

Dabei gelernt: Die gemeine deutsche Ente heißt auf Italienisch Germano Reale. Der Eisvogel heißt auf Italienisch Martin Pescatore – Martin, der Fischer.

Tafel mit Vogelarten

Es war saukalt. Ich musste Handschuhe anziehen und meine pinke Wandermütze aufsetzen. Im Wald war es matschig, nein, matschig ist kein Ausdruck: morastig, und irgendwie war die Stimmung mäßig. Jetzt regnet es in Strömen, und ich gehe einfach ins Bett.

Baum mit Moos

Tagwerk: 12 Kilometer
Höhenmeter: nur wenige

Der ausgedehnte Spaziergang ist die Wanderung Nummer 40 im Rother Wanderführer Marken/Adriaküste.

*

Morgen geht es weiter und einen großen Sprung Richtung Heimat: 500 Kilometer zurück in den Norden. Meine letzte Station in Italien für diese Reise ist Bianica am Lago d’Iseo, Iseosee. Er liegt zwischen Gardasee und Comer See nördlich von Bergamo.

Ich habe eine neue Karte gemalt. Sie zeigt sehr schön, warum ich sonst mit professionellen Grafikern und Grafikerinnen zusammenarbeite.

Landkarte

Der geschenkte Monat:

  1. Quattro Castella, Emilia Romagna (24. Februar – 2. März)
  2. Montefiascone, Lazio (2. – 10. März)
  3. Capelle Sul Tavo, Abruzzen (10. – 16. März)
  4. Carassai, Marken (16. – 21. März)
  5. Bianica, Lombardei (21. – 26. März)
  6. Langenthal, Oberaargau, Schweiz (26. – 28. März)

Rückfahrt via Heidelberg.

*

Gelesen: *schmatz* – Buddenbohm Senior steht in der Kassenschlange. Hinter ihm eine telefonierende Dame, und wir wissen alle, was er daraus macht: einen guten Text.

Gelesen: Frau Kaltmamsell hat sich noch einmal mit dem Film Call me by your name auseinander gesetzt, siehe gestern.

*

Musik: Benji & Fede – Buona Fortuna

Kommentare

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  1. buntesocke sagt:

    Es ist ein Genuss ihre täglichen Berichte zu lesen. Fast ein bisschen Stellvertreter-Urlaub. Ihre Karte ist doch sehr schön. Man kann alles erkennen. Ich zeichne übrigens beruflich die Wanderkarten für viele Rother Wanderführer (leider nicht Marken). Wenn ich das nächste Belegexemplar bekomme, frage ich sie, ob es zu ihren Urlaubsplänen passt. (Ich kann es doch nicht ungenutzt ins Bücherregal stellen).

    1. Vanessa sagt:

      Ach, guck an. Welch eine Ehre!
      Ich bin glückliche Nutzer der Wanderführer – und der Wanderführerkarten. Gut gemachte Dinger.

      Das Angebot nehme ich gerne an, sollte es sich mal ergeben.

  2. Iris sagt:

    Uuiiii – Deine nächste Station liegt ja wieder mitten in steilen Bergen – irgendwie das Thema Deines Reisemonats. Aber die Gegend um den Lago d’Iseo ist schön, vor allem die kleinen (Pass)Straßen Richtung Lago d’Idro – tolle Ausblicke!!

    Danke, dass Du Deine Leser getreulich jeden Tag mit tollen Bildern und spannenden Erlebnissen belohnst und sogar noch aus Regen- und Ruhetagen eine schöne Geschichte machst.

    1. Vanessa sagt:

      Guter Tipp! Ich habe noch keinen Plan, was ich hier machen kann.
      Da ich nicht wusste, wo ich hin wollte, habe ich auch keine Reiseführer.
      Nur ein paar Wanderführer hatte ich bestellt.

  3. Caro sagt:

    Ach, wie schön, Iseo-See! Dort war ich jahrelang auf Jugendfreizeiten auf der Monte Isola und habe sogar jetzt noch die tolle Landschaft vor Augen.
    Gute Reise weiterhin und vielen Dank fürs Mitnehmen!

    1. Vanessa sagt:

      Ach, welch ein Zufall. Die Vermieterin hat mir einen Fährplan dagelassen.
      Vielleicht schipper ich mal übers Gewässer.

  4. Elfe sagt:

    Die Karte ist doch ganz ordentlich – oder meinen Sie, Grafikprofis hätten Ihnen eine Route zusammengestellt, die die Form einer Eiswaffel ergibt? Aber wer weiß, ob Sie dann so viele schöne Begegnungen hätten aufschreiben können.
    Ihr Rückweg führt Sie ganz nah bei uns vorbei. Wenn Sie mögen, zeigen wir Ihnen in da, wo das Spaghettieis erfunden wurde, unsere Lieblingsgelateria! Bisher habe ich die Saison noch nicht eröffnet, aber mit einer Expertin dabei …

    1. Vanessa sagt:

      Mail ist raus.

  5. Frau-Irgendwas-ist-immer sagt:

    Und, haben sie Martin Pescatore auf der Germano Reale sitzen sehen? *tschuldigung, Clown gefrühstückt*

    1. Vanessa sagt:

      Beiden war es nicht nur zu kalt, um Liebe zu machen. Es war ihnen sogar zu kalt, überhaupt rauszugehen. Nix gesehen!

  6. Antje HAMMER sagt:

    Oh, Sie fahren ja via Basel: Lust auf einen (Italienisch schen) Kaffee?!
    lG
    antje

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