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Willkommen im Kännchen-Blog! Nehmen Sie sich einen Keks und schauen Sie sich um. Wenn Sie mögen, besuchen Sie die Verkaufstheke und wählen Sie aus dem reichhaltigen Angebot an Texten.

Freitag, 4. Januar

Ein trüber Tag. Zum Glück nur aufs Wetter bezogen.

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Seminare 2019 | Mit dem Journalistenzentrum Haus Busch habe ich über Seminartermine in 2019 korrespondiert. Wir bieten auch in diesem Jahr wieder den zweitägigen Klassiker an: „Crossmediales Storytelling – Inhalte medienübergreifend entwickeln“. Im Seminar erarbeiten wir, wie man gute Geschichten gestaltet – und wie Redaktionen und Kommunikationsabteilungen diese Geschichten über verschiedene Medienkanäle gut planen und konzeptionieren. Geplanter Termin: 1. und 2. Juli 2019.

Außerdem starten das Haus Busch und ich einen Versuchsballon – ein neues Seminar: „Themen intern verkaufen“. Es richtet sich an Menschen aus Kommunikationsabteilungen. Ich habe den Schwerpunkt vorgeschlagen, weil Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vergangenen Seminare berichteten, dass sie oft Probleme haben, Zuarbeit aus dem Unternehmen zu bekommen und zu organisieren. Gleichzeitig müssen sie die Art und Weise, wie sie Themen aufbereiten und veröffentlichen wollen, intern verkaufen und verteidigen. Dazu biete ich nun ein eintägiges Seminar an. Mal schauen, wie es angenommen wird. Geplanter Termin: 25. März 2019.

Weiterbildung 2019 | Ich habe mir ein Ticket für das diesjährige Agile.Ruhr im April gekauft und freue mich auf das Barcamp. Die Wochenenden 2017 und 2018 waren jeweils super und sehr bereichernd.

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Tischdeckenschatz | Vor einiger Zeit ist die Großmutter der Torfrau gestorben. Als der Tod kam, befand sie sich bereits im gesegneten Alter von 104 oder 106 Jahren; mir entfällt die genaue Zahl immer – dreistellig wird es schnell diffus. In ihrem mehr als hundertjährigen Leben hat sie eine große Menge Tischdecken angehäuft, weiß, gewebt und mit zarten Mustern; sehr schöne Tischdecken. Die Torfrau kann die Tischdecken bei aller Zuneigung und selbst unter Aufbietung sämtlicher Tische und Tischdeckengelegenheiten nicht verwenden und verschenkt sie deshalb. Ich habe einige bekommen, dazu ein paar schöne Geschirrtücher. Ich habe die Staubränder bei 90 Grad herausgekocht und die Stoffe gebügelt. Nun sind sie wieder duftend schön. Dabei habe ich bemerkt, dass es einen spezifischen Oma-Geruch gibt; auch Erbstücke meiner Oma rochen so wie diese Tischdecken, obwohl sowohl die Omas als auch die Gegenstände sich unmöglich begegnet sein können. Es scheint eine Mischung aus Staub und Bewahrung, aus Geschichte und Zärtlichkeit zu sein, die Erbstücken anhaftet.

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Muskelkater | Wenn ich den breiten Rückenmuskel trainiere, dazu noch die Bauchmuskeln, die seitlichen und die vorne, außerdem den Schultergürtel, und wenn ich dann Muskelkater bekomme, dann fühlt es sich jedesmal anders an als Muskelkater in den Extremitäten; weniger brutal und dennoch deutlich vorhanden, ein Gefühl zwischen Herzrhythmusstörungen und Nierenleiden.

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Make Klebeband great again | Ich war im Stadtteil und habe Dinge erledigt: Dinge beim Drogisten, Dinge bei der Bank und Dinge im Supermarkt – kurzum: Dinge, die allesamt keinen Spaß machen, weil es Tätigkeiten sind, die daraus bestehen, in Schlangen anzustehen und zusammenzusuchen, was schlecht zu finden ist. Zwischen den einzelnen Stationen gab es Nieselregen bei drei Grad, an einem Tag, der niemals hell wird.

Eine Erledigung bestand darin, Klebeband zu besorgen, denn vor Weihnachten gab es einen stadtteilweiten Klebebandnotstand: In der Woche vor dem Fest war keins mehr zu kriegen, weder im Supermarkt noch im Schreibwarenhandel noch in der Drogerie noch im Billigkaufhaus, weder fünf Tage noch drei Tage noch zwei Tage vorher noch am Heiligen Abend selbst. Die nicht vorauszusehende, religiös induzierte und mutmaßlich überhand nehmende Geschenkeeinpacktradition hatte den örtlichen Einzelhandel kalt, eisebibberkalt erwischt.

Gemüsenetze | Darüber hinaus habe ich Lebensmittel eingekauft. Der Supermarkt hat dafür eine Neuerung am Start: wiederverwendbare Netze für Gemüse und Obst, das abgewogen werden muss. Die Netze kann man anstatt der dünnen Einwegplastiktüten verwenden. Ich hatte in letzter Zeit schon immer keine Tüten mehr verwendet, zumindest wenn ich nur zwei oder drei Stück einer Sorte gekauft habe. So ist es allerdings noch besser; ich habe gleich mal vier Netze erworben.

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Mit Fernweh angeguckt | 18 atemberaubende Orte, die du niemals in Europa erwartet hättest

Mit Interesse gelesen | Die Stützen des Spektakels. Oliver Fritsch über die Hinrunde von Borussia Dortmund, die Talente der Mannschaft und das Händchen des Trainers. Ich habe derzeit große Freude an diesem Team. Es macht Spaß, den Herrschaften beim Balltreten zuzusehen.

Was wir in der Schule leider nicht gelernt haben: 10 Menschen erzählen. Lernen, wie man lernt. Wirtschaftswissen. Fehlerkultur. Teamwork. Präsentieren. Programmieren.

Das Leiden an der Macht. Darüber, was Menschen in hohen Führungspositionen am meisten fehlt: authentisches Feedback.

Menschen in Machtpositionen bekommen kaum mehr authentisches Feedback. Sei es aus Angst ihrer Mitmenschen vor ihrer Macht. Sei es, weil ihre Mitmenschen glauben, in jener gottgleichen Position bräuchten sie so etwas eben gar nicht. Dauerhafte Macht bedeutet für uns zugleich immer auch dauerhafte emotionale Isolation.

Wir sind keine Gegenteile. Der Journalist Hajo Schumacher („Achim Achilles“; ehemals Chefredakteur des Magazins Max – die Älteren erinnern sich) im Interview über seinen und den Weg seiner Frau, Rollenklischees zu überwinden. Außerdem spricht er über Sinn und Wesen des Joggens, über Pulsuhren und Selbstwert, Pavianfelsen und Kompromisse.

Kommentare

11 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. ANNA sagt:

    Handelt es sich bei der Supermarktkette um eine deutschlandweite ,sodass Rettung auch für den Rest außerhalb des Ruhrgebietes besteht?

    1. Nihilistin sagt:

      Anna, bei uns in Berlin ist es der REWE. Dort werden auch die eingenähten Etiketten (fürs Tara) an der Kasse gescannt.

    2. Ellen sagt:

      Hier in ba-wü hat – neben Rewe – auch Edeka solche Säcke im Angebot. Die funktionieren übrigens auch beim Bäcker und auf dem Markt. ;-)

    3. ANNA sagt:

      Echt ?! Hab diese Netze hier in den Gefilden noch nie gesehen.Wohne wohl doch hinterm Mond.

    4. Vanessa sagt:

      Genau: Rewe. War aber das erste Mal, dass ich die Dinger gesehen habe. Kenne sie sonst nur aus dem Biomarkt und wollte mir dort schon welche besorgen – als ich sie nun erstmalig im Rewe sah.

  2. H. kauft beim Bäcker immer mit einer Stofftragetasche ein, in die alles unverpackt gepacht wird. Die ist nur für den Bäcker.
    Ansonsten begleiten ihn Einkaufsnetze seit seiner Kindheit. Sie sind immer gut für Erinnerungen.

    1. Vanessa sagt:

      Gute Idee – statt Papiertüten beim Bäcker.

  3. Jule sagt:

    Der Omageruch scheint allen Oma Erbstücken eigen zu sein, besonders der Wäsche. Meine Erbstücke duften noch immer (in Gedanken, vielleicht) nach Lavendel und Melissengeist.
    Meine Dortmunder Großmutter(Jahrgang 1900) schleppte ihren Schatz an Tischdecken und Hand-und Geschirrtüchern während des Krieges jeden Abend in den jeweils aktuellen Keller. Manchmal frage ich mich, ob ich das auch getan hätte. Die Aussteuer war damals wohl sehr wertvoll.
    Ihre Sachen habe für 4 Töchter und 4 Enkeltöchter und einen Enkelsohn locker gereicht. Die große schöne Weihnachtsdecke hatte gerade erst wieder ihren großen Auftritt….

    1. Vanessa sagt:

      Der mir präsentierte Schatz – und das war nicht alles, ein Teil war schon verschenkt und in Benutzung – genügte locker nochmal für drei Töchter.

  4. Anne sagt:

    Haus Busch: Ich habe mich soeben für das Eintages-Seminar „Themen intern verkaufen“ angemeldet und bin freudig gespannt! :)

    1. Vanessa sagt:

      Yeah! Sehr cool. Ich freue mich!

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