Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Lebenslage«

Fünf Bemerknisse zum Wochenende

18. 05. 2015  •  12 Kommentare

Bemerknis #1: Mittagsschlaf

Tierpark Aachen: Drei tiefenentspannte Erdmännchen

Mittagsschlaf wird weitestgehend unterschätzt. Wir alle sollten mehr Mittagsschlaf halten. Ich bin sicher, dass wir dann in einer besseren Welt leben.

Erdmännchen zum Beispiel, oben ein Fotodokument vom Wochenende, haben eine ausgeprägte Schlafkultur, die sich von Generation zu Generation vererbt. Die gesamte Population folgt demselben Rhythmus, was keinerlei Überlebensvorteile bietet. Aber man versteht sich einfach besser und das Leben ist insgesamt flauschiger.

Bemerknis #2: Seifenblasen

Seifenblasen vor dem Aachener Dom

Die Welt wäre ebenfalls eine bessere, gäbe es mehr Seifenblasen. Nicht auszudenken, was passierte, wenn Politiker, statt Kriege anzuzetteln, schauten, wer die größere Seifenblase machte.

Es gäbe Seifenblasenschaukämpfe mit SeifenblasenwertungsrichterInnen, die selbstredend allesamt nicht älter als zehn sein dürften. Es gäbe Seifenblasenwasserbrauereien, Seifenblasenschwertmanufakturen und Seifenblasenpokale, die so kurzlebig wären, dass, kaum ist ein Schaukampf beendet, ein neuer ausgetragen werden müsste. Das würde Politiker auch zeitlich so sehr binden, dass sie nicht auf dumme Ideen kämen.

Bemerknis #3: Grand Budapest Hotel 

Kinokarte: Grand Budapest Hotel

Falls Sie diesen Film noch nicht gesehen haben, dann tun Sie das. Es ist ein ganz toller Film, skurril, voller Witz, großartig intelligent und so detailverliebt, dass man die Leinwand küssen möchte.

Alle Kameraeinstellungen sind frontal, es wird fast nie schräg gefilmt, weder von der Seite noch von oben oder unten. Auch Schwenks finden nur im rechten Winkel statt. Die Musik ist ebenfalls großartig und der Cast voller Prominenz. Manch ein Hochkaräter tritt nur für wenige Minuten auf, andere wiederum sind so kostümiert, dass man sie kaum erkennt. Für die ganzen Anspielungen im Film werde ich mir den Film wahrscheinlich noch dreimal ansehen müssen.

Service: Der Trailer. Er gibt das Vergnügen aber nur unzureichend wieder.

Bemerknis #4: Gänseflausch

Tierpark Aachen: Gänseküken

Der Tierpark bot nicht nur Erdmännchen, sondern auch Gänseküken. Weil ich über vieles, was ich erlebe, gerne nachlese, weiß ich nun, dass Graugänse in bedeutendem Umfang schwul sind. Spätestens bei der zweiten Verpartnerung wählen 40 Prozent der Ganter einen Mann zum Partner. Die Gründe sind unklar, möglicherweise trauen sie sich erst in gesetzterem Alter ein Outing zu. Oder was weiß ich. Verpartnerte Ganter genießen jedenfalls ein hohes soziales Ansehen in der Gänseszene.

Die flauschigsten Wesen im Tierpark waren übrigens nicht Gänseküken, sondern Alpakas. Wenn Sie jemals die Gelegenheit haben, ein Alpaka zu flauschen, tun Sie es. Es fühlt sich ungemein gut an. Der Flausch wird sich über Ihre Seele legen, und Sie werden lächelnd davonschweben.

Bemerknis #5: Asbach Uralt

Kornelimuenster Markt

Ich saß in Kornelimünster auf dem Markt, trank eine Cola und guckte in die Gegend, als ein Mercedes vorfuhr und neben meinem Plastikstuhl hielt. Ein alter Mann stieg aus. Er trug eine Seemannsmütze, hievte erst sein linkes Bein aus der Tür, dann sein rechtes, ächzte sich in Höhe und schluffte, auf einen Stock gestützt, in den Plastikstuhl neben mir. Von dort aus bestellte er „nen Cappuschino unnen Asbach. Damit de Pillen besser runner jehn.“

In diesem Sinne: Hoch die Tassen.

Karfreitag, Samstag, Ostersonntag

5. 04. 2015  •  Keine Kommentare

Keine Eier gefunden. Ich hätte mir welche im Garten verstecken können. Aber es war mir zu kalt. Außerdem ist „sich ein Osternest verstecken“ genauso wie Monopoly gegen sich selbst spielen. Zumal ich beim Monopoly manchmal schummele.

Rote-Grütze-Kuchen vom und beim Patenonkel gegessen. Lecker. Ein dickes Päckchen für zuhause mitbekommen. So muss das.

Himmelsporno.

Himmelsporno

 

Die Terrasse aufgehübscht und aus einem Agapanthus zwei gemacht. Oder – mit anderen Worten: Agathe Bauer geteilt.

Männerschnupfen. Der fünfte in dieser Saison. Ich schreibe es der Gesamtsituation zu. Ich habe einfach die Nase voll.

Christians Text über die Karfreitagsprozession in der Heimat gelesen: In Menden geht am Karfreitag bis zum Samstagmorgen stündlich eine Kreuztracht von der Hauptkirche in der Innenstadt, vorbei an Heiligenhäuschen, über einen bewaldeten Berg (Video). Ich bin zwar noch nie nachts um 4 mitgegangen, wie Christian es schreibt, aber schon um 23, um 24 und um 1 Uhr (nicht nacheinander, Gott bewahre, sondern in unterschiedlichen Jahren). Im Gegensatz zur Hauptprozession brummt nachts nichts. Dafür geht Jesus sehr schnell; er rennt geradezu über den Kapellenberg – und anhalten, um zu beten, tut er auch nicht. Es handelt sich für alle Teilnehmer also um eine Art eine Sport-Meditation, zumal es zwischendrin hart bergauf geht – wie das im Sauerland so ist.

Die Kreuztracht und besonders die nächtlichen Prozessionen ohne Brummen sind daher auch für Ungläubige nett, so wie ich eine bin. Es wird ja nicht überprüft, ob man fromm ist und woran man grad denkt.

Indoor-Regen [mit UPDATE]

1. 04. 2015  •  12 Kommentare

Vor einigen Momenten erzählte ich bereits vom Wasserschaden in meiner Küchendecke.

Ich habe das Ganze bislang unaufgeregt hingenommen; sowas kommt vor, das passiert. Der Schaden war bislang überschaubar, kein Grund zur Hysterie also.

Inzwischen ist es allerdings so, dass ich doch recht ungehalten bin. Denn der herbeigerufene Klempner fand nichts: Beim Nachbar über mir sei alles trocken im Bad, kein Leck, keine Pfütze, weder unter der Wanne noch an einem anderen Ort. Ein Untersuchung mit der Rohrkamera zeigte nichts Auffälliges.

An meine Küchendecke grenzt nicht nur das Bad, sondern auch der Balkon des Nachbarn. Der Dachdecker kam, nahm eine Etage über mir Bodenplatten und Kies auf und sagte zerknirscht: Oje, oje, das Wasser komme vom Balkon, da hätten seine Jungs vor zwei, drei Jahren gepfuscht, die Folie gehe nicht bis in den Abfluss, da sei eine Lücke, kein Wunder, dass da Feuchtigkeit eindringe. Er sorge sofort für Abhilfe.

24 Stunden später rückte die Dachdecker-Crew in voller Mannstärke an und machte sich drei Tage lang am Balkon des Nachbarn zu schaffen. Am Freitag wurden die letzten Handgriffe getan. Nun sei alles dicht, hieß es, nichts für ungut. Ich nickte: Alles klar, kein Ding. Kommt vor.

Dann kam Sturm Niklas, und nun ist Land unter in meiner Küche. Die Situation eskaliert seit zwei Tagen zusehends, am gestrigen Abend tropfte es nicht nur großflächig von der Decke, sondern auch in solch einer Menge, dass zu einem durchgehenden Wasserstrahl nicht mehr viel fehlte.

Entsprechend konsultierte ich heute Morgen den Dachdecker und berichtete ihm, dass seine Maßnahme keine Früchte trage. Er reagierte fröhlich. Vom Balkon, meint er, könne es nicht kommen. Der sei schließlich gerade erst neu gemacht worden.

Wie gut, dass es in diesem Internet Menschen gibt, mit denen ich gemeinsam das Gute sehen kann.

 

Ich habe nun einen Experten für Wasserschäden und Bautrocknung bestellt, der die Sache begutachtet und so lange sucht, bis er das Leck gefunden hat.

Noch ein positiver Aspekt: Demnächst bin ich nicht nur Fachfrau für Orthopädie, sondern auch für Tropfsteinhöhlen und Handwerk.

 

UPDATE nach Besuch des Leck-Ortungs-Mannes:

Die Heizung ist’s! Ein gebrochenes Heizungsrohr in der Wohnung obendrüber tropft kontinuierlich Wasser in meine Küche.

Weil die Nachbarn Wasser in die Heizungsanlage nachfüllten, während zeitgleich draußen Sturm Niklas begann, tropfte es während des Sturms in meine Bude. Aber nicht von draußen. Womit wieder bewiesen wäre: Korrelation ist nicht Kausalität.

Morgen klempnert der Installateur das Rohr schön.

Schade nur um die Möglichkeiten, die sich boten:

Vergnügliches Sein

23. 03. 2015  •  49 Kommentare

Es ist nicht so, dass es nichts zu bloggen gäbe. Vielmehr fehlt mir das Bedürfnis – und es gibt so viel anderes zu tun.

 

Renterleben

Seit knapp drei Wochen habe ich volles Verständnis für Rentner. Genauer gesagt, seit ich meinen Job gekündigt habe und – bis zum Ende der Kündigungsfrist – Teilzeit arbeite. Meine Güte! Was ich alles zu erledigen habe! Wie die Zeit vergeht! Gerade aufgestanden und in den Baumarkt gefahren, ist es auch schon Abend.

Bereits getan (Auswahl): Vorratskammer aufgeräumt. Küchenschrank aufgeräumt. Anlassbezogen Unmengen an Kuchen gebacken. Frühling auf den Balkon gebracht. Gartenzaun bestellt. Spazieren gegangen (sporadisch). Eine vorübergehende Vormittags-Turngruppe gegründet. Patenkind 2.0 besucht (wird dringend wiederholt). Kaffee mit Leuten getrunken (wird fortgeführt).

Noch geplant: so einiges.

Nächste Woche geht’s zurück an die Uni. Ich gebe ein kleines, feines Seminar für Journalistik-StudentInnen. Große Freude!

 

90er

Am Wochenende war ich auf einer 90er-Party und, ach – ich schwelgte in Erinnerungen. Offensichtlich komme ich in einen Lebensabschnitt, in dem ich alte Zeiten reminisziere und der nun bis zu meinem Ableben anhalten wird.

In Zusammenhang mit genannter Party musste ich Bilder von mir aus den 90ern heraussuchen. Die Bewältigung dieser Aufgabe bedurfte einer langwierigen Recherche in den Fotoalben meiner Kindheit und Jugend (vgl. Punkt „Rentnerleben“, „Man kommt zu nix“).

Es war entgegen meiner Erwartungen nicht einfach, ein Foto von mir aus den 90ern zu finden, auf dem ich einzeln zu sehen bin. Damals™ wurde, das ist mir bei der Durchsicht erst bewusst geworden, deutlich weniger fotografiert als heute und wenn, dann nur zu besonderen Ereignissen. Auf den Bildern sind fast nur Menschengruppen.

Mir ist außerdem aufgefallen: Ich war ziemlich unpeinlich. Keine Dauerwelle, keine schlimmen Klamotten. Nur Jeans, T-Shirt, Strickpulli. Zwischendurch kurze Haare, eine Wand aus Haarspray über der Stirn – aber nichts episch Schlimmes.

 

Kulinarik

Ich buk Waffeln von herausragender Fluffigkeit.

Herzwaffeln

Rechts und vorne: auf der international anerkannten Nessy-Skala mit 9 von 10 möglichen Punkten bewertete Waffeln. Links: eine bedauernswerte 6er-Waffel. Sie wurde von einem der wenigen Knusperwaffelverfechter verzehrt.

 

Lesevergnügen

Nachdem die Kreisläuferin jüngst erfuhr, dass ich bis ins Jahr 2004 große Teile meines Lebens privatfernsehlos verbrachte, stellte sie die Theorie auf, dass ich genau deshalb so viel lese: gelerntes Verhalten! Schwere Kindheit. Das rudimentäre Televisionsangebot ist schuld.

Ich habe darüber nachgedacht und behaupte: nee. Während meiner Kindheit und später während der Studienzeit, als ich nur Eins, Zwei, Drei, einen Holländer und RTL mit Schnee empfing, habe ich trotz widriger Umstände leidenschaftlich ferngesehen. Ich kannte alle öffentlich-rechtlichen Vorabendserien und sah jeden Quatsch, der gesendet wurde. Lange Zeit hegte ich (Achtung, Geständnis!) eine Leidenschaft für Forsthaus Falkenau.

Vielmehr liegt es wohl am Bahnfahren und dem Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel. Was sollte ich dort auch tun außer lesen? Wir hatten ja nix! Keine Smartphones, keine Laptops, keine Tablets – die Menschen konnten in der Bahn jahrelang nur lesen, schlafen oder aus dem Fenster sehen.

Aus dem Fenster sehen ist seither ebenfalls eines meiner Hobbys.

 

Neu

Begrüßen wir gemeinsam den ersten Wasserschaden meines neuen Heims. Er kam über den Balkon des Nachbarn zu mir und wird ein bisschen bleiben. Hallo, Wasserschaden!

Wasserschaden unter der Decke

Einsatz in 4 Wänden: Anspruchsvolles Industriedesign in frisch tapezierter Kulisse schafft neue Kontraste in der Küche.

 

Als erfolgreiche Renovierungsbootcamplerin verfüge ich zum Glück über ausreichend Expertise, den Schaden stirnrunzelnd zu betrachten, Erste Hilfe zu leisten und fürderhin gelassen das Unausweichliche zu erdulden. Farbe, Tapete und Rigipsplatten habe ich noch im Keller. Der Duft frisch abgeschlagenen Putzes: wie eine zweite Heimat.

Und nun entschuldigen Sie mich bitte. Es gibt viel zu tun.

 

Eine kurze Einlassung zu Tilo Jung und einer überspannten Debatte

10. 03. 2015  •  15 Kommentare

Manche Dinge verstehe ich nicht.

Zum Beispiel manche Aufregung. Nationale Empörung. Wie beim Instagram-Post von Tilo Jung:

Nicht mitgekriegt?

Die Ausgangslage.
Eine Zusammenfassung der Aufregung.
Die Reaktion der Krautreporter.

Witzig ist der Witz nicht. Oder lassen Sie es mich als Ich-Botschaft formulieren: Ich persönlich verstehe nicht, was lustig an der kleinen Fotostory ist. Aber ich habe auch keinen Atze-Schröder-Tortenhumor.

Das war’s schon.
Zack.
Weitergeklickt.

(Dass Jung vorher schon durch diskussionswürdige Äußerungen aufgefallen ist, siehe 2. Link: geschenkt.)

Aus den Bildchen hingegen eine nationale Aufregung um Frauenrechte zu klöppeln – puuh. Anstrengend. Und nicht nur das, sondern auch: am Ziel vorbei. Denn ganz ehrlich: Es lenkt von den tatsächlich massiven Defiziten ab, die wir mit Gleichberechtigung haben.

Ja, Männer.
Luft holen.
Runterkommen.
Weiterlesen.
Es geht auch um Euch.

Es gibt in vielen Firmen eine ganz deutliche Macho-Machterhaltungsstruktur, die allen auffällt, auch Männern – nur den alten (und jungen) Chauvinisten nicht.

Sie benötigen Stichworte?

Frauen, die keine wichtigen Kunden treffen dürfen.  Frauen, gleich qualifiziert, die in einer Männerrunde automatisch und immer das Protokoll schreiben müssen. Frauen zwischen 30 und 40, die gar nicht erst zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Frauen, die in Gehaltsverhandlungen gefragt werden, wofür sie überhaupt so viel Kohle bräuchten, ob sie keinen Mann hätten. Frauen, die sich fragen lassen müssen, ob sie gerade ihre Tage haben – weil sie sachlich argumentieren. Frauen, die nicht weiterbeschäftigt werden, weil sie geheiratet haben „und sowieso bald schwanger werden.“

Alles Einzelfälle.
Für die es Erklärungen gibt.
Die in der Arbeitnehmerin selbst begründet liegen.
Die in ihrer absurden Häufung aber vielleicht doch keine Einzelfälle sind.

Diese Haltung betrifft auch Männer. Väter, weil sie sich für ihre Familie engagieren – länger als zwei Monate. Oder Männer, die einfach keinen Bock auf dicke Posen haben.

Es gibt weitere Beispiele, die ich an dieser Stelle aufzählen könnte. Aber lassen Sie mich die Sache abkürzen: Das sind Defizite. Tief sitzende, strukturelle Probleme. Unlustige Instagram-Bildchen sind keine.

Es ist sogar kontraproduktiv, sich über Instagram-Posts derart aufzuregen. Denn Aufregung über Nichtigkeiten qualifiziert zugrunde liegende Probleme selbst zu Nichtigkeiten – und disqualifiziert die Kritiker zu überspannten Hysterikern.

Ich möchte nicht mehr selbstverständlich für die Assistentin gehalten werden, nur weil ich mit einem Mann das Büro teile. Daneben gegangene Witze sind mir wurscht.

Tagebuchbloggen, alphabetisch

9. 03. 2015  •  22 Kommentare

Aktiv turnen
Am Montagmorgen ist im Fitnessstudio „Wünsch dir was“: Alle Cardio-Geräte sind frei, alle Kraftgeräte sind frei. Nur im Entrée sitzt eine Gruppe von Rentnern, schwatzt und trinkt Kaffee. Fühlte mich in guter Gesellschaft.

Bloggerwertschätzung
Post von der Verlagsgruppe Random House bekommen. Habe mich auf deren Bloggerportal registriert. Eine durchdachte Sache. Das macht Spaß.

Frühlingshimmel

Blauer Märzhimmel mit Kondensstreifen

Gärtnerinnenblog
Reger Betrieb auf der Außenterrasse. Pia und ich haben bereits Tomaten eingesät. Unsere beiden Gartennerds polieren ihre Raspberry Pis.

Kleider
Zwei neue Kleider bestellt. Mein Leben pendelt zunehmend zwischen Kleid und Hoodie.

Krokusse
Ein <3 für den aufblühenden Garten.

Krokusse

Lesevergnügen
Auf dem Balkon gesessen und, in eine Decke eingerollt, ein ganzes Stück in Knausgards „Lieben“ gelesen. Bin hin- und hergerissen. Einerseits ist das Buch ungeheuer ehrlich. Andererseits unendlich selbstverliebt. Manchmal zäh. Dann wieder liest es sich geschmeidig weg.

Knausgard: Lieben (mit Balkonpanorama)

Ernst Osterkamp rezensiert „Lieben“ in der FAZ:

[…] sein Autor liebt es, den wilden Mann zu spielen, und ist doch – ich kann es leider nicht anders sagen – irgendwie total süß. 

Ich empfinde den Autor und Ich-Erzähler als alles mögliche, aber ganz sicher nicht als „total süß“. Als „wilden Mann“ im Übrigen auch nicht. Seltsam, diese unterschiedliche Wahrnehmung.

Minna
Mit jemandem gesprochen, der jemanden kennt, der bei Miele arbeitet. Ein Loblied auf meine Waschmaschine gehört. Vor Freude zwei Maschinen Wäsche gewaschen.

Passiv turnen
Den Handballhühnern beim Siegen zugesehen. Das Zuschauen war ähnlich, wie den Knausgard zu lesen: manchmal geschmeidig, bisweilen zäh. Aber man kann halt nicht immer fürs Auge spielen. Außerdem: Sieg ist Sieg. (Yeah!)

Recycling
Einen fetten Schwung gelesener Bücher in den Bodo-Laden gebracht – und drei neue mitgenommen.

Rouladen
Erstmals Rouladen – oder wie der Sauerländer sagt: Roll-Laden – und Rotkohl von Grund auf selbst gekocht. Insbesondere der Rotkohl – mit Nelken, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren und Johannisbeergelee – ist gut gelungen. Werde ich wiederholen.

Spazieren
Spazieren gehen ist ein Konzept, mit dem ich nicht warm werde. Habe das jetzt trotzdem wieder gemacht. War okay.

Vergangenheitsbetrachtung
Aus Gründen die Fotoalben der 90er durchgeschaut. Festgestellt, dass ich wenig schlimme Klamotten trug, niemals eine Dauerwelle hatte und insgesamt sehr normal ausschaute. Bemerkt, dass mein damaliges Selbstbild maximal weit von der Realität entfernt war: Rückblickend war ich wohl doch ein ganz hübsches Mädel.

Waffel
Wochenendwaffel mit Vanille-Eis. Solides 8,5er-Niveau auf der zehnstufigen, nessyschen Waffelskala.

Waffel mit Puderzucker und einem Glas frischer Minze

Das schöne Café im Kreuzviertel hat ab sofort wieder frische, kalte Minze – weil es Frühling wird. Große Freude.

Wein
Der 2007er Tempranillo y más aus dem Barranco Oscuro ist angekommen. Wahrer Luxus. Werde ihn mir an meinem Geburtstag gönnen.

Bohnerwachs und Männerschnupfen

24. 02. 2015  •  9 Kommentare

In den vergangenen Tagen war ich wieder einmal in meiner Funktion als Servicebloggerin für Sie unterwegs.

Obwohl: Unterwegs nicht gerade. Ich war die meiste Zeit daheim. Krankheitsbedingt.*

*Bitte selbstständig ein mitfühlendes Geräusch einfügen.

Nun, Sie kennen das.

Bellender Husten, Gliederschmerzen und diese unsägliche Eisenklammer um den Kopf. Dann der Rotz. Das Fieber. Die vage Idee, dass es bald zu Ende geht. Ein flimmerndes Licht in der Ferne, während man auf dem Sofa liegt. Ein tiefes Brummen. Das muss er sein, der Zug nach Nirgendwo.*

Doch es ist nur der Müllwagen, morgens beim Wachliegen in der Dämmerung.
Weil man nicht schlafen kann.
Wegen der … //*zittriges Seufzen … Umstände.*

Bevor ich erkrankte und ins Delirium fiel, hatten der Mitbewohner und ich ein Projekt begonnen: Die Neu-Ölung des Fußbodens mit Hartwachsöl. Hartwachsöl hat die Eigenschaft, dass es – tada! – nach Wachs riecht. Stinkt. Ziemlich doll. Deliriumsdoll. Man erreicht neue Bewusstseinsebenen. Denkt, man sei eine Kerze. Oder eine Olle bei Madame Tussaud’s.

So lag ich nun da, den Kopf voller Rotz, ein brüllender Kopfschmerz in den Schläfen, und fühlte mich wie so ein Lipidklumpenabbild von Heidi Klum nach dreimal durchwalken. Der bestiale Wachsmief raubte mir die Sinne und verstopfte jede matschige Hirnzelle. Einschließlich des Waffelzentrums. Nicht einmal Waffelappetit hatte ich mehr.***

(Kam aber schnell wieder.)

Zum Glück habe ich einen tatkräftigen und handwerklich begabten Mitbewohner, der in der Lage ist, auch bei weitestgehend fehlender Unterstützung Übermenschliches zu leisten.

Zum Beispiel bohnern.

So kreiselte er mit der Poliermaschine durchs Wohnzimmer, während ich möglichst Dinge tat, bei denen ich mich nicht hinunterbeugen musste (Drehschwindel!*). Etwa Tipps geben:

„Schatz, da hinten musst du nochmal drüber.“
„Noch ein bisschen weiter links.“
„Nee, wieder mehr rechts.“

Seither ist unser Zusammenleben … uhmm … harmonisch.
Es ist sehr schön ruhig, wenn niemand etwas sagt.

Servicefazit:
Keine Bohnerprojekte mit Männerschnupfen!
Gern geschehen.

Schade, dass der Hausarzt geht

17. 02. 2015  •  3 Kommentare

Es sind fünf Rentner.

Genau genommen zwei Rentnerinnen und drei Rentner. Und ich. Wir sitzen im Erdgeschoss der Reha-Klinik. Ein Genesungsbesuch bei einer künstlichen Hüfte. Es ist warm hier. Die Räume sind überheizt. Alles ist Teppich und Plüsch. Wir trinken Kaffee. Der Kaffee kam nicht ganz pünktlich, eigentlich ist ab 14.30 Uhr Kaffeetrinkszeit. Doch das Fräulein ist sehr zuvorkommend, da will man nicht so sein.

Die Sprache kommt bald auf Krankheit und auf die künstliche Hüfte, wie es denn geht und ob die Reha anstrengend ist. Man spricht über Gruppengymnastik und übers Abnehmen und auch über das künstliche Knie – das Knie des Besuchs, das bald seinen ersten Geburtstag feiert.

Die Sprache kommt rasch auf Ärzte. Die Rentner kommen alle aus demselben Ort im Sauerland, dort gibt es drei Orthopäden, naja, eigentlich vier, aber der eine „ist ein Blödmann“, den braucht man nicht mitzählen. Der zweite und dritte sind eigentlich auch Blödmänner, jedenfalls drücken und zerren die immer an einem rum, die wissen nicht, was sie tun, die verrenken einen nur. Der vierte ist der einzige, der was taugt, da sind sich alle einig, auch wenn er autoritär ist. Er lässt sich nicht reinreden in seine Diagnosen, man braucht gar nicht erst mit einer Meinung kommen, nicht mit der eigenen und nicht mit der aus der Apotheken-Umschau. Aber er ruckelt immerhin nicht am Patientenkörper, er hält lieber Reden, verordnet mit Strenge und zieht einem die Hammelbeine lang, wenn man nicht mitmacht. Das ist gut, obwohl, seien wir ehrlich, jünger werden wir alle nicht.

Schade aber, dass der Hausarzt geht, der alteingesessene, der, bei dem man sich immer frei machen musste. Ach, die Herren nicht? 67 ist der schon, wer hätte das gedacht, er sieht doch noch so fesch aus. Damals, als man noch jung war, musste man obenrum immer alles ausziehen, also als Frau jetzt – zum Abhorchen, selbst wenn man’s am Zeh hatte, aber ohne Herz und Lunge ist’s halt auch in den Zehen dunkel. Jetzt ist man nur noch nackert, wenn’s tatsächlich muss, schade eigentlich.

Er, der Hausarzt, hatte zwar auch mal einen schlechten Tag, dann war er kurz ab. Dann hatte er Stress daheim, das war bekannt, seine Lütte ging ja mit dem Sohn zur Schule – was macht die eigentlich, ist die auch Ärztin geworden? Tatsächlich! Will die nicht …? Ach so, sie macht ihren Facharzt, ja dann. Heute wollen die jungen Leute halt etwas erreichen.

Meistens allerdings war er freundlich. Dann nahm er seine Leute in den Arm, sagte: „Jetzt komm erstmal rein, Mädchen, und erzähl mir, was du hast.“ Selbst wenn das Wartezimmer voll war, sagte er das, das war schön, was ein guter Arzt! Außerdem hat er immer alles aufgeschrieben, ohne Diskussionen, man musste nur vorbeikommen und sagen: Hier, davon brauche ich. Oder für den Gatten: Herr Doktor, kannste mal, mein Mann ist heute schlecht zu Fuß. Dann hat er das Rezept ausgestellt. Er kannte seine Patienten eben, wo gibt es das heutzutage noch?

Wo soll man jetzt hingehen? Zu dem in der Altstadt, da bei Wennemanns um die Ecke? Der ist doch auch … wie alt ist nochmal der Peter? Der ist nur ein Jahr jünger wie der Heumanns Fritz, und der Fritz wird 66. Besser wäre ein richtig junger, einer, der nicht  direkt wieder abhanden kommt. Ob so ein Jungspund sich der Sorgen von Rentnern annehmen will? Der eine, dieser neue im Vorort, von dem hört man ja nur Gutes. Nimmt der noch Patienten? Wenn man mit dem Vater zur Schule gegangen ist, drückt er bestimmt ein Auge zu. Es wird also abgemacht: Der Schulkamerad soll vorsprechen; er muss die restlichen einschleusen.

Es geht noch ein ganzes Weilchen so weiter: Gynäkologie, Proktologie, Augenarzt und dann das Herz – man hat ja alles schon gehabt.

Dafür, dass der Ort so klein ist, gibt es ganz schöne viele Ärzte, denke ich.

Das Wochenende in Bildern

16. 02. 2015  •  19 Kommentare

Sehnsüchtig erwartet und heiß ersehnt:

Am Freitag kam meine neue Waschmaschine. Sie riecht intensiv, der Duft erinnert an ein neues Auto. Am Samstag nahm ich sie in Betrieb: einmal dunkelbunt, bitte! Es war sehr schön, ihr beim Waschen zuzusehen. Und zuzuhören – ein angenehmes, wohliges Schnurren.

Miele WDA 110 WCS

Schnurrt wie ein Kätzchen, riecht wie ein neues Auto.

 

Abends: Stammtisch gemeinsam mit dem Stammtischpersonal. Es gab – eine Leidenschaft des Hausherrn – großartige Cocktails.

Außerdem Maronensüppchen an Chilifäden, mediterranes Fleisch mit Brechbohnen und Pellkartoffeln, zum Abschluss Apfeltarte mit selbstgemachten Zimteis. Zu Beginn und am Ende Käse, Salami und Kürbis-Ingwer-Chutney mit selbstgebackenem Brot. Unglaublich gut alles. Und Cocktails.

Erwähnte ich die Cocktails schon?

Gimlet-Cocktail

Zum Einstieg einen Gimlet

 

Draussen nur Kännchen: Kürbis-Ingwer-Chutney

Kürbis-Ingwer-Chutney ftw!

 

Maronensuppe

Beispielhaft: Maronensüppchen

 

Zwischendurch: Bücher rausräumen, Möbel rücken und Parkett neu ölen. Nach dem Verlegen wurde es nur mit reinem Öl behandelt und war ziemlich empfindlich. Deshalb bekommt es nun eine Behandlung mit Hartwachsöl.

Nächstes Wochenende bekommt es die zweite Schicht mit der Poliermaschine.

Parkett ölen

Parkett nachher – und vorher.

 

Gartenglück: Die Schneeglöckchen sind am Start. Die ersten Krokanten habe ich auch schon gesichtet. Die Farbe Lila macht den Anfang.

Schneeglöckchen

Schneeglöckchenalarm!

 

Frühstücksglück: Valentinswaffel aus dem Backparadies.

Draussen nur Kaennchen: Herzwaffel

Valentinswaffel

Geräte, die Demut lehren

10. 02. 2015  •  50 Kommentare

Es tat einen Knack. Dann war es still.
So starb sie, meine Waschmaschine.
Gedenken wir ihrer.

.

Vor zwei Wochen hatte ich zweimal einen F13-Fehler. „Blink! Blink!“, machte das Display. Wasserweiche im Eimer!

Was tut man als erprobtes Computerhaserl? Genau: Ausschalten. Vom Netz nehmen. Wieder ans Netz tun. Wieder einschalten. Zack: Repariert! Kein F13-Fehler mehr. Spontanheilung! So kennt man das. So erarbeitet man sich bei den Eltern den Status „Elektronikgenie“.

Die Maschine lief wie’n Döppken. Acht weitere Wäschen lang. Dann: Knack. Ende. Nix half.  Mausetot und voller Wasser. Die Pumpe – R.I.P.

Kaputte Bauknecht-Waschmaschine mit Wassereimer davor

Da ham’wa den Salat.

 

Ich kriegte auch Pumpe! Die Maschine, eine Bau*knecht, ist erst drei Jahre alt. Die Maschine, die ich vorher besaß, , ebenfalls eine Bau*knecht, starb seinerzeit nach nur fünf Jahren. Blutdruck bei 180 zu 140! Hass auf Bau*knecht!

Ich recherchierte. Reparaturkosten: Pumpe, Wasserweiche, Techniker – alles zusammen genauso teuer wie die Maschine selbst. Dem Hersteller also nochmal Geld in den Rachen werfen? Nicht mit mir!

Am Freitag wird der Klassiker von Miele geliefert: WDA 110 WCS. A++, sieben Kilo Zuladung, 1.400 Umdrehungen, auf 20 Jahre Lebenserwartung getestet. Der Volkswagen unter den Waschmaschinen.

Das Gute an all dem Driss:

  • Ich habe endlich mal den Wirtschaftsraum gewischt.
  • Ins Dachgeschoss wandernd, um beim Coach und der Kreisläuferin um Wäscheasyl zu bitten, bekam ich erst Zuspruch, dann ein Bier, dann einen Pott Käse zum Mitnehmen. Und am Ende gewaschene Wäsche. Großartig, das.

#Serviceblog:

  • Zum Auslassen des Wassers die Klappe unten entfernen. Wasser mit Aufnehmer aufnehmen. Circa sechs Liter. Dauer: etwa 30 Minuten.
  • Vorher Hose ausziehen. Man kniet ja im Siff, gell.
  • Fun-Faktor: 0 von 10 Sternen.
  • Bei Bedarf aggressive Punkmusik einlegen.



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