Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Die Aufgaben des Beautywarts in einer Handball-Damenmannschaft

20. 09. 2016  •  9 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Turnen«

In einer Mannschaft gibt es vielfältige Aufgaben. Kassenwart zum Beispiel, das kennt man. Das ist die Spielerin, die die Mannschaftskasse führt und die Beiträge einsammelt. Außerdem überwacht sie die Strafenliste. Strafe muss man zahlen, wenn man zu spät zum Training kommt, zum Spiel nicht absagt, seine Socken vergisst oder eine Verwarnung wegen Meckerns kriegt.

Ein weiteres Beispiel ist der Kistenwart. Das ist die Spielerin, die die Bierliste führt. Sie überwacht, dass immer eine Bierkiste für nach dem Spiel da ist und dass auch diejenige eine Spielkiste mitbringt, die tatsächlich dran ist. Kommt es zu Änderungen in der Kistenmitbringreihenfolge, etwa durch Krankheit oder ungeplantes Nutzenmüssen öffentlichen Nahverkehrs, passt der Kistenwart die Liste an und sorgt wieder für Ordnung.

Ich bin nun Beautywart. Der Beautywart füllt ein Beautytäschchen mit allen Style-, Pflege- und Hygieneartikeln, die die Damen vergessen könnten. Denn stellen Sie sich einmal vor, Sie haben Ihre Haarspange vergessen und laufen einen Tempogegenstoß. Solange sie einfach nur nach vorne rennen, ist alles in Ordnung. Wenn Sie sich dann aber umsehen, um den von hinten kommenden Ball zu fangen, wenn Ihnen dann Ihre Haare ins Gesicht wehen, Sie nichts sehen und den Ball an den Kopf kriegen, wenn Sie deshalb der Länge nach ins Aus schlagen und das bei einem Spielstand von 23:23 in der 59. Minute – ja, dann brennt die Hütte. Das verzeiht Ihnen niemand.

Oder stellen Sie sich vor, Sie wollen vor dem Spiel nochmal kurz aufs Klo und merken, dass Sie Ihre Tage bekommen, aber grad keine Damenhygiene zur Hand haben. Ihre Mannschaft läuft sich schon warm, die Musik wummert. Wollen Sie sich dann an den Spielfeldrand stellen und rufen: „Ey, Mädels, hat mal eine ’nen Tampon?“ Da kommt man sich ja vor wie im Supermarkt bei Ingolf Lück und Hella von Sinnen. Außerdem untergräbt es Ihre spielerische Autorität. Oder haben Sie schonmal Oliver Roggisch vor dem Spiel aus dem Kabinengang kommen sehen und rufen hören: „Hey, Männer, ich brauch‘ noch ’nen Hygieneartikel!“ Eben. Oli geht diskret an die Trikottasche und holt sich raus, was er braucht.

Nach dem Spiel ist dann wieder vor dem Spiel – und eine vergisst immer ihr Shampoo. Natürlich kann eine Sportskameradin aushelfen. Aber wäre es nicht schön, wenn Sie neue, jahreszeitlich abgestimmte Produkte ausprobieren könnten? Zum Beispiel das limitierte Duschgel „Autumn Blossom“ mit dem betörenden Duft aus Neroli-Blüten: bereitet die Haut mit seiner speziellen Feuchtigkeitspflegeformel auf die trockene Heizungsluft vor und macht sie weich und samtig.  Oder das neue BodyFit-Push-Up-Serum, das mit Bambus-Extrakt gegen den altersbedingten Verlust Ihrer Hautelastizität wirkt. Das ersetzt eine ganze Physiotherapie-Abteilung.

Sie sehen: Es ist ein ganz wichtiger Posten, der des Beautywarts.

Saisonstart bei den Kalendergirls

19. 09. 2016  •  11 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Turnen«

Vielleicht erinnern Sie sich: Vor einem Jahr wollte ich nur mal kurz spazieren gehen, als ich versehentlich in ein Handballtraining geriet. Eh dass ich mich versah, war ich Mitglied der Kalendergirls – drei Jahre nach Bildungsbandscheibe und drei Jahre, nachdem ich mir geschworen hatte, nie wieder Handball zu spielen. Es war dieses harmonische, einnehmende Mannschaftsgeschnuffel, das mich festhielt. Die Kalendergirls sind in ihrer Gründungssaison vor lauter Plüsch und Harmonie prompt aufgestiegen.

Vor zwei Wochen sind wir nun in unsere zweite Saison gestartet – mit ein paar neuen Spielerinnen und einem neuen Trainer. Der neue Trainer wurde mir mit den Worten vorgestellt: „Er ist übrigens ein pensionierter Feldwebel.“

Ja-ha. So habe ich auch geguckt.
Haben Sie auch direkt dieses nervöse Augenzucken?

Aber: Er ist harmlos. Ich meine natürlich: Er ist kompetent. Denn er ist empathisch. Er versteht, was wir wollen. Nämlich: Flausch. Und was wir nicht wollen, nämlich: Bootcamp. Wir kommen deshalb sehr gut miteinander aus. Überdies bringt er drei sehr wichtige, soldatische Fähigkeiten mit in die Mannschaft:

  1. Er ist organisiert. Wir 16 Kalendergirls waren zuvor natürlich auch organisiert, aber es handelte sich bei unserer Organisation eher um eine nichtlineares, dynamisches System.
  2. Er kann eine Kolonne anführen, und wir verlieren niemanden mehr auf dem Weg zu Auswärtsspielen.
  3. Wenn er vom Spielfeldrand Anweisungen hereinruft, sind die Anweisungen sehr knapp und sehr deutlich. Wir hören ihn gut und laut. Das ist wichtig, denn so steigt die Chance, dass wir tun, was er sagt.

Die ersten zwei Saisonspiele haben wir gewonnen: 19:11 und 24:10. Dank dem Trainer. Und dank der neuen Dynamiksocken.

Pssst! Nichts sagen! Das A-Wort ist streng verboten. Wir kennen das A-Wort gar nicht, geschweige denn sprechen wir es aus. Das Ziel ist einzig und allein: Klassenerhalt. Nach einem A wären wir nämlich schon in der Bezirksliga, und ich habe mir, nachdem ich ja nur spazieren gehen wollte, geschworen: In der Bezirksliga höre ich mit dem Handballspielen wieder auf. Vielleicht. Wirklich jetzt.

Aktuell muss ich mich ohnehin erstmal auf meine neuen Aufgaben konzentrieren: Ich bin seit dieser Woche Beautywart.

Davon und von unserer Mannschaftsfahrt ins zwei Kilometer entfernte Schwerte erzähle ich dann beim nächsten Mal.

Liebe Eltern, habt keine Bedenken aufzufallen

5. 09. 2016  •  22 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Adoleszenz«

Liebe Eltern,

die ihr euch manchmal genauso fühlt wie Claudia, die schreibt,

… wie anstrengend es ist, mit einem Kleinkind Bahn zu fahren. Wie sehr der Druck und die Angst einem ständig im Nacken sitzt, vielleicht negativ aufzufallen, zu laut zu sein, zu stören. Die genervten Blicke, der Widerwillen, der an der Grenze zum Hass wandelt und sich stumm und vorwurfsvoll durch die Sitze bohrt.

Ich möchte euch Mut machen: Habt keine Bedenken aufzufallen.

Wenn wir mehr als einer im Raum sind, fällt der eine dem anderen eben auf. Wenn der eine dann noch ein Kind ist, das nicht gut drauf ist, dann fällt es mehr auf. Aber deshalb direkt negativ? Ist es nicht bedenklicher, wenn ein Kind bei einer Fünf-Stunden-Zugfahrt gar nicht auffällt?

Es ist nicht schlimm für mich, wenn euer Kind quengelt, wenn es weint, wenn es nölig ist. Zugfahrten sind einfach langweilig, wenn man drei oder fünf oder sieben Jahre alt ist. Sie sind es auch noch, wenn man 38 ist – wobei man mit 38 langweilige Zugfahrten durchaus schön finden kann, zum Beispiel weil man selten Langweile hat, obwohl man Langweile mag.

Ich gehöre zu den Menschen, die Langeweile sehr mögen. Blöder als im Zug sitzen ist es deshalb für mich, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe und wenn die Schlange lang ist. Schlimm wird es dann noch, wenn ich einen blöden Tag hatte, wenn ich Hunger habe und müde bin und es nicht vorangeht. Ich fühle mich dann schlecht und habe keine gute Laune, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Euer Kind noch nicht – deshalb habe ich Verständnis, dass es quengelt. Macht euch also keine Gedanken.

Wenn sich euer Kind nicht benimmt – wie man so sagt, dabei benehmen sich Kinder immer, nämlich wie Kinder, deshalb formuliere ich es mal neutraler: Wenn euer Kind die Situation gerade nicht kompensieren kann (und manchmal, na klar, sich auch noch nicht mal bemüht), dann habt keine Bedenken, dass ihr negativ auffallt. Leben wird nicht zu Hause gelebt und auch nicht nur auf Spielplätzen und in eingezäunten Kinderparks, sondern im Zug, im Supermarkt und Restaurant – dort, wo Menschen zusammenkommen. Ich persönlich finde es erfreulich, wenn Erziehung stattfindet.

Und manchmal, das weiß ich, ist es keine Frage der Erziehung: Fünf Stunden Zugfahrt sind einfach lang, irgendwann hilft nichts mehr. Auch wenn einige von euch Eltern es mir nicht zutrauen: Auch ich kann  Trotzheulen von Müdigkeitsquengeln von richtigem Weinen unterscheiden. Genauso sehe ich, wenn ihr euch abmüht und wenn manchmal gar nichts mehr geht. Dann fühle ich mit euch. Lasst uns dann einfach einander anlächeln.

Es ist toll, dass ihr euch kümmert. Danke dafür.

Double Feature: Lieblingstweets im Juli und August

Twitterlieblinge in 07 und 08/2016:

Bemerknisse zu einer Reise nach Lettland

Es begibt sich, dass ich dieser Tage öfter mal nach Osten reise: Zum vergangenen Weihnachtsfest war ich in Polen, zu Ostern war ich in Estland. Nun Lettland.

Vorwort

Sowohl in Estland als auch jetzt in Lettland habe ich meine Moskauer Freundin und ihre Familie getroffen. Wir kennen uns seit einem Schüleraustausch 1993. Sie hat inzwischen drei Söhne: K1 ist zwölf, K2 ist neun und K3 fünf. Alle Kinder spielen Basketball bei Dynamo Moskau, K1 sogar sehr amibitioniert – mit Camps und Turnieren im Ausland, meist im Baltikum.

Die Konstellation „Mit Russen reisen“ ist eine ausgesprochen glückliche, nicht nur wegen ihrer Improvisationskunst: Nie wäre ich sonst auf die Idee gekommen, nach Estland oder Lettland zu fliegen. Zudem ist es interessant, das Verhältnis Russen – Letten und Russen – Esten aus einer neutralen Position zu beobachten. „Sie nennen uns Besatzer“, sagt die Freundin naserümpfend, „als ob wir hier jemals etwas besetzt hätten.“ Die Esten und Letten sehen das naturgemäß anders. „Dabei sprechen alle Leute Russisch“, sagt die Freundin. Allerdings nicht immer freiwillig: Manche weigern sich gar, obwohl sie die Sprache können.

Es empfiehlt sich zu lächeln und zu beobachten.

Falls Sie mögen und es nicht schon auf Instagram getan haben: Folgen Sie mir auf meiner Reise.

1

Riga

Hansestadt, Hauptstadt, wirtschaftliches Zentrum: Ein Drittel der Letten lebt in Riga. Trotzdem ist die Stadt vergleichsweise klein: 700.000 Einwohner – mehr sind es nicht, die in Riga wohnen. Es bleibt alles sehr überschaubar.

Als Tourist besucht man als erstes die Altstadt – das historische Zentrum am Fluss Daugava mit Kirchen, Kneipen, Kaufmannshäusern. Das lässt sich alles gut anschauen.

Riga_Altstadt_01

Nachdem ich nun Danzig und auch Tallin besucht habe, ebenfalls alte Hansestädte, empfinde ich es als sehr beeindruckend, wie wichtig die Hanse einst gewesen sein muss – und wie reich und mächtig die Kaufleute waren. In den Gassen riecht alles nach dem einstigen Wohlstand: Handelshäuser, Kopfsteinpflaster, prunkvolle Fassaden – es fällt nicht schwer, sich das Treiben hier vorzustellen.

Riga_Altstadt_02

Es gibt viele Touristen, aber insgesamt ist es nur überschaubar voll.

Tipp:

  • Besuch des Doms mit Orgel (mehr als 6.700 Pfeifen!) und Kreuzgang.

2

Wohnen in Riga

Die Orientierung in der Stadt ist einfach: Jenseits der Altstadt geht’s über den Fluss nach Westen – danach ist schnell Litauen ausgeschildert. Zur anderen Seite, Richtung Osten, führen drei große Straßen von Zentrum und Daugava weg, durchkreuzt von vielen kleinen Parallelstraßen: ein Schachbrett.

Die Gebäude dort: Altbauten mit unrenovierten Fassaden. Es erinnert alles an Gera 1993. Mancherorts ist der zarte Beginn eines Aufbruchs zu spüren: Straßen mit Cafés und Kultur, mit kleinen Läden und handgemachten Snacks – was im Web und im Reiseführer vollmundig angekündigt wird, gibt es erst sehr vereinzelt.

Hinter den Fassaden mag es freilich anders zugehen. Die kleine Wohnung, in der wir übernachteten, war sehr hübsch:

Riga_Wohnung

Tipp:

  • Wohnen irgendwo zwischen Krišjāņa Valdemāra iela und Aleksandra Čaka iela. Dann ist alles fußläufig erreichbar.
  • Kleine Cafés, Designläden und Schokofabrik an der Miera iela, danach auf Bier und ein Abendessen zu Alus darbnīca Labietis an der Aristida Briāna iela 9A2, direkt nebendran.

3

Der Punsch ist Vater des Gedankens

Was sofort auffällt: die unglaublichen Mengen an Alkohol. In großen und kleinen Supermärkten oder in Spirituosenläden – Schnaps und Bier sind allgegenwärtig. Die Fläche, die der Alkohol im Supermarkt einnimmt, ist zwei- bis dreimal so groß wie die Gemüseabteilung. Es gibt 1,5-Liter-Bierflaschen. Die Auswahl ist riesig: viele Sorten aus Lettland, aber auch aus dem Ausland – Pils, Ale, mit Geschmackszusätzen und ohne.

Alkohol_Lettland

Tipp:

  • Beim Radlerkauf auf die Verpackung achten – es ist nicht immer nur Limo im Bier. Die Mischung aus lettischem Bier, Limone und Pfefferminz läuft jedem WC-Reiniger den Rang ab.
  • Populäres Stadtgetränk ist der Schwarze Balsam, ein Likör. Gibt es in Touristengeschäften, aber auch in jedem Supermarkt.

4

Die Provinz: Ein Ausflug nach Odziena

Wer ein Land kennenlernen möchte, sollte die Hauptstadt verlassen. Das gilt auch für Lettland

Wir fuhren auf einen Ausflug nach Odziena, um ein altes Landgut mit angeschlossener Brauerei anschzuauen, dazu ein Schloss und ein tolle Landschaft. So haben wir es gelesen. Entfernung von der Hauptstadt: 97 Kilometer, Fahrtdauer: eineinhalb Stunden. Der Weg führte erst über die gut ausgebaute Landstraße, dann wurde es rumpeliger, am Ende kam das Ortseingangsschild – und dann auch schon das Ortsausgangsschild. Sollte hier nicht …? Also wieder zurück. Die touristischen Höhepunkte – es braucht ein geschultes Auge für sie in Lettland.

Da standen wir also auf dieser Kreuzung: vor uns das kleine, rote Haus. Daneben, an der Wiese rechts in einem ebensolchen Gebäude: der einzige Supermarkt des Ortes, ein frisch renovierter Elvi. Die dortige Mannschaft hat sogar einen Eintrag auf der Elvi-Website.

Odziena_Elvi

Was sich in Riga schon andeutete, fand im Elvi von Odziena seinen Meister: Der Markt, nur halb so groß wie ein Handballfeld, ist zweigeteilt. In der einen Hälfte: Katzenfutter, Klopapier und ein paar Lebensmittel. In der anderen Hälfte: Alkohol. Die zwei Damen hinter der Kasse: Sprangen sofort auf, als ich hereinkam. Natürlich könne ich die Toilette benutzen, gerne, gerne. Eine kalte Cola? Nein, die hätten sie nicht, nur das Bier sei kaltgestellt, aber wie wäre es mit einem Eis am Stiel? Das sei sehr kalt, pantomimten sie mit Lettisch.

Tritt man mit seinem Eis aus dem Laden, sieht man das hier:

Odziena_Panorama

Man kann sich zum Fotografieren ruhig mitten auf die Straße stellen. Da kommt keiner, wirklich gar niemand, außer vielleicht mit dem Rad. Und wenn doch ein Auto kommt, sieht und hört man es sehr rechtzeitig.

Auf der Website von Ort, Schloss und Brauerei kann man sich für eine Führung anmelden, auch in englischer Sprache. Wir riefen einen Tag vorher an – und taten auch gut daran, denn als wir so auf der Kreuzung standen, war sonst niemand da, im ganzen Ort nicht, nicht ein Mensch – außer den Damen im Elvi natürlich. Irgendwann schluffte ein Mann heran, um die 70, gelbes T-Shirt, Crocks und weißes Haar. In astreinem British English sagte er, er sei der Guide, wo wir denn anfangen wollten.

Naja, sagte ich, also … ich schaute auf den linken Teich, dann auf den rechten Teich und machte eine ausladende Handbewegung.

Die Teiche seien künstlich, sagte der Guide, sie gehörten die Schloss und zur Brauerei – die Sehenswürdigkeiten, an denen wir zunächst vorbeigefahren sind. Das Schloss, ein Steinbau aus dem 19. Jahrhundert, habe allerdings nur knapp 50 Jahre überdauert, dann kamen 1905 die Russen und Revolution, und es brannte nieder.

Odziena_Pils_02
In der Sowjetzeit wurden im Keller Kartoffeln gelagert. Im Obergeschoss war ein Kinosaal, in dem einmal pro Woche ein Bollywood-Streifen gezeigt wurde. Auf den Zinnen wohnen nun zwei Storchenfamilien mit acht Tieren. Sie kommen Ende März und fliegen Mitte August, danach wird es Herbst. Im Keller leben im Winter Fledermäuse.

Odziena_Pils
Das Gebäude wird renoviert – seit einigen Jahren, wie es ausschaut, und wohl auch noch für einige weitere. Man kann es mieten und eine Hochzeit darin feiern, es gibt eine Bar, einen Saal und ein paar Zimmer zum Schlafen. Geheizt wird mit dem Ofen.

Odziena_Pils_03

Es sei ganz gut angenommen, sagte der Guide, und ich fragte ihn, wovon die Leute hier so leben – auf dem Land, eineinhalb Stunden von der Hauptstadt entfernt, zwischen Störchen.

Tja, sagte er, es seien halt alles Rentner. Oder Alkoholiker. Oder beides. Sie lebten von ihrem Garten, von der staatlichen Rente und vom Schnaps. Das sei eine schwierige Sache. Aber das hier jetzt, das Schloss und die Brauerei, das sei eine Hoffnung für die Region: Es kämen Leute hierher, um zu feiern, und gerade seien auch wieder zwei Familien mit Kindern in den Ort gezogen. Das sei ein guter Anfang. Und manchmal kämen auch Touristen. Also wir.

Ich fragte ihn, ob er mal im Ausland gelebt habe. Nein, sagte er, oder: Ja. Er sei Engländer, habe sich in eine Lettin verliebt und lebe nun hier. Man müsse es wollen, sagte er schulterzuckend, es sei ein Lebensentwurf. Aber wenn man sich erstmal dazu entschlossen habe, dann sei es sehr schön.

Wir gingen in die Brauerei, ein kleines Gebäude am Teich: Oben wird das Malz gemahlen, es kommt in großen Säcken aus Heidelberg. Unten wird das Bier gelagert und abgefüllt: zehn Tanks à 1.000 Liter.

Odziena_Brauerei

Das Bier wird nur in kleinen Mengen verkauft: im Elvi im Ort und in ausgesuchten Geschäften in Riga. Es werden verschiedene Sorten gebraut, eine schmeckt leicht nach WC-Reiniger Orange, die andere tendiert in Richtung Ale und ist tatsächlich sehr lecker.

Tipp:

  • Bier Odziena 1905, 375 ml-Flasche, vor Ort 1,50 Euro. Benannt nach dem Jahr, in dem der Palast niederbrannte.
  • Wer ein Restaurant sucht, muss 20 Minuten weiter bis nach Ergli fahren: Im Hotel Kore kann man gut essen.

5

Die Werkskantine von Kipsala

In Riga, gegenüber der Altstadt und auf der anderen Seite der Daugava, gibt es eine Halbinsel. Sie heißt Kipsala.

Man geht über die große Vanšu-Brücke, die längste Schrägseilbrücke Eurpoas, und ist auf der anderen Seite – mit einem sehr schönen Blick auf die Altstadt und auf den Hafen.

Riga_Kipsala_01

Am Hafen ankern manchmal Kreuzfahrtschiffe, kleine Schiffe, die vor der Promenade dennoch riesig wirken.

Riga_Kipsala_02

Es gibt einen Strand, schöne Holzhäuser und ein paar internationale Botschaften – die australische hat ein Känguruh auf dem Dach.

Es war warm, und der Weg vom Appartment bis nach Kipsala dauerte etwa eine Stunde. Irgendwann sagte Vatta: „Ich brauch’n Bier“.

Das wird einfach sein, dachte ich. Wir schmissen Google Maps an, entdeckten ein Café und marschierten vom Ufer weg in die Mitte der Insel. Eine Technische Universität tauchte auf – und die Messe Riga. Oder genauer gesagt: eine Mehrzweckhalle. Wir gingen hinein, und dort war auch das Café: eine Kantine mit Selbstbedienung. Die letzte Ausstellung, sagte die Dame hinter der Theke, die Messe „Hund und Katze“, werde gerade abgebaut, aber wir seien herzlich willkommen. Die gefüllten Paprika waren erstaunlich lecker.

Bier gab es auch, allerdings mit Cranberries – geschmacklich nahe an einem Mix aus Kirschsaft und Malzbier mit einem Schuss Nutella. Vatta schlug sich tapfer.

6

Konditerija & Kafejnica

Nicht nur Schnaps und Bier gibt es überall. Auch Backwerk. In Riga reiht sich eine Konditerija an die nächste. Eine Orientierung mit „An der Ecke mit der Konditerija rechts – da ist unsere Wohnung“, bietet sich deshalb nicht an.

„Life is hard. You must sweeten it“, meinte meine russische Freundin als Erklärung für die vielen Bäckereien. Das erscheint mir einleuchtend. Ihr Mann, der immer Hunger hat, war in Lettland jedenfalls ein glücklicher Mann.

Riga_Brot

Eine Spezialität scheint die gemeine Puddingschnecke zu sein: Es gibt sie in zahlreichen Ausführungen – groß und klein, geringelt und gerollt, mit Blaubeeren, Ananas oder Pfirsichen und auch als Puddingschnecke calzone.

Tipp:

  • Brot, lettisch maize, ist allgegenwärtig. Besonders bekannt ist das saldskāba maize, ein dunkles, leicht süßlich schmeckendes Roggenbrot. Meins war es allerdings nicht.

7

Jūrmala: Der Strand der reichen Russen

Direkt westlich von Riga, an der Ostseeküste, liegt Jūrmala, ein langgezogener Badeort mit 40 Kilometern Sandstrand. Schon wenn man es sich vorsagt, ist das ziemlich lang. Wenn man dann aber auf diesem Strand steht, ist es wirklich sehr, sehr lang, auch wenn der Strand ab und an mal eine Kurve macht und man gar nicht bis ans Ende der 40 Kilometer gucken kann.

Nacheinander reihen sich die Teilorte Ķemeri, Jaunķemeri, Sloka, Kauguri, Vaivari, Asari, Melluži, Pumpuri, Jaundubulti, Dubulti, Majori, Dzintari, Bulduri, Lielupe und Priedaine aneinander – ich liste die Namen alle auf, weil ich sie so sympathisch finde. Holzvillen stehen neben Holzvillen, durch ein kleines Wäldchen von der See getrennt.

Jurmala_Asari_Strand_01

Jūrmala ist das größte Seebad des Baltikums, und alles hier ist Russisch: die Touristen, die Besitzer der hölzernen Sommerhäuser, auch die Leute in den Restaurants sprechen direkt Russisch, ohne Umweg übers Lettische. Die Stadt scheint wie eine russische Enklave. Der Deutschlandfunk hat ein Stück darüber gemacht.

Jurmala_01

Die Rigaer Bucht ist ruhig, sehr ruhig. Das Wasser liegt still und ist sehr flach: Männer in gemusterten Badehosen stiefeln hinein, fünfzig Meter, hundert Meter, bis ihnen das Wasser bis zur Hüfte reicht. Dann lassen sie sich nach vorne fallen und tauchen prustend wieder auf. Kinder spielen am Strand – es gibt fast keine Wellen. Die Familien, die hierherkommen, sind zahlreich – weil der Strand aber sehr lang ist, ist trotzdem noch sehr viel Platz.

Ein schöner Ort, um Ferien zu machen.

Tipp:

  • Teilort Asari. In der Kapu iela 95 befindet sich neben dem Haus eine Durchfahrt zum Parkplatz am Strand. Spaziergang am Strand bis zum Büdchen nach Kauguri, circa 8 Kilometer hin und zurück.
  • Hauptort ist Majori. Hier gibt es eine hübsche Promenade mit Attraktionen und vielen Restaurants.

8

Das Moor von Kemeri

Wenn man von Jūrmala aus weiter in Richtung Westen fährt, kommt man nach Kemeri – und in den Nationalpark von Kemeri. Lagunen, Seen, Sümpfe, Moore, jede Menge Vögel, Ruderboote und Holzstege durchs Schilf: Kemeri ist ein toller Ort.

Kemeri_Nationalpark_01

Ich habe ein Video gemacht, wie ich durchs Schilf laufe.

Kemeri_Nationalpark_Panorama

Mitten im Moor gibt es einen hölzernen Aussichtsturm. Man kann hinaufsteigen, um hinabzuschauen. Bis zum Horizont sieht man Wasser und Schilf und Wolken, und ab und an einen Fischreiher. Es ist sehr ruhig und sehr schön.

Dort oben trafen wir eine Frau, sie war Mitte 20, Deutsche, und hatte eine Isomatte ausgerollt.

Es windete, aber sie war warm angezogen. Sie übernachte hier, sagte sie auf Nachfrage. Vor etwa einer Woche sei sie nach Helsinki geflogen und trampe nun durch das Baltikum bis zurück nach Deutschland. Eigentlich habe sie im Süden des Landes Freunde treffen wollen, doch die hätten sich um zwei Tage verspätet, und nun bliebe sie diese zwei Tage lang eben hier, auf dem Aussichtsturm, schaue die Landschaft an und schlafe auf den Planken.

Kemeri_Nationalpark_02

Tipp:

  • Wir waren am Kanieri-See: Die Straße hat keinen Namen, aber Sie können sich das auf Google Streeview anschauen. Man kann sich ein Bötchen leihen, dort rudern und angeln.

9

Zentralmarkt

Die großen Supermarktketten in Lettland sind Rimi und Elvi. In Riga gibt es aber noch einen anderen Ort, an dem man einkaufen kann: den Zentralmarkt (Bericht bei Spiegel Online).

Der Rigaer Zentralmarkt befindet sich in fünf Markthallen und hat eine Fläche von 50.000 Quadratmetern. 140.000 Menschen kommen am Tag hierher. Es gibt Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Es sind viele heimische Waren, die hier verkauft werden, besonders beim Gemüse: Äpfel und Waldbeeren, Gurken, Tomaten und große Mengen Knoblauch.

Riga_Zentralmarkt

Die Waren sind für unsere Verhältnisse preiswert. Die handgeschriebenen Preise auf dem oberen Bild sind Kilopreise: Ein Kilo Tomaten kostet zwischen 1,20 Euro und 2 Euro, ein Kilo Heidelbeeren gibt es für 3 Euro. Und für 10 Euro bekommt man eine sehr ansehnliche Menge Kaviar.

Riga_Zentralmarkt_Fleisch

Tipp:

  • In den Speichergebäuden am Zentralmarkt, am Ufer der Daugava, entsteht ein Künstlerviertel. Dort ist das Ghettomuseum Riga, und es gibt Cafés.
  • Die Markthallen grenzen an die Moskauer Vorstadt. In nur zehn Minuten Fußweg ist man an der Lettischen Akademie der Wissenschaften. Auf der Aussichtsplattform im 15. Stock hat man einen super Blick über Riga. Eintritt: 5 Euro.

10

Laima und die schwarze Magie

Schoki! Neben Alkohol und Puddingschnecken die dritte Spezialität des Landes. Hatte ich schon geschrieben, dass mir die kulinarische Ausrichtung Lettlands entgegenkommt?

Die lettische Schokomarke Laima (die englischsprachige Website startet mit „Choose Love“ und meint damit: „Wählen Sie Ihre Schokosorte“ – muss man da noch mehr sagen?) hat in gefühlt jeder dritten Straße Rigas einen Laden, was zwar nur halb so viele Dependancen umfasst, wie es Konditoreien gibt. Aber es ist auskömmlich: Ich lag niemals auf dem Trockenen.

Weiterer Anlaufpunkt für Schokoladenliebhaber in Riga: die Bar Black Magic in der Altstadt. Hier gibt es den berühmten Balsam in Kombination mit Trinkschokolade und in Pralinen. Außerdem ist der Laden urig.

Riga_Black_Magic

Tipp:

  • Ich habe mich sehr ernsthaft um einen ausführlichen Schokoladentest bemüht. Leider ist es mir trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, alle Laima-Sorten zu probieren. Ich kann aber sagen, dass die Popcornschokolade und die Sorte mit dem gesalzenen Karamell sehr gut sind. Außerdem war der Espresso im Laima-Laden der beste der Reise.
  • Bar Black Magic, Kalku iela 10, in der Altstadt von Riga. Falls Sie von den zehn Pralinensorten aus der Speisekarte nehmen: Ich fand Nougat gut.

11

Das Burgfräulein von Sigulda

Östlich von Riga liegt Sigulda, eine Burgenstadt. Die Teilorte Sigulda, Turaida und Krimulda hören sich nicht nur an, als besuche man einen Mittelaltermarkt – das Ganze ist wahrscheinlich einer der schönsten Orte Lettlands für mittelalterliche Rollenspieler.

Sigulda_Pils

Es gibt ein Schloss, eine livländische Ordensburg und eine Gondelbahn über das Tal der Gauja – außerdem einen Vergnügungspark für Familien, in dem man alles Mögliche tun kann, zum Beispiel Sommerrodeln oder Riesenrad fahren. Wer mag, kann aus der Gondelbahn springen.  Ich mochte nicht.

Auf der Burg in Sigulda darf man alles anfassen, seinen Kopf in Folterwerkzeuge stecken, Armbrust schießen und auf den Thron klettern. Außerdem gibt es freies Burg-WLAN, was ich sehr ritterlich finde.

Sigulda_Lady_Vanessa

Wenn man das Armbrustschießen um die Notfallkekse im Auto gewinnt, sind die Verlierer allerdings weniger ritterlich.

Tipp:

  • Wer nach Sigulda fährt, sollte einen ganzen Tag für verschiedene Burgen, Schlösser, Gondelbahn und Rodelbahn einplanen. Oder auch zwei Tage, wenn man es langsam angehen lassen möchte, kleine Kinder dabei hat und/oder viel Zeit im Freizeitpark verbringen möchte. Der Ort bietet nämlich viel – wir haben nur einen Bruchteil erkunden können.
  • Unterhalb der Burgruine Krimulda, im Gauja-Nationalpark, befindet sich die größte Höhle des Baltikums: die Gutmannshöhle. Wir waren nicht dort, hört sich aber toll an.

12

Die Daugava und das Meer

Nördlich von Riga fließt die Daugava in die Ostsee. Dort soll man angeblich die besten Sonnenuntergänge erleben. Ob es tatsächlich der beste Sonnenuntergang meines Lebens war, weiß ich nicht: Es kommen schließlich noch viele, und ich möchte mich nicht voreilig festlegen. Es war jedenfalls ein sehr schöner. Ich kann das zum Nachmachen empfehlen.

Mangalsalas_Mol

Tipp:

  • Mangaļsalas Mols, der Pier von Mangaļsala – oder einfach irgendwo am Strand östlich davon.

Falls Sie Lust haben, nach Riga zu reisen: Der Hinflug war auch schon ein Erlebnis – mit dem Bombardier-Propellerflugzeug der Air Baltic ab Düsseldorf.

Ende.

Trainingsauftakt bei den Kalendergirls

13. 07. 2016  •  5 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Turnen«

Die Vorbereitung auf die neue Saison läuft. Wir sind jetzt nicht mehr die unterste, sondern die zweitunterste Liga. Da braucht es das passende Rüstzeug, um im harten Spielbetrieb zu bestehen.

Erstmal haben wir uns neue Socken bestellt. Sportsocken mit dem Vereinslogo drauf – für die Dynamik. Denn manch eine Spielerin trägt noch die Socken vom Altverein, das geht natürlich nicht. Im Training gerade noch, aber nicht im Spiel – da leidet die Moral.

Hosen und Pullis brauchen wir auch neue – und ein Warmmachshirt. Damit wir nicht nur unten, sondern auch oben einheitlich aussehen – das macht Eindruck beim Warmlaufen und wirkt direkt viel professioneller. Wir haben ein paar Trainingseinheiten lang debattiert, welche Hose und welcher Pulli es denn nun sein sollen. Dann haben wir eine weitere Trainingseinheit lang die Klamotten anprobiert. Ich habe beschlossen, nicht nur eine, sondern direkt zwei Schlumperbuxen  Sporthosen zu bestellen, einmal in Grau, einmal in Schwarz, dann bin ich variabel im Penny bei meinen Sondereinheiten Kraft-Ausdauer. Allerdings bestellt die Herrenmannschaft auch ein Set – ein anderes. Jetzt müssen wir nochmal überlegen. Solch wichtige Entscheidungen sollte man nicht übers Knie brechen.

Am Sonntag hatten wir dann Trainingslager. Früher war Trainingslager zwei Tage Bootcamp in Ostwestfalen, an deren Ende wir uns, nach vier Trainingseinheiten, zwei Testspielen und drei Tuben Finalgon als krönenden Höhepunkt von einer Drittligatruppe, die zum Aufwärmen eine Herde Kühe gewürgt hat, haben verdreschen lassen.

Heute ist Trainingslager: 45 Minuten lockeres Werfen, 45 Minuten Spielzüge einüben, ein Stück Nusskuchen, danach ein Testspiel. Mehr ist auch nicht notwendig, den Rest regelt die Erfahrung.

Die Erfahrung war am Wochenende leider ein bisschen müde – nachdem sie tags zuvor sechs Stunden Gartenarbeit verrichtet und dabei unter anderem acht Farne aus- und wieder eingegraben hat. Wussten Sie, wie tief Farne wurzeln? Sie werden überrascht sein.

Der Gegner jedenfalls … nun, wir dachten zunächst, die zehnte Jahrgangsstufe der angrenzenden Realschule mache sich auf den Weg zu ihrer Abschlussfahrt. Als die Mädels dann aber nicht in den Bus nach Lloret de Mar stiegen, sondern sich umzogen, war klar: Die wollen zocken. Gegen uns. „Aaaach!“, meinte ich. „Keine Sorge! Es ist noch niemand zum Sieg gerannt! Dazu gehört auch spielerisches Geschick.“ Am Ende sind sie dann doch zum Sieg gerannt – mit strammen Tempogegenstößen in den letzten zehn Minuten.

Wie gut, dass wir bald die neuen Dynamiksocken haben.

Das kleine Wochenendglück

11. 07. 2016  •  9 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Konsumwelt«

Am Samstag war ich im Baumarkt.

Bummeln im Baumarkt ist besser als Bummeln in der Innenstadt. Die Menschen sind in tatkräftiger Welterneuerungsstimmung und verteilen sich auch, wenn sie viele sind, angenehm gleichmäßig zwischen Holzzuschnitt, Pfettenankern und Zierteichpflanzen.

Außerdem gibt es im Baumarkt immer etwas  Interessantes zu entdecken: modular erweiterbare Werkbänke, saisonale Blühstauden, neue Exzenterschleifer – Produkte, in denen man sich als fantasiebegabte Kundin rettungslos verliert, für Stunden. Allein die vielen Brausearmaturen, mit denen man sich in die Bäder dieser Erde träumen kann!

Ich kann also auch einfach mal so in den Baumarkt fahren.

Gerade am Samstag ist es im Baumarkt ausnehmend super. An keinem anderen Tag ist das Publikum so gemischt:

In einem Gang der sensible Erstanstreicher mit Beratungsbedarf im Dispersionsfarbensegment. Eine Reihe weiter die Laienfliesenlegerin nach VHS-Kurs-Erfahrung, aber ohne eigenen Gummirakel. Wieder zwei Gänge weiter, kurz vor dem Außengelände, eine Kleinfamilie in diskursiver Auseinandersetzung zwischen Motivtapeten und herablassend augenrollendem Präpubertier. An der Hauptkasse: die alliterative Quengelwarenzielgruppe „humorvoller Hobbyhandwerker“ vor dem Namenszollstockregal – auf der Suche nach dem eigenen Ich.

Mein Lieblingsbaumarkt ist so riesig, dass man ihn am besten durchquert, indem man mit dem Einkaufswagen Anschwung nimmt, sich auf den Griff stützt und dann in schwebendem Dreisprungschritt durch den Hauptgang elft.

https://www.instagram.com/p/BHpFrbUjxm-/

 

Leider war am vergangenen Wochenende nicht der erhoffte Schlussverkauf, was bedauerlich, aber nicht weiter schlimm war. Denn just in dem Moment, in dem ich den Baumarkt betrat, fiel mir siedend heiß ein, dass ich ja schon seit Wochen und nunmehr sehr dringend ein neues Handschüppchen brauchte (Sollbruchstelle in der Kelle nach drei Jahren Garteneinsatz!). Wie gut, dass ich mich auf den Weg gemacht hatte.

Mit so einem Schüppchen ist es natürlich nicht getan: Einzugrabende Pflanzen sind auch wichtig, als Initiationsritus fürs Werkzeug und überhaupt – seelischer Ausgleich. Blumen holen mich ja nochmal ganz anders ab. Ein emotionales Feuerwerk, so eine Gartenabteilung.

Weshalb ist das erzähle? Deshalb:

Hier also ist er, der Report: Schüppchen und Blumen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass mein Lieblingsbaumarkt im Foyer einen Kartoffelbrötchenbäcker hat, der sich auch hervorragend aufs Waffelhandwerk versteht: Ohne enttäuschende Sortimentsvariationen backt er warme, eckige Waffeln, die zuverlässig eine leidenschaftliche Neun auf der internationalen Waffelskala erreichen. Waffel-Champions-League!

Blumen, Werkzeug, Waffeln. Was braucht es mehr fürs kleine Wochenendglück!

Integrative Obstarbeit

8. 07. 2016  •  9 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Konsumwelt«

Die Obst- und Gemüseabteilung ist gut besucht. Es ist Freitag, das Wetter ist gut, die Leute wollen grillen. Sie kaufen Salat und was sie sonst noch brauchen können – Tomaten, Gurken, Paprika und dererlei Dinge. Mancher auch Obst. Die Erdbeeren sind in den letzten Zügen.

Die zwei Männer betreten die Abteilung sehr bedächtig. Sie schlurfen hinein und bleiben stehen, Seite an Seite. Als sie sich umsehen, der eine nach links, der andere nach rechts, stehen sie Rücken an Rücken aneinander – zwei Ritter vor dem Angriff der Zuchhiniarmee.

Die Zwei, sie haben nackte Füße und tragen lederne Schlappen und einen Rock. Oder nein, das ist kein Rock, es sieht nur so aus. Das ist eine Art Gewand – ein etwas schmuddeliges Gewand, darüber eine Weste. Ihre Haare sind schwarz, ihr Bart auch. Sie sind sehr hager und unverkennbar nicht von hier, doch woher sie kommen, das kann man nur ahnen.

Die Leute starren sie an, eingefroren in der Bewegung, ihre dünne Plastiktüte haltend, vorgebeugt im Griff nach einer Birne. Zwei, vielleicht drei Sekunden geht das so, in denen die Obstabteilung stillsteht – dann setzt die Zeit wieder ein, die Birne kommt in die Tüte, die Tüte zur Waage, der Aufkleber auf die Tüte, die Tüte in den Einkaufswagen.

Die beiden Männer – sie beobachten einen Augenblick das Treiben, nehmen sich dann einen Apfel, gehen zur Waage, starren aufs Display mit dem Nummernfeld, starren auf den Apfel und wieder aufs Display und nehmen den Apfel ratlos in die Hand.

„Darf ich mal“, fragt eine alte Frau ohne Fragezeichen, wummst ihre Wassermelone aufs Blech, drückt die Drei und die Eins und „Eingabe“, das Klebeetikett surrt heraus, und sie wuchtet die Melone zu den Erdbeeren in den Wagen.

Die beiden Männer blicken sich an, legen ihren Apfel zurück auf die Waage, drücken die Drei und die Eins und „Eingabe“, das Klebeetikett surrt heraus, und die Frau sagt ohne zu atmen: „Dat is’n Apfel, keine Melone, dat is’ne andere Nummer, dat kennt’a nich‘ woll, kommt ma‘ mit, dat is’n bissken kompliziert hier.“

Sie marschiert voran, mit dem Arm die Männer resolut hinter sich herwinkend. Die Zwei schluffen hinterdrein. Die Alte nimmt ihnen den Apfel aus der Hand, hält ihn gegen die anderen Äpfel, hält ihn vor das Schild mit der Zweiundzwanzig, sagt: „Twäntituu“, die Drei gehen wieder zur Waage, Zwei, Zwei und „Eingabe“, und sie drückt dem Linken den etikettierten Apfel in die Hand, während der Rechte lächelt und wild nickt und etwas sagt.

„Wat braucht’a noch?“, fragt die Oma, wirbelt mit der Hand über dem Kopf, die Obstabteilung durchkreiselnd, die Augenbrauen hochgezogen.

Sie etikettieren noch einen Apfel und zwei Bananen und zwei Feigen, die Männer lächeln und nicken und sagen Dinge, die Frau sagt „Wan!“ und „Fortifoar!“ und „Twäntituu ägän!“ und „Habt’a getz verstanden, woll?“ Dann schiebt sie mit ihrer Wassermelone von dannen, und ich höre sie murmeln: „Na bitte, dat war dann wohl Intigrazjon.“

Double feature: Lieblingstweets im Mai und Juni

Twitterlieblinge 05 und 06/2016:

Wie ich einmal in Island war, wo die Leute sehr freundlich sehr wenig sagten

3. 07. 2016  •  30 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Allgemein«

Es ist schon etliche Jahre her, da war ich mal auf Island.

Jökullsalon

Ich bin einmal drumherum gefahren, in einem Hyundai Accent. Wir hatten damals nicht so viel Geld – also ein bisschen schon, deshalb konnten wir uns die Reise leisten, aber nicht genug, um ein Auto zu mieten, das offroad fuhr.

Wir fuhren also nicht ins Hochland, sondern nur über die Ringstraße, die zu dem Zeitpunkt zu 80 Prozent geteert war – einmal um die Insel und mal ein bisschen nach links, mal ein bisschen nach rechts.

joekullsalon_vatnajoekull03650

Wir setzten einige Male hart auf, in einer Baustelle, auf einem Pass und auf Nebenstraßen, aber der Wagen erwies sich als sehr robust. Die Steinschläge machten dem Auto nichts aus, sondern es nur schöner, und als wir mal steckenblieben, ließ er sich leicht anschieben.

auto_hyundaiaccent650

Wir waren also in diesem Wagen unterwegs, meistens 200 bis 300 Kilometer am Tag, beginnend in Reykjavík, und dann im Uhrzeigersinn rundherum. Der Reiseveranstalter spendierte uns einen unteramdicken Island Atlas, einem Straßenatlas, 450 Seiten. Jede Seite widmete sich einem Kilometer Wegstrecke – mit einem Kartenausschnitt und Beschreibungen der touristischen Höhepunkte.

Die meisten Kilometer auf Island sehen ungefähr so aus:

Snaefellsness mit Schafen

Möglicherweise fragen Sie sich nun, in Hinblick auf den Atlas: Was gibt es da bitte zu beschreiben? Eine ganze Seite pro Kilometer!

Viel. Der Isländer schätzt sein Land, und man muss nur genau hinschauen, dann entdeckt man sie auch, die kleinen Kostbarkeiten. Auszüge aus dem Reiseatlas des Islenska Bókautgáfan, des Isländischen Buchverlags, 1996:

Haedarsteinn, großer Stein am südlichen Ende der Passhöhe. (S. 17)

Tjarnheidi, Grasfläche östlich von Fúlakvísl, zwischen Hvítárnes und Kjalhraun. (S. 389)

Island lehrt seine Besucher: Es sind die Details, auf die es im Leben ankommt.

Stóll, sehr schöner Berg, an dem sich das Tal gabelt. (S. 336)

Manchmal hat ein Berg Bewohner. Im Atlas steht dann „der Sage nach“ oder „laut Überlieferung“; überlesen Sie diese Zusätze einfach – dann macht alles Sinn.

Fanntófell (901 m), Hyaloklastitberg. Laut Überlieferung einst Wohnstätte von Trollen. (S. 391)

Búrfell (536 m), Berg und gleichnamiger Bauernhof. Der Gipfelkrater ist mit einem kleinen See gefüllt. Der Sage nach soll dort ein Ungeheuer wohnen. (S. 143)

Álfaborg (dt. Elfenburg), Felshügel, von dem der Fjord Borgarfjördur seinen Namen ableitet. Galt als Wohnort von Elfen. Freizeitgebiet. (S. 365)

Anfangs dachten wir, wenn wir auf einen Straßenabschnitt schauten: Da kommt gleich ein kleines Städtchen. Kam aber nicht. Sondern es kam nur ein Bauernhof. Größere Höfe sind größer eingezeichnet, das sieht auf dem Papier dann aus wie eine Ortschaft.

Es gibt keine Hütte, die nicht Erwähnung findet:

Dagverdareyri. Hof. Seit fast zwei Jahrhunderten von der gleichen Familie bewohnt. Eine Zeitlang stand hier eine Heringfabrik. (S. 337)

Hrappsstadir, Bauernhof. Hier ging zur Sagazeit das bösartige Gespenst Hrappur um. (S. 207)

Krossavík, historischer Hof auf der Ostseite von Vopnafjördur. Hier wohnten Geitir und sein Sohn Porkell, von denen in der Vopnfirdinga Saga berichtet wird. Um 1800 Wohnsitz des Bezirksvorstehers Gudmundur Pétursson. (S. 371)

Kross, Bauernhof und Pfarrhof bis 1920. Hier kam es 1417 zu tödlichen Auseinandersetzungen, die ein längerwährendes Nachspiel hatten. (S. 121)

Welches Nachspiel, das steht dort leider nicht, obwohl die Geschichte an dieser Stelle natürlich erst interessant wird.

Verlassener Hof bei Höfn

An einem Tag – wir sind zur Hälfte um die Insel rum -, steht im Reiseführer, dass es auf dem Weg einen Elchbauernhof gebe. Die Betreiber, heißt es, freuten sich, wenn man vorbeischaue.

Elche, wie wunderbar, denken wir, und biegen nach rechts von der Ringstraße in ein Tal ab. Nach zehn rumpeligen Kilometern überqueren wir einen Wasserlauf und parken vor dem Wohnhaus. Außer uns ist niemand da. Der Wind ist frisch, und ich fühle mich unwohl. Das ist alles sehr privat hier, sehr untouritisch – auch wenn kein Zweifel besteht, dass wir richtig sind. Einen anderen Hof gibt es nicht, nicht im Umkreis von 30 Kilometern.

Die Tür des Wohnhauses öffnet sich, und ein junger Mann tritt heraus. Ich sage auf Englisch: „Hallo“, und mich erklärend: „Im Reiseführer steht, Sie haben Elche und man könnte sie besuchen.“

Der Mann deutet mit dem Daumen über seine Schulter, den Berg hinauf, und nickt. Entgegen dem Text im Reiseführer freut er sich ausgesprochen verhalten über unseren Besuch.

„Die Elche sind da oben?“, frage ich.
Wieder nickt er wortlos. Ich schaue den Berg hinauf, sehe aber nichts. Der Mann ist nicht viel älter als ich. Er steht da und schaut mich an. Ich fühle mich weiterhin unwohl. Wieso sagt er nichts? Von ferne blökt es.
„Schafe haben Sie auch?“, frage ich, die Gelegenheit ergreifend, dem Gespräch etwas Schwung zu geben.
Er nickt und steckt die Hände in die Hosentaschen. Sehr ostwestfälisch steht er nun da, mit derselben ausgelassenen Offenheit. Die Luft ist feucht und tief gesättigt. Blöken.
„Ja, äh“, sagte ich. „Haben Sie denn viele Schafe?“
Bedächtig sagt er: „Five thousand.“
Fünftausend! Halleluja. „Jaaaa …“, sage ich. „Das sind … viele.“
Er blickt über den Hof, vor sich und hinter sich. Der Wind ist frisch. Wir ziehen alle die Schultern hoch. Blöken.
„Und, äääh“, fahre ich fort. Ich möchte Interesse zeigen. „Wie fangen Sie die im Herbst ein? Mit Pferden?“
„No. Motorbike.“ Er reckt das Kinn vor – in Richtung eines Quad, das auf der Wiese parkt, ein paar Meter den Hang hinunter.
„Natürlich“, sage ich. „Motorbike, ist ja klar. Als Tourist, da denkt man … uhmm … wie auch immer.“
Blöken. Ob ich nochmal nach den Elchen fragen soll? Schließlich sind wir deshalb hier, und es ist weit und breit kein Elch zu sehen. Aber vielleicht besser nicht. Vielleicht sollten wir lieber wieder fahren.

Ich rege mich gerade zum Aufbruch, als er, sich dem Wohnhaus zuwendend, sagt: „Come in.“ Wir schauen uns an. Das können wir jetzt schlecht ablehnen – und gehen hinterher. Wir treten durch die Tür, er streift die Schuhe ab, wir streifen die Schuhe ab, und gehen in die Stube. Sie ist warm, meine Wangen röten sich. Mir ist das alles fürchterlich unangenehm. Jetzt stehe ich auch noch hier im Haus.

Auf einer Bank sitzt eine Frau, älter als der junge Mann. „My mother“, sagt er, und wir geben uns die Hand.

Es ist gemütlich hier, Holzbänke, ein großer Tisch, ein paar Vitrinen mit Elchdingen darin: Taschen, Felle, Haarspangen, lederne Messerscheiden. Die Mutter steht auf, geht in einen Nebenraum und kommt mit einem Tablett zurück: Teekanne und Teetassen. Sie schenkt ein. Der Sohn und sie hocken uns gegenüber und sehen uns an.

Jetzt sitzen wir hier, denke ich. Sie lächelt, und ich lächle zurück. Er lächelt auch. Immerhin ist es wohl okay, dass wir hier sitzen. Aber trotzdem. Wenn sie doch nur etwas sagen würden.

Schlürfend trinken wir Tee, er ist heiß, schmeckt komisch, aber okay. Sie schaut mich wieder an und lächelt, dann macht macht sie mit der Hand einen Kreis um ihren Kopf, deutet auf mein Gesicht und sagt etwas.

„Face beautiful“, sagt der Sohn. „And hair.“
Ich sage: „Oh. Danke.“ Und lächle.
Sie lächelt auch. Dann sitzen wir weiter da.

Irgendwann ist die Tasse leer. Ich bin ganz froh, denn so angenehm ist mir das alles immer noch nicht, trotz Lächeln und Kompliment. Wir stehen auf, ich sage: „Danke“. Und nochmal: „Danke. Auch für den Tee.“ Die beiden begleiten uns in die Diele. Wir ziehen unsere Schuhe an und sind wieder draußen.

„Tschüß“, sage ich, und die beiden sagen auch etwas. Die Mutter, sie lächelt jetzt sehr einnehmend – mit dem Mund, mit den Augen und mit dem Herzen. Ich schäme mich, dass ich mich so unwohl fühle, dass ich so doofe Fragen gestellt habe, dass ich ihr nichts abgekauft, nur ihren Tee getrunken habe.

„Bye“, sagen wir und steigen ins Auto. Als wir vom Hof fahren, winken die beiden. Wir winken uns, bis wir uns nicht mehr sehen.

Island, dieses überwältigende Stück Erde. Ich habe seither nichts Beeindruckenderes gesehen als diese Natur –  obwohl ich seither viele Länder besucht und viel anderes Erstaunliches erlebt habe.

gullfoss01650

dyrholaey_regenbogen01650

dyrholaey_aussicht01650

snaefellsness_saxholl03650

littlahof_haus650

krafla_vulkan02650

krafla_vulkan05650

joekullsalon_meer03650

joekullsalon_amphibienfahrzeug01650

joekullsalon_eis01650

snaefellsness03650

Thingvellir03650

westfjorde_reykholt650

gothafoss01650

blaue_lagune02650

geysir06650

Besuchen Sie dieses Land, wenn Sie können. Fahren Sie drumherum und mitten rein, entdecken Sie Wiesen, Hügel und Kurven, Elfe und Trolle.

Erleben Sie Wasserfälle über Wasserfälle – die Sie schon aus vielen Kilometern Entfernung hören, so mächtig sind sie. Essen Sie Skyr. Erfühlen Sie die warme Erde. Baden Sie unter Regenbögen in heißen Töpfen und schwimmen Sie im Freien, ohne zu frieren. Duschen Sie im Schwefeldunst.

Blicken Sie in Vulkankrater und eisblaue Seen und fahren Sie mit dem Boot aufs Nordmeer. Fahren Sie mit dem Amphibienfahrzeug auf den Jökulsárlón und stehen Sie am Strand neben Brocken klaren Eises, das der Gletscher über tausende von Jahren so dicht gepresst hat, dass es auch bei 20 Grad nicht taut.

Aber vorher, heute Abend, drücken wir Islands Fußballern die Daumen, ja? In meinem damaligen Reiseführer (Quack, Ulrich: Island. Reisehandbuch. Iwanowskis Reisebuchverlag. 4. aktualisierte Auflage 2001), heißt es im Kapitel „Island Sportlich“:

Natürlich kann man von solch einem Land keine fußballerischen Wunderdinge erwarten, doch verzeichnen die Berichterstatter immer wieder aufsehenerregende Erfolge auch auf internationalem Parkett. (S. 190)

!!!!!   Hu   !!!!!

akureyri02650

P.S.: Man kann Island auch mit dem Rad durchqueren – oder darüber lesen, wie jemand es tut. Empfehlung!



In diesem Kaffeehaus werden Kekse gereicht. Indem Sie sich hier aufhalten, Bestellungen aufgeben und rumklicken, stimmen Sie der Nutzung dieser Cookies zu. Rezeptinformationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen