Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Dienstag, 16. Oktober

Danke für die Tisch- und Möbel-Empfehlungen. Sie haben etwas Licht ins Dunkel gebracht. Bin nun hochmotiviert und erwäge zunächst eine Reise zu RS Möbel. Das erscheint mir für den Anfang zielführender als Online-Experimente.

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Ich war essen.

In meiner Hood gibt es ein neues Restaurant: Ein Ehepaar, er und sie, er Deutscher, sie Mongolin, betreiben in Dortmund-Hörde seit Kurzem JIA – The taste of Home. Dort kann man asiatische Teigtaschen essen und dabei Craft Beer trinken. Oder Ingwer-Zitronen-Limo. Oder Jasmintee. Wie man mag.

Tisch voller Teigtaschen

Wir haben auf Empfehlung des Hauses ein buntes Portfolio an Teigtaschen probiert: mit und ohne Fleisch, gebraten, gekocht und gedünstet. Dazu Salat und Tofu. Alles super. Ich schreibe das, weil nicht viel los war und die Beiden etwas Anschub verdient haben, so am Anfang; weil es wirklich gut war und ich möchte, dass der Laden bleibt. Reiner Eigennutz, keine Werbung.

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Das Ergebnis meines Seminars an der TU Dortmund ist fertig:

KURT-Sonderheft und Online-Spezial: Bild von Heft und aufgeklapptem Laptop mit der Website

Ein Sonderheft des Studierendenmagazins Kurt:

16 Studentinnen und Studenten der Journalistik haben im Sommersemester recherchiert, konzeptioniert, geschrieben, fotografiert und Videos gedreht. Thema: ungerade Lebensläufe, Scheitern und Aufstehen. Herausgekommen sind zwei Magazine, eins gedruckt und eins online.

Das Projekt wurde unterstützt vom Ex e.V., dem Alumniverein der Dortmunder Journalistik. Ich habe es gemeinsam mit meiner Kollegin Steffi Opitz (ZDF/TU Dortmund) gemacht.

Auf meiner beruflichen Website habe ich noch etwas mehr darüber geschrieben: zum Entstehen des Seminars und wie die Studierenden beruflichen Erfolg definieren (//*Zaunpfahlwinken in Richtung HR-Abteilungen).

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Das Auto hat wieder TÜV. Zur Belohnung hat es eine Wäsche bekommen.

Waschstraße - durch die Windschutzscheibe fotografiert

Außerdem hat es jetzt Winterreifen. O bis O, wir ziehen das durch, auch bei 28 Grad. Denn Klimawandel hin oder her: Alles muss seine Ordnung haben.

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Gelesen: Japan – in einem Land aus unserer Zeit

Wer realisiert, dass es möglich ist, andere für eine Sekunde glücklich zu machen, verhält sich vielleicht anders.

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Es gibt eine Meldung aus der Welt der Wissenschaft, genauer gesagt aus dem Institut für Zoologie der Universität zu Köln, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Mehr Loriot geht nicht. Der Text ist mit Bernhard-Grzimek-Stimme zu lesen:

Weibliche Staublaus-Art pumpt mit penisartigem Organ Sperma aus Männchen

Ein Forscher der Universität zu Köln hat gemeinsam mit internationalen Partnern eine sozial wie auch biomechanisch bemerkenswerte Verhaltensweise bei einer Staublaus-Art entdeckt. Dabei konnte Dr. Alexander Blanke vom Institut für Zoologie in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Japan erstmals einen speziellen biologischen Ventilmechanismus nachweisen, der bisher einzigartig in der Natur ist und zu neuen Ansätzen in der Konstruktion kleinster Ventiltypen führen könnte. […]

Im nahrungsarmen Höhlenhabitat in Brasilien ernähren sich die Staubläuse (Insekten aus der Gruppe der Psocodea) üblicherweise von Fledermauskot. Das Weibchen allerdings gestaltet ihren Speiseplan dank einer ausgeklügelten Technik proteinreicher. Sie nutzt ein eigenes, penisartiges und mit Widerhaken ausgestattetes Organ, um es in das Männchen einzuführen, dort aufzublasen und das Gegenüber auf diese Weise gefangen zu halten. Über einen Zeitraum von 40 bis 70 Stunden werden dann die vom Männchen gebildeten Kopulationsprodukte abgepumpt.

In diesem Sinne: Geruhsame Nachtruhe.

Montag, 15. Oktober

15. 10. 2018  •  29 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lektüre«

Herbst im Homeoffice. Schön.

Herbstgarten

Im Gewächshaus wachsen immer noch Tomaten. Sie bekommen auch immer noch neue Blüten und Früchte. Warten wir mal ab, wie lange noch.

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Am Wochenende war ich in Venlo – eigentlich, um Dinge zu tun. Zum Beispiel, um nach einem neuen Esstisch zu gucken. Weil ich aber zu tranig und am Abend zuvor spät im Bett war, am Morgen zu spät aufgestanden bin und alles in allem nur mäßig motiviert war, hatte ich nicht recherchiert, dass die Geschäfte in den Niederlanden samstags um 17 Uhr schließen.

Entsprechend habe ich nicht nach einem Esstisch geguckt, sondern bin Riesenrad gefahren. Das hatte nämlich nach 17 Uhr noch auf. Das ist das Riesenrad von unten:

Riesenrad in Venlo

Vor dem Riesenrad war ein Aushang. Er besagte, dass es sich um das größte Riesenrad der Niederlande handele. Ich möchte das größte Riesenrad der Niederlande auf keinen Fall klein reden, sehe mich als neutrale Berichterstatterin aber in der Pflicht zu erwähnen, dass es nur mittelgroß war.

So sieht es aus, wenn man drin sitzt und runterguckt:

Venlo von oben

Entgegen meinen Erwartungen konnte man nicht über die ganze Niederlande gucken.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich gerne Riesenrad fahre? Wie windig es dort oben ist! Wie toll es ist, runter zu fahren, wieder rauf zu fahren und wieder runter zu fahren. Und jedesmal kann man zu einer anderen Seite gucken.

Die Supermärkte hatten länger auf als die Möbelgeschäfte, und so war ich noch im Albert Heijn und habe Espresso und melkvlokken gekauft.

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Nochmal zurück zur Esstischfrage: Wissen Sie, wo ich einen hübschen Esstisch kaufen kann? Offline irgendwo im Ruhrgebiet oder online. Am besten mit Stühlen oder einer Bank. Stil: Holz, am besten Eiche, gerne etwas Industrielook. Oder bunt – also, die Stühle. Genaues weiß ich noch nicht. Muss halt einfach hübsch sein.

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Gelesen, offline: Glücksreaktor, das Buch von Max Wolf.

Max Wolf, Glücksreaktor

Max habe ich im Mai in Berlin getroffen, auf dem Fest meiner Agentur. Er erzählte mir, dass er einen „Coming of age“-Roman geschrieben habe, woraufhin ich nachfragen musste, was ein „Coming of age“-Roman ist: ein Roman übers Aufwachsen.

In dem Fall in Franken, und es geht um den 17-Jährigen Fred, der nicht so werden will wie sein Vater. Sein Vater geht jeden Werktag mit seiner Aktentasche zu Siemens. Seine Mutter ist Hausfrau. Fred zieht in eine eigene Wohnung und kommt mit Techno in Berührung – und mit Ecstasy.

Ich bin eine große „Coming of Age“-Roman-Zweiflerin. Zuletzt habe ich Auerhaus von Bov Bjerg gelesen, ein Buch, das gefühlt alle Leute gefühlt super fanden, nur ich nicht. Ich kann nichts anfangen mit Büchern, in denen Alles-scheiße-Finden, Drogenkonsum und die Alkoholexzesse von Teenagern als etwas gefeiert werden, was wir alle gemacht haben müssen, um erwachsen zu werden. Die Verklärung der Teenagerzeit als Zeit des Exzesses und der Antihaltung holt mich nicht ab. Entsprechend skeptisch bin ich an den Glücksreaktor herangegangen und entsprechend überrascht war ich.

Denn das Buch ist sehr gut. Max Wolf schafft es nämlich, die Welt seines Protagonisten Fred nachvollziehbar zu machen, ohne sich ihm anzubiedern. Stattdessen wird klar, warum Techno in den 90ern solch einen Aufstieg hinlegte und warum Techno und Drogen so gut zusammen funktionierten. Es wird auch klar, wie Drogensucht entsteht, gerade im bürgerlichen Milieu.

Ich hatte das Buch innerhalb weniger Tage durch. Die Geschichte hat einen guten Fluss. Sie balanciert geschickt zwischen der Nähe zum Protagonisten und einer beobachtenden Distanz, hat einen klaren Spannungsbogen und ein kluges Ende.

Mehr: Max im Interview.  Und Max im Video:

Mittwoch, 10. Oktober

Sehr produktiver Tag heute: Seminar nachbereitet, Kundengespräch gehabt, Rebriefing geschrieben, Angebot verschickt,  Buchhaltung und Umsatzsteuervoranmeldung. Nebenbei Wäsche gewaschen.

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Ich habe einen Rückblick auf den Design-Thinking-Workshop bei Innovationstrainerin Andrea Schmitt zusammengeschrieben. Im August war ich im Kloster Gnadenthal und habe nicht nur nur hessische Kleinstädte besucht, sondern auch gemeinsam mit Anderen den Design-Thinking-Prozess durchlaufen. Dabei ging es darum, nah am Nutzer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zu entwickeln.

In Teilen habe ich vorher schon so gearbeitet. Das Seminar hat meine Intuition  systematisiert und mich darin bestärkt, meinen Weg weiterzugehen. Und Spaß hat’s gemacht!

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Quartalsplakette. Kenner wissen, was das bedeutet.

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Das Urteil gegen Sigi Maurer schlägt Wellen, besonders im Netz und unter Frauen. Ein Bierladenbesitzer hat die österreichische Grünen-Politikerin belästigt und ihr unsittliche Nachrichten geschickt. Sie hat sich gewehrt, indem sie die Nachrichten öffentlich gemacht hat. Das Gericht hat sie wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die Aufruhr in den sozialen Medien ist mir zu vereinfacht. So wenig Mitleid ich mit dem Bierladenbesitzer habe, so wichtig empfinde ich es, dass wir Andere nicht an einen öffentlichen Pranger stellen. Das öffnet Tür und Tor für Denunziantentum und ist in einem demokratischen Rechtsstaat nicht statthaft. Lediglich, wenn das öffentliche Informationsinteresse höher zu bewerten ist als die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und die Namensnennung für das Informationsinteresse von Belang ist, ist eine Veröffentlichung in Ordnung; letzteres wäre der Fall, wenn die Belästigung etwa von einem anderen Politiker oder einem führenden Kopf aus der Wirtschaft gekommen wäre. Nicht aber, wenn sie von einem Bierladenbesitzer kommt. Auch wer Unrecht tut, hat das Recht auf Wahrung der Persönlichkeitsrechte.

Trotzdem ist das Urteil falsch. Weil es Belästigung legitimiert und diejenigen, die sich Wege suchen, sich zur Wehr zu setzen, kriminalisiert.

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Die Maus beschäftigt sich in einem Maus Spezial mit unsichtbaren Krankheiten, die in unserem Innern sind und unsere Gefühle beeinflussen. Zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen.

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GelesenTwitter-User entdeckt Parallelen zwischen Gauland-Text und Hitler-Rede. Das AfD-Gesocks ist so unglaublich ekelhaft.

GelesenDas ist Urmo, das Hoverboard zum Ausklappen. 20 Kilometer Reichweite. Gutes Ding.

Gelesen: Plan B, dringend gefragt – über Uni-Mittelbauer, für die es mit der akademischen Karriere nicht weitergeht.

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Servicelink: Linus hat eine Liste von Kinderbüchern zusammengestellt, die ohne Geschlechterklischees auskommen oder bewusst mit ihnen brechen.

Dienstag, 9. Oktober

Zwei Seminartage im Journalisten-Zentrum Haus Busch: Crossmediales Storytelling – über mehrere Medienkanäle gute Geschichten erzählen. Tolle Teilnehmerinnen, super Gruppendynamik. Hat viel Spaß gemacht.

Auf dem Weg, im Ruhrtal, an beiden Tagen eine wunderschöne Herbstmorgenlandschaft gesehen mit Nebel, der über dem Fluss lag, und einer aufsteigenden Sonne.

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Auf Twitter habe ich eine Nachricht von „Leon“ erhalten mit dem Wunsch, ich möge ihm bitte Nacktfotos zusenden. Er hat es anders formuliert, kürzer, und es war auch kein „bitte“ dabei, außerdem keine Spezifizierung, wessen Nacktbilder er haben möchte. Mit so einem schlechten Briefing kann ich nicht arbeiten.

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Gelesen: Sie werden, was sie sind [€]. Die Gen- und Verhaltensforschung ist sich sicher: Die Eltern haben kaum Einfluss darauf, was wir für Menschen werden. Ob wir schüchtern, draufgängerisch, schlau oder faul sind: Die meisten unserer Charaktermerkmale sind genetisch festgelegt. Die Umwelt hilft uns nur zu werden, wer wir sind – und auch das bestimmen wir aktiv:

Die Umwelt ist nichts, das uns zufällig begegnet und dem wir passiv ausgesetzt sind. Wir gestalten sie vielmehr aktiv nach unseren erblich bedingten Neigungen. […] Zum Beispiel lesen intelligentere Kinder oft früher und mehr, sie suchen sich geistig anregendere Freunde, sie fordern mehr intellektuelle Herausforderungen von ihren Lehrern. Sportliche Kinder tollen und turnen früh herum, suchen sich andere sportliche Kinder, bekommen Lob, das sie weiter anspornt, gehen in einen Verein, was wiederum ihre sportlichen Fähigkeiten verbessert – ein sich selbst verstärkender Prozess.

Gelesen: Sturmwarnung. Warum der BVB so viele Tore schießt.

Gesehen: Rabenväter: Wenn Papa keinen Unterhalt zahlt – über Väter, die ihre Kinder verleugnen und ihr Gehalt kleinrechnen, aber auch über Väter, die sich kümmern wollen, und über die Müttergläubigkeit deutscher Gerichte.

Wochenende, 6. und 7. Oktober

Das war ein sehr schöner BVB-Sieg. Und eine schöner Sieg von Gladbach.

Den ganzen Samstag über habe ich versucht, nichts zu hören und nichts zu sehen, keine Bundesligakonferenz, keine sozialen Medien, keine Nachrichten, um abends im sportstudio erstmals die Spiele zu gucken und das Ergebnis zu erfahren. Klappte so halb.

Freue mich sehr mit Mario Götze. Und mit Marco Reus, der endlich mal längere Zeit unverletzt ist. Und mit dem kleinen Spanier, der einfach mal sechs Hütten in drei Spielen macht. Und mit Sancho, der bei uns bleiben möchte. Das macht alles sehr viel Spaß.

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Juli Zehs Unterleuten fertig gelesen. Begonnen im August, war rasch auf der Hälfte, dann stockte das Lesen aufgrund äußerer Umstände und auch, weil die Handlung nachließ. Ich nahm das Buch immer wieder zur Hand, las, hatte dann wieder Besseres vor, es zog ich mich auch nichts dringend zur Geschichte hin. Ich las dennoch weiter, denn eigentlich gefallen mir die Geschichte und Julia Zehs Erzählweise. Aber so richtig packte mich Unterleuten nicht mehr. Jetzt habe ich es beendet, und ja: Ich kann die Lektüre empfehlen. Ich empfehle aber auch, das Buch am Stück im Urlaub zu lesen. Oder vielleicht auf langen Zugfahrten.

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Beim heutigen Frühstück über Schwimmen im Winter sinniert, im Hallenbad mit Ausziehen, Umziehen, Anziehen, trocknen oder eben nicht trocknen, hoher Luftfeuchte und dem Überstreifen enger Jeans auf feuchter Haut. Darauf gekommen, dass die deutsche Ingenieurskunst eine Sache sträflich vernachlässigt hat: die Erfindung einer Dusch- und Anziehstraße in Schwimmbädern und Privathaushalten.

Funktion ähnlich einer Autowaschstraße: Ich stelle mich auf ein Laufband, von vorne und hinten kommt warmes Wasser, ich werde geschäumt und abgespült, ganzkörpergeföhnt, leicht gecremt, anschließend Wellness-Trocknung, zum Schluss streift mir ein Anziehautomat meine angewärmten Klamotten über und es gibt einen Becher Milchkaffee mit auf den Weg.

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Drei Jeans sind gleichzeitig kaputtgegangen. Das passiert immer zum selben Zeitpunkt, nie geht nur eine einzelne Jeans kaputt. Warum ist das so?

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Die Frau, die den gleichen Namen hat wie ich und die bei allen Online-Dingen meine Mailadresse angibt (ich erwähnte es schonmal), fährt jetzt in Australien mit Uber rum. Offensichtlich hat es mit den Bewerbungen geklappt und sie hat einen richtig guten Job gekriegt. Freue mich mit ihr.

Ich begleite sie bereits seit ihren ersten eigenen Amazon-Einkäufen und war in der Uni Teil ihrer Lerngruppe. Zuletzt befand sie sich bei verschiedenen Firmen in Bewerbungsverfahren, selbstredend mit meiner Mailadresse. Habe überlegt, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, wäre sogar fast ums Eck gewesen.

Das ist aber alles nichts gegen das verbindende Schicksal von Moritz und seinem Namensvetter:

Ich empfehle den ganzen Thread.

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Gelesen (offline): Was kann der deutsche Ingenieur? [ZEIT epaper, €] – über einen Berufsstand, dem Deutschland viel verdankt und der ein neues Selbstverständnis finden muss.

Freitag, 5. Oktober

Müde. Wenig Schlaf gehabt diese Woche, so insgesamt. Was zum einen an einem Wasserbett in Hannover lag, zum anderen an Autobahnfahrten und viel zu tun. Die vergangenen Tage als Bildergeschichte:

Maschsee Hannover. Hübsch.

Maschsee bei Sonnenschein

Die Hannoveraner Südstadt auch. Empfehlenswert: Café und Trattoria Ecco, Sallstraße. Nicht empfehlenswert: ein Wasserbett. Zumindest dann nicht, wenn zu wenig Wasser drin ist. Weil der Wasserbettvermieter, Vermutung, unter 35 Kilo wiegt, man selbst aber deutlich wasserverdrängend mehr.

Phoenixsee in Dortmund. Auch hübsch.

Phoenixsee: Steg im Abendrot

Phoenixsee in Dortmund mit Freundin und Ente. Ebenfalls hübsch – die Freundin. Die Ente konnte unerkannt entkommen.

Phoenixsee im Abendrot, im Scherenschnitt des Gegenlichts eine Frau

Das Abendrot war wirklich so; ich habe an keinen Reglern gedreht, ich schwör. Als die Sonne weg war, gab’s Sushi. Das war gut.

Seminar an der Uni.

Seminar: Beschriebenes Flichart, dahinter Tische und Stühle

Ein Workshop für die Studierenden in der Lehrredaktion an der TU Dortmund, Journalistik. Es ging um kreatives Schreiben, um Themenkonzeption und um die Arbeit als Mentoren in Ressorts.

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Ich habe jetzt ein Musikabo eines Musikabo-Anbieters, ein „Alle Lieder des Planeten für einen Zehner im Monat“-Ding. Das ist prima. Ich habe eine Chill-Playlist gehört, während ich durch die Nacht fuhr, meine Kontaktlinse sich im Auge verbrizzelte, ich sie auf einem tiefschwarzen Parkplatz südlich von Oelde herausfriemelte und säuberte; das gab der Situation etwas Fröhliches. Ich habe Liebesmusik gehört, während ich bei Rinteln Lkws überholte, in meinen Notmüsliriegel biss und kalte, eisgewürfelte Lightcola aus der Isolierkanne trank. Ich habe mir Hörbücher heruntergeladen, die ich später hören werde, in Zehn-Minuten-Etappen, weil ich nicht länger wachbleiben kann, während mir jemand etwas vorliest.

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Gelesen: Verliebtheit hat mit Liebe nichts zu tun. Ein Paartherapeut über langjährige Beziehungen und Freundschaft zum Partner/zur Partnerin.

Gelesen: Es ist Zeit für eine Zeitumstellung. Die Juramama argumentiert zu einem späteren Schulanfang. Ich bin ganz bei ihr.

Gelesen: Das Interview, das ich gerne mal führen würde. Tupoka Ogette ist Trainerin, Beraterin und Keynote Speakerin rund um das Thema Rassismus. Seit zehn Jahren fragen Journalisten sie immer dasselbe. Jetzt hat sie ihr eigenes Interview geführt.

Gelesen: Und bei den Männern? Zwei Fußballerinnen des FC Bayern heiraten. Der Verein postet das Foto. Bei Männern undenkbar. Warum eigentlich?

Gelesen: Revolutionäre Ideen aus der Zweiten Liga. Union Berlin hat ein Diskussionspapier zur Zukunft des deutschen Fußballs veröffentlicht. Eine Analyse der Vorschläge.

Montag, 1. Oktober

Knackiger Arbeitstag im Homeoffice, denn ich möchte am Feiertag gerne frei haben.

  • eineinhalb Seminare vorbereitet
  • ein gutes Telefonat geführt
  • ein Angebot rausgeschickt
  • den morgigen Termin vorbereitet
  • Moderationskoffer auf Stand gebracht

Die Blümchenbeauftragte meines Unternehmens hat heute die Arbeitsstelle dekoriert. Mitarbeiterin des Monats!

Blumen im Büro

Darüber hinaus habe ich mich mit meiner Weihnachtsgrußkarte beschäftigt (ja, tatsächlich). Weihnachtsgrußkarte ist wie Winterreifen: Ab Oktober kann man das gut angehen.

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Do it!, das Gründermagazin der Dortmunder Wirtschaftsförderung, stellt mich und meine Arbeit vor:

Artikel in der "Do it!"

Vielen Dank für den Raum!

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Weitere Fragen aus 1.000 (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8):

Was war deine beste Entscheidung im vergangenen Jahr?

Mir den Monat März zu schenken und durch Italien zu reisen. Das erste WM-Halbfinale nicht alleine zu gucken. Mutig zu sein, in allem.

Was ist die beste Medizin gegen Liebeskummer?

Das Schwierigste, wenn sich etwas im Leben verändert, ist nicht, Neues anzufangen. Sondern das Alte zurückzulassen. Wir können nur neue Ideen entwickeln, wenn wir die alten vergessen. Bezogen auf die Liebe: Wir können nur neu lieben, wenn wir das Lebenskonzept, das die alte Liebe uns gegeben hat, ablegen.

Es ist deshalb wichtig, traurig zu sein und sich die Zeit zu nehmen, sich vom Alten zu verabschieden. Liebeskummer ist, wie wenn jemand gestorben ist. Wir müssen trauern dürfen, sonst können wir einer neuen Liebe nicht unbekümmert begegnen und keine neuen Ideen vom Leben und Zusammensein entwickeln.

Als gut habe ich immer empfunden, sich von dem „Warum“ zu verabschieden. Warum will der Andere mich nicht mehr? Warum handelt er/sie so? Warum ist er/sie so? Es ist egal. Ich werde keine befriedigende Antwort bekommen, und das Warum ist nicht entscheidend, um abschließen zu können.

Weil man nicht nur die ganze Zeit traurig sein kann, hilft es, zwischendurch schonmal vorsichtig nach vorn zu schauen und sich zu bewegen, ganz körperlich. Das geht mit Sport oder einfach nur so, mit Spazierengehen oder Fahrradfahren oder was immer man schön findet. Rausgehen hilft auch, etwas erleben und Erfahrungen sammeln, die glücklich machen. Tanzen und gutes Essen.

Welches Musikstück soll auf deiner Beerdigung gespielt werden?

Eine Beerdigung ist für die Lebenden, nicht für die Toten. Sucht Euch etwas Schönes aus.

Welche fünf Dinge würdest du in einen Picknickkorb tun?

Brauche nur zwei: einen Restaurantgutschein. Eine Busfahrkarte zum Restaurant. Picknicken ergibt nur auf Wanderungen Sinn.

Wann hast du zuletzt ein Baby in den Armen gehalten?

Vor zwei  oder drei Wochen habe ich ein frisches Kind 3.0 und seine Mutter besucht.

Freitag, 28. September

Weiterbildungstag.

Ich war auf dem CoReDayRuhr, dem Coach Reflexion Day. Das ist ein Tag, an dem sich Coaches, Trainer und Berater treffen, sich gegenseitig Methoden zeigen, Erfahrungen austauschen und sich Tipps geben. Es kommen Leute zusammen, die sich mit Entwicklung von Menschen und von Organisationen beschäftigen. Also Leute wie ich.

Das war ein sehr wertvoller Tag. Wir haben zwei Methoden in Gruppen getestet und weitere Themen besprochen: Rolle und Haltung bei der Arbeit in Unternehmen, hilfreiche Fragestellungen für Gespräche, und wir haben zuhören geübt.

CoredayRuhr Programm

Insgesamt waren wir 26 Leute, davon 19 Männer und sieben Frauen. Dieses Verhältnis hat mich überrascht. Ich hätte gedacht, das Interesse wäre gleich verteilt. 

Ich habe in der ersten Übung auch ein Coaching empfangen, war der Coachee – mit einer realen Problemstellung. Obwohl es nur eine Übung war und obwohl wir alle in dem Format noch nicht sicher waren, haben die beiden Coaches mich nur durch gezieltes Fragen zu einer möglichen Lösung geführt. Es war erstaunlich, wie gut das funktioniert.

Außerdem gab es großartige Give aways. Zum Einen diese Aufkleber, denen ich mich vollends anschließen kann.

Aufkleber: "Developing the process requires developing people." - "When you're sure you're right, imagine you're wrong."

Zum Anderen dieses Flaschenverschließnuppsi, einen Korki. Der ist aus Silikon, und man kann ihn über den Flaschenhals einer offenen Flasche stülpen. Er sieht aus wie ein Korken und er macht, was ein Korken macht.

Coreday: Korki

Danke dafür, Veranstaltungssponsor.

Übrigens hätte ich als Alternative zum Programm auch einfach nur essen können – von 7 bis 11:00 Uhr und von 11:30 bis 15:30 Uhr, wie Weihnachten bei Omma. Aber das Programm war so pickepackevoll, dass ich kaum dazu kam, überhaupt zu essen.

Coreday, Buffetbändchen mit großzügigem Uhrzeitenaufdruck

Nach der Veranstaltung bin ich weitergezogen zu Sandra, Hansbahnhof und Ferdi. Als wir am Morgen korrespondierten, kam es umständehalber dazu, dass ich mich einlud. So wurde ich Nutznießerin einer Nudelmaschine. Für ein spontanes Treffen „auf ’ne Limo“ ein ausgesprochen beeindruckender Service, ich war entzückt. Und am Ende des Abends sehr satt.

Nudeln kommen aus Nudelmaschine

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Gelesen: Privat und persönlich. Christian hat einen Kommentarwechsel zwischen Herrn Paul und mir aufgegriffen und etwas zum Bloggen gebloggt – und zur Veröffentlichung von Persönlichem.

Donnerstag, 27. September

Ich habe ein neues Angebot für KMU, also kleine und mittlere Unternehmen:

  • Check up „Unternehmensstrategie und Zukunftsfähigkeit“
  • Check up „Marketing und Positionierung“

Kolleginnen und Kollegen aus Kommunikationsagenturen haben mich angesprochen, ob ich dergleichen anbieten wolle. Sie erleben bei ihren Kunden einen Bedarf an Orientierung. Das betrifft  die Außendarstellung, vor allem aber weitergehende Themen wie die Ausrichtung des Unternehmens – in Hinblick auf Online-Konkurrenz, sich ändernde Marktverhältnisse, interne Prozesse und Digitalisierung. Oft geht es auch um die eigene Rolle als Geschäftsführer*in.

Ich habe deshalb ein niedrigschwelliges Angebot konzeptioniert, mit dem meine Kunden einen Blick von außen bekommen, der Mut macht und Veränderungen anstößt. Das Ganze ist ein Startschuss – ein wertvoller; ein Hinweis, wo es Sinn macht, mehr Kraft zu investieren.

Die Kunden können danach selbst umsetzen. Sie können mich weiter beauftragen oder ich vermittle, je nach Aufgabenstellung, Leute aus meinem Netzwerk. Das Ganze zu einem Preis, der überschaubar ist, zu dem ich aber trotzdem einen guten Nutzen bieten kann.

Anregungen und Verbesserungsvorschläge, Klugscheißerei und Rechtschreibfehler nehme ich gerne entgegen.

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Heute Tag der Redigatur. Das Magazin, das ich im Sommersemester gemeinsam mit einer Kollegin und Studierenden an der TU Dortmund gemacht habe, geht am Montag in den Druck. 40 Seiten Schlussredaktion. Ich habe Kreise vor den Augen.

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Anna fragte mich nach eine Fazit „selbstständig vs. angestellt“. Stand jetzt, eineinhalb Jahre nach Gründung, sieht das so aus:

Freiraum

Ich genieße sehr den Freiraum und die Flexibilität, die mir die Selbstständigkeit gibt: zu bestimmen, was ich arbeite, wie ich arbeite, mit wem ich arbeite, wann ich arbeite, wo ich arbeite. Ich nutze diesen Freiraum: Wenn das Wetter gut ist, mache ich länger Mittagspause und arbeite in den Abend hinein. Wenn ich vier Tage hintereinander beim Kunden war, lege mir auf den fünften Tag keine Termine. Ich muss niemanden fragen. Mein einziger Taktgeber sind die Kunden, und weil ich meine Kunden so gewinne, wie ich sie gewinne – siehe „Akquise“ -, arbeite ich sehr gerne für sie.

Persönliche Entwicklung

In meiner Arbeit, egal ob selbstständig oder angestellt, ist es mir wichtig, mich zu entwickeln, persönlich und fachlich. Drei meiner vier Angestelltenverhältnisse habe ich selbst beendet – eben weil ich mich nicht mehr entwickeln konnte, weil es keine (neue) Perspektive für mich im Unternehmen gab, weil meine persönliche Entwicklung und die Entwicklung der Unternehmensstrategie nicht überein gingen.

Nun bestimme ich selbst, in welche Richtung mein Geschäft und ich mich entwickeln. Ich folge den Bedürfnissen meiner Kunden und ich entscheide, worin ich mich weiterbilde. Ich wachse an jedem Kundenprojekt.

Wenn ich genauer darüber nachdenke, verwende ich locker 20 Prozent meiner Arbeitszeit darauf, mich weiterzubilden: in Seminaren, auf Barcamps, durch lesen, durch Gespräche und indem ich immer wieder herausfinde, manchmal auch nur durch Nachdenken (verrückt!), wie ich eine bestimmte Aufgabenstellung am besten löse.

Unternehmensstrategie

Ich war schon immer jemand, der eher strategisch und unternehmerisch denkt. In meinen Angestelltenverhältnissen war das aber, bis auf eine Ausnahme, nicht gefragt. Es ging darum, abzuarbeiten und Ziele zu erfüllen. Zwar hatte ich in meinen Projekten Gestaltungsmöglichkeiten, ich durfte aber nicht nach dem strategischen Platz des Projekts in der Unternehmensstrategie fragen oder eine Meinung dazu haben. Das empfand ich als ausgesprochen zermürbend.

Nun gestalte ich meine Unternehmensstrategie selbst. Das bedeutet nicht, dass ich immer Erfolg habe. Ich finde stetig heraus, was am Markt gefragt ist und welche Stärken meine Kunden an mir schätzen. Aber ich kann und darf es herausfinden und verantworten.

Verantwortung

Ich übernehme gerne Verantwortung. Voraussetzung ist, dass ich das, wofür ich verantwortlich bin, auch selbst beeinflussen und gestalten kann. Das war im Angestelltenverhältnis nicht immer der Fall. Gleichzeitig durfte und sollte ich an anderen Stellen keine Verantwortung bekommen.

Was in der Selbstständigkeit bisweilen belastend ist, ist, für alles alleine die Verantwortung zu tragen: alleine zum Kunden zu fahren und herauszufinden, was die Fragestellung ist. Alleine zu überlegen: Was ist die beste Herangehensweise für das Projekt? Bei Workshops alleine in die Bütt zu gehen und nicht zu wissen: Klappt es so, wie ich es mir gedacht habe? Bisher hat es immer gut hingehauen, und wahrscheinlich ist mein Gefühl normales Lampenfieber. Aber dennoch.

Ich hole mir Unterstützung bei Freunden, beim Partner und tausche mich mit Fachkollegen aus. Das geht aber aufgrund von Verschwiegenheit in Kundenprojekten nur bis zu einem gewissen Punkt. Manchmal hätte ich gerne einen Gegenpart, mit dem ich Verantwortung teilen kann. Andererseits erwachsen aus einer Zusammenarbeit wieder andere Probleme.

Akquise

Ich bin kein Vertriebsprofi und entgegen aller hier herrschenden Annahmen bin ich auch keineswegs extrovertiert, sondern ein introvertierter Mensch. Ich nehme gut Stimmungen wahr; das ist eine Stärke für meinen Job. Aber Kaltakquise ist mir ein absoluter Graus.

Wenn man gründet, kommen alle möglichen Leute daher und sagen: Du musst dies machen, du musst das machen, sonst klappt es nicht. Zum Beispiel kriegt man immer wieder zu hören: „Wie willst du denn an Kunden kommen? Du musst Kaltakquise machen! Flyer drucken! Die Unternehmen abtelefonieren!“

Ich habe bei meiner Gründung Flyer gedruckt. Von denen habe ich ungefähr fünf gebraucht. Die restlichen 995 liegen im Schrank. Ich bekomme meine Kunden durch persönliche Gespräche, durch Vernetzung, durch Austausch online und offline, auf Barcamps, auf Konferenzen, über Blog und Newsletter, über Empfehlungen – und ja: auch übers Tagebuchbloggen. Es sind allesamt sehr tolle Kunden; denn diese Art des Kennenlernens hat einen riesigen Vorteil: Meine Kunden wissen schon vor dem gemeinsamen Projekt, wie ich ticke, und engagieren mich, weil ich so bin, wie ich bin. Das ist eine gute Basis für gemeinsames Arbeiten.

Disziplin

Für meine Art des Arbeitens braucht es intrinsische Motivation und Disziplin. Oft sagen mir Leute: „Das könnte ich nicht!“, und meinen damit das morgendliche Aufstehen, ohne dass es einen Chef oder eine Zeiterfassung gibt.

Ich finde es wunderbar. Ich weiß, was ich bis wann zu tun habe, habe eine To-Do-Liste und teile mir meine Aufgaben ein. Ich kann problemlos um 7 Uhr aufstehen und mit der Arbeit beginnen, auch im Home Office.

Was einzig manchmal schwerfällt, ist das Vorantreiben, siehe Verantwortung. Ich trage die alleinige Verantwortung für meine Entwicklung, für neue Ideen, fürs Anwerben von Projekten. Ich kann mich hinter niemandem verstecken. Ich muss alles selbst machen, mich überall reinfuchsen, mich um Buchhaltung und Steuern kümmern, ich kann nichts delegieren, es gibt keinen Admin für die EDV, ich bin Vertrieb, Marketing, Einkauf, Projektleitung und Geschäftsführung in einem. Das ist manchmal belastend und erfordert Disziplin, besonders wenn es um Themen geht, in die ich mich nicht gerne reinfuchse – zuletzt war es die Frage der Verschlüsselung von Dateien. Es hilft aber nichts, und am Ende habe ich dann etwas dazugelernt.

Gleichzeitig gibt mir die Arbeit auch, wenn sie gut läuft, viel Energie.

Selbst und ständig – und die Sinnfrage

Es geht die Mär um, als Selbstständige arbeite man 60 Stunden pro Woche, jahrein, jahraus. Das ist nicht so. Es gibt sicherlich Phasen, in denen ich sehr viel arbeite. Allerdings halte ich mir Wochenenden und Feiertage frei – und wenn ich doch arbeiten muss, dann habe ich es mir selbst ausgesucht: weil ich dafür einen Tag in der Woche für Freizeit genutzt habe.

Ich habe bereits als Angestellte Jobs gehabt, in denen ich viel arbeiten musste – und nebenbei meine Dissertation oder ein Buch geschrieben. Vielleicht spüre ich deshalb den Unterschied zwischen Angestellten- und Selbstständigendasein zeitlich nicht so sehr.

Der wesentliche Unterschied des Selbstständig- zum Angestelltsein ist – und das ist der Knackpunkt: dass ich hinter jeder Stunde, die ich in meine Arbeit und mein Einkommen investiere, einen Sinn sehe. Im Angestelltenverhältnis habe ich maximal 50 Prozent der Zeit für die Sache gearbeitet und einen Sinn erkannt. Der Rest war Zeit, die durch schlechte Führung, fehlende Strategie oder innerbetriebliche Taktiererei draufging – oder die ich einfach herumsaß, weil nichts zu tun war, in der ich aber auch nicht gehen konnte, weil die Unternehmenskultur eine Anwesenheitskultur war und das nicht vorsah.

Sicherheit

Ein großes Thema ist natürlich die Sicherheit – beziehungsweise die Unsicherheit. Ich habe sehr unregelmäßiges Einkommen. Manchmal habe ich keine Perspektive, nichts Neues in Aussicht, sondern muss hoffen, dass der nächste Auftrag kommt, bevor die Vorräte aufgebraucht sind. Das ist nicht immer einfach, zumal die Fixkosten als Selbstständige vergleichsweise hoch sind: Auto, Krankenversicherung, Betriebshaftpflicht, Altersvorsorge, Fortbildungskosten, dazu Miete beziehungsweise Kredite und die übliche Lebenshaltung. Kann ich das nicht mehr bedienen oder werde ich schwer krank, falle ich trotz meiner Absicherungsmaßnahmen ins Bodenlose. Manchmal denke ich: Gut, dass ich ein so positiver und durch und durch optimistischer Mensch bin. Sonst könnte ich kein Auge zu tun.

Fazit

Am Angestelltendasein hat mich am meisten gerärgert: wenig Freiraum, wenig Teilhabe, verkrustete Strukturen, wenig Gestaltungsspielraum, zu wenig Verantwortung, keine Aufstiegmöglichkeiten als Frau, patriarchalische Führung, zu viel Arbeit für zu wenig Sinn. Ich möchte meine Lebenszeit mit Dingen verbringen, die für mich sinnvoll sind und mir Freude bereiten – und von denen ich im Alter nicht sage, ich hätte Lebenszeit verschwendet. Das geht in der Selbstständigkeit besser als im Angestelltendasein.

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Allen Wanderfreunden möchte ich ein feines Blog ans Herz legen: Schrat und Fee. Der Schrat ist Tim, der im Medienhaus Lensing neben mir saß, damals als Volontär, als er bei uns in der Digitalabteilung hospitiert hat. Inzwischen arbeitet er andernorts. Außerdem wandert er – und wie er wandert! Ständig ist er unterwegs und schreibt tolle Wanderberichte oder postet Bilder auf Instagram. Die Instagrambilder sind die schlimmsten, das ist wirklich kaum auszuhalten; ich möchte augenblicklich loswandern.

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Gelesen: Die ZEIT, deren Berichterstattung ich sehr schätze, hat ihre neuen Redaktionsleitlinien veröffentlicht.

Gelesen: Blick über den persönlichen Tellerrand und auf die Nordsee – Andreas, Texter für Energiethemen, schreibt über das Barcamp Dangast. Ebenso der Veranstalter enera: So war das zweite Barcamp Dangast 2018

Dienstag, 25. September

Es wird Herbst. Die Sonne steht tiefer. Die Blätter färben sich gelb. Überall Feuchte im Garten.

Garten, tief stehende Sonne, im Vordergrund Herbstanemonen

Erledigt: Rasen mähen. Die Schwertlilie zurückschneiden.

Die tropischen Pflanzen wie die Strelizie, die ich vor einigen Jahren mal von den Kanaren mitgebracht habe und die hier tatsächlich gewachsen ist, wohnen nun wieder im Haus. Auch der Weihnachtsstern ist umgezogen. Nachdem er in der Adventszeit 2016 bei mir einzog und in der Folge nicht sterben wollte, hat er nun den zweiten Sommer im Garten verbracht. Für seinen dritten Winter wandert er zurück in die Wohnung. Er hat inzwischen einen hölzernen Stamm und entwickelt Baum-artige Züge. Irgendwann wird er die Macht übernehmen.

Was mir gefällt: Aus dem Vogelfutter sind Sonnenblumen gewachsen.

Kleine Sonnenblume

Vorteil des Herbstes: Getränke können raus auf die Terrasse. Limo und Bier sind wieder durchgehend und in großen Mengen – sprich: Kästen – kalt.

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Nach vielen Jahren habe ich wieder Fotos zum Entwickeln geschickt. Nicht in der Innenstadt wie damals, bei Photo Porst auf der Hauptstraße, sondern online. In ein paar Tagen bekomme ich also ausgedruckte Fotos, die ich in der Hand halten, einkleben, an den Kühlschrank hängen und rahmen kann. Das fühlt sich bestimmt super an. Vielleicht mache ich das jetzt öfter.

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Termin beim Autoschrauber für Oktober gemacht: Achsvermessung, Reifen, TÜV. In dem Zuge kann er auch gleich die Winterreifen montieren. Danach Altglas weggebracht. Zwei Aufgaben, die hohes Prokrastinationspotential haben. Bin sehr stolz.

Außerdem ein neues Privatkonto eröffnet, bei der GLS-Bank. Meine Hausbank geht mir schon seit Jahren (wirklich: Jahren) aus diversen Gründen auf die Nüsse. Weil aber ein Bankwechsel ein noch höheres, viel höheres Prokrastinationspotential hat als Altglas wegbringen (das allerhöchste, noch höher als Stromanbieter wechseln), stand das immer nur auf meiner Liste.

Ich war lange unentschlossen, zu welcher Bank ich wechsle. Denn am meisten nervt mich die Geldautomatensuche in fremden Städten. Also hatte ich zunächst überlegt, zu einer Online-Bank zu wechseln, die es mir ermöglicht, überall Geld abzuheben. Ich habe jedoch für mich beschlossen, dass mir das Ziel und die Haltung des Kreditinstituts nun doch wichtiger sind als meine Bequemlichkeit, gerade in diesen Zeiten, in denen Wälder für Kohle abgeholzt werden und Nazis meinen, sie könnten fahnenschwingend durch Städte laufen und nix passiere.

In dem Zuge der Kontoeröffnung habe ich zum ersten Mal am PostIdent-Verfahren teilgenommen, online per App und Videochat. Das war alles super geschmeidig. Großartige Sache.

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Bei der Maus kann man jetzt programmieren lernen.

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Fürs Brot- und Butter-Geschäft habe heute ein Seminar für die TU Dortmund vorbereitet. Die neuen Mentoren in der Lehrredaktion Magazin am Institut für Journalistik starten nächste Woche in ihren Job. Sie waren ein Jahr lang im Volontariat – bei Regionalzeitungen, beim WDR, SWR, oder beim Handelsblatt. Ich lehre einen Tag lang kreative Schreib- und Konzeptionsarbeit; wir machen Übungen, und ich zeige Methoden.

Außerdem habe ich mich für eine Weiterbildung angemeldet: Business System CanvasStrategiearbeit im digitalen Zeitalter; ich lerne eine weitere Möglichkeit kennen, mit der man Zukunfts- und Changeprojekte strukturiert gestaltet.  Ich bin gespannt. Nachdem ich vergangenes Jahr in die Selbstständigkeit gestartet bin, ist dieses Jahr das Jahr der Weiterbildung: nach der Weiterbildung in Mediation und Konfliktlösung und in Design Thinking jetzt noch das. Gute Methoden, um meine Kunden zu unterstützen.

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Gelesen und für mich beantwortet: Diese 33 Fragen über Rassismus sollte man sich ehrlich stellen.

Gelesen: Der Jawl schreibt Interessantes zur Kategorisierung von politisch motivierten Straftaten.

Die NSU-Morde tauchen nicht in der Statistik für politisch motiviete Straftaten auf. Weil: Straftaten nach dem Eingangsverdacht eingeordnet werden und ein Verschieben in eine andere Kategorie nicht vorgesehen ist.

Das ist im weiteren Verlauf natürlich interessant, denn je nachdem, wie die örtliche Polizei bei Ihnen so drauf ist, ob eher rechtskonservativ oder eher linksliberal, bewertet sie Straftaten und kreiert damit eine Statistik, die gegebenenfalls nichts mit den späteren Ermittlungen zu tun hat.

Ergänzend schreibt Giardino etwas zu den Polizeiberichten, die an die Presse gehen: Für sie wählt die Polizei aus, welche Delikte sie für berichtenswert hält – und gibt sie an die Presse. Die Presse orientiert sich in ihrer Berichterstattung an den Polizeiberichten. Straftaten vom Rand der Gesellschaft sind dabei besonders interessant, Straftaten aus dem normtreuen, konservativen Milieu – Rassismus, Ehemann verprügelt Ehefrau – sind es nicht.

Besondere Probleme scheint die Polizei immer zu haben, Straftaten von rechts als solche zu erkennen und zu behandeln. […] Man muss sich immer bewusst sein, dass die Polizei eine Menge Hebel – vom Eingangsverdacht über Ermittlungswillen, Auswahl der berichtenswerten Meldungen, dem darin vermittelten Bild von Polizist*innen und anderen beteiligten Personen bis hin zur Statistik – in unserer medialen Wahrnehmung von Kriminalität in der Hand hält. Und bei allem Respekt für polizeiliche Arbeit agiert sie mit eigenem politischen Interesse und hat nach wie vor Probleme auf dem rechten Auge.

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Weitere Fragen aus 1.000 (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7):

Wie gefährlich ist deine Arbeit?

Das Gefährlichste ist die Autofahrt zum Kunden. Was einen als Selbstständigen jedoch leicht in den Wahnsinn treiben kann, ist darüber die Ungewissheit, die diese Arbeitsform mit sich bringt: Es gibt Zeiten, in denen ich sehr viel zu tun habe, und Zeiten, in denen ich warte – auf Anfragen, auf Antworten, auf Projekte, auf Zusagen. Ich bekomme Absagen, Aufträge verschieben sich. Das ist manchmal zehrend, und ich würde lügen, wenn ich sagte, die Unsicherheit mache mir nichts aus. Ich kann sie allerdings immer noch besser aushalten als das, was ein Angestelltenverhältnis mit sich bringt.

Wem hast du zuletzt eine Postkarte geschickt?

Ich versende oft Postkarten, immer mal zwischendurch und auch, wenn ich weg bin. Ich verschicke eigene Bilder mit der Funcard-App. Oder ich suche die allerschrecklichste Karte aus dem Postkartenständer und praktiziere die Kunst des ironischen Postkartenschreibens – eine aussterbende Disziplin angesichts der Digitalisierung und des kaum noch vorhandenen 90er-Jahre-Postkarten-Chics.

Macht du manchmal einen Mittagsschlaf?

Durchaus und mit Wonne.

Wie hoch war das höchste Gebäude, das du je besucht hast?

Das war der Останкинская телебашня, der Moskauer Fernsehturm Ostankino. Der Turm ist 537 Meter hoch. Die Aussichtsplattform befindet sich auf 337 Metern. So sieht es dort oben aus(Website).

Welche Redensart magst du am liebsten?

Das Gras wächst nicht schneller, indem man dran zieht.

Welche Sprache würdest du gerne beherrschen?

Arabisch. Hebräisch. Russisch.

Welcher deiner Geburtstage hat dir am besten gefallen?

Mein 40. war ziemlich gut.

Worauf hast du zuletzt mit Ja geantwortet?

„Kassenbon?“



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