Draußen nur Kännchen
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#bedforawayfans: Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es dazu machen

12. 04. 2017  •  13 Kommentare

#bedforawayfans: The Internet is a great place, if we make it great
(English translation below)

Es ist kurz nach der Absage des Spiels des BVB gegen Monaco, als der Hashtag geboren wird: #bedforawayfans. Drei Stunden später sammele ich V. und seinen Freund P. am Stadion ein.

Es ist bereits mitten in der Nacht, halb zwölf, und die beiden stehen am Remydamm vor dem Gebäude der TSC Eintracht. Straßenlaternen beleuchten sie. Es ist still dort – auf dem großen Parkplatz in der Nähe des Stadions. Er ist leer. Der Wind weht leicht. Sie winken, als ich angefahren komme.

Am Mittag, erzählen sie, seien sie in Paris losgefahren, mit dem Fernbus. Dort wohnen und arbeiten sie. Eine Schande sei dieser Anschlag. Und eine Schande seien auch die Umstände. Nicht einmal das Stadion hätten sie von innen gesehen, denn ihr Bus habe stundenlang im Stau gestanden. Sie seien erst dort angekommen, als alle Leute es schon wieder verließen.

Wir fahren heim zu mir. Natürlich habe ich vorher abgewogen: Allein daheim, als Frau. Ist es da klug, zwei fremde Kerle einzuladen? Aber ich habe Befürchtungen satt, diese ständigen Bedenken, das Immer-vom-Schlimmsten-Ausgehen. Das hemmt einen nur, Tolles und Interessantes zu erleben, und was soll das auch, das ist doch alles Unsinn.

Wir schwatzen ein bisschen über dies und das, aber vor allem sind wir müde. Ich beziehe beiden ihre Oberbetten, P. bemerkt den Kerzenhalter mit den Weinkorken in meinem Wohnzimmer und meint anerkennend, dass ich sicher gerne Wein möge. „Ja,“ sage ich. Aber das, ich deute auf die Korken, sei die Sammlung einiger Jahre Beisammensein mit Freunden. „Bien sûr“, meint P., „natürlich einige Jahre. Und“, in seiner Stimme schwingt das sanfte Vibrato der Ironie mit, „natürlich viiiiieler Freunde.“ Wir verstehen uns.

Natürlich hätten sie heim fahren können nach Paris – mit dem Abendbus, wie geplant. Aber dann hätten sie den ganzen Weg auf sich genommen, ohne das Spiel zu sehen. Und auch ohne das Nachholspiel am nächsten Tag erleben zu können. Sicher: Sie hätten auch ein Hotel nehmen können, theoretisch. Doch bei 3.000 Franzosen in der Stadt, den üblichen Messe- und Geschäftsgästen und wenig Orientierung zu später Stunde – da ist es in der Praxis schwierig, ein Bett zu finden.

Als ich frage, ob die beiden Hunger haben, winken sie ab. Nein, nein, sagen sie. Nur keine Umstände. Und: Sie hätten Chips gehabt und einen Snack im Bus, das genüge für die Nacht.

Keinen Hunger? So kann ich nicht arbeiten. Ich habe Gastfreundschaft in Russland gelernt, da wird aufgetischt, bis sich die Tische biegen. Gäste, die nichts essen wollen? Undenkbar! Aber nun gut. Meine Stunde wird kommen.

Am Morgen hole ich Brötchen und decke den Tisch. Wir halten es unkompliziert: Frühstück an der Kücheninsel. V. freut sich über ein typisch deutsches Frühstück mit Aufschnitt und Marmelade, das sei ausgesprochen prima. Wir sprechen über Fußball und über Marine Le Pen. Über Europa und den Brexit, über Flüchtlinge hier und dort, über die anstehenden Wahlen, über die Auswirkungen auf die Wirtschaft (P. arbeitet bei der Bank und verwaltet Aktienportfolios seiner Kunden), über die Rolle der Medien (V. arbeitet bei einem Fernsehsender als Community-Manager) und wieder über Fußball. Die beiden bekommen Zahnbürsten und eine Dusche. Danach jeder ein Bergmannbier für den Weg, das beste und traditionellste der Dortmunder Biere – natürlich, das muss sein. „Was steht da?“, fragt mich P. und deutet auf das Etikett. – „Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.“ – „That’s me.“ Ich gebe ihnen auch eine kleine Skizze mit Tipps für den Zeitvertreib und mit dem Weg zum Stadion.

Als ich sie in die Stadt fahre, sagen sie: „Vielleicht sind wir heute Abend die einzigen im Gästeblock. Gestern sind so viele Fans direkt wieder abgefahren.“ Sie schauen sich an und schwingen ihre Oberarme. Ich lache. „Geht auf den Alten Markt“, sage ich. „Dort werdet ihr Freunde treffen.“

P. drückt mir ein Kärtchen in die Hand. Dann verschwinden sie in die Stadt.

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*

It was shortly after the match had been cancelled, yesterday evening: Borussia Dortmund – AS Monaco, when the hashtag #bedforawayfans was born. Three hours later I pick up V. and his friend P. at the stadium.

It is already late at night, half past eleven, when they stand at Remydamm in front of the club house of TSC Eintracht Dortmund. Street lights are spending a blunt brightness. It’s quiet and silent out there, at this vast parking space next to the stadium. A smooth wind is blowing. They wave at me when I’m coming closer.

It was noon, they tell me, when they started their bus trip from Paris to Dortmund.  Paris, that’s where they live and that’s where they work. The attack’s a shame, a disgrace, they say. „And it’s also a shame that we haven’t even seen the stadium!“ Their bus had stuck in traffic jams for hours. When they’d finally reached the stadium people were already leaving it.

We go home to my house. Of course, I’d reflected: Alone at home, as a woman. Is it a good idea to host two strangers? But I’m tired of all those fear and doubts, of always considering the worst. Fear is a show stopper in experiencing wonderful und interesting things. The heck with it!

We’re chatting about this and that, but primariliy we’re tired. I prepare their beds, and P. takes notice of my candle holder with the wine corks. Impressed by their number he asks if I like wine.

– „Yes“, I say. But well, I point at the corks, „this is the result of many years with friends.“

-„Bien sûr“, P. answers, and his voice vibrates with the soft timbre of subtle irony, „many years. And a lot of friends.“ We’re getting along.

Of course, V. and P. could have gone home to Paris, could have taken the latest bus from Dortmund back to Paris as they’d planned. But if so, they had made the whole journey for nothing. They won’t be able to see the stadium from inside and they won’t be able to the watch the rearranged match which will take place the next day. Surely they could have taken a hotel room, hypothetically. But with 3.000 French people in town, with the common business and trade fair guests and with little knowledge of Dortmund late at night – with all that it’s difficult to find a hotel room.

I ask them if they’re hungry. They shake their heads. No, they say. No trouble, please. They’ve had chips and a snack in the bus. That’ll be enough for the night.

Not hungry? That’s not the way I work. I once learnt hospitality in Russia. Where they dish up until the table breaks. Guests who don’t want to eat? Impossible! But well. My time is yet to come.

In the morning I go to the bakery and fetch some rolls. We keep it simple: breakfast at the kitchen island. V. says he likes typical German breakfast with meat and jam. We talk about football and Marine le Pen. About Brexit and Europe, refugees here and there, about the nearby elections, about their impact on the economy (P. is portfolio manager at a bank), about the role of media (V. is community manager at a TV station) and about … football. They get some tooth brushes and they take a shower. And they get two bottles of beer for their day in town, Bergmann Bier (Digger’s beer), Dortmund’s best and most traditional beer.

– „What’s written there?“, P. asks and points at the label.

– „For people who work hard.“

– „That’s me!“

They also get a draft with some sightseeing suggestions and the way from the centre to the stadium. When I drive them into town, they say:

-„Maybe we’re the only ones in the visitor’s block today. Many supporters left Dortmund yesterday.“ They look at each other and wave their arms enthusiastically.

I’m laughing.

-„Go to the Old Market“, I say. „There you’ll meet friends.“

P. hands me his business card with a note on the back. Then they disappear in town.

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Kaffeetrinken auf 55 Quadratmetern

12. 01. 2017  •  15 Kommentare

Wir kennen ihn nun schon seit über einem Jahr. Er ist nicht sehr groß für einen Mann. Wenn er spricht, halten seine Hände einander fest. Sein Blick sucht nach Zuspruch – für das, was er sagt, und noch mehr dafür, dass wir ihn überhaupt erst sprechen lassen, dass er hier sein darf.

Zuletzt, es war Anfang Dezember an einem der Tage, an dem der gefrorene Raureif auch am Mittag noch Bäume und Gärten bedeckt; zuletzt rief er an und sagte, er wolle nicht stören, es sei ihm wirklich sehr unangenehm, aber ob jemand kommen könne. Es gebe da eine Sache in der Wohnung, eigentlich schon länger, aber jetzt gehe es nicht mehr. Es tue ihm leid, diese Umstände zu bereiten –  aber ob wir mal schauen könnten.

Ich fahre hin. Er wohnt gemeinsam mit seiner Mutter auf 55 Quadratmetern, er ein Zimmer, sie ein Zimmer sie, dazu eine kleine Küche. Die Wohnung ist zu klein für zwei Personen, noch dazu für einen jungen Mann Anfang 20, der seinen eigenen Weg gehen möchte. Aber die Umstände sind, wie sie sind.

Wir begrüßen uns. Die Mutter trägt heute kein Kopftuch; ich bin eine Frau, da braucht sie keins. Ich sehe sofort den Schimmel in den gegenüberliegenden Zimmern, jeweils die Außenwände, flächig in den Ecken. Das ist nicht schön, gar nicht schön.

„Gut, dass Sie angerufen haben“, sage ich zu ihm.

„Ich möchte nicht … keine Umstände“, sagt er, von einem Fuß auf den anderen tretend. Das Wort „Umstände“ kennt er, außerdem Wörter wie „Genehmigungsverfahren“, „Gesamtgeltungsdauer“ und „Ermessensentscheidung“. Ich selbst schaffe es kaum, mir „Danke“ und „Guten Tag“ auf Arabisch zu merken.

Wir besprechen die Lage. Er hat vorher Vokabeln gelernt: „Schimmel“ und „Tapete“, „Fensterscheibe“ und „Luftzug“; man merkt, dass er die Wörter zum ersten Mal ausspricht. Doch wir verstehen uns. Er spricht überhaupt gut Deutsch, jetzt, nach nur einem Jahr schon; und ich merke: Er lernt auch in diesem Gespräch. Sein Körper richtet sich mit jedem Nicken, dass ich ihm gebe, auf. Sein Blick wird wach und wacher. Wir klamüsern das aus, und ich telefoniere nochmal kurz mit einer Freundin. Sie macht Wasserschadenssanierung. Ich schicke ihr Fotos und schildere die Lage.

„Na sowas“, sagt sie. „Genau dein Problem war letztens erst Thema auf den Schimmelpilztagen!“

Ich denke: Schimmelpilztage. Was bitte ist das für ein Name für einen Kongress? Mein Name ist Lohse, ich besuche die Schimmelpilztage. Möchten Sie meine Pilzkollektion sehen? Ich habe hier 28 Schimmelpilze in jeder Qualität, da ist bestimmt auch einer für Sie dabei. 

„Die haben“, sagt meine Freundin, „da unten ja ’ne ganz andere Bausubstanz. Das ist alles nicht so gedämmt. Und dann das andere Klima. Ist jetzt ganz viel Thema unter den Kollegen. Viel Schimmel. Auch in den Heimen. Ich schick Dir mal so’n Infoblatt. Sind die Wände denn trocken, hast du gemessen?“

Die Wände sind trocken. Wir checken noch ein paar andere Kriterien ab, gehen Maßnahmen durch. Nachdem wir aufgelegt haben, bespreche ich alles mit ihm. „Ich helfe!“, sagt er entschlossen. „Natürlich! Ich helfe! Was machen?“ Ich erkläre es ihm.

Als ich gehen möchte, steht seine Mutter plötzlich mit einem Kaffeetablett im Wohnzimmer. Ich weiß: Ihr ging es sehr schlecht, als sie nach Deutschland kam. Ihr Mann ist gestorben, totgebombt im eigenen Haus. Ihre Gesundheit ist angeschlagen. Sie hat oft Schmerzen. Nur der Bruder und der Sohn sind ihr geblieben. Der Sohn, der seit einem Jahr lernt und lernt, Deutsch und den Alltag im fremden Land, weil er sich sein eigenes Leben aufbauen möchte, weil er fort möchte aus der Enge mit ihr, seiner Mutter, die ihn am liebsten niemals mehr loslassen möchte. Es ist nicht einfach.

Ich lehne die Kaffee-Einladung ab, doch ich sehe sofort die Enttäuschung in ihrem Gesicht. Also bleibe ich noch. Wir setzen uns ins Wohnzimmer.

„Sehr gut“, sage ich und deute auf den Kaffee. Ich sage es nicht aus Höflichkeit. Der Kaffee ist wirklich außerordentlich lecker: ein Geschmack, rund und voll, aber nicht bitter.

„Arabischer Kaffee“, übersetzt der Sohn die Erklärung seiner Mutter. „Ist besser als deutsche.“ Sogleich zuckt er zusammen, hebt die Hände. „Deutsche Kaffee auch gut!“, sagt er hastig. „Sehr gut, deutsche Kaffee!“

„Nein“, sage ich. „Filterkaffee schmeckt nicht. Da habt ihr Recht. Aber der hier“, ich hebe die Tasse an, „ist sehr lecker.“ Seine Hände sinken erleichtert herab. Ich lasse mir weiter den Unterschied zwischen Kaffees erklären, dann schweift das Gespräch ab zu anderen Dingen, zum Wetter, zur Lage in Damaskus; darüber, wie gerne er mehr Kontakt zu Deutschen hätte; über die Schwierigkeiten, Arbeit zu finden – oder eine Lehrstelle oder ein Praktikum als Installateur. Als ich gehe, nimmt die Mutter meine Hand und drückt sie mit ihren beiden, warmen Händen.

Seither ließ sie mir schon zweimal ausrichten, wie toll doch der Nachmittag gewesen sei. Wir haben jetzt beschlossen, dass wir mal gemeinsam kochen, deutsch-syrisch. Damit ich nicht nur den Kaffee kennenlerne.

Der Schimmel ist übrigens weg, und neu tapeziert ist auch. In Gemeinschaftsarbeit, mit kleiner Lerneinheit zu Lüftung und Dämmung. Bis jetzt ist alles prima.

2017 als Fragebogen

2. 01. 2017  •  25 Kommentare

Mit dem Zurückblicken habe ich es nicht so. Deshalb gibt es hier nichts über 2016. Dafür eine Vorschau auf 2017. Fragebogen in Anlehnung an Don Dahlmann.

Beste Entscheidung:
Freiberuflich arbeiten. Im Februar geht’s los.

Schlechteste Entscheidung:
Freiberuflich arbeiten. Ich werde fluchen. Ich werde zweifeln. Ich werde hadern. Und am Ende wird alles gut werden. Das ist der Plan.

Beste Anschaffung:
Das Auto, das ich mir kaufe. Es ist mein erstes Auto – was sich ein bisschen seltsam anfühlt, immerhin fahre ich seit mehr als 20 Jahren, und ich fahre nicht wenig, sowohl Auto als auch Bahn, aber ich habe noch niemals ein Fahrzeug gefahren, das auch auf meinen Namen angemeldet war. Ich werde es jeden Morgen streicheln und vielleicht auch in aller Öffentlichkeit mit einem Mikrofasertuch abfeudeln. Ich kann für nichts garantieren.

Dämlichste Anschaffung:
Vermutlich ein Kleidungsstück, das mir fast passt. Nur noch minus fünf Kilo.

Schönster Absturz:
Ich stürze nicht ab. Ich betrinke mich nur intensiv. Nur zur Sicherheit, damit keine Gerüchte entstehen: nicht als regelmäßige Einrichtung. Manchmal halt. Mit Genuss. Es wird auch 2017 vorkommen. Und es wird super werden.

Dämlichster Absturz:
Ich bin eine nur eine begrenzt hemmungslose, vielmehr kontrollierte, dabei aber ausgesprochen freudige Nicht-Abstürzerin.

Bestes Getränk:
Cocktails von Björn. Sie sind allesamt gerne eingeladen, die Cocktails von Björn zu toppen und mich auf etwas Besseres einzuladen. Wird aber schwierig.

Ekelerregendstes Getränk:
Seit ich mit mir überein gekommen bin, dass Tomatensaft und Filterkaffee in meinem Leben keine Rolle spielen, ist die Gefahr eines ekelerregenden Getränks geringer geworden. Vielleicht wird es etwas Asiatisches sein. Wenn ich es denn bis nach Indonesien schaffe. Steht aber auf meiner Liste für 2017.

Bestes Essen:
Viele Mahlzeiten, die ich esse, sind fantastisch. Das Projekt „Gut essen“ habe ich schon vor längerer Zeit begonnen und ziehe es durch. Ganz vorne sind natürlich Essen in Gesellschaft, dazu zählt der Stammtisch aus – haha! – Essen, der Handballerstammtisch aus Dortmund, der Stammtisch mit Herrn und Frau F. und überhaupt: Kochstammtische! Ich koche aber auch gerne alleine. Im Winter ist eine Neuauflage meiner einmal jährlichen Sauerbratenaktivitäten geplant, außerdem Rotkohl und Rouladen, im Sommer wieder Zucchinipuffer und ach .. Sie ahnen es alles gar nicht. Nicht zu vergessen die Sushi-Verabredungen.

Schlimmstes Essen:
Unterwegs. Irgendein Nothefeteilchen.

Beste Musik:
Konzert. Phil Collins im Juni in Köln.

Schlimmstes Gejaule:
Mein eigenes Brummsummen beim Singen mit Frau Höpker im Februar. Aber hey – es geht nicht ums Können, es geht ums Tun. Wie bei so vielen Dingen.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung:
Dr. Alban auf der 90er-Party. Muss, ne.

Beste Idee/Frage:
Noch ein Buch?

Dämlichste Idee/Frage:
Alpenüberquerung?

Beste Lektüre:
Meine Amazon-Wunschliste ist lang, außerdem gibt es noch eine Kindle-Wunschliste. Dazu viele gute Blogbeiträge, journalistische Reportagen – ich bin sicher, ich werde literarisch glücklich werden. Manche Geschichten darf man ja auch ansehen, als Film, das ist nicht ganz so fantasievoll wie lesen, dafür emotional kompakter. Beides wird mich ergreifen. Ich freue mich schon.

Langweiligste Lektüre:
Es gibt Menschen, die Bücher gnadenlos zu Ende lesen, ohne Rücksicht auf Verlust der Lebenszeit oder möglicher alternativer Erlebnisse, zum Beispiel Kuchen backen. Ich gehöre nicht dazu. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, lege ich es weg.

Schönster Moment:
Bestimmt etwas mit Liebe und Knutschen.

Schlimmster Moment:
Es wird einen geben – natürlich. Vermutlich an einer Stelle der eigenen Biographie, wo ich ihn am wenigsten erwarte. Sonst wäre das Leben nicht das Leben. Vielleicht werden es auch mehrere. Ich bin mir selbst sehr dankbar, dass ich in den vergangenen Jahren eine gesunde Resilienz entwickelt habe. Wirklich – ich bin gut darin, Dinge wegzustecken. Ich kann aber auch darauf verzichten.

Zunehmen oder abnehmen:
Abnehmen. Nicht, weil ich mich schlimm finde. Mit Freude habe ich vor ein paar Tagen dazu Journelles Beitrag gelesen, „Vom Glück eine dicke Frau zu sein“. Ich möchte aber gerne meine Fitness steigern, fluffiger um den See laufen, öfter laufen, länger laufen, weiter laufen, viel Sport machen, stark sein. Das geht dann automatisch mit Gewichtsverlust einher.

Haare länger oder kürzer:
Die Problemfusseln haben 2016 ihre Idealfrisur getroffen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger:
Die Entwicklung geht unweigerlich in Richtung gleitsichtiger. Wird aber nicht 2017 passieren, hoffe ich.

Mehr ausgeben oder weniger:
Ich gebe immer so viel aus, wie ich zur Verfügung habe – minus ein paar Kröten für Rücklagen. Es kommt also darauf an, wie die beruflichen Pläne anlaufen. Das meiste Geld werde ich ohnehin in Reisen investieren; die sind anpassungsfähig. Auf einer Skala zwischen Schlafsack und Ritz Carlton bin ich frei skalierbar, kann alles genießen und bin in jeder Situation glücklich. Einzige Bedingung: Geschlafen wird im Liegen.

Der hirnrissigste Plan:
Ich mache manchmal ungewöhnliche Pläne. Oft mache ich gute Pläne. Genauso oft mache ich aber auch gar keine Pläne, sondern habe nur ein ungefähres Ziel vor Augen und folge dann meinem Instinkt und den Möglichkeiten, die sich bieten. Das hat bislang gut funktioniert und macht mich allein schon dadurch zufrieden, weil ich nicht wirklich scheitern kann.

Die gefährlichste Unternehmung:
Ach, was ist denn schon wirklich gefährlich?

Die teuerste Anschaffung:
Das Auto.

Die meiste Zeit verbringen mit:
Mir. Am Schreibtisch. Im Garten. In Projekten bei Kunden. In Seminaren. Beim Laufen um den See. Im Fitnessstudio. Auf Reisen.

Die schönste Zeit verbringen mit:
Reisen. Es sind Ausflüge nach Bern und nach Sankt Petersburg geplant, vielleicht nach Jakarta. Ob Namibia etwas wird, dahinter steht ein großes Fragezeichen. Alles zusammen wäre auch ein bisschen viel. Innerhalb Deutschlands wird es zur re:publica nach Berlin gehen, sicherlich mehrmals nach Heidelberg und ins Osnabrücker Land, vielleicht in die Münchener Gegend und an noch viele weitere Orte.

Vorherrschendes Gefühl 2017:
Freudige Anspannung.

2017 zum ersten Mal tun:
Man sollte immer ausreichend Dinge zum ersten Mal tun. Das ist überhaupt das Tolle am Älterwerden: Man hat viele Dinge genügend oft getan, um erste Male mit Ruhe und Gelassenheit zu überstehen. Ich bin sicher, dass sich genügend erste Male auftun werden. Ich freue mich!

2017 nach langer Zeit wieder tun:
Unterrichten.

2017 wird mit einem Wort:
Genuss.

Podien, Männer, Frauen und Wut

29. 11. 2016  •  6 Kommentare

Am vergangenen Freitag besuchte ich den DWNRW Summit 2016, den Tag der Digitalen Wirtschaft NRW, auf der Zeche Zollverein.

Aus vielen Gründen war das eine gute Veranstaltung: breites Themenspektrum, Vorstellung der neu entstehenden Hubs in Nordrhein-Westfalen – darunter das hub.ruhr – und eine tolle Location, die das reflektiert, worum es geht, den Strukturwandel. Eine Konferenz, die dem Ruhrgebiet gut zu Gesicht steht.

Doch eine Anmerkung möchte ich machen – exemplarisch für viele Veranstaltungen:
51 Vortragende, davon 45 Männer.

Das macht mich wütend.

Homogenität hemmt, wenn man Fortschritt gestalten möchte. In einem Markt, der heterogene Innovationen erfordert, weil Kundenwünsche immer individueller werden. In Unternehmen, die auf crossfunktionale Teams setzen, um aus unterschiedlichen Richtungen auf Produkte und Prozesse zu blicken – damit möglichst ganzheitliche Lösungen herauskommen. In einer Welt, in der wir alle leben. Und alle konsumieren.

Wenn es sich um die Jahreshauptversammlung pensionierter Bergleute oder um die „Fachkonferenz Hodenhochstand“ handeln würde: geschenkt. Aber doch nicht bei Themen wie digitale Transformationpolitische Kommunikation, meinetwegen auch Thrombose oder, ganz ironiefrei, die Macht des tradierten Denkens.

Die Unterrepräsentation von Frauen hat unter anderem mit der Sehnsucht nach Vorständen bei der Besetzung von Podien zu tun. Vorstände können mir interessante Dinge über strategische Ausrichtungen von Konzernen sagen. Sie sind damit aber auch nur eine Perspektive von vielen. Ich höre genauso gerne denen zu, die an der Basis arbeiten und operativ umsetzen.

Entsprechend waren beim DWNRW Summit die interessantesten Wortbeiträge diejenigen, in denen MacherInnen auf der Bühne standen: der Geschäftsführer von Foto Koch in Düsseldorf, der sein Einzelhandelsgeschäft umkrempelt. Oder Robin Metz, der mit Helmade online Individualisierungen für Motorradhelme anbietet. Die Haltung, möglichst viele aus der A-Riege auf der Bühne zu haben, damit es eine gute Konferenz wird, erschließt sich mir nicht. Es macht auch die anschließende Kontaktaufnahme und den kommunikativen Austausch schwierig. Denn möchte man MittelständlerInnen zusammenbringen, damit sie gemeinsam an Herausforderungen wachsen, hilft Augenhöhe – und nicht das Manifestieren von Hierarchien mittels unidirektionaler Vortragsformate mit Alpha-Entscheidern in Richtung einer breiten, lauschenden Masse. Paradoxerweise betonen alle in jeder Session, dass flexible Netzwerke unbedingt traditionelle Hierarchien ersetzen sollen, um innovatives, grenzenloses Denken zu fördern.

Ich möchte nicht behaupten, dass Frauen die klügeren Wortbeiträge haben. Es geht um etwas anderes: Da ist einmal die weibliche Perspektive, die bei gesellschaftlichen Debatten ebenso wie bei Produktentwicklungen und Prozessen fehlt. Genauso wie es Perspektiven aus verschiedenen Kulturkreisen und Altersgruppen gibt, basierend auf unterschiedlicher Erfahrung, unterschiedlichen Denkmustern, unterschiedlicher Prioritätensetzung und unterschiedlichen Bedürfnissen in unterschiedlichen Lebensphasen. Diversität zu berücksichtigen – und damit die Bedürfnisse verschiedener Kundengruppen, ist bares Geld.

Zum anderen ist da die Sache mit der Identifikation. Ich bin eine Frau, und ich möchte repräsentiert sein. Ich möchte mich identifizieren können. Ich möchte Meinesgleichen, die auf Podien sitzen, und mir zeigen, was sie geleistet haben. Oder: womit sie gescheitert sind. Und meinetwegen auch: wie dumm man auch als Frau daherquatschen kann.

Es ist wie seinerzeit an der Uni, als Nicht-Akademikerkind, als ich mich plötzlich in einer Welt mit einem fremden Habitus wiederfand, mit einer anderen Haltung gegenüber Wissen, das nicht direkt der handwerklichen Anwendung dient, und Studiengängen, die zu keinem Berufsabschluss führen. Ohne familiären Wegweiser. Ohne Vorbilder, die einem sagen, wie man’s macht und wozu man’s braucht. Oder die einfach nur da sind, als Wegmarke, die man auch erreichen möchte.

In einem Land, dessen Rohstoff Ideen und Wissen sind, brauchen wir Köpfe, die aus unterschiedlichen Richtungen Lösungen erdenken.

Ich identifiziere mich nicht gleichermaßen mit einem Mann. Männer mögen das nicht nachvollziehen können, denn sie sind auf Veranstaltungen ja immer repräsentiert. Versuchen wir es deshalb einmal so, Männer: Haben Sie gegenüber den Beachvolleyball-Olympiasiegerinnen das gleiche Gefühl wie bei gegenüber den männlichen Sportlern? Schauen Sie zu ihnen auf, sind sie ein Idol, geben Sie Ihnen eine Richtung vor? Oder orientieren Sie sich, was Erfolg angeht, doch eher am eigenen Geschlecht?

Symbolbild:

https://twitter.com/Dr_Mama_/status/788285269170647040

Mehr zum Thema: 

Von Pubertät und Podien (Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach)

„Um es klar zu sagen: Ich halte es für eine Veranstaltung für schädlich, wenn sie an einem Format festhält (also vor allem Vorträge, Vorträge, Vorträge, dieses pubertäre Format), das systemimmanent nicht nur überwiegend uninteressant ist, sondern auch viele Frauen, die ich kenne und für gute Lehrerinnen und Erzählerinnen halte, ausschließt.“

Mädchen mit Spielzeugen und ablenkende attraktive Wissenschaftlerinnen (Markus Pössel)

„Während solcher Karriere selbst gibt es dann viele andere kleine Puzzlesteine. Als einzige Studentin unter lauter Männern in Vorlesung oder Seminar zu sitzen. Dumme Sprüche zu hören bekommen. Häufig von männlichen Kommilitonen unterbrochen zu werden, wenn man etwas sagt. Sobald man darauf einmal begonnen hat, zu achten: Noch eine Podiumsdiskussion ohne weibliche Teilnehmer. Und noch eine. Und noch eine.“

Frauen zählen (Anne Schüßler)

„Wir leben nach wie vor in einer Welt, in der uns an jeder Ecke vermittelt ist, dass Mannsein der Normalzustand ist und Frausein das andere. Es ist ein bisschen subtiler geworden und man muss ein bisschen genauer und bewusster gucken (und zählen), aber dann ist es doch sehr einfach zu erkennen.“

Die Wahl der Entmachteten

10. 11. 2016  •  48 Kommentare

Schaut man aufmerksam hin, ist es nicht überraschend: dieses Rücken nach Rechts, das Suchen nach Extremen, der Wunsch nach jemandem, der die sichere, kleine Welt ins eigene Leben zurückholt. In den USA nicht, und hier in Deutschland auch nicht.

Es ist die Summe kleiner Niederlagen, die viele Menschen hinnehmen müssen – und es ist der Finger, der nach jeder Niederlage auf sie zeigt: selbst schuld. Egal, ob sie arbeitslos oder alleinerziehend werden. Ob ihre Rente nicht ausreicht oder sie so wenig verdienen, dass sie eben zurechtkommen. Die gesagt bekommen: Hättest du mal mehr geleistet, wärst nicht so unflexibel, hättest einen anderen Beruf gewählt, hättest du einen anderen Arbeitgeber gewählt, etwas Sinnvolleres studiert, wärst du nicht so unbedacht schwanger geworden, hättest zurückgesteckt und mehr für deine Ehe gekämpft, dann ginge es dir jetzt besser. Andere schaffen es doch auch.

Sie hören, wie immer und immer wieder an ihre Eigenverantwortung appelliert wird, während andernorts Menschen auf Positionen sitzen, weil sie den Habitus der Etablierten von Klein auf erlernt haben und in ihn hineinerzogen werden, weil sie von den Kontakten profitieren, die ihre Herkunft ihnen verschafft, weil sie nicht nur einen besseren Start hatten, sondern auch, weil es Helfer gibt, die ihnen die Hindernisse aus dem Weg räumen, in die andere hineinrennen.

Doch wenn sie dies ansprechen, hören sie das zweite Argument nach „Selbst schuld!“. Es ist: „Du bist doch nur neidisch!“

Dabei geht es nicht um Neid. Nur die wenigsten Menschen sind neidisch auf diejenigen, die sich ihren sicheren Wohlstand mit Arbeit, Bildung und Cleverness, ja sogar mit dem Glück des Zufalls erarbeiten. Es geht nicht um das, was die anderen haben. Sondern um das, was viele auch mit bester Leistung niemals erreichen können. Dem Anderen Neid zu unterstellen, weil er Kritik übt, ist das gleiche wie der Verweis auf die Eigenverantwortung: die Umkehrung der Kritik zur Wahrung des Ungleichgewichts.

Denn bei allem geht es um soziale Ungleichheit. Und es geht um Verhältnismäßigkeit. Dem Verhältnis vom Durchschnittsgehalt zum Gehalt des Bankvorstandes, dem Verhältnis der eigenen Mühen zu den Mühen derjenigen, die als Funktionäre auch nach kläglichem Versagen immer neue Posten angedient bekommen, dem Verhältnis des Erbes, das die Kinder dieser Funktionäre und Vorstände erhalten, zu dem Erbe, das die Kinder von Thomas Mustermann erwartet, nachdem sie ihren Vater gepflegt und ihre Mutter im Heim versorgt haben.

Jener Thomas Mustermann, der als Maschineneinrichter oder Industriekaufmann, als Ingenieur oder als Krankenpfleger arbeitet, der zwei Kinder hat, geschieden ist, der mit der Scheidung das Eigenheim der Frau überlassen musste und trotz 40-Stunden-Job, mit Wechselschicht und Überstunden, nur mittelmäßig über die Runden kommt. Thomas, der jedes Jahr seinen Rentenbescheid bekommt, auf dem die Zahl 1.413 steht – wenn nichts dazwischenkommt, kein Krebs, kein Rückenleiden und keine Frühverrentung, denn noch hat er 14 Jahre, und von der Zahl 1.413 muss er später noch etwas an seine Ex-Frau abdrücken, Versorgungsausgleich, da bleibt nicht mehr viel. Thomas Mustermann schaut mit Sorge auf seinen Arbeitgeber, der umstrukturiert, abbaut und outsourced, der vor der Übernahme durch ein ausländisches Unternehmen steht. Best of both, sagen sie dort, das Beste aus beiden Unternehmen wird das Neue formen. Thomas war noch nie der Beste. Was soll aus ihm werden, wenn er jetzt, mit 51, entlassen wird? Seine Tochter hat vergangene Woche erfahren, dass sie nach ihrer Ausbildung nicht übernommen wird, wie soll er sie unterstützen? Sein Sohn hat den zweiten befristeten Vertrag – und das trotz guten, naturwissenschaftlichen Studiums. Dabei ist der Junge 28 – ein Alter, in dem Thomas schon ein Haus gebaut und zwei Kinder gezeugt hatte.

Dieser Thomas Mustermann hat einst SPD gewählt. Doch die SPD hat ihn verraten, hat ihm die Angst vor dem sozialen Abstieg eingebrockt. Wenn Thomas arbeitslos wird, hat er nicht einmal zwei Jahre, dann wird er seine Wohnung kündigen, in eine kleinere ziehen, sein Auto verkaufen und von 404 Euro im Monat leben müssen. Was soll er nächstes Jahr also tun? Die Grünen wählen, die sich um Veganer und Windräder kümmern? Die Linke, diese Kommunisten aus dem Osten? Die FDP kommt nicht in Frage und auch nicht die CDU, die nur eine Partei der Unternehmer und neuerdings auch der Asylanten ist.

Er fühlt sich machtlos, denn egal, was er tut: Er kommt nicht weiter. Es ist niemals richtig nach oben gekommen, es geht in letzter Zeit eher nach unten, und auch seine Kinder werden nicht weiter aufsteigen, wenn sie denn überhaupt so weit kommen, wie er gekommen ist. Ein Eigenheim kann sich ja heute kaum noch jemand leisten, in den Großstädten, dort, wo die Arbeit ist und wo sein Sohn wohnt. Der kann ja kaum die Miete bezahlen. Und als ob das alles nicht schon ungerecht genug wäre, hört und liest er in den Medien nur: „Arbeitslosigkeit auf Rekordtief“, „Fachkräftemangel bremst Firmen aus“, „Wohlstand in Deutschland so groß wie nie“.

Was aber will er eigentlich, der Thomas? Er lebt in einem Sozialstaat, er hat eine Arbeit, eine Krankenversicherung, eine Wohnung. Er kann sogar einmal im Jahr in den Urlaub fahren, zehn Tage Griechenland in der Nebensaison. Er wird auch im Alter versorgt werden – nicht üppig, aber dennoch: auskömmlich. Was hat er also, dieser undankbare Mann?

Er hat Angst. Er hat Wut. Und er hat niemanden, der ihn unterstützt. Wie viel besser würde er sich fühlen, wenn jemand da wäre, der zu ihm hält, der für ihn kämpft. Sein Vater damals – er hat auch malochen müssen. Aber er hatte einen Betrieb, der ihn versorgt hat, einen Firmenchef, der all seine Leute mit Namen kannte. Der Vater bekam zu Weihnachten ein Präsent von der Firma, alle Arbeiter bekamen eins, auch als sie schon in Rente waren, und am Geburtstag hatte er frei. In Thomas‘ Firma  hingegen wurde vor fünf Jahren das Weihnachtsgeld gestrichen, sein Vorgesetzter ist der dritte in vier Jahren, und der Urlaub am letzten Geburtstag wurde ihm verwehrt – zu viel zu tun. Am Ende hat er an dem Tag Däumchen gedreht, Fehlplanung von oben.

Was bleibt also für ihn, Thomas, 51, geschieden und mehr Mittelmaß als Mittelschicht? Er sucht sich jemanden, der ihn vertritt, der laut ist, der gehört wird, dessen Meinung in den Medien widerhallt, der endlich einmal dieses unsägliche System hinterfragt und an den Stühlen der Etablierten wackelt – um sie wach zu rütteln. Er wählt die Rechten, weil es die Linken nicht mehr gibt, weil es keine mächtigen Betriebsräte und Gewerkschaften mehr gibt, weil es die Grenzen nicht mehr gibt, die seinen bescheidenen Wohlstand zusammenhalten, weil es nur noch „Wir schaffen das!“ gibt. Natürlich wird das Land es schaffen – auf seine, Thomas‘, Kosten, so wie es in den vergangenen fünfzehn Jahren immer war. Wenn er Zuspruch bekäme statt immer einen reingewürgt, wenn es noch Moral und Zusammenhalt und Wertschätzung gäbe, dann wäre vieles anders. Aber so? Was soll er auch tun?

Linktipps:

Trump, eh?
„Diesbezüglich ist die Wahl von Trump auch als Rache am korrupten Neoliberalismus zu lesen, die gleichzeitig den Verlust linker Werte spiegelt: Die Wähler der weißen Mittelschicht verweigern ihren schwarzen und muslimischen Nachbarn die Solidarität und ermöglichen damit letztlich eine Institutionalisierung und Normalisierung rassistischer Strukturen […]“

Was macht die Autoritären so stark? Unsere Arroganz
„Es stimmt ja, wir haben viel Gutes in die Welt gebracht, Gerechtigkeit und Freiheit für Frauen, Migranten, Behinderte, Homosexuelle, das alles ist unsere Tradition. Doch die Klassen haben wir nicht abgeschafft. Wir haben uns nur an die Spitze der Klassengesellschaft gesetzt, und jetzt kommt es uns so vor, als hätten alle Schranken sich geöffnet. Von unten dürfte das Ganze anders aussehen […]“

Nachwuchs

5. 06. 2016  •  22 Kommentare

Sie betreuen die beiden Jungs nun schon fast ein Jahr, den kleinen etwas länger. Die beiden Kinder, einer 7, einer 14, sind über die Balkanroute gekommen, mit einem Cousin, der auch noch keine 18 ist. Niemand weiß so genau, wie. Jetzt sind sind jedenfalls da.

Die zwei Erwachsenen – Freunde von mir – haben die Vormundschaft für sie übernommen. Einer muss es ja tun, sagen sie sich – sich kümmern um diese Kinder, deren Eltern noch in der Türkei sind und dort festsitzen, vielleicht aber auch gar nicht kommen wollen. Auch das weiß niemand so genau. Jetzt sind sie jedenfalls nicht hier.

Sie taten sich erst schwer, die Jungs wie auch die Erwachsenen, die jetzt die Verantwortung für sie tragen, die Formulare für sie unterschreiben und sie am Wochenende aus der Heimgruppe abholen; die dafür sorgen, dass sie in die Schule gehen, in eine richtige Klasse auf einer guten Schule, eine mit Integrationkonzept und Menschen, die willens sind, das Beste aus dem zu machen, was aktuell geht.

Der Kleine – er spielt und lacht und spricht, auch unsere Sprache schon: Es reicht für den Bolzplatz, fürs Schwimmbad und meistenteils sogar in der Schule – ganz schnell ging das. Der Große hat es nicht so leicht. Deshalb fragen die Erwachsenen ihn: „Was gefällt dir? Wofür interessierst du dich?“, und er antwortet: „Tauben.“

In Syrien, sagt er, und der kleine Bruder übersetzt, habe er Tauben gehabt. Er habe sie fliegen lassen, und sie seien wieder zurück gekommen. Es seien besondere Tauben gewesen, teure Tauben – solche, wie sie nur wenige in Damaskus haben.

„Dann bist du ja hier im Ruhrgebiet ganz richtig“, sagen sie, und durchforsten das Internet nach Taubenzüchtern in der Nähe. Beim ersten, den sie anrufen, nimmt ein Frau ab. Es tue ihr leid, sagt sie, ihr Mann sei bereits seit Jahren tot. Sie rufen den nächsten an, der sagt: Drei Schlaganfälle habe er gehabt, und deshalb nun keine Tauben mehr. Sie rufen beim dritten an, tragen ihr Anliegen vor und hören sofort: Er freut sich. „Wissen Sie“, sagt er, „wir haben ein Problem mit der Jugend. Oder die Jugend mit uns.“ Doch welch glücklicher Zufall: „Am Wochenende, da haben wir Jahrestagung, da können Sie direkt vorbeischauen.“

Die beiden, die jetzt die Verantwortung tragen, nehmen die Jungs und fahren hin. Sie finden die Wiese, auf der Bierbänke stehen, in Reih und Glied, auf denen alte Männer sitzen, sehr alte Männer. Schon die beiden Erwachsenen wären aufgefallen, aber als sie mit den Kindern auftauchen, diesen beiden Jungs mit ihren schwarzen Haaren und ihrem dunklen Teint, verstummen sofort alle Gespräche. Biergläser werden abgesenkt und leise auf die Tischen gesetzt. Insekten summen im Gras. Jemand hustet in seine Hand.

Dann steht einer auf. „Schön, dass ihr da seid“, sagt er. Es ist der, mit dem sie telefoniert haben.

Sie fragen: „Wo sind denn die Tauben?“

Die Tauben, erklärt er, seien schon in ihren Schlägen. In Nürnberg seien sie heute morgen losgeflogen, nun vergleichen die Besitzer nur noch die Listen. „Aber“, sagt er, und beugt sich hinab zu den Jungs, „wir haben Grillwürste. Wollt ihr welche?“

Die Jungs setzen sich auf eine Bank trinken Cola, denn die Würste sind aus Schweinefleisch, und es ist alles etwas komisch. Die Alten schauen sie die ganze Zeit an; sie unterhalten sich zwar wieder, aber dennoch: Ihre Köpfe recken sich unentwegt nach den Jungs.

Die Erwachsenen mühen sich indes im Small Talk. Eigentlich können sie das gut, nur heute nicht, nicht mit diesen Alten, deren Hobby ihnen so fern ist. Das Gespräch verebbt schnell. Schade, denken sie. Aber einen Versuch war’s wert.

Dann steht zwei Bänke weiter noch einer auf. „Mein Schlag ist ganz in der Nähe“, sagt er zu den Jungs. „Wenn ihr wollt, können wir hingehen und die Tauben anschauen.“ Der Kleine übersetzt, und der Große beginnt zu lächeln.

Als sie zwischen den Tauben stehen, die flattern und Staub und Federn aufwirbeln, ist das Lächeln immer noch da. Der große Junge erzählt dem alten Mann von seinen Tauben, der kleine übersetzt. Viele Worte fehlen, doch es ist nicht schlimm: Sie deuten auf Federn, machen Gesten und nicken. Erst, als der alte Mann einmal gar nicht verstehen will, holt der Junge sein Handy heraus, tippt und hält es dem Alten hin, zeigt auf das Bild mit den Vögeln, wischt weiter, noch ein Bild, und wischt weiter. Er hat auch Videos, tippt sie an, und die Tauben fliegen wieder durch Damaskus. Der alte Mann nickt anerkennend. „Schöne Tiere“, sagt er – und fragt dann: „Wie habt ihr sie gezähmt?“

Der Große erzählt und formt die rechte Hand, als sitze darin eines der Tiere. Dann nimmt er die linke und bewegt sie um die rechte. „Tesafilm“, übersetzt der Kleine. „Flügel mit Tesafilm. Eine Woche. Dann wissen Tauben, wo sie wohnen.“

Das Alte wird blass und hebt die Brauen. Dann sagt er: „Das machen wir hier anders.“ Er sagt es nicht böse. Aber mit Nachdruck.

Als sie sich zum Abschied alle die Hände schütteln, vereinbart er einen Termin mit den Erwachsenen. Nächste Woche könne er nicht, sagt er, aber danach solle der Junge ruhig wieder vorbeischauen. Nachwuchs, sagt er, sei immer willkommen.

Glück

5. 02. 2016  •  7 Kommentare

Johannes Korten schreibt über Glück, und ich muss ihm widersprechen.

Es gibt kaum Schöneres, als Kinder beim Glücklichsein zu beobachten. Es ist schade, dass uns diese wunderbare Gabe offenbar irgendwann mit dem Erwachsenwerden abhanden kommt. […] Wenn wir Erwachsenen uns mit unserem Glück beschäftigen, taucht der Begriff fast immer in der Kombination mit dem Wörtchen „Suche“ auf.

Glück ist der Zustand jener Vollkommenheit, den wir auch als Erwachsene erreichen, wenn wir für einen Augenblick unsere Vergangenheit loslassen und nicht an die Zukunft denken.

Es kommt immer dann, wenn wir nichts erwarten – weshalb es umso großartiger ist. Doch der Moment ist flüchtig; und um ihn aktiv herbeizuführen, sind wir zu sehr die Summe unserer Erfahrungen. Deshalb können wir das Glück zwar suchen, aber niemals finden – es findet höchstens uns.

Was wir selbst finden können, ist einzig Zufriedenheit: das Wissen, dass wir mit unserem Tun etwas bewirken; das Gefühl, dass wir unseren Bedürfnissen genüge tun.

Allerdings: Nur wenn wir wissen, was wir möchten, können wir suchen, was wir brauchen. Wir können wachsen an unseren Schritten; und manchmal entschließen wir uns gar, das Ziel unseres Weges vorzuverlegen, weil es auf der Etappe bereits so schön ist.

Das Glück ist da, wenn man es zulässt, dass es da ist. Es liegt am Ende vor allem in uns. […] Glück ist […] eine Frage der Haltung.

Glück ist keine Frage des Wollens, und auch Zufriedenheit ist es nicht. Zufriedenheit ist lediglich die Folge von Bestätigung, die wir erlangen – durch uns selbst oder durch andere.

Eine oft vorgetragene Annahme ist, wir müssten nur unsere Einstellung ändern, dann sei auch die elendste Situation mit Genügsamkeit zu ertragen. Doch das ist anmaßend und empathielos. Sofern wir uns auf unsere tatsächlichen Bedürfnisse konzentrieren und nicht nur auf ihre materiellen Ausprägungen, sind wir machtlos gegenüber Momenten großen Unglücks, Phasen der Trauer und der Ausweglosigkeit, Zeiten der Not, in der keine innere Haltung hilft, weil für die Haltung der Halt fehlt, und nur eine -ung bleibt, die niemanden zum Anlehnen hat.

Was dann allein hilft, ist Beistand. Der uns so lange stützt, bis wir wieder alleine stehen können, um unseren Weg weiterzugehen.

Ohne Filter

18. 11. 2015  •  7 Kommentare

Wir sitzen am Freitagabend auf dem Sofa, meine Freundin und ich. Wir schnacken, das Länderspiel läuft, dann ist es zu Ende. „Mach mal lauter“, sagt sie plötzlich. Das Publikum rennt aufs Feld, das ist ungewöhnlich. Doch mein erster Griff geht zum Handy; ich rufe Twitter auf.

Ja, da ist tatsächlich etwas, es muss etwas passiert sein. Ich wechsle zur Website von „Le Figaro“ – oder ist es „Le Monde“? „Fusillades.“ „Attaques.“ Der zweite Griff dann zur Fernbedienung; in Richtung n-tv und weiter zu einem französischen Sender. Polizeifahrzeuge, eine Absperrung, Sirenen. Wie stets bei solchen Ereignissen ist es gleichermaßen verstörend wie fesselnd – im  neutralen, wertfreien Sinne -, in Wolldecke im Wohnzimmer zu sitzen und durch eine Scheibe hindurch zu sehen, was in der Entfernung geschieht.

Binnen einer Stunde steigt die Zahl der Toten; ein Grauen, mit dem ich nicht konfrontiert sein möchte, das ich aber, einmal konfrontiert, nicht mit der Fernbedienung ausschalten kann, möchte. Als ob das Erfahren der Nachricht mir die Verantwortung aufbürdet, sie weiter zu begleiten. Vielleicht auch, weil das Dasitzen und Zugucken gleichzeitig ein Sichversichern ist, dass dieses Ereignis zwar nah, aber doch fernab geschieht. Eine Fortsetzung des Abends in seiner usprünglichen Form ist ohnehin nicht möglich; ein Insbettgehen ebensowenig, zu groß die Befürchtung, ich wache am nächsten Morgen auf und die Dimension des Angriffs hat sich vervielfacht, es hat gar weitere Attentate gegeben – als ob ein Wachbleiben dies verhindert. Natürlich verhindert es das nicht, aber Wachbleiben bewahrt mich davor, nach dem Frieden der Nacht davon überrascht zu werden.

Die Fernsehbilder zeigen weiterhin Sirenen und Einsatzfahrzeuge, und Twitter offenbart einmal mehr, was seine Stärke und seine Schwäche ist: Es ist die beste und gleichzeitig die verwirrendste Quelle. Authentisch – doch unreflektiert und spekulativ. Zusammenhangslos – ein Bild zeichnend. Informativ und sachlich – voller Gefühle; aller Gefühle, der passenden wie der unpassenden, der selbst empfundenen und der mit Stirnrunzeln zur Kenntnis genommenen.

Als erste Nachrichten aus dem Bataclan dringen – Nachrichten von Eingeschlossenen; Tweets von Menschen, die bitten, das Gebäude zu stürmen -, verspüre ich ein Erstarren. Das hier ist eine Grenze; hier wird gerade etwas überschritten, der Filter ist fort: Die, über die bis jetzt nur berichtet wurde, sprechen nun selbst, hier bei mir; ich halte mein Smartphone und auf dem Smartphone ihre Nachrichten in meiner Hand.

Doch sind es ihre Nachrichten? Bei allem weiß ich nicht, weiß niemand, was wahrhaftig ist; mir kommt kurz der Gedanke, dass Tweets und Posts  gesteuert, dass Meinungen und Empfindungen gelenkt sein könnten. Ich bleibe auf, um auch das zu erfahren: Was ist wahr?

Ich habe das Gefühl: Es ist nicht richtig, dem, was geschieht, weiter zu folgen. Aber die Menschen aus der Hand legen? Einen Knopf drücken, sie unsichtbar machen und zu Bett gehen? Nun, da ich ungewollt Zeuge geworden bin, ist es, als ließe ich sie allein, ginge ich schlafen. Dabei bin ich zu weit fort, um etwas anderes zu tun als zu gaffen. Wo aber ist die Grenze zwischen Voyeurismus und Anteilnahme? Zwischen der Hoffnung, alles möge gut ausgehen, zwischen dem Wunsch, diese Erleichterung zu erleben, jetzt, bald – und dem schockstarren Schrecken und seiner Anziehung?

Gegen ein Uhr gehen wir schlafen. Mit dem Empfinden, dass die schlimmsten Nachrichten nun gesendet wurden.

Merkel streichelt

16. 07. 2015  •  18 Kommentare

Tritt unsere Kanzlerin zum Bürgerdialog an, ist das kein Dialog. Es ist eine asymmetrische Kommunikation: Eine sendet, viele empfangen. Dazu gibt es ein paar Statisten, die Bürger.

In Rostock ist nun etwas passiert, das dieser Inszenierungsidee zuwider läuft: Eine dieser Statistinnen wird zur Akteurin und zwingt die Kanzlerin aus ihrer aktiven, kontrollierenden Rolle in die Defensive. Reem, ein palästinensisches Mädchen, erzählt von ihrer Abschiebesituation und beginnt nach abwiegelnden Worten der Kanzlerin zu weinen:

Im Gegensatz zu denen, die sagen, Merkels Reaktion sei unmenschlich, behaupte ich: Sie ist zutiefst menschlich – allerdings nicht Reem gegenüber, sondern bezogen auf Merkels eigene Situation.

Die Flüchtlingsfrage ist für Politikmanager eine abstrakte Frage, die sehr komplex ist, bei der es aber nur nachrangig um Humanität geht. Stattdessen geht es um Zahlen, um Infrastruktur und vor allem: um Interessensausgleich und um die Antizipation von Stimmungen – beim eigenen Volk, aber auch in der westlichen Gemeinschaft.

Die deutsche Mehrheit steht eher rechts von der Mitte, das zeigen die Wahlerfolge der CDU. Diese Ansprüche möchte Merkel befriedigen. Hinzu kommen die Ansprüche der europäischen Nachbarländer, anderer Staatsführer, der nationalen und internationalen Wirtschaftsführer, der Weltgemeinschaft. Das bestimmt ihr Handeln.

Jetzt sitzt da plötzlich ein Mädchen, ganz konkret, ein Einzelschicksal, wenn auch stellvertretend für eine Gruppe. Reem repräsentiert die immer noch aktuelle, seit Jahren durch politisches Aussitzen unangetastete Asyl- und Abschiebepraxis – und so behandelt Merkel sie auch: als abstrakte Stellvertreterin, als Platzhalterin, als Stichwortgeberin für politische Botschaften.

„Das ist manchmal auch hart, Politik … die einzige Antwort, die wir sagen, ist, bloß nicht so lange, dass es so lange dauert, bis die Sachen entschieden sind.“

Damit ist Reems Wortmeldung erledigt, abgehakt.

Doch dann passiert, was im Drehbuch nicht vorgesehen ist: Reem beginnt zu weinen und zieht damit nicht nur Aufmerksamkeit und Handlungshoheit von Merkel ab. Sie spiegelt Merkels kontrollierte Worte durch eine unkontrollierte Reaktion, sie übersetzt Phrasen in Handeln, indem sie die Konsequenzen dieses Handelns zeigt – und dadurch passiert etwas Erstaunliches: Die Rollen vertauschen sich.

Reems Weinen bringt Merkel dazu, ihr Reden zu unterbrechen. Merkel bricht damit aus ihrer Teflon-Professionalität aus, reagiert nur, scheint unbeholfen und hilflos – hält in ihrer Tapsigkeit aber an der Rollenzuschreibung von Reem als Stichwortgeberin fest:  

„Du hast das doch prima gemacht … weil du ganz toll dargestellt hast, in welche Situation man kommen kann …“

Das Tätscheln und Stammeln der Kanzlerin wirkt wie eine Übersprungshandlung, wie ein Konflikt zwischen zwei Instinkten: Der Instinkt der rationalen Staatsfrau trifft auf den Instinkt des, ja doch, Mitgefühls – allerdings ohne dass das Menschsein das Staatsfrausein unterminieren darf. Der überraschend eingeforderte Spagat, das sehen wir alle, funktioniert nicht, weil – ja, warum? Vielleicht, weil sich beide Ebenen, die politisch-abstrakte und die menschlich-konkrete, schon soweit voneinander entfernt haben.

Doch nur, was einen Menschen berührt, kann ihn aus dem Konzept bringen.

Reem hat Merkel und alle anderen politischen Entscheider deshalb hoffentlich daran erinnert, dass sie als Menschen für Menschen handeln – und nicht als Staatsmanager für Verträge und Kennzahlen.

Edit, 17. Juli: Die Szene in längerem Zusammenhang.



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