Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

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Willkommen im Kännchen-Blog! Nehmen Sie sich einen Keks und schauen Sie sich um. Wenn Sie mögen, besuchen Sie die Verkaufstheke und wählen Sie aus dem reichhaltigen Angebot an Texten.

Samstag, 30. März, und die Tage zuvor

Puh | Viel zu tun. Wenig zu Hause. Nettowachzeit daheim: vielleicht vier Stunden am Tag. In denen ich dusche und Zähne putze, mich anziehe, frühstücke, die Spülmaschne einräume, die Spülmaschine ausräume, zu Abend esse, Wäsche abhänge und Wäsche aufhänge und dann – naja. Ins Bett gehe.

Allerdings: Ich möchte mich keinesfalls beschweren. Alles prima. Ich bewege viel. Ein gefülltes Auftragsbuch ist eine gute Sache.

Dennoch: Eine Woche Finca. Eine Woche wandern und aufs Meer gucken. Das wäre keine schlechte Option.

Für nächste und übernächste Woche habe ich mir einen Home-Office-Tag eingerichtet.

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Mut zur Veränderung | Am Dienstagabend war ich beim Gründer- und Unternehmertreff in Herdecke zu Gast und habe Mut zur Veränderung gemacht. Beim GuT treffen sich einmal im Monat Leute im Pub – wer Lust und Zeit hat, kommt vorbei. Es gibt einen Vortrag, man kann was trinken und Leute kennenlernen. Das ist alles ganz zwanglos.

Ich habe erzählt, warum Veränderung schwierig ist und unser Gehirn etwas dagegen hat. Ich habe die Ebenen der Veränderung vorgestellt und erzählt, warum man, wenn man sein Verhalten ändern möchte, nicht einfach nur sein Verhalten ändern kann – dann klappt das langfristig nämlich nicht. Ich habe die Phasen erklärt, die man in der Veränderung durchläuft, und warum man zwischendrin an der eigenen Kompetenz zweifelt. Zum Schluss gab’s eine Methode, die hilft herauszufinden, was man wirklich tun möchte.

Zu dem ein oder anderen Aspekt werde ich demnächst etwas niederschreiben.

Den Leuten hat’s gefallen, denke ich. Die Bude war voll und die Runde hat viel gelacht. Selbstironie, mein Steckenpferd.

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Beerdigung | Nach einem erfüllten und keinesfalls entbehrungsreichen Leben haben wir Ronny gebührlich und in aller Stille Mutter Erde zugeführt – auf dass eine Sonnenblume auf ihm wachse. Ruhe in Frieden im Eichhörnchenhimmel, kleiner Freund.

Er hat einen Platz unter seiner Lieblingsstelle im Garten bekommen: dem Futterhaus.

Es gab übrigens keinerlei Anzeichen von Gewalteinwirkung. Ich frage mich lediglich, warum Ronny an solch prominenter Stelle verstarb, abseits jeden Baumes auf einer Mauer. Aber man kann sich halt nicht aussuchen, wo es einen trifft.

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Was Sie nicht sehen | Frau Kaltmamsell schreibt im Blog über die Menschen, über die sie nicht im Blog schreibt – und ja: Das ist hier auch so. Es betrifft nicht nur Menschen, es betrifft auch Situationen, Entscheidungen, Lebensdinge.

Für Sie als Leserinnen und Leser bringt das ein Dilemma mit sich: Sie denken möglicherweise, hier im Blog alles zu sehen, weil Sie nicht sehen, was Sie nicht sehen.

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Ladies‘ Circle | Dazwischen gab’s noch einen Circleabend vom Ladies‘ Circle 63.

Ich wurde zur Präsidentin im Amtsjahr 2019/2020 gewählt. Yeah!

C wird demnach First Lady Gentleman.

Meist stellt die Präsidentin ihr Amtsjahr unter ein Motto. Der Ladies‘ Circle hat als Gesamtorganisation das Motto „Friendship & Service“. Vielleicht „Waffeln der Freundschaft“? Werde in mich gehen und nach einem passenden Motto suchen.

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Fürs Herz | Herr Spontiv hat niedergeschrieben, wie er vor 20 Jahren seinen Mann kennenlernte.

Er brachte mich später nach Hause, störte sich nicht an meiner unfertigen Wohnung und blieb über Nacht.

Der nächste Tag war ein Samstag, D. war gegangen, ich dachte nicht weiter drüber nach. Mich ereilte dann im Laufe des Tages eine spontane tödliche Männergrippe, mehr als sehr tödlich! Als ich gerade den Deckel vom Sarg schließen wollte, simste mir D. irgendetwas von schön und so. Hallo? Ich starb da gerade – was ich vermutlich sehr wortreich an ihn schrieb. D. verwandelte sich in eine Lichtgestalt die zur nächsten Heilstätte galoppierte, mit zahlreichen Tinkturen zu mir kam und mich zurück ins Leben zog. Hosianna in der Höh.

Äh. Moment. Ja, so war es. Irgendwie ist D. dann nicht mehr so richtig gegangen.

Hachz.

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Gelesen | Herr Buddenbohm war einkaufen und begegnet einem Ehepaar an der Fleischtheke.

Gelesen | Frau Novemberregen trifft auf menschliche Schafe und regt sich auf.

Gelesen | Thomas Knüwer war auf der SXSW, der wichtigsten Digitalkonferenz. Dort traf er auf Alexandria Ocasio-Cortez, die 29-jährige US-amerikanische Politikerin, die ihn mit einem inspirierenden Auftritt und einer offenen, klaren Haltung beeindruckte. Er zieht Vergleiche zur politischen Landschaft in Deutschland, insbesondere zum Handeln deutscher Politiker und Politikerinnen und kommt zu dem Schluss: Die Politik ist bürgerverdrossen. Eine scharfe, ausführliche, gut argumentierte Analyse. Parallel argumentiert Simon Hurtz bei der Süddeutschen Zeitung: Die Politik ist jugendverdrossen.

Gehört | Eine „ZEIT Verbrechen“-Folge, die auf mehreren Ebenen zum vorangegangenen Link passt: Der Tod im Rückspiegel. Sabine Rückert und Andreas Sentker arbeiten den Fall des Mercedes-Testfahrer auf, der auf der A5 eine junge Mutter und ihr Kind von der Straße abdrängte; beide verstarben. Sabine Rückert beschreibt dabei eindrucksvoll die Lebenswelt der „Herren der S-Klasse“.

Gehört | Der Soziologe Heinz Bude im „Eins zu Eins“-Talk mit Anja Scheifinger. Ein angenehmes, kluges 40-minütiges Gespräch über Gesellschaft, Europa, Arbeitslosigkeit, Hausbesetzung, den Vornamen „Heinz“ und das Leben.

Gelesen | Der Gründer des Wiener Architekturzentrums, Dietmar Steiner, ist sich sicher, dass wir heute den größten Sondermüll der Geschichte bauen – nur weil es jetzt billiger ist, Betonplatten mit Dämmplatten zu verkleiden anstatt anständige Ziegelwände zu haben. Ein aufschlussreiches Intwerview über Baukultur und die Sandknappheit.

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