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Freitag, 12. Januar

300 Kilometer nach Süden gefahren. Dabei Instrumentalmusik gehört. Vielen Dank für die Tipps. Ich bin noch dabei, alles aufzuarbeiten. Ich habe mir Game-Musik runtergeladen. Außerdem noch ein bisschen Einaudi und Yann Tiersen.

Dabei bin ich auf Elijah Bossenbroek gestoßen.

Tolle Stücke. Und verdammt, der Mann sieht auch noch gut aus.

*

Wie viele Menschen seit Jahren oder Jahrzehnten ein Leben leben, das sie nicht leben möchten. Die ein Familienleben leben, in dem sie sich seit Jahren nicht wohlfühlen. Die sich jahrzehntelang auferlegen, dass sie ihre Homosexualität nicht leben dürfen und sich damit quälen. Die am liebsten eine andere Arbeit machen würden (und finanziell und persönlich auch könnten), aber immer wieder Gründe finden, warum es nicht geht, und daran zerbrechen.

Mir ist aufgefallen, dass all diese Menschen (mehr Männer als Frauen), denen ich in der jüngeren und älteren Vergangenheit begegnet bin, starke Väter (seltener Mütter) hatten. Solche Väter, die sehr dominant sind, die viel verlangen, die wenig reden, schon gar nicht über Gefühle.

(Gedanken während der Autofahrt.)

*

In Heidelberg angekommen. Im Gasthaus zum Klosterhof in Ziegelhausen zu Mittag gegessen.

Salat mit Apfelschorle und Brot

Anschließend bin ich über den Wald am Neckarhang und den Philosophenweg in die Stadt gegangen. Das sind circa sieben Kilometer und hat fast schon Tradition: Wenn ich früher ankomme, als die Freundin Feierabend hat, parke ich bei ihr vorm Haus und laufe in die Stadt, wo sie mich aufgabelt.

Auf dem Weg gibt’s schöne Blicke ins Neckartal. Bisschen grau halt:

Heidelberg

Außerdem stehen viele alte Bäume rum.

Baumwurzel am Hang

Auf dem Weg mehrmals Ihn und Sie überholt, mal war ich diejenige, die langsamer ging, mal waren sie langsamer, mal bin ich stehengeblieben und habe ins Tal geschaut, mal sie. Sie unterhielten sich den ganzen Weg. Ich verstand nicht, worüber, und hätte ohnehin nicht zuhören wollen. Ich spürte nur an ihren Gesten, an ihrer Mimik und an den Redeanteilen, wie sehr sie einander mögen – und wie gut sie einander zuhörten. Ich freue mich für die beiden. Das ist ein Geschenk.

 

Kommentare

2 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Kvinna sagt:

    Das mit den Vätern reicht weiter zurück. Und die Zusammenhänge sind erschütternd. Stichwort Kriegs- und Nachkriegsjahre; was so alles unbearbeitet weiter gegeben wird von Generation zu Generation, ich bin immer wieder wie vom Donner gerührt, wenn ich mich mit dem Thema befasse.

    Ich kann die Bücher von Sabine Bode, einer Kölner Journalistin, empfehlen. Sehr.

    1. Vanessa sagt:

      Kenne ich, ja. Das ist ziemlich augenfällig, wenn man die Bücher und die Forschung dazu kennt.

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