Draußen nur Kännchen
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Donnerstag, 3. Januar

Es ist schön, langsam ins Jahr ins starten. Das genieße ich.

*

Ausflug | Heute war ich beim kleinen Patenmädchen. Das Partymädchen wohnt rund 150 Kilometer von mir entfernt, also 300 Kilometer Hin- und Rückweg. Ich hörte dabei Hjorth und Rosenfeldt: Die Opfer, die man bringt. Sehr passabel, ich kann gut folgen; ist wie auch die vorangegangenen Bände fluffig erzählt. Vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig.

Das ist nun der fünfte Band der Sebstian-Bergmann-Kirmis. Die Krimihandlung rückt seit  Beginn der Reihe stetig mehr in den Hintergrund; an ihre Stelle treten Handlungsstränge rund um die Ermittler. Muss man mögen; ich finde es ganz gut. Ich bin nun etwa auf der Hälfte. Mal schauen, wie es weitergeht.

*

Brettspiele & Ehrgeiz | Beim Partymädchen puzzelten wir und gingen spazieren, aßen Pommes und spielten Mensch ärgere dich nicht.

Was glauben Sie, wem die roten Püppchen gehören, mmmmh? Naaaa?
//*guckt herausfordernd

Mensch ärgere dich nicht: Alle roten Püppchen im Häuschen

Ich habe bei Brettspielen Ehrgeiz. Deshalb ärgere ich mich bei Mensch ärgere dich nicht auch fürchterlich, wenn ich rausfliege. Ich lasse es mir selbstverständlich nicht anmerken, aber wenn ich kurz vorm Häuschen weggekickt werde, noch dazu mit diabolischem Lachen, könnte ich das Brett mit dramatischer Geste gegen die Wand schmeißen – was im Alter von 40 Jahren und im Angesicht eines sich in gleicher Situation angestrengt beherrschenden Sechsjährigen natürlich nicht statthaft ist. Innerlich könnte ich aber!

Das führt zu einer weiteren Anmerkung: Ich mag keine Gesellschaftsspiele, die allein durch den Zufall bestimmt sind. Ich mag Taktikspiele. Ich verliere gerne in Würde. Ich gehe meinetwegen mit wehenden Fahnen unter, aber bitte stolz und selbst verantwortet.

Ich unterhielt mich mit der Freundin über Ehrgeiz und sie sagte: „Als ich bei K2 Wehen hatte, ins Krankenhaus kam und dort saßen vorm Kreißsaal schon zwei andere Schwangere – da wusste ich sofort: ‚Mindestens eine von denen will ich überholen.'“

Schwester im Geiste.

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Friseur & Buch | Tags zuvor war ich beim Friseur. Es gibt nämlich eine rätselhafte Sache in meinem Leben: Das Zeug auf meinem Kopf verändert sich über Nacht. Am Abend ist noch alles in Ordnung, am nächsten Morgen stehe ich auf, gucke in den Spiegel und denke: „Ach du Scheiße, wann ist das denn passiert?“ Fusselige Spitzen, dicker Ansatz, rausgewachsene Frisur. Binnen zwölf Stunden!

Ich war also froh, als mir meine Friseurin sagte: „Wenn du willst, kannst du heute Nachmittag direkt kommen.“ Die anderen Kundinnen waren allesamt vor Weihnachten im Laden gewesen, so dass sie spontan Platz im Terminkalender hatte. Glückstag.

Ich bekam einen Milchkaffee und las in meinem Buch: Löwen wecken von Ayelet Gunar-Goshen, einer israelische Autorin. Es geht um einen Neurochirurgen, der einen illegalen Einwanderer überfährt. Der Eritreer stirbt. Der Chirurg haut ab. Die Frau des Opfers findet ihn, und die Geschichte beginnt.

Glas Wasser, Tasse Kaffee, Buch vor schwarzer Tapete

Auch hier bin ich erst auf der Hälfte. Das Buch ist ganz okay; es könnte etwas dichter und straffer erzählt sein.  Was ich angenehm finde, ist das Setting: Die Geschichte spielt in Israel, alles ist etwas anders. Das ist angenehm, weckt das Denken.

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Begeisterung | Sophie Passmann hat eine Ode an den Handballsport verfasst. Zurecht!

Das Schönste aber ist, dass Handball charakterstark macht. Das sehen die Regeln so vor, denn es gibt auf dem Feld in keiner Sekunde auch nur einen unwichtigen Spieler. Aus jeder Position lassen sich Tore machen, damit sind alle auf dem Feld erst mal gleich gefährlich und gleich wichtig. Handball ist maximalbrutale Direktdemokratie, fordert dafür aber von den Schwachen Fleiß und von den Starken Bescheidenheit. […]

Auch der erste Leserkommentar unter dem Beitrag trifft die Sache:

Ich schätze beim Handball, dass Zweikämpfe körperlich und frontal ausgetragen werden, man schaut seinem Gegenspieler in die Augen, keine cheapchots, keine Treten in die Beine, keine Grätschen von hinten und Schauspielereien gibt es auch kaum.

Ein Sport der eben Charakter voraussetzt, man darf seinem Gegenspieler weh tun, aber man muss ihm in die Augen sehen – und man sieht sich im nächsten Angriff wieder.

Amen.

Kommentare

3 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Sabine sagt:

    Das Paten-Partymädchen hat mit Sicherheit die beste Partytante der Welt <3.
    Spaß ist garantiert.
    Das neue "Blogoutfit" gefällt sehr gut, sehr schöne Idee!
    Weiterhin ein schönes 2019.

    1. Vanessa sagt:

      Danke, ebenso!
      Beste Partytante würde ich nicht sagen; ich würde sagen: Ich bemühe mich, eine okaye Partytante zu sein.

  2. Abigail sagt:

    Oh das mit dem Wütend werden, wenn man verliert, kenne ich zu gut. Daher spiele ich auch nur sehr selten Gesellschaftsspiele. Entweder wenn ich die Person eh gewinnen lassen will (kleine Kinder, alte Menschen…) oder wenn der Weg das Ziel ist (Cards against Humanity…) oder wenn ich die Regel so auslege, dass es egal ist ob ich gewinne oder verliere (z.B. bei Halli Galli bei jeder dritten Runde nach dem ablegen auf die Klingel hauen…) oder wenn ich weiß, dass ich mit 90% Sicherheit gewinne (Cluedo). Aber das Wissen meine Freunde auch und wenn sie mich nötigen mit ihnen Gesellschaftsspiele zu spielen, dann müssen sie halt damit leben.

    Viele Grüße
    Abigail

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