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23. 11. 2015  •  15 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Garten«

Nach zwei Jahren roden, jäten, umgraben, abreißen, wieder roden, aufbauen und einsäen darf ich verkünden: Mein Garten hat seinen vorläufigen Zielstatus erreicht und dient fortan nur noch dem Vergnügen.

Das Motto 2016 ist:

  1. keine groben Arbeiten mehr,
  2. keine Handwerkerhosen,
  3. keine Dinge mehr mit Zement bauen.

Stattdessen werde ich mit Strohhut und leichtem, im Wind flatternden Leinenkleid die Früchte meiner Arbeit ernten. Ich werde sie, Bastkörbchen schwenkend, in die Küche tragen; auf dem Weg dorthin halte ich verzückt inne, um an Blumen zu riechen und das Gras unter den nackten Sohlen zu erspüren.

Die Sonntage verbringe ich in der Hängematte, ein Buch auf den Knien. Der Wind wiegt den Bambus, bauscht ihn zu einem Rauschen, die Rosen duften satt. Zwischen den Bäumen spannt sich eine Wäscheleine; die leichte Brise wölbt werbungweiße Bettlaken. Sanft schaukele ich von links nach rechts, während neben mir mit Pollen beladene Hummeln von Lavendel zu Lavendel taumeln. Ich lasse den Fuß hinabhängen und gebe mir neuen Schwung.

Ja, so wird es sein. Mit einer Schale frisch gepflückter Kirschen auf dem Bauch.

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Kurz zur Erinnerung – so sah der Garten ganz zu Anfang aus, im Sommer 2013:

Gartenhütte des Grauens

Die Hütte des Grauens, eine zwar wildromantische, aber dennoch nur aus Styropor und Wellpappe bestehende Bude, thronte auf einem Hügel mit Gestrüpp  ökologisch wertvollen Stauden.

Der Vorbesitzer hatte Strom und Ventilation in die Hütte eingebaut; das Ding eignete sich dadurch hervorragend, um einen Nebenerwerb nach §19 UStG zu starten.

Ich erwog kurz einen Markteintritt in die hiesige Hanfszene. Doch der Initialaufwand erwies sich bei der Businessplanung als zu hoch; auch laufende Kosten, insbesondere die Personalintensität zur dauerhaft positiven Beeinflussung vorhandener Player, entpuppten sich in der Detailrechnung als Risikofaktor. Ich entschloss mich, die Hütte abzureißen.

Nach Rückbau der Hütte und vielen Tagen zehrender Rodungsarbeiten (Entsorgungsunternehmen stoßen auch heute noch bei ihrer Weihnachtsfeier auf mich an), entstand ein Gewächshaus aus alten Fenstern: Das Projekt des Jahres 2015 vom Fundament bis zum Dach in elf Folgen – für alle, die es nachbauen wollen.

Das ganze Jahr hindurch sah der Garten dann so aus:

Vor der Gartenneuanlage

Aufgeräumter als 2013, aber mit noch deutlich Luft nach oben.

Natürlich besteht die Chance, dass Glasbausteine und gekachelte Terrassen schon in naher Zukunft wieder der letzte Schrei sind. Schließlich betonen Sie mit ihren schlichten, auf Zweck und Rollenzuweisung zielenden Charakteristika die charismatische Befreiung des neuzeitlichen Menschen von den Zwängen architektonischer Designansprüche. Doch sowohl die Glasbausteine als auch der Einsatz von Betonpflanzkübeln als funktionalistisches Stilelement postmoderner Sachlichkeit – insbesondere in Antithese zur Naturbelassenheit des Gestrüpps Pflanzkonzepts – trugen letztlich nicht zu einer ganzheitlich-stimmigen Ästhetik bei. Mit anderen Worten:

Es musste etwas passieren.

Um zu schauen, wie es jetzt aussieht, halten Sie sich bitte die Augen zu, summen Sie die Erkennungsmelodie von „Zuhause im Glück“ und folgen Sie mir auf die Außenterrasse in den neuen Garten.

Kommentare

15 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. kunstecht sagt:

    junge Frau ich muss sagen… wir haben beide den selben guten Geschmack. denn mein mann hat mir mein Atelier auch aus alten Fenstern in den Garten gebaut. und es sieht auch so gut aus wie deins. dann ma viel spaß beim garteln. gruss sylvia

    1. Nessy sagt:

      Boah, toll! Vor allem die farblich abgesetzte Tür finde ich super. Worauf ist der Boden gelegt – ein durchgehendes Fundament?

    2. sylvia sagt:

      da fragste mich jetzt was *überleg* ….es war schon eine Betonplatte drunter vom alten Holzgartenhaus, die war aber zu klein. Ich glaube er hat dann Eisen reingeschweißt, darauf Sperrholzplatten und dann Laminat drauf gelegt.

  2. Sandra sagt:

    Der Mann fragte mich gestern, warum Du einen Steinkreis im Garten hättest. Ich war erst verwirrt (Stonehenge statt Glasbausteinen?), hab dann aber den Steinkreis als Kräuterspirale identifiziert. Der Mann wird einiges zu lernen haben, wenn der eigene Garten endlich mal da ist. Und bis der dann so schön ist wie Deiner …

    1. Nessy sagt:

      Unter uns, aber das möchte ich nicht an die große Glocke hängen: Es handelt sich … //*sieht sich verstohlen um … tatsächlich um eine okkulte Stätte, es gibt nicht ohne Grund drei Nachbarskatzen. Zu meinen rituellen Handlungen möchte ich mich aber nicht öffentlich äußern, sonst verliert der Zauber seine Wirkung. Nur so viel: Es hat etwas mit Waffeln zu tun.

    2. Sandra sagt:

      Als Expertin für kleine und größere Steinkreise muss ich unbedingt an einer Waffel-Zeremonie teilnehmen! Ganz selbstlos …

  3. Zuhause im Glück? Das machen doch die Beetbrüder!!!

    1. Nessy sagt:

      Sapperlot, die kenn‘ ich nicht!

  4. antagonistin sagt:

    Wenn noch ein winzig kleiner Pool hinzu kommt, wären Anmeldungen zur Sommerfrische denkbar… :)

  5. flyhigher sagt:

    Liebe Nessy, herzlichen Glückwunsch zu diesem Prachtgarten, das ist wirklich ein Luxusidyll geworden, wo Du nach Herzenslust die Seele baumeln lassen kannst. Toll!

  6. Erika sagt:

    Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Sieht phantastisch aus. Mein Kompliment. Liebe Grüsse Erika

  7. Zaphod sagt:

    Tjaaa, hoffentlich haben Sie daran gedacht die Wurzeln des Bambus ausbruchsicher einzusperren, sonst rauscht der in ein paar Jahren überall. Ein Freund von mir hat ein halbes Jahr lang seinen Campingplatz umgegraben, damit der Wohnwagen nicht irgendwann in einem Bambusfeld steht. Er hat den Auslöser des Wachstums letztlich in eine Plastikwanne gesetzt, das sollte funktionieren.

    1. Nessy sagt:

      Guter Hinweis, danke! Der Bambus steht noch nicht, er kommt noch. Es besteht also noch die Chance, dass meine Liason mit Bambus gut ausgeht. :)

  8. ThomasB sagt:

    Beneidenswert schön ist es geworden. Vor allem von einem Gewächshaus träume ich ja…

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