Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Zeitvertreib«

Best of 10 Jahre Kännchenblog

4. 01. 2016  •  24 Kommentare

Yeah, das Kännchenblog feiert heute 10-Jähriges!

//*setzt Partyhütchen auf
//*pustet Luftschlange
//*wirft Konfetti

Am 4. Januar 2006 habe ich mit dem Bloggen begonnen, damals noch bei twoday.net. Die ersten Beiträge sind nicht mehr online: Zwei Blogumzüge haben sie ins Nirvana geschossen – oder mit anderen Daten versehen.

Trotzdem – hier ein Best of:

2007

1.000

Wir waren nicht richtig zusammen. Überhaupt war in unserem Leben im Juli 1997 nichts „so richtig“. Wir waren keine Schüler mehr, aber noch keine Studenten (…) Wir hatten Tribünenkarten, und als er loszog, um etwas zu trinken zu besorgen, kam er mit zwei Innenraumkarten zurück. Er hatte sie gefunden, schmutzig und zertreten auf dem Beton vor dem Stadion. Übermütig drückte er mir meine Karte in die Hand, drehte sich um, rief „Komm!“ und verschwand durch den Zaun auf die Holzbohlen des Spielfelds …

Alles Gute

Wir haben alles dabei. Er hat es eingepackt. Ich habe nur ein paar Pinsel in eine Plastiktüte gesteckt, meine Malerklamotten und die Schlüssel. Schweigend sind wir hergefahren. Er hat mich abgeholt, ich bin ins Auto gestiegen. Scheu, mit zusammengekniffenen Lippen und nachtverquollenen Augen haben wir uns in dunstigem Licht einen guten Morgen gewünscht. Doch es war nur eine Floskel …

Die Ketchup-Kinder und der Mann mit der Geige

Bei mir gegenüber wohnt die Ketchup-Familie. Sie heißt Ketchup-Familie, weil die Kinder eine ganze Menge Ketchup-Flecken auf ihrem Gesicht und ihrer Kleidung spazieren tragen und weil sie den Eindruck machen, als gäbe es bei ihnen nur Dinge zu essen, zu denen Ketchup passt. Wobei Ketchup natürlich zu allem passt, wenn man Kind ist, aber davon mal abgesehen …

Hummel, Lurchi und die Hühnerparty

Trotz meiner fortschreitenden Greisenhaftigkeit laden mich die neuen, kleinen Mannschafts-Hühner zu ihren Partys ein.Als ich am Samstag gegen 21 Uhr die verqualmte Altbauwohnung betrete, ist die Bude bereits voll. Ein bärtiger Typ mit geballter Sozialistenfaust auf seinem Shirt empfängt mich und schlägt mir direkt freundschaftlich auf die Schulter. „Ich bin Hummel“, sagt er. „Und wer bist du?“ …

2008

Der Kuss

Es war dieses Silvester Mitte der 90er, als es minus 20 Grad hatte. Nur die Hauptstraßen unserer kleinen Stadt waren vom Schnee und vom Eis befreit. (…) In einem dieser Momente blickte ich ihn zum ersten Mal an, wie er ebenfalls dasaß und zu frieren begann. Er war zu dieser Zeit mit Miriam zusammen, einer 17-Jährigen, die bereits vor Mitternacht von ihrem Vater abgeholt werden würde …

The Nessy Burbank Show

Begebenheiten in meinem Leben lassen mich vermuten, dass es auf dem Dachboden meines Hauses eine Regie gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mein Leben spannender zu gestalten (…) Immer, wenn ich meine Wohnung verlasse, treffe ich den Oberinspektor. Kehre ich in meine Wohnung zurück, treffe ich den Oberinspektor. Treffe ich ihn nicht, treffe ich den Mann mit dem kleinen, weißen Hund …

2009

Ohne sie

Sie war tot, ausgesprochen tot. Blass, wächsern und sehr regungslos. Ihre Hände gefaltet, oder nein – mehr ineinander verknotet. Das haben sie nicht gut hingekriegt …

Teenie-Tagebuch, 23. Mai 1995

Heute ist Dienstag. Seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, ist Einiges passiert. Am Samstag hatten wir das Spiel in I. Wir haben 16:6 gewonnen. Danach Fete in Carolins Ich-bin-süß-und-gepudert-Club … (alle Teenie-Tagebuch-Einträge zusammengefasst im Beitrag Mein 1998)

2010

Der schönsten Großmutter

Immer, wenn ich bei ihr schlief, lag ich in ihrem großen Bett unter einer schweren Daunendecke und zählte die Blüten, die auf der Tapete wuchsen. Das Frottee war rau, die Matratze weich. Ihr Kissen duftete nach Waschmittel, nach ihrem Parfum und nach ihr selbst – ein Geruch, der weich wie Watte war und sanft in der Nase kitzelte …

Begegnung im Bus

Bus 720 von der Arbeit nach Hause. Die Plätze sind gut besetzt, die Luft ist verbraucht. Ich setze mich neben eine kleine Frau mit dunklen Augen und einem Kopftuch, wie die Mütter der 50er es bei der Hausarbeit trugen …

Ode an die Wärmflasche

Schlotternd sitz‘ ich vor der Diss,
die Hände kalt, der Nacken steif,
ein Gedanke sich dem Hirn entriss:
Es ist soweit, die Zeit ist reif.

Das anstrengende Leben der Doktorandin N.

7:51
Der Wecker klingelt – frisch ans Werk! Nur weil man zu Hause arbeitet, sollte es nicht an Disziplin mangeln! Einmal Schlummertaste geht aber.

8:00
Nachrichten. Wichtig, um direkt auf Zack zu sein. Danach werde ich sofort aufstehen.

9:02

2011

Die Entenfrau

Gegenüber meiner Wohnung befinden sich Zechenhäuser: Kleine, bunt angemalte Häuschen mit schmalem Grundriss, zwei Fenster unten, zwei Fenster oben und ein ausgebauter Spitzboden. Zur Straße hin sind sie winzig, dahinter aber liegt eine beachtliche Scholle, auf der meine Nachbarn, verrentete Bergleute und krummrückige Stahlarbeiter, Tomaten züchten oder breitbeinig in quietschenden Hollywoodschaukeln und auf bunt gepolsterten Alustühlen sitzen, während Andrea Berg aus einem Kassettendeck schwülstige Lieder singt …

Ausflug ins Möbelhaus

Wir ahnten schon, dass es eng werden würde. „Drücken Sie noch ein bisschen“, raunt meine Mutter dem jungen Mann zu, einem verschwitzten Spätpubertierenden in einem roten Möbelhaushemd. Auf seinem Namensschild steht „Ich lerne noch“. Er blickt mich flehend an. „Oder besser quer?“, fragt Mutter und gestikuliert mit den Armen, als trage sie ein Paket aus …

Familiensinn

Man kennt diese Geschichten. Im Kreise der 30-jährigen Frauen sind sie wie urbane Legenden. Die Erzählungen von Bewerbungsgesprächen, in denen frau nach ihren familiären Plänen gefragt wird. Ich habe sie bislang immer abgetan: …

Das erste Mal: Thaimassage

Eine kleine Frau tritt mir entgegen. Sie ist halb so groß wie ich. Sie ist auch nur ein Drittel so schwer, eine Elfe. „Frau Nessy, ja?“ fragt die Elfe meinen Bauchnabel. „Komm u mit. Ha u scho macht die Thaimassaasch?“ Es ist ein bisschen schwierig, sie zu verstehen. Ich sage: „Das erste Mal.“ Sie nickt bedeutungsvoll: „Da wird ei besonder Lebnis.“ …

Hosenkauf

Ich streife die erste Hose über und merke schon an meiner ausgeprägten Wanderwade, dass wir nicht zusammenkommen werden. Von der anderen Seite des Vorhangs ruft es: „Und? Wie schaut’s aus? Passt sie?“ Ich halte den Bund fest, hüpfe mich im Kreis in die Hose hinein und rufe mit gespielter Souveränität durch den Vorhang zurück: „Äääh … joooo … aber im Schritt ist sie etwas knapp.“ Also die nächste …

2012

Liebes Familienministerium,

du fragst dich, warum meine Generation so wenige Kinder bekommt und hast deshalb eine Studie in Auftrag gegeben. Das ist insofern bedauerlich, als dass diese Studie bestimmt sehr teuer war und du auch durch Nachdenken zu einem Ergebnis hättest kommen können. Aber Schwamm drüber. Schauen wir lieber in die Zukunft. Damit du demnächst das Geld sparen und es für gute Kinderbetreuung einsetzen kannst, hier mal ein paar Eckpunkte, die uns Mitt- und Enddreißiger im Zusammenhang mit dieser Kindersache bewegen …

Hochkantistan

Es folgt: eine Bildergeschichte. Die Bilder sind in der Mehrzahl hochkant, was daran liegt, dass sie in Hochkantistan entstanden sind, einer Insel im Atlantik, auf der man praktisch keine Querformate aufnehmen kann, weil sonst oben und unten immer etwas von der Welt fehlt, weil es dort so steil ist …

Von Hühnern und Hünen

Wir sitzen in der Kirchenbank, als die Rudermannschaft die Kapelle betritt. Katrins Mund steht offen, Jessica fallen fast die Augäpfel aus den Höhlen, Pia und Sonja schauen sich an und grinsen. Wir haben nicht zu viel erwartet, nein, wir haben zu wenig erwartet, unsere Vorstellungen reichten für dieses Bild nicht aus …

Wassergymnastik

Es ist ein heißer Tag, ich liege am Pool und bin dem Dekubitus bislang entgangen, indem ich mich halbstündlich umgelagert habe. Plötzlich steht Stijn, der niederländische Animateur, vor mir und fragt: „Water Fitness?“ Ich denke: „Puuh, nee, lass mal.“ Er sagt: „Water Fitness!“, diesmal mit Ausrufezeichen, und ich denke: „Naja, warum nicht, bevor du dich mit Zinksalbe einreiben musst.“ Wir gehen zum Pool. Er holt den Ghettoblaster raus, schmeißt Dr. Alban rein, und wir lassen uns zu Wasser.

Kunst am Körper

Die Natur ist die schönste Malerin. Sie sehen ihr Werk: „Ruptur, blau gepunktet“. Es ist gekennzeichnet durch filigrane, veränderliche Farb- und Weichteilstrukturen – eine metabolische Aggregation von Gesundung und Verfall …

2013

Der Coverboy

Auf einmal ist er da. Sitzt vor einem kleinen Fernseher im Hausmeister-Kabuff der Sporthalle. Ab und an kommt er während des Trainings heraus, geht, die Arme hinterm Rücken verschränkt, an der Seitenlinie auf und ab oder setzt sich auf eine Kiste, die Beine breit, die Arme aufgestützt. Von seinem Hals baumelt eine Silberkette …

Zehn tolle Tipps für Laienbahnfahrer

So klappt’s auch mit dem Bahnfahren:

  1. Es erscheint Ihnen auf den ersten Blick erstaunlich, aber es gibt tatsächlich eine Menge Leute, die Bahn fahren. Und das, obwohl dieses Land so kommode Automobile baut. Die Tatsache, dass es Mitreisende gibt, bringt einige Unannehmlichkeiten mit sich …

Der Taxifahrer

Er stellt den Taxameter ein und fährt los. „Hastu kranken Freund?“, fragt er, dann legt er los:  „‚Schab auch immer nachts Husten. Der hört gar nisch‘ auf. Hab isch schon seit Wochen. Aber liegt vielleischt daran, dass isch immer bis sechs abends arbeite. Dann ess‘ isch und gehe ins Bett, aber boah! Wenn isch huste, kommt das wieder hoch. Bis hier!“ Er deutet mit der Handkante an seinen Hals. „‚Schab mir schon gedacht, vielleischt soll isch abends weniger essen. Weißtu, meine Frau kocht voll gut.“ …

2014

Max Mustermann wundert sich

Max‘ Firma verändert sich ständig. Abteilungen fusionieren oder werden neu geschaffen. Personal kommt und geht. Alle zwei Monate steht eine neue Personalie im Intranet, darunter die Bitte der Geschäftsführerin, „die neue Kollegin bei ihren Aufgaben zu unterstützen“. Max kommt es komisch vor, dass das alles Frauen sind; die Abteilungsleiterinnen, die Leiterinnen der Dependancen, alle Leute, die nachkommen und etwas zu sagen haben …

Renovazia auf Ostwestfälisch

Wir sind da, um zu renovieren: Wände streichen, Türzargen ausbessern, ein bisschen Moltofill hier und da. Wir, das sind meine Freundin und ich. Außerdem ihr Vater, Geflügel-Landwirt aus Ostwestfalen, und Mateusz, sein Knecht. Die beiden sind mit einem Transporter von irgendwo in der Nähe von Höxter gekommen. Den genauen Ort kennt kein Mensch. Auf der Heckklappe des Wagens klebt ein Hähnchen, das „Puten Tag!“ sagt. Ich gehe hoch in die Wohnung …

Braunkohletagebau Inden & Pier

Es sind nur noch sechs oder sieben Häuschen übrig, ein paar Gebäude, zwei Straßen. Als ich in Pier ankomme und dort herumgehe, steht vor einem der Häuser ein Mann und schaut hinauf. Er trägt Rennradkleidung, hat einen Helm auf. Er ist ein bisschen älter als ich, vielleicht Anfang 40. Ich frage ihn, ob er hier aus dem Ort komme. „Meine Eltern hatten die Kneipe hier.“ …

Heitere Musikanten

Mein Büro liegt in einer Fußgängerzone neben einer Shopping Mall. Viele Leute laufen dort entlang – Leute mit Tüten, entspannte Leute, Leute, die gerne Geld ausgeben – weshalb heitere Straßenmusikanten an dieser Stelle überdurchschnittlich gut verdienen. Gegen Mittag beginnt immer die erste Schicht, meist macht die rumänische Folkloregruppe den Anfang: drei arhythmische Kinder, die ein Tamburin schlagen und sekündlich „Hey!“ rufen …

2015

Die Suche nach der Hefe

Ein ebensolches Chamäleon wie Alufolie ist Backhefe. Bei Backhefe kommt erschwerend hinzu, dass Supermärkte heutzutage Kühlabteilungen antarktischen Ausmaßes haben. Man will nur 42 Gramm Hefe kaufen und denkt, man betritt Königin-Maud-Land. Irgendwo zwischen Südgeorgien und Mount Sidley, hinter fünf Adelie-Pinguinen, befindet sich also ein zwei Quadratzentimeter kleiner Würfel, den es Shackleton-gleich zu finden gilt. Wie geht man da vor? …

Krieger, grüß mir die Sonne!

Unsere Yogagruppe ist eine Gruppe ehemaliger Arbeitskollegen, hinzu kommen ein paar Freunde von Freunden, über Umwege Hinzugekommene. Wir sind allesamt maximal unesoterisch, eigentlich gibt es uns nur, weil die Redakteurin eine Ausbildung zur Yogalehrerin macht und sie Übungsobjekte braucht, weshalb der Vertrieb, die Gestaltung, die Programmierung und ich nun solidarisch Sonnengrüße produzieren …

Wie ich versehentlich wieder in ein Handballtraining geriet und anschließend einen Bufdi brauchte

Letztens wollte ich spazieren gehen, abends nach der Arbeit. Ein paar Kilometerchen, einmal um den See vielleicht. Ich frage die Nachbarin, Kreisläuferin a.D., ob das eine Perspektive für sie sei. Wie blöd, meint sie, sie gehe heute zum Training von so einer Handballrentnerinnentruppe. Ein- bis Dreifachmütter, jünger und älter, eher älter, Versehrte und Halb-Invalide seien das, eine Kreisklasse-Spaßmannschaft. „30 Minuten joggen und dann ein bisschen Ballwerfen. Komm doch mit!“ …

Im Zentralbüro für Erdrotation

Es ist stets die achte Stunde des siderischen Tages, wenn Professorin Olga Mega ins Büro kommt, sich erstmal einen Kaffee macht und ihre extragalaktischen Radioquellen einschaltet. Sie mag diese Zeit am Morgen, wenn noch keiner anruft, sie in der P.M. blättert und langsam in den Tag kommt. Bald trudelt Euler an. Er wirkt gehetzt und entschuldigt sich: Die gravitativen Kräfte seines Bettes seien heute wieder zu stark gewesen; überdies gehe sein Vektor nach … (F0lge 2: Anziehungskraft, Folge: Das Ende von Plan A ist der Beginn von Plan B)

*

Soweit ich nachvollziehen kann, ist dies der 1626. Blogbeitrag.

Seit 2010 – seit dem Wegzug von Twoday – wurden diese Beiträge 25.338-mal kommentiert. Zugriffe in diesen vergangenen sechs WordPress-Jahren: 3.067.608.

Danke dafür!

Heißer, nasser Reis aus dem Thermomix

15. 12. 2015  •  6 Kommentare

Ein Video, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Die Katering Show widmet sich dem Thermomix, dem „gangbang of kitchen appliances“Die beiden Kates testen die „little German dip machine“:

[via Anne]

All is lost

20. 07. 2015  •  3 Kommentare

Am Wochenende sah ich einen Film.

Ich schaue nicht oft Filme. Die Filme, die ich schaue, lassen sich, aufs Jahr gesehen, an zwei Händen abzählen, wenn man mal vom Sonntagabend-Tatort absieht. In der Woche sehe ich kaum fern, nicht aus Abneigung gegen das Gerät, sondern weil ich, wenn ich die Wahl habe, meist andere Unternehmungen als schöner oder dringlicher empfinde. Ins Kino gehe ich quasi nie, vielleicht zweimal im Jahr.

Am Wochenende aber sah ich einen Film: All is lost mit Robert Redford.

Robert Redford ist der einzige Schauspieler im Film. Es wird auch so gut wie nicht gesprochen, 100 Minuten lang. Und es ist ein toller Film.

Ich mag Bücher und Filme immer dann ganz besonders, wenn sie Lücken lassen für Fantasie, für Interpretation und für das eigene Leben. Als Leser nicht vorgekaut zu bekommen, was man denken soll, ist toll; und eine Freiheit, die ein Autor erstmal aushalten muss: Das Verständnis des Lesers vom Text und von den Bildern kann schließlich ein ganz anderes sein.

Dadurch, dass Redford nichts sagt, dass wir ihm nur zusehen, wie er seinen Schiffbruch erst zu verhindern versucht und dann erleidet, bleibt viel Platz für Fragen. Was macht er da jetzt? Warum tut er das? Viele Handgriffe und Handlungen Redfords erklären sich erst mit den nächsten Handgriffen und Handlungen – weshalb ich als Zuschauer den ganzen Film über mitdenke und nah bei der Hauptperson bin. Ein toller Kniff.

Segler und Logik-Freunde müssen manchmal wegschauen; an manchen Stellen ist der Film halt Hollywood. Aber egal.

Wenn Sie mal 100 Minuten Zeit haben, fahren Sie mit Herrn Redford in den Indischen Ozean. Es lohnt sich.

Sensationell: Urlauber entdeckt ein Medikament gegen Männerschnupfen

10. 06. 2015  •  6 Kommentare

Dortmund/Wellington. (nessy) Bislang galten Männergrippe und Männerschnupfen als nicht heilbar. Zwar erholen sich Betroffene bei guter Pflege von den körperlichen Gebrechen, seelisch bleibt jedoch nach jeder Infektion eine Narbe. Jetzt wurde ein bislang unbekanntes Medikament gegen die tückische Krankheit entdeckt – fernab von Europa.

Bonbonpackung "Man Flu"

Das Produkt „Man Flu“ des neuseeländischen Fabrikanten „Quick Fix Rock Candy“. Foto: VG/DNK

 

Die oral einzunehmende Medizin stammt von der pharmazeutischen Firma „Quick Fix Rock Candy“ und trägt den sprechenden Namen „Man Flu“, deutsch: Männergrippe. Ein Informant aus der Schweiz hat der „Draußen nur Kännchen“-Redaktion den Sensationsfund am 9. Juni zugespielt. Er hat die Packung in Neuseeland gesichtet und sichergestellt.

Superinfektiöse Virile Influenza (SVI), wie die Männergrippe im Fachjargon heißt, zeichnet sich dadurch aus, dass Erkältungssymptome in besonders starkem Ausmaß auftreten. Die Erkrankung geht mit Befindlichkeitsstörungen und depressiven Verstimmungen einher. Nicht selten äußern Patienten den Wunsch, sterben zu wollen.

Über den Hersteller von „Man Flu“ ist zurzeit nichts Näheres bekannt. Bei dem Produkt handelt es sich nach erster Inaugenscheinnahme um murmelgroße Dragées. Der Wirkmechanismus ist noch unbekannt.

„Quick Fix“ wirbt auf der Packung mit dem Slogan „Take one a day and you will be on your way“, frei übersetzt: „Eins am Tag, und es geht dir bald besser.“ Bestandteile der neu entdeckten Medizin sind Zitrone und der in Europa weitgehend unbekannte Manuka-Honig.

Besonders auf letzterem liegt nun das Augenmerk der Forschung. Der Manuka-Baum, auch bekannt als „Südseemyrthe“ ist in bergigen Regionen Neuseelands und des südlichen Australiens beheimatet. Er ist mit dem australischen Teebaum verwandt. Maori, die indigene Bevölkerung Neuseelands, verwenden Teile der Südseemyrthe seit jeher bei Magen-Darmbeschwerden, Erkrankungen der Blase, Hautkrankheiten und Erkältungen. Weil es sich bei der SVI um ein weitaus komplexeres Krankheitsbild als eine Erkältung handelt, ging die Wissenschaft bislang davon aus, dass traditionelle Medizin bei der Behandlung unwirksam ist. Bis jetzt konnten die Betroffenen ihre Beschwerden nur durch ausgeprägtes Stöhnen signifikant lindern. Die Forscherinnen und Forscher werden ihre Erkenntnisse nun auf den Prüfstand stellen.

Die „Draußen nur Kännchen“-Redaktion unterstützt die Forschung mit Eigenexperimenten; die Dragées sollen auch prophylaktisch wirken.

Erste Erkenntnisse lesen Sie zu gegebener Zeit hier im Serviceblog.

Astronaut Alexander Gerst auf der re:publica

7. 05. 2015  •  12 Kommentare

Er ist so großartig.

Plaudertasche @astro_alex erzählt über seine Weltraum-WG, Unterbuxen im All, wie er mit Rasierschaum macgyvert hat und wofür die Experimente, die er gemacht hat, überhaupt gut sind.  Ganz dolle Guck-Empfehlung!

Die Unterbuxen, um nochmal darauf zurückzukommen, sind übrigens nicht zurück zur Erde gekommen. Sie sind aber auch nicht im All geblieben. Die Antwort im Video, etwa ab 01 Std. 05.

Herrn Beetlebum ist jetzt auch klar, warum Raumfahrt so fabulous ist.

Getanzte Liebe

26. 04. 2015  •  7 Kommentare

Es ist erstaunlich, was man mit Tanz alles tun kann.

Ich selbst hatte mit dieser Art von Bewegung immer wenig am Hut. Ein Grundkurs in der Tanzschule, als Teenager. Erst mit keinem, dann mit einem schwitzigen, jede Woche im selben Polyester gekleideten Tanzpartner. Das war nicht schön, für uns beide nicht. Man attestierte mir zudem, ich sei hüftsteif. Ein Urteil, das ich nicht so ganz annehmen kann und das ich irgendwann revidieren werde, dessen bin ich mir sicher. Mir fehlte bislang nur die Gelegenheit.

Ich habe mich seinerzeit zunächst anderen Sportarten verschrieben; Hobbys, in denen ich kurzfristig größere Erfolge erzielen konnte.  Seither bin ich, mit Tanz konfrontiert, immer wieder aufs Neue erstaunt, wie schön diese Form des Ausdrucks ist. Zum Beispiel in der aktuellen Inszenierung des Dortmunder Balletts: Drei Streifen Tanz.

Es heißt zwei „Drei Streifen“, aber es gibt nur zwei Teile, dafür im ersten Teil mit drei Pärchen, nacheinander. Jeweils Mann und Frau, und sie tanzen, sanft und zärtlich, bald innig und wild, wütend einander zugetan, abweisend und liebevoll vor einem ganz schlichten Bühnenbild, die einen nur zum Klavier, die anderen zu Rockmusik. Schön ist das, richtig schön und sehr intim.

Wenn ich mir so etwas anschaue, eine Vorführung oder auch einen Film, neige ich immer dazu, mich selbst dort zu sehen, in einer derartigen Situation, direkt oder im übertragenen Sinne. Das geht wirklich ans Herz.

Der zweite Teil ist anders. Dort wird ein Film nachgetanzt: das Piano. Ich bin dahingehend nicht so bewandert, ich dachte zunächst: Hä? Was spielen die im Wald Klavier?, aber dann habe ich es verstanden. Das war auch sehr schön, eine Erzählung, und verwunderlich ist, wie man eine ganze Handlung, einschließlich aller Gefühle, nur durch den Körper vermitteln kann. Das hat mir gut gefallen.

Im Grunde tanzt man ja auch viel zu wenig im Leben.

Roundtrip to Hell

30. 10. 2014  •  13 Kommentare

Erinnern Sie sich noch an den Vulkan auf Island? Nee, nicht der, dessetwegen vor vier Jahren keine Flugzeuge fliegen konnten. Sondern der Bárðarbunga, der seit mehr als zwei Monaten brodelt.

Fotografin Elisabetta Rosso war dort und hat sich das Spektakel angeschaut:

Via Islandblog. Dort gibt es regelmäßig Beiträge zur Eruption und zu anderen Island-Themen.



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