Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Mittwoch, 28. November

Heute fuhr ich von Duisburg aus zum Kunden, nicht aus Dortmund. Öfter mal neue Wege gehen.

Die Fahrt von Duisburg aus ging erfreulicherweise ohne Stau vonstatten. Ich ließ den amerikanischen Konzern navigieren – nicht mein Auto und das dort verbaute Multimediasystem Amundsen.

Amundsen, oder wie ich freundschaftlich sage: Roald, ist nämlich nicht auf Zack, weder auf Autobahnen noch daneben. Auf den Autobahnen bemerkt Roald den Stau erst, wenn wir schon seit zehn Minuten drinstehen. „Stockender Verkehr auf der A1!“, vermeldet er dann stolz. Ich sehe ihn vor mir, die Brust geschwellt, die Hände in die Taille gestemmt, ein Funkeln in den Augen und denke mir: Wahnsinn, Roald, du hast es drauf.

Nicht immer ist er tranig. Manchmal hat er helle Momente. Dann bemerkt er den Stau, bevor wir hineinfahren. Er ist in diesen Fällen übermäßig eifrig; er möchte alle Versäumnisse wettmachen, jetzt und hier und mit diesem Stau. Folglich ordnet er dem Auftrag „Freie Fahrt für freie Kännchen“ alles unter, sogar das Erreichen des Ziels, Hauptsache weg vom Stau, weit weg. Ein Kilometer stockender Verkehr genügt, und er initiiert ausführliche Panoramafahrten über beschauliche Landstraßen. Ich habe auf diese Weise schon jeden dritten Alleebaum zwischen Wunstorf und Bad Oeynhausen kennengelernt.

Leider berücksichtigt Roald in diesen Momenten nicht, dass auch außerhalb von Autobahnen Leute unterwegs sind und Hindernisse warten. Mit Wegen, die nicht blau sind, beschäftigt Roald sich nämlich nicht: Landstraßen sind unter seiner Würde, Stadtverkehr ohnehin. Er ist nur für Autobahnen zuständig. Deshalb leitet er mich, um einen Kilometer Autobahnstau zu vermeiden, über holprige Feldwege, in verstopfte Innenstädte und vor mit Baken gesperrte Landstraßen. Roald und ich, wir haben ein Problem miteinander.

Heute navigierte mich also der amerikanische Konzern – über Velbert, Heiligenhaus und nebelverschleierte Landstraßen ins Bergische Land, staufrei. Nimm das, Roald.

*

Seit Wochen bekomme ich täglich Anrufe von einer „Deutschen Energiezentrale“. Sie will Stromtarife verkaufen, es ist jedoch unklar, woher sie meine Nummer hat. Sie behaupt, dass ich um einen Anruf gebeten hätte, sobald mein Stromtarif auslaufe. Das stimmt jedoch nicht.

Ich habe bereits bekundet, dass ich kein Interesse an Angeboten habe und keine weiteren Kontaktversuche wünsche. Die Anrufe kommen jedoch weiterhin von der Nummer +49 4321 7833993.

Nachdem ich das Klingeln in den vergangenen zwei Wochen ignoriert habe in der Hoffnung, dass die Bemühungen einfach aufhören, war ich gestern in guter, konfrontativer Stimmung, nahm den Hörer ab und sagte unumwunden, dass ich keine Anrufe erhalten möchte, jetzt nicht und in Zukunft nicht, nie mehr.

„Ich möchte keine Anrufe mehr von Ihnen erhalten.“
„Sie wissen doch gar nicht, worum es geht.“
„Ich weiß sehr gut, worum es geht. Sie rufen mich täglich an.“
„Und? Wer ist dran?“
„Ist das eine Lernstandskontrolle?“
„Sie wissen noch nicht einmal, wer Sie anruft.“
„Ich weiß sehr wohl, wer mich anruft. Und zwar täglich.“
„Sind Sie dement?“
„Löschen Sie meine Nummer aus der Datenbank.“
„Sagen Sie mir erstmal, wer Sie anruft und was ich von Ihnen will.“
„Löschen Sie meine Nummer.“
„Sind Sie der deutschen Sprache mächtig?“
„Löschen Sie meine Nummer.“
„Sie verstehen mich nicht. Sie sind dement.“
„Woher haben Sie meine Nummer?“
„Ich habe zuerst gefragt! Sind Sie der deutschen Sprache mächtig?“
„Nehmen Sie meine Nummer aus der Datenbank.“
„Wer ruft Sie denn gerade an?“

Ich habe dann aufgelegt und Anzeige bei der Bundesnetzagentur erstattet. Außerdem habe ich die Nummer über meinen Router blockiert. Ich hoffe, dass ich jetzt Ruhe habe.

Als er tatsächlich „Ich habe zuerst gefragt!“ gesagt hat, fand ich es übrigens für einen kurzen Moment witzig. Einen sehr kurzen Moment.

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Heute Nacht Hotelbett.

Hotelbett mit Nachttischlampe und Tapete: weiß mit blau-roten Drachen

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Gelesen: Der höchste Berg der Welt ist nicht der Mount Everest – zumindest, wenn man vom Erdmittelpunkt aus misst.

Montag, 26. November

26. 11. 2018  •  1 Kommentar  •  Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Bin ein paar Tage weg gewesen. Die Kurzzusammenfassung: Fahrt im IC nach Leipzig, Abendschnack, zwei Tage Barcamp, Fahrt im IC zurück nach Dortmund, Möbelzusammenbau.

Symbolbild:

Von oben auf die Füße fotografiert: Koffer, Laptoptasche, Jeans und gelbe Sneakers

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Während meiner Abwesenheit bekam ich meinen neuen Esstisch und acht Stühle geliefert.

Das liefernde Möbelhaus hatte mir iin der vergangenen Woche mitgeteilt, dass Liefertermine rar seien. Ich könne den angebotenen nehmen oder einen anderen, eine Woche später, insgesamt sehe es allerdings mau aus. Ich hatte bis dato nicht auf dem Schirm, dass wir ja schon kurz vor Weihnachten haben. Ist mir dann eingefallen.

Dieser oder jener Termin, das war gehopst wie gesprungen, denn es war beides schlecht für mich. Erfreulicherweise habe ich habe freundliche und hilfsbereite Nachbarn, die den ganzen Bumms für mich angenommen haben.

Als ich am Sonntagabend um 22 Uhr aus Leipzig heim kam, habe ich alles direkt aufgebaut – auch einen ebenfalls gelieferten, neuen Schreibtischstuhl. Der alte hatte die Segel gestrichen. Der Aufbau hat dann bis 1 Uhr gedauert. Alles in allem war es nicht kompliziert, aber ich musste doch hier und da mal gucken, dass alles richtig herum ist, außerdem habe ich direkt die ganzen Kartons zerschnitten, in denen Tischplatte, Tischbeine, Ansteckplatte und Stühle verstaut waren, sonst hätte ich heute Morgen schlechte Laune gehabt, eine Küche zu betreten, die wie explodiert ausschaut.

Tisch mit vier petrolfarbenen und zwei roten Stühlen, im Vordergrund die Kante eines Sofas

Die Kunst hängt auch bald. Ich muss mit der Malerin noch vereinbaren, wie das Bild zu mir kommt.

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In Leipzig war’s super. Ich war auf dem Agile Barcamp. Das Barcamp ist ein Konferenzformat, auf dem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Themen, ihre Fragen und ihr Wissen mitbringen und es mit anderen teilen. So sah es dort aus:

Agile Barcamp: Im Hintergrund Stühle und Menschen, im Vordergrund eine große Kunstinstallation aus Holz

Ich habe mich hauptsächlich mit User Stories und Anforderungsmanagement, Führung mit OKR und Alternativen zur Wasserfallhierarchie  beschäftigt. Außerdem hatte ich tolle Gespräche mit Leuten, die viel über Wissensmanagament und über Methoden zur Teamentwicklung wussten.

Das Barcamp fand in der Alten Baumwollspinnerei statt. Das ist ein zehn Hektar großes Industrieareal, in dem es viele Galerien gibt, aber auch Büros und ein Café. Außerdem ist dort das Spinlab Leipzig, wo sich Startups ansiedeln. So sieht es im Spinlab aus:

Schaukel im Spinlab

Ich mag das Agile Barcamp in Leipzig sehr, ebenso wie seine Schwesterveranstaltung in Essen, das Agile Ruhr. Es sind viele Leute dort, die echt Ahnung haben. Das Barcamp ist fokussiert auf Organisationsentwicklung, interdisziplinäres Arbeiten, gute Unternehmenskultur und alles, was drumherum damit zu tun hat. Insgesamt waren mehr als 200 Leute von 72 Firmen dort. Es war ein sehr hilfreicher Austausch.

Zum Frühstück gab es übrigens einen Eimer Schokozeugs. Den haben die 200 Anwesenden aber nicht mal ansatzweise geschafft.

Schokozeugs

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Die kommenden Tage: eine Nacht in Dortmund, eine Nacht in Duisburg, zwei Nächte in Wuppertal, drei Nächte in Hannover. Danach wird es wieder ruhiger und dortmundiger. Vielleicht.

Donnerstag, 22. November

Morgen früh werde ich mit der Bahn nach Leipzig fahren. Nach den letzten unvergesslichen Bahnerlebnissen steigt die Spannung ins Unermessliche. Ich habe ein Brot gekauft und zwei Muffins aufgetaut und werde ausreichend Proviant mitnehmen.

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Der Tag der Terminverschiebungen. Solche und solche und solche.

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Kann es sein, dass es immer weniger Briefkästen gibt?

Der Briefkasten bei mir um die Ecke wird ja nun, nachdem er eine zeitlang komplett stillgelegt war, immer schon um 7 Uhr morgens gelehrt. Was nichts Anderes bedeutet, als dass man einen Tag vorher einwerfen muss und der Brief de facto mindestens zwei Tage unterwegs ist.

Heute war ich im anderen Stadtteil unterwegs, einem großen Stadtteil, mehr als 21.000 Einwohner, und habe, naiv wie ich bin, gedacht: Da wird man ja irgendwo einen Brief einwerfen können.

Sapperlot – glauben Sie, ich hätte einen Briefkasten gefunden? Wo hängen diese Dinger? Ich habe getippt: am Busbahnhof. Oder auf dem Marktplatz. Oder in der Einkaufsstraße. Oder am U-Bahnhof. Oder in der Nähe des großen Sparkassengebäudes. Oder dort, wo alle Leute parken.

Hinterher habe ich im Briefkastenfinder geguckt: Es gibt keinen Briefkasten im Zentrum des Stadtteils.

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Weitere Fragen und Antworten aus 1000:
(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10)

Hast du oft Glück?

Glück im Sinne von positiver Zufall? Ich denke, dass Vieles, was wir als „Glück gehabt“ bezeichnen, das Eintreten eines unbewusst selbst herbeigeführten Ereignisses ist. Wenn wir an etwas glauben, verhalten wir uns unbewusst so, dass sich die Erwartung, die wir haben, erfüllt. Erwarten wir, eine Prüfung zu bestehen, werden wir sie bestehen, weil wir uns gut darauf vorbereiten und weil unsere innere Haltung zu einem selbstverstärkenden Prozess von Selbstbewusstsein und Konzentration wird. Die Angst zu scheitern führt hingegen zu einer höheren Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

Warst du in der Pubertät glücklich?

Die Pubertät war eine unglaublich schreckliche Zeit. Ich möchte das auf keinen Fall noch einmal haben.

Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgemacht?

Das war 1997 nach dem 1.000 Konzert der Toten Hosen, und ich glaube, es war die einzige Nacht, die ich jemals durchgemacht habe. Ich habe schon immer sehr viel Wert auf Schlaf gelegt; was Schlaf angeht, bin ich extrem konserativ.

Welche Anekdote über dich hörst du noch häufig?

Wie ich in den Teich fiel, der ganze Kindergeburtstag deshalb nach Hause musste, ich mich weigerte, trockene Klamotten des Geburtstagskindes anzuziehen und die ganze Party deshalb stillstand, aber ich möchte jetzt nicht darüber reden.

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Gelesen: The 36 Questions That Lead to Love

Gelesen: How to Talk to People – Gesprächsführung, nicht nur für journalistische Interviews.

Gelesen: Milchmädchen. Eine Odenwälderin über die Sache mit der Milchkanne und dem 5G.

Mittwoch, 21. November

Tag im Homeoffice. Nachbereitung des gestrigen Tags beim Kunden.

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Morgen kommt mein November-Newsletter. Thema: Die Denkfehler der Digitalisierung am Beispiel von Zeitungsverlagen. Wer noch nicht dabei ist: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung. 

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Seit Neuestem habe ich viele Buchfinken im Garten. Sie laufen zu Fünft oder Sechst über den Boden und picken Zeugs auf, sind aber sehr schreckhaft. Nervöse Hektiker, so wie die Meisen.

Die Dompfaffen sind wieder im Garten. Im Gegensatz zu den Finken und Meisen sind sie gechillt, hocken auf dem Ast, gucken in die Gegend und bleiben selbst dann sitzen, wenn die Nachbarskatze unter ihnen herläuft. In den vergangenen Wochen haben sie sich allerdings rar gemacht und waren länger weg. Vielleicht auf Urlaub. Mit dem Kegelclub in El Arenal.

Alles in allem sind viele Vögel unterwegs. Die Eichhörnchen sind auch umtriebig. Große Party im kargen Novembergarten.

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Als ich vor einem Monat am Bahnhof strandete und kein Zug nach Norden fuhr, traf ich einen Mann aus Kanada.

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Angeguckt: The World’s Greatest Gallery of Wet Owls. Für sowas liebe ich das Internet.

Gelesen: Der Mensch als Maßstab. Frank macht sich Gedanken zu einer Stadtplanung explizit für den Menschen, besonders für den radfahrenden Menschen. Seine These: Wir planen Städte nach mathematisch-logischer Vorgehensweise auf dem Reißbrett und aus der Vogelperspektive. Wollen wir lebenswerte Städte schaffen, sollten wir es stattdessen auf Augenhöhe tun. Nur so können wir Zersiedelung, die Trennung von Arbeit und Wohnen und die ständigen Staus hinter uns zu lassen. Vorbild sind Rotterdam, Groningen und auch New York City.

Gelesen: Microlino kommt, eine Elektro-Isetta für die Stadt.

Dienstag, 20. November

Den Tag beim Kunden verbracht, acht Stunden Gespräche und Konzentration. Am Abend eine Käseplatte und Rosé mit der Freundin. Noch während sie sprach, gingen die ersten Lampen in meinem Hirn aus.

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Im Januar, Februar und im April werde ich mich jeweils einen Tag lang zu Betzavta weiterbilden. Betzavta ist ein Lernansatz für Demokratie. Der Gedanke stammt aus der israelischen Friedenspädagogik. Erklärung bei der Landeszentrale für politische Bildung:

Betzavta macht demokratische Wege der Entscheidungsfindung mit ihren Chancen und Schwierigkeiten erlebbar. Er geht davon aus, dass Konflikte besonders kreativ bearbeitet werden können, wenn die beteiligten Personen anerkennen, dass das Recht auf freie Entfaltung für alle Menschen gleichermaßen gilt.

In meiner Arbeit in Organisationen, mit Teams, Gruppen und Fachbereichen spielt demokratische Entscheidungsfindung immer wieder eine Rolle. Die Fortbildung, die ich besuche, ist von der Stadt Dortmund organisiert und für Lehrerinnen und Lehrer gedacht; ich werde das dann für mich adaptieren.

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Schnee. Habe die Mütze aus der Schublade geholt und an den Start gemacht.

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GelesenDer Tag, an dem meine kleine Schwester starb. Übers Trauern und Verdrängen. 

GelesenDer Rechtsfluencer. Ein Immobilienkaufmann aus der Nähe von Frankfurt ist einer der auffälligsten rechten Meinungsmacher. Seine Ware: seine subjektive Wahrnehmung und manipulierte Informationen.

Gelesen: Hannibals Schattenarmee – ein rechtes Netzwerk in der Bundeswehr.

Montag, 19. November

Heute ein Tag im Homeoffice, keine besonderen Vorkommnisse. Ich habe ein Kundenprojekt vorbereitet, das mich in den kommenden eineinhalb Wochen beschäftigen wird.

Außerdem habe ich Kram erledigt. In der Selbstständigkeit ist immer irgendwie Kram zu erledigen, Buchhaltung und Belege und Korrespondenz, Newsletter vorbereiten, Website aktualisieren, Angeboten hinterherjagen, neue Visitenkarten nachbestellen, Weihnachtskarte mit der Grafikerin abstimmen, sowas. Einzeln für sich genommen sind das Tätigkeiten, die weder besonders aufregend noch besonders aufwändig sind. In Summe ergibt sich dann aber doch ein gewisses Arbeitsvolumen. So gehen Tage dann um.

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Am 26. März 2019 bin ich zu Gast beim Gründer- und Unternehmertreff in Herdecke. Danke für die Einladung!

Thema wird sein: „Mut zur Veränderung“. Ich werde eine Session halten; das Ganze wird ohne Beamer und Gedöns auskommen.

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Die Lindenstraße wird eingestellt. Ich bin bekennender Lindenstraßen-Fan und deshalb aus persönlichen Motiven äußerst betroffen. Ich finde die Entscheidung allerdings auch aus anderen Gründen bedauerlich, denn ich halte die Lindenstraße für eines der innovativsten Formate der Fernsehlandschaft.

Menschen, die vor ihrem inneren Auge gerade nur die musizierende Beimer-Familie in ihrem rustikalen Eiche-Wohnzimmer sehen, sind vielleicht irritiert. Deshalb möchte ich erläutern, warum ich das so sehe.

Die Lindenstraße ist ein Ort mittelmäßiger Schauspielkunst, und auch die Figuren sind eher holzschnittartig. Nichtsdestotrotz thematisiert die Sendung Fragen unserer Zeit und verpackt gesellschaftliche Themen in gefällige, aber dennoch kontroverse Geschichten. Sie lässt dabei Raum für Interpretation und zeigt trotzdem Haltung. Die Lindenstraße macht das, was ureigener Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender ist: Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung anbieten und einen Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt und somit zur öffentlichen Meinungsbildung leisten.

Beispiele sind die Geschichte um Jamal und die Familie Bakkoush, die die Flüchtlingsdebatte repräsentieren, oder Leben und Tod von Hans Beimer, der für Ehebruch, Patchwork-Familie und therapeutischen Drogenkonsum herhalten musste und der selbst nach seinem Tod noch ein Thema abschöpft, nämlich „Umgang mit Trauer“. Die Geschichte rund um den Koch Roland Landmann zeigt gerade auf, wo Rassismus und Rechtsnationalität beginnen und wie die Argumentationen Rechter funktionieren. Es gibt Figuren mit Behinderung, mit Migrationshintergrund, mit Transidentität, Figuren jeglichen Alters und jeglichen Ausbildungsstandes, schwule und lesbische Menschen – und wenn die Figur erst einmal eingeführt ist, nimmt sie unabhängig von diesen Merkmalen an der Handlung teil.

Darüber hinaus macht die Lindenstraße hervorragende crossmediale Arbeit. Es gibt eine breite Online-Community auf Facebook, Twitter und Instagram, Geschichten werden über verschiedene Kanäle erzählt, Inhalte werden angeteasert, diskutiert und entwickelt. Die Schauspielerinnen und Schauspieler setzen die Arbeit der Redaktion fort.

Die Lindenstraße hat außerdem immer schon Format-Experimente gemacht; die Folge zum 30. Geburtstag wurde live gesendet und man konnte das Making of in Echtzeit verfolgen.

Ich halte die Entscheidung, die Lindenstraße einzustellen, deshalb für falsch. Für das deutsche Fernsehen wäre es gut, solche Formate laufen zu lassen und zu fördern, denn die Sender könnten eine Menge daraus lernen. Thomas Knüwer sieht das genauso. 

*

Gelesen: „Verletzlichkeit ist der Schlüssel zu allem“ – Interview mit der Sozialforscherin Brené Brown. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Scham und Verletzlichkeit und dem gesellschaftlichem Umgang damit – auch im beruflichen Kontext.

Mittlerweile stelle ich Führungskräften nur noch eine Frage: Erzählen Sie mir von einer mutigen Handlung oder Entscheidung, die Sie miterlebt oder initiiert haben, die nicht ein hohes Maß an Risiko, Unsicherheit und emotionaler Bloßstellung mit sich führte. Gibt es nicht. Es gibt keinen Mut ohne Verletzlichkeit. Jede Firma auf der ganzen Welt verlangt nach mutiger Führung und klugen Risiken, um Innovation, Kreativität und Vertrauen zu ermöglichen. All diese Dinge basieren auf Verletzlichkeit.

Mut beginnt immer damit, sich zu überwinden, und sich zu überwinden, besteht immer daraus, sich zu entblößen – vor anderen, vor sich selbst, mit Handlungen, die innere oder äußere Grenzen überwinden.

Ich habe die Erfahrung gemacht: Jeder braucht einen Menschen, der an ihn glaubt. Wer jemanden hat, und wenn es nur ein einziger Mensch ist, der sagt: „Ich weiß, du schaffst das“, der kann es hinkriegen. Wenn dieser eine Mensch fehlt, fehlt uns im Leben die Möglichkeit, der zu werden, der wir sind.

Erfolgreiche, innovative Unternehmensbosse haben drei Dinge gemeinsam: Sie erkennen und verstehen ihre eigenen Gefühle, zweitens die ihrer Angestellten, und sie sind drittens bereit, schwierige Gespräche über schwierige Themen zu führen. Etwa wenn man gemeinsam überlegt, warum ein Termin nicht eingehalten werden konnte oder warum die Kosten aus dem Ufer gelaufen sind. Wer seine Mitarbeiter misshandelt, kein Vertrauen aufbaut und nicht darüber redet, was menschlich ist, drängt Arbeitnehmer in zwei Positionen: Kampf oder Resignation. Die Produktivität geht flöten. Wir wollen den ganzen Menschen an den Arbeitsplatz zurückholen.

An dieser Aussage finde ich zwei Sachen wichtig: Ich muss meine eigenen Gefühle verstehen, um die Gefühle anderer zu verstehen. Wenn ich mich Gefühlen stellen kann, kann ich auch schwierige Herausforderungen lösen.

Gut zu arbeiten und gut zu führen, ohne Emotionen zu berücksichtigen, funktioniert meiner Ansicht nach nicht. Wir sind Menschen, weil wir wütend und traurig werden, weil wir uns freuen, weil wir Gemeinschaft und Bestätigung wünschen, weil wir Wertschätzung wollen, weil wir uns um Dinge herumwinden, weil uns Mut fehlt, weil wir Mut haben, weil wir Angst haben, weil wir bequem sind, weil wir Herausforderungen wollen, weil wir Halt und Orientierung brauchen, weil wir uns eine Perspektive wünschen. Wir wollen vertrauen, und wenn wir vertrauen, uns selbst und anderen, sind wir erfolgreich.

Gefühle sind für sich genommen niemals falsch, auch negative Gefühle nicht. Neid ist beispielsweise ein unschönes Gefühl und giftig für die Atmosphäre, aber er ist da, und es ist wichtig, das Gefühl erstmal anzuerkennen. Gleichzeitig haben die Zuschreibungen, die mit dem Gefühl verbunden sind, unterschiedliche Gründe und Perspektiven.

In Zusammenhang mit dem Thema „Gefühle“ und „Führung“ bin ich übrigens der Meinung, dass introvertierte Menschen gute Führungspersönlichkeiten sind. Es fällt ihnen leichter, Vertrauen aufzubauen und zu pflegen, weil sie ständig mit ihrer eigenen Schwäche und den eigenen Gefühlen dazu konfrontiert sind. Zudem können sie sich oftmals schlecht verstellen und sind daher authentisch; viele haben einen feinen Sinn für Stimmungen. Introvertierte Führungspersömlichkeiten brauchen allerdings eine Umgebung, die jenseits von Produktivität und Formalismus Raum für den Menschen lässt.

Entweder die Unternehmen finden einen Weg, die Arbeit wieder zu vermenschlichen, oder sie werden keinen Erfolg haben.

Übrigens entspricht auch das hier meiner Erfahrung:

Wenn man glaubt, bei jemandem gar keine Scham entdecken zu können und er sich vordergründig so benimmt, als ob er sich für den Größten hält, dann handelt es sich oft um jemanden, der sich ganz klein findet und von Scham getrieben wird.

Gelesen: Außerdem habe ich die vergangenen Tage beim Buddenbohm nachgelesen. Die kann ich jetzt nicht alle verlinken, auch wenn ich es müsste, denn ich habe mich bei jedem Beitrag gut unterhalten gefühlt. Zum Beispiel, als es um gewaltfreie Sprache ging, die aggressiv macht, oder um Liebe in und zu Büchern. Auch ich finde, dass Liebe das Hauptsujet von Büchern sein sollte. Es darf allerdings nicht zu platt sein, die Sprache muss stimmen; ich bin da ganz bei Maximilian.

Angeguckt: Kurzer Beitrag über die Fußballschiedsrichterin Selina Menzel. Beeindruckende Körpersprache.

Gelesen: Frau Novemberregen im Dialog mit ihrem Vater. Ich habe in meiner Küche gesessen und laut gelacht.

Wochenende, 17. und 18. November

Der erste Frost.

Kleine Eispartikel auf einer Blüte

Mich friert es. Immer, wenn die ersten kalten Tage kommen, fröstelt es mich ununterbrochen. Mein besonderer Dank geht deshalb an den Erfinder oder die Erfinderin der Wärmflasche.

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Päckchen packen für den Weihnachtspäckchenkonvoi – zusammen mit Katharina (im Bild) und anderen Leuten aus Dortmund.

Weihnachtspäckchenkonvoi

Der Weihnachtspäckchenkonvoi ist eine gemeinsame Aktion des Ladies‘ Circle und des Round Table Deutschland. Die Päckchen gehen nach Osteuropa – als Weihnachtsgeschenke für Kinder, die sonst keine Geschenke bekommen, weil sie arm sind.

Überall in Deutschland konnten Menschen in den vergangenen Wochen Päckchen abgeben. Männer und Frauen des Circle und des Table fahren sie Anfang Dezember in die Ukraine, nach Rumänien und nach Bulgarien und verteilen sie dort an Schulen, in Kindergärten und Heimen. Aus Dortmund fahren auch zwei Ladies mit und übergeben die Päckchen.

Kartons mit der Aufschrift "Mädchen" und der Anzahl der Päckchen

Wir haben die Schuhkartons und kleinen Pakete, die Menschen in Dortmund und Umgebung gepackt haben, am Freitag und am Samstag nach Altersgruppen und Geschlecht sortiert und in Umkartons gepackt. So können die Konvoi-Leute sie besser verteilen. Zudem lassen sich die Pakete so gut auf dem Lkw verladen und stapeln. Aus Dortmund gehen insgesamt an die 1.000 Päckchen mit auf den Konvoi.

Mehr dazu auf der Facebook-Seite des Ladies‘ Circle 63 Dortmund, in dem ich Mitglied bin.

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Am Sonntag habe ich die dritte Legende von Andor gespielt und gemeinsam mit den Gefährten den bösen Magier besiegt.

Andor Spielbrett

Diesmal war ich der Zwerg und habe hauptsächlich die Burg gegen Kreaturen verteidigt, ehe ich mich gemeinsam mit den anderen Helden auf den Weg zum Magier machte. Das war sehr schön. Dazu gab es Kakao mit echten Schokosplittern.

Bei der vierten Legende müssen wir in die Mine. Mich gruselt es schon.

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Außerdem getan: Einen Nachmittag lang Shopping Queen geguckt. Acht Reifen gewechselt. Zwei Handballspiele geguckt. Eingekauft. Auto ausgesaugt. Vietnamesischen Tofu mit Reisnudeln gegessen und geschnackt. Wäsche gewaschen.

Donnerstag, 15. November

Nachdem die Überschrift des gestrigen Blogeintrags, die immerhin aus zwei Wörtern und einer Zahl besteht, zwei Flüchtigkeitsfehler enthielt, habe ich mich bei der heutigen Überschrift sehr konzentriert.

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Ein Frühstück im Hotel am Düsseldorfer Flughafen ist illuster. Ich hätte noch zwei Stunden dort sitzen und das Publikum beobachten können: arabische Geschäftsleute, die sich selbst bedienen, wo es keine Selbstbedienung gibt; sylteske Individualreisepaare mit loriotesken Beziehungsausprägungen; nicht näher zuzuordnende Männern in Muskelshirts, die Eiweißomeletts mit Sekt frühstücken. Ich werde dort noch einmal hin müssen.

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Nach dem Frühstück bin ich zur Messe gefahren, wo der 41. Deutsche Krankenhaustag stattfand, auf dem ich zum Thema „Geschichtenerzählen“ gesprochen habe.

Vor mir haben Sascha Lobo, Christian Müller und Anja Lüthy geredet, jeweils mit sehr guten Vorträgen. Sascha schlug den Bogen von Biotechnolgie zu gesellschaftlichen Fragestellungen und war beeindruckend bewandert in Medizintechnologie. Christian hat sich mit Zielgruppen für soziale Einrichtungen beschäftigt. Bei ihm habe ich gelernt, dass es inzwischen digitale Sinus-Milieus gibt; das war an mir vorbeigegangen. Anja Lüthy hat sich mit digitalem Recruiting beschäftigt und lauter Apps vorgestellt, die ich nicht kannte, unter anderem Jodel.

Weil ein paar Leute auf Twitter gefragt haben: Ich bereite die Inhalte meines Vortrags beizeiten mal in einem Beitrag auf.

Es ist ja mitnichten so, dass ich immer total routiniert und cool bin; das macht vielleicht den Eindruck, jedenfalls wird mir dieser Eindruck zugetragen, ist aber anders. Ich mache mir vor Terminen regelmäßig ins Hemd, weil ich, seit ich selbstständig bin, ständig Dinge tue, die ich noch nie vorher gemacht habe. Also … schon irgendwie gemacht, aber jeder Kunde ist ja individuell, und ich bin mir dann immer nicht sicher, ob es so passt, wie ich es mir denke und wie ich es vorbereitet habe und überhaupt: Es gibt halt immer Unwägbarkeiten. Mir ist in meinem Kopf dann schon klar, dass ich das kann und dass ich das gut machen werde. Mein Bauch denkt jedoch: „Aaaaaaaah! Wie bin ich hier hineingeraten?! Fuckingshitaaaaaaaah!!1!11!!!“

Bevor’s dann wirklich losgeht, überkommt mich zum Glück immer eine tiefe, innere Ruhe. Meine Vermutung: Vielleicht ist das die gleiche Ruhe, die ein Mensch vor seinem Tod fühlt – in diesem Moment, in dem eh alles zu spät ist.

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Anschließend fuhr ich zum Nordpark und habe mit Franzi eine Waffel gegessen und übers Selbstständigsein und all so’n Zeugs geschnackt.

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Ich habe ein Gemälde gekauft: Surfer Boys von Sonja Neumann.

Mittwoch, 14. November

Ich habe mich weitergebildet und mich zwei Tage lang mit Strategiearbeit für Organisationen beschäftigt. Mehr dazu.

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Zimmer mit Aussicht am Flughafen in Düsseldorf:

Aussicht über Flughafen und angrenzende Geschäftshäuser im Abendrot

Das Beheizen und Klimatisieren von Hotelzimmern scheint eigenen Regeln zu folgen, vor allem eigenen Temperaturregeln. Offenbar gehen Hotelbetreiber davon aus, dass ihre Gäste es gerne warm haben, sehr warm sogar, besonders im November, unabhängig von den tatsächlichen Außentemperaturen, die dieser Tage sehr mild sind. Der Gast soll es heimelig haben, wir sind hier am Flughafen; er kommt möglicherweise von weit her oder fliegt für lange Zeit fort, irgendwohin, wo es kalt ist, tatsächlich oder im übertragenen Sinne. Zudem gibt es im Deutschen das Wort „Gemütlichkeit“, das es so in keiner anderen Sprache gibt, und die Gäste sind international; es muss kuschelig sein, und zu einer angemessenen Kuscheligkeit gehört eine angemessene Wärme.

Wahrscheinlich ist deshalb mein Hotelzimmer, in dem ich mich gerade befinde, auf 28 Grad geheizt. Nun gut, zugegeben: Ich habe es nicht nachgemessen, vielleicht sind nur 24 Grad, gefühlt jedoch 28.

Die Steuerung einer Hotelzimmerheizundklimaanlage ist so eine Sache. Es gibt einen Schacht unter der Decke, aus dem Luft kommt, zumindest sieht er so aus. Tatsächlich kommt dort keine Luft heraus, weder warme und kalte, zumindest nicht fühlbar, nicht für mich. Vielleicht kann eine Fruchtfliege mehr fühlen, sie ist ja viel kleiner und leichter. Oder eines dieser Tiere, die Erdbeben spüren, die erst in zwei Wochen stattfinden.

Es gibt jedenfalls ein Steuerungsgerät an der Wand, das einen Föhn zeigt. Dieser Föhn hat unterschiedliche Ausprägungen, klein, mittel und groß, sowie ein Rädchen, mit dem man in Rot und Blau sagen kann, ob man es warm oder kalt haben will.

Das Steuerungsgerät befindet sich in räumlicher Nähe zu dem Schacht. Ich kombiniere messerscharf, dass ein Zusammenhang zwischen Schacht und Steuerung besteht, ein kausaler, nicht nur ein räumlicher. Oder ist es eher ein konsekutiver: Wenn, dann …? Wie auch immer: Ich drehe am Rädchen und drücke die Föhns, in der Hoffnung, dass es kälter wird. Tut es aber nicht. Oder doch? Es ist schwierig zu sagen, denn ich habe gleichzeitig das Fenster auf. Es ist wirklich eine Affenhitze in dieser Bude, kaum auszuhalten.

Es wird aber nicht kälter, sondern wärmer. Das kennt man von zuhause: das geöffnete Fenster, die Heizung. Ich drücke also wieder den Föhn und drehe ein bisschen am Rädchen, halte meine Hand vor den Schacht. Dort aber Windstille.

Ich könnte natürlich an der Rezeption anrufen. Dafür ist sie da: dass sie mir in der Stunde der Not zur Seite steht. Ich lese allerdings auch keine Gebrauchsanweisungen, lediglich in Momenten größter Niederlage schlage ich nach und baue dann grummelnd alles wieder auseinander, was ich bis dahin falsch zusammengebaut habe. Ich bin in solchen Situationen übrigens ohne Reue, völlig im Reinen mit mir, keine Gebrauchsanweisung benutzt zu haben; es gibt keine Lernkurve. Ich fühle lediglich Wut – diese allerdings nicht auf mich selbst, sondern aufs Material, das selbstverständlich die Schuld am ganzen Dilemma trägt.

Ich setze mich also, das Fenster bleibt offen, und beginne klagend zu bloggen. Inzwischen ist es auch schon kälter geworden im Zimmer, viel kälter.

Da sag einer, es bringe nichts, Probleme aufzuschreiben.

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Gelesen: Frau Novemberregen hilft ihrem Vater beim Getränkeeinkauf.

Montag, 12. November

Ausgehend von diesem Tweet, den ich retweetete,

ergab sich eine Gedankenaustausch auf Twitter mit vielen Argumenten auf dieser und auf der anderen Seite.

Ich habe beschlossen, dazu näher in meinem nächsten Newsletter einzugehen, denn am Verhalten von Verlagen in der Digitalisierung kann man Vieles zum Thema Veränderung diskutieren.

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Gleich breche ich auf, um im Unternehmerclub des IT-Verbandes networker NRW einen Vortrag zu halten. Es geht um Führung und Agilität und darum, dass wir alle diese Buzzwords nicht mehr hören können, dass aber doch ein paar Wahrheiten drinstecken.

In den nächsten Tagen bleibts dann trubelig: Erst bin ich als Teilnehmerin auf einem Seminar. Es geht um Strategiearbeit im digitalen Zeitalter, so steht es im Titel der Veranstaltung, und darum, wie man Veränderungen gestaltet und nichts und niemanden im Unternehmen übersieht. Das hört sich gut an, habe ich mir gedacht. Es hilft ja immer, sich verschiedene Methoden anzugucken.

Von dort aus reise ich weiter nach Düsseldorf. Dort halte ich am Donnerstag einen Vortrag auf dem 41. Deutschen Krankenhaustag, der gemeinsam mit der Medica stattfindet. Es geht ums Geschichtenerzählen, und ich werde erklären, warum Geschichten gerade im Krankenhausumfeld wichtig und hilfreich sind für die Unternehmenskommunikation.

Am Freitag werde ich dann sehr müde sein, positiv müde. Hoffen wir, dass diese Erkältung, die in mir drin ist, die aber nichts macht, außer ab und zu einen heißen Kopf und brennende Augen, die aber keinen Rotz oder sonstwas produziert – hoffen wir, dass sie genauso passiv bleibt wie in den vergangenen zwei Wochen. Oder dass sie einfach unverrichteter Dinge wieder geht. Das wäre auch schön.

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Gelesen: Merz, Seehofer, Maaßen – Die Sucht nach später Genugtuung

Gelesen: Botschaften aus der Innenwelt – über Signale unseres Körper, mentale und physische Gesundheit.

Video gesehen: „Je suis chancelière Allemagne“ – Beim Staatsbesuch in Frankreich hält eine alte Dame Angela Merkel für Macrons Frau, und Angela Merkel sagt ihr, dass sie das nicht ist. Dann machen sie ein Foto, und die Frau kriegt sich vor Freude kaum ein.



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