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Dienstag, 30. Oktober

Heute erster Auftakt in einer größeren Zusammenarbeit mit einem Kunden. Seien Sie in den nächsten Monaten live dabei, wie ich am NRW-Verkehr verzweifle.

Obwohl die Kilometerzahl pro Strecke deutlich unter 100 liegt, werde ich mir öfter ein Hotelzimmer nehmen. Alles andere ist an manchen Tagen weder gut für meine Arbeitsleistung noch für meine Gesundheit.

Heute zum Start rund 15 Kilometer Stau, die ich auf anderen, zusätzlichen 15 Kilometern umfahren habe. Aber das ist alles gar nichts! Es wird demnächst noch viel unterhaltsamer. Denn bald wird meine Autobahnauffahrt auf die A1 und damit zum Kunden gesperrt. Die Sperrung zu umfahren, wird total töfte: Ich kann weiter nördlich auf die A1 auffahren oder südwestlich über andere Autobahnen ausweichen.

Das heißt in der Praxis: Entweder ich fahre, obwohl ich nach Süden muss, erst nach Norden und danach über die wundervolle Staustrecke Kreuz Dortmund-Ost bis zum Westhofener Kreuz, um danach mit vielen weiteren Menschen in der Brückenbaustelle Volmarstein zu stehen, die regelmäßig zehn Kilometer Stau produziert – zusätzlich zu den Kilometern zwischen den Kreuzen.

Alternative: Ich gurke erstmal (mit vielen weiteren Menschen) durch den Dortmunder Süden, danach über eine Bundesstraße auf die A45, auf die A44, auf die A43 und schlussendlich auf die A1. Alles Autobahnen, die auch total dicht sind.

Hinzu kommt, dass die Zufahrt in mein Stadtviertel bald wegen Kanalbauarbeiten erschwert wird – ich also schon feststecke, bevor ich überhaupt einen Autobahnstau zu Gesicht bekomme.

Es ist alles Irrsinn und macht mich ungeheuer wütend: weil es keine Alternative zum Auto gibt, weil so ein massiver Sanierungsstau besteht und weil offenbar niemanden wirklich interessiert, wie viel Lebenszeit dabei draufgeht und wie viel volkswirtschaftlicher Schaden durch das alles entsteht.

*

Koffer gepackt. Nach dem morgigen Kundentermin Fahrt nach Hannover. Donnerstag Hannover – Hamburg – Hannover, Freitag Hannover – Duisburg, Samstag Duisburg – Dortmund.

Man sagt mir nach, ich sei ein Checkerbunny in Sachen Kofferpacken. Ich verrate Ihnen den Trick: Die Kunst ist, erst gar nicht viel mitzunehmen. Und dann: Kleidung rollen, maximal ein zusätzliches Paar Schuhe einpacken – so passt alles in ein kleines Handgepäckstück. Für Urlaubsreisen greift die 5-5-2-Regel: 5 T-Shirts, 5 Hosen/Röcke, 2 Pullis. Zusammen mit zwei Paar Schuhen, Unterwäsche, Badesachen, Waschzeug und ein bisschen Klimbim landen Sie ungefähr bei 14 Kilo Gepäckgewicht. Da freut sich jede Airline, und Sie können sich problemlos etwas mitbringen, zum Beispiel drei Liter Olivenöl und eine Flasche von dem guten Roten.

*

Gelesen, offline: Nichts, was uns passiert von Bettina Wilpert.

Leipzig, Sommer, eine Geburtstagsfeier, gute Freunde. Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an.

Die Frage „Hat er sie vergewaltigt?“ zieht sich durch das Buch. Es gibt keine Antwort, nur verschiedene Sichtweisen – und am Ende eine juristische Entscheidung. Sehr gute Annäherung an das Thema.

Kommentare

6 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. obadoba sagt:

    „Die Kunst ist, erst gar nicht viel mitzunehmen. […] 5 T-Shirts, 5 Hosen/Röcke, 2 Pullis. Zusammen mit zwei Paar Schuhen, Unterwäsche, Badesachen, Waschzeug und ein bisschen Klimbim landen Sie ungefähr bei 14 Kilo Gepäckgewicht.“

    Naja, kommt ein bisserl drauf an, wie man Urlaub macht. Beim letzten Urlaub hatten wir zu zweit > 60 Kilo. Weniger als da oben und zusätzlich Schlafsack, Matte, warme Klamotten, Steigeisen, Pickel, Eisgeraffel, Expeditionsstiefel …. und vieles mehr. Immerhin: Bücher nur elektronisch, das spart Gewicht ;-)

    1. Vanessa sagt:

      Okay, also – das hätte ich vielleicht dazu sagen sollen: Forschungsexpeditionen, Raumfahrt und Reisen mit Turnierpferden habe ich aus der Überlegung ausgeklammert.

  2. Frau Irggendwas ist immer sagt:

    OmG, ich bedaure Sie wirklich aufrichtig wegen des Autokorsos, das hört sich nicht gut an. Aber, da bin ich egoistisch, ich freue mich jetzt schon auf Ihre Erfahrungsberichte recht und links der Autobahn … und passen Sie bloß auf sich auf, nur Verrückte unterwegs!
    Bin heute übrigens mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, quer durch mehrere herbstliche Kleingartenanlagen …

    1. Vanessa sagt:

      Mit dem Fahrrad zur Arbeit, das hatte ich auch eine ganze Zeit lang, damals, als ich an der Uni arbeitete. Etwa neun Kilometer hin und neun zurück, das war prima.

  3. Sewwi sagt:

    Also, ich bin leider keine Minimal-Kofferpackerin. Dabei wäre ich es so gerne! Aber wie kommt man mit 5 T-Shirts aus? Zählen Blusen und Rollis vielleicht gar nicht? Und ein oder zwei weitere Jacken/Blazer? Oder EIN Paar Schuhe – wie soll das denn gehen?
    Sollte ich noch erwähnen, dass sich Kleidungsstücke auch manchmal selbst beflecken? Bei dem einen weniger, bei mir immer eher mehr.
    Also, ganz im Ernst, ich finde das Thema ist eine ausführliche Bearbeitung wert. Nur so als Idee…

    1. Vanessa sagt:

      Ist notiert. Werde ich machen.

      Zwei Anmerkungen vorweg:
      1.) Zwei Paar Schuhe, eins habe ich an, ein zweites nehme ich mit.
      2.) Waschen ist eine Option.

      Wofür brauchen Sie so viele Blusen und Blazer? Und Jacken? Und Rollkragenpullover – wofür braucht ein Mensch Rollkragenpullover?! Man kann sich doch ein Tuch umlegen, wenn’s friert.

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