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Selbstbestimmt geknetet, selbstbestimmt gegessen werden – eine Studie zur multikulturellen Kekskultur

7. 11. 2016  •  13 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Konsumwelt«

Dortmund. (nes) Sie sind viele, und sie haben eine klare Vorstellung davon, wie sie leben und wie sie sterben möchten: die Kekse des Jahres 2016. Das zeigt eine Studie aus Dortmund. Wir Menschen können ihnen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen. 

Pünktlich zur Adventszeit hat das Dortmund Research Institute for Suicidale Cookies (DRISC) eine Studie veröffentlicht, die uns alle aufatmen lassen kann. Ihr Ergebnis: Kekse wissen genau, was sie wollen. Und es ist ganz im Sinne aktueller Entwicklungen.

Das DRISC hat in aufwändigen Untersuchungen mehr als 5.000 Kekse verschiedener Sorten befragt. Schwerpunktthemen waren in diesem Jahr ihre Einstellung zu einer multikulturellen Kekskultur vor dem Hintergrund eines vermehrten Zuzugs auswärtiger Plätzchensorten. Außerdem ging es um ihre Vorstellung eines selbstbestimmten Sterbens unabhängig von religiösen Traditionen.

Zustimmung zu einer weltoffenen Keksgesellschaft

Die Studie zeigt: Kekse befürworten mit großer Mehrheit ein Leben in einer heterogenen Gesellschaft und den Zuzug von Keksen aus anderen Ländern. Nur Kekse aus dem konservativ-etablierten Milieu, darunter die traditionellen Vanillekipferl, stimmten der Aussage zu, dass es eine Obergrenze für den Kekszuzug geben solle. Alle anderen Kekse äußerten sich weltoffen.

In qualitativen Leitfadeninterviews gab sich sogar der ansonsten als traditionell geltende Gewürzspekulatius eindeutig: Seine Zutaten seien seinerzeit allesamt aus dem Orient zugezogen und bereicherten seither die europäische Küche. Dieser Tatsache gelte es nun, Rechnung zu tragen, indem man auch Kekssorten wie Crunchy Peanut, die dem prekären Milieu zuzuordnen seien, wohlwollend aufnehme.  „In Gottes Keksdose ist Platz für viele Cookies“, werden die Teilnehmer der Studie einhellig zitiert. Vielfalt stärke letztendlich die Kernkompetenzen der einheimischen Sorten.

Genuss ohne religiöse Schranken

Zweites Thema der Studie war die Frage eines selbstbestimmten Sterbens unabhängig von religiösen Traditionen. Bereits jetzt, Anfang November, beginnt in vielen Küchen das Backen. Die Folge: Zahlreiche Kekse erleben die Adventszeit gar nicht erst.

Auch hier zeigten sich die Befragten tolerant. 89 Prozent stimmten der Aussage zu, dass ein religiöser zeitlicher Hintergrund nicht notwendig für den Genuss von Weihnachtskeksen sei. „Es geht auch ohne brennende Kerze auf dem Adventskranz“, heißt es aus Spritzgebäckkreisen. Vielmehr helfe der Akt des Essens, egal zu welchem Zeitpunkt, den Keks als solchen zu würdigen. Das sei Religion genug. Weitere 72 Prozent der befragten Plätzchen sagten sogar, dass ein frühes Ableben ganz in ihrem Sinne sei. „Viele Kekse wollen sofort gegessen werden“, wird ein Zimtstern zitiert. „Da geht es nicht um den passenden Zeitpunkt. Der ist für mich schon gekommen, wenn ich noch warm bin.“

Na dann: Guten Appetit! Auch jetzt schon, Anfang November.

Kommentare

13 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Anne sagt:

    Ich möchte diesen Text mit Zuckerguss überziehen, so toll ist er.

    1. Harald sagt:

      Dann kann man ihn aber nicht mehr lesen …

  2. :D
    Ich darf in diesem Zusammenhang kurz an die Herren von Maybebop erinnern und ihren Gummibaum? Ich hielte das nämlich für eine ganz passende Untermalung…

    1. Nessy sagt:

      Ein zauberhaftes Lied! Werde es beim Backen der Crunchy Peanut Cookies auflegen.

  3. Frau Vorgarten sagt:

    ich möchte fragen, ob Sie einen an der Waffel haben.

    1. Anne sagt:

      Waffeln? Wo?

    2. Nessy sagt:

      Waffeltag ist hier im Stadtteil nur mittwochs.

  4. joriste sagt:

    zauberhaft.

    Auch hier leben Husarenköpfe, Heidesand, badische Hildabrötchen und Florentiner einträchtig beieinander. Ich werde Ihren Text (mit Ihrer Erlaubnis) die komplette „kalte Jahreszeit“ über bei mir tragen und zitieren müssen.

    Danke und viel Spaß beim Backen und Genießen!

    1. Nessy sagt:

      Gern, gerne. Meine Keksdose ist auch ein melting pot. Neben Traditionellem wird jeder Jahr was Neues probiert, zukunftsorientiert, aber dem Bewährten verbunden.

  5. Annette sagt:

    Manche Kekse befürworten es sogar, noch roh gegessen zu werden. Dieses „Gar-nicht-erst-ein-richtiger-Keks-werden-Wollen“ hat nichts mit einer etwaigen pessismistischen Weltsicht zu tun, bei der das Leben als Keks im Embryonalstadium schlechthin verweigert wird, sondern – wie z.B. vom Heidesand bestätigt – wird als Schnellstrasse zu einer besonders raschen Erfüllung des Lebenszwecks gutgeheissen.

    1. Nessy sagt:

      Es handelt sich einfach um früh entwickelte Kekse, die ihren Altersgenossen voraus sind. Das habe ich selbst beim Backen erleben dürfen. Sie drängen sich auf, noch im Teigstadium gekostet zu werden.

  6. lihabiboun sagt:

    Made My Day!!!

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