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Zehn Bemerknisse zu einer Reise von Dortmund über Bern nach Heidelberg

21. 02. 2017  •  18 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Expeditionen«

1. Wenn ich wegfahre, stelle ich sehr oft fest: Überall ist es schöner als in Dortmund. Das drückte beim Blick auf die Berner Alpen ein bisschen auf die Stimmung. Ansonsten war die Stimmung aber großartig – ist ja logisch, bei dieser Aussicht:

Oberhalb des Gurtendorfs bei Bern mit Blick auf die schneebedeckten Alpen

2. Von dieser Einschätzung bezüglich Dortmund sind natürlich die Menschen im Ruhrgebiet ausgenommen. Sie sind einmalig und die eigentliche Schönheit des Zuhauses. Und der Dortmunder Fußballverein. Der ist auch super, logisch. Aber sonst ist das Berner Stadtpanorama etwas schöner als das Dortmunder. Ganz bisschen.

Bern: Stadtpanorama

3. Was die Stimmung bei einer Reise in die Schweiz eindeutig und immer hebt, ist, neben der Landschaft, dem Reisen an sich und der Reisebegleitung, das Berndeutsche. Welch schöner Dialekt. So freundlich und harmonisch, so melodiös.

4. Bahnfahren ist immer noch die beste Art zu reisen, vor allem, wenn man alleine reist. Die Reise an sich wird offenkundig, das Wegzurücklegen und damit das Ziel des Reisens als solches. Außerdem kann man, wenn man sieben Stunden dasitzt, jede Menge tolle Dinge tun, zum Beispiel aus dem Fenster sehen und zuschauen, wie die Wolken vom Rheintal aufsteigen.

Rheintal

5. „Für drei Tage in die Schweiz? Dann hast du ja nichts vom Urlaub!“ Wenn man den Hinweg und den Rückweg, also das Fahren an sich, ebenfalls als Urlaub empfindet, sind es doch wieder drei volle Tage und dann habe ich sehr viel davon. Außerdem muss ich regelmäßig andere Luft atmen, auch wenn es nur für kurz ist.

6. Es ist mit leichter Hand möglich, 75 Schweizer Franken und damit den Gegenwert einer achttägigen Rainbow-Tours-Busreise nach Lloret de Mar (inklusive 1 Freigetränk) in eine Handvoll Schokolade zu investieren. Nicht so leichte Hand, sondern der gesamte, zur Verfügung stehende Bedürfnisaufschub ist allerdings vonnöten, diese Schokolade nicht an Ort und Stelle zu vertilgen.

7. Der Bedürfnisaufschub macht es, einmal installiert, dann allerdings möglich, die Hälfte des Schokoladeneinkaufs nach Deutschland zu importieren und Freunden bereitzustellen, die sich sehr freuen, weshalb wiederum ich mich freue. (Die andere Hälfte der Schokolade ist notwendig, die körperliche und emotionale Energie zu dieser Leistung aufzubringen.)

8. Das Neckartal rund um Heidelberg ist ergreifend hübsch. Bislang war es eine Gegend, an der ich nur vorbeigefahren bin, da ich mich noch nicht in einem Alter befinde, in dem ich Weinwanderungen oder Flusskreuzfahrten unternehme.

Heidelberg: Philosophenweg, Aussicht

9. Wie gut, dass ich nun Freunde im Neckartal wohnen habe. So kann ich das Thema „Weinwanderungen“ vorzeitig in Angriff nehmen. Vielleicht auch nur Wein, ohne Wanderung. Naja gut. Ein bisschen Wanderung. Auf dem Philosophenweg, sinnierend.

10. Heidelberg kann Kuchen und Apfelstrudel und überhaupt alles, was glücklich macht. Insofern ist wandern tatsächlich nicht schlecht, zur Kompensation.

Kommentare

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  1. Jungsmama sagt:

    Oh, Sie trauen sich unter den Bekenntnissen 1 und 2 auszusprechen, was ich bei jeder Reise empfinde. Genau so!!

    1. Nessy sagt:

      Es lässt sich halt nicht leugnen, dass es eine strukturschwache Gegend ohne architektonische und landschaftliche Höhepunkte ist.

    2. Jungsmama sagt:

      Wird mir trotzdem nur bewusst, wenn ich woanders bin. Und ich bin jedes Mal von neuem überrascht von diesem Effekt.

    3. Nessy sagt:

      Geht mir genauso.

  2. Also ich finde Dortmund schön. Ich war sogar schon zweimal da. Allerdings war ich eher so am Rand, mit viel Natur drumherum.

    1. Nessy sagt:

      Ich sag‘ ja nicht, dass es hässlich ist. Ich sag nur, dass es schönere Orte gibt. Immerhin ist es wohl schöner, als man denkt – zumindest sagen mir das Besucher. Die Zeit der rauchenden Schlote ist ja vorbei; das überrascht viele noch.

      Aber Orte in den Bergen (oder am Meer) … naja, wir haben immerhin die Emscher.

  3. Ich liebe Reisen mit der Bahn auch sehr, und die Vielzahl der Eindrücke, die man dabei sammeln kann. Und nachdem ich einen ausgiebigen Blick auf das Unternehmen geworfen habe, in dem Sie Ihre Schokolade erstanden haben, kann ich nur sagen, dass ich da auch mit Sicherheit mindestens 75 Schweizer Franken ausgegeben hätte. ;-)

    1. Nessy sagt:

      Es nützt ja nix. Die Schokoladenindustrie möchte ja auch leben.

    2. Eben! Und ich unterstütze tausendmal lieber die Schokoladen- als die Rüstungsindustrie!

  4. Biki sagt:

    Hohlweg
    1

  5. Biki sagt:

    Das Neckartal ist ein Traum. Bitte arbeiten Sie sich über das Vierburgeneck, Hirschhorn, Eberbach weiter nach Osten bis Mosbach! Auf Wunsch kann ich Spaziergangs-und Weintrink-Begleitung anbieten.
    Die Teufelskanzeln bieten jeweils die schönsten Aussichten, die verfallenen Ruinen überall spannendes Entdecken und beim Betrachten des Weges bitte diverse Saurierspuren und versteinerte Meeresbewohner beachten.
    Wünsche viel Freude dabei!

    1. Nessy sagt:

      Dass ich das mache, kann gut irgendwann mal passieren!

  6. Mercator sagt:

    Hihihi – liebe Nessy, Du weißt aber schon, dass das Kommentieren der schweizer Alltagssprache mitunter einem Drahtseilakt gleich kommt. Zumindest der einheimischen Bevölkerung gegenüber. Da wird dann das sog. „SchweizerDeutsch“ gelobt (oder was der deutsche Zuhörer dafür hält) und dann stellt der Schweizer beleidigt fest, er hätte aber Hochdeutsch gesprochen (was eben der Schweizer dafür hält). Und die durchschnittlichen Schweizer sind da sehr viel empfindlicher, als man gemeinhin annimmt …

    Andererseits ist das die ideale Gelegenheit für den Einsatz von Komplimenten, die manches erleichtern, indem man die Schweizer Version des „Hochdeutschen“ als sehr schönes „Hochdeutsch“ lobt. Praktisch kein Schweizer kann sich der positiven Wirkung dieser Worte entziehen.

    1. Nessy sagt:

      Kommentiert habe ich nichts – ich habe mich nur im Stillen gefreut. Das richtige Schweizerdeutsch verstehe ich sehr schlecht. Da müssen die Sprecher*innen schon sehr langsam sprechen. Ist ja auch eine eigene Sprache.

    2. jpr sagt:

      Um den Worten von Mercator noch ein wenig Unterfütterung zukommen zu lassen passt hervorragend, dass die NZZ sich gerade auch mit dem Thema befasst, wenn auch nur in der Schriftsprache: https://www.nzz.ch/meinung/vorzuege-einheimischer-sprachkost-sprache-bunt-wie-sommervoegel-ld.148092

  7. Jule sagt:

    Vor über 30 Jahren war ich der festen Überzeugung, dass es überall schöner ist als in Dortmund, die rauchenden Schlote und der Brauereiduft umgab die Stadt mit einem besonderen Flair! Deshalb musste ich weg, erst nicht so weit, dann ganz weit.
    Heute denke ich oft, was für schöne Ecken es in Dortmund doch gibt.
    Und die Menschen, klar die sind ne Marke für sich. Vielleicht könnte ich ja wieder dort wohnen!
    Gruß Jule

    1. Nessy sagt:

      Brauereiduft und rauchende Schlote gibt es nicht mehr – nur noch ein paar Industrieruinen. Aber die werden immer besser genutzt. Die Region ist da wirklich auf einem guten Weg. Es braucht halt Zeit.

  8. hin & weg sagt:

    Les´ immer wieder gern dein Geschreibsel :) – zum Thema wandern hätt ich da auch was im Angebot wenn es dich mal zu uns ins schöne Frankenland zieht… http://ichbinhinundweg.blogspot.de/2016/07/nordheim-am-main-mehr-wein-geht-nicht.html
    Gruß Sylvia

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