Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Montag, 7. Januar

Der Alltag beginnt wieder.

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Offizielle Entschmückung | Die Wohnung ist gründlich entweihnachtet. Der Baum ist abgetakelt. Die Nadeln sind zusammengefegt. Der Schmuck ist im Keller.

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Getriebenheit | Der Januar ist pickepackevoll. Der Februar ist pickepackevoll. Sogar ein Teil des Märzes ist schon voll. Noch ein bisschen mehr davon, und ich ziehe in eine Hütte auf einen Berg und mache nichts anderes mehr als runtergucken.

Es sind weniger die beruflichen Termine, die mich treiben. Es ist das Private, das sich auf wundersame Weise verdichtet, jedes Wochenende füllt, sogar fast jeden Abend füllt. Das muss anders werden. Ich weiß noch nicht, wie. Aber irgendwas muss anders werden.

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iTunes | Gibt es eine Möglichkeit, dass die Musik-App von iOS sich merkt, welchen Track sie zuletzt gespielt hat? Ich habe keine Funktion gefunden, und es macht mich irre. Ich höre im Auto Hörbuch via Apple Music und muss jedesmal, wenn  ich aussteige, einen Screenshot des Kapitels machen. Denn wenn ich das Handy erneut mit dem Auto verbinde, egal ob per Bluetooth oder via Kabel und Carplay, hat die App es vergessen.

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Grmpf | Ich gebe zu Protokoll, dass ich keinen Regen mehr möchte und bitte dies zu berücksichtigen. Außerdem fühle ich mich angeschnupft.

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Gelesen | Digitalpakt: Heiko beschreibt seine Erfahrungen mit der Digitalisierung in den Schulen seiner Kinder.

How Millennials Became The Burnout Generation. Ein langer Text über die Generation der heute 22- bis 38-Jährigen Millenials (wobei ich bei solchen Generationendefinitionen ja skeptisch bin), der einige gute Ideen aufbringt, auch wenn ich  manche Kausalität für fraglich halte.

Die Kohle geht, die Arbeit bleibt. Der Bergbau im Ruhrgebiet hat Ewigkeitsaufgaben geschaffen: Wasser abpumpen, Grundwasser reinigen. Die Kosten trägt die RAG-Stiftung.

Wochenende, 5. und 6. Januar

Wenig bis nix passiert.

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Haushaltselfe | Am Samstag waren Dinge im Haushalt zu tun. Den Vorrat aufräumen und putzen. Überhaupt: aufräumen. Weihnachtsdeko abhübschen und im Keller verstauen. Staubsaugen. Bad. Sowas halt.

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Kino | Der Junge muss an die frische Luft. Welch ein wundervoller Film! Das Portrait des jungen Hape Kerkeling, der mit komödiantischem Talent versucht, gegen seine eigene körperliche Unzulänglichkeit anzuleben, gegen den Tod der Großmutter und gegen die Depression und den Suizid der Mutter, ist zum Weinen und zum Lachen – und ein Loblied auf das Leben.  Ein mutig spielender Julius Weckauf, überhaupt eine tolle Besetzung bis in die letzte Rolle, dazu eine wunderbar gestaltete Kulisse des Ruhrgebiets in den 1970ern, die Thematisierung von Traumata und Identitätsfindung, eine unaufdringliche, schöne Filmmusik – ich war sehr berührt. (Besprechung bei titel thesen temperamente)

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Frische Luft | Auch ich musste an die frische Luft. Deshalb bin ich am Sonntag um den See gegangen, bei dichtem Nieselregen und hereinbrechender Dämmerung. Das ging nur mit einem Stopover im Café, anders war das nicht zu bewältigen. Aber immerhin: Ich bin draußen gewesen.

Freitag, 4. Januar

Ein trüber Tag. Zum Glück nur aufs Wetter bezogen.

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Seminare 2019 | Mit dem Journalistenzentrum Haus Busch habe ich über Seminartermine in 2019 korrespondiert. Wir bieten auch in diesem Jahr wieder den zweitägigen Klassiker an: „Crossmediales Storytelling – Inhalte medienübergreifend entwickeln“. Im Seminar erarbeiten wir, wie man gute Geschichten gestaltet – und wie Redaktionen und Kommunikationsabteilungen diese Geschichten über verschiedene Medienkanäle gut planen und konzeptionieren. Geplanter Termin: 1. und 2. Juli 2019.

Außerdem starten das Haus Busch und ich einen Versuchsballon – ein neues Seminar: „Themen intern verkaufen“. Es richtet sich an Menschen aus Kommunikationsabteilungen. Ich habe den Schwerpunkt vorgeschlagen, weil Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vergangenen Seminare berichteten, dass sie oft Probleme haben, Zuarbeit aus dem Unternehmen zu bekommen und zu organisieren. Gleichzeitig müssen sie die Art und Weise, wie sie Themen aufbereiten und veröffentlichen wollen, intern verkaufen und verteidigen. Dazu biete ich nun ein eintägiges Seminar an. Mal schauen, wie es angenommen wird. Geplanter Termin: 25. März 2019.

Weiterbildung 2019 | Ich habe mir ein Ticket für das diesjährige Agile.Ruhr im April gekauft und freue mich auf das Barcamp. Die Wochenenden 2017 und 2018 waren jeweils super und sehr bereichernd.

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Tischdeckenschatz | Vor einiger Zeit ist die Großmutter der Torfrau gestorben. Als der Tod kam, befand sie sich bereits im gesegneten Alter von 104 oder 106 Jahren; mir entfällt die genaue Zahl immer – dreistellig wird es schnell diffus. In ihrem mehr als hundertjährigen Leben hat sie eine große Menge Tischdecken angehäuft, weiß, gewebt und mit zarten Mustern; sehr schöne Tischdecken. Die Torfrau kann die Tischdecken bei aller Zuneigung und selbst unter Aufbietung sämtlicher Tische und Tischdeckengelegenheiten nicht verwenden und verschenkt sie deshalb. Ich habe einige bekommen, dazu ein paar schöne Geschirrtücher. Ich habe die Staubränder bei 90 Grad herausgekocht und die Stoffe gebügelt. Nun sind sie wieder duftend schön. Dabei habe ich bemerkt, dass es einen spezifischen Oma-Geruch gibt; auch Erbstücke meiner Oma rochen so wie diese Tischdecken, obwohl sowohl die Omas als auch die Gegenstände sich unmöglich begegnet sein können. Es scheint eine Mischung aus Staub und Bewahrung, aus Geschichte und Zärtlichkeit zu sein, die Erbstücken anhaftet.

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Muskelkater | Wenn ich den breiten Rückenmuskel trainiere, dazu noch die Bauchmuskeln, die seitlichen und die vorne, außerdem den Schultergürtel, und wenn ich dann Muskelkater bekomme, dann fühlt es sich jedesmal anders an als Muskelkater in den Extremitäten; weniger brutal und dennoch deutlich vorhanden, ein Gefühl zwischen Herzrhythmusstörungen und Nierenleiden.

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Make Klebeband great again | Ich war im Stadtteil und habe Dinge erledigt: Dinge beim Drogisten, Dinge bei der Bank und Dinge im Supermarkt – kurzum: Dinge, die allesamt keinen Spaß machen, weil es Tätigkeiten sind, die daraus bestehen, in Schlangen anzustehen und zusammenzusuchen, was schlecht zu finden ist. Zwischen den einzelnen Stationen gab es Nieselregen bei drei Grad, an einem Tag, der niemals hell wird.

Eine Erledigung bestand darin, Klebeband zu besorgen, denn vor Weihnachten gab es einen stadtteilweiten Klebebandnotstand: In der Woche vor dem Fest war keins mehr zu kriegen, weder im Supermarkt noch im Schreibwarenhandel noch in der Drogerie noch im Billigkaufhaus, weder fünf Tage noch drei Tage noch zwei Tage vorher noch am Heiligen Abend selbst. Die nicht vorauszusehende, religiös induzierte und mutmaßlich überhand nehmende Geschenkeeinpacktradition hatte den örtlichen Einzelhandel kalt, eisebibberkalt erwischt.

Gemüsenetze | Darüber hinaus habe ich Lebensmittel eingekauft. Der Supermarkt hat dafür eine Neuerung am Start: wiederverwendbare Netze für Gemüse und Obst, das abgewogen werden muss. Die Netze kann man anstatt der dünnen Einwegplastiktüten verwenden. Ich hatte in letzter Zeit schon immer keine Tüten mehr verwendet, zumindest wenn ich nur zwei oder drei Stück einer Sorte gekauft habe. So ist es allerdings noch besser; ich habe gleich mal vier Netze erworben.

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Mit Fernweh angeguckt | 18 atemberaubende Orte, die du niemals in Europa erwartet hättest

Mit Interesse gelesen | Die Stützen des Spektakels. Oliver Fritsch über die Hinrunde von Borussia Dortmund, die Talente der Mannschaft und das Händchen des Trainers. Ich habe derzeit große Freude an diesem Team. Es macht Spaß, den Herrschaften beim Balltreten zuzusehen.

Was wir in der Schule leider nicht gelernt haben: 10 Menschen erzählen. Lernen, wie man lernt. Wirtschaftswissen. Fehlerkultur. Teamwork. Präsentieren. Programmieren.

Das Leiden an der Macht. Darüber, was Menschen in hohen Führungspositionen am meisten fehlt: authentisches Feedback.

Menschen in Machtpositionen bekommen kaum mehr authentisches Feedback. Sei es aus Angst ihrer Mitmenschen vor ihrer Macht. Sei es, weil ihre Mitmenschen glauben, in jener gottgleichen Position bräuchten sie so etwas eben gar nicht. Dauerhafte Macht bedeutet für uns zugleich immer auch dauerhafte emotionale Isolation.

Wir sind keine Gegenteile. Der Journalist Hajo Schumacher („Achim Achilles“; ehemals Chefredakteur des Magazins Max – die Älteren erinnern sich) im Interview über seinen und den Weg seiner Frau, Rollenklischees zu überwinden. Außerdem spricht er über Sinn und Wesen des Joggens, über Pulsuhren und Selbstwert, Pavianfelsen und Kompromisse.

Donnerstag, 3. Januar

Es ist schön, langsam ins Jahr ins starten. Das genieße ich.

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Ausflug | Heute war ich beim kleinen Patenmädchen. Das Partymädchen wohnt rund 150 Kilometer von mir entfernt, also 300 Kilometer Hin- und Rückweg. Ich hörte dabei Hjorth und Rosenfeldt: Die Opfer, die man bringt. Sehr passabel, ich kann gut folgen; ist wie auch die vorangegangenen Bände fluffig erzählt. Vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig.

Das ist nun der fünfte Band der Sebstian-Bergmann-Kirmis. Die Krimihandlung rückt seit  Beginn der Reihe stetig mehr in den Hintergrund; an ihre Stelle treten Handlungsstränge rund um die Ermittler. Muss man mögen; ich finde es ganz gut. Ich bin nun etwa auf der Hälfte. Mal schauen, wie es weitergeht.

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Brettspiele & Ehrgeiz | Beim Partymädchen puzzelten wir und gingen spazieren, aßen Pommes und spielten Mensch ärgere dich nicht.

Was glauben Sie, wem die roten Püppchen gehören, mmmmh? Naaaa?
//*guckt herausfordernd

Mensch ärgere dich nicht: Alle roten Püppchen im Häuschen

Ich habe bei Brettspielen Ehrgeiz. Deshalb ärgere ich mich bei Mensch ärgere dich nicht auch fürchterlich, wenn ich rausfliege. Ich lasse es mir selbstverständlich nicht anmerken, aber wenn ich kurz vorm Häuschen weggekickt werde, noch dazu mit diabolischem Lachen, könnte ich das Brett mit dramatischer Geste gegen die Wand schmeißen – was im Alter von 40 Jahren und im Angesicht eines sich in gleicher Situation angestrengt beherrschenden Sechsjährigen natürlich nicht statthaft ist. Innerlich könnte ich aber!

Das führt zu einer weiteren Anmerkung: Ich mag keine Gesellschaftsspiele, die allein durch den Zufall bestimmt sind. Ich mag Taktikspiele. Ich verliere gerne in Würde. Ich gehe meinetwegen mit wehenden Fahnen unter, aber bitte stolz und selbst verantwortet.

Ich unterhielt mich mit der Freundin über Ehrgeiz und sie sagte: „Als ich bei K2 Wehen hatte, ins Krankenhaus kam und dort saßen vorm Kreißsaal schon zwei andere Schwangere – da wusste ich sofort: ‚Mindestens eine von denen will ich überholen.'“

Schwester im Geiste.

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Friseur & Buch | Tags zuvor war ich beim Friseur. Es gibt nämlich eine rätselhafte Sache in meinem Leben: Das Zeug auf meinem Kopf verändert sich über Nacht. Am Abend ist noch alles in Ordnung, am nächsten Morgen stehe ich auf, gucke in den Spiegel und denke: „Ach du Scheiße, wann ist das denn passiert?“ Fusselige Spitzen, dicker Ansatz, rausgewachsene Frisur. Binnen zwölf Stunden!

Ich war also froh, als mir meine Friseurin sagte: „Wenn du willst, kannst du heute Nachmittag direkt kommen.“ Die anderen Kundinnen waren allesamt vor Weihnachten im Laden gewesen, so dass sie spontan Platz im Terminkalender hatte. Glückstag.

Ich bekam einen Milchkaffee und las in meinem Buch: Löwen wecken von Ayelet Gunar-Goshen, einer israelische Autorin. Es geht um einen Neurochirurgen, der einen illegalen Einwanderer überfährt. Der Eritreer stirbt. Der Chirurg haut ab. Die Frau des Opfers findet ihn, und die Geschichte beginnt.

Glas Wasser, Tasse Kaffee, Buch vor schwarzer Tapete

Auch hier bin ich erst auf der Hälfte. Das Buch ist ganz okay; es könnte etwas dichter und straffer erzählt sein.  Was ich angenehm finde, ist das Setting: Die Geschichte spielt in Israel, alles ist etwas anders. Das ist angenehm, weckt das Denken.

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Begeisterung | Sophie Passmann hat eine Ode an den Handballsport verfasst. Zurecht!

Das Schönste aber ist, dass Handball charakterstark macht. Das sehen die Regeln so vor, denn es gibt auf dem Feld in keiner Sekunde auch nur einen unwichtigen Spieler. Aus jeder Position lassen sich Tore machen, damit sind alle auf dem Feld erst mal gleich gefährlich und gleich wichtig. Handball ist maximalbrutale Direktdemokratie, fordert dafür aber von den Schwachen Fleiß und von den Starken Bescheidenheit. […]

Auch der erste Leserkommentar unter dem Beitrag trifft die Sache:

Ich schätze beim Handball, dass Zweikämpfe körperlich und frontal ausgetragen werden, man schaut seinem Gegenspieler in die Augen, keine cheapchots, keine Treten in die Beine, keine Grätschen von hinten und Schauspielereien gibt es auch kaum.

Ein Sport der eben Charakter voraussetzt, man darf seinem Gegenspieler weh tun, aber man muss ihm in die Augen sehen – und man sieht sich im nächsten Angriff wieder.

Amen.

Montag, 31. Dezember, und Dienstag, 1. Januar

Das neue Jahr ist da, das ist prima.

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Gefeiert | Das alte endete mit Völlegefühl. Das lag zum einen am Ort, an dem wir gefeiert haben; ein Ort, an dem der Tisch immer reichlich gedeckt ist, auch wenn das Zusammentreffen mit einem irreführenden „… ach, ich mache nur eine Kleinigkeit zu essen“ anmoderiert wird.

Silvestertisch mit Brot, Dips, Antipasti und Käse

Zum anderen lag es an den vielen Dips und Köstlichkeiten, die alle Gäste mitgebracht hatten. Außerdem gab es zwei sehr gute Nachtische, deren Ingredienzien wir angesichts der Cremigkeit und des großartigen Geschmacks nicht nachfragten. Lediglich am späteren Abend kursierten Gerüchte über eine zweistellige Anzahl Eigelb und einen Hauch Sahne; wir schenkten ihnen keine Beachtung.

Wenn wir nicht aßen, bauten wir ein Surfermobil.

Lego Creator Surfermobil mit zwei Püppchen

Um Mitternacht gab es für jeden eine Riesenwunderkerze und ein Glas Champagner. Das war großartig.

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Pläne | Das neue Jahr liegt nun vor mir, und die ersten Monate sind schon gut verplant: Voraussichtlich wird es Aufenthalte in Berlin, Hannover und Heidelberg geben, natürlich auch in Duisburg und vielleicht kommen noch weitere Orte hinzu. Ich habe bereits zahlreiche Termine; das ist gleichermaßen erfreulich wie beengend, beruhigend wie fordernd.

Setzt das Leben aus 2018 sich fort, werde ich viel unterwegs sein. Manchmal wundere ich mich, wie viel ich so erlebe. Allerdings fühlt sich das Leben meist erst nach den Erlebnissen, nicht währenddessen, ereignisreich an. Das Reisen, das Arbeiten, das Lernen, die Begegnungen – das einzelne Tun ist durchaus gemächlich, und dennoch bewegt sich in Summe viel.

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Gute Wünsche | Was auch immer 2019 Ihnen bringen mag: Ich wünsche ein wundervolles Jahr mit schönen Erlebnissen und interessanten Begegnungen, voller Gesundheit und Freude!

Mit dem neuen Jahr gibt es ein neues Format, das ich mir von Melanie und von Christian abgeschaut habe: Ein Stichwort geht jedem Thema voran. Das mag ich sehr, weil es beim Schreiben zum prägnanten Zusammenfassen anregt und beim Lesen das Überfliegen erleichtert. Danke für die Inspiration!

Sonntag, 30. Dezember, und die Tage zuvor

Es ist eine wunderbare Zeit zwischen den Jahren, wenn man nicht arbeitet. Es gilt das Motto jeden Swingerclubs: Alles kann, nichts muss.

Ich schlafe dieser Tage aus und frühstücke ausgiebig. Dabei widme ich mich endlich einmal einen wichtigen Thema: Unter welchen Bedingungen entsteht der beste Milchschaum? Recherchen haben ergeben: H-Milch ist besser als Frischmilch, dazu darf die Temperatur nicht zu hoch sein. Bei mehr als 60 Grad geht es dem Eiweiß schlecht und es macht keinen schönen Wölkchen mehr. Ich bin kurz vor der Perfektion; nur einige Milchkaffees noch, dann habe ich’s.

Allerdings gilt es dann, Konstanz in die Leistung zu bringen. Ich kann also nach Neujahr nicht einfach abbrechen. Deshalb habe ich bis zum 7. Januar keine Kundentermine.

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Vor ein paar Tagen habe ich mich kurz vor Holland bis nachts um Drei mit bestem Gin betrunken – Parship-Gin, um genau zu sein. Das war ausgesprochen passend, denn anwesend waren zwei Paare, die sich jeweils klassisch über das Internet kennengelernt haben. Das war aber alles nicht Thema, vielmehr haben wir uns über andere Dinge unterhalten. Dazu gab es Pizza aus dem Karton. Ein fantastischer Abend.

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Melanie Wyssen-Voß tagebuchbloggt jetzt auch.  \o/

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Heute habe ich einige Stündchen gearbeitet: die Belege des Dezembers gescannt und verbucht. Das hat ein gutes Gefühl gemacht. Endlich Ordnung im Zettelkram. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich noch keinen Dezembernewsletter verschickt habe. Also bin ich hurtig ans Werk gegangen: Kinder, wie die Zeit vergeht!

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Wo wir beim Jahreswechsel sind: Es folgt der Bericht fürs Amt.

Zugenommen oder abgenommen?

Gleich, dafür auch gleich sportlich geblieben. Das ist eher negativ gemeint, denn ich bin momentan nur alltagssportlich.

Haare länger oder kürzer?

Auch gleich. Dafür, dass ansonsten viel passiert ist in meinem Jahr, habe ich mich körperlich sehr wenig verändert.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Nix von beidem, auch die Gleitsichtbrille ist noch nicht in Sicht. Ich habe das mehrfach kritisch an mir selbst überprüft. Man muss den Entwicklungen des Alters schließlich würdevoll – Achtung, Wortwitz – ins Auge sehen.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Weniger als 2017. Das ist nicht verwunderlich, denn in 2017 habe ich ein Auto angeschafft. Die Anschaffungen in 2018 hielten sich in Grenzen. Das Teuerste waren meine Weiterbildungen und der neue Esstisch. Alles andere, inklusive den fünf Wochen in Italien, war überschaubar.

Mehr bewegt oder weniger?

Es gab unterschiedliche Phasen: Auf meiner Reise im März habe ich mich sehr viel bewegt. Ich bin durchschnittlich zehn Kilometer am Tag zu Fuß gegangen. Im Sommer bin ich viel geschwommen, dafür habe ich anderweitig wenig Sport gemacht. Im Herbst war ich dann weniger sportlich und habe viel gearbeitet.

Der hirnrissigste Plan?

Ich neige nicht zu hirnrissigen Plänen. Ich bin durchaus risikofreudig, aber ich hatte bislang immer einen guten Blick für das Risiko, das ich eingehe. Und einen Plan B.

Die gefährlichste Unternehmung?

Am gefährlichsten waren wohl die rund 25.000 Kilometer, die ich dieses Jahr im Auto verbracht habe, wovon die 7.000 Kilometer im Ausland die ungefährlichsten waren. Deutsche Autobahnen sind einfach idiotische Orte.

Die teuerste Anschaffung?

Pablo, Wissen und Weiterbildungen und jede Menge schöne Erlebnisse in Italien.

Das leckerste Essen?

Sie ahnen ja nicht, wie oft ich lecker esse! Ständig eigentlich. Ich habe in diesem Jahr vergleichsweise viel Sushi gegessen – das war jedesmal sehr lecker. Ich habe außerdem mehrfach sehr lecker bei Freunden gegessen; meine Freunde kochen fantastisch. Die frische Pasta mit Zucchini und Salsiccia, die ich mir oft auf meiner Reise gekocht habe, waren jedesmal super. Ich habe einen hervorragenden Tiramisu-Hersteller kennengelernt. Am zweiten Weihnachtstag sind mir die Rinderrouladen ausgesprochen gut gelungen. Außerdem gab es eine Pizza am See, einfach aus dem Karton, auf einem Stein sitzend, die auch super war.

Das beeindruckendste Buch?

Ich habe in diesem Jahr wenig gelesen. Erst hatte ich zu gut zu tun, dann war ich zu verliebt, dann hatte ich zu gut zu tun.

Der ergreifendste Film an den du dich noch erinnerst?

Siehe Buch. Ich habe mich immer schon wenig für Filme interessiert. Ich gucke gerne mal einen guten Film und bin dann auch begeistert, aber alles in allem gibt es zu viele mäßige Filme, als dass ich mit Filmegucken viel Zeit verbringen möchte. Vorgestern habe ich nach langer Zeit mal wieder den Clou geschaut. Das war sehr prima.

In 2018 habe ich auch sehr wenig Fernsehen geguckt. Linear schaue ich fast nichts mehr außer den Tatort am Sonntagabend und vielleicht die sportschau und das sportstudio am Samstag. Ansonsten nur über die Mediathek und dort zum Großteil Reportagen und Dokumentationen, dazu ein paar Fernsehfilme, zuletzt Aenne Burda.

Die beste Musik?

Ich mag es durchaus, gute Musik zu hören, besonders im Auto. Aber ich könnte keine Band oder ein spezielles Musikstück nennen, das mich nachhaltig beeindruckt hat.

Die meiste Zeit verbracht damit …?

… zu lernen. Ich habe in 2018 Weiterbildungen gemacht, dazu Barcamps besucht und erhellende Gespräche geführt. Das war toll.

Die schönste Zeit verbracht …?

mit C, auf meiner Reise und im Schwimmbad.

Vorherrschendes Gefühl 2018?

Neugier.

2018 zum ersten Mal getan?

Eine Weiterbildung in Mediation gemacht. Eine Weiterbildung in Design Thinking gemacht. Fünf Wochen lang verreist. Eine Wasserleitung mit einem Feuer aus Obstkisten enteist. Parma, Bergamo, Reggio Emilia, den Bolsenasee, Etruskerwege, die Abbruzzen, die Marken, den Iseosee, Luzern und Solothurn besucht und den Weissenstein erklommen.  Im Eisregen durch den Appenin gefahren. Einen Pelletofen bedient. Auf einem französischen Schloss gewohnt. In Venlo gewesen. Für Vorträge bezahlt worden. Einen eigenen Podcast gemacht. Einen eigenen Newsletter gemacht. Im September in der Nordsee geschwommen. Die Legenden von Andor gespielt. In der Bibliothek des Deutschen Museum recherchiert. Eine ganze Bahn Kraul geschwommen. Danach viele weitere Bahnen Kraul geschwommen. Richtig viele Gurken geerntet. Gemeinsam mit Hansbahnhof vorgelesen. Ein Annual General Meeting des Ladies‘ Circle besucht.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
 

Duisburg besucht. Zuletzt auf einer Klassenfahrt in den 1990ern. Und: einen Abschleppdienst gerufen. Zuletzt Anfang der 2000er Jahre auf einem Parkplatz in der Nähe von Haiger Burbach.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Knieschmerz, sonst nix. Selbst der kaputte Reifen in Montefiascone war okay, denn so habe ich Dinge erlebt, die ich sonst nicht erlebt hätte.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Mmmh. Nee. Da fällt mir nichts ein.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Das müssen Andere sagen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Mich zu küssen.

2018 war mit einem Wort …?

Abwechslungsreich.

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Gelesen: Landlust? Wie Unternehmen Fachkräfte in die Provinz locken. Das Problem wäre für mich ja nicht, auf dem Land zu leben, sondern dass es meist nur dieses eine Unternehmen gibt. Ergeben sich dort keine Entwicklungsperspektiven mehr oder stellt sich die Unternehmenskultur als hierarchisch, entwicklungsunfreudig oder sexistisch heraus – das merkt man oft erst nach zwei oder drei Jahren -, helfen auch kein Fitnessraum und kein Home Office. Meist gibt es für Hochqualifizierte keinen weiteren Arbeitgeber in der Region. Jobwechsel heißt dann: Umziehen, soziales Umfeld aufgeben, ein kompletter Neustart. Das sehe ich als eigentliches Hemmnis.

Gelesen: Lieferando schluckt Foodora, Lieferheld und Pizza.de. Ich fahre ja immer noch selbst zu Senminuten, der Feinkosttempel meines Vertrauens.

GelesenWie mich mein Wunsch nach einer gleichberechtigten Vaterrolle den Job gekostet hat. Passend dazu: „Und, wo ist dein Kind gerade?“ – Ninia LaGrande schreibt über Gleichberechtigung, Scheuermilch, Ehegattensplitting und dass sie sich, im Gegensatz zu ihrem Mann, ständig rechtfertigen muss, wo denn ihr Kind ist, während sie arbeitet.

Gelesen: Malte Welding antwortet auf die Frage: Ich bin gerade verlassen worden und so traurig. Ein Tipp?

Mittwoch, 26. Dezember

In den vergangenen Tagen wurde Weihnachten gefeiert, es wurden Kekse gebacken und Rouladen gebraten, ich habe mich im Kartenspiel nicht allzu blöd angestellt und es außerdem geschafft, mich nicht zu überfressen. Dazu kamen etliche Kilometer auf der Autobahn und auf der Landstraße, schöne Stunden mit tollen Menschen und schöne Geschenke.

Eine Dokumentation in Bildern, beginnend mit einem Geburtstag kurz vor Weihnachten:

Zwei verpackte Geschenke und eine Karte "Birthday Girl"

Das Geburtstagskind hatte in einen Pub eingeladen: „Die erste Runde geht auf mich!“ – wer kommen mag, der komme. Das war angenehm unkompliziert.

Am Tag darauf buk ich Kekse. Wir stellten Kipferl und Busserl her, außerdem Ausstechkekse mit bunten und mit schwarz-gelben Zuckerperlen. Die Perlen sind ein Geschenk vom Rosa Bänkchen. Ich hege Hoffnung, dass sie von innen wirken, insbesondere bei einem gewissen Schalke-Fan.

Verschiedene Sorten Kekse

Am Abend setzte ich mich hin und schrieb Neujahrskarten. Dieses Jahr sind es knapp 85, die Kunden, Partner und Geschäftsfreunde und -freundinnen erhalten. Ich wollte eigentlich nur ein paar Umschläge mit Adressen beschriften – was fertig ist, ist fertig. Nachts um 3.30 Uhr hatte ich dann – gänzlich ungeplant – die meisten Karten geschrieben. Lediglich um die 20 fehlen noch.

Die Umschläge waren zuvor mit einer Woche Verspätung doch noch angekommen: Am 22. Dezember lagen sie zerknautscht im Briefkasten. Ich hoffe für sie, dass sie wilde Abenteuer erlebt haben.

Zeitsprung zum Nachmittag des Heiligen Abends:

Warten aufs Christkind: Kleiner Baum vor Essgruppe

Am Freitag hatte ich noch spontan einen Baum gekauft. Eigentlich hatte ich das nicht vorgehabt: zu viel Auf- und Abbau und überhaupt – ich bin ja nur an der Hälfte der Tage zu Hause. Dennoch: eine gute Idee, denn ich erfreue mich sehr an ihm.

Am Samstag: Supermarkt, Sport, Nickerchen, Vorbereitungen fürs Abendessen. Es gab Slow Food: Fondue mit Brühe und zweierlei Filet, dazu Blumenkohl und Salat, Baguette und Thunfischpaste. Das zog sich bis kurz vor Mitternacht, eine schöne Sache. Im Anschluss das Dessert: eine Schokocreme aus drei Zutaten, außerdem Tiramisu vom besten Tiramisumacher – fotografiert noch ohne Kakaogarnitur.

Heiligabendnachtisch

Den ersten Weihnachtstag habe ich erst in der einen, dann in der anderen Familie verbracht.

Der zweite Weihnachtstag war traditionell der Tag der Entspannung: ausschlafen, heim fahren, Sofa. Auf der Heimfahrt passierte ich einen frischen Unfall. Der Verkehr hatte sich gerade erst gestaut, die Autos standen zerknautscht auf der rechten Spur. Ersthelfer hatten angehalten und waren ausgestiegen, kümmerten sich um die Menschen in den Autos. Sie waren augenscheinlich allesamt unverletzt, aber geschockt. Die Notrufsäule war in Laufweite. Ein Mann stand vor der Klappe und rief Hilfe herbei, so dass ich keine Notwendigkeit sah anzuhalten.

In diesem Jahr bin ich – dieser Unfall mitgezählt – an drei frischen Unfällen vorbeigefahren. Jedesmal hatten bereits ausreichend Ersthelfer angehalten; professionelle Helfer waren alarmiert und kamen mir entgegen. Man hört und liest so viel Schlechtes von Gaffern und Vorbeifahrern; ich hingegen sah dreimal hilfsbreite und tatkräfte Menschen.

Am Abend habe ich Rouladen gekocht – ohne Gewürzgurken, denn Gewürzgurken sind des Todes. Außerdem, das möchte ich an dieser Stelle als Botschaft in die Welt senden, braucht es für eine gute Roulade keine Gewürzgurke: Mit Schwerter Senf, Speck und Zwiebel wird sie auch so würzig genug.

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In der Heimat versammelte sich augenscheinlich die gesamte Kleinstadt vor dem Alten Rathaus und hörten am Heiligen Abend den Blechbläsern zu, die vom Kirchturm aufs Volk hinunterbliesen.

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Über die Weihnachtstage schrieb ich mir mit der Moskauer Freundin. Wir schmiedeten lose Pläne für einen weiteren gemeinsamen Urlaub. In den vergangenen Jahren waren wir gemeinsam auf Zypern, in Estland, Lettland und im Bayerischen Oberland.

Eine Reise nach Moskau und in die Oblast Wladimir kommt in Frage. Der Baikalsee und das Altai-Gebirge stehen auch auf der Liste, werden aber wohl noch warten müssen. Der zeitliche und organisatorische Aufwand ist einfach sehr groß.

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Gelesen: Weihnachten – das Fest der arbeitenden Mütter. Patricia schreibt über die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest, die häusliches Tun und die Organisation der Besuche hier wie dort – Arbeit, die oft an den Müttern hängt, die danach müde aufs Sofa plumpsen.

Wenn man allerdings wie ich, kurz vor 40 nochmal eine neue Beziehung anfängt, dann hat man über einige Dinge intensiv nachgedacht. Für mich war klar: Ich werde entweder zufriedene, leicht verrückte, alleinstehende Katzen*frau oder aber ich habe einen Partner, mit dem ich mir alles teile […].

Auch wenn ich keine Kinder habe, trifft der Beitrag auch meine Haltung gut: Ich kann nur mit einem Mann zusammensein, der sich für den Haushalt verantwortlich fühlt; der sich, so er welche hat, um seine Kinder kümmert und der rundherum alltagstauglich ist. Ich bin ausreichend damit beschäftigt, mein eigenes Leben zu organisieren; ich muss nicht noch das Leben eines Anderes mitorganisieren.

Gesehen: Stadt, Land, Schluss? Heimat zwischen Wut und Wandel. Eine Reportage über Strukturwandel, demografische Entwicklung und Digitalisierung auf dem Land.

 

Weihnachtsedition: Christian und ich unterhalten uns über 2018 und 2019

Im Januar haben wir begonnen – nun ist das Jahr bald zu Ende, und wir haben tatsächlich zwölf Podcastfolgen aufgenommen.

In unserer Weihnachtsedition blicken Christian und ich aufs Jahr  2018 zurück, auf Gelernte und auf Erlebtes – und wir unterhalten uns über Pläne für 2019.

Am Ende des Jahres gab’s noch eine Premiere: Während wir die ersten elf Folgen in meiner Küche aufgenommen haben, bin ich diesmal zu Christian gefahren.

Er hat anschließend nämlich Spaghetti Christian speciale gekocht, das geht nur in der eigenen Küche unter konstanten Bedingungen. Entsprechend großartig hat’s geschmeckt. Ich kann nur jedem empfehlen, sich einmal im Leben von Christian bekochen zu lassen.

Spaghetti speciale: Zwei Teller mit Nudeln und Carbonara-Sauce und Salatschälchen
Ein Jahr Ein Mann. Eine Frau. Ein Gespräch. – mit einigen Folgen bin ich zufrieden, andere wiederum waren nicht so glorreich. Macht aber nichts, denn: Wir haben’s getan, wir haben einfach mal einen Podcast gestartet. Das ist es, was zählt und worüber ich mich freue.

Vielen Dank an Christian für ein tolles erstes Podcastjahr!

Die Folge gibt’s auch als mp3 zum Download und im Abo auf iTunes.

Mittwoch, 19. Dezember

Heute letzter Workshop des Jahres 2018, während meine Timeline unisono in den Urlaub fährt, Plätzchen backt oder Weihnachtsbäume schmückt. Es war ein Teamworkshop, ein Schritt von mehreren, der das Team voranbringt – so hoffe ich. Genaueres wird sich im kommenden Jahr zeigen, wenn alles gesackt ist und der Weg weitergeht.

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Am Morgen erhielt ich die Nachricht, dass ich für den Goldenen Blogger nominiert bin – und das gleich zweimal. Einmal mit meinem Parship-Text, einmal als Tagebuchblog. Ich bin sehr gerührt und fühle mich geehrt. Irgendjemand hat mich dort eingereicht und das ist toll. Dankeschön!

Am 28. Januar ist die Gala in Berlin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich etwas anzuziehen habe.

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Es ist noch erstaunlich viel zu tun bis zum Weihnachtsfest, gemessen daran, dass nur noch wenige Tage bis zum Heiligabend verbleiben. Natürlich könnte ich Vieles nicht tun, zum Beispiel diesen Berg an Pfandflaschen wegbringen oder Getränke kaufen oder Geschenke einpacken oder Kekse backen oder Lebensmittel einkaufen, allerdings habe ich dann nichts zu trinken und nichts zu essen und keine Mitbringsel und uneingepackte Geschenke und einen Berg an Pflandflaschen in meiner Wohnung. Das ist alles nicht schön.

Die Krankenkasse will noch etwas von mir – da ist ein Brief gekommen, den ich mir schon vor einer Woche genauer ansehen wollte, irgendwas mit Einkommensnachfrage. Dem sollte ich mich vor Weihnachten noch widmen, mindestens aber in diesem Jahr. Sowas holt einen ja sonst unangenehm ein.

Es ist noch was zu arbeiten für den einen und für den anderen Kunden – wenn ich das liegenlasse, liegt das zwischen den Feiertagen dort und guckt mich an; es liegt dann auch noch nach Silvester da, wenn schon wieder Neues ansteht. Das ist nicht schön.

Die Umschläge für meine Neujahrskarten sind auf dem Postweg verschütt gegangen, 120 Stück mit Seidenfutter, das ist Mist. Irgendwo in Deutschland liegen jetzt 120 Umschläge rum – und irgendwo müssen neue herkommen, vielleicht aus dem Einzelhandel. Der hat erfahrungsgemäß nicht so viele Umschläge, nicht in schön und mit Futter, weil die sonst niemand kauft, zumindest nicht in diesen Mengen. Die Läden haben nur drei Packungen à zehn im Regal und können auch keine weiteren bestellen, nicht außerhalb es normalen Bestellaufes. Das kenne ich aus dem vergangenen Jahr.

Christian und ich, wir werden noch eine Podcastfolge aufnehmen, eine Jahresendfolge mit Jahresrück- und Jahresvorausschau. Das müssen wir natürlich nicht machen, damit müsste ich mir keinen Stress machen, aber wir werden in diesem Zusammenhang direkt mal ein Jahr Ein Mann. Eine Frau. Ein Gespräch. feiern – weil: Warum nicht? Es wird allgemein zu wenig gefeiert.

A propos „feiern“: Es gibt bis Weihnachten noch einen Geburtstag zu feiern – mit einer Geburtstagsfeier, einer kleinen, aber dennoch: Dort möchte ich gerne hin.

Und dann ist irgendwann Heiligabend, sehr bald sogar.

Dienstag, 18. Dezember

Ich möchte meine Berufsbezeichnung ergänzen durch den Zusatz: „Professionelle Nachdenkerin über Dinge“.

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Trendbericht aus den Kundenunternehmen: Männer, die in Sachen Style etwas auf sich halten, tragen gemusterte, knallbunte Socken.

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Gelesen: Vielleicht hat das Leben keinen Sinn. Sagen wir mal so: Ich kann keinen Sinn erkennen. Liegt wohl daran, dass ich unspirituell bin. Es gibt augenscheinlich aber viele Möglichkeiten, dem Leben einen Sinn zu geben. „Kinder“, das beobachte ich, sind ein weit verbreitetes und gesellschaftlich anerkanntes Mittel. Andere Leute wiederum retten rumänische Hundewelpen oder verschreiben sich der Entwicklung neuer Yoga-Riten. Warum auch nicht!

Im Text geht es nicht nur um den Sinn des Lebens, sondern um einen Menschen, der anders ist – und um einen anderen Menschen, der das aushalten muss. Ich sage „aushalten“, weil ich es, bei aller selbst attestierten Offenheit, durchaus und immer wieder als inneren Kampf empfinde, Menschen anders sein zu lassen. Je näher ich dran bin und je mehr das Anderssein des Gegenübers mich in meinem Sein beeinflusst, desto schwieriger ist es – das kennt jeder aus der Partnerschaft.

GelesenMany Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies. Paula-Irene Villa et al. von der Ludwig-Maximilians-Universität München klären sachlich und differenziert über Geschlechterwissenschaft und den Stand der Forschung auf. Sie beantworten Fragen wie „Sind Geschlechtsunterschiede nicht angeboren?“ und „Werden Jungs in der Schule benachteiligt?“ Außerdem diskutieren sie fundiert Aussagen wie

Frauen und Männer sind doch selber schuld, wenn sie Nachteile erleben: Frauen setzen sich nicht genug durch, sie sind nicht so ehrgeizig wie Männer; Frauen verhandeln in Jobs schlechter oder wollen lieber weniger Verantwortung.

Gelesen: Die köstliche Freiheit der Eichelschweine. In Franken hat ein Schweinebauer die Waldmast wiederentdeckt. Die Tiere fressen Eicheln, Insekten, Moos, Rinden, Blätter und Kräuter. Nebeneffekt: Der Wald wird artenreicher.

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An dieser Stelle noch ein Kapitel aus dem Buch „Meine Fresse, ey!“: Bei der Darts-WM spielen erstmals zwei Frauen mit. Das überfordert die Kommentatoren. (via Jawl)



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