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Donnerstag, 22. Februar

Früher Start in den Tag. Fahrt mit dem Auto zum Park & Ride und Fahrt mit dem ÖPNV zur Freiheizhalle, zur Konferenz 48forward.

Richard Gutjahr, Anna Klose auf der Bühne

Eine durchwachsene Veranstaltung, ich bin eher gegangen. Zu wenig neue Erkenntnisse. Zu viele Speaker, die leider schlimm-denglische Pidgin-Aussprache hatten, so dass ich mich kaum auf den Inhalt konzentrieren konnte. Warum die Veranstaltung komplett in Englisch gehalten wurde, ist mir ein Rätsel: Gefühlt 99 Prozent der Besucher und 75 (80? 90?) Prozent der Speaker waren deutschsprachig. Vielleicht wirkt es einfach toller und internationaler.

Zusammenfassung: Okaye Keynote von Nico Lumma, allerdings ohne neue Erkenntnisse. Guter Impuls von Martin Wezowski, dem Chief Innovation Officer von SAP: auch nichts wirklich Neues, nur gut verpackt. Am interessanten war noch die Session des Esten Kaspar Korjus über die Idee der E-Residency  Estlands: das Konzept einer digitalen Nation, in der jeder Mensch digitaler Bürger werden kann. Ein Land ohne Territorium, in dem Firmen gegründet werden und Communites entstehen.

Ich habe die wesentlichen Gedanken der vergangenen vier Veranstaltungen mal in einem Beitrag zusammengefasst: Fünf Einsichten aus vier Konferenzen: Autonome Maschinen, digitale Nationen und worauf es in Zukunft ankommt

*

Hier ist Murmansk: Eiskälte, Wind, dampfende Gullis. Nachdem ich die 48forward frühzeitig verlassen habe, bin ich vom Hauptbahnhof zum Odeonsplatz gelaufen, um mir ein bisschen die Beine zu vertreten. Die Stoffhose war dünn, der Wind war schneidend und blies mir den Schneegriesel waagerecht in die Augen. Das war … grmpf. Ich möchte nicht jammern, aber … mimimi.

Am Park & Ride durfte ich dann das Auto freikratzen. Danach fuhr ich ins Appartment, arbeitete zwei Stunden, und als ich nochmal zum Supermarkt wollte, musste ich das Auto wieder freikratzen. Im Supermarkt war ich dann zehn Minuten, kaufte Bananen und Zeugs für die morgige Fahrt, und als ich wieder rauskam, war das Auto erneut zugefroren. Innerhalb von ein paar Minuten ist der Griesel an der Windschutzscheibe festgefroren. Oaaaar!

Tanken, Sibirien-Optik:

Tankrüssel im Auto, auf der Karosserie festgefrorener Schnee

Ja, ich bin die Fürstin der Finsternis. Ich fahre Diesel.

*

Gelacht: über Alexa Eco Silver, das Alexa für die gesetztere Nutzerschaft:

Gelesen: Kein Interesse – über Smalltalk ohne Gegenfragen.

Ich habe ein Partyspiel erfunden. Es geht so: Man geht auf eine Veranstaltung, auf der man möglichst wenige Leute kennt. Holt sich ein Bier, stellt sich irgendwo hin, wartet, bis noch jemand, der fast niemanden zu kennen scheint, mit einem Bier in der Hand zufällig neben einem steht. Den lächelt man dann freundlich an und fragt irgendwas Harmloses, zum Beispiel: »Und woher kennst du den Gastgeber?« Von diesem Moment an stoppt man die Zeit – und zwar bis zur ersten Gegenfrage. Mein persönlicher Rekord liegt bei zweiundfünfzig Minuten

Ich habe vergangenes Jahr eine zeitlang Onlinedating gemacht. zum Beispiel mit ihm: Kurzes Hin- und Hergeschreibe, launig und sympathisch, dann Telefonat. Schleppender Gesprächsanfang, von ihm kommt nichts. Ich stelle eine Frage. Er beantwortet die Frage. Pause. Ich stelle eine weitere Frage. Er beantwortet die Frage. Pause. Und Pause. Ich sage etwas. Pause. Ich stelle eine Frage. Er beantwortet die Frage. Pause. Nach dreißig Minuten frage ich ihn, wie er das Gespräch findet. Er: „Du bist die erste Frau, mit der ich keine langen Gesprächspausen hatte. Das gefällt mir sehr.“

Die anderen Geschichten – die mit dem Tüpen, der ab 16 Uhr nur noch Landwirtschaftssimulator spielt; die mit dem dressierten Hund; die mit dem Mann, der am Telefon nur weinte; die mit dem Tüpen, der nichts mit seinem zweijährigen Kind zu tun haben will; das Date mit dem Lehrer, der einen Abend lang über sein hartes Berufsleben monologisierte (ohne eine Frage zu stellen) – erspare ich Ihnen. Kuriositätenkabinett.

Gelesen: The Boys Are Not All Right – darüber, was die Amokläufe in den USA verbindet. Das ist, neben der Waffengewalt: das Geschlecht der Täter. Alle Amokläufer in den USA waren bislang Jungs.

Boys, though, have been left behind. No commensurate movement has emerged to help them navigate toward a full expression of their gender. It’s no longer enough to “be a man” — we no longer even know what that means.

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Kommentare

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  1. ANNA sagt:

    Also ich sitze imaginär im Café und gucke dem Schneetreiben draußen zu und warte bis Sie liebe Frau Nessy irgendwann doch mal nen Schwank aus dem Kuriositätenkabinett erzählen wollen :)

    1. Vanessa sagt:

      Ich persönlich finde ja die Hundegeschichte am besten.

  2. Franziska sagt:

    Die Geschichte mit dem Landwirtschaftssimulator könntest du deiner Leserschaft ruhig zumuten!

    1. Vanessa sagt:

      Vielleicht gebe ich es demnächst mal zum Besten.

      Zur Einstimmung: https://www.youtube.com/watch?v=mk2Rqy-oUMI
      (Auch Seitenleiste beachten, „Stroh für die Schweine“ und „Dynamischer Boden“)

  3. Miriam sagt:

    „Tell me why?“
    „I don’t like mondays.“
    Nicht alle. Einer der ersten oder sogar der erste (bin mir da grad unsicher) war ein Mädchen . Ansonsten aber, ja.

    1. Vanessa sagt:

      Tatsächlich? Okay – würde jetzt nichts an der These des Artikels ändern, denke ich.

  4. ck sagt:

    > Die anderen Geschichten

    Ha, ich wittere ein neues Blog.

    1. Vanessa sagt:

      Nein. Nein, nein.
      Auch wenn es eine Recherche wert wäre.

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