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Kitastreik

28. 05. 2015  •  13 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Letztens las ich morgens folgenden Tweet:

Mein erster Gedanke war: Ach!? Es ist immer noch Kita-Streik?!

Ich bin bekanntermaßen Nicht-Elter, habe nur Patenkinder, die weit aus dem Kita-Alter raus oder noch nicht drin sind. Mir war das nicht präsent.

Daraufhin begann ich mich zu wundern. Warum kriege ich das nicht mit? Warum hauen mir meine Nachrichtenquellen das Thema nicht um die Ohren?

Als die GDL streikte, wusste ich stets: Wer spricht grad mit wem (oder eben nicht), wie lange noch, wie sind die Befindlichkeiten in den verfeindeten Lagern, wie fühlt sich das am Bahnsteig stehende und sich auf Autobahnen stauende Volk – man hätte mich nachts wecken können: Ich konnte noch mit geschlossenen Augen sagen, wie die Situation am Gleis ist.

Der Kita-Streik geht hingegen an mir vorbei. Wo sind die Ökonomen, die öffentlich ausrechnen, was die Volkswirtschaft der Streik kostet? Wo ist die Druck machende, kennzahlenorientierte Arbeitgeberlobby, die Effizienzeinbußen hinnehmen muss, weil ihre MitarbeiterInnen ausfallen? Wo sind die Rufe der Berufsempörten nach einem Ende der Erpressung? Haben sich schon PolitikerInnen geäußert, laut?

Wo sind die großen Reportagen? Der Ü-Wagen vor der Kindertagesstätte, die Schalte ins Gewerkschaftslager, die aktuelle Lage auf Arbeitgeberseite? Wo ist die fortlaufende, penetrierende Berichterstattung – die sämtliche Aspekte beleuchtende, alle Emotionen bedienende Dauerbetrachtung, bis es uns aus den Ohren blutet?

Sind Kinder nicht so systemrelevant wie Züge? Als was sehen wir Kinderbetreuung – als ein Nice to Have für Frauen, die dank Streik endlich Gelegenheit haben, ihre mütterlichen Pflichten zu entdecken? Warum ist Kinderbetreuen Privatsache, während das Kinderhaben öffentlich gefordert wird?

Fragen über Fragen.

Als ich meine Verwunderung twitterte – und später meine Be-wunderung für die Eltern ergänzte -, schrieb mich Cathy Tarnow (34) an. Sie hat einen Sohn (2), wohnt in Hamburg und arbeitet als IT-Beraterin für Personalmanagementsoftware.

Sie sagte, sie habe kein Blog oder ähnliches, aber ich könne ihr gerne Fragen stellen. Das tat ich.

Wie stehst du zum Streik?

Cathy: Grundsätzlich stehe ich hinter den Forderungen im Sozialbereich. Die ErzieherInnen leisten äußerst wichtige Arbeit mit und an unseren Kindern. Die Arbeit ist körperlich und geistig anstrengend und fordert ständige Weiterbildung. Die Anforderungen an das soziale Personal steigen stetig und entsprechend sollte auch die Entlohnung steigen.

Aber:

Wenn es wahr ist, was man so hört, benehmen sich beide Streikparteien an Verhandlungstagen wie Kleinkinder. Keiner hört dem anderen zu, keiner will sich nur ein kleines Stück von seinem Standpunkt bewegen.

Außerdem finde ich, dass zuerst einmal alle ErzieherInnen bundesweit dasselbe Gehalt erhalten sollten. Warum gibt es immer noch Unterschiede zwischen den „alten“ und den „neuen“ Bundesländern?

Wie organisierst du die Betreuung während des Streiks?

Cathy:  Ich bin Elternsprecherin der Krippengruppe meines Sohnes. Als der unbefristete Streik angedroht wurde, habe ich die Organisation einer Elternbetreuung in unserer Kita übernommen. Die Idee dazu hat die Kita-Leitung selbst eingebracht, nur umsetzen können bzw. dürfen sie es nicht – die streiken ja selbst.

Ich habe unter dem Motto „Eltern helfen Eltern“  einen Aushang in der Kita gemacht und eine Rundmail an die Elternvertretungen versandt. In diesen rief ich dazu auf, dass wir als Eltern eine Notgruppe gründen sollten. Da auch betreuungsintensivere Krippenkinder betroffen sind, plante ich mit dem Schlüssel „ein Erwachsener – drei Kinder“.

Die Freiwilligen hielten sich anfangs zurück. Dazu muss man aber sagen, dass Hamburg eine Woche Ferien hatte und viele im Urlaub waren. Als aber deutlich wurde, dass der Streik über die Ferien hinaus geht, stiegen das Interesse und das Engagement. Es gab in der Zwischenzeit Tage, an denen wir bis zu sieben Erwachsene vor Ort waren.

Für diese Art der Notbetreuung sprechen diverse Vorteile:

  1. Man muss nicht jeden Tag der Woche frei nehmen (ob nun unbezahlt, Urlaub oder wie auch immer), da man sich abwechseln kann.
  2. Die Freiwilligen sind als ehrenamtliche Helfer in der Kita versichert.
  3. Man hockt nicht allein mit dem Kind daheim oder auf dem Spielplatz – die sozialen Kontakte für Kinder und Erwachsene sind gerade in diesen ungewohnten Zeiten enorm wichtig.
  4. Die Kinder sind trotzdem täglich in den Kita-Räumen, müssen sich also nach dem Streik nicht wieder völlig neu eingewöhnen.
  5. Unsere Kita-Leitung hat organisiert, dass wir verpflegt werden. Man muss also nicht täglich daheim kochen etc.

Unsere Kita bietet zwar glücklicherweise auch eine Notbetreuung durch vier ErzieherInnen an, die nicht der Gewerkschaft angehören. Dort werden aber ca. 45 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren betreut.

Meinen gerade zwei Jahre alt gewordenen Sohn Boas kann ich da nicht hingeben. Das würde er nicht verarbeiten können.

Wie wirkt sich der Streik auf deinen Job aus?

Cathy: Ich habe das große Glück bisher (nur) in Teilzeit zu arbeiten und einen äußerst verständnisvollen Chef zu haben. Er hat mir angeboten, erst einmal Minusstunden auf meinem Konto zu sammeln; durch Dienstreisen etc. werde ich die recht schnell wieder ausgleichen. Also konnte ich die erste Zeit täglich vor Ort sein.

Wenn im Job etwas Dringendes anlag, habe ich abends ein/zwei Stunden im Home Office gearbeitet.

Was belastet deine Familie am meisten?

Cathy:  Seit dem Streikbeginn schläft Boas sehr schlecht. Er findet abends schwer in den Schlaf und hat Alpträume. Dann wacht er auf, zieht zu uns ins Elternbett um, schläft da aber auch nur unruhig weiter. Eigentlich haben wir ein sehr ausgeglichenes Kind, aber die Schlafsituation wirkt sich natürlich auch auf die Tage aus, an denen er nun sehr launisch ist und wegen jeder Kleinigkeit explodiert. Das zieht sich dann entsprechend auch über die Wochenenden, die damit kaum noch Erholung bieten.

Außerdem habe ich natürlich trotzdem ein schlechtes Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber, was ich mit in meine Nächte nehme. Man sorgt sich, wie lange diese Situation noch anhalten wird und wie man in Zukunft weiter damit verfahren wird.

Wir sind alle sehr müde und gehen nervlich auf dem Zahnfleisch.

Unternimmst du etwas zur Unterstützung der ErzieherInnen?

Cathy: Ja, definitiv!

Gerade am Dienstagmorgen war ich mit einer weiteren Elternsprecherin in der Kita, um den ErzieherInnen der Notgruppe unseren Beistand zu zeigen. Wir hatten das Gefühl, dass sie mehr Kinder zu sich nahmen, als machbar war. Deshalb wollten ihnen verdeutlichen, dass sie auf sich selbst auch aufpassen sollen. Wir können es nicht gebrauchen, dass sie aufgrund von hieraus verschuldeter Krankheit ausfallen – während der Streikzeit nicht und auch nicht danach.

Ansonsten beteiligte ich mich in der Zwischenzeit an ein paar Aktionen, beide Vertragsparteien an den Verhandlungstisch zurück zu bekommen:

Am vergangenen Freitag haben wir beispielsweise ein Eltern-Kind-Picknick im Hamburger Rathaus ausgerichtet und Dienstagnachmittag sind wir gemeinsam mit dem LEA (Landeselternausschuss Hamburg) und einigen ErzieherInnen in der Hamburger Innenstadt demonstrieren gegangen.

Das Problem ist ja, dass die Arbeitgeber keinen wirtschaftlichen Schaden von dem Streik tragen. Vielmehr machen sie ein Plus, weil die meisten die Elternbeiträge für die Streikzeit nicht zurück erstatten, haben aber weniger Ausgaben. Die Gesetzeslage ist nicht ganz eindeutig, aber ich kann allen Eltern nur empfehlen, Anträge zur Rückerstattung bei ihrer jeweiligen Kita-Leitung zu stellen. Einige Träger bieten hierfür Formulare an, bei alle anderen reicht ggf. auch ein einfaches Schreiben.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Kinderbetreuung?

Cathy: Einen besseren Betreuungsschlüssel beispielsweise. Vor allem so, dass dieser auch in einem Großteil der Zeit eingehalten werden kann und nicht nur auf dem Papier Bestand hat.

Bei unserem Träger fiel gerade auf, dass Gelder gestrichen wurden, die Personalausfall wegen z. B. Weiterbildungen auffangen sollten. Eine der ErzieherInnen von Boas macht aktuell eine einjährige Weiterbildung und steht deswegen mindestens einen Tag pro Woche nicht für die Betreuung zur Verfügung. An diesem Tag ist meist ein Springer in der Gruppe. Fällt aber an anderer Stelle in der Kita weiteres Personal aus (Urlaub/Krankheit), muss der Springer dorthin und der gesetzlich vorgesehene Betreuungsschlüssel kann nicht eingehalten werden. Das ist für ein/zwei Tage vielleicht akzeptabel, aber für die Dauer eines Jahres finde ich das für die Kinder, gerade im Krippenbereich, schwer zumutbar. Es geht schließlich auch um pädagogische Arbeit und nicht nur Verwahrung der Kinder!

Gibt es sonst etwas, was du sagen möchtest?

Cathy: Ich finde es unverschämt, dass die Streikparteien so lange nichts tun; nur, weil der Schaden nicht auf ihren Schultern liegt.

Es kam mir sogar zu Ohren, dass ver.di Aktionen der Eltern fest für sich eingeplant hat – die Eltern für sich auf die Straße gehen lassen will. Am meisten leiden eben doch die Kinder, die das Durcheinander überhaupt nicht verstehen können. Die Kinder und die Eltern werden die Auswirkungen auch nach Aussetzen des Streiks noch lange spüren. Das wird sehr wahrscheinlich auch in Zukunft die Zusammenarbeit mit den Kitas negativ beeinflussen.

Auch wünsche ich mir etwas mehr Verständnis für den Unmut der Eltern, da gibt es teilweise wirklich kränkende Wortmeldungen im Internet und auf anderen Plattformen. Ich habe meinen Sohn nicht nur in die Kita gegeben, um arbeiten zu können, sondern auch, weil ich die pädagogische Arbeit gar nicht allein in diesem Umfang leisten kann. Es wäre schön, wenn er diese ganz bald wieder genießen kann!

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Lesenswerte Beiträge zum Thema:

Wer sich die Fragen nehmen möchte, nur zu! Ich verlinke gerne an dieser Stelle auf weitere Kitastreik-Beiträge.

Kommentare

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  1. Ingo sagt:

    danke für den text, hat mir wirklich aus dem herzen gesprochen. irgendwie haben eltern/familien keine lobby hier – im gegensatz zu bahnfahrern. aber warum? weil die eh immer gestresst sind, da kann man denen auch noch ein bisschen mehr zumuten? oder weil die selbst schuld sind, wenn die schon kinder kriegen, sollen die sich auch bitte selbst drum kümmern, ist ja wohl das mindeste…

    ich/wir hätten auch gerne eine elternbetreuung in der kita organisiert. die stadt köln hat das aber abgelehnt wegen versicherungsfragen.

    1. Frau Nessy sagt:

      Das Grundproblem ist meines Erachtens, dass Kinderhaben als etwas Separates betrachtet wird. Es ist das Zootier unter den menschlichen Unternehmungen: Alle finden es super und flauschig, haben eine Meinung zur Ausgestaltung des Geheges, aber es soll bitte hinter seinem Gitter bleiben und keine Probleme machen.

  2. Julia-Maria sagt:

    Die Fragen, die Sie sich über den Kita-Streik stellen, stelle ich mir gerade über den andauernden Poststreik.
    Seit einer Woche kommt keine Post mehr an. Ich warte dringend auf eine Vollmacht, die letzte Woche per Einschreiben auf den Weg ging.
    ohne diese Vollmacht kann ich mein neues Auto nicht abholen. Und ich bin im 9. Monat schwanger und brauche dieses Auto dringend. Es macht mich rasemd.

    Aber kein Mensch erwähnt diesen Streik.

    1. Frau Nessy sagt:

      Kurz bevor Sie diesen Kommentar schrieben, habe ich das erste Mal im Radio davon gehört. Und ich wundere mich schon, warum ich diese Woche so wenig Post bekomme. Gut, kommt mal vor – habe mich nicht länger damit beschäftigt.

      Alles Gute für die Restschwangerschaft! Und Daumendrücken fürs Auto!

  3. Kiki sagt:

    Der Post- und DHLstreik fällt mir kaum auf, weil ich eh kaum noch Briefpost bekomme (manchmal wochenlang nicht) und sich der Service von DHL null von dem unterscheidet, den sie mir sonst bieten …

    Der KiTa-Streik findet wohl deshalb unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil er nicht alle betrifft und weil Eltern Himmel und Hölle in Bewegung setzen, eine Notversorgung aufzustellen und gleichzeitig ihre Arbeit zu wuppen. Dass das klappt, beweist den Arbeitgebern und KiTa-Trägern gleichermassen, dass da im Personalbereich noch Sparpotential liegt … geht doch! Man muss nur wollen!

    Es ist zum Heulen.

    1. Frau Nessy sagt:

      Inzwischen habe ich dann doch diverse Beiträge zum Thema gelesen, mir scheint, die Berichterstattung kommt jetzt langsam. Aber die Empörungswelle und Dauerkommentierung findet halt nicht statt, und ich finde es ganz interessant, wie das zustande kommt. Das Argument „Es betrifft mehr/weniger Leute“ scheint mir etwas müde.

  4. Lobo sagt:

    Ich denke auch das es nicht so viele betrifft und deshalb das öffentliche Nachrichtenpotential nicht groß genug ist.

    Auch ist der Streik nicht flächendeckend, bei uns ist zB garnichts passiert.

    Es ist ja immer schwierig den Staat als Buhmann hinzustellen, das geht natürlich bei den fiesen Arbeitgebern oder den bösen Arbeitnehmern (je nach Sichtweise) einfacher und schneller.

    Mich hat ja an der Berichterstattung über den Bahnstreik das einseitige Rumhacken auf der GDL gewaltig gestört.

    Das der KITA Streik so wenig präsent ist, finde ich auch extrem Ärgerlich. Man könnte glatt annehmen das wär alles nicht so wichtig, dabei salbadern unsere lieben Politiker doch die ganze Zeit davon alles familienfreundlich Gestalten zu wollen.

    1. Frau Nessy sagt:

      „Ich denke auch das es nicht so viele betrifft und deshalb das öffentliche Nachrichtenpotential nicht groß genug ist.“

      Das kann ich mir nicht vorstellen.

      Den Güterverkehr jetzt mal ausgeklammert: Sind denn mehr Leute vom Bahnstreik betroffen als vom Streik bei der Kinderbetreuung? Man muss beim Betreuungsthema ja auch die ganzen Menschen – vor allem Großeltern – einbeziehen, die ersatzweise betreuen.

  5. Nadja sagt:

    Wegen der – auch von Ihnen erwähnten – offenbar fehlenden ökonomischen Konsequenz des Kitastreiks, wollten wir, EAs aus Mainzer Kitas, es von unseren Arbeitgebern wissen: ob sie denn nun auch genug hätten von dem Streik, der bei allem Verständnis, doch Auswirkungen auf Unternehmen etc. hat.
    Hier die entsprechende Petition, die natürlich nicht nur für Rheinland-Pfalz Relevanz hat und für deren Weiterverbreitung wir dankbar wären.
    https://www.openpetition.de/petition/online/arbeitgeber-der-eltern-fuer-ende-des-kita-streiks

  6. martin III. sagt:

    Als die Streiks anfingen hatten wir natürlich große Sorge dass unsere KiTa auch betroffen sein könnte, also habe ich mal diskret eine der Erzieherinnen beiseite genommen und gefragt ob schon absehbar wäre …
    Sie hat bloss abgewunken, und gesagt dass das nicht in Frage käme, sie wären mit ihrem Gehalt durchaus zufrieden weil es ohnehin über dem Durchschnittseinkommen der Region läge und die Arbeitsplätze krisensicher wären. Und ausserdem: „Was hilft uns mehr Geld? Davon wird der tägliche Stress auch nicht weniger, was uns viel mehr helfen würde wären 2-3 zusätzliche Stellen damit bei Krankmeldungen usw. nicht gleich alles im Chaos versinkt und das normale Arbeitspensum besser verteilt werden kann“.
    Wir haben also grosses Glück, meine Freunde in der nächsten Großstadt röcheln allerdings nur wenn man sie fragt, was dort an täglichem Terror auf der Suche nach Notbetreuungsgruppen u. ä. abgeht ist unglaublich.

    1. Frau Nessy sagt:

      Den Tenor „Mehr Gehalt bringt’s nicht“ habe ich jetzt schon öfter gelesen. Ich kann das nicht hautnah beurteilen, es klingt aber zunächst mal logisch – und die ErzieherInnen wären ja nicht alleine damit: Dass der eigene Lohn durchaus in Ordnung ist, die Arbeitsumstände aber nicht, kommt ja durchaus vor.

  7. Karla sagt:

    Der Bahnstreik betrifft ja, neben den Pendlern, vor allem auch den Güterverkehr und damit Unternehmen direkt. In Zeiten von just-in-time-Produktionsprozessen hat das einen massiven Effekt. Dem wird natürlich laut Luft gemacht.

    Die Pendler und die gestrandeten Reisenden, kann man dann noch praktischerweise versammelt am Bahnhof interviewen, auch wenn man die Berichterstattungen auch beliebig oft wieder aus der Schublade holen kann, ändert ja nix an der Aussage bloß wenn da jemand anderes in die Kamera mault dass sein Zug nicht kam.

    Dann hat die Bahn in der letzten Zeit auch um einiges öfter gestreikt und einige Teile Deutschlands zum Teil ordentlich lahmgelegt.

    Ein Kitastreik verursacht da weniger messbare Verluste (ala Güterverkehr) und die Betroffenen hängen nicht Vorabendberichterstattungsfreundlich am Bahnhof ab.

    Ein Herr W. legt es auch sehr viel mehr darauf an eine Bühne zu bekommen und kennt genug wichtige Leute. Ich weiß gar nicht ob die Verhandelnden auf Seiten der ErzieherInnen/PostmitarbeiterInnen so aufgestellt sind, sie werden – so weit ich es mitbekomme – gar nicht öffentlich gezeigt/genannt.

    Aber vielleicht haben die Eltern ja auch bloß eine so viel schlechtere Lobby, da manche – ob bewusst oder unbewusst – immer noch dem Gedanken verfallen sind, dass mit so kleinen Kindern ja nicht bei de Elternteile arbeiten müssen. Also Mütter, ums mal deutlich zu sagen.
    Ob da was dran ist kann ich nicht beurteilen, aber so ein klein wenig hab ich das Gefühl es könnte mehr Wahrheit daran sein als ich mir vorstelle…

    Ich persönlich weiß von allen Streiks, obwohl ich zur Zeit von keinem direkt beeinflusst werde.
    Wobei ich nicht abschätzen kann inwiefern ich vom Poststreik beeinflusst werde, bei uns wird die Post normal ausgetragen. Aber wie das mit Dingen ist die auf dem Weg sind weiß man nicht, warte auf neue EC-Karten und vielleicht dümpelt mein gestohlenes Portemonnaie oder Unterlagen daraus in irgendwelchen Poststellen vor sich hin. Das wäre mehr als ärgerlich.

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