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Was schön war im Januar – mit Gedankenspielen zu Kotlas in Nordwestrussland

2. 02. 2017  •  11 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Die Rubrik „Was schön war“ ist ein bisschen eingeschlafen. Deshalb hier die Erweckung.

  • Den Liedermacher Nils Koppruch entdeckt. Und erfahren, dass er schon gestorben ist. Oh mann. Aber trotzdem schön, dass er so tolle Musik gemacht hat. Das Lied hier höre ich gerade sehr gern:

  • Die Eichhörnchen im Garten werden mehr, mutiger und zutraulicher. Sie sind jetzt zu Dritt und jeden Tag zu Gast auf der Terrasse, wo sie Nüsse und Sonnenblumenkerne essen. Verfressenes Pack.
  • Die Turneinheiten im Fitti werden intensiver, und bald ist das Wetter auch so, dass ich wieder draußen joggen gehen kann. Theoretisch kann ich natürlich bei jedem Wetter joggen, aber nach der Bronchitis des Todes und immer wieder aufflammendem Mimimi aus den Bronchien bin ich bei Temperaturen unter zehn Grad vorsichtig und trainiere lieber inhouse. Das Fitti hat außerdem einen neuen Cardiopark, Laufbänder und Fahrräder und Rolltreppen, die mir entgegenlaufen und die ich hochsteigen kann, dazu Crosstrainer, bei denen ich die Schrittlänge selbst variiere. Das ist toll.
  • Die Übernachtungen für die re:publica gebucht, Die Fabrik in Kreuzberg. Die Fabrik ist fünf Kilometer von der Station entfernt. Das kann man gut mal laufen. Außerdem sind zwei Parks in der Nähe, falls es mich überkommt und ich joggen möchte (unwahrscheinlich). Ich werde von Sonntag bis Donnerstag bleiben, ganz gechillt, um viele Menschen zu treffen. So sind erstmal die Planungen.

Die geplante Reise nach Sankt Petersburg wird nichts: Der Sohn meiner russischen Freundin wird nicht wie vorgesehen sein Basketballtrainingslager dort haben. Also treffen wir uns auch nicht dort. Stattdessen reist seine Mannschaft nach Kotlas – eine Unternehmung von Dynamo Moskau, um benachteiligte Regionen Russlands zu fördern. Kotlas, 60.000 Einwohner, gelegen in der Oblast Archangelsk, ist Zentrum der russischen Holz- und Papierindustrie, etwa 1.000 Kilometer nordöstlich von Moskau. Es gibt viel Gegend dort beziehungsweise ist, wie meine Freundin ironisch schreibt, „very remoted.“ Der Zug, schreibt sie weiter, der die Kinder 23 Stunden lang von Moskau nach Kotlas fährt, fahre weiter bis nach Vorkuta, Sibirien, direkt ins Gulag, „lovely territory“. Die Kinder „werden eine unvergessliche Woche dort verbringen“, Zwinkersmiley.

Ich bin bekanntermaßen für abseitige Aktionen zu haben. Schließlich bin ich auch mit estnischen Fernbussen bis an die estnisch-russische Grenze gereist, um in einer Turnhalle zu sitzen und dem Jungen beim Ballspielen zuzuschauen. Bei derartigen Reisen erlebt man am meisten und außerdem die unerwartetsten und schönsten Dinge. Gerade Reisen an völlig untouristische Orte sind super; die Menschen in Kotlas sind bestimmt sehr gastfreundlich. Aber von Deutschland nach Moskau und von dort einen Tag und eine Nacht lang mit dem Zug in die russische Top-Destination für Papierliebhaber – und einige Tage später alles wieder zurück: Das ist dann auch eine Zeitfrage. Wir werden uns ein anderes Ziel für unseren nächsten russisch-deutschen Austausch suchen.

Kommentare

11 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Nihilistin sagt:

    Hui hui. Die Fabrik ist so mittig-mittig auf der fettesten Ausgehmeile für spanisch-italienisch-amerikanische Backpacker-Kids. Da werden Sie locker um 10Jahre verjüngt. Hatten Sie Lust auf ein Hostel?
    Für den Spazierweg Fabrik-Hostel kann ich Ihnen dann einen schönen Weg am Landwehrkanal aufzeichnen. Würde Ich Ihnen bei Interesse zumailen können.
    Joggen sollten Sie im Görlitzer Park eher nicht. Sie würden wegen Doping gesperrt werden (zu viele Dealer)
    Ich werde dann regelmäßig am Station-Gelände vorbeiradeln auf dem Weg zur Arbeit und mal rüberwinken.

    1. Nessy sagt:

      Lust auf ein Hostel – nun ja, ich habe nichts gegen Hostels, und ich hatte Lust auf eine erschwingliche Unterkunft. Ich werde mich schließlich nur zum Schlafen dort aufhalten. Da brauche ich nicht viel Plüsch.

      Gerne nehme ich die schöne Strecke am Kanal entlang!

  2. jpr sagt:

    Wenn Ihnen die Eichhoernchen nicht liegen, legen Sie sich Voegel zu. In der alten Uni-Mensa gab es Spatzen, die seelenruhig am Tischende sassen und einem wenn man weggesehen hat das Sandwich vom Teller geklaut haben. Sehr possierlich.

    „Very remoted“ hingegen klingt so, als wollte ich das in meinen Wortschatz aufnehmen, einfach weil es nach einer grandiosen Beschreibung von Gegend klingt. Viel mehr, als der andere Umstand, dass sie eben von Moskau mal eben 1000 Kilometer nach irgendwo fahren koennen und immer noch im gleichen Land sind (Gefuehle eines Mitteleuropaers zu Grenzen halt).

    1. Nessy sagt:

      Es geht danach bestimmt noch 5.000 Kilometer weiter. Das ist sehr spannend. Überhaupt, die Entfernungen. Nach Riga und Tallinn fahren die Russen mit dem Auto, das sind auch etwa 1.000 Kilometer. Irgendwie hatte ich nicht vor Augen, dass das gehen könnte. Man macht sich halt wenig Gedanken außerhalb der eigenen Grenzen.

      Die Eichhörnchen mag ich gern. Sie sind putzig, immer ein bisschen gehetzt und verwirrt. Das macht sie sympathisch. Vögel sind in diesem Winter selten. Die Population hat sich seltsam ausgedünnt. Darüber werde ich auch im Gärtnerinnenblog noch schreiben.

    2. Frau Vorgarten sagt:

      außer Amseln. Der NABU sagt, deren Bestände sind stabil.
      und an den böseböse-Elstern kanns nicht liegen, da gibts auch massive Bestandsrückgänge zu verzeichnen.
      Kalter, nasser Juni, was die Hauptbrutzeit der meisten Singvögel ist, Küken erfroren und verhungert. Zwei gute Jahre, dann sind es wieder viele.
      Ich hoff es.

  3. kaltmamsell sagt:

    Es würde mich arg freuen, Ihr Lächeln bei dieser Gelegenheit mal live und in Farbe zu erleben.

    1. Nessy sagt:

      Ja! Bitte. Umgekehrt auch. Ist abgemacht!

  4. Sandra sagt:

    Und von der Fabrik aus sind es 350 Meter bis zum Burgermeister am U-Bahnhof Schlesisches Tor, der neben einer skurrilen Location (ehemaliges Toilettenhäuschen unter Hochbahnbrücke) auch leckere Burger hat. Zumindest beim letzten Besuch, so was kann sich ja schon mal ändern. Wenn Sie den Weg am Kanal lang nehmen, winken Sie meiner alten Wohnung. Und wenn Ihnen mal der Sinn nach einem anderen Weg steht, schwenken Sie über den „Prinzessinnengarten“. Dienstags können Sie auch gut am Kanal entlang den Wochenmarkt besuchen, da gibt es allerlei Leckereien, mit denen man sich für ein Picknick versorgen kann. Aber wahrscheinlich bleibt vor lauter Republica gar keine Zeit … (Ich beneide Sie, werde aber so oder so anderweitig zu dieser Zeit beschäftigt sein ;-))

  5. Marlies sagt:

    Bitte unbedingt Ohropax mitnehmen – ich hatte in dem Hostel die schlaflosesten Nächte meines Lebens. Wenn sie sich wie ein Berliner Hipster fühlen möchten, unbedingt einen Abstecher zum Club der Visionäre machen, ist gleich um die Ecke und lohnt sich aufgrund der Lage am Wasser immer.

  6. Johanna sagt:

    Ich empfehle da wärmstens – sofern nicht schon bekannt – Nils Koppruchs und Gisbert zu Knyphausens gemeinsames Album „I“.
    Himmel, was für Namen das sind. Aber die Musik ist es wert.

  7. Trude sagt:

    Schade das mit Kotlas. Mein Paps war in Workuta im Gulag (7 Jahre) und seinem Wunsch entsprechend haben wir ihn vor 3 Jahren begleitet – eben dorthin. War eine schöne Zugfahrt, kann man empfehlen, bekommt man so nie nicht geboten. Also überlegen Sie…Russland pur.
    Viele Grüße immer wieder.
    PS: für Berlin wünsche ich viel Freude.

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