Draußen nur Kännchen
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Archiv der Kategorie »Lebenslage«

Kürbis, Kanallauf, Kampfmaschinen

28. 09. 2015  •  13 Kommentare

Die Handballmädels haben gespielt, ich saß am Kampfgericht zum Knöpfedrücken. Die Saison läuft noch nicht rund. Auch am Wochenende lagen sie zur Halbzeit 8:17 zurück, eine Riesenklatsche bahnte sich an. Ich summte schon, am Zeitnehmertisch vor und zurück wippend, kathartisch in meinen Ärmel. Am Ende haben die Mädels mit 29:28 gewonnen. Ich weiß nicht, was sie in der Pause bekommen haben, eine Ich-föhn-euch-sowas-von-die-Haare-weg-Ansage oder eine Flasche Sekt: Sie kamen aus der Kabine und waren Kampfmaschinen. In der 59. Minute dann der Siegtreffer. „Mit neun Toren führen und dann verlieren – wie gut, dass das auch mal anderen passiert“, meinte die Rechtsaußen. Ich bin immer noch verzückt.

Blutmond, Mondfinsternis – pfff. Um 4 Uhr nachts befinde ich mich im Kernschatten meines Bettes, da kann kommen, was will. Die einzige Ausnahme: Das Aufstehen dient dem Zweck des In-den-Urlaub-Fliegens und ich kann mich in den darauffolgenden 336 Stunden umfänglich und ganzheitlich von diesem chronobiologischen Irrsinn erholen, dann meinetwegen. Ansonsten vertraue ich auf die Dokumentationspflicht professioneller Medien und auf den Eifer von Twitterern. Ich wurde nicht enttäuscht.

Mehr Druck. Seit etwa fünf Monaten arbeite ich in der Nähe des Datteln-Hamm-Kanals. Das ist sehr idyllisch, wenn man die Kulisse des nahen Kohlekraftwerks großzügig ignoriert. Es gibt Auen und Spazierwege, Felder, Wiesen und seichtes Wasser, herumstehende Pferde, Binnenschiffe und eine Schlossruine – eine geradezu bezaubernde Kulisse, um joggen zu gehen. Nur, dass ich schon länger nicht mehr joggen war und dramatisch außer Form bin; Yoga alleine genügt nicht, trotz aller Herausforderungen. Also nehme ich jetzt Sportklamotten mit zur Arbeit, ziehe mich dort um und laufe direkt nach Arbeitsende los: bloß nicht erst nach Hause fahren. Ich habe das einer Kollegin erzählt: „Oh, gut, dann gehe ich demnächst abends am Kanal walken, das setzt uns gemeinsam unter Druck.“ Verdammt nochmal, das wird es tun.

Fünf Kilo. Kürbis. Habe ich am Wochenende geerntet. Sie ahnen ja nicht, wie viel fünf Kilo Kürbisfruchtfleisch sind. Das reicht für eine Fußballmannschaft. Mit Auswechselspielern. Und Trainerstab. Und Spielerfrauen. Diese Woche steht also nicht nur im Zeichen des Joggens, sondern auch im Zeichen des Kochens: Kürbis mit Kartoffel, Kürbis mit Nudeln, Kürbis mit Feta. Ich werde selbst aussehen wie ein Kürbis, meine Mitte wird ein Kürbis, mein Kopf wird ein Kürbis. Die Rezepte demnächst im Gärtnerinnenblog.

Alltagsschnipsel

23. 09. 2015  •  4 Kommentare

Viel Arbeit. Ich spüre erste Urlaubsreife. Drei Monate noch bis zum Weihnachtsurlaub. Das ist, wenn ich es so aufschreibe, eine ziemlich lange Zeit. Andererseits ein Zeitraum mit vielen kleinen Meilensteinen, der verfliegen wird.

Außerdem sind die Bürowolken immer sehr schön.

Der Himmel über dem Industriegebiet

Viel Freude. Die Arbeit, sie macht Freude. Ein ausgefüllter Tag, gut zu tun, kein Leerlauf, aber auch nur wenig Stress, der zehrt. Dafür tolle Kunden, interessante Projekte und ein klasse Team – ein wirklich grandioses Team. Sagte ich schon, dass meine Kollegen super sind?

Wild und gefährlich. Beim Yoga verunglückt, auf der Fußmatte der Yogalehrerin ausgeglitten. Supinationstrauma! Außenbandeskalation! Aber alles im Rahmen, nichts im Vergleich zu einem Männerschnupfen. Dennoch: ein weiterer Grund, diese brutale Risikosportart nicht zu unterschätzen.

Bewegungstherapie. Erneut mit den Kalendergirls trainiert. Den Juni und den Juli kennengelernt. Tempogegenstöße gelaufen. Oder sagen wir: Zeitlupenstöße. Aber hey: So kann der Zuschauer meine … uhmm, Ästhetik länger genießen.

Pflaumen döppen. Am Wochenende habe ich den ersten Pflaumenkuchen des Jahres 2015 gebacken. Nur lecker mit Quark-Öl-Teig.

Ich sollte allerdings besser im eigenen Blog recherchieren, denn ich habe das falsche Rezept genommen. Außerdem ist mir der ganze Haufen Quark in die Schüssel gefallen. Fluffigkeitsfiasko! Ich werde die Backung wiederholen müssen, so ein Ärger.

Geschmack: 2-, Boden: 5+, Optik immerhin: sensationell.

Pflaumenkuchen mit Quark-Öl-Teig

 

Aufgeschnappt:

Gehirne von Kreativen haben eine erhöhte Anfälligkeit für Verzweiflung, da sie pausenlos Probleme höchster Komplexität lösen.*

Ich empfinde es eher als das Gegenteil: Weil ich ständig Fragen von hoher Komplexität vor mir habe, ist meine Verzweiflungstoleranz enorm gestiegen. Et hätt noch emmer joot jejange.

Septembersonntag am See

7. 09. 2015  •  6 Kommentare

Wenn es stürmisch ist, mag ich den See am liebsten.

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An warmen Tagen, wenn die Sonne scheint und der Himmel wolkenlos ist, flanieren Mann und Maus um den Phoenixsee, die Strukturwandelpfütze Dortmunds. Der See liegt da wie im Wasserglas, die Wiesen und Wege sind voll, ein träges Spaziergehwieweitnochichwilleineisgefühl wabert ums Ufer.

Ist es aber regnerisch, sind die Spazierwege leer. Nur ein paar unerschrockene Hundebesitzer zerren ihren Fiffi ums Gewässer, zügig, zügig, nicht zu lange schnuppern, damit sie bis zum nächsten Schauer wieder am Auto sind. Der Wind weht in Böen über die Fläche. Bäume biegen sich, Haare wehen ins Gesicht, werden wieder herausgestrichen, wehen wieder vors Auge.

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Der See mag den Wind und der Wind mag den See. Das Wasser kräuselt sich, es klatscht an die Stege, das Schilf wiegt sich, Enten schunkeln auf den Wellen, Möwen werden durch die Luft gepustet, Wolken türmen sich über dem Ufer.

Ein Luftballon weht über das Wasser, rot, mit einer Botschaft am Geschenkbändchen. Er sinkt hernieder, mitten auf dem See, das Papier berührt das Wasser, einmal, zweimal, dreimal, dann kommt eine Böe und trägt ihn wieder empor, über den See, über das Ufer und fort.

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Das ganze Panorama wirkt zerzaust, und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich den See bei Sturm mehr mag als bei schönem Wetter: Die Natur sorgt für Unaufgeräumtheit in der reißbrettgeplanten Naherholungsidylle.

Julisturm

25. 07. 2015  •  5 Kommentare

Der Morgen beginnt sonnig.

Um 7 Uhr geht die Jalousie im Schlafzimmer hoch. Mit müden Augen blicke ich in den Garten, in die Baumwipfel und in einen Himmel mit Schäfchenwolken. Die Sonne scheint.

Es soll doch stürmen, denke ich. Aber ach, egal. Ich nicke noch einmal ein.

Am Mittag gehe ich an den See und in den Ort.

Phoenixsee, Sturm

Ich mag diese Tage sehr, an denen es stürmt, es aber so warm ist, dass ich eine kurze Hose tragen kann. Diese Freiheit für die Waden – ich werde demnächst noch etwas dazu schreiben.

Im Ort die erste Botschaft, dass auch dieser Sommer irgendwann enden wird.

Kastanien auf der Erde

Die Straßen sind leer. Beim Optiker: niemand. In der Drogerie, wo sich an anderen Samstagen zwei Kassenschlangen bis zum Nagellack drängen: fünf Kundinnen. Beim Bäcker gegenüber sortiert die Verkäuferin die Auslage neu.

Auch Top-Angebote locken heute niemanden.

Plakat: Dortmunder Hansa 0,32 + Pfand

Auf dem Ortsplatz hüpfen zwei Kinder auf einem Trampolin, das ins Pflaster eingelassen ist. Eine Radlerin legt ein großes Paket auf ihren Gepäckträger und schiebt in Richtung Apotheke.

Eine Frau sammelt eine umherfliegende, leere Tüte ein. Eine andere sieht ihr dabei zu, murmelt: „Dat dat heut noch einer macht“, und schlurft weiter.

Zettel: Man sollte viel mehr aufpassen. Am besten auf sich selbst.

Einzig beim Kaffeeröster ist es voll. Es ist Schlussverkauf: übrige gebliebene Sportkleidung, Dekoration und allerlei Unnützliches gibt es zum halben Preis. Ein Mann möchte eine Kapsel-Kaffeemaschine kaufen und lässt sich die Mechanik erklären. Danach möchte er direkt drei Maschinen kaufen, zum Verschenken.

Der Wind draußen frischt auf. Vor dem Blumenladen gegenüber kippen die Vasen um.

Phoenixsee, Sturm

Auf dem Hügel am See bin ich allein. Die Spaziergänger unten am Ufer: allesamt Hundebesitzer. Zügigen Schrittes marschieren sie aneinander vorbei.

Ich stehe im Wind und sehe den Wolken zu. Das Wasser kräuselt sich. Böen drücken das Grad nieder. Bäume wiegen sich. Dann beginnt es zu regnen.

Merkel streichelt

16. 07. 2015  •  18 Kommentare

Tritt unsere Kanzlerin zum Bürgerdialog an, ist das kein Dialog. Es ist eine asymmetrische Kommunikation: Eine sendet, viele empfangen. Dazu gibt es ein paar Statisten, die Bürger.

In Rostock ist nun etwas passiert, das dieser Inszenierungsidee zuwider läuft: Eine dieser Statistinnen wird zur Akteurin und zwingt die Kanzlerin aus ihrer aktiven, kontrollierenden Rolle in die Defensive. Reem, ein palästinensisches Mädchen, erzählt von ihrer Abschiebesituation und beginnt nach abwiegelnden Worten der Kanzlerin zu weinen:

Im Gegensatz zu denen, die sagen, Merkels Reaktion sei unmenschlich, behaupte ich: Sie ist zutiefst menschlich – allerdings nicht Reem gegenüber, sondern bezogen auf Merkels eigene Situation.

Die Flüchtlingsfrage ist für Politikmanager eine abstrakte Frage, die sehr komplex ist, bei der es aber nur nachrangig um Humanität geht. Stattdessen geht es um Zahlen, um Infrastruktur und vor allem: um Interessensausgleich und um die Antizipation von Stimmungen – beim eigenen Volk, aber auch in der westlichen Gemeinschaft.

Die deutsche Mehrheit steht eher rechts von der Mitte, das zeigen die Wahlerfolge der CDU. Diese Ansprüche möchte Merkel befriedigen. Hinzu kommen die Ansprüche der europäischen Nachbarländer, anderer Staatsführer, der nationalen und internationalen Wirtschaftsführer, der Weltgemeinschaft. Das bestimmt ihr Handeln.

Jetzt sitzt da plötzlich ein Mädchen, ganz konkret, ein Einzelschicksal, wenn auch stellvertretend für eine Gruppe. Reem repräsentiert die immer noch aktuelle, seit Jahren durch politisches Aussitzen unangetastete Asyl- und Abschiebepraxis – und so behandelt Merkel sie auch: als abstrakte Stellvertreterin, als Platzhalterin, als Stichwortgeberin für politische Botschaften.

„Das ist manchmal auch hart, Politik … die einzige Antwort, die wir sagen, ist, bloß nicht so lange, dass es so lange dauert, bis die Sachen entschieden sind.“

Damit ist Reems Wortmeldung erledigt, abgehakt.

Doch dann passiert, was im Drehbuch nicht vorgesehen ist: Reem beginnt zu weinen und zieht damit nicht nur Aufmerksamkeit und Handlungshoheit von Merkel ab. Sie spiegelt Merkels kontrollierte Worte durch eine unkontrollierte Reaktion, sie übersetzt Phrasen in Handeln, indem sie die Konsequenzen dieses Handelns zeigt – und dadurch passiert etwas Erstaunliches: Die Rollen vertauschen sich.

Reems Weinen bringt Merkel dazu, ihr Reden zu unterbrechen. Merkel bricht damit aus ihrer Teflon-Professionalität aus, reagiert nur, scheint unbeholfen und hilflos – hält in ihrer Tapsigkeit aber an der Rollenzuschreibung von Reem als Stichwortgeberin fest:  

„Du hast das doch prima gemacht … weil du ganz toll dargestellt hast, in welche Situation man kommen kann …“

Das Tätscheln und Stammeln der Kanzlerin wirkt wie eine Übersprungshandlung, wie ein Konflikt zwischen zwei Instinkten: Der Instinkt der rationalen Staatsfrau trifft auf den Instinkt des, ja doch, Mitgefühls – allerdings ohne dass das Menschsein das Staatsfrausein unterminieren darf. Der überraschend eingeforderte Spagat, das sehen wir alle, funktioniert nicht, weil – ja, warum? Vielleicht, weil sich beide Ebenen, die politisch-abstrakte und die menschlich-konkrete, schon soweit voneinander entfernt haben.

Doch nur, was einen Menschen berührt, kann ihn aus dem Konzept bringen.

Reem hat Merkel und alle anderen politischen Entscheider deshalb hoffentlich daran erinnert, dass sie als Menschen für Menschen handeln – und nicht als Staatsmanager für Verträge und Kennzahlen.

Edit, 17. Juli: Die Szene in längerem Zusammenhang.

Bloggeschichtenerleben mit Anfassen (und Do-it-yourself-Teil)

7. 07. 2015  •  13 Kommentare

Bitte verzeihen Sie meine lange Abwesenheit hier.

Ich bin mitnichten im Urlaub. Ich bin nur beschäftigt. Im Garten. Und mit dem Leben.

Bei diesem zauberhaften Sommerwetter ergeben sich nämlich fortwährend soziale Ereignisse. Da möchte ich über Skyr schreiben, über die Schaltsekunde, über Sportunterrichte, über Kaltschalen und Warmschalen, übers Kleidertragen, über das Schnellrestaurant Polonia, übers Balkonsitzen und Am-See-Verweilen, über die gefühlte Entfernung nach Swisttal-Odendorf, über Yoga-Fort- und Rückschritte, über correct!v, über Autorennen in Paderborn, über musikalische Abende mit Frau und Herrn Schüßler, Frau Schöner und Hansbahnhof,  über das Woandersschlafen, übers szarlotkaTrinken im Stuttgarter Vorort … – ach, mir fallen noch weitere zehn Themen ein, aber lassen wir das.

Stattdessen sitze ich – und zwar mit großer Freude – im Biergarten, grille oder werde begrillt, feiere Geburtstage und verquatsche mich bis in die Nacht. Oder ich verweile auf meiner Terrasse, die Füße in Wassereimern, und lese – zurzeit #einBuchfürKai. Das fördert alles wieder neuen Blogstoff zutage, den ich nicht niederschreibe, weil … – Sie ahnen es. Wir drehen uns im Kreis. Das reale Leben, dieses Bloggeschichtenerleben mit Anfassen, überholt mich derzeit.

Nehmen Sie sich deshalb bitte eines der obigen Themen und denken Sie sich damit eine Geschichte aus, die zu mir passen könnte. Wir gleichen das später ab.

Liebes Tagebuch

23. 06. 2015  •  24 Kommentare

Damit keine Mücke durch meine geöffnete Balkontür fliegt und mich sticht, schlich ich vergangene Woche im Dunkeln durch meine Wohnung, und mein rechter, kleiner Zeh blieb krachend am Sofa hängen.

Ich blickte an mir hinab. Der Zeh stand ein bisschen komisch ab. Ich stellte meinen Fuß auf den Wohnzimmertisch, drückte vorsichtig, zog dann etwas, es knirschte – oder war es ein Knacken? -, und der Zeh schaute wieder normal nach vorne. Im weiteren Verlauf lief der Stumpen blau an, aber nur innen, dafür sehr schillernd. Es könnte also sein, dass ich mir den Zeh gebrochen habe. Hätte mich doch besser eine Mücke gestochen.

Ich humpele nun verwegen durch die Gegend. Wobei: Wenn ich keine Schuhe trage, geht es, dann schmerzt es kaum. Auch Sportschuhe kann ich gut tragen, weshalb ich gestern trotz meiner Versehrtheit im Fitnessstudio war, meine Beine auf dem Crosstrainer im Kreis bewegte, ein paar Übungen machte, mich aber eigentlich nur in der Sauna aufwärmen wollte, weil es draußen so kalt ist.

Ich war gerade fertig mit dem sportlichen Teil, als ein dunkelhaariger, gut Trainierter um die 50 mir zuzwinkerte. Ich bin seit einiger Zeit in einem Alter, in dem ich eine Aufforderung für Männer zwischen 45 und 60 darstelle. Das führt zu Begegnungen an Tankstellen und Supermarktkassen, die man wohl, ich kenne mich da nicht so aus, „Flirten“ nennt.

Der Trainierte stand an der Empfangstheke, war gerade gekommen und wollte seine Mitgliedskarte einchecken. Er deutete auf meinen Fuß und mein Gehumpel, ich zuckte mit den Schultern. Wir warfen einige Blicke hin und her. Er lächelte, ahmte meinen Gang nach, ich lächelte ebenfalls. Wir hatten pantomimischen Spaß.

Der Fitness-Manager hinter dem Tresen begann, ihm etwas zu erläutern. Der Trainierte zuckte mit den Schultern, antwortete auf Italienisch, er verstünde nicht, der Manager sagte auf Deutsch, er verstünde auch nicht, versuchte es auf Englisch, der Trainierte verstand nicht, der Manager sagte, dann brauche er jemanden zum Übersetzen – ob wer Italienisch spreche?

Ich bot meine Hilfe an. Der Trainierte wirkte entzückt, dass ich seine Sprache spreche. „Oh“, machte er und zwinkerte wieder. Der Manager sagte, Zwinkermann sei im Rückstand, 62 Euro müsse er zahlen, die Einzugsermächtigung funktioniere nicht mehr, er solle erst seine Schulden begleichen, dann könne er trainieren. Ich übersetzte. Sein Lächeln erlosch, als hätte jemand das Licht bei ihm ausgeknipst. Er schaute mich sehr grimmig an, seine Augen wurden zu Schlitzen, seine Lippen ein dünner Strich. Mit seinem Bartschatten wirkte er jetzt panzerknackeresk und, ja, sogar ein bisschen gefährlich. Ich sagte: „Scusa, ich kann nix dafür, ich übersetze nur.“ Er sagte, die Zähne zusammengekniffen, nicht heute, morgen komme er bezahlen. Oder übermorgen, irgendwann später halt – ich solle das ausrichten. Dann drehte er sich um und ging grußlos von dannen.

So endete mein Flirt. Und so endet dieser Eintrag, der nicht einmal eine Pointe hat.

Das große Cupcake-Finale

1. 06. 2015  •  3 Kommentare

Was für die Handballbäckerinnen und mich das große Finale war, war für Braut und Bräutigam ein wunderbarer Anfang.

Eine tolle Hochzeit, freudig, tanzwütig, schnapsseelig. Und mit Gebäck. Aber beginnen wir vorne.

Cupcake-Dingsis ohne Topping, dafür mit Glasur und Herzen

Wie Sie sehen, sehen Sie kein Topping.

Ich habe mit wirklich bemüht, vom gefühlvollen Rühren bis zum maximalen Einsauen meiner selbst und der Küche, ein Frosting aus Buttercreme herzustellen. Grillen kann ich einfach besser.

Und seien wir ehrlich: Reine, pure Teigware ist ohnehin das Beste. Keine Sahne, kein Obendrauf, kein Innendrin. Nur Teig (Waffeln!). Es tat mir also für die Braut leid, dass ich kein Topping zustande brachte, meine eigene Enttäuschung klang aber schnell ab. Und mit dem Wrapper – das Papiergetüdel, dieses Fachwort musste ich erst lernen – sahen die Muffincupcakes auch sehr hübsch aus.

Die Gesamtkomposition aller Cupcakes war dann tatsächlich beeindruckend speichelstürzend:

Die finale Cupcake-Etagere

Mit dabei: Oreo-Cupcake, NYC Cheesecake, Snickers und Rübli. Ich werde nicht umhin kommen, einige Varianten nachzubacken.

Hier meine Rezepte (#serviceblog):

Schoko-Buttermilch-Muffins

100g Butter
150g Zucker
2 Eier
1 Pk. Vanillezucker
250g Mehl
1 Pk. Backpulver
250g Buttermilch
½ Pk. Raspelschokolade
etwas Salz

Wie überall: Butter schaumig schlagen, Eier dazu, Zucker dazu. Dann Mehl und Backpulver. Am Schluss die Buttermilch und die Raspelschokolade zufügen.

20-30 Minuten bei 160 Grad Umluft.

Im ursprünglichen Rezept standen 175g Zucker, ich habe das reduziert. Machen Sie, wie Sie mögen.

Schokocupcakes (vegan)

1 Tasse Sojamilch
1 TL Apfelessig
1 ½ Tassen Mehl
2 EL Stärkemehl
1 Pk Backpulver
½ TL Natron
⅓ Tasse Öl
¾ Tasse Zucker
1 Pk. Vanillezucker
etwas Salz

Sojamilch und Essig verrühren, stehen lassen. In der Zeit Mehl, Stärke, Backpulver, Natron und Salz in einer Extra-Schüssel verrühren. Dann Öl, Zucker, Vanillezucker zur Sojamilch geben, verrühren. Alles zusammenschmeißen, mixen, und backen. 20 Minuten bei 160 Grad Umluft. Nach Lust und Laune weitere Zutaten zufügen, zum Beispiel Früchte. Weniger Zucker macht die Sache auch hier besser, finde ich.

Frau Schüßler hat sich übrigens noch einmal eingehend mit der Muffin-Cupcake-Frage auseinander gesetzt.

Ein kurzes, trauriges Kapitel an diesem freudvollen Abend: Ein Sieg im Ballspielfinale war uns nicht vergönnt. Ich möchte bitte nicht darüber sprechen. Dadurch, dass ich die Niederlage nur aus dem Augenwinkel verfolgt habe, kann ich sie aber emotional ganz gut verarbeiten. Eins möchte ich allerdings festhalten: Ich habe – als mentale und rituelle Unterstützung – schon beim Frühstück aus meinem Mats-Hummels-Stadionbecher getrunken. Ein T-Shirt hatte ich auch. An mir lag’s nicht!

Auf der Heimfahrt ins Bett war es dann bereits hell, die Vögel zwitscherten mit dem Lautstärke-Regler auf „Raketenstart“. Ein dickes Hach für diesen Abend.

Kitastreik

28. 05. 2015  •  13 Kommentare

Letztens las ich morgens folgenden Tweet:

Mein erster Gedanke war: Ach!? Es ist immer noch Kita-Streik?!

Ich bin bekanntermaßen Nicht-Elter, habe nur Patenkinder, die weit aus dem Kita-Alter raus oder noch nicht drin sind. Mir war das nicht präsent.

Daraufhin begann ich mich zu wundern. Warum kriege ich das nicht mit? Warum hauen mir meine Nachrichtenquellen das Thema nicht um die Ohren?

Als die GDL streikte, wusste ich stets: Wer spricht grad mit wem (oder eben nicht), wie lange noch, wie sind die Befindlichkeiten in den verfeindeten Lagern, wie fühlt sich das am Bahnsteig stehende und sich auf Autobahnen stauende Volk – man hätte mich nachts wecken können: Ich konnte noch mit geschlossenen Augen sagen, wie die Situation am Gleis ist.

Der Kita-Streik geht hingegen an mir vorbei. Wo sind die Ökonomen, die öffentlich ausrechnen, was die Volkswirtschaft der Streik kostet? Wo ist die Druck machende, kennzahlenorientierte Arbeitgeberlobby, die Effizienzeinbußen hinnehmen muss, weil ihre MitarbeiterInnen ausfallen? Wo sind die Rufe der Berufsempörten nach einem Ende der Erpressung? Haben sich schon PolitikerInnen geäußert, laut?

Wo sind die großen Reportagen? Der Ü-Wagen vor der Kindertagesstätte, die Schalte ins Gewerkschaftslager, die aktuelle Lage auf Arbeitgeberseite? Wo ist die fortlaufende, penetrierende Berichterstattung – die sämtliche Aspekte beleuchtende, alle Emotionen bedienende Dauerbetrachtung, bis es uns aus den Ohren blutet?

Sind Kinder nicht so systemrelevant wie Züge? Als was sehen wir Kinderbetreuung – als ein Nice to Have für Frauen, die dank Streik endlich Gelegenheit haben, ihre mütterlichen Pflichten zu entdecken? Warum ist Kinderbetreuen Privatsache, während das Kinderhaben öffentlich gefordert wird?

Fragen über Fragen.

Als ich meine Verwunderung twitterte – und später meine Be-wunderung für die Eltern ergänzte -, schrieb mich Cathy Tarnow (34) an. Sie hat einen Sohn (2), wohnt in Hamburg und arbeitet als IT-Beraterin für Personalmanagementsoftware.

Sie sagte, sie habe kein Blog oder ähnliches, aber ich könne ihr gerne Fragen stellen. Das tat ich.

Wie stehst du zum Streik?

Cathy: Grundsätzlich stehe ich hinter den Forderungen im Sozialbereich. Die ErzieherInnen leisten äußerst wichtige Arbeit mit und an unseren Kindern. Die Arbeit ist körperlich und geistig anstrengend und fordert ständige Weiterbildung. Die Anforderungen an das soziale Personal steigen stetig und entsprechend sollte auch die Entlohnung steigen.

Aber:

Wenn es wahr ist, was man so hört, benehmen sich beide Streikparteien an Verhandlungstagen wie Kleinkinder. Keiner hört dem anderen zu, keiner will sich nur ein kleines Stück von seinem Standpunkt bewegen.

Außerdem finde ich, dass zuerst einmal alle ErzieherInnen bundesweit dasselbe Gehalt erhalten sollten. Warum gibt es immer noch Unterschiede zwischen den „alten“ und den „neuen“ Bundesländern?

Wie organisierst du die Betreuung während des Streiks?

Cathy:  Ich bin Elternsprecherin der Krippengruppe meines Sohnes. Als der unbefristete Streik angedroht wurde, habe ich die Organisation einer Elternbetreuung in unserer Kita übernommen. Die Idee dazu hat die Kita-Leitung selbst eingebracht, nur umsetzen können bzw. dürfen sie es nicht – die streiken ja selbst.

Ich habe unter dem Motto „Eltern helfen Eltern“  einen Aushang in der Kita gemacht und eine Rundmail an die Elternvertretungen versandt. In diesen rief ich dazu auf, dass wir als Eltern eine Notgruppe gründen sollten. Da auch betreuungsintensivere Krippenkinder betroffen sind, plante ich mit dem Schlüssel „ein Erwachsener – drei Kinder“.

Die Freiwilligen hielten sich anfangs zurück. Dazu muss man aber sagen, dass Hamburg eine Woche Ferien hatte und viele im Urlaub waren. Als aber deutlich wurde, dass der Streik über die Ferien hinaus geht, stiegen das Interesse und das Engagement. Es gab in der Zwischenzeit Tage, an denen wir bis zu sieben Erwachsene vor Ort waren.

Für diese Art der Notbetreuung sprechen diverse Vorteile:

  1. Man muss nicht jeden Tag der Woche frei nehmen (ob nun unbezahlt, Urlaub oder wie auch immer), da man sich abwechseln kann.
  2. Die Freiwilligen sind als ehrenamtliche Helfer in der Kita versichert.
  3. Man hockt nicht allein mit dem Kind daheim oder auf dem Spielplatz – die sozialen Kontakte für Kinder und Erwachsene sind gerade in diesen ungewohnten Zeiten enorm wichtig.
  4. Die Kinder sind trotzdem täglich in den Kita-Räumen, müssen sich also nach dem Streik nicht wieder völlig neu eingewöhnen.
  5. Unsere Kita-Leitung hat organisiert, dass wir verpflegt werden. Man muss also nicht täglich daheim kochen etc.

Unsere Kita bietet zwar glücklicherweise auch eine Notbetreuung durch vier ErzieherInnen an, die nicht der Gewerkschaft angehören. Dort werden aber ca. 45 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren betreut.

Meinen gerade zwei Jahre alt gewordenen Sohn Boas kann ich da nicht hingeben. Das würde er nicht verarbeiten können.

Wie wirkt sich der Streik auf deinen Job aus?

Cathy: Ich habe das große Glück bisher (nur) in Teilzeit zu arbeiten und einen äußerst verständnisvollen Chef zu haben. Er hat mir angeboten, erst einmal Minusstunden auf meinem Konto zu sammeln; durch Dienstreisen etc. werde ich die recht schnell wieder ausgleichen. Also konnte ich die erste Zeit täglich vor Ort sein.

Wenn im Job etwas Dringendes anlag, habe ich abends ein/zwei Stunden im Home Office gearbeitet.

Was belastet deine Familie am meisten?

Cathy:  Seit dem Streikbeginn schläft Boas sehr schlecht. Er findet abends schwer in den Schlaf und hat Alpträume. Dann wacht er auf, zieht zu uns ins Elternbett um, schläft da aber auch nur unruhig weiter. Eigentlich haben wir ein sehr ausgeglichenes Kind, aber die Schlafsituation wirkt sich natürlich auch auf die Tage aus, an denen er nun sehr launisch ist und wegen jeder Kleinigkeit explodiert. Das zieht sich dann entsprechend auch über die Wochenenden, die damit kaum noch Erholung bieten.

Außerdem habe ich natürlich trotzdem ein schlechtes Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber, was ich mit in meine Nächte nehme. Man sorgt sich, wie lange diese Situation noch anhalten wird und wie man in Zukunft weiter damit verfahren wird.

Wir sind alle sehr müde und gehen nervlich auf dem Zahnfleisch.

Unternimmst du etwas zur Unterstützung der ErzieherInnen?

Cathy: Ja, definitiv!

Gerade am Dienstagmorgen war ich mit einer weiteren Elternsprecherin in der Kita, um den ErzieherInnen der Notgruppe unseren Beistand zu zeigen. Wir hatten das Gefühl, dass sie mehr Kinder zu sich nahmen, als machbar war. Deshalb wollten ihnen verdeutlichen, dass sie auf sich selbst auch aufpassen sollen. Wir können es nicht gebrauchen, dass sie aufgrund von hieraus verschuldeter Krankheit ausfallen – während der Streikzeit nicht und auch nicht danach.

Ansonsten beteiligte ich mich in der Zwischenzeit an ein paar Aktionen, beide Vertragsparteien an den Verhandlungstisch zurück zu bekommen:

Am vergangenen Freitag haben wir beispielsweise ein Eltern-Kind-Picknick im Hamburger Rathaus ausgerichtet und Dienstagnachmittag sind wir gemeinsam mit dem LEA (Landeselternausschuss Hamburg) und einigen ErzieherInnen in der Hamburger Innenstadt demonstrieren gegangen.

Das Problem ist ja, dass die Arbeitgeber keinen wirtschaftlichen Schaden von dem Streik tragen. Vielmehr machen sie ein Plus, weil die meisten die Elternbeiträge für die Streikzeit nicht zurück erstatten, haben aber weniger Ausgaben. Die Gesetzeslage ist nicht ganz eindeutig, aber ich kann allen Eltern nur empfehlen, Anträge zur Rückerstattung bei ihrer jeweiligen Kita-Leitung zu stellen. Einige Träger bieten hierfür Formulare an, bei alle anderen reicht ggf. auch ein einfaches Schreiben.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Kinderbetreuung?

Cathy: Einen besseren Betreuungsschlüssel beispielsweise. Vor allem so, dass dieser auch in einem Großteil der Zeit eingehalten werden kann und nicht nur auf dem Papier Bestand hat.

Bei unserem Träger fiel gerade auf, dass Gelder gestrichen wurden, die Personalausfall wegen z. B. Weiterbildungen auffangen sollten. Eine der ErzieherInnen von Boas macht aktuell eine einjährige Weiterbildung und steht deswegen mindestens einen Tag pro Woche nicht für die Betreuung zur Verfügung. An diesem Tag ist meist ein Springer in der Gruppe. Fällt aber an anderer Stelle in der Kita weiteres Personal aus (Urlaub/Krankheit), muss der Springer dorthin und der gesetzlich vorgesehene Betreuungsschlüssel kann nicht eingehalten werden. Das ist für ein/zwei Tage vielleicht akzeptabel, aber für die Dauer eines Jahres finde ich das für die Kinder, gerade im Krippenbereich, schwer zumutbar. Es geht schließlich auch um pädagogische Arbeit und nicht nur Verwahrung der Kinder!

Gibt es sonst etwas, was du sagen möchtest?

Cathy: Ich finde es unverschämt, dass die Streikparteien so lange nichts tun; nur, weil der Schaden nicht auf ihren Schultern liegt.

Es kam mir sogar zu Ohren, dass ver.di Aktionen der Eltern fest für sich eingeplant hat – die Eltern für sich auf die Straße gehen lassen will. Am meisten leiden eben doch die Kinder, die das Durcheinander überhaupt nicht verstehen können. Die Kinder und die Eltern werden die Auswirkungen auch nach Aussetzen des Streiks noch lange spüren. Das wird sehr wahrscheinlich auch in Zukunft die Zusammenarbeit mit den Kitas negativ beeinflussen.

Auch wünsche ich mir etwas mehr Verständnis für den Unmut der Eltern, da gibt es teilweise wirklich kränkende Wortmeldungen im Internet und auf anderen Plattformen. Ich habe meinen Sohn nicht nur in die Kita gegeben, um arbeiten zu können, sondern auch, weil ich die pädagogische Arbeit gar nicht allein in diesem Umfang leisten kann. Es wäre schön, wenn er diese ganz bald wieder genießen kann!

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Lesenswerte Beiträge zum Thema:

Wer sich die Fragen nehmen möchte, nur zu! Ich verlinke gerne an dieser Stelle auf weitere Kitastreik-Beiträge.

Fünf Bemerknisse zum Wochenende

18. 05. 2015  •  12 Kommentare

Bemerknis #1: Mittagsschlaf

Tierpark Aachen: Drei tiefenentspannte Erdmännchen

Mittagsschlaf wird weitestgehend unterschätzt. Wir alle sollten mehr Mittagsschlaf halten. Ich bin sicher, dass wir dann in einer besseren Welt leben.

Erdmännchen zum Beispiel, oben ein Fotodokument vom Wochenende, haben eine ausgeprägte Schlafkultur, die sich von Generation zu Generation vererbt. Die gesamte Population folgt demselben Rhythmus, was keinerlei Überlebensvorteile bietet. Aber man versteht sich einfach besser und das Leben ist insgesamt flauschiger.

Bemerknis #2: Seifenblasen

Seifenblasen vor dem Aachener Dom

Die Welt wäre ebenfalls eine bessere, gäbe es mehr Seifenblasen. Nicht auszudenken, was passierte, wenn Politiker, statt Kriege anzuzetteln, schauten, wer die größere Seifenblase machte.

Es gäbe Seifenblasenschaukämpfe mit SeifenblasenwertungsrichterInnen, die selbstredend allesamt nicht älter als zehn sein dürften. Es gäbe Seifenblasenwasserbrauereien, Seifenblasenschwertmanufakturen und Seifenblasenpokale, die so kurzlebig wären, dass, kaum ist ein Schaukampf beendet, ein neuer ausgetragen werden müsste. Das würde Politiker auch zeitlich so sehr binden, dass sie nicht auf dumme Ideen kämen.

Bemerknis #3: Grand Budapest Hotel 

Kinokarte: Grand Budapest Hotel

Falls Sie diesen Film noch nicht gesehen haben, dann tun Sie das. Es ist ein ganz toller Film, skurril, voller Witz, großartig intelligent und so detailverliebt, dass man die Leinwand küssen möchte.

Alle Kameraeinstellungen sind frontal, es wird fast nie schräg gefilmt, weder von der Seite noch von oben oder unten. Auch Schwenks finden nur im rechten Winkel statt. Die Musik ist ebenfalls großartig und der Cast voller Prominenz. Manch ein Hochkaräter tritt nur für wenige Minuten auf, andere wiederum sind so kostümiert, dass man sie kaum erkennt. Für die ganzen Anspielungen im Film werde ich mir den Film wahrscheinlich noch dreimal ansehen müssen.

Service: Der Trailer. Er gibt das Vergnügen aber nur unzureichend wieder.

Bemerknis #4: Gänseflausch

Tierpark Aachen: Gänseküken

Der Tierpark bot nicht nur Erdmännchen, sondern auch Gänseküken. Weil ich über vieles, was ich erlebe, gerne nachlese, weiß ich nun, dass Graugänse in bedeutendem Umfang schwul sind. Spätestens bei der zweiten Verpartnerung wählen 40 Prozent der Ganter einen Mann zum Partner. Die Gründe sind unklar, möglicherweise trauen sie sich erst in gesetzterem Alter ein Outing zu. Oder was weiß ich. Verpartnerte Ganter genießen jedenfalls ein hohes soziales Ansehen in der Gänseszene.

Die flauschigsten Wesen im Tierpark waren übrigens nicht Gänseküken, sondern Alpakas. Wenn Sie jemals die Gelegenheit haben, ein Alpaka zu flauschen, tun Sie es. Es fühlt sich ungemein gut an. Der Flausch wird sich über Ihre Seele legen, und Sie werden lächelnd davonschweben.

Bemerknis #5: Asbach Uralt

Kornelimuenster Markt

Ich saß in Kornelimünster auf dem Markt, trank eine Cola und guckte in die Gegend, als ein Mercedes vorfuhr und neben meinem Plastikstuhl hielt. Ein alter Mann stieg aus. Er trug eine Seemannsmütze, hievte erst sein linkes Bein aus der Tür, dann sein rechtes, ächzte sich in Höhe und schluffte, auf einen Stock gestützt, in den Plastikstuhl neben mir. Von dort aus bestellte er „nen Cappuschino unnen Asbach. Damit de Pillen besser runner jehn.“

In diesem Sinne: Hoch die Tassen.



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