Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Küche«

Walnussbrot aus Malthouse-Mehl

11. 01. 2015  •  7 Kommentare

Am Wochenende gibt’s bei mir immer vom Bäcker. Doch Brot für in der Woche kommt seit einiger Zeit ausschließlich aus dem eigenen Ofen.

Mittlerweile habe ich mich so daran gewöhnt, dass ich Bäcker-Brot gar nicht mehr so gerne mag. Vielleicht liegt es daran, dass Bäckereien viel mit Sauerteig arbeiten, ich aber lieber Brot ohne Sauerteig mag.

Schon seit längerem bin ich auf der Suche nach Malthouse-Mehl. Malthouse-Mehl ist eine Mischung aus Weizenmehl, Mehrkornmehl, Weizenmalzflocken und Roggenmehl.

Ich habe Reformhäuser und Bioläden nach dem Mehl durchforstet – doch ohne Erfolg. amazon.co.uk hat schließlich geholfen.

Malthouse Mehl

Malthouse-Mehl. Eingeschifft von der Insel.

 

Aus dem Malthouse-Mehl ist ein wunderbares Walnussbrot entstanden. Es schmeckt kräftig, aber nicht körnig.

Walnussbrot aus Malthousemehl

Walnussbrot. Noch warm.

 

Die Zutaten:
250 g Malthouse-Mehl
180 ml warmes Wasser
75 g Walnusskerne
Hefe
Salz

Die Walnüsse kleinhacken. Das geht in handwerklich begabten Haushalten zum Beispiel, indem man mit einem Hammer auf der Packung rumkloppt.

Die Zutaten miteinander verkneten. Dann den Teig mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und in der Schüssel ruhen lassen. Nach 10 Minuten und nach 20 Minuten jeweils einmal durchkneten.

Danach den aufgegangenen Teig zusammendrücken, eine Kugel formen, flach drücken und ein Loch in die Mitte machen.

Walnussbrot vor dem Backen

Teigring. Liebevoll geknetet.

 

Den Teig auf einem Backblech noch einmal eine Dreviertelstunde gehen lassen, abgedeckt mit einem feuchten Tuch. Danach ein Quadrat in den Laib ritzen und das Brot backen: 30 Minuten bei vorgeheizten 200 Grad. Dabei ein Gefäß mit Wasser auf den Backofenboden stellen.

Man kann das Brot dann auskühlen lassen und in die Brotbox legen. Oder warm anschneiden, mit Butter bestreichen und genießen. Jeder ist da ja ein bisschen anders.

Stammtisch

15. 12. 2014  •  20 Kommentare

Am Wochenende war ich wieder einmal in meiner Eigenschaft als experimentelle Servicebloggerin unterwegs: Ich habe neue Rezepte für Sie ausprobiert.

Die Stammtisch-Gemeinschaft hat sich zur Verfügung gestellt, die Ergebnisse des Experiments zu kosten. Ein Fazit habe ich Ihnen nicht direkt abgerungen, aber ich meine, wohlwollende Zustimmung interpretiert zu haben.

Das Kochen passiert bei mir, seit ich die neue Küche habe, als Show-Cooking: Die Gäste sitzen um die Kücheninsel, nehmen einen Aperitif, essen ein wenig Brot, Butter und Salz und schwatzen gemeinsam mit mir, auf dass die Zeit bis zum ersten Gang schnell vergeht.

Kochvorbereitungen mit rohen Pommes

Live-Cooking an der Kochinsel.

 

Wie immer beim Stammtisch waren auch Kinder unter den Gästen. Wenn Sie noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, kann ich Ihnen das Besteck von Constructive Eating wärmstens empfehlen. Es erfreut sich großer Beliebtheit bei der Zielgruppe.

Constructive eating

„Constructive Eating“ für den Stammtisch-Nachwuchs

 

Serviceblog™-Ergänzung: Im Hause der Stammtisch-Gäste herrscht Constructive-Eating-Verbot in Zusammenhang mit Joghurtbechern – weil der Löffel wohl komplett in den Becher eintauchen, der Bagger aber nicht ohne Maulsperre wieder abgeleckt werden kann. Das bringt eine kleine Joghurtsauerei mit sich. Trotzdem: großer Spaß.

*

Vorspeise:
Räucherforellenmouse auf Kartoffelrösti mit Blattsalaten und Preisselbeeren
(Rezept von Chef Hansen)

Räucherforellenmouse auf Rösti mit Blattsalat und Preisselbeeren

Eine Vorspeise, die den Erwerb eines Eiskugelportionierers vonnöten machte.
Wird ja nicht schlecht, so ein Eiskugeldings.

 

Geräucherte Forellen scheinen dieser Tage stark nachgefragt zu sein – jedenfalls war es schwierig, welche zu bekommen. Alles andere erwies sich als einfach: Man vermischt die Forelle mit Butter, Zitrone und der steif geschlagenen Sahne, gibt etwas Salz hinzu – violà. Das kann wirklich jeder.

Auch die Kartoffelpuffer sind einfach herzustellen: Kartoffeln reiben, in Butter braten, Salz drauf, fertig. Insgesamt also ein Rezept für Anfänger, das schön etwas her macht.Statt Meerrettich-Vinaigrette habe ich mich allerdings für Balsam-Rosen-Essig entschieden – ich bin nicht Vorsitzende des Meerrettich-Fanclubs.

Als Nebeneffekt besitze ich nun auch einen Eiskugel-Portionierer. Eiskugeln kann man ja praktisch immer gebrauchen, gerade in der aktuellen Halsschmerzperiode. Beim Anrichten sollte ich ansonsten noch etwas üben. Aber es muss ja auch noch Luft nach oben bleiben.

*

Hauptspeise:
Frische Hamburger mit liebevoll handgemachten Burgerbrötchen, Balsamico-Schalotten, Peccorino und Serranoschinken
(Brötchen, Hamburger)

Hamburgerbuns

Frische, liebevoll mit Sesam bestreute Burger-Brötchen.

 

Ich habe noch nie Burger selbst gemacht. Nach einer Eingebung unter der Woche – Werbeblock, Burger-Werbung, Speichelfluss – habe ich beschlossen: Das muss sich ändern. Natürlich alles handgemacht, was nicht ganz im Sinne des Werbe-Schaltenden ist, der mich inspiriert hat, aber ein bisschen Schwund ist halt immer.

Also gab es nach den Rösti frische Hamburger vom Grill: mit selbst gekneteten Burger-Buns, garniert mit geschmolzenem Peccorino, kross gebratenem Serrano-Schinken und Balsamico-Schalotten. Das Ganze war so lecker, dass ich es nicht mal geschafft habe, ein Foto vom fertig zusammengebauten Burger zu machen – so schnell fielen die Gäste darüber her.

Die Burger sind einfach zuzubereiten, lediglich die Logistik ist ein wenig fordernd. Es bietet sich an, alles, was zu schnibbeln ist, vorzubereiten. Denn die Bulette gart sehr schnell, und man will ja gleichzeitig und warm servieren. Das Bauen muss also flott gehen, was je nach Gäste-Zahl nur mit entsprechender Vorarbeit geht.

Zum Burger gab es astreine, handgeschnitzte Backofenpommes à la Anne Schüssler (beziehungsweise à la Rachel Khoo): Frische Kartoffel schnibbeln, kurz aufkochen, raus aus dem Wasser, mit Olivenöl und Salz in den Backofen, fertig. Kann man auch ohne Burger mal machen – und dann je nach Geschmack Gemüseschnitze untermischen.

*

Nachtisch: 
Milka-Schoko-Mousse auf Mascarpone-Basis
(Rezept von Penne im Topf)

Schoko-Mascarpone-Mousse

Die tatsächlich beste Schoko-Mousse.

 

Auf einer Hochzeit habe ich jüngst von zwei Berlinern den Begriff „Dat fickt dir den Gaumen wech!“ gelernt. Er wurde wohl für genau solche Anlässe wie die oben im Bild zu sehende Mousse erfunden. Ann-Katrin von „Penne im Topf“ nennt sie „die beste Schoko-Mousse der ganzen Welt“, und ich mag ihr nicht widersprechen.

Nun gut – woher der Wahnsinnsgeschmack kommt, ist nicht schwierig zu erraten: Fett. Insgesamt kommen rund 600 Gramm Vollmilch-Schokolade auf 6 Stammtisch-Gäste, also eine Tafel Schokolade pro Person, außerdem Mascarpone und Sahne. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen; verschweigen Sie diesen Fehltritt einfach Ihrer Ernährungsberaterin, und alle bleiben glücklich.

Busserl

9. 12. 2014  •  26 Kommentare

Derzeit wird allerorten gebacken. Auf Instagram vergeht kein Tag, an dem man nicht völlig zugebacken wird. Man gerät regelrecht unter Zugzwang. Außerdem: Dieses Kerzenlicht überall. Und die Kälte. Da verlangt’s nach Gebäck.

Ich bin nur ein mäßiger Keksesser. Vereinzelt lachen Menschen jetzt laut auf, doch tatsächlich: Ich mag nur ausgesuchte Kekse – alles, was annähernd staubtrocken ist, eher nicht. Auch nichts, was in Richtung Florentiner geht oder Kirsche hat oder zu süß oder zu hart ist. Kokos geht auch ganz schlecht, ebenso alles, was irgendwie blättert. Diejenigen Sorten, die ich mag, mag ich allerdings innig, so dass bisweilen ein verzerrtes, überschätztes Bild von meiner Gesamtkeksleidenschaft entsteht.

Eine Kekssorte, die zu dieser Verzerrung beiträgt, sind selbst gebackene Busserl.

Kekse mit Marmelade

Ich möchte zu diesen Keksen, die zur Weihnachtszeit gar nicht Kekse heißen, sondern Plätzchen, weshalb ich auch niemals Kekse, sondern Plätzchen backe – zu diesen Plätzchen möchte ich gar nicht viel sagen. Backen Sie sie einfach nach. Dann wissen Sie, was ich meine.

Die Zutaten:
125g Butter
1 Tasse Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Teelöffel Zitronensaft
3 Eigelb
2 Tassen Mehl
Kakao nach Geschmack
Gelee

Alles mit Knethaken vermengen, zum Schluss die Hände zu Hilfe nehmen. Den Kakao kann man hinzufügen oder weglassen. Ich mag die Busserl gerne mit.

Zwei Teigrollen formen und mindestens 30 Minuten lang in den Kühlschrank legen. Die Rollen können einen Tag lang dort verweilen, falls man in Etappen backen möchte. Zum Weiterverarbeiten Kugeln formen, ein Loch reindrücken, Gelee reinfüllen (ich nehme Himbeer oder Johannisbeer) und backen: 160 Grad, 15 Minuten.

Am besten schmecken sie, wenn sie noch leicht warm und ein bisschen klätschig sind.

Internetmenschenwochenende

16. 11. 2014  •  23 Kommentare

Das Internet ist ein seltsamer Ort. Ein Ort, an dem wir Menschen treffen, ohne ihnen gegenüberzustehen. Ein Ort, an dem sich Menschen spüren, ohne sich anzufassen.

Manchmal kommt es vor, dass Menschen, die Worte ins Internet tippen, andere Menschen treffen, die auch Worte ins Internet tippen. So war es mir eine Ehre, Frau Anne und Frau Sandra an meinem Esstisch zu begrüßen.

Gedeckter Tisch beim Bloggerinnentreffen

Es gab Sekt, Baby.

 

Dass ich immer öfter Gäste bekoche, ist eine folgerichtige Entwicklung. Abende- und nächtelang durch Kneipen zu ziehen, war mir im Grunde meines Herzen schon immer zuwider. In gewissen Lebensphasen muss man das wohl tun, und für ein paar Stunden kann das eine erbauliche Freizeitbeschäftigung sein. Doch es gibt eine bessere Alternative, und inzwischen verfüge ich über die charakterliche Festigkeit, nur noch meinen eigenen Ansprüchen zu genügen – und treffe Menschen hauptsächlich in Privaträumen.

Wie es sich für ein Treffen mit Internetmenschen gehört, gab es Essen aus Blogs. Unter anderem die Buddenbohmschen Bagels „Auf die Hand“ und Paprikasuppe mit Hackgröstl von „Neverstopeating“.

Paprikasuppe mit Hackgröstl

Paprikasuppe mit Hackgröstl

 

Menschen, die ich gerne online lese, sind auch Menschen, mit denen ich offline gerne Zeit verbringe. Das klingt banal, vielleicht ist es das auch – ich empfinde es dennoch als großes Glück. Zumal es Menschen sind, die ich ohne das Internet niemals kennengelernt hätte.

Samstagabend also: Bloggerinnentreffen mit Bagels, Suppe, Wein und Offline-Geschichten. Und am Sonntag … erinnern Sie sich noch an den MannQuadrat? In einem anderen Leben habe ich eine Zeitlang den Zweierpack mit ihm gemacht. Er selbst bloggt schon seit Jahren nicht mehr. Das tut aber nix: Offline kennen wir uns immer noch.

Frühstück mit MannQuadrat: Gedeckter Tisch

Frühstück mit MannQuadrat

 

Was ich mit diesem Beitrag sagen möchte: Danke, liebes Internet, dass du so tolle Menschen in mein Leben spülst.

An Homage to Klübchentreffen

11. 10. 2014  •  10 Kommentare

Wir sind drei Damen im gesetzten Alter.

Im gesetzten Handballalter, um genau zu sein. Einst haben wir gemeinsam im Verein gespielt. Ich bin dann irgendwann umgezogen, die Torfrau verabschiedete sich als erste in den sportlichen Ruhestand, die Rechtsaußen wurde schwanger. Doch das hält uns nicht davon ab, uns weiterhin regelmäßig zu treffen, nun, da das Training als Anlass ausfällt.

Gemeinsam haben wir einen „Stammtisch mit Herren“ ins Leben gerufen. Dieser Stammtisch findet alle paar Wochen reihum statt. Stillschweigendes Übereinkommen: Das ausrichtende Paar serviert jeweils ein liebevoll selbstgekochtes, mindestens dreigängiges Menü ohne Convenience-Zutaten. Oder, um es anders zu sagen: Aus dem sportlichen Wettstreit ist ein Koch-Wettbewerb geworden.

Unsere Torfrau hat diesen Wettbewerb angestachelt. Sie verfügt über ein ausgeprägtes Kochtalent, die für diese Tätigkeit notwendige Muße und Geduld sowie über eine ungefähr zwei Zentner und neun Regalmeter umfassende Kochbuchsammlung. Das weiß ich so genau, weil ich diese Sammlung beim Umzug in den dritten Stock getragen haben. Nur der Gedanke, dass auch ich von ihr profitiere, hat mich nachhaltig motiviert. Weil die Torfrau also stets raffiniertere Gerichte serviert, möchten wir anderen ihr in nichts nachstehen und servieren nun ebenfalls dolle Gerichte.

Gestern trafen wir uns bei der lieben Rechtsaußen und tafelten wieder fürstlich. Der Abend ist immer begleitet von großartigen Gesprächen. Dadurch, dass wir uns jahrelang nur in Jogginghose kannten, Siege und Niederlagen geteilt und schon mehr als hundertmal zusammen geduscht haben, sind wir sehr entspannt miteinander. Wenn ich genauer über diesen Umstand nachdenke, kommen mir fast die Tränen vor Freude. Es ist so wunderbar, Freunde zu haben.

Stammtisch: Tomatensuppe à la Horst Lichter

Tomatensuppe à la Horst Lichter mit Sherry und Schwarzwälder Schinken,
garniert mit Basilikumschaum

 

Stammtisch: Skat-Teller

Skat-Teller: Sauerkraut mit Kasseler in leichter Sahnesoße mit Stampfkartoffeln

 

Stammtisch mit Olli Roggisch (Autogrammkarte)

Zum Vernaschen: Olli Roggisch.

 

Stammtisch: Mango-Weißwein-Soufflé

Mango-Weißwein-Soufflé an schnellem Himbeereis mit reduzierter Himbeersoße

 

Stammtisch: Gläser mit Sauerteig & Marmelade

Austausch: Marmelade, Sauerteig, Tupper. Die Rassel bleibt daheim.

 

Stammtisch: Käseplatte

Käseplatte

 

Frau Nessys Apfelwähe

28. 07. 2014  •  6 Kommentare

Dieser Tage sagte mir mein Vater, er habe Äpfel im Zugriff, einen ganzen Haufen Äpfel, er werde damit zugeschüttet – und fragte, ob ich welche haben wolle.

Ich erinnerte mich an ein Rezept, dass ich vor langer Zeit einmal rausgeschrieben hatte: Apfelwähe.  Ich sagte: Natürlich möchte ich!, und er brachte mir viele kleine Äpfel vorbei.

Äpfel aus dem Garten

Das Aufwändigste an einer Apfelwähe ist das Schälen und Schneiden der Äpfel, besonders wenn sie so klein sind. Der Teig ist einfach.

Wähenteig-Grundrezept:

300 g Mehl  (plus Mehl zum Bearbeiten)
1 gestrichener Teelöffel Salz
1 Päckchen Backpulver
150 g Butter

Ich habe 200 g normales Mehl und 100 g Dinkelmehl genommen, weil ich es gerne mag, wenn der Teig ein Hauch vollkornig ist, ohne gesund und spaßbefreit zu wirken.

Die Menge reicht für zwei Bleche oder, etwas dicker, für zwei Spring- oder Pizzaformen.

Rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck aus. Falten Sie die beiden Schmalseiten danach zur Mitte. Danach klappen Sie den Teig ein weiteres Mal zusammen, so dass vier Lagen entstehen. Rollen Sie den Teig danach noch einmal aus und wiederholen Sie das Ganze. Der Bäcker sagt dazu „eine Tour geben“. Geben Sie dem Teig noch zwei weitere Touren.

Wähenteig und Nudelholz

Bewahren Sie den Teig danach mindestens 30 Minuten im Kühlschrank auf. Wenn Sie ihn nicht direkt verarbeiten möchten, können Sie ihn auch gut einfrieren.

Rollen Sie ihn danach noch einmal aus. Legen Sie ihn auf ein Blech oder in eine Form. Stechen Sie ihn hier und da mit der Gabel ein und belegen Sie ihn mit Äpfeln. Bestreuen Sie die Äpfel mit einem Esslöffel Zucker. Die Wähe kommt jetzt für 10 Minuten in den Ofen, unterste Schiene, 225 Grad (bei Umluft etwas weniger).

Apfelwähe, bevor sie in den Ofen kommt

Während die Wähe das erste Mal backt, können Sie sich um den Guss kümmern.

Zutaten für den Wähen-Guss:

3 Eier
250 g saure Sahne
3 Esslöffel Zucker
½ Teelöffel Zimt
50 g Rosinen (habe ich weggelassen)

Verrühren Sie alles mit einem Schneebesen und geben Sie es nach 10 Minuten über die Äpfel. Backen Sie die Wähe danach weitere 20 Minuten auf der untersten Schiene.

Apfelwähe im Ofen

Auf dem Blech wird die Währe arg dünn. Das nächste Mal werde ich wohl eine Springform nehmen. Allerdings hat die dünne Variante den Vorteil, dass man einfach mal ein Stück naschen kann und nicht gleich so ein voluminöses Ding auf dem Teller hat.

fertige Apfelwähe

Weil ich aktuell fast jeden Tag irgendetwas aus dem Garten esse, muss ich öfter mal an Inocencio denken. Sie erinnern sich: meinen andalusischen Bruder im Geiste – „todo ecológico”, alles ökologisch. Ich fühle mich schon ganz reich an Vitaminen.

Mangold-Quiche

22. 07. 2014  •  27 Kommentare

Der Mangold im Garten ist reif und bettelt darum, gepflückt und verarbeitet zu werden.

Mangold im Garten

Sein Begehren kommt mir gerade recht, denn die liebe Frische Brise hat in den vergangenen Tagen ein vielversprechendes Rezept für eine Mangold-Quiche gebloggt. Also ab in den Garten, Mangold jagen und auf geht’s:

Mangold vorm Zerschnibbeln

Der einzige Grund, warum ich übrigens nicht Pizzabäckerin geworden bin, ist, dass ich eine Vollnulpe im Teigausrollen bin. Wirklich: Einen größeren Honk als mich gibt es in dieser Sache nicht. Entweder klebt der Teig an der Arbeitsplatte oder am Nudelholz – niemals aber lässt er sich vernünftig ausrollen, ganz unabhängig davon, wie die Konsistenz des Teigs ist, wie viel Mehl und Wasser ich nehme, ob ich den Teig mit extradick Mehl bestreue oder ihn mit den Händen auseinanderschiebe. Sollten Sie mir jemals einen Heiratsantrag machen, bedenken Sie bitte vorab dieses rettungslose Unvermögen.

Mangold-Quiche in Vorbereitung

Das Auskühlgitter, das unter der Kuchenform steht, und den Messbecher hat übrigens mein Opa geschmiedet.

Ich habe meinen Opa nicht kennen gelernt: Er starb recht jung Ende der 1960er Jahre. Was von ihm geblieben sind, sind seine vor und während des Krieges selbst hergestellten Küchenuntensilien, die bis zu ihrem Tod meine Oma benutzte und die ich schließlich von ihr erbte. Ich benutze sie jedesmal mit Freunde, weil nicht nur eine Menge Erinnerungen darin stecken, sondern weil sie von außerordentlich guter Qualität sind.

Die Quiche ist ausnehmend lecker geworden:

Ein Stückchen Mangold-Quiche

Statt normales habe ich Dinkelmehl verwendet. Weil ich nur noch drei Eier hatte, ist eins weniger als im Rezept in die Quiche gekommen, was sich aber nicht als Nachteil erwiesen hat.

Küche kaputt

18. 04. 2014  •  8 Kommentare

So träumte ich heute Nacht, ich hätte nur eine Kinderküche gekauft.

Während ich abspülte, einen Lappen nahm und über den Herd wischte, franste das Kochfeld an einer Ecke seltsam aus. Ich wischte noch einmal drüber: alles nur aufgemalt.

Ich dachte: Wie blöd!, dachte aber auch: Vielleicht muss ich das Kochfeld einfach nur neu streichen. Ich ging in den Baumarkt und erklärte das Problem.

„Kennen Sie Tafelfarbe?“, sagte der Baumarktmann. „Damit können Sie eine Wand streichen und danach haben Sie an dieser Wand eine Tafel, an die Sie mit Kreide schreiben können.“

„Kenne ich“, sagte ich.

„Das Gleiche gibt es als Ceranfarbe. Sie streichen Ihren Herd neu und danach können Sie wieder darauf kochen.“

Das ist super, dachte ich und kaufte die Ceranfarbe. Der Herd wurde wie neu, und die Platten wurden wieder heiß.

Aber ärgerlich ist es trotzdem, dass ich die Küche schon nach so kurzer Zeit reparieren musste.

Asia Markt

11. 02. 2014  •  17 Kommentare

Vom Kassenband winkt mir eine goldene Katze entgegen.

Recht davon gibt’s Reis, viele Sorten, säckeweise Reis. Und Nudeln, dünn, lang, ebenfalls aus Reis, aber auch aus Weizen, durchsichtig, gelb, schwarz oder rot. Weiter im Innern: Gewürze, Soßen, Pulver, Pasten, Getrocknetes, Gepresstes,  Geriebenes. Kokosmilch im Liter-Pack und Sesamöl, kaum kleiner. Weiter links: frisches Gemüse, Pak Choi, Süßkartoffeln, Kochbananen und Dinge, an denen kein Schild steht und von denen man auch nicht weiß, was es ist. In der Luft: der Asialaden-Geruch – eine Mischung aus Ingwer, Fischsoße und Pappkarton mit einem Schuss Lycheesaft.

Ein Frau um die 60 läuft mit leerem Einkaufskorb durch den Laden. Hin und her, her und hin, von den Bananenblättern zum Reis und wieder zurück. Schnaufend blickt sie die Regale hoch, nimmt Tütchen und Flaschen aus dem Regal, stellt sie wieder zurück. Bei den Nüssen nimmt sie eine weitere Tüte, hält sie dicht vor die Augen, dann weiter weg und wiegt sie in ihren Händen.

„Arbeiten Sie hier?“, fragt sie mich und die kleine Asiatin in meinem Rücken kichert.

„Nein, tut mir leid“, sage ich.

„Ich arbeite hier“, sagt die Asiatin. „Kann ich helfen?“

„Erdnüsse“, sagt die Frau und sieht mich an.

„Jaaaa“, sage ich zögerlich, denn in der Tüte, die sie in der Hand hält, sind Erdnüsse, und mir ist nicht ganz klar, was sie mir einzig mit dem Wort „Erdnüsse“ bedeuten möchten.

Sie wedelt ungeduldig mit den Nüssen unter meine Nase auf und ab. „Sind das ganz normale Erdnüsse?“

Sie sehen zumindest sehr normal aus.

Die Verkäuferin unternimmt noch einen Anlauf, mit der Kundin in Kontakt zu kommen.  „Normale Erdnüsse. Hier“, sagt sie und deutet auf das Regal in unserem Rücken, „normale Erdnüsse, aber auch gesalzene Erdnüsse. Und Cashewnüsse – haben wir auch.“

Die alte Dame sieht weiterhin nur mich an. „Also ganz normale Erdnüsse!“

Ich sehe die Asiatin an, die Asiatin sieht mich an. „Ja“, sagen wir aus einem Mund.

„Na dann“, sagt die Frau, „weiß man ja hier nicht so“, und geht zur goldenen Katze.

Die Küche

13. 10. 2013  •  59 Kommentare

Dieses Wochenende war es soweit:
Ich habe meine neue Küche eingeweiht.

Ich habe sie eingeräumt – mit all dem Zeug, das ich besitze: mit Teller, Tassen, Pfannen, Backformen, Vorratsdosen und Lebensmitteln. Ich habe außerdem einen Nusskuchen gebacken – für die Handwerker, die morgen die Wohnzimmerwand einreißen. Und ich habe Nudeln gekocht.

Wenn ich den Raum nun fertig sehe, kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wie er anfangs aussah. Dabei war’s schon schlimm:

Psychedelisches Küchenparadies

Die Schönheit der Tapeten kommt in dem Foto leider nur ein bisschen rüber. Es waren pinke und blaue Pinselstriche auf grauem … äh … Dings … so ähnlich wie Wischtechnik.

Die Handballhühner haben mich von diesen Tapeten befreit und auch gleich die Wandfliesen mit abgekloppt. Der Fliesenleger hat dann den Rest erledigt und innert zwei Stunden auch die Bodenfliesen entsorgt.

Die Küche, nackt

Der Fliesenleger hat nicht nur Altes rausgehauen, sondern auch Neues reingelegt. Er hat sich sehr gefreut, so schöne Fliesen legen zu dürfen – und ich habe mich gefreut, dass er das so hübsch und ordentlich macht. Ich habe ihm dann Glückscurry gekocht, und wir waren beseelt.

Danach kamen vier Männer, die mir eine neue Küche in die Wohnung  getragen haben. Zwei von ihnen sind geblieben. Ich habe sie mit Kuchen gefüttert, und sie haben meine Küche aufgebaut. Nun sieht es in dem Raum so aus:

Küche in schön

Das Beste ist: Ich weiß gar nicht, was das Beste ist. Vielleicht die Arbeitshöhe von einem Meter fünf. Oder dass mein Kühlschrank Wasser ausschenkt (und Eiswürfel und crushed Eis). Oder das Induktionskochfeld. Diese Technik ist wirklich fantastisch: Zack, ist das Wasser warm – nur ein Knopfdruck, und die ganze Hitze ist wieder weg. Heißer Scheiß. Rechts hinter dem Vorsprung geht es übrigens in den Garten. Das ist auch toll.

Jetzt brauche ich nur noch Barhocker, damit meine Gäste demnächst an meiner Kücheninsel sitzen und sich einen picheln können, während ich für sie koche.



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