Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

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Die Lieblingstweets seit … längerem

30. 07. 2017  •  1 Kommentar

Die Twitterlieblinge habe ich ein bisschen vernachlässigt. Deshalb jetzt: eine Sammlung.

Zumba immer montags und mittwochs

24. 07. 2017  •  14 Kommentare

Als ich zuletzt über Spinning bloggte, kam die Sprache auf Zumba. Ich möge das doch bitte mal ausprobieren, das sei sicherlich sehr spaßig – zumindest lohnend für eine anschließende Berichterstattung, schrieben Menschen in die Kommentare.

Ich habe nachgesehen: Mein Fitti bietet tatsächlich Zumba an, immer am Montagabend und am Mittwochabend. Die Ankündigung im Kursplan ist vielversprechend:

Dieses Workout verbindet Elemente aus verschiedenen Tanzstilen zu heißer lateinamerikanischer Musik. Alle Schritte und Drehungen sind für jeden einfach zu erlernen und bringen die Stimmung im Kursraum zum Kochen.

Kochen, das ist ja so ein Buzzword für mich – kochen ist gut, denn kochen bedeutet am Ende auch: essen.

In dem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Saisonvorbereitung im Sauerland, es muss Ende der 90er gewesen sein. Ich war gerade einmal 19 Jahre alt und auf dem Höhepunkt meiner körperlichen Leistungsfähigkeit, als der Trainer ankündigte: „In der nächsten Einheit machen wir etwas Besonderes. Zur nächsten Trainingseinheit kommt eine Aerobic-Trainerin.“

Haha, Aerobic!, dachten wir, die wir seinerzeit mehrmals pro Woche über Sauerländer Hügel kilometerweit durch den Wald rannten. Das wird superlustig.

Es dauerte nur etwa 20 Minuten ab Start der Aerobiceinheit, bis wir das Ganze nur noch mittellustig fanden. Einerseits war es anstrengender als gedacht, andererseits erforderte es eine Koordinationsleistung, die uns vollständig abging.

Denn die Rechenleistung in meiner Großhirnrinde ist auf zwei parallele Prozesse begrenzt, weshalb ich zwar Arme und Beine gleichzeitig bewegen kann, aber nicht zur Musik. Das ist beim Handball ja auch nicht gefordert: Da genügt es, Arme und Beine zwar irgendwie mit einem gemeinsamen Ziel, aber arhythmisch und ohne jede Grazie zu bewegen.

Ich war beim Aerobic also entweder mit den Armen oder mit den Beinen im Rhythmus – oder Arme und Beine waren im Rhythmus, dann aber nur miteinander und nicht zur Musik. Den anderen Mädels ging es ähnlich: In der Gruppe mussten wir ausgesehen haben wie die Augsburger Puppenkiste in dreifacher Schlupp-vom-grünen-Stern-Geschwindigkeit.

Wenn ich die Zumba-Ankündigung richtig verstehe, geht es dabei sowohl um Arme als auch um Beine als auch um heiße lateinamerikanische Musik. Sie dürfen sich also gemeinsam mit mir auf ein außerordentliches Erlebnis freuen.

Ich lasse Sie wissen, wenn ich dort war.

Wie ich unversehens auf ein Spinning-Rad geriet und deshalb nun samstags immer früh aufstehe

16. 07. 2017  •  20 Kommentare

Neulich hieß es in der Whats-App-Gruppe der Handball-Veteraninnen:

Hallo Mädels, wir haben für Samstag noch Räder frei. Mag jemand? Viertel nach neun ist Beginn.

Die Handball-Veteraninnnen sind Damen, mit denen ich allesamt Handball gespielt habe. In der Whats-App-Gruppe verabreden wir uns regelmäßig zum Essen und Klönen. Eine der Veteraninnen ist nun Trainerin, und ihre Mädels gehen in der Vorbereitung zum Spinning. Wenn Räder frei sind, können die Veteraninnen auffüllen.

Ich antwortete auf obigen Beitrag:

9.30 Uhr ist schmerzhaft früh. Möchte ich nur mal sagen.

Ich wollte damit lediglich auf die Abwegigkeit des Vorschlags hinweisen: Spinning am Samstagmorgen um 9:30 Uhr an einem Ort, der am anderen Ende der Stadt liegt. Das heißt nämlich: 7:30 Uhr aufstehen – vor solch absurd anstrengenden Sportarten muss man vorher ein Brot essen -, Kontaktlinsen ins Auge stecken, anziehen, durch die Gegend fahren (mit Autobahn!), um bei dröhnender Musik mit den Füßen auf ein Standrad gekettet zu werden. Eine bizarre Idee.

Los Nessa! Nicht lange zögern! Wir können anschließend bei mir frühstücken!

Frühstück! Bei der Veteranin mit der Schaumkaffeemaschine und den holländischen Schokostreuseln!

Ich sitze also am folgenden Samstag um kurz nach Sonnenaufgang mit Augen, verquollen wie Donatella Versace nach der achten Oberlid-OP, in einem winzigen Raum auf einem Standrad. Draußen scheint die Morgensonne. Hier drinnen dröhnt Musik. Ein Tüp mit Waden von der Größe eines Babypandabären brüllt: „Vier! Drei! Zwei! Und up!“

Und als ob das nicht genügt: Der Tüp hat eine Nebelmaschine.

„Wir bleiben im Rhythmus! Seid ihr alle wach?“
//*ppfffffffft

Chinareise im Jangtze-Delta, August 2005: 32 Grad, 97 Prozent Luftfeuchtigkeit, 100 Prozent Smog. So ist Spinning im Juli 2017, in einem Panic Room mit Nebelmaschine.

„Und jetzt eine schnelle Runde. Vier Minuten Sprint! Davon zwei Minuten aus dem Sattel! Vier! Drei! Zwei! …“

Sprints sind völlig ungeeignet für meine Beine. Meine Beine sind für langes Ausschreiten gemacht. Oder für schnelles Laufen an Land. Aber nicht für Roadrunner-artige Umdrehungen an einer winzigen Kurbel. Erstaunlich, wie schnell manche Menschen ihre Beine bewegen können. Diese kleine Person vor mir zum Beispiel – die Beine, eine rotierende Scheibe.

„Noch zwanzig Sekunden!“
Zwanzig?!
„Noch fünfzehn!“
Nebelmaschine, Lasershow, dazu AC/DC.
„Die hintere Reihe auch! Ein bisschen schneller.“
Ich geb dir gleich schneller. Mach mal die Augen zu, dann siehste, was schnell ist. Ich glaube, es hackt.
„Noch zehn!“
Für dich vielleicht.
„Fünf!“
Alta.
„Und setzen.“
Na endlich.
„Nicht langsamer werden!“
Nicht???
„Aktive Erholung!“
Wie das gehen soll, habe ich noch nie verstanden.
„Und nochmal! Vier! Drei! Zwei! Und up!“
Pass mal auf, du Kasper.
„Nochmal fünfzehn Sekunden Vollgas!“
Was halt so Vollgas ist, ne.
„Seid ihr bereit?“
Nee.
„Fünfzehn!“
Moment! Eben ware es fünfzehn! Jetzt müssen es zehn sein!
„Zehn!“
Du lügst doch.
„Fünf!“
Meine Oberschenkel sind das Fegefeuer.
„Setzen. Widerstand raus. Und erholen.“

Spining ist auch deshalb völlig absurd, weil ich bei keiner anderen Sportart so bizarr viel schwitze. Mir tropfen die Niagara-Fälle vom Körper.

„Jetzt kommt ein schöner, langgezogener Berg. Ein Berg, der euer Herz erfreuen wird.“
Moment. Ich dachte, wir erholen uns.
„Widerstand rein.“

Das Problem mit Spinning, besonders mit Spinning morgens um 9:30 Uhr ist: Danach fühle ich mich zwar wahnsinnig straff. Ich möchte aber auch umgehend ein kleines, mit Crème fraiche gefülltes Schwein essen. Auf Toast. Überbacken mit einer Käsekruste. Zum Glück gibt es Frühstück mit Schaumkaffee. Und Schokostreusel.

Nächste Woche wieder.

#WMDEDGT: Juli 2017

5. 07. 2017  •  7 Kommentare

Der liebe Herr Jawl hat es vorgemacht. Doch eigentlich kommt es von Frau Brüllen:

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (#WMDEDGT)

Eine Initiative zur Förderung des Tagebuchbloggens. Heute auch mit mir und dem Beweis, wie unaufregend mein Leben ist.

6:00 Uhr

Wecker. Das ist irre früh. Es mag Leute geben, die das anders sehen. Aber für mich: mitten in der Nacht. Hilft aber nichts. Also auf, auf! Ich richte mich her, mache mir ein Brötchen und packe mich ins Auto auf die A1.

8:00 Uhr 

Ankunft beim Kunden.

11 Uhr:

Nachricht in der Whats-App-Gruppe der Handballveteraninnen (die allesamt doch wieder spielen). Es sind Plätze beim Spinning der Verbandsliga-Mädels frei: Samstag, 9:30 Uhr. Ich schreibe, dass 9:30 Uhr an einem Samstagmorgen eine völlig irrationale Zeit für Spinning ist. Am Ende bin ich dabei. Fragen Sie mich nicht, wie das immer passiert. Vielleicht, weil eine Sportskameradin mir ein anschließendes Frühstück avisiert.

12:00 Uhr

Mittagspause. In der Kundenkantine gibt es Seelachsfilet mit Gemüsereis und Dillsauce. Fisch ist büschn trocken. Zum Nachtisch spendiert mir meine Gesprächspartnerin ein Eis. Das ist hervorragend.

16:00 Uhr

Abfahrt beim Kunden. Ich muss zu Hause noch Dinge tun, die ich beim Kunden nicht tun kann. Kein Stau auf dem Weg zur Autobahn. Das ist sensationell und bisher kaum dagewesen.

17:00 Uhr

Ich bin zu Hause und arbeite noch etwa eine Stunde von daheim, um den morgigen Tag vorzubereiten.

18:00 Uhr

Wäsche einstecken. Wäsche abnehmen. Balkon gießen. Nachbarbalkon gießen wegen Urlaub. Tomaten gießen. Schnadegang durch den Garten. Altpapier wegbringen.

19:00 Uhr

Noch ein Telefontermin.

19:30 Uhr

Feierabend. Ich esse Cornflakes mit Milch, beobachte Vögel und Eichhörnchen. Wäsche falten. Wäsche wegräumen. Koffer packen. Auto mit Arbeitsgeraffel packen. Denn morgen habe ich einen beruflichen Termin mit Übernachtung.

20:30 Uhr:

Warten, dass die Wäsche fertig gewaschen ist und ich sie aufhängen kann. Dabei bloggen. Doch noch was arbeiten, weil ich etwas vergessen habe.

21:00 Uhr

Wäsche aufhängen. Zähne putzen.

21.30 Uhr:

Bett.



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