Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

13. bis 15. April

Das Überschriften-Seminar gehalten. Spitzentruppe. Gutes Miteinander. Kurzweiliger Tag für beide Seiten. Feedback war  auch prima. Verbesserungswünsche der Studierenden: noch mehr mit Texten aus der eigenen Redaktion arbeiten, mehr Boulevardübungen. Das ist nun hier vermerkt, und ich werde es bei Wiederholung wieder rauskramen.

Die Staubsauger-Überschriften habe ich nicht mitgeschrieben. Es war knifflig, aber es waren treffende, nicht werbliche Überschriften dabei. Ich habe allerdings verpasst, sie mitzuschreiben.

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Der Garten bekommt mit Macht Frühling. Das ist sehr schön. Ich genieße, wie die Blätter und Blüten mit jedem Tag mehr werden, wie die Vögel geschäftig umherfliegen und die ersten Hummeln vorbeikommen.

Kirschbaum vor blauem Himmel:

Kirschbaum: Ast mit Blütem vor blauem Himmel

Vor dem Winter hat Vatta den Kirschbaum zurückgeschnitten. Vatta neigt zu robustem Rückschnitt. „Kommt alles wieder!“ Zack! Weg der Ast! „Wuchert dir nur den Garten zu!“ Schnapp!

Der Kirschbaum hat jetzt wütende Puschel an den Aststümpfen.

Blick von der Terrasse in den Garten

Heute den Agapanthus rausgestellt. Außerdem eingesät: italienische Cherrytomaten und Genoveser Zucchini (mitgebracht aus der Gärtnerei nahe Bergamo), Buschbohnen (ein Mitbringsel der Torfrau A), Kürbis, Petersilie und essbare Blüten.

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Mit dem Fahrrad ins Dorf gefahren, in den Stadtteil. Einmal um den See und dann in die kleine Fußgängerzone. Ein Geschenk kaufen, ein paar Pralinen, ein Gang in die Drogerie, dann um den See zurück. Die Sonne schien, der Wind wehte durchs Haar. Ich habe mit der Chocolatière und der Buchhändlerin geschwatzt. Das war toll. Diese kleinen Dinge sind Lebensqualität.

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Teile des Samstages und des Sonntags in der Region Köln-Bonn verbracht und eine alte Freundschaft gepflegt. Das war sehr prima. Große Freude auf beiden Seiten über das Wiedersehen. Wir hatten eine längere Pause.

Seit dem Urlaub wache ich weiterhin recht früh auf (für meine Verhältnisse). Am Sonntagmorgen, in Gästebett, bin ich um 8 Uhr erwacht. Als Erste, noch vor den drei Kindern. Ich habe ein bisschen Youtube geschaut und war noch leise.

Ich habe außerdem, Zitat des Herrchens, den „ältesten, faulsten und dümmsten Labrador des Rheinlands“ kennengelernt. Die Charakterisierung gibt das Wesen des Tieres treffend wider. Ein sympathischer Hund.

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Der BVB hat auch das zweite Revierderby dieser Saison verloren. Zurecht. Ich habe dem Ereignis beigewohnt (auf dem Sofa). Schlimm, schlimm. Ich wüsste gerne, was in dieser Mannschaft vorgeht. Glückwunsch an die Schalker. Verdienter Sieg.

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GelesenIs mir egal – über Body-Egalness. Das Nuf schreibt darüber, dass ihr das Aussehen Anderer immer egaler wurde, je weniger wichtig sie ihr eigenes Äußeres nahm. Dem schließe ich mich an und zitiere zusätzlich den Schlusssatz:

Naja – und auf ein prächtiges Gehirn fahre ich ab.

Mittwoch, 11. April

Am Montag hat das Sommersemester begonnen, und ich hatte Seminarauftakt. An der TU Dortmund mache ich gemeinsam mit einer Kollegin ein Journalistik-Seminar. Thema: ungewöhnliche Lebensläufe und wie Bildung und Förderung heute aussehen sollte, um Menschen zum Erfolg zu bringen. Ziel ist es, journalistische Geschichten über Menschen zu publizieren, die trotz Hürden heute erfolgreich sind – und über Menschen, die diesen Erfolg möglich machen. Wir wollen herausfinden, welche Schlüsselfaktoren es gibt, die zum Happy End führen. Das Ganze war auch vor einem Jahr schonmal angedacht, kam seinerzeit aus organisatorischen Gründe nicht zustande. Jetzt sind es über 20 Teilnehmer*innen. Das ist super.

Wir haben zunächst geguckt, was wir als Maßstab für beruflichen Erfolg ansetzen. Das war schon sehr spannend. Ergebnis der Gruppe: Erfolg ist für die Studis finanzielle Sicherheit, Work-Life-Balance, Freude an der Arbeit, seine Berufung finden und ein Arbeitsplatz, der die Gesundheit erhält. Also ein harter Faktor und vier weiche. Arbeitgeber und Personalabteilungen: Das sind Eure zukünftigen Fachkräfte. //*Zaunpfahlwinken

Heute habe ich die Sitzung nachbereitet. Ich nutze im Seminar ein Kanban-Board und Trello und werde verschiedene Methoden einsetzen, um das Ganze munter und transparent zu zugestalten. Denn zum einen finde ich Frontalbeschallung immer fürchterlich ermüdend. Übrigens auch für denjenigen, der vorne steht; das ist echt anstrengend. Zum anderen können die Leute so auch methodisch mehr mitnehmen. Denn auch das Projektmanagement wird Aufgabe im Seminar sein. Ich halte es für sehr wichtig, sich selbst und andere organisieren zu können. Wird später im Job auch gebraucht, und es gibt Bedarf an Leuten, die das gut können.

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Die neue Podcastfolge ist online (Blogbeitrag). Christian und ich unterhalten uns über Zutrauen, Vertrauen und Selbstvertrauen. Hört mal rein – zum Beispiel bei Soundcloud.

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Semesteranfang, man merkt’s. Am Freitag gebe ich direkt das zweite Seminar, allerdings nur einen Tagesworkshop. Thema: Überschriften texten. Dafür habe ich die Gebrauchsanweisung meines Vorwerk-Saugroboters rausgekramt.

Gebrauchsanweisungen sind so sachlich, detailliert und bürokratisch formuliert, dass man damit wunderbar üben kann, Sachverhalte zu verkürzen und auf den Punkt zu bringen. Ich habe eine Übung d’raus gemacht.

Hin und her im Quadrat

Im normalen Reinigungsmodus reinigt der Saugroboter Ihre Böden in geraden, parallelen Linien, um sicherzustellen, dass Ihre Böden so effektiv wie möglich gereinigt werden. Dabei unterteilt er größere Räume in ca. 4 x 4 m große Bereiche.

Die Überschrift ist nicht Teil des Zitats, die ist von mir. Darum geht’s.

Jetzt sind Sie dran. Aufgabenstellung: Texten Sie eine knackige Überschrift mit Wörtern, die nicht mehr als zwei Silben enthalten!

Die Fernsteuerungsfunktion Ihres Kobold VR200 Saugroboters kann nur dann über die App bedient werden, wenn Ihr Smart Device und der Saugroboter mit demselben WLAN verbunden sind. Befindet sich der Saugroboter im Stand-by- Modus, kann er über die App aufgeweckt werden.

Wir machen natürlich auch noch anderes. Nachrichtliche Überschriften, Kreativtechniken, ein paar Boulevardspielereien und all so’n Zeug.

Für mein Seminar im Journalisten-Zentrum Haus Busch in Hagen sind übrigens noch Plätze frei. Termin: 24. und 25. April. Wir werden uns mit Storytelling beschäftigen, über verschiedene Kanäle. Je nach Interesse kann das mehr in Richtung Kampagnenplanung, Zielgruppen und Botschaften oder mehr in Richtung Inhalte und Geschichten gehen. Ich habe das beides in petto und richte mich immer danach, was die Leute brauchen, die teilnehmen.

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Sorry, nur Jobcontent heute. Aber im Home Office erlebe ich sonst nix. Außer verfressene Dompfaffen, streitende Eichhörnchen und die Ringeltaube, die nach zwei Jahren schnallt, dass die Sonnenblumenkerne nicht durch Magie auf dem Boden vor ihr erscheinen, sondern aus dem Futterspender im Baum zu ihr herunterfallen und sie ja auch mal oben gucken könnte.

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Gelesen„Das bisherige Modell ist veraltet und ungerecht“ – zum Grundsteuer-Urteil, wie ein neues Steuermodell aussehen kann und was es für Auswirkungen hätte.

Gelesen: „Wollt ihr weniger arbeiten und genauso viel verdienen?“ – Ein Agenturchef hat den Fünf-Stunden-Tag eingeführt.

Geschmunzelt über: einen Thread über Komplimente

Erstaunt über:  Namen deutscher Punkbands. Favorit: „Das Niveau singt“

Christian und ich unterhalten uns, Folge 4: Zutrauen

Als ich im März in Italien war, habe ich immer wieder das Feedback bekommen: „Alleine durch Italien reisen? Das würde ich mir nicht zutrauen!“

Das wollte ich näher ergründen! Die vierte Folge von Ein Mann. Eine Frau. Ein Gespräch. dreht sich deshalb um Zutrauen, Vertrauen und Selbstvertrauen. Christian de Vries und ich sprechen darüber, wie alles Drei entstehen kann. Warum alleine verreisen dabei hilft. Wie wir Erfolg und Misserfolg gesund interpretieren und daran wachsen.

Es gibt psychologischen Hintergrund, Nähkästchenplauderei und wie immer auch einen Bezug zur Arbeit.

Wie immer gibt es die Folge bei iTunes, Soundcloud, Podigee und als RSS-Feed beziehungsweise Download (mp3 und aac).

Zum Weiterlesen: 

Unsere Fragen an Euch:

Was gehört für Euch zum Vertrauen dazu? Wie kann man Vertrauen aufbauen – in sich selbst und in andere? Was hilft, Misstrauen zu überwinden?

Und, wie immer: Themenwünsche

Wir würden uns auch mal einem Mann-Frau-Thema widmen. Schließlich heißt der Podcast Ein Mann. Eine Frau. Ein Gespräch. Was sollen wir bereden? Genderdebatte oder Stylingthemen?

Dienstag, 10. April 2018

10. 04. 2018  •  1 Kommentar  •  Aus der Kategorie »Tagebuchbloggen«

Das Gartenjahr ist gestartet: Die ersten Thorstens sind im Gewächshaus. Gurki ist auch wieder dabei.

Kleine Thorstis

Innerhalb einer Woche ist der Frühling ausgebrochen: Bäume sind grün geworden, die Kirsche blüht, die Gänseblümchen sind wach. Ich könnte auch schon das erste Mal Rasen mähen, höre aber in der Nachbarschaft noch keine Solidaritätsmäher. Bin verunsichert, was der Kodex für Anfang April vorsieht.

Ich habe Blumen für die Tontöpfe vom Bolsenasee geschenkt bekommen. Freue mich jeden Morgen, die Jalousien hochzuziehen und auf die Terrasse zu gucken.

Blümkes

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Am Wochenende habe ich unsere Handball-Nationalmannschaft angeguckt. Die Nachwuchs- Kalendergirls aus der A-Jugend durften am Spielfeldrand Spalier sitzen und auf Schiri-Zuruf den Athletenschweiß aufwischen.

Handball in der Westfalenhalle

Für solche Ereignisse habe ich im selben Alter acht Stunden Vorbereitung benötigt: duschen, Haare waschen, stylen, schminken. Nochmal duschen, nochmal Haare waschen (weil misslungen). Stylen, schminken, Deo, nochmal nachschminken, nochmal Deo, Klamotten auswählen, Klamotten auswählen, Klamotten auswählen, Klamotten auswählen, nochmal Deo, Klamotten auswählen, Klamotten auswählen, Klamotten auswählen, nochmal nachstylen, nochmal Deo, nochmal umziehen, nochmal Haare machen, abfahrbereit.

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Für Gäste gekocht: Basilikumspaghetti mit grünem Spargel und getrockneten Tomaten in Parmesan-Sahne-Schaum. Gute Sache. Rezept. Habe vergessen, ein Foto zu machen.

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Ebenfalls vergessen, ein Foto davon zu machen, wie ich von Sandra und Ferdi bewaffelt wurde. Ich hatte einen Kundentermin in Essen, und es bot sich an, im Anschluss bei den Beiden vorbeizuschauen und ihre neue Errungenschaft zu besichtigen: ein Waffeleisen. Zumal sie es nach mir benannt haben: Es heißt „Nessy Watzlaff“. Bin tief berührt. Es gab Kartoffel-Möhren- und Süßkartoffelwaffeln. Sehr schmackhaft. Ich werde das Rezept nachwaffeln.

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Auf dem Weg nach Essen habe ich ein Auto gesehen, dass komplett mit Kunstrasen beklebt war. Ein fahrender Grashügel. Sachen gibt’s. Ich hatte ausreichend Zeit, andere Autos zubegucken, weil ich heute drei Stunden im Stau stand: das normale Ruhrgebietsdesaster plus Streik im ÖPNV. Träumchen.

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Viel zu tun grad. Das ist aber sehr schön.

Donnerstag, 5. April

Am Nachmittag in die Innenstadt gefahren und den lokalen Einzelhandel besucht. Die Aufgabe: Weingläser kaufen, außerdem einen Dekanter, Strumpfhosen, Sneaker und ein Milchkännchen für den Induktionsherd.

Dieses Konzept, bei dem man einen Haufen Läden vor sich hat, aber keine Möglichkeit, über eine Suchfunktion herauszufinden, welcher Laden welche Produkte führt, wird immer unbefriedigender. Die Herangehensweise, bei der man in Frage kommende Läden abklappert, dabei erstmal durch parfumdurchwaberte Abteilungen muss, sich dann durch zig Produkte wühlt, um festzustellen, dass das, was man braucht, nicht in benötigter Anzahl vorhanden ist. Dazu Verkaufspersonal, das belehrt, weil man ganz offensichtlich keine Ahnung von Ausschüttkanten und Beschichtungen hat, was aber bei den jungen Frauen heutzutage auch kein Wunder ist. Im Schuhgeschäft dann keine Möglichkeit, sich beim Anziehen hinzusetzen, weil alles voller Kartons steht; danach keine Möglichkeit, sich komplett anzusehen, weil alle Ganzkörperspiegel mit Regalen verdeckt sind. Verkäuferinnen, die behaupten, die gewünschten Strumpfhosen gebe es vom Hersteller nicht in der gewünschten Dichte und Größe, obwohl man genau diese Strumpfhose in genannter Dicke und Größe daheim hat, nur eben bereits verschlissen. Verkäuferinnen, die keine Alternative anbieten, obwohl man höchst einkaufswillig ist.  Der Hinweis, dass diese Kasse jetzt schließe und dass man bitte die Kasse am anderen Ende des Stockwerks aufsuchen solle, während man mit einem Arm voller Kartons in der Schlange steht, die man sich mühselig selbst zusammengesucht hat. Ein Einkaufen, bei dem man bei fünf zu kaufenden Produkten nicht ein einziges Mal Beratung oder Service erfährt. Dieses Erlebnis war in der Ballung aller Unnannehmlichkeiten wirklich schwierig. Nach zwei Stunden in der Innenstadt war ich aggro und wollte nur so schnell wie möglich nach Hause.

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Es gibt eine Twitter-Challenge: Describe yourself like a male author would. Bitte:

When I first saw her, I was impressed by her height. Although she had told me she was tall I had imagined her smaller in all directions, more of a gentlewoman and less peasant. Nonetheless she had an aura of courtesy and friendliness. Her facial lines were sensitive and finely chiselled and offered an antithesis to her lack of elegance and body shape. She remembered me of my prep school teacher, a woman of warm-hearted openness as well as binding sternness who always made me feel like a naughty schoolboy but also left plenty of well-being in my heart. She was a woman of third sight whose subtle allure derived from gazes, affection, keen perception and a smart humor. A woman who left me more astonished (and even afraid) than attracted so no wonder she was living alone.

Der New Yorker hat einen Artikel darüber.

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Bei der Kaltmamsell über Hazel Brugger gelesen, danach auf Youtube Videos von ihr angesehen. Die einleitenden Minuten ergänzen obige Beschreibung:

 

Mittwoch, 4. April

Heute Morgen erstmals seit Wochen wieder vom Wecker geweckt worden.

Im Urlaub war ich irgendwann so erholt, dass ich täglich unaufgefordert um 6.30 Uhr erwachte. Das fühlte sich nicht nur extrem ungewohnt an, das war geradezu beängstigend und warf die Frage auf, ob etwas mit mir nicht stimmt. Die Folgen eines gestörten Schlaf-Wach-Rhythmusses und ungenügender Nachtruhe sind ja weithin bekannt: instabiler Melatonin-Haushalt, dadurch Dämpfung der antioxidativen Wirkung des Hormons, folgerichtig die Zunahme freier Radikaler im Blutkreislauf, Siechtum, Tod. Ich war besorgt.

Zugleich gab mir das frühe Erwachen das Gefühl von Tatkraft. Bereits um 11 Uhr hatte ich große Teile meiner Pläne erledigt, hatte Notwendiges gearbeitet, war zum Ausflug aufgebrochen, hatte das Ziel erreicht, erste Plätze erkundet und Neues gelernt. Unvergessen der Karsamstag nach meiner Rückkehr, an dem ich bereits um 10 Uhr das Auto gewaschen und ausgesaugt, Pfand weggebracht, Lebensmittel eingekauft und ein Ostergeschenk erworben hatte; zudem war ich im Fahrradgeschäft gewesen und saß schon wieder ermattet am Frühstückstisch.

Solch eine Effizienz hinterlässt nicht nur Freude. Sie schafft auch Leere: Was tun, wenn alles erledigt ist? Plötzlich ploppen Sinnfragen auf, die großen Fragen des Seins und der Liebe. Da lobe ich mir späteres Erwachen mit einer Aufgabenerledigung bis in den Abend hinein.

Nun verschiebt sich also meine ungewohnte Lerchenwelt wieder ins gewohnte Eulensein. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits beruhigend.

*

Arbeitsschwerpunkt heute: Seminarvorbereitung. Thema: Überschriften texten. Es ist ja weniger einer Frage der fachlichen Inhalte als eine Frage der Methodik, sechs Stunden Texttraining abwechslungsreich zu gestalten.

*

Fitnessstudio, Wellnessbereich. Eine Dame betritt die Sauna.

Sie: Ist es warm hier?
Ich: …
Sie: Schon ziemlich warm hier.
Ich: Ist ’ne Sauna, ne.
Sie: Ja.
Ich: Ja.
Sie: Aber ein bisschen bleiben kann ich.
Ich: …
Sie: breitet Handtuch aus und legt sich hin

Sie: Manchmal ist es wirklich sehr warm.
Ich: …
Sie: Wärmer als sonst, meine ich. Aber heute nicht.
Ich: Nein.
Sie: Nein.
Ich: schließe wieder die Augen
Sie: Es ist doch ziemlich warm.
Ich: …
Sie: Ich gehe mal lieber.

*

Gelesen: Der schmale Bereich des Beschreibbaren – Buddenbohm Senior sinniert über Bloggenswertes und Bloggensunmögliches. Es kommt eine Wasserleiche vor. Ich möchte ergänzen, dass ich noch keine Wasserleiche gefunden habe, dass ich aber alles für beschreibbar halte, das Gute wie das Skurrile und das Schmerzhafte und das Grausame – vorausgesetzt, man hat die Muße dazu. Das allerdings ist die Herausforderung des Alltags: ausreichend Langeweile zu haben, um das Besondere im Kleinen zu formulieren, um den Bruch im Klischee zu finden und um Worte zu suchen für das Unsagbare.

Die erste halbe Stunde gesehen: Mord in Freiburg – der Fall Hussein K. – über die Ermittlungen und das Medienecho zum Mord an Maria L. aus Freiburg. Diese akribische Kriminaltechnik ist beeindruckend: Die Ermittler haben ein ganzes Gebüsch abgeholzt, sich mehrere Wochen lang jedes Blatt und jeden Zweig unter dem Mikroskop angeschaut und ein (!) Haar gefunden. An der Haarwurzel konnten sie DNA sichern und sie mit der Täter-DNA abgleichen, die am Opfer war. Die DNA stimmte überein: Das gefundene Haar gehörte dem Täter. Es war schwarz, schulterlang und in Teilen blondiert. Danach haben die Ermittler mehrere Wochen lang alle Videos des ÖPNV angeschaut und einen Mann mit schulterlanger, teilblondierter Frisur gesucht – und ihn gefunden. Sie gaben sein Foto in die Fahndung. Eine Streife hat ihn dann in einem Vorort erkannt und kontrolliert. DNA-Abgleich, Haftbefehl. Irre.

Angeschaut:  Diversity and Inclusion at The New York Times. Die New York Times hat ihre Belegschaft untersucht, um festzustellen, wie divers und gleichberechtigt sie ist. Das wäre auch ein schönes Projekt für unsere deutschen Medienhäuser. Ich habe ja eine Ahnung, wie es ausgeht.

Dienstag, 3. April

Gearbeitet, den ganzen Tag. Das erste Mal nach fünf Urlaubswochen wieder neun Stunden Arbeit am Stück, das war gar nicht so schlecht. Ich habe mich gefreut, mit meinen Kunden zu telefonieren. Das war sehr prima. Außerdem habe ich viel weggeschafft und angestoßen, das war auch super.

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Es freuen sich viele Leute, dass ich wieder da bin. Das ist ein tolles Kompliment, das wiederum mich sehr freut.

Mit den Menschen freuen sich: der Nachbarskater Moritz und Nachbarshund Ida. Außerdem Amseln, Dompfaffen, Blaumeisen, Buchfinken, Tannenmeisen, Grünfinken, ein Rotkehlchen, eine Singdrossel, zwei Ringeltauben und drei Eichhörnchen. Aber wohl weniger über mich als über frische Sonnenblumenkerne. Zilpzalp und Zaunkönig gaben sich unbeeindruckt.

Die Meisen haben ihre Nistkästen bezogen und betreiben Familienplanung.

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Ich habe mein re:publica-Ticket verkauft. Keine #rp18 für mich in diesem Jahr. Sehr schade, aber das Datum ist äußerst ungünstig, eingerahmt von zwei Wochenendveranstaltungen und in Kollision mit Anderem. Das geht alles nicht.

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Abends Sushi. Ohne Sushifoto, weil: zu sehr geschnackt. Deshalb: Ingwerteecontent.

Zwei Tassen Ingwertee, zwei weitere Gläser, Servietten

Osterwochenende, 31. März bis 2. April

Wieder angekommen, und es ist ein gutes Gefühl, besser als gedacht. Noch in Italien hatte ich schon wieder Fernweh, wollte nicht heim, wollte auf ewig bleiben oder zumindest für weitere fünf Wochen, mit Sonne auf der Haut und Wanderstiefeln an den Füßen. Doch nun daheim ist es fein. Es war eine gute Idee, in der Schweiz und in Heidelberg zu rasten, als Übergang.

Das ist es, was ich an Flugreisen nicht mag: dieses unvermittelte Hineingeworfenwerden ins Sicherholenmüssen und umgekehrt, ins Zurückindenalltag. Meine Seele bleibt dann immer noch eine Weile im Alten, auf dem Weg in den Urlaub ist sie noch tagelang daheim, die Gedanken sind bei der Arbeit und bei allem, was man tun müsste. Auf dem Weg zurück in den Alltag bleibt sie im Urlaub, um dann beim ersten Stress krachend zu landen, mit Steißbeinprellung. Vielleicht ist es besser, einmal im Jahr länger weg zu sein – dafür behutsam und mit Zeit für mein Herz, die Koffer zu packen, in die eine wie in die andere Richtung. Reisen als Prozess, nicht als Zielerreichung.

*

Ich habe Gregor, den unerschrockenen Reiseschnittlauch, eingepflanzt. Er wohnt jetzt bei den anderen Schnittlauchs in der Kräuterschnecke, hell und erschöpft von den Strapazen.

Gregor und seine einheimischen Freunde

Gregor, mein Begleiter von München nach Rom, von den Abruzzen bis in die Lombardei: Du bist ein Held.

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Im Fitnessstudio gewesen, das erste Mal seit sechs Wochen Abwesenheit. Das Studio wurde während meiner Italienreise renoviert, die Geräte sind nun alle woanders, als hätte jemand einmal umgerührt. Vor den Wänden stehen Soldaten aus der tönernen Armee, dahinter Tapeten in Türkis und Gold und menstruationsrote Kacheln. So stelle ich mir einen Puff in der mongolischen Hauptstadt Ulanbataar vor, Vorstadt, gepflegtes Hinterhaus, Perlenvorhang in der Eingangstür. Davor das Hupen der Autos, in der Nase der Geruch schmorenden Hammels und eines Hauchs Kurkuma. Wobei ich gar nicht weiß, ob man in der Mongolei Kurkuma isst.

In der Sauna lobten die Damen auf den oberen Bänken das neue Ambiente. So würden sie sich demnächst auch ihr Schlafzimmer einrichten, Türkis und Gold an der Wand hinter dem Bett, ein Fell auf dem Boden, einen Kronleuchter und einen Spiegel unter Decke. Ich lag unten, die Augen geschlossen; ich habe sie auch nicht geöffnet, um das Bild der beiden Nackten im güldenen Ambiente einen Saunagang lang vor meinem inneren Auge zu konservieren. Im Ohr nomadischer Hirtengesang. Der Geruch frischer Pferdemilch auf dem Ofen. Jurtengefühl.

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Nach dem Fitnessstudio überlegt, in die Kneipe zu gehen, um das BVB-Spiel gegen die Bayern zu sehen und um mit Männern an der Theke zu stehen und Bier zu trinken, es dann aber doch gelassen. Herrje, das ist alles so bitter. Gefühlt sind wir in der Relegation. Ich wundere mich bei jedem Blick auf die Tabelle, wie wir uns da oben halten. Was sagt das über das Niveau der Bundesliga, wenn ein BVB in dieser Verfassung Dritter ist? Keine Abwehr, kein Sechser, beides seit ewig nicht. Die Vereinsführung holt Sammer. Ich fürchte, sie werden ihn aus Verzweiflung einwechseln.

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Der Osterhase hat lauter Zeug auf den Wegen und in den Wiesen verloren. Aber nur die Kinder haben es gefunden. Da stimmt doch was nicht.

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Gelesen: Ich stand nur kurz auf, um das Fenster zu schließen – über Trauerbewältigung.

Gelesen: Yühtüb – Mehrsprachige Kinder deutscher Eltern, in Frankreich wohnend, und die wahre Bedeutung der FDP (via Croco). Das Blog von Bertram Diehl ist nun auch im Feedreader.

GelesenHolt euch euren Körper zurück! – über Körpergefühl, Fitnessarmbänder und Ernährungstrends. Am Ostersonntag erhielt ich, noch im Bett, eine Benachrichtung von Runtastic: „60 Prozent sparen und Fett verbrennen!“ Ich muss dieses Zeug mal abbestellen.

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Morgen zurück an die Arbeit. Ich freue mich, fühle mich frisch und tatkräftig.

Gründonnerstag und Karfreitag, 29. und 30. März

6 Uhr 41, und ich bin wach. Unglaublich. Seit meinem 40. Geburtstag, punktum, wache ich gegen 7 Uhr auf. Senile Bettflucht. Werde gleich zur Tanke fahren und das Auto aussagen, ist ja Samstag. Suche nur noch meinen Flanelljogger. Gibt es dafür eigentlich Rentenpunkte? Oder nur, wenn ich auch einen karierten Hut trage?

*

Gründonnerstag

In Heidelberg beim Friseur gewesen. Es war nicht mehr auszuhalten. Im Dezember gab es beim Dortmunder Friseur ein Strähnchendesaster. Ich hatte schon einen Ansatz, als die Strähnchen erst eine Minute alt waren. Viel zu hell. Viel zu unregelmäßig. Viel zu … keine Ahnung. Ich sah aus wie Frauentausch. Ich habe nacharbeiten lassen. Das hat es nur verschlimmbessert.

Drei Monate lang kämmte ich also jeden Morgen diese Person mit diesen fiesen Strähnchen, und in den vergangenen Italienwochen ist die Optik nicht besser geworden. Ich war sehr froh, das loszuwerden. Fragen Sie nicht nach dem Preis. Ich brauchte Riechsalz.

Danach habe ich meine Zeit ziellos in Heidelberg verbummelt. Eis: Stracciatella und Crème brûlée. Über den Philosophenweg heimgegangen.

Blick auf Heidelberg

Am Abend mit der Turnschwester auf dem Sofa und Germany’s Next Topmodel geguckt. Herrjeherrjeherrje, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll mit der Rezeptionsanalyse. Ich lasse es lieber.

*

Karfreitag

300 Kilometer nach Norden gefahren. Autofahren am Feiertag ist prima, weil: keine Lkws. Gleichzeitig ist es unprima, weil: alles voller Sonntagsfahrer. Himmel, es gibt Leute, die können sich nicht einmal auf der Autobahn einfädeln. Erschreckend viele. Da entstehen Situationen – so gefährlich war das Autofahren auf keinem der 5200 Kilometer vorher. In den Staumitteilungen nur Unfälle.

Was die Leute auch überfordert: Wenn der Standstreifen geöffnet wird. Die konsequenten Mittelspurfahrer werden dadurch zur zweitlinken Spur, verlassen sie aber trotzdem nicht. Die rechte Spur wird zur zweitrechten Spur – auch dort bleiben sie einfach. Die Leute, die den Standstreifen nutzen, machen ihren eigenen Club auf und fahren mit 130 an allen rechts vorbei, weil das immer noch ungefährlicher ist, als immer nach ganz links rüberzuziehen.

15 Kilometer vorm Ziel direkt vor mir nochmal ein Auffahrunfall in der Baustelle und 15 Minuten Totalstillstand.

Am Nachmittag Ankunft in Dortmund. In zwei Stunden war alles ausgepackt und verräumt und das Bett bezogen. Das ging gut. Dann kam auch schon Vatta fürs gemeinsame Karfreitagsessen. Das war schön.

Vatta hat in meiner Abwesenheit meinen Staubsauger repariert:

Weinkorken, unter den Hebel geklemmt

*

Jetzt erstmal Ostern. Ihnen allen schöne Feiertage!

Mittwoch, 28. März

28. 03. 2018  •  4 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Expeditionen«

300 Kilometer geradeaus gefahren – von Langenthal nach Heidelberg zur Turnschwester.

Ich war gerade hinter der deutsch-schweizerischen Grenze, als sie anrief: „Bevor du ankommst, rufste nochmal durch, ja? So ’ne halbe Stunde vorher.“
„Willst du Rosenblätter streuen und Badewasser einlassen?“
„… und nichts essen auf der Fahrt.“

Ich meldete mich an und war gerade unten am Berg, als das Telefon erneut klingelte.
„Wo biste denn?“
„Unten am Berg.“
„An unserem Berg?“
„Jo.“
„Gut, gut. Dann bis glei-heich!“

Torte mit 10 Kerzen und einer 40

Tortenstück mit Kaffeetasse und Sektglas

Eine Überraschungsnachfeier! Hach! Der Rest des Nachmittags war Sekt, Torte, Klönschnack.

*

Zwischen Basel und Heidelberg bin ich kurz hintereinander an zwei schweren Unfällen vorbeigefahren, die gerade erst passiert waren; noch keine professionellen Helfer vor Ort. Der erste Unfall war auf einer Landstraße, während ich einen (unfallbedingten) Stau auf der A5 umfuhr: Eine Frau war mit ihrem Wagen auf einen Lkw aufgefahren. Motorhaube total weg, die Ersthelfer lagerten sie am Fahrbahnrand, der Krankenwagen fuhr gerade heran.

Der zweite Unfall nur wenige Kilometer weiter, nachdem ich gerade auf die A5 aufgefahren war. Ein Pkw hatte die Leitplanke durchbrochen, sich auf dem Feld überschlagen. Überall Trümmerteile. Ersthelfer hatten den/die Verletzte gerade aus dem Fahrzeug geborgen und telefonierten Retter herbei. Das einzig Gute: Es hatten jeweils viele Leute angehalten und halfen bereits. Niemand gaffte.

Ich war danach wirklich schockiert.

*

Wenn man mehrere Wochen in einem Land mit Tempolimit auf Autobahnen gefahren ist, wird klar: Ein generelles Tempolimit macht sehr viel Sinn. Alle fahren ungefähr gleich schnell, es gibt keine großen Geschwindigkeitunterschiede, keine Bremsmanöver, keine Staus – auch nicht dort, wo wirklich viel los war. Es fließt, und es fließt sehr sicher. Man kann den Tempomat reinmachen und fahren, fahren, fahren.

Kaum war ich hinter der deutschen Grenze: Fahren mit Tempomat kaum möglich. Dann Stau ohne Grund. Wegen Unfall. Und wieder ohne Grund.



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