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Dienstag, 22. Januar

22. 01. 2019  •  17 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Allgemein«

Kältespaziergang | Heute Morgen habe ich, weil Jacke vergessen, einen Spaziergang in Bluse und Blazer über Brücken und Bundesstraßen gemacht. Am Abend dann retour. Denn ein reservierter Parkplatz war besetzt, ich musste weitab im Freien parken, ein ganzes Stück über raureife Brücken laufen und bekam durchaus schlechte Laune.

Flottes Marschieren hielt zwar die schlimmste Kälte ab, und immerhin hatte ich Pudelmütze und Handschuhe dabei. Unterm Strich aber Notiz an mich selbst: immer eine Jacke für Notfälle im Auto deponieren.

Aufräumhype | Momentan denken alle übers Aufräumen nach – wegen einer ominösen Serie, über die ich nur lese. Bislang habe ich keinen Drang entwickelt, das Oeuvre kennenzulernen, denn weder neige ich zum Sammeln noch neige ich zum Versiffen, was alles in allem eine gute Grundlage ist, um mit überschaubarem Ballast durchs Leben zu reisen.

Ich bin auch keine gute Aufräumhelferin, vong Empathie her; ich habe wenig Geduld mit Menschen, die gemeinsam mit mir aussortieren wollen, dann aber doch alles behalten möchten.

Strumpfhosen | Ich habe mir bei einem namhaften Hersteller Strumpfhosen bestellt, ein Testlauf, denn der allgemeine Strumpfhosennutzungskomfort ist für mich als große Frau mit viel Bein überschaubar. Der Schritt hängt ständig zu tief, egal welche Marke und Größe – und kommen Sie mir bitte nicht mit Langgrößen und diesen Versprechungen; das ist ein Märchen.

Es gibt lediglich eine Strumpfhosenmarke, die einwandfrei passt; die Hausmarke eines Kaufhauses, davon die größte Größe, das haut hin und ist nicht einmal teuer. Darin steckend kann ich zwar den Bund bis über den Bauch ziehen und dabei noch zwei Wombats unterbringen, das ist optisch … nun ja. Aber es sieht ja keiner, ist ja untendrunter, und der Schritt bleibt, wo er ist. Doch immer, wenn ich besagtes Kaufhaus zwecks Strumpfhosenerwerbs betrete, ist entweder die Größe nicht vorrätig oder die DEN-Auswahl nicht da oder es gibt nur die Farbe „Anthrazit“, die zurecht niemand kaufen möchte. Deshalb habe ich heute online bei einem anderen Hersteller bestellt; er hat jetzt Strumpfhosen, die den Namen „Beauty Plus“ tragen, darunter auch Langgrößen. Das werde ich testen.

Eine Sache in der Beschreibung des Produkts lässt mich allerdings ratlos zurück, nämlich die Formulierung, die Strumpfhose biete „effektives Feuchtigkeits-Management im Pantybereich.“

Ich weiß nicht genau, was der Pantybereich ist, es hört sich aber an, als handele es sich um eine betriebliche Organisationseinheit. „Guten Tag, ich bin Frau Meier, Ihre Feuchtigkeitsmanagerin im Pantybereich. Was kann ich für Sie tun?“

Außerdem lese ich immer Partybereich. Ist vielleicht auch dasselbe.

Brexit | Der Brexit hat mich erreicht. Der Versicherer meiner Betriebs- und Vermögenshaftpflicht ordnet angesichts des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU sein Europa-Geschäft neu, überträgt dafür Versicherungspolicen aus seinem kontinentaleuropäischen Geschäft auf eine andere Gesellschaft, hat mir einen ausführlichen Brief geschrieben und eine Bleiwüste Broschüre beigelegt. Ich habe mir alles durchgelesen und weiß nun, dass zur Übertragung meiner Versicherungspolicen – nicht nur meiner, aber auch meiner – Anhörungen vor einem Londoner Gericht stattfinden, denen ich sogar beiwohnen darf. Der Termin findet Ende März statt; leider bin ich da verhindert. Aber da sieht man mal, was so ein Brexit nach sich zieht; der Schrieb und das Drumherum lassen erahnen, wie viele Leute über wie viele Monate in dem Unternehmen mit diesem Thema schon befasst waren und noch befasst sein werden.

Gelesen | Melanie grübelt, wie sie die Medienzeit ihrer Söhne regeln kann, und hat gemeinsam mit ihrem Mann Mediengutscheine entwickelt.

Kommentare

17 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Feathers McGraw sagt:

    Ich habe grade den weltschönsten Wintermantel erstanden und möchte ihn am liebsten gar nicht mehr ausziehen, so vergesse ich ihn wenigstens selten. Die Aufräumserie habe ich auch nicht gesehen, allerdings vor Jahren das Buch gelesen, welches mir gut gefallen hat und meine bis dahin eher unterbewusste Einstellung so schön in Worte gefasst hat, dass es mir sehr sympathisch war. Mich darf man auch nur fragen, wenn man wirklich was wegwerfen will, ich neige sehr zum ALLES RAUS. Wenn man halt viele Male umgezogen ist wird das irgendwann so, glaube ich. Und zum Brexit: bin ja erst 6 Monate aus London weg, und lese immer noch alles über den Brexit, es ist mir immer noch weniger egal als man hoffen würde. Ich hoffe ja immer noch dass es richtig kracht, damit auch dem patriotischsten da die Konsequenzen klar werden, wobei diese Hoffnung wohl leider eher 50 % gehässig und 50 % haltlos ist.

    1. Vanessa sagt:

      Alles raus. Genau. Also das Gegenteil vom „Ich kann nicht loslassen“-Gefühl des Betroffenen. Großer Konfliktpunkt!

      Ich habe zum Brexit letztens einen Talk gehört, im Podcast, irgendwas von WDR2 oder Süddeutsche oder so, ich erinnere es nicht mehr. Sie hatten eine Konzernmanagerin im Interview, eine Britin, den Namen habe ich vergessen – Du siehst, ich bewege mich auf ganz dünnem Eis – jedenfalls: Das war ganz aufschlussreich. Hängengeblieben ist mir bei mir: Eigentlich kann esn Brexit keiner wollen, uneigentlich merkt der gemeine Britin davon noch nicht viel. Von den ganzen schlimmen Befürchtungen ist bislang noch nichts eingetreten. Es wird nur viel geredet.

  2. Bei den Herren heißt es: „Perfekte Feuchtigkeits- und Temperaturregulierung dank zweilagiger Konstruktion“.
    Kein Management!

    1. jpr sagt:

      Klar die Rosa-Hellblau Falle. Fuer die Herren gibt es dann noch ein batteriebetriebens elektronisches Gadget dazu, dass die Dinge regelt (drum ‚Regulierung‘), weil der Hersteller weiss, dass er so noch dreifuffzich mehr verdient.
      Bei den Damen, die solchen Sch… nicht kaufen muss sich die Sache halt selbst managen.

    2. Vanessa sagt:

      Die „Konstruktion“ ist mir auch direkt ins Auge gefallen. Das klingt nach zuverlässigem Ingenieurshandwerk.

  3. jpr sagt:

    Spannend, wie Raureif an einer Stelle (Garten) fuer Freude sorgt und an anderer (Bruecken( fuer Ungemach – aber ich bin da bei Ihnen, ungeplant frieren muessen ist fies.

    Bei ‚gemeinsam aussortieren‘ wuerde ich noch weiter gehen und das fuer voellig sinnlos halten, vong der Idee her. Am Ende muss ja immer die besitzende Person entscheiden, ob etwas wegkann es noch sparkt oder nicht – was kann ich dann helfen? Also gut, hinterher beim die Reste wegfahren dann natuerlich schon.

    Das mit Panty und Party haben sie glaube ich gut verstanden, vermutlich werden die beiden Begriffe auch viel gemeinsam verwendet und dann ist Managerin in der Abteilung auch ein Beruf.
    Was ich mich frage: was ist eine DEN-Auswahl? Klingt wie ein obskurer Sportverband: die erste Damenmannschaft der deutschen DEN-Auswahl faehrt naechste Woche nach Norderney ins Trainingslager…

    1. Vanessa sagt:

      Hehe. DEN sagt, wie dick die Strumpfhose ist. Also durchsichtig oder halbdurchsichtig oder gar nicht. Je mehr, desto wärmer. Eignet sich dann auch fürs Trainingslager auf Norderney. An der See ist es immer kalt, wenn ich dort bin.

  4. Alexandra sagt:

    @Kältespaziergang: Ich habe soeben im Ausverkauf DIE ultimative Winterjacke für ALLE Lebenslagen erstanden – ungelogen. Da ich quasi verknallt in sie bin, habe ich eher das andere Extrem zum Problem erhoben: Es ist meistens zu warm.

    @Aufräumhype: Ich kann Leuten, die Loslassprobleme haben, sehr gut helfen, Ballast effektiv abzuwerfen. 100% derjenigen, denen ich diese Hilfestellung gab, waren erfreut-zufrieden. Vielleicht sollte ich damit mein Geld verdienen … ?

    @Strumpfhosen: Ich lasse meinen Partybereich von Nylon unbedeckt, gänzlich. Da kommen bei mir nur Pantys hin. Aus Naturmaterialien, selbstredend. Meine Erfahrungen mit halterlosen Strümpfen sind durchweg positiv. Mein Ärmel- und Beinlängenproblem ist vielleicht nicht so einschneidend (a-hem), aber auch sehr ausgeprägt. Der Punkt, den bei mir der Zwickel einer Strumpfhose nicht unterschreiten dürfte, befindet sich ungefähr neunzig Zentimeter oberhalb des Fußbodens …

    1. Vanessa sagt:

      @Aufräumhype: Wahrscheinlich kann man damit sogar Geld verdienen.

  5. Anne sagt:

    Ich habe Pantry -Bereich gelesen und jetzt fieses Kopfkino…
    Strumpfhose: Sollte die neue Marke gefallen, könnte ich mich beim Fabrikverkauf im Sauerland umsehen. Meine Eltern wohnen quasi umme Ecke, an Ostern fahren wir wieder hin.

    1. Vanessa sagt:

      Ich habe auch erst gedacht, es sei der kleine Küchebereich, habe dann aber ergoogelt, dass die Küche „Pantryküche“ mit R und nicht „Pantyküche“ heißt. Alles verwirrend.

      Danke fürs Angebot! Erstmal schauen, wie die Bestellung sitzt.

  6. antagonistin sagt:

    Strumpfhosen?? Warum nur? Ich hatte keine mehr an, seit ich aus dem Mutter-Tochter-Kindheitskonflikt-Strumphosenzwangsalter raus bin und selbst entscheide, was mich im Winter „untendrunter“ warm hält. Und das sind definitiv Leggins. Meist preiswert, sehr bequem, in vielen Qualitätsstufen erhältlich und sitzen eigentlich immer. Sehen tut man sie auch nicht. Dazu die üblichen Socken, Hose drüber, fertig ist das Winteroutfit.
    Warum also sowas Unbequemes wie Strumphosen ohne Not? Ich verstehe es einfach nicht und wundere mich immer wieder, dass die Dinger noch nicht ausgestorben sind.

    Den Aufräumhype habe ich mir in Form von Fotostrecken bei Instagram angesehen. Strange. Zu kleinen Päckchen gefaltete Unterwäsche hochkant in Schachteln gestellt irritiert mich. Und nach Farben und Größen sortierte Lebensmittelbehältnisse auch. Die Ergebnisse erinnern an Versandhauskataloge. Ich hab es gerne aufgeräumt, aber sowas macht mir ein wenig Angst…

    1. Vanessa sagt:

      Strumpfhosen, weil: Kleider. Ich trage Kleider. Meine Leggings brauchen Füße. Außerdem mag ich Strumpfhosen (wenn sie denn passen) und außerdem würde die Nutzung von Leggings das Problem nicht lösen: Man sollte meinen, dass die Abwesenheit von Füßen die Lage im Schritt entspannt – tut sie aber nicht. Der Schritt hängt genauso weit unten, und wenn er das nicht tut, endet die Leggins an der Wade.

    2. Karin sagt:

      Das Posting von Antagonistin kann ich unterschreiben. Ich trage und besitze auch seit Jahrzehnten keine Strumpfhosen mehr. Ich finde diese Dinger weder schön noch praktisch. Allerdings bin ich auch ein Hosen-Fan in jeder Jahreszeit. Jeans in der Freizeit und Business-Hosenanzug fürs Büro. Wenns kalt ist, ne Legging drunter und meine standard-mäßigen schwarzen Socken. In Kleidern und Röcken fühle ich mich immer in meiner Freiheit beeinträchtigt. Man muss immer aufpassen, wie man sitzt, sich bewegt etc, dass man keine kostenlose Bein-Show veranstaltet.

    3. Vanessa sagt:

      Das finde ich nicht so dramatisch. Ist das Kleid lang genug, muss man nicht sehr aufpassen. Im Winter trage ich allerdings auch hauptsächlich Hosen, allein wegen des praktischeren Schuhwerks, das ich bei bei miesem Winterwetter dazu anziehen kann.

  7. Christine sagt:

    Mein Tipp zum Thema Strumpfhosen: Wenn es im Schritt rutscht, ziehe ich eine (zweite) Unterhose über die Strumpfhose. Insbesondere bei dem Winterwetter hält es dann schön warm.

    1. Vanessa sagt:

      Den Trick kenne ich. Nützt aber nur was, wenn der Schritt schon einmal im Schritt war. Wenn das Bein per se zu kurz ist und der Schritt den Schritt nie erreicht, hilft auch die Sache mit der Unterbuxe nichts.

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