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Morgens auf der Terrasse

7. 05. 2015  •  13 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Anrainer«

Ich besitze vieles, aber eines nicht: einen Ganzkörperspiegel.

Zum einen, weil meine Eitelkeit nur mäßig ausgeprägt ist, zum anderen, weil ich eine Terrassentür habe.

Schaue ich von innen hinaus, sehe ich meinen Garten, schaue ich allerdings von außen ins Haus, sehe ich mich. Also trete ich morgens bisweilen auf die Terrasse, nehme fünf, sechs Schritte Abstand und begucke mich im Spiegel der Glastür. Praktisch: Ich merke, wie warm oder kalt es ist und ob es regnet.

Seit Frühling ist, treffe ich morgens dabei eine Frau aus dem Nachbarhaus. Sie steht mit Zahnbürste auf ihrem Balkon, Luftlinie 40 Meter, ist nicht immer vollständig bekleidet, und guckt in die Gegend. Manchmal trinkt sie einen Kaffee. Oder räkelt sich.

Als sie das erste Mal nur einen BH trug, war sie, glaube ich, etwas verschämt. Ich, Turnhallen-Umkleide-erprobt und gegenüber dem Anblick von Frauen jeglicher Formen und Bekleidungszustände maximal gleichgültig, winkte jedenfalls freudig. Sie winkte aber nicht zurück.

Ich bin  grundsätzlich der Meinung, dass Menschen ihren Balkon betreten dürfen, wie sie möchten. Nackt oder in Lack oder im Bademantel, das ist mir wurscht, ich fühle mich da nicht belästigt. Ich grüße halt einfach, so gehört sich das.

Was ich mich allerdings frage, ist, ob die Nachbarin sich wundert, was ich morgens Komisches auf meiner Terrasse tue. Wahrscheinlich hält sie mich für ziemlich verschroben.

Kommentare

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  1. Der letzte Abschnitt ist am besten.

    1. Frau Nessy sagt:

      Ich denke, sie hält mich für echt schräg.

    2. Darauf darf man nicht zu viel achten, schätze ich…

    3. Frau Vorgarten sagt:

      Leute, die halb bekleidet auf dem Balkon stehen und sich die Zähne bürsten, sollten gnädig mit anderen Menschen sein, find ich.

  2. FrauZimt sagt:

    Was Ihnen Ihre Terrassentür, ist mir meine Wohnzimmertür. Ich wüsste überhaupt nicht, wo in der Wohnung ich einen Spiegel aufhängen sollte, aber um ehrlich zu sein, benötige ich den auch nicht so häufig, das die Anschaffung sich rentieren würde. Da ist die Glasscheibe in der Wohnzimmertür doch eine ausgezeichnete Lösung.

    1. Frau Nessy sagt:

      Mir reicht’s auch. Der letzte Winter war ja auch nicht so kalt.

  3. Mathilde sagt:

    Höhö. Umkleide-erprobt bin ich auch. Vor allem aber kurzsichtig , deshalb grüße ich auch immer. Ich weiß zwar nie sicher, wen genau. Aber das tut ja nix zur Sache.

    1. Frau Nessy sagt:

      Hehe. Kann ich gut nachvollziehen. Die Leute werden über Sie sagen: „Sie wirkt ein bisschen verpeilt, die Mathilde. Aber freundlich isse immer!“

  4. Denise sagt:

    NUR mit BH erscheint mir jetzt allerdings doch auch etwas wenig …

    1. Frau Nessy sagt:

      Untenrum kann ich nicht sehen – Balkonbrüstung. Überlassen wir es also der Fantasie.

    2. Milena sagt:

      Vom bloßen Anblick eines nackten Geschlechtsteils oder gar Körpers ist ja nun auch noch keiner umgekommen. Hoff ich zumindest.

  5. SusiB sagt:

    Sehr gesunde Einstellung. Ich liebe es, bei warmem Wetter morgens als allererstes im Nachthemd über meinen Balkon zu schreiten – so in der Art einer Gutherrin, die ihre Ländereien begutachtet.

  6. Mercator sagt:

    Oh weia. Da kommt einer meiner peinlichsten Momente ever wieder hoch. Ich gehe mit meinen Kindern (drei Jungs) beim Schwimmbadbesuch in den Duschbereich. Gucke mich interessiert kurz um, sehe nichts, was ich nicht schon mal gesehen hätte und widme mich wieder meinen Kindern. Das sich in unserer Umgebung gerade drei (logischerweise) nackte Frauen eingeseift und geduscht haben, war mir als Hinderungsgrund für meinen längeren Aufenthalt dort wohl irgendwie entfallen. Hier mußte mir tatsächlich erst eine der Damen zurufen „Hallo? Sie sind im Damenduschbereich!!?!“

    Da hab ich`s dann kapiert.
    Ich habe mich dann etwas schneller bewegt als sonst…

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