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#WMDEDGT: Oktober 2017

6. 10. 2017  •  5 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Gestern war der 5. des Monats. Der Tag für:

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (#WMDEDGT)

Eine Initiative zur Förderung des Tagebuchbloggens – Idee von Frau Brüllen. Sie sehen heute: einen Seminar-Tag.

06:50 Uhr

Wecker. Snooze.

07:00 Uhr

Wecker. Aufstehen.

Heute ist Seminartag: Ich bin am Institut für Journalistik der TU Dortmund. Es ist die Woche vor dem offiziellen Semesterbeginn. Ich gestalte einen Tag für die Lehrredaktion Print/Magazin. Es geht um kreatives und gutes Schreiben.

08:15 Uhr

Das Seminar beginnt um 10 Uhr. Vor Veranstaltungen bin ich immer eine Stunde früher vor Ort, um den Raum vorzubereiten, nochmal meine Materialien zu sichten, die Teilnehmer*innen willkommen zu heißen und einen Kaffee zu trinken.

Ich breche also daheim auf. Die Stadt Dortmund hat sich vor einigen Wochen überlegt, zwei Einfallstraßen aus dem Süden komplett zu sperren . Als ob das in einer 600.000-Einwohner-Stadt nicht bereits ausreichte, um Ungemach zu verursachen, sind zusätzlich zwei Auffahrten auf die Ausweichstrecke gesperrt (Wer denkt sich sowas aus?!). Es herrscht ein sensationelles Chaos. Ich benötige eine Stunde für die knapp zwölf Kilometer lange Strecke.

10:00 Uhr

Seminarbeginn. Wir starten mit kleinen Aufwärmübungen: „Dein Morgen ohne Verben“. Danach geht es weiter mit klassischen Darstellungsformen und ihrer Verwendung im Magazin. Wir machen eine Übung für alternative, freie Darstellungsformen.

13:00 Uhr

Mittagspause. Zum Nachtisch kaufe ich eine Waffel. An der TU gab es bis vor kurzem die besten Waffeln Dortmunds. Dagegen konnte jeder Bäcker einpacken: hell, weich, ein schlichter, aber guter Teig, nicht zu süß. Regelmäßig eine glatte 10 auf der Internationalen Waffelskala™.

Der Waffelverantwortliche der Mensa hat jedoch das Waffelkonzept geändert: Es gibt nun Waffeln aus einem Poffertje-artigen Eisen. Keine Veränderung zum Guten: nur noch lieb gemeinte 8 Punkte.

14 Uhr

Es geht weiter im Seminar – mit Perspektivwechseln. Danach zeige ich eine Methode, wie man Themen konkretisiert. Außerdem beschreiben wir Menschen, ohne Adjektive zu benutzen. Denn: Adjektive sind die Pest. Sie sind wertend, nehmen dem Leser seine Autonomie und bevormunden ihn.

17 Uhr

Ende des Seminars. Ich halte noch ein Schwätzchen erst mit Studenten, dann mit meiner Auftraggeberin. Dann fahre ich heim.

18 Uhr

Stau auf dem Heimweg – wer hätt’s gedacht. Dieses Bundesland ist eine Katastrophe. Schon am Tag zuvor war ich Teil von 400 Kilometern Stau. Beziehungsweise: Ich war der Teil, der nicht mal in den 400 Kilometern enthalten war, denn mein Stau war zur Autobahn hin und von der Autobahn weg  – gezählt wird ja nur auf der Autobahn. Ich gebe nochmal 15 Kilometer kostenlos dazu.

Ich würde so gerne sagen: „Man müsste mal …!“, doch ich weiß selbst keine Lösung für die unsägliche Verkehrssituation in Nordrhein-Westfalen. Nur eins ist klar: Da muss richtig viel Geld reingepumpt werden. In Schienen, in Straßen, in Radwege. Dazu der Mut und der Wille, intensiv alternative Konzepte zu erproben, denn allein über Schiene und Straße wird das nicht funktionieren.

Es ist absurd, dass ich für die Strecke vom Vortag regulär 35 Minuten mit dem Auto benötige – real aber 80. Mit dem ÖPNV würde ich allerdings 2:20 Stunden brauchen – mit dreimal Umsteigen. Wenn alles klappt. Das ist alles ein Witz.

Wie dem auch sei. Ich nutzte die Heimfahrt, um mit einer Kundin noch Details für einen Auftrag am kommenden Dienstag durchzusprechen.

20 Uhr

Training mit den Kalendergirls. Ich bin derzeit Halbinvalide wegen einer Lappalie, die ziemlich weh tut und leider auch keine Lappalie bleibt, wenn man sie nicht auskuriert. Deshalb turne ich am Rand mit Thera-Bändern. Mit Thera-Bändern kann man durchaus ernsthaft arbeiten, und wenn man das tut, hat man am nächsten Tag deutlichen Muskelkater. So wie ich heute.

22:30 Uhr

Daheim. Ich schaue in der ARD-Mediathek noch zwei Dokus. Über Kommissare, die alte Fälle wieder aus dem Archiv geholt und gelöst haben, und über Handwerker, die keine Ausbzubildenden finden. Ich finde die Links jetzt nicht.

00:00 Uhr

Bett.

Kommentare

5 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Jill sagt:

    War das die Reihe Morddeutschland? Die habe ich neulich geguckt, da wurden alte Fälle aufgerollt. (Mehrere Folgen)
    Wenn die das nicht wr, kann ich die empfehlen.
    http://www.ardmediathek.de/tv/NDR-Das-Beste-am-Norden/Morddeutschland-Die-Spurenleserin/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=14049264&documentId=44607976

    1. Vanessa sagt:

      War ein anderer Film. Der Genannte ist aber auch gut erzählt. Habe ich schon gesehen. Wusste aber gar nicht, dass es mehrere davon gibt. Werde ich mir anschauen.

  2. Frau Vorgarten sagt:

    wie kann man denn jemanden oder etwas ohne Adjektive beschreiben?
    Ich dachte bisher, genau dafür seien die Dinger gemacht?

    1. Vanessa sagt:

      Indem man einen Menschen durch seine Handlungen charakterisiert und beschreibt, was er tut: das Tun, Gestik, Mimik.

  3. PippiLotta sagt:

    Das Timing dieser Baustellen im Dortmunder Süden ist schrecklich. Aktuell ist es für meinen Alltag noch ok, morgens so früh dass die Umleitung staufrei ist und nachmittags dann entgegen der Sperrung. Aber am Wochenende braucht man eeeewig! Statt ca. 20/25 Minuten fast 1h bis in die Innenstadt und Öffis helfen auch nicht, der Bus steht im gleichen Stau…

    Ich bin mal gespannt wie sich das so entwickelt, vor allem wenn die Sperrrichtung geändert wird und ich nachmittags mit allen anderen die Umleitung fahren darf.

    Amüsanterweise führt eine der Umleitungen ja über Hubbel, was diverse Leute zu waghalsigen Fahrmanövern treibt, wenn man dem Auto das nicht zumuten will oder (wie letztens erlebt) die Bodenfreiheit nicht ausreicht. Ein Hoch auf alltagstaugliche Autos :-P

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