Draußen nur Kännchen
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Alle 262.000 Minuten verliebt sich kein Single über Parship

11. 06. 2018  •  188 Kommentare

Sie sagen: Alle elf Minuten verliebe sich ein Single über Parship.

Ich war 262.000 Minuten lang auf Parship. Ich hätte mich 23.826-mal verlieben können. Ich habe mich kein einziges Mal verliebt.

Die 262.000 Minuten, in denen ich mich nicht verliebte und in denen sich, zumindest meiner Kenntnis nach, auch niemand in mich verliebte, haben mich 346 Euro Mitgliedsgebühr gekostet. Von diesen 346 Euro hätte ich mir, wenn wir von einem Preis von sechs Euro pro Glas ausgehen, 58 Gin Fizz kaufen können. Je nach Zustand des Zielobjekts benötige ich drei bis fünf Gin Fizz, um mir einen Mann schön zu trinken. Ich hätte mir also für die 346 Euro, die ich für Parship ausgegeben habe, 19 mittelschöne und zwölf unterdurchnittlich schöne Männer sehr schön trinken können. Selbst im ungünstigsten Fall wäre ich also mindestens ein dutzend Mal verliebt gewesen. Das ist zwölfmal mehr, als ich in 262.000 Parship-Minuten geschafft habe.

Warum es mit dem Verlieben nicht geklappt hat, kann ich nicht genau sagen. Ich kann nur sagen, dass es diesen Mann gab, mit dem ich ganz vielversprechend hin und her schrieb. Er schrieb ganze Sätze mit Subjekt, Prädikat, Objekt, und nach einer Zeit fragte ich ihn, was er in seiner Freizeit mache. Er antwortete, dass er Landwirtschaftssimulator spiele. Ich sagte: „Landwirtschaftssimulator, aha, was macht man denn da so?“, weil es wichtig ist, dass man sich für die Hobbies des Anderen interessiert, auch wenn man schon ahnt, dass die Erklärung einen an den Rand der emotionalen Möglichkeiten bringen wird. Er antwortete, dass er Felder bestelle und Mähdrescher führe, dass er jeden Abend seine Schweine füttere und seine Kühe melke. Nicht wirklich natürlich, es sei ja nur eine Simulation, aber virtuell, dafür aber mit Dolby Surround. Er sagte, er habe sein Schlafzimmer umgebaut und habe daraus ein Landwirtschaftszimmer gemacht, mit Tapeten aus Kornfeldern und mit Sound von allen Seiten, so dass das Blöken und Grunzen und vor allem die Motoren des Mähhdreschers richtig mit Wumms kämen, das sei fantastisch. „Aha“, sagte ich, „und was machst du, wenn du nicht Landwirtschaftssimulator spielst?“ – aber er verstand die Frage nicht. Denn so ein Bauernhof ist schließlich eine Verpflichtung fürs Leben, deshalb, so sagte er, schlafe er auch auf seinem Hof. Ich entschied mich gegen ein Leben auf dem Land.

Dann war da dieser Mann, der genauso wie der virtuelle Bauer zunächst sehr nett war, bis er meinte: Eine Sache müsse er mir sagen, das habe vor mir leider viele Frauen abgeschreckt. „Aha“, sagte ich, „was ist es denn?“ Er sagte, dass er eine Tochter habe, dass er seine Frau und seine Tocher aber verlassen habe, nachdem er festgestellt habe, dass Vatersein nichts für ihn sei. Weil Vatersein nichts für ihn sei, wolle er auch keinen Unterhalt für seine Tochter zahlen, denn das könne er mit seinem Gewissen nicht  vereinbaren. „Mit welchem Gewissen?“, fragte ich, und er antwortete: mit seinem Gewissen sich selbst gegenüber, denn er wolle mit sich im Reinen sein, man könne nicht einerseits Hü und andererseits Hott sagen, Vaterschaft ablehnen und durch Unterhaltszahlungen das Vatersein doch für sich anerkennen, das habe auch etwas mit Konsequenz sich selbst gegenüber zu tun. Ich war daraufhin auch konsequent.

Irgendwann telefonierte ich mit einem Mann. Keiner von den zwei Genannten – mit einem Dritten. Er brach nach nur zwei Minuten in Tränen aus. Er sagte, seine Frau habe ihn verlassen und seine Mutter sei gestorben und weil er nun überhaupt keine Frau mehr in seinem Leben habe, keine Ehefrau und keine Mutter, fühle er sich sehr allein. Ich fragte, wie frisch das denn alles sei, denn man soll ja mitfühlend sein, und er sagte, dass der Tod seiner Mutter nun drei Jahre und das Ende seiner Ehe vier Jahre her sei, und er weinte so bitterlich, dass ich mich nicht traute aufzulegen. Ich hörte mir also 45 Minuten lang seine Lebensgeschichte an, von der Kindheit bis zur Ehe bis zur Trennung, auch das Verhältnis zu seiner Schwester war schwierig, und ich riet ihm, sich in eine Therapie zu begeben. Er sagte, das hätten ihm schon zahlreiche Menschen gesagt, er fände es aber folgerichtiger, seine Wunden mit einer neuen Beziehung zu heilen, denn ihm fehle ja nur eine Frau, eine Partnerin, die ihm Geliebte und Mutter sein könne. Ich wünschte ihm viel Glück.

Wir sind nun bei Minute 131.000 von 262.000, also bei 173 Euro, und ich beschloss, dass es trotz aller Rückschläge an der Zeit ist, auch mal jemanden persönlich zu treffen. So traf ich den Gymnasiallehrer. Wir tranken einen Kaffee an einem Fluss, und er fragte, wie es mir gehe. Ich antwortete, dass es mir gut gehe, und er sagte: Ihm gehe es sehr! schlecht! – und er erzählte mir von seinem Leben als Gymnasiallehrer, von seinem Kollegium, von verzogenen Schülern, von dummen Abiturienten, von sinnfreier Inklusion und von haarsträubenden Vorurteilen seinem Berufsstand gegenüber. Nach einem halbstündigen Monolog, während dem ich den Nachbartisch beobachtete, an dem ein Paar mit einer großen Dogge saß, die jedesmal die Braue hob, wenn der Gymnasiallehrer in seinem Verdruss laut wurde, fragte er mich, was ich beruflich mache. Ich sagte, dass ich selbstständig sei, und er antwortete, dass er Selbstständigkeit bei einer Frau unweiblich finde – ich weiß bis heute nicht, ob das nur geschäftlich oder ob es gesellschaftlich gemeint war. Nachdem er das gesagt hatte, folgte ein weiterer Monolog, diesmal über den Kapitalismus und seine Auswirkungen auf Gymnasiallehrer. Ich zahlte meinen Kaffee und ging.

Ungefähr bei Minute 200.000 traf ich mich mit einem alleinerziehenden Witwer, der nicht halb so traurig war wie der Weinende, der aber trotzdem keine Worte fand. Wir saßen uns gegenüber, und er schwieg. Ich fragte ihn eine Frage, er beantwortete die Frage und schwieg. Ich fragte die nächste Frage, er beantwortete die Frage und schwieg. Ich fragte die nächste Frage, er beantwortete die Frage und schwieg. Nach vielen Fragen, die er freundlich und in ganzen Sätzen, aber ohne eine einzige Gegenfrage beantwortete, fragte ich ihn, wie ihm unser Treffen gefalle. Es sagte, es sei wunderbar; er habe zum ersten Mal bei einer Frau das Gefühl, dass sie gut zu ihm passe. Denn mit allen anderen Frauen vor mir habe er nur Gesprächspausen gehabt.

Zwischendurch schrieb mir ein Mann, dass er mein Profil sehr ansprechend fände, dass er mich normalerweise auch gerne kennenlernen wolle, dass ich für seinen Geschmack allerdings viel zu groß sei – und fragte, ob sich das ändern ließe. Noch bevor ich ihm zurückschreiben und die Möglichkeiten für ihn aufzählen konnte – Stelzen, orthopädische Schuhe, neben mir auf einem Mäuerchen balancieren -, blockierte er mich.

Bei Minute 220.000 – ich war schon zynisch und hatte niemanden mehr angeschrieben -, schrieb mir ein weiterer Mann. Er war, dessen bin ich mir sicher, der Midlife-kriselnde Dicki Hoppenstedt. Ich klickte mich durch seine Fotos, auf denen er mit Strickpullunder und Playmobil-Frisur posierte. Weil ich unterstelle, dass ein Mensch, der sich auf einer Online-Dating-Plattform anmeldet, nur Fotos von sich hochlädt, die er für vorteilhaft hält, war ich rechtschaffen irritiert. Noch mehr irritierte mich allerdings, dass Bild fünf kein weiteres Bild eines Strickpullunderträgers war, sondern das Foto eines Großpudels, der jedoch frappierende Ähnlichkeit mit einem Strickpullunder hatte. Ich schrieb, mit Zwinkersmiley: „Bild fünf ist aber schon ein Bild von deinem Hund – und nicht von Dir, oder?“  Dicki antwortete sehr ernst: Ja, das sei sein Hund, sein Hund sei der Mittelpunkt seines Lebens, deshalb sei er Teil seines Parship-Profils. Ich fragte Dicki, ob er den Hund zum ersten Date mitbringen wolle. Dicki antwortete: Ja, das würde er sehr gerne, und es freue ihn, dass ich ihn daten wolle. Ich schrieb zurück, dass ich ihn und seinen Hund nur treffen wolle, wenn der Hund ein Kunststück könne. Dicki antwortete: Leider könne der Hund kein Kunststück, aber er wolle noch versuchen, ihm kurzfristig eins beizubringen – was ich mir denn vorstelle. Ich schrieb: „Ein brennender Reifen darf es schon sein.“ Dicki schrieb zurück, dass er bei der Freiwilligen Feuerwehr sei und dass er deshalb wisse, wie gefährlich brennende Reifen seien und dass das nicht in Frage käme. Ich antwortete: „In dem Fall kann nichts aus uns werden.“

Danach gab ich auf und ließ die Minuten 221.000 bis 262.000 ohne weitere Aktivitäten verstreichen. Vielleicht war genau das der entscheidende Fehler, und in diesen Minuten wären meine elf Minuten gekommen, in denen ich mich verliebt hätte.

Das alles ist nun mehr als sechs Monate her, und all diese Begegnungen hat es wirklich gegeben. Ich habe all in den Monaten allerdings nur einen Gin Fizz getrunken. Das ist vielleicht das eigentliche Problem.

Verrichtungen

5. 01. 2018  •  22 Kommentare

Die erste Woche des Jahres stand im Zeichen privater Verrichtungen. Diese Verrichtungen waren:

  • das Zuhause genießen
  • hausfräuliche Dinge tun
  • Sport
  • Eichhörnchen beobachten
  • Meise, Finken und Dompfaffen füttern
  • ausreichend Nachtschlaf

An Weihnachten beschwerte sich Vatta, dass niemand für ihn gebacken habe. Zumindest nicht das, was er bevorzugt: Berliner Brot. Seine Schwester hatte Spritzgebäck gebacken und seine Perle Vanillekipferl, aber eben niemand Berliner Brot. Und Kekse mit Marmelade auch nicht. Also habe ich Berliner Brot gebacken. Und Busserl. Und vom verbleibenden Eiweiß habe ich fluffige Makrönchen mit Quark hergestellt.

Weihnachtsplätzchen mit Marmelade und Makronen

Alles ohne Küchenwaage. Denn mit dem Mitbewohner ist im Sommer auch die Küchenwaage ausgezogen.

Weil ich nur nach und nach bemerke, was sonst noch so fehlt, ist mir erst gestern aufgefallen, dass ich auch keinen Dosenhöffner mehr besitze. Naja, Schraubenschlüssel und Hammer tun’s genauso.

Geöffnete Dose, daneben Hammer und Schraubenschlüssel

Der Exmitbewohner meinte übrigens, er habe den Dosenöffner nicht. Das sei ein Linkshänderdosenöffner gewesen, mit dem könne er eh nix anfangen. Aber wo ist er nur?

Vielleicht ist er in dieses Paralleluniversum ausgewandert, in dem all meine Haarspangen wilde Feste feiern.

*

Ich kann mir wieder einen Bauernzopf flechten.

Bauernzopf

*

Im Fitnessstudio sind Diegutenvorsätze™ am Start. Sie kommen immer am zweiten Januar, sind frisch ausstaffiert und bleiben in der Regel bis Karneval. Diegutenvorsätze™ turnen sehr, sehr ernsthaft – wobei die männlichen Neuturner in einer einzigen Einheit das Pensum des ganzen vergangenen Jahr absolvieren, während die Frauen bedächtig in sich hinein hörend auf dem Crosstrainer grooven, Stufe Eins, drei Watt, Konzentration auf Atemtechnik.

Für nächsten Montag bin ich zum Zumba verabredet. Aus Recherchezwecken.

*

Gestern habe ich einen Ausflug nach Hörde Downtown gemacht. Im Buchladen habe ich diese Werbung entdeckt:

Postkarte: Gut gegen Nordwind

Im Theater im Dortmunder U werden „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ gegeben. Die Liebesgeschichte schlechthin. Also, für mich. Werde ich mir ansehen.

Ich habe mir außerdem eine neue Pudelmütze gekauft, weil der Wind auf dem Weg um den See so kalt pfiff und weil Pink ja nun auch nicht zu allem passt. Auf dem Nachhauseweg bin ich danach ausgerechnet dem Verein der Pudelfreunde Deutschland e.V. begegnet, Förderer und Bewahrer des deutschen Pudeltums.

Aufkleber: Verband der Pudelfreunde Deutschland e.V.

Ich war zart ergriffen angesichts dieser Fügung des Zufalls.

*

Ich habe mir zwei neue Playlisten erstellt. Einmal „Instrumental“, weil ich beim Autofahren neuerdings gerne schöne Instrumentalmusik höre. Wenn Sie da Tipps haben: Immer her damit.

Außerdem „Electronic Swing“. Das wird meine Küchenpartys begleiten. Es ist schon der 5. Januar. So langsam wird es Zeit zum Anwaffeln.

*

Na gut, ein paar berufliche Dinge habe ich auch gemacht. Zum Beispiel habe ich einen Zulassungsantrag an die Fernuni Hagen gestellt – für ein Einstiegsstudium. Zwecks Weiterbildung.

Brief an die Fernuni Hagen

Nach Studium an der HHU Düsseldorf und der TU Dortmund ist das meine dritte Immatrikulation. Ein dreifach Hip Hip Hurra auf das deutsche Hochschulwesen.

Die Zeit zwischen den Jahren

30. 12. 2017  •  16 Kommentare

Nach Norden reisen. Entschleunigen. Die Sonne mitnehmen. Frische Luft tanken. Das Meer sehen. Umhergehen. Hörbuch hören. Oder den Möwen zu. Den Wind spüren. Regen.

Schillig Strand

Einkehren und einen Kaffee trinken. Käsekuchen. Rote Wangen. Mützenverstrubbeltes Haar.

Wenn es dämmert: nach Hause kommen. Aufwärmen, mich und eine Milch. Schwarzwaldklinik gucken, sechs Folgen hintereinander.

Udo mit Christa, Christa mit Klaus. Udo mit Katharina, Klaus mit Maria, Christa mit Vollmers, Udo mit Claudia, bis Claudia an Leukämie stirbt. Dann Udo mit Elke. Klaus wieder mit Christa. Evelyn Hamann mit dem Seewolf, Kindermädchen Carola mit dem Postboten. Udo ist ständig oben ohne, wenn man von der Brustbehaarung absieht: beim Sonnen, beim Schwimmen, beim Wasserski fahren, im Krankenbett mit Schulterverletzung; da kann man natürlich kein Hemd tragen. Die Synchronstimme von Marty McFly wird eingeliefert: Lähmung! Oberschwester Hildegard bricht sich ein Bein. Professor Brinkmann in jeder Folge bedeutungsschwanger. „Gegen den Tod können wir nicht anoperieren.“ Ehrfürchtiges Nicken.

Ich bin hier zu Gast; ich sitte ein Haus und im weiteren Verlauf auch einen Hund. Der Hund – er wundert sich, dass ich hier bin, aber seine Leute nicht. Ich sage ihm: Sie kommen bald. Er geht zur Tür, gucken. Kommt zurück. Sieht mich an, mit einem Was-hast-du-mit-ihnen-gemacht?-Blick. Runzelt die Stirn. Seufzt. Mit Futter und Kraulen mchen wir uns bekannt. In der Nacht kommt er vorbei und leckt meine Hand. Ich wache davon auf und schlafe darüber ein.

Wir gehen spazieren. Brötchen holen. Durchs Dorf. Und die Allee entlang.

Büppel: Allee aus Eichenbäumen

Wir gehen zum Shetland-Pony: dicker Bauch, kurze Beine; es erinnert mich an jemanden, ich komm‘ nicht drauf. Oder doch: Ich komme drauf, schreibe es hier aber besser nicht.

Shetlandpony

Ich fahre einkaufen – für Silvester: Mehl, Hefe, Grieß und Dinge für auf die Pizza. Es gibt hier famila. In meiner Heimatstadt im Sauerland gab es in den 80ern auch einen famila. Kindheitserinnerungen. Es gibt hier viel Gold, Marken wie „Küstengold“ und „Goldmarie“. Die Straßen heißen nach Bürgermeistern: Bürgermeister Heidenreich, Bürgermeister Osterloh. Es müssen verdiente Leute gewesen sein.

Der Hund mag mich am meisten, wenn ich mir ein Brot schmiere.

 

Wind rüttelt an den Fenstern. Die Seeluft, sie macht mich fertig, jedesmal. Zähne putzen. Bett. Podcast an. Den Timer auf 15 Minuten. Ich erlebe nicht mehr, wie der Ton ausgeht.

Der Vorhersage-Check 2017

18. 12. 2017  •  22 Kommentare

Traditionell blickt man am Jahresende zurück. Ende 2016 schrob ich eine Vorhersage für 2017. Lassen Sie uns sehen, was eingetroffen ist.

VG

 

Beste Entscheidung:
Freiberuflich arbeiten. Im Februar geht’s los.

Ich hatte in 2017 keine Sekunde Zweifel an meiner Entscheidung, selbstständig zu sein. Ich habe tolle Kunden, große Freude bei der Arbeit und ebenso große Freude an der Arbeitsform. Auf dem Barcamp in Leipzig frug mich jemand: „Wenn du sagen müsstest, wie das erste Jahr freiberufliche Jahr war, von eins bis zehn, was würdest du sagen?“ Zehn plus.

<Werbeblock>:

Ich helfe, dass sich Menschen und Unternehmen aus sich selbst heraus weiterentwickeln. Ich begleite Teams und Führunsgkräfte. Ich unterstütze, Mitarbeiter*innen im Unternehmen zu halten und sie zu gewinnen. Ich gebe auch Seminare dazu – und zu Kommunikation und guten Geschichten. Mehr dazu.

</Werbeblock>

Das Erstaunliche: Ich war seit Beginn der Selbstständigkeit nicht krank. Kein Männerschnupfen, nix. Das ist mir seit mehr als 20 Jahren nicht passiert; normalerweise beginnt die Erkältungszeit, und ich liege danieder. Ich rechne es meiner Ausgeglichenheit zu: mehr Freude, mehr Selbstbestimmtheit, mehr Sinn.

Schlechteste Entscheidung:
Freiberuflich arbeiten. Ich werde fluchen. Ich werde zweifeln. Ich werde hadern. Und am Ende wird alles gut werden. 

Kommt sicher noch.

Beste Anschaffung:
Das Auto, das ich mir kaufe. Es ist mein erstes Auto – was sich ein bisschen seltsam anfühlt, immerhin fahre ich seit mehr als 20 Jahren, und ich fahre nicht wenig, sowohl Auto als auch Bahn, aber ich habe noch niemals ein Fahrzeug gefahren, das auch auf meinen Namen angemeldet war. Ich werde es jeden Morgen streicheln und vielleicht auch in aller Öffentlichkeit mit einem Mikrofasertuch abfeudeln. Ich kann für nichts garantieren.

Es heißt Olga, ist ein Tschechenlaster und das schönste Auto, das in Dortmund herumfährt. Es kann Musik abspielen und einen warmen Po machen. Es hat mich 20.000 Kilometer kutschiert. Ich habe mir im Baumarkt  Tücher gekauft, um im Innenraum durchzufeudeln, habe Olga schon dreimal ausgesaugt und nach dem Waschen poliere ich ein bisschen nach.

Außerdem eine gute Anschaffung: der Kärcher-Fenstersauger. Es besteht die berechtigte Annahme, dass ich in 2018 mehr als zweimal meine Fenster putzen und meine Nachbarschaft deshalb gänzlich anders, deutlich weniger diffus wahrnehmen werde. Ich spiele sogar schon mit dem Gedanken, die Fenster des Gewächshauses damit zu putzen. Im Dezember! Zu Hülf!

Dämlichste Anschaffung:
Vermutlich ein Kleidungsstück, das mir fast passt. Nur noch minus fünf Kilo.

Es ist eine Hose, und sie wird mir sehr bald passen. 2022.

Schönster Absturz:
Ich stürze nicht ab. Ich betrinke mich nur intensiv. 

An dieser Stelle danke ich dem Herrgott und meinem Vater für das Gen-Paket „Trinken ohne Reue“. Danke, Papa. Danke, Götter. Hallelujah.

Bestes Getränk:
Cocktails von Björn. Sie sind allesamt gerne eingeladen, die Cocktails von Björn zu toppen und mich auf etwas Besseres einzuladen. Wird aber schwierig.

Riesling vom Weingut Erbeldinger in Bechtheim, getrunken im Sauerland auf einem 50. Geburtstag. Riesling aus Keine-Ahnung-Wo, ebenfalls getrunken im Sauerland auf einem 40. Geburtstag, andernorts. Weißer Burgunder vom Weingut Didinger in Osterspai, getrunken in Mülheim, anlasslos, und in der eigenen Küche mit der Kreisläuferin, ebenfalls anlasslos. Beide Weingüter sind sehr zu empfehlen. Caipirinha in Leipzig: Im Osten kriegt man Alkoholmengen in die Cocktails, alter Schwede; ich war benommen.

Ekelerregendstes Getränk:
Seit ich mit mir überein gekommen bin, dass Tomatensaft und Filterkaffee in meinem Leben keine Rolle spielen, ist die Gefahr eines ekelerregenden Getränks geringer geworden. 

Ein Gurkensmoothie. Fragen Sie nicht. Ich dachte, es sei etwas mit Frucht. Er hat mich kalt und schleimig erwischt.

Beste Musik:
Konzert. Phil Collins im Juni in Köln.

Der alte Mann war gut. Im Radio kann ich ihn nicht länger als ein halbes Lied lang anhören. Auf seinen Konzerten allerdings mag ich ihn. Gute Arbeit, Phil. Gute Arbeit, Phils Sohn.

Beste Lektüre:
Meine Amazon-Wunschliste ist lang, außerdem gibt es noch eine Kindle-Wunschliste. Dazu viele gute Blogbeiträge, journalistische Reportagen – ich bin sicher, ich werde literarisch glücklich werden. 

In 2017 habe ich wenig gelesen. Gelesen, gehört und für gut befunden habe ich:

  • Judith W. Taschler: Die Deutschlehrerin – unaufgeregt, prima Stilmix.
  • Kristof Magnusson: Arztroman – Endlich mal eine gute Frauenfigur ohne Kitsch.
  • Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg – Bislang tatsächlich noch nicht gelesen, in 2017 nun gehört. Hat einige Längen. Zum Hören auf langen Autofahrten aber prima.
  • Monika Gruber: Man muss das Kind im Dorf lassen – Auch gehört. Habe mich gut amüsiert. Sollte man wegen des dialektalen Vortrags von Frau Gruber lieber hören als lesen.
  • Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich – Ebenfalls gehört. Habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
  • Daniel Glattauer: Darum – Eine Geschichte fast ohne Handlung, und doch war ich aufs Ende gespannt.
  • Fabio Volo: Einfach losfahren – Kein Mann schreibt besser übers Leben und über die Liebe.

Schönster Moment:
Bestimmt etwas mit Liebe und Knutschen.

Ääh … nein. Das Gegenteil. Liebe und Knutschen wären für 2018 schön. Gibt’s Kandidaten? Ich habe etwas vorformuliert, bin mir aber nicht sicher, welchen Ansatz ich wählen soll.

Sportlich:
„Kalendergirl, solider Gesamtzustand, leichte Dellen, sucht Trainigspartner mit Sinn für Teamplay und gute Passwege.“

Gärtnerisch:
„Gänseblümchen sucht Löwenzahn zur gemeinsamen Eroberung von Grünflächen.“

Sonntäglich:
„Platz auf dem Sofa frei. Nutellalöffeln möglich. Leihjogger vorhanden.“

Oder kurz und knapp kulinarisch:
„Waffelliebhaberin hat Herz zu verschenken.“

Was meinen Sie?

Die meiste Zeit verbringen mit:
Mir. Am Schreibtisch. Im Garten. In Projekten bei Kunden. In Seminaren. Beim Laufen um den See. Im Fitnessstudio. Auf Reisen.

Kunden. Wer hätte das gedacht? Ich schätze auch, dass ich in noch keinem Jahr so viel Zeit mit anderen Menschen geteilt habe: Kunden, Freunden, Menschen auf Barcamps. Großartig.

Gelaufen bin ich leider wenig. Weil ich viel bei Kunden war – was unterm Strich mehr als in Ordnung geht. Und weil ich zweimal langwieriger verletzt war. Nichts Wildes, aber leidig (das Alter, Leute; es lässt sich nicht leugnen). Fürs Fitti ist mir der Rhythmus abhanden gekommen. Ich bin gerade dabei, mich zu reorganisieren. Vorsatz für 2018: wieder mehr Sport.

Die schönste Zeit verbringen mit:
Reisen. 

Ich war in Bern, in Heidelberg, in Berlin, in Dangast, in Leipzig, , in Darmstadt, auf Norderney und im Osnabrücker Land. Und in Wuppertal, sogar in einer Herrenboutique – das sollten wir nicht unerwähnt lassen. Ich war allerdings wenig im Ausland, nur einmal in der Schweiz. 2018 kann das gerne anders werden.

Vorherrschendes Gefühl 2017:
Freudige Anspannung.

Jo.

Kommissar Rex

28. 11. 2017  •  11 Kommentare

Nicht das erste Café am Platze, aber das erste Café, wenn man die Fußgängerzone betritt. Ich setze mich neben die Gruppe Rentnerinnen: Silberschopfe um Kaffeetassen, gelassenes Schweigen, Rühren, Schlürfen.

Eine vierte Dame betritt die Szene, Tweedkostüm, Stockschirm.
„‚Nmorgen Ladies.“
„Hilde! Nein! So schön, dich wiederzusehen!“ Großes Hallo. „Geht’s dir besser?“
„Fühle mich wieder wie 50. Hundertzehn Blutdruck heute.“
„Haaaach, wie schön! Dann können wir Baileys trinken.“
Gelächter.

Hilde setzt sich. „Hundertzehn ist zu niedrig. Ich hab Schwindel.“
„Gehst du zum Müller?“
„Seit Januar.“
„Der macht mich auch immer schwindelig.“
Gelächter.

Zur Thekendame: „Machste mir ’n Kakao? Mit Sahne, bitte.“
„Was macht Jürgen?“
„Hüfte.“
„Immer noch?“
„Ich sach‘ nur noch ‚Mein kleiner Schäferhund‘ zu ihm.“
„Kommissar Rex.“
Gelächter.

„Er war ja sogar bei der Kripo.“
Japsen. Augen trocken tupfen.

„Wird er denn bald operiert?“
„Ist er doch schon!“
„Ach, und immer noch …“
„Die andere Seite muss noch.“
„Herrje. Wie bei meinem Gerd.“

Der Kakao kommt.
„Ist Schuss drin?“
„Ist es denn schon elf?“
„Hast Recht. Noch zu früh.“
„Zum Wohl.“
„Zum Wohl.“

#WMDEDGT: Oktober 2017

6. 10. 2017  •  5 Kommentare

Gestern war der 5. des Monats. Der Tag für:

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (#WMDEDGT)

Eine Initiative zur Förderung des Tagebuchbloggens – Idee von Frau Brüllen. Sie sehen heute: einen Seminar-Tag.

06:50 Uhr

Wecker. Snooze.

07:00 Uhr

Wecker. Aufstehen.

Heute ist Seminartag: Ich bin am Institut für Journalistik der TU Dortmund. Es ist die Woche vor dem offiziellen Semesterbeginn. Ich gestalte einen Tag für die Lehrredaktion Print/Magazin. Es geht um kreatives und gutes Schreiben.

08:15 Uhr

Das Seminar beginnt um 10 Uhr. Vor Veranstaltungen bin ich immer eine Stunde früher vor Ort, um den Raum vorzubereiten, nochmal meine Materialien zu sichten, die Teilnehmer*innen willkommen zu heißen und einen Kaffee zu trinken.

Ich breche also daheim auf. Die Stadt Dortmund hat sich vor einigen Wochen überlegt, zwei Einfallstraßen aus dem Süden komplett zu sperren . Als ob das in einer 600.000-Einwohner-Stadt nicht bereits ausreichte, um Ungemach zu verursachen, sind zusätzlich zwei Auffahrten auf die Ausweichstrecke gesperrt (Wer denkt sich sowas aus?!). Es herrscht ein sensationelles Chaos. Ich benötige eine Stunde für die knapp zwölf Kilometer lange Strecke.

10:00 Uhr

Seminarbeginn. Wir starten mit kleinen Aufwärmübungen: „Dein Morgen ohne Verben“. Danach geht es weiter mit klassischen Darstellungsformen und ihrer Verwendung im Magazin. Wir machen eine Übung für alternative, freie Darstellungsformen.

13:00 Uhr

Mittagspause. Zum Nachtisch kaufe ich eine Waffel. An der TU gab es bis vor kurzem die besten Waffeln Dortmunds. Dagegen konnte jeder Bäcker einpacken: hell, weich, ein schlichter, aber guter Teig, nicht zu süß. Regelmäßig eine glatte 10 auf der Internationalen Waffelskala™.

Der Waffelverantwortliche der Mensa hat jedoch das Waffelkonzept geändert: Es gibt nun Waffeln aus einem Poffertje-artigen Eisen. Keine Veränderung zum Guten: nur noch lieb gemeinte 8 Punkte.

14 Uhr

Es geht weiter im Seminar – mit Perspektivwechseln. Danach zeige ich eine Methode, wie man Themen konkretisiert. Außerdem beschreiben wir Menschen, ohne Adjektive zu benutzen. Denn: Adjektive sind die Pest. Sie sind wertend, nehmen dem Leser seine Autonomie und bevormunden ihn.

17 Uhr

Ende des Seminars. Ich halte noch ein Schwätzchen erst mit Studenten, dann mit meiner Auftraggeberin. Dann fahre ich heim.

18 Uhr

Stau auf dem Heimweg – wer hätt’s gedacht. Dieses Bundesland ist eine Katastrophe. Schon am Tag zuvor war ich Teil von 400 Kilometern Stau. Beziehungsweise: Ich war der Teil, der nicht mal in den 400 Kilometern enthalten war, denn mein Stau war zur Autobahn hin und von der Autobahn weg  – gezählt wird ja nur auf der Autobahn. Ich gebe nochmal 15 Kilometer kostenlos dazu.

Ich würde so gerne sagen: „Man müsste mal …!“, doch ich weiß selbst keine Lösung für die unsägliche Verkehrssituation in Nordrhein-Westfalen. Nur eins ist klar: Da muss richtig viel Geld reingepumpt werden. In Schienen, in Straßen, in Radwege. Dazu der Mut und der Wille, intensiv alternative Konzepte zu erproben, denn allein über Schiene und Straße wird das nicht funktionieren.

Es ist absurd, dass ich für die Strecke vom Vortag regulär 35 Minuten mit dem Auto benötige – real aber 80. Mit dem ÖPNV würde ich allerdings 2:20 Stunden brauchen – mit dreimal Umsteigen. Wenn alles klappt. Das ist alles ein Witz.

Wie dem auch sei. Ich nutzte die Heimfahrt, um mit einer Kundin noch Details für einen Auftrag am kommenden Dienstag durchzusprechen.

20 Uhr

Training mit den Kalendergirls. Ich bin derzeit Halbinvalide wegen einer Lappalie, die ziemlich weh tut und leider auch keine Lappalie bleibt, wenn man sie nicht auskuriert. Deshalb turne ich am Rand mit Thera-Bändern. Mit Thera-Bändern kann man durchaus ernsthaft arbeiten, und wenn man das tut, hat man am nächsten Tag deutlichen Muskelkater. So wie ich heute.

22:30 Uhr

Daheim. Ich schaue in der ARD-Mediathek noch zwei Dokus. Über Kommissare, die alte Fälle wieder aus dem Archiv geholt und gelöst haben, und über Handwerker, die keine Ausbzubildenden finden. Ich finde die Links jetzt nicht.

00:00 Uhr

Bett.

Pizzeria in Strandnähe

6. 09. 2017  •  12 Kommentare

Sie setzen sich an den Nebentisch: Er, sie und ein Junge.

Er, ein Mann so mittelalt, wie es sonst nur Gouda ist, Haarkranz, Herrensandale und kariertes Hemd. Die Haare rasiert er sonst kürzer, das sieht man. Doch im Urlaub sind sie gewachsen, einige Millimeter nur, und schon sieht er plötzlich seinem Vater ähnlich. Sie hat lange, dicke Haare mit mehr Grau als Schwarz, Fleecepullover, Trekkinghose. Eine Frau mit der Aura von Sandelholz. Neben ihr sitzt der Junge: kein Kind mehr und auch noch kein Erwachsener, schlaksig, seine Augen blicken ins Leere. Es strengt ihn an, keine Sandburgen mehr zu bauen; er hält aus, den ganzen Urlaub schon.

Sie blättern in der Karte, und der Mann sagt: „Nehmen wir Bruschedda vorweg?“ Er sagt Bruschedda, mit Sch wie Schürfwunde und zwei D.
Sie sagt: „Sicher“, und fragt den Jungen: „Und du? Wieder Prosciutto?“
„Jo“, antwortet der Junge und rutscht mit dem Hintern näher an die Kante des Stuhls. Er liegt nun halb und fläzt sich unter den Tisch.
Der Mann fragt: „Nehmen wir Bruschedda vorweg?“
„Hab ich doch gesagt“, sagt sie und blättert weiter in der Karte.
„Was hast du gesagt?“
„Dass wir Bruschetta nehmen.“
„Also ja.“
„Hab ich doch gesagt.“
Schweigen.
„Du musst dann aber auch was mitessen“, sagt er, und zu dem Jungen: „Im Restaurant sitzt man ordentlich.“ Pause. „Willst du auch Bruschedda?“
„Was isn das?“, fragt der Junge.
„Brot mit was drauf.“
„Nee.“
„Also nicht.“
„Nee.“
„Aber nicht, dass du hinterher doch was willst.“
„Will ich nicht.“
„Nu setz dich mal richtig hin“, sagt sie und knufft dem Jungen den Ellbogen in die Rippen.

Der Junge stützt sich mit beiden Händen auf die Stuhlfläche und schiebt sich hoch. Er legt einen Arm auf den Tisch und tippt mit dem Zeigefinger auf die Zinken seiner Gabel. Der Griff wippt auf und ab.
„Dich kann man auch nirgendwo mit hinnehmen“, sagt der Mann.

Die Kellnerin kommt. Er sagt: „Für mich einmal die 36. Dann noch die 12 und was nimmst du, Schatz?“
„17.“
„Und einmal die 17. Und vorweg zweimal Bruschedda.“
Die Kellnerin sammelt die Karten ein und geht.

Sie fragt: „Wieso jetzt zweimal Bruschetta?“
„Er isst auch was mit“, sagt der Mann.
„Ich hab gesagt, ich will kein Brot“, sagt der Junge.
„Am Ende nimmst du doch was.“
„Nehme ich nicht.“
„Ist ja egal jetzt.“

Sie schweigen. Draußen biegt der Wind die Bäume.

„Morgen müssen wir dann mal sehen“, sagt er. „Wie das Wetter wird.“
„Sehen wir dann ja“, sagt sie.
„Ob wir dann nochmal an den Strand gehen oder doch was anderes machen.“
Der Junge wippt mit der Gabel. Der Mann langt über den Tisch, greift die Gabel und legt sie neben seine eigene. „Damit ist jetzt Schluss“, sagt er.
„Lass ihn doch“, sagt die Frau.

Der Mann lehnt sich zurück und verschränkt die Arme vor dem Körper. Der Junge fläzt sich wieder unter den Tisch und verschränkt ebenfalls die Arme. Der Wind heult. Die Frau faltet Knicke in ihre Serviette.
Nach einer Weile sagt der Mann: „Ich rauch‘ noch eine, bevor das Essen kommt.“ Er steht auf und geht den Gang hinunter. Die schwere Tür schlägt hinter ihm ins Schloss.

„Er nervt“, sagt der Junge.
Sie schweigt und faltet.

#WMDEDGT: September 2017

5. 09. 2017  •  5 Kommentare

Gestern war der 5. des Monats. Der Tag für:

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (#WMDEDGT)

Eine Initiative zur Förderung des Tagebuchbloggens – Idee von Frau Brüllen. Sie sehen heute: einen Homeoffice-Tag im Leben einer Selbstständigen.

08:00 Uhr

Der Wecker klingelt. Weil ich gestern entweder kränklich oder einfach nur unendlich müde war, habe ich mir eine Stunden mehr Schlaf gegönnt. Hoch lebe das selbstbestimmte Arbeiten!

Das Ergebnis ist sensationell: Nach mehr als neun Stunden Schlaf fühle ich mich gesund und frisch. Es lohnt sich doch immer wieder, auf seinen Körper zu hören.

Ich stehe auf, frühstücke gemütlich in der Küche, schaue dabei eine Doku über ein Riesenkreuzfahrtschiff, lese meine Mails, stelle einen gesponserten Beitrag im Gärtnerinnenblog online und führe Korrespondenz mit Kunden.

9:30 Uhr

Am 18. und 19. September bin ich als Referentin im Journalistenzentrum Haus Busch in Hagen. Ich mache den Ablaufplan für das Seminar und sende ihn an den Auftraggeber.

10:30 Uhr

Gestern fragte Frau Rabe auf Twitter:

Ich schreibe und male einen Brief ans Rabenkind.

11:00 Uhr

Ich hole mein Fahrrad aus dem Keller, um zur Postfiliale in den Stadtteil zu fahren. Dort liegt ein Paket für mich, und der Brief möchte ja auch auf die Reise. Vorher muss ich die Reifen aufpumpen. Ich bin eine große Niete im Reifenaufpumpen. Immer geht erst alle Luft raus, bevor irgendwas reingeht.

11:15 Uhr

Ich radel um den See ins kleine Stadtteilzentrum und hole mein Paket ab. Ich schicke meinen Brief ans Rabenkind ab (85 Cent für 28 Gramm nach Norwegen), und bummel etwas durch die Läden.

12:30 Uhr

Mittagessen. Ich brate mir Nudeln vom Vortag auf und schaue beim Essen eine Doku über Familienhelfer.

13:30 Uhr

Ich bereite meine Inhalte und Folien für das Seminar im Haus Busch vor. Es geht um die Planung von Inhalten über verschiedene Medienkanäle. Es haben sich Teilnehmer*innen aus der Unternehmenskommunikation und aus Zeitungsverlagen angemeldet. Ich muss also auf beide Gruppen eingehen.

Ich werde Methoden zur Entwicklung guter Inhalte zeigen, zur integrierten Kommunikation und zum Projektmanagement, außerdem Best-Practice-Beispiele. Zudem werden die Teilnehmer*innen an beiden Nachmittagen die Gelegenheit haben, die Methoden zu üben – an Projekten und Themen aus dem eigenen Hause. Ich finde es immer wichtig, dass die Teilnehmer*innen aus einem Seminar etwas mitnehmen, das sie direkt anwenden oder mit dem sie sofort weiterarbeiten können.

16:30 Uhr

Gartenpause. Ich mähe den Rasen und schneide allerlei Zeugs zurück, das schon verblüht ist. Außerdem harke ich Beete auf und ernte eine Riesenzucchini.

Riesenzucchini vor Beet

Riesenzucchini vor gemähtem Rasen vor geharktem und fast abgeernteten Beet

 

17:30 Uhr

Call for papers der WoMenPower in der Hannover Messe im April 2018. Ich fülle das Formular aus und gebe zwei Sessionvorschläge ab:

  • Von Egoshootern zu Teamplayern – Methoden für starke, diverse Teams
  • Sich selbst entlasten durch zielgerichtete Führung

18:30 Uhr

A’mdessn: Sushi aus dem Supermarkt und Wassermelone mit Feta. Dabei schaue ich eine Doku über Menschen, die nach Ghana ausgewandert sind.

19:30 Uhr

Für einen weiteren Call for papers gestalte ich zwei Seminarankündigungen und schicke sie an den Ansprechpartner. Unter anderem biete ich mich als Referentin an, um Unternehmen für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiv zu machen und diese im Betrieb zu halten.

21.00 Uhr

Wäsche bügeln. Feierabend.

September (mit Sommerrückblick)

2. 09. 2017  •  7 Kommentare

Meine Pläne für den September:

  • Einen 50. Geburtstag feiern, mit Partyhütte
  • Zum Barcamp nach Dangast fahren
  • Aufs Meer gucken
  • Die Handballsaison einläuten
  • Kunden glücklich machen
  • Darmstadt und Heidelberg besuchen
  • Eine „Wer-bin-ich?“-Balkonparty feiern
  • Den Garten herbstfit machen
  • Einen 51. Geburtstag feiern, ohne Partyhütte
  • Die Grillsaucen verbrauchen
  • Mehr schlafen
  • Gesund bleiben

Was schön war am Sommer:

  • Viel gearbeitet. Gut gearbeitet.
  • Homeoffice im Garten
  • Freunde. Sind immer schön. Diesen Sommer besonders.
  • Zucchinipuffer
  • Leute mit Zucchinipuffern glücklich gemacht
  • Selbst angebaute blaue Kartoffeln geerntet
  • Leute mit blauen Kartoffeln glücklich gemacht
  • Die Anmut der Kalendergirls
  • Heidelberg mit Inge
  • Stammtisch mit der Torfrau, dem Björn und den Leuten aus’m Dorf
  • Mal wieder gelesen
  • Terrassenbesuche bei abendlichem Schummerlicht (bei mir)
  • Terrassenbesuche bei abendlichem Schummerlicht (bei anderen)
  • Limetten-Pfefferminz-Limonade
  • Gesund geblieben

#WMDEDGT: August 2017

6. 08. 2017  •  6 Kommentare

Gestern war der 5. des Monats. Der Tag für:

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (#WMDEDGT)

Eine Initiative zur Förderung des Tagebuchbloggens – Idee von Frau Brüllen.

8:15 Uhr

Ich erwache von prasselndem Regen. Ich versuche, wieder einzuschlafen, denn heute ist Ausschlaftag: Ich habe nichts vor und könnte theoretisch bis abends um 18 Uhr im Bett liegen bleiben. Doch mein Körper möchte nicht mehr schlafen. Ich lausche noch eine Stunde dem Regen. Dann stehe ich auf.

9:15 Uhr

Frühstück mit frischem Milchkaffee und Brötchen. Anschließend packe ich Audios von den Texten online, die ich am Vortag bei der Lesung gelesen habe. Zusätzlich spreche ich noch den Käse-Text ein.

10:30 Uhr

Zucchiniverwertungsprojekt. Die Zucchinis in meinem Garten haben mal wieder ein Eigenleben angenommen und zur Welteroberung angesetzt. Zucchini Eins ist Arnold-Schwarzenegger-unteramdick und genauso lang. Zucchini Zwei etwa die Hälfte.

Ich backe Zucchinimuffins (weniger Zucker, keine Nüsse, dafür Schokostreusel):

Zucchinimuffins

Dann mache ich Zucchinisalat.

Zucchinisalat

Danach mache ich Zucchinipuffer.

Zucchinipuffer

Von den Muffins und den Puffern friere ich das meiste ein – Vorratshaltung für schlechte Zeiten. Eine Portion ist für meine Tante und meinen Onkel: Sie essen die Puffer gerne, es ist meiner Tante aber mittlerweile zu aufwändig, sie selbst zu machen. Bei meinem nächsten Besuch bei ihnen werde ich sie mitnehmen.

15:30 Uhr

Ich stecke eine Maschine Wäsche ein, grille mir ein Steak, esse dazu Zucchinisalat und gucke Shopping Queen mit unsympathischen Kandidatinnen. Der Staubsaugerroboter saugt das Chaos in der Küche weg.

17:30 Uhr

Nickerchen.

18:30 Uhr

Duschen. Wäsche aufhängen.

19:30 Uhr

Einweihungsparty. Bei jemandem, den ich erst kurz kenne. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich kommen darf. Ich lerne neue Leute kennen – und Leute, die ich erst kurz kenne, besser kennen. Sehr schön.

Auch schön: Wir gucken Fußball. Dortmund, Spieltag – da wird Fußball geguckt, egal was es sonst noch zu feiern gibt. Die Jungs spielen gut, verlieren aber. Macht nix. Wir sind guter Dinge.

01:30 Uhr

Huch, schon halb Zwei. Heimreise.

02:00 Uhr

Licht aus. Gute Nacht!



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