Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Küche«

Wombat reloaded

19. 03. 2013  •  15 Kommentare

Neue Wombatsuppe hergestellt:

Gazpacho andaluz

Damit bin ich für die nächsten vierzehn Tage versorgt. Damit Sie einen Eindruck haben, was die kontinuierliche Zufuhr von Gazpacho andaluz für mich bedeutet:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=qE82eFD7AjI&w=480&h=360]

(symbolhafte Darstellung)

Einkaufszettel

16. 02. 2013  •  67 Kommentare

Wigald Boning hat ein Buch über Einkaufszettel geschrieben. Weil er seit vielen Jahren Einkaufszettel sammelt.

Butter, Brot und Läusespray

Ich kann diese Leidenschaft gut verstehen. Denn ich hege große Sympathie zu Einkaufszetteln, diesen Beipackzetteln der maslowschen Bedürfnispyramide. Auf meinen eigenen Zetteln kommen gleich mehrere, leicht neurotische Charaktereigenschaften zum Ausdruck.

Da ist als erstes die Warengruppierung: Obst und Gemüse bilden auf meinen Einkaufszetteln stets ein Cluster, Kühlwaren wärmen sich an anderen Kühlwaren, Getränke stehen immer in Spalte zwei. Dinge, die ich nicht im selben Laden besorge, finden sich unten rechts oder, je nach Füllstand des Zettels, auf der Rückseite.

Einkaufszettel

Zweitens: Waren notiere ich gemäß ihres Auftauchens auf meinem Weg durch den Laden. So kann ich den Zettel von links oben nach rechts unten abarbeiten, ohne einmal umzukehren und als Geisterfahrer durch die Gänge zu schieben. Ausnahme: Obst und Gemüse bleiben links oben. Wenn ich unbekannte Rezepte koche und zunächst alle Zutaten notiere, schreibe ich den Einkaufszettel danach nochmal neu, in der Sortierreihenfolge des Ladens. Sie ahnen vielleicht, was es für mein fragiles Inneres bedeutet, wenn ein Supermarkt umräumt. Wochenlang bin ich danach in meiner Einkaufszettelgestaltung zurückgeworfen!

Drittens: Es gibt Codewörter. „Schnupp“ beispielsweise meint als Vergnügungsoberbegriff alle Süßigkeiten und sonstigen Annehmlichkeiten, einschließlich leichte Alkoholika.

Wigald Bonings Buch habe ich aufgrund meiner eigenen, speziellen Pedanterie mit Freude angeguckt. Am meisten Spaß macht es, sich selbst eine Geschichte zu den Einkaufszetteln auszudenken. „10 kg Klumpstreu“ auf einem Werbezettel für Granufink forte, ein Stück Raufasertapete, auf dem steht: „2×80 Bier“ – da weiß man doch, was los ist.

Unter den Schreibern gibt es übrigens die besondere Gattung der Markierungs- und Vernichtungsreißer, die sich mittels Rissen auf Höhe des notierten Lebensmittels merken, was sie schon eingekauft haben. Das ist natürlich nur nötig, wenn man alles durcheinander notiert.

Gazpacho, die neue Sucht

1. 12. 2012  •  40 Kommentare

Seit ich in Hochkantistan war, stecke ich in einer heftigen Gazpacho-Phase.

Geeiste Gemüsesuppe, seit fünf Wochen bin ich voll druff. Auf der Insel habe ich sie zu jeder denkbaren Gelegenheit gegessen, mittags und abends, morgens wurde sie leider nicht angeboten, aber auch da wäre ich dabei gewesen. Während der ersten Gazpacho-Tage bin ich jeden Morgen mit einem verwesenden Wombat im Mund aufgewacht – halleluja, ich konnte mich selbst nicht riechen, so sehr habe ich nach Knoblauch gestunken. Mit der Zeit aber hat sich mein Körper daran gewöhnt, und das Wombat ist zurück nach Australien geschwommen. Oder ich bin abgestumpft.

Seit meiner Rückkehr bin ich nun auf einer geradezu manischen Suche nach Gazpacho – und es gestaltet sich nicht leicht. Lediglich einen Laden habe ich bislang gefunden, der Gazpacho während der Wintermonate im Programm hat. Für den dreiviertel Liter muss ich fast einen Kredit aufnehmen. Was also tun?

Selbermachen! Bitteschön:

Gazpacho

Soeben habe ich zehn Portionen hergestellt und zur Lagerung portioniert. Ich hoffe nun, meine Gazpacho-Phase lässt nicht über Nacht nach, denn dann stehe ich da – mit eimerweise Gemüsesuppe. Das Rezept (Circa-Angaben, ich bin da nicht so genau):

20 Tomaten
2 Packungen passierte Tomaten
10 Paprika
2-3 Gurken
10 Knoblauchzehen
10 Zwiebeln
25 EL Olivenöl
10 EL weißer Balsamico
10 EL Zitronensaft
10 EL Zucker
Pfeffer
Sambal Olek

Den ersten Liter habe ich schon in meinem Körper abgestellt.

//*atmet sich in die hohle Hand
Und gerade klingelt das Wombat.

Der Chuck Norris der Nachtschattengewächse

28. 11. 2012  •  24 Kommentare

Ruhrgebiet. (nessy) Die männlichste Tomatenpflanze Deutschlands wächst im Ruhrgebiet. Das haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Experten sprechen sogar vom „Chuck Norris“ der Nachtschattengewächse.

Auf den ersten Blick sieht er unscheinbar, sogar mitgenommen aus, sein Blattwerk ist zerrupft, das unpaarig gefiederte Laub braun und schlaff. Doch der Eindruck täuscht: Thorsten Zwo, Tomatenpflanze aus dem östlichen Ruhrgebiet, wurde von amerikanischen Wissenschaftlern zum männlichsten Tomatenbaum des Jahres gekürt. Er brillierte in den Kategorien Fruchtreife, Blütenstand, Ausdauer und Wollust mit der vollen Punktzahl 10,0. Gleichzeitig erhielt er eine Sonderehrung für sein Lebenswerk – nicht zuletzt, weil er sich nach einem schweren Unfall im August zurück ans Spalier gekämpft hat.

In einem internen Bericht, der dem Kännchencafé zugespielt wurde, heißt es: „Die Anlage von T2 ist krautig und wirkt zunächst unterdurchschnittlich ausgeprägt, doch bei näherer Rekogniszierung zeigt sich eine beträchtliche Virilität, die Ausdruck findet in einem fein drüsig behaarten Fruchtknoten, einem ausdauernden Blütenstand und aromatischen, zweikammerigen Früchten.“ Ein handschriftlicher Vermerk neben dieser Passage lautet: „Chuck Norris!“

Das Schrifstück ist brisant, denn unter Gemüse herrscht traditionell hoher Konkurrenzdruck. Schon Stecklinge beäugen sich argwöhnisch. Entsprechend hoch ist die Suizidrate, speziell bei Nachtschattenartigen.

Ein Besuch vor Ort zeigt: Die Bewertung der amerikanischen Forscher kommt nicht von ungefähr; Thorsten Zwo wirft auch jetzt, im November, noch Früchte ab. Seine Besitzerin konnte zuletzt am vergangenen Montag eine Handvoll Tomaten ernten. „Sie schmecken sogar noch“, sagt sie. Erstaunlich sei, dass Thorsten Zwo sowohl weiterhin Früchte reifen lasse als auch Blüten produziere – und das, obwohl fast Winter ist.

Thorsten Zwei, November 2012

Thorsten Zwo: „Krautig, aber von beträchtlicher Virilität“.

Der Tomatenbusch soll nun zur Zucht verwendet werden. Thorsten Zwo, so hört man aus Saatgutkreisen, habe ein Angebot aus Spanien vorliegen, um in Andalusien zur Veredelung eingesetzt zu werden. Der Landstrich gilt als die Primera División der Pflanzenauslese.

Von Thorsten selbst war keine Stellungnahme zu bekommen. Der Ausgezeichnete schweigt beharrlich.

Wieder da

30. 10. 2012  •  14 Kommentare

Kaum bin ich mal ein paar Tage nicht da, passiert das:

Thorstomaten 2012

Thorsten hat im Endspurt nochmal fett Thorstomaten rausgehauen – und das Ende Oktober bei beginnendem Schneefall. Ein Tausendsassa! Übrigens sind es Tomaten der Marke „Klein, aber oho!“: kleiner als Cocktailtomaten, aber mit dem Geschmack von Dreien in Einer. Mit so einer Tomate kann Chuck Norris sogar Dr. Best zerdrücken.

Mehr später.

Nur roh, bitte!

8. 10. 2012  •  148 Kommentare

Im Kollegenkreis sind wir uns einig:

Es gibt Nahrungsmittel, die schmecken nur im Ur-Zustand, nicht aber in verarbeiteter Form. Bananen zum Beispiel sind als Frucht okay, als Bananenjoghurt, Schokobananen oder Kuchen wirklich widerlich.  Bei Tomaten sind wir uneins: Zwei Damen mögen auch außerhalb des Flugzeugs Tomatensaft, andere wiederum nicht, nie, nirgendwo – und überhaupt, Tomaten sollten nur als Salat oder auf dem Brot gegessen werden, maximal noch als Soße zu Spaghetti. Von Möhren gar nicht zu reden: Möhrengemüse oder -suppe? Lieber nicht, oder doch – in unserem Großraumbüro haben sich Möhrenfronten gebildet.

Und bei Ihnen? Welche Dinge mögen Sie nur roh? Oder nur verarbeitet?



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