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Expedition nach Hamburg

25. 08. 2015  •  23 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Expeditionen«

Am Wochenende war ich in Hamburg.

Blick vom Michel: Panorama über Elbe, Elbphilharmonie und Hafen

Ich war schon ein paar Jahre lang nicht in Hamburg. Es war Zeit, wieder hinzufahren. Ziel- und anlasslos – so, wie ich manchmal nach Berlin fahre. Oder nach München. Es gibt halt Städte, die mag ich regelmäßig besuchen. Außerdem wohnen in jeder Stadt Blogger oder Twitterer. „Man kann sich ja auch mal offline treffen“, denke ich mir bisweilen, wenn ich meinen sozialen Tag habe – so von Mensch zu Mensch, mit angucken.

In Hamburg wohnt zum Beispiel Frau Zimt. Nach einer Fahrt im Saunaexpress IC 2218 begrüßte sie mich stilecht mit einem kalten Astra. Das war schonmal ein guter Einstand ins Wochenende; und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, gab es später an der Elbe noch ein zweites, während wir aufs Wasser starrten.

Eine Flasche Astra Alsterwasser vor der Kulisse der Elbe mit Hamburger Hafen

Aufs Wasser starren ist eine sehr beruhigende Sache und, wie sich herausstellte, eine der Tätigkeiten, die man in Hamburg besonders gut tun kann, auch als Laie. Der Wind wuschelt durch die Haare, Wellen klatschen gegen das Ufer, Schiffe ziehen vorbei. Es gibt keinen Grund, an etwas zu denken. Außer daran, wie der Wind wuschelt und die Wellen klatschen.

Natürlich muss man in Hamburg Bötchen fahren. Allein schon, um sich schunkeln zu lassen. Das ist dann sozusagen Wasserstarren, Level 2. Der HVV, der öffentliche Nahverkehr, bietet zu diesem Zweck freundlicherweise kostengünstigen Wassertransport an.

Hafenrundfahrt. Frau Nessy spiegelt sich im Außenbordspiegel.

Mit dem HVV sind wir an einen Strand gefahren. Von dort aus starrten wir wieder aufs Wasser.

Elbstrand. Leute baden. Containerschiff fährt vorbei.

Sie könnten jetzt den Eindruck gewinnen, als seien meine Freizeitaktivitäten in Hamburg etwas einseitig gewesen. Das stimmt so nicht, ich bin auch durch die Gegend gelaufen, durch den Elbtunnel, ich habe den Michel erklommen, war shoppen (<3), habe Urzeitdinge angeschaut und so viel Knoblauch gegessen, dass Stechinsekten vor meinem Gesicht ohnmächtig zu Boden fielen. In diesem Zusammenhang ein Tipp (#serviceblog): Wenn Sie in Hamburg Indisch essen gehen möchten, tun Sie das bei Ashoka. Frau Zimt, die Welt des Wissens und ich – wir waren so vollgefuttert, es ging am Ende nicht mal mehr ein Mangolassi rein.

Nichtsdestotrotz: Dasitzen und gucken ist in Hamburg eine der top Urlaubsaktivitäten – Leute, Schiffe, Hunde, Möwen, Spatzen, noch mehr Leute, noch mehr Schiffe.

Immer, wenn ich am Strand sitze oder ich Seeluft atme, werde ich übrigens unglaublich müde. Am Elbstrand bin ich nur deshalb nicht eingeschlafen, weil meine angewinkelten Beine ständig umfielen. Am Abend berührte mein Kopf kaum das Kissen, schon lag ich im Tiefschlaf. Keine wilden Träume, keine Grübeleien, kein Fremdeln, kein Wachliegen, kein Herumwälzen. Sehr erholsam, dieses Hamburg. Hätte ich keinen Grund gehabt aufzustehen, läge ich heute noch dort, den Mund leicht geöffnet, aus dem Rachen ein rhythmisches Röcheln.

Der Anlass, warum ich mich trotzdem erhob, war die liebe Frische Brise.

Was Hamburg im Übrigen auch sympathisch macht: Am Bahnhof werden Waffeln am Stiel verkauft. Auf der internationalen, 10-stufigen Waffelskala bekommen die Waffeln mindestens eine 8, wenn nicht gar eine 9. Das ist ganz klar Waffel-Champions-League.

Tschüss, Hamburg! Herzwaffel vor Bahnhofskulisse.

#

Mehr Bilder:

Elbe, im Vordergrund: Totenkopfmalerei auf Stein

Landungsbrücken

Michel-Hochhäuser

Michael: Treppenhaus

Alter Elbtunnel. Blick in die Flucht des Tunnels. Fahrradfahrer in der Ferne.

Alter Elbtunnel: Blick von unten in die Kuppel des Eingangs

Alter Elbtunnel: Eingang. Blick von oben auf Passanten durch ein gespanntes Netz.

Portugiesisches Viertel: Vespa vor buntem Beet

Altbaufenster mit einem auf die Fassade gemalten Rotkehlchen.

Hamburg, Dom: Riesenrad bei Nacht

Bis zum nächsten Mal, Hamburg!

Kommentare

23 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. dat Birgit sagt:

    Und kein Franzbrötchen gegessen?

    1. Nessy sagt:

      Doch. Auf der Rückfahrt: ein Milchreisfranzbrötchen.
      Ist aber kein Vergleich zur Waffel.

  2. Feathers McGraw sagt:

    Gibts die Waffeln am Stiel nicht auch in Dortmund am Bahnhof? Das war mir da immer am liebsten.

    1. Nessy sagt:

      Gibt’s. Fand die in Hamburg aber besser, weil heller.

  3. Waffeln am Stiel. Wieso habe ich das nicht gemacht.
    Ich bin gestern von Stockholm über Hamburg nach Haus gereist und der IC war auch ein Saunaexpress.

    1. Nessy sagt:

      Den Gedanken, wie viel Schweiß in diesen Polstersesseln ist, möchte ich nicht weiter verfolgen.

    2. Oder was sich alles auf den Toiletten befindet… Oder unter den Sitzen… wie staubig es da teilweise ist…

  4. Anne sagt:

    Ich glaubs ja nicht! An genau DEM Rotkehlchen sind wir letztens auch vorbeigelaufen beim Hamurg-Tages-besuch :-) Hihi
    Tolle Stadt. Die Waffeln schreib ich mir für den nächsten Besuch direkt auf die Liste, danke :-)

    1. Nessy sagt:

      Das berühmteste Rotkehlchen Hamburgs offenbar.

  5. Sandra sagt:

    Milchreisfranzbrötchen? Ich möchte eins! Wo gibt es die? (Der nächste Hamburgbesuch ist nicht mehr fern …)

    1. Nessy sagt:

      Im Franzbrötchenshop im Bahnhof. Einheimische gaben zu Protokoll, er existiere nur für die Touristen und nur klassische Franzbrötchen seien die einzig wahren. Ich gebe das Vollständigkeit halber so wieder.

    2. FrauZimt sagt:

      Genauso ist das auch. Der ganze Schnickschnack am Bahnhof (Schoko-, Streusel-, Milchreisfranzbrötchen und sonstiger Schnickeldi) ist Tourisache. Der Hamburger Kenner genießt sein Franzbrötchen puristisch. Guter, butteriger Franzbrötchenteig und Zimtzucker, mehr braucht es nicht.

      *gesendet vom gemütlichsten Sofa der Stadt*

    3. Zaphod sagt:

      Och, ein paar Rosinen zu dem Zimtzucker dürfen es schon sein. Aber Milchreis? *kopfschüttel* . Das nimmt langsam Ausmaße an mit diesen seltsamen Kreationen.

    4. Nessy sagt:

      Rosinen sind des Todes.

    5. Marco sagt:

      Und ehrlich gesagt sind an dem Touri-Franzbrötchenstand im Bahnhof (Franz & friends) auch die normalen Franzbrötchen nicht so richtig gut. Also dort diejenigen, die keine Ahnung haben, ein wasauchimmer-Franzbrötchen kaufen lassen und selbst bei einem Bäcker ein gutes normales Franzbrötchen kaufen. Oder selbst machen :)

    6. Sandra sagt:

      Ich habe letztens einen netten Artikel über einen Hamburger Bäcker gelesen, bei dem ich mal ein Franz Örtchen erstehen werde. Und rein zu touristischen Testzwecken werde ich das Milchreis-Exemplar kaufen.

    7. Sandra sagt:

      Brötchen. Dieses IPad hat eigene Vorstellungen. Und kein Bedürfnis nach Brötchen.

  6. Jasmin sagt:

    Ist das Riesenrad vom DOM? Das Fest war ganz nach meinem Geschmack. War letzten November in Hamburg u. ganz sicher nicht das letzte Mal, eine tolle Stadt. Da kommt etwas Neid auf =)

    1. Nessy sagt:

      Je, genau: Dom. Der Geruch von Popcorn und gebrannten Mandeln, Paradiesäpfeln und Zuckerwatte.

  7. Nicki sagt:

    Ja, ich so als gebürtige und noch immer hier lebende Hamburgerin kann den Bericht von Frau Nessy vollumfänglich bestätigen. Vor allem den Part mit wuscheln lassen und starren ;-)

    1. Nessy sagt:

      Das Wetter sollte nur immer so sein wie am Wochenende.

  8. Dein Besuch war ein Gewinn für die Hansestadt ❤

  9. Ich schließe mich der frischen Brise an. Es war ein großes Pläsir, Sie kennenzulernen.

    Die besten Franzbrötchen für mich sind die mit Streuseln beim Kiosk in der Nähe der Fabrik. Woher diese ursprünglich stammen, weiss ich nicht, aber sie sind genial.

    Waffeln am Stiel gibt es auch beim hiesigen Wildpark Schwarze Berge. Da dies mein erster und einziger Versuch war, kann ich zu ihrer Qualität nichts sagen.

Die Kommentare sind geschlossen



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