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Die Tage, sie nehmen so ihren Lauf

19. 04. 2016  •  15 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Die Tage, sie nehmen so ihren Lauf, und ich finde es sehr schön, weder über- noch unterfordert zu sein. Dieser wohlige Zustand des nicht Vor- und nicht Zurücklehnens, sondern des Aufrechtsitzens, mit freudiger An-, aber ohne Verspannung, den hatte ich in den vergangenen Jahren nicht so oft. Ich genieße ihn.

Die Gartenarbeit hat begonnen, im positivem Sinne: nichts abreißen, nur aufbauen, anpflanzen und hübsch machen. Das trägt zur Stimmung bei – zusehen, wie etwas wächst, und fördernd eingreifen, die meiste Zeit aber einfach: sich freuen und ein bisschen vor sich hinwurschteln.

Die Kalendergirls sind aufgestiegen, ich also auch: von der untersten in die zweitunterste Liga – es war quasi unvermeidlich. Verstärkung für die kommende Saison steht auch schon vor der Turnhallentür. Die Sportskameradinnen haben seinerzeit Bundes- und Verbandsliga gespielt und wollen nun in der Kreisliga angreifen, zu einer Bewegungstherapie mit Kompetenzhintergrund und wegen des ganzen Flauschs, den die Mannschaft verbreitet. Sie ahnen ja nicht, wie heimelig wir es in unserer kleinen Thekentruppe haben; ein Snoozelraum für Handballrentnerinnen, plüschig und wohlig.

In der kommenden Saison bekommen wir einen neuen Trainer. Ich bin ein bisschen verunsichert, ob er die Intention des Teams richtig deuten wird, denn wir wollen ja nichts gewinnen – also: eigentlich. Ein erneuter Aufstieg wäre natürlich schön, aber nur, wenn es nicht zu anstrengend wird. Da muss er eine Balance finden, das ist nur ein My breiter Streifen zwischen Partytruppe und aufflackerndem Ehrgeiz, auf dem wir da unterwegs sind.

Was an der ganzen Handballsache erfreulich ist: Ich habe die Saison gesund überstanden, keine Wehwehchen, im Gegenteil, alles geht besser denn je. Auch dem Rücken geht’s prima, er kann das noch alles – sich in die Abwehr schmeißen und herumgerissen werden, werfen, fallen und sich schubsen lassen. Das war eine fette Kopfsache, Schmerzgedächtnis und Schmerzerwartung, und auch die Bänder in den Sprunggelenken halten.

Frau Sylz kommentierte mein erneutes Handball-Engagement seinerzeit übrigens sehr treffend:

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Was die ruhigere Freizeit angeht, die auf dem Sofa, habe ich meine Liebe zu Grey’s Anatomy wiederentdeckt, diese wunderbare Serie, in der es saftige Operationen mit viel Blut gibt, Beziehungsgedöns und Liebe und Menschen in allen Größen, Formen, Farben und Geschlechtern, die ohne viel Stereotypzeugs miteinander reden. Seit der ersten Staffel sind sie alle ein bisschen älter geworden, innerlich wie äußerlich, genauso wie ich. Das ist wie Lindenstraße im Krankenhaus, Schwarzwaldklinik auf Amerikanisch und ohne Käti. Allerdings ist der schönste Mann der Serie kürzlich verstorben, der Neurochirurg mit Dackelblick und Dreitagebart. Das war ein herber Schlag; ich bin noch nicht ganz drüber weg.

Was ich insgesamt also sagen will: Die Tage nehmen ihren Lauf, und bald ist wieder Sommer, dann Bootcamp, dann Saisonbeginn und dann Weihnachten. So wird es kommen.

Kommentare

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  1. Björn sagt:

    Liebe Frau Nessy,

    jetzt muß ich doch mal schreiben und mich bedanken: Ich lese Ihren Blog jetzt schon einige Zeit. Ich mag Ihren Stil, ich erkenne Parallelen (Bin selbst vom Land nach Dortmund und zurück gezogen, Haus gekauft, mit altem Garten gekämpft…) und in dem heutigen Post fand ich mich auch irgendwo wieder, auch weil es bei mir beruflich gefühlt ähnlich ist (nach einiger Zeit permanentem „am Limit“, aktuell wieder im ruhigen Fahrwasser). Scheinbar sind wir (also Sie und ich) „angekommen“. Es kommt mir zumindest so vor. Wobei das angekommen nicht heißt, dass jetzt Feierabend ist und nur noch Terrasse und Sportschau, sondern, angekommen im Sinne von: Ein geordnetes Leben haben. Das ist so spießig, wie es sich anhört, schafft aber auch jede Menge Sicherheit sich auf vieles Neues einzulassen und für vieles Anderes offen zu sein.
    Das interessante ist auch: Ich nehme das bei vielen meiner Freunde ähnlich wahr, oder wie die Mutter meines besten Freundes neulich sagte:“Schön, dass ihr auch endlich erwachsen geworden seid!“. Nicht das schlechteste.
    Also vielen Dank, dass Sie mich mit Ihrem Blog an Ihrem Leben teil nehmen lassen. Und danke für die Gartentips!
    Bis denn!
    Björn

    1. Nessy sagt:

      Hach! Dankeschön!

      Ich fand die Idee des Erwachsenseins und des Ankommens noch nie schlimm. Reihenmittelhaus, Funktionskleidung und Einbauküche sind durchaus eine sexy Option, wenn der Geist und das Herz, die dort wohnen, weit und offen sind.

      Und ja, es macht Spaß, loszusegeln, wenn man Erfahrung als Skipper hat.

  2. Christine sagt:

    Ich lese normalerweise auch nur still mit, aber bei diesem Beitrag muss ich doch etwas kommentieren – hachz, noch ein Greys Anatomy-Fan :-) Nach dem tragischen Ende der neuen Staffel hab ich mal wieder begonnen, die Serie von Anfang an zu sehen, sehr zum Leidwesen meines Schlafs – ich kann bei dieser Serie abends immer so schlecht den DVD-Player ausstellen und was beim Lesen immer das beliebte „nur noch den nächsten Absatz/die nächste Seite/nur kurz ins neue Kapitel reinlesen“ ist, dauert immer sofort neue 40 Minuten :D

    Auf jeden Fall danke ich Ihnen für Ihren Blog – beim Lesen bekomme ich immer Lust, Sie mal kennen zu lernen, da man das Gefühl hat, man sei schon ewig mit Ihnen befreundet :-)

    Ganz liebe Grüße aus dem Sauerland :-):-):-)

    1. Nessy sagt:

      Habe auch überlegt, die Serie nochmal von Beginn an zu gucken, aber dann fiel mir ein, wie nervig Meredith damals war.

  3. Christine sagt:

    Huch, da sollte zum Schluss eigentlich nur ein Smiley hin, aber mein Handy meinte es wohl zu gut…

  4. …ist es nicht beruhigend, dass es diese Plätschertage gibt? Ich genieße sie auch gerade, Aufregung gibt es mit Sicherheit bald wieder genug…

    1. Nessy sagt:

      Mit Sicherheit! Und dann ist es vielleicht auch gut so.

  5. Marina sagt:

    Jetzt mag ich heut auch mal kommentieren, fühle mich so angesprochen von dem Satz „Dieser wohlige Zustand des nicht Vor- und nicht Zurücklehnens, sondern des Aufrechtsitzens,..“
    Herrlich formuliert. Dankeschön dafür.
    Liebe Grüße aus Bielefeld von Marina

    1. Nessy sagt:

      Danke auch!

  6. Hach, ja, ich vermisse „Dr. McDreamy“ schon sehr, und bilde mir seit seinem dramatischen Ableben immer wieder ein, dass die Serie seitdem sehr nachgelassen hat…

    1. Nessy sagt:

      Ich finde die Staffel 12 nicht schlecht; da kommen noch ein paar tolle Folgen. Allerdings frage ich mich mittlerweile schon, wie viele Katastrophen in einer einzigen Stadt passieren können. Seattle scheint ein gefährliches Pflaster zu sein.

  7. Sabinchen sagt:

    Danke für Ihre so wohlig dahinplätschernden Zeilen.
    Allein beim Lesen hat mich ein angenehmes Gefühl umhüllt. Aber Sie schreiben sowieso jedes Mal so toll, dass Sie mich – wie sagt man jetzt Neudeutsch – abholen ;-)

    Mir sagte mal jemand: Es ist gut, wenn es gut ist.
    Es gibt Momente, da ist damit dann auch alles gesagt.

    Liebe Grüße nach Do

  8. kunstecht sagt:

    Schön dass es dir gut geht. ich hab festgestellt ich hab kein Rücken – ich hab Körper! Aber nur direkt nach dem Aufstehen von der Couch. schon komisch. ansonsten bin ich auch froh dass das kreuchen und fleuchen wieder angefangen hat. einfach schön. auch die gartenarbeit… Grüße dich und – man liest sich…

    1. Nessy sagt:

      Ich empfehle Yoga! Danach tut’s zwar auch weg, aber anders.

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