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Sonntag, 4. März

4. 03. 2018  •  6 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Expeditionen«

Heute erwachte ich, Sonne schien durch die Vorhänge und meine Residenz hatte eine Aussicht.

Panoramabild: Blick über das Tal und den See

Der Bolsenasee ist vulkanischen Ursprung. Irgendwann gab’s hier mal vier Vulkane, einen in Latera, einen in Montefiascone, einen in Capodimonte und einen in Bolsena – außerdem mindestens 94 weitere Krater. Das war hier sozusagen die Vorhölle. Der See bildete sich unterirdischen Magmakammern, die einstürzten. Die Caldera füllte sich mit Wasser.

Der See ist einer der saubersten in Europa. Man kann unter Wasser angeblich zehn Meter weit sehen.

Hier wird sanfter Tourismus betrieben: Schon in den 1990er haben die Behörden verboten, das Ufer weiter zu bebauen. Es gibt viel Agrotourismus. In der Umgebung sind historische Stätten – na klar: die Nähe zu Rom.

Nach dem Frühstück stapfte ich los, um die Stadt ohne Nebel zu erkunden. Wie gestern machte ich mich erst auf zum Rocca dei Papi, dem Felsen der Päpste ganz oben auf dem Hügel – und sah zum ersten Mal die große Kuppen von Santa Margherita.

Rocca dei Pai: Kirche Santa Margherita

Danach ging ich auf der anderen Seite wieder runter und durch die Gassen.

Montefiascone: Durchgang mit Blick ins Tal

Es war mächtig was los in der Stadt: Wahlsonntag. Ich wohne in der Nähe des Rathauses, wo die Leute wählten. Dort und auf jedem Platz standen sie und redeten.

In den Gassen und um die Altstadt herum war ordentlich Verkehr. Die Kioske und Cafés hatten geöffnet, es gab einen Stand mit Trockenfrüchten. In den Kirchen war Messe.

Montefiascone, rechts die Stadt auf dem Hügel mit großer Kirchenkuppel, links das Tal

Ich entdeckte ein Schild, in dem Wanderwege eingezeichnet waren. Sie führten alle um See, und ich stand direkt am Beginn eines der Wege. Also stapfte ich ein Stück bergab. Ich hatte ja nichts anderes vor.

Weg durch eine Felsgasse

Ich ging und ging – durch Schilf und Wald, vorbei an Weinbergen und Olivenhainen. Es war warm. Erst legte ich den Schal, dann die Jacke ab. Es war nicht nur mein erster Tag in Italien ohne Pudelmütze. Es war auch direkt mein erster Tag ohne Jacke.

Irgendwann war ich unten am Fuß des Hügels – und mein Dorf oben auf dem Berg.

Mein Berg von unten

Zum See wären es noch gut und gerne vier Kilometer durch die Ebene gewesen. Darauf hatte ich keine Lust. Also ging ich wieder hoch.

Als ich wieder oben war, begann es zu regnen. Ich befeuerte meinen Ofen, holte mir eine Decke, nahm mir ein Buch und legte mich aufs Sofa. Ich las und machte ein sonnelino, ein Nickerchen. Dann war es auch schon Abend. Ein perfekter Sonntag.

Kommentare

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  1. Caramelia sagt:

    Hach! Danke schön, sie haben mir soeben mein zweites italienisches Lieblingswort geschenkt. Das Erste habe ich vor ein paar Tagen auf Instagram gefunden: Bomboloni
    Aber Nickerchen … in allen Ausprägungen …. ist top. Danke.

    1. Vanessa sagt:

      Berliner! :)
      Ich muss mal diese ganzen Keksnamen recherchieren.

  2. Daniela sagt:

    Ich kenne nickerchen auch noch unter „pisolino“ :-) Das hier ist vielleicht auch ein Tipp: Fattoria La Vialla, http://www.lavialla.it/de/
    Ich wünsche noch einen wundervollen Urlaub!

    1. Vanessa sagt:

      Das liegt erstmal nicht auf dem Weg – trotzdem vielen Dank!
      Man weiß ja nie, wo der Weg noch hinführt. Und sei es der Rückweg.

  3. Elfe sagt:

    Kurz vorm letzten Satz dachte ich noch, „wow, ein perfekter Sonntag“. In der Tat!

    1. Vanessa sagt:

      Muss auch mal sein.

Die Kommentare sind geschlossen



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