Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Archiv der Kategorie »Garten«

Frühe Siedler

6. 04. 2014  •  24 Kommentare

Als ich im vergangenen Jahr in mein neues Heim einzog, war mein Garten wild und schön – aber vor allem wild.

Die Verwandtschaft aus dem Sauerland kam, brachte eine Motorsäge mit, haute drei Bäume weg und beschnitt mit der Gründlichkeit eines atomaren Erstschlags das übrige Grün. „Das kommt wieder!“ war ein Satz, der mehr als einmal fiel, den ich allerdings an mehr als einer Stelle anzweifelte.

Doch tatsächlich: Es kommt wieder, alles. Der Kirschbaum zum Beispiel: Er blüht zart in weiß.

Kirschbaumblüte

 

Der Kirschbaum trägt weiß

Auch die übrigen Büsche treiben. Erst vorsichtig wagten sich vor einigen Wochen die ersten Knopsen hervor. Nach den warmen Tagen und dem Regen nun, schlagen sie voll aus. Nicht mehr lange, und sie stehen in vollem Grün.

Buschwerk mit kleinen Teichen

Dort, wo einstmals die große Tanne stand – hoch wie das Haus und mit bestimmt sechs oder sieben Metern Umfang – habe ich ein Gemüsebeet angelegt. Auf Knien habe ich Efeu herausgerissen, Wurzeln gezogen und mit Hacke, Harke und Mistgabeln den Boden umgegraben. So müssen sich die frühen Siedler gefühlt haben, als sie das Land urbar machten.

Gemüsebeet mit Salat, Kohlrabi und Rotkohl

Ich habe zunächst Kohlrabi, Rotkohl und Lollo angepflanzt. Die Gesellen schienen mir robust und deshalb für ein Experiment jenseits von Tomaten geeignet. Bis jetzt halten sie sich tapfer – der Kirschbaum hat vor Freude Konfetti gestreut.

Kohlrabi, Romana-Salat und Lollo

Auch im übrigen Garten sprießt es überall. Finken, Spatzen, Meisen, viele neugierige Rotkehlchen, die dicke Taube und sogar ein Eichelhäher besuchen mich regelmäßig. Wäre ich Rentnerin, ich säße den ganzen Tag auf meiner Terrasse und beobachtete das Leben beim Wachsen.

Blümchen

Was auch immer es ist: Es wächst

Ein alter, bewachsener Baumstumpf

Delegiert

23. 02. 2014  •  17 Kommentare

Zwei Katzen besuchen regelmäßig meinen Garten.

Beide schwarz, die eine dicker, die andere dünner, eine neugierig, die andere misstrauischer. Die beiden sind die Sheriffs meines Gartens, sie sorgen für Ordnung. Zu Beginn dieser Woche bewachte eine von ihnen das Wühlmausloch hinter dem Kirschbaum, eine Dreiviertelstunde lang in aufmerksamem Habacht. Ob mit Erfolg, kann ich nicht sagen, ich musste irgendwann zur Arbeit. Aber eins ist klar: Das Thema „Wühlmaus“ habe ich erfolgreich delegiert.

Gestern Abend lag ein toter Vogel auf der Terrasse. Nicht vor dem Fenster; es sah nicht so aus, als sei er dagegen geflogen. Er vermittelte eher den Eindruck, als sei er in einem harten Kampf unterlegen gewesen. Ich richtete mich für den nächsten Tag auf ein stilles Begräbnis ein. Doch am Morgen war die Leiche weg. Offenbar hatte in der Nacht jemand aufgeräumt.

Trotz der Katzenpatrouille herrscht reger Vogelbetrieb. Finken, Spatzen, Amseln und Rotkehlchen baden im Teich, mampfen Körner, feiern Party. Ab und an kommt eine dicke Taube vorbei, immer dieselbe, ich erkenne sie am Gefieder. Gediegen spaziert sie über Rasen und Beete, eine Queen Mum in dezentem Grauviolett. Besonders gefällt es ihr, wenn Bauch und Po über knospende Krokanten schleifen. Durch Zufall hat sie diese Wohltat entdeckt, war erst überrascht, dann erfreut, hat sich umgeguckt, ist im Bogen zurückgegangen und hat sich noch einmal kraulen lassen. Seither dreht sie im Krokantenbeet immer noch eine zweite Runde.

Gelber Krokus

Lila Krokus



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