Draußen nur Kännchen
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Die Lieblingstweets im April

30. 04. 2015  •  Keine Kommentare

Die Twitterlieblinge 04/2015:

Die Sache mit dem BVB

29. 04. 2015  •  17 Kommentare

Es geht nicht anders.

Es ist völlig undenkbar, in Dortmund zu wohnen und nichts am BVB zu finden. Es ist einfach nicht möglich.

Schon allein, weil man ja niemals alleine wohnt. Irgendwo in der Nähe wohnen andere Leute, und die sind BVB-Fans. Die kommen dann und sagen: Hier, du, am Samstag ist Fußball bei uns. Kommste gucken, ne. Und dann kommste gucken. Weil: Is hier so.

Erst bist du nur wegen der Geselligkeit dabei, und weil’s Gegrilltes gibt. Dann gehst du das erste Mal ins Stadion, trittst durch den Aufgang auf diese Südtribüne, und dann bist du drin. Echt jetzt, dann ist es vorbei, dann geht’s nicht mehr anders, dann bist du drin in dieser BVB-Sache. Dann hast du plötzlich einen Schal und ein Trikot und ein Käppi, und die Leute fragen dich nicht mehr, ob du zum Fußballgucken kommst, sondern du sagst: Am Samstag wie immer, ne? Ich bring Bier mit.

Wenn dann aber sowas kommt wie gestern, wie dieses Pokalhalbfinale, dann braucht es keine Wort mehr. Dann ist sowieso alles klar und abgemacht. Dann packst du um 20 Uhr dein Täschchen, steckst fünf Flaschen Bier rein und stapfst rüber. Darüber muss vorher niemand reden. Das ist blindes Verständnis.

Natürlich muss alles so sein wie beim letzten Sieg. Gleiche Leute, gleiche Kutte, gleiches Warmlaufen, gleiche Sitzordnung. Glückshaarspange und Glücks-BH. Und jeder seinen Stadionbecher.

Mats-Hummels-Becher mit Abnutzungserscheinungen
Mein Mats-Hummels-Becher ist nur noch wenig Mats Hummels. Aber es steckt noch alles in ihm! In Dortmund fightet selbst ein Becher bis zum Schluss.

Bücher 2015 – 4: Sylvain Tesson. In den Wäldern Sibiriens

28. 04. 2015  •  2 Kommentare

Ein Buch über den Baikalsee, das Leben in einer Holzhütte und das einfache Leben:

Tessain: In den Wäldern Sibiriens - Cover

 

Darum geht’s:

Sylvain Tesson, französischer Reisender und Schriftsteller, zieht für sechs Monate in einer Blockhütte an den Baikalsee. „Einfach mal weg sein: die Einladung, ein anderes Leben zu führen“, das ist es, was er möchte.

Das nächste Dorf ist fünf Tagesmärsche entfernt, um Tesson herum: nur Schnee, Eis, der See, Wald und ab und an ein Vogel. Die Temperaturen liegen im Winter bei minus 30 Grad, ein Ofen beheizt die Hütte.

Gefällt’s?

Nein, tut mir leid. Gefällt nicht. Sylvain Tesson verbringt Monate in Einsamkeit, erlangt offensichtlich jedoch keinerlei Erkenntnisse. Er beschreibt lediglich seinen Alltag, er hackt Holz, geht auf den See hinaus, ab und an besteigt er einen Berg, marschiert zu seinem nächsten Nachbarn oder bekommt Besuch.

Vielleicht liegt die mangelnde Relevanz seiner Ansichten daran, dass er sich quasi unentwegt mit Alkohol zukippt. Es scheint fast so, als hätte der Autor sich nur zurückgezogen, um seiner Alkoholsucht zu frönen: Entweder trinkt er alleine oder mit Besuch, auf jeden Fall erwähnt er sein Trinken ohne Unterlass, er säuft Wodka, Bier und Cognac.

Tessain: In den Wäldern Sibiriens - beispielhafte Seite

 

Steigt Tesson mal in seine Gedankenwelt hinab, ist sie verworren; vielleicht kommt man ihm näher, wenn man das Buch betrunken liest. Das könnte helfen.

Alternative:

Hauke Trinks Dessen Tagebuch über eine Forschungsreise in die Polarnacht – Trinks ist Physikprofessor und Extremforscher – ist weitaus ergiebiger, kurzweiliger und sympathischer.

Das Buch wurde mir zur Rezension zur Verfügung gestellt. Ich rezensiere nur Bücher, die ich mir auch gekauft hätte.

Getanzte Liebe

26. 04. 2015  •  7 Kommentare

Es ist erstaunlich, was man mit Tanz alles tun kann.

Ich selbst hatte mit dieser Art von Bewegung immer wenig am Hut. Ein Grundkurs in der Tanzschule, als Teenager. Erst mit keinem, dann mit einem schwitzigen, jede Woche im selben Polyester gekleideten Tanzpartner. Das war nicht schön, für uns beide nicht. Man attestierte mir zudem, ich sei hüftsteif. Ein Urteil, das ich nicht so ganz annehmen kann und das ich irgendwann revidieren werde, dessen bin ich mir sicher. Mir fehlte bislang nur die Gelegenheit.

Ich habe mich seinerzeit zunächst anderen Sportarten verschrieben; Hobbys, in denen ich kurzfristig größere Erfolge erzielen konnte.  Seither bin ich, mit Tanz konfrontiert, immer wieder aufs Neue erstaunt, wie schön diese Form des Ausdrucks ist. Zum Beispiel in der aktuellen Inszenierung des Dortmunder Balletts: Drei Streifen Tanz.

Es heißt zwei „Drei Streifen“, aber es gibt nur zwei Teile, dafür im ersten Teil mit drei Pärchen, nacheinander. Jeweils Mann und Frau, und sie tanzen, sanft und zärtlich, bald innig und wild, wütend einander zugetan, abweisend und liebevoll vor einem ganz schlichten Bühnenbild, die einen nur zum Klavier, die anderen zu Rockmusik. Schön ist das, richtig schön und sehr intim.

Wenn ich mir so etwas anschaue, eine Vorführung oder auch einen Film, neige ich immer dazu, mich selbst dort zu sehen, in einer derartigen Situation, direkt oder im übertragenen Sinne. Das geht wirklich ans Herz.

Der zweite Teil ist anders. Dort wird ein Film nachgetanzt: das Piano. Ich bin dahingehend nicht so bewandert, ich dachte zunächst: Hä? Was spielen die im Wald Klavier?, aber dann habe ich es verstanden. Das war auch sehr schön, eine Erzählung, und verwunderlich ist, wie man eine ganze Handlung, einschließlich aller Gefühle, nur durch den Körper vermitteln kann. Das hat mir gut gefallen.

Im Grunde tanzt man ja auch viel zu wenig im Leben.

Teilzeitrentner, die mit Vollzeitrentnern turnen

22. 04. 2015  •  11 Kommentare

Montagsmorgens habe ich nun immer einen Termin: Ich gehe turnen. Im Fitti, mit einer Begleitung.

Meine Begleitung, nennen wir sie Richard, steht ebenso wie ich zwischen zwei Jobs. Im Gegensatz zu mir ist er bis zum Stellenwechsel kein Teilzeit-, sondern Vollzeitrentner – und hat deshalb Bedarf an regelmäßigen Vormittagsterminen, damit er weiß, wo ihm der Kopf steht. Vor lauter Freizeit.

Als Inhaberin eines Serviceblogs bin ich gerne bereit, ihm unter die Arme zu greifen. Wir treffen uns also immer Montagsmorgens, um aktiv und dynamisch in die Woche zu starten.

Unsere Dynamik wird von den zahlreich anwesenden, tatsächlichen Rentnern beflügelt. Um 10 Uhr morgens reißen wir den Altersschnitt im Fitti rasant nach unten, 70 Prozent der Anwesenden sind über 70. Das Generationenturnen ist prima:

Die Rentner bekommen etwas zu gucken und zu bereden, denn die älteren Damen freuen sich über Richard, die älteren Herren über mich, rein optisch zunächst, das ist ganz offensichtlich, aber auch inhaltlich. Sie beziehen uns gerne in ihre Gespräche ein. Es geht um Erfahrungsaustausch zwischen den Generation und darum, was man noch alles kann und was man damals konnte, wie ich das in meinem Alter mit dem Fahrradfahren halte, ob ich schon durch die Ardennen geradelt sei – nein? „Das solltest du tun, ich habe das damals gemacht, aber pass auf deinen Hintern auf, meiner brannte wie Feuer“, sagt er, wohingegen sie erwidert, ich solle besser wandern, aber nicht mit dem Partner, das gebe nur Knatsch, „mein Mann lief mir immer einen Kilometer voraus, jetzt ist er tot, damals hat die Wanderei fast zur Scheidung geführt, lass dir sich das einen Rat sein.“

Im Gegensatz zu den Feierabendsportlern, die allabendlich verbissen ihr Pensum abstrampeln, sehen die Rentner das Fitti eher als Begegnungszentrum. Ihre Muße überträgt sich auf mich, auf Richard und auf alle Anwesenden. Selbst Vormittags-Pumper, die vereinzelt im Hantelbereich stöhnen, beteiligen sich an Themen, die ich ihnen nie zugetraut hätte. Zuletzt tauschten sich zwei Maximalbemuskelte mit zwei Rentnerinnen zum Thema „Badeperlen“ aus, welche duftiger und welche schaumiger sind, für Erwachsene und für Kinder und für samtene Haut.

Wir stärken die Bauchmuskeln und reden dabei weiter – über Zaunaufbau, Bauarbeiten („Mein Sohn baut sich ein Dach über die Veranda“), und über den Kita-Streik, der die Rentner ebenso hart trifft wie Eltern, weil sie seit Wochen ständig auf ihre Enkel aufpassen müssen – was sie natürlich gerne tun, aber anstrengend ist es schon. Um die Aufpasserei in Zukunft durchzustehen und damit sie sich auch in einem Jahr noch in einen Sandkasten hocken können, halten sie sich im Studio fit – und müssen nun in die Beinpresse.

Ich verabschiede mich nach Hause, in den Garten. Das Gespräch setzen wir kommende Woche fort, morgens um 10. Denn das Leben braucht Struktur und einen dynamischen Wochenstart.

Bücher 2015 – 4: Max Scharnigg. Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau

17. 04. 2015  •  7 Kommentare

Literarischer Roman über drei Generationen, die auf der Hofstatt Pildau wohnen.

Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau - Cover

 

Darum geht’s:

Jasper Honigbrod ist sechs Jahre alt. Er wohnt mit seinem Vater Max und seinem Opa Ludwig auf dem Bauernhof Pildau.

Die Drei leben autark. Es gibt kaum Berührungspunkte mit anderen Menschen. Jasper verlebt eine fantastische Kindheit – in jeglicher Hinsicht: Der Hof ist eine eigene Welt für ihn. Es gibt die Hofstange, die jedes Jahr gelängt wird – zu Ehren der Jungfrau Maria und aus allerlei anderen, eher weltlichen Gründen. Ab und zu kommt die Lene-Mama, eine Freundin des Vaters, und irgendwann wohnt auch Lada auf dem Hof, ein kleines Mädchen, das – aus Gründen – nach einem Auto benannt ist.

Max Scharnigg erzählt aus der Sicht Jaspers, kapitelweise auch aus der Vergangenheit Ludwigs und Lenes. Wir erfahren, wie die Rüben-Erntemaschine The Original Pildauer erfunden wurde, und wie man Kinder erziehen kann.

Und? Gut?

Ja. Das Buch erschließt sich allerdings erst langsam. Zu Beginn habe ich mich des Öfteren gefragt: Mmmh? Worauf läuft’s hinaus? Wovon leben die eigentlich? Das ist doch alles irgendwie … Quatsch.

Nee, ist es nicht.

Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau

 

Die Geschichte läuft immer knapp am realen Leben vorbei. Das ist gewollt und das ist gut so. Denn so ist die kindliche Wahrnehmung; da fehlen manchmal Versatzstücke, damit es wirklich schlüssig ist; der Schwerpunkt liegt auch nicht immer auf dem, was Erwachsene wichtig finden, sondern was für Jasper im Fokus steht.

Ab und an finden sich außerdem wirklich schöne Sätze und Wörter. So beschreibt Jasper seinen Vater als einen „unentwegt in Fußnoten denkenden Mann“ (S.21), und die Leute sterben nicht einfach:

Der Großvater Honigbrod hatte den Fisch gefangen, als er selbst noch jung war, in einem Altwasser, das es nicht mehr gibt. „Das Altwasser ist verlandet, und der Altopa wird bald verhimmelt sein“, so pflegte er bisweilen den Verlauf der Zeit festzustellen, wenn er unseren Klappkalender in der Küche einen Monat weiterdrehte, worauf mein Vater, der sonst ein weitgehend unaufmerksamer Mensch war, sich gezwungen sah, eine Geräusch zu machen, irgendeines, das die lange Sekunde nach einer großen Wahrheit auffüllte.“ (S.21)

Großvater Honigbrod – damit verrate ich nicht zu viel – verhimmelt tatsächlich im Laufe der Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Überlegen Sie schon einmal, wie das passieren kann, denn damit ist genug gesagt.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich rezensiere nur Bücher, die ich mir auch so gekauft hätte.  

Der Hund, die Kobra und ich

16. 04. 2015  •  26 Kommentare

Eine Freundin macht eine Ausbildung zur Yogalehrerin.

„Ich brauche Opfer“, meint sie irgendwann. „Zum Üben. Hast du Lust?“

Yoga, denke ich, na klar. Ein bisschen turnen, ein bisschen atmen – warum nicht. Für Entspannung bin ich immer zu haben.

„Du musst auch nichts können“, schiebt sie hinterher und guckt ermunternd.

Das Ganze lässt sich gut an: Wir sitzen auf einem Kissen und atmen. Doch es dauert nicht lange, und ich hänge im Herabschauenden Hund. Wobei „hängen“ das falsche Wort ist: Ich stehe in meinen Armen, das zwiebelt ganz schön, entspannt ist dabei nichts, im Gegenteil, das ist anstrengend, und ich schaue auch nicht lässig hinab, auch wenn die Yogalehrerin mir liebevoll über den Rücken streicht und meinen Hintern richtet.

Vom Herabschauenden Hund geht es geradeaus in die Liegestütz, „wir werden ein Brett“, das kenne ich aus dem Bootcamp, dort sind wir alle immer Bretter; Bretter, die bisweilen etwas ausbeulen, aber innerlich sind wir hammamäßige Bretter.

Sie korrigiert ein wenig an mir herum, dann noch an meinen Nebenleuten; es haben sich insgesamt vier Opfer gefunden. Mein Nebenmann hängt etwas durch, die Freundin arbeitet an ihm, und arbeitet; immerhin, denke ich, hat meine jahrelange Saisonvorbereitung etwas gebracht, Körperspannung, ich bin ein bisschen stolz auf mich. Der erste Schweißtropfen rinnt meine Stirn hinab und perlt auf die Matte, der Nebenmann wird noch weiter situiert, und mir schwant langsam, dass das hier mehr wird als ein bisschen atmen. Das Brett in mir wird jetzt morsch, sehr morsch, immer morscher, meine Schultern rufen den Notstand aus, es wird schwer, wirklich SCHWER, du lieber Himmel, können wir jetzt mal langsam –

Gott sei Dank geht es im letztmöglichen Moment hinab in die Kobra, endlich hinlegen, denke ich, sapperlott.

„Wir öffnen das Herz“, sagt die Yogalehrerin, „und atmen langsam und bewusst ein und aus.“ Langsam! Haha! An langsam ist nicht zu denken, meine Muskeln brüllen: „SAUERSTOFF!“, und bewusst ist mir, dass sich das alles hier in die falsche Richtung entwickelt.

„Wir fühlen jetzt in unseren Körper hinein“, sagt die Lehrerin, aber ganz ehrlich: Ich brauche da nicht reinfühlen. Der kommt zu mir raus.

In dem Moment zieht die Freundin meine Schultern nach hinten. Und plötzlich: Oh! Was ist das? Wundersamerweise öffnet sich tatsächlich etwas, es ist der Brustkorb, ich atme ein, tief ein, eine ziemlich coole Sache.

Es geht weiter, über die Fersen wieder in den Herabschauenden Hund. „In diese Stellung kehren wir immer zurück.“ Ist das eine Drohung? Warum nicht die Kobra? Die war doch so schön.

In verschiedenen Variationen wiederholen wir die Sache, stehen zwischendurch, strecken uns,  dann geht es zurück in Hund und Kobra, es wird leichter mit der Zeit, und irgendwann, schwupps, sind wir Krieger.

Der vordere Oberschenkel gebeugt, das hintere Bein lang, und die Hüfte – die Freundin korrigiert – oh-a, jetzt zwiebelt’s richtig. Lassen Sie sich von den Links und den Bildern nicht täuschen, dort sieht das alles ganz flockig aus; die Wahrheit ist aber: Das brennt Ihnen die Oberschenkel weg, und wenn Sie dann noch die Arme heben, also dieselben Arme, die Ihren Körper bis anhin achtmal, neunmal, ach, was sag ich: hundertmal in den Hund gestemmt haben, dann wissen Sie, dass Sie leben.

Heute, was soll ich Ihnen sagen? Es ist wunderbar. Der Körper ist überall angestrengt. Der Rücken ist gerade. Ich stolziere aufrecht und mein Herz, das ist ganz weit und offen.

Ich bin jetzt öfter Opfer.

Bücher 2015 – 4: Kevin Maher. Nichts für Anfänger.

15. 04. 2015  •  6 Kommentare

Das Leben des jungen Jim Finnegan, das plötzlich aus den Fugen gerät.

Kevin Maher: Nicht für Anfänger - Cover

Darum geht’s:

Jim ist der jüngste Spross einer achtköpfigen Familie. Er lebt mit seinen Eltern und seinen fünf Schwestern in Dublin. Es sind die 1980er Jahre. Das Leben wird von der Politik und der IRA bestimmt – und für Jim nimmt es plötzlich rasant an Fahrt auf.

Alles fängt damit an, dass Helen MacDowell einen Hockeyball ins Gesicht bekommt. Danach gerät irgendwie alles außer Kontrolle: Er lernt den halbstarken Mozzo kennen, verliebt sich. Dann kommt ein Pfarrer ins Spiel, und zu guter Letzt wird auch noch sein Vater krank.

Gefällt’s?

Kevin Maher erzählt aus der Sicht des 14-jährigen Jim – in seiner jugendlichen, rotzigen Sprache. Es gibt keine wörtliche Rede. Das Buch ist praktisch ein Erzählfluss.

Kevin Maher: Nicht für Anfänger - Summer Loving

 

Das stört aber nicht: Es liest sich locker weg, und auch der Erzählton, der im Verdacht stehen könnte, irgendwann zu nerven, passt gut zur Handlung.

Das macht das Besonderes des Buches aus: Jims Haltung ist zum einen naiv und emotional, distanz- und sorglos, zum anderen kühl, berechnend und zynisch. Ich war Jim beim Lesen sehr nahe. Es hat Spaß gemacht, seine Entwicklung zu verfolgen.

Ein Buch über das Heranwachsen, über ein schwieriges Teenagerleben. Hat mir gut gefallen, bleibt hängen.

Gefällt Leuten, die auch „Tender Bar“ gut fanden.

Und sonst?

Im letzten Drittel war die Handlung rund ums esoterische Heilen überflüssig, hat das Leseerlebnis im Großen und Ganzen aber nicht getrübt. Starke, ganz starke Passagen rund um die Pfarrer-Handlung.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich rezensiere nur Bücher, die ich mir auch so gekauft hätte.  

12von12 im April

12. 04. 2015  •  9 Kommentare

Am 12. jeden Monats findet in Blogs das Fotoprojekt “12von12″ statt:

12 Bilder vom 12. Tag

Heute ist Sonntag, das sollte leicht fallen. Allerdings: Ich habe heute nicht das Haus verlassen. Okay – das Haus schon. Immerhin war ich im Garten. Aber nicht das Grundstück.

Natürlich hätte ich einen Ausflug machen können. In den Park gehen, um den See laufen, den Flohmarkt besuchen. Wollte ich aber nicht. Was ich am Wochenende nämlich besonders mag, ist die Erlaubnis zum bedingungslosen Müßiggang. Außerdem schien zwar die Sonne, aber es war kühl und fies windig. Ein guter Grund, zu Hause zu bleiben und mich durchs Fenster übers Wetter zu freuen.

12 von 12 von einem Tag zu Hause.

12von12 im April: Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau (Buch)

Sonntagsgenuss: Nach dem Aufwachen noch im Bett bleiben und und ein neues Buch  beginnen.

 

12von12 im April: Nlick aus dem Schlafzimmerfenster (verschwommen)

Zwischen den Kapiteln aus dem Fenster sehen und Bäume angucken. Beziehungsweise: erahnen. Ohne Kontaktlinsen.

 

12von12 im April: Morgensonne auf den Füßen

In der Küche, im Schlumperrock mit Morgensonne

 

12von12 im April: Ausgepresste Orangen

Sonntagsfrühstück mit gepressten Orangen.

 

12von12 im April: Einpflanzen mit Blumenerde und frischen Topfblumen

Einpflanzen. Die Osterglocken, die vorher im Körbchen waren, sind hinüber, und die Kücheninsel ist ohne Blumen so kahl.

 

12von12 im April: Beweisstück Lindt-Glöckchen

Gefunden: Beweisstück in einem Mordfall

 

12 von 12: Gymnastikball mit Pflanze

So ein Häschen –  ist das eigentlich Osterdeko oder kann man das stehen lassen? Im Grunde ist ein schlichter, pinguinesker Hase ja zeitlos. Vorne: Ball zum Sit Ups machen. Es kommt tatsächlich vor, dass ich das tue.

 

12von12: Besuch von einem Chevrolet

Besuch!

 

12von12: Gewächshausskizze

Gewächshaus in Planung

 

12 von 12: Life is for Kisses (mit Gesichtsmaske)

Sonntag = Pflegetag. Für den Teint. Und die Seele. Und überhaupt.

 

12von12: Abendessen

Abendessen: Nudeln mit Käsesauce

 

12von12: Tatort

Tatort mit Gisbert

 



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