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Samstags auf dem Weg zum Bäcker

26. 01. 2015  •  22 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Anrainer«

Der Samstag ist mein Lieblingstag.

Schon in meiner Kindheit liebte ich es, am Samstagmorgen aufzustehen, ohne es zu müssen. Mein vater fuhr mit mir Brötchen holen, danach gingen wir in den Garten oder zogen uns Gummistiefel an und wuschen das Auto. Oder buk mit meiner Mutter Kuchen. Am Abend gab es Pommes, Bratkartoffeln oder Reibeplätzchen, denn samstags kochte immer mein Vater. Wir guckten Schwarzwaldklinik, „Wetten dass …?“ oder „Die verflixte 7“.

Seither hat sich nicht viel geändert. Der Samstag ist der beste Tag der Woche. Ein Tag, an dem ich zu Hause bin, Dinge erledige, vor mich hinwurschtele. Als dieses Wochenende dann damit begann, dass Schnee fiel, war ich vollends glücklich.

Eigentlich wollte ich keine Brötchen holen, ich hatte noch welche eingefroren. Aber dann stapfte ich doch los.

 

Dortmund-Schüren: An der Emscher

 

Vielleicht wundern Sie sich und fragen sich, ob ich umgezogen bin. Das kann nicht das Ruhrgebiet sein!

Doch. Das ist Dortmund, und in meinem kleinen Stadtteil ist es wie auf dem Dorf.

Dortmund: Schürener Vorstadt

 

Ich habe hier zwei Bäcker zur Auswahl. Einer davon ist das „Schürener Backparadies“, das seinem Namen alle Ehre macht. Es wurde im vergangenen Jahr mit dem Gründerpreis NRW ausgezeichnet. 30 Menschen arbeiten dort.

Im Backparadies gibt es nicht nur traditionell gebackene Brötchen, sondern auch standardmäßig Kalte Schnauze und andere tolle Kuchen. Außerdem sind die Leute dort super organisiert und immer wahnsinnig nett. Ein Wohlfühlbäcker.

Schürener Backparadies

 

Zurück ging’s am Sportplatz vorbei – ein schöner, einsamer Weg, wenn alles verschneit ist.

Dortmund-Schüren: Am Sportplatz

 

Eine meiner liebsten Straßen liegt übrigens gleich bei mir nebenan. Hier gibt es Fachwerkhäuser mit Bauerngärten, Natursteinmauern und Umfriedungen mit seltsamen Figuren. Ich gehe gerne dort entlang, wenn ich einkaufen muss. Zum Ende hin steigt die Straße steil an – beziehungsweise fällt, wenn ich auf dem Rückweg bin, zu Beginn steil ab, so dass ich mit meinen Einkaufstüten Fahrt aufnehme.

Dortmund-Schüren: Erlenbachstraße

 

Ein Dorf in der Großstadt. Ich mag es hier.

Kommentare

22 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Theo Stoltenberg sagt:

    ich empfinde genauso

  2. Gesa sagt:

    Ich bin ein großer Fan vom Backparadies. Das ist ein echt toller Laden und hat den Gründerpreis verdient erhalten! Die Ecke von Dortmund ist wirklich schön…zum Glück für mich auch nur einen Spaziergang entfernt.

    1. Frau Nessy sagt:

      Im Backparadies selbst ist es auch so liebevoll. Ich mag es, wenn man merkt: Die Leute, die hinter der Theke stehen, stehen tatsächlich auch hinter dem Laden.

  3. Feathers McGraw sagt:

    Als gebuertiger Aplerbecker hat es mich beim anschauen auch ein bissschen geseufzt (neben dem Haus meiner Eltern ist auch Feld, dahinter dann Wald). Es ist grade ein Freund von mir hier in London (auch Deutscher) in Dortmund zu Besuch gewesen und mir ist beim besten Willen keine Einzige Gastronomieempfehlung eingefallen – ausser dem Schuerener Backparadies.

  4. Sie wohnen wirklich sehr idyllisch. Was ist übrigens bitte eine „Kalte Schnauze“?

    1. ANNA sagt:

      Liebe Freidenkerin ,ganz im Sinne des Bildungsauftrages des Blogs ;)
      kann ich sagen,dass eine kalte Schnauze oder auch ein kalter Hund eine Art Kuchen sind bestehend aus Kakao-Kokosfett-Creme und Butterkeksen,immer abwechselnd geschichtet.
      Suuuper lecker (finde ich)-woher das ursprünglich kommt sowohl der Name als auch das Gebäck an sich-keine Ahnung :/

  5. Ich kenn ja nur Do-Ahlenberg. Sieht wohl ganz ähnlich aus. Ja, die Gegend wird oft verkannt.

    1. Frau Nessy sagt:

      //*googelt „Ahlenberg
      Ah. Herdecke. Ja, dort ist es auch sehr idyllisch.

  6. Herr S-Bahnfahrer sagt:

    Wirklich sehr idyllisch! Allerdings ist in der Richtung auch das Ruhrgebiet schon so ziemlich zu Ende. Sieht schon mehr nach Sauerland und Soester Börde aus. Bei uns hier in Hagen so ähnlich.

    1. Frau Nessy sagt:

      Ja, es ist die Grenze. In Teilen von Essen sieht’s allerdings ähnlich aus – Richtung Kettwig runter wird’s auch beschaulich.

  7. Nihilistin sagt:

    Und dieses Gefühl am Samstag abend: Sich ins Bett kuscheln und wissen „morgen ist auch noch frei“. Der Sonntag morgen trägt dann schon wieder die leicht deprimierende Aussicht auf den nächsten vollgepackten Tag in sich.

    1. Frau Nessy sagt:

      So ist es. Am schönsten ist es, wenn ich an beiden Tagen ausschlafen kann. Das ist natürlich nicht immer gegeben. Aber wenn, dann ist es ein besonderer Genuss, samstags zu wissen: Morgen darf ich nochmal.

  8. Ulrike sagt:

    ach wie schön, ich empfinde das auch so, Samstag und Zeit zum vor sich hin wursteln. mein Umfeld hat sich gerade sehr geändert, jedes Wochenende Graz und nicht mehr Wien und ich entdecke gerade die gewohnten Einkaufswege Samstag Morgen und fühle mich dort schon sehr wohl.

    Wir war letzten August für ein paar Tage in Essen und haben es sehr genossen. Wir haben mit dem Fahrrad das Umfeld erkundet, haben einen Stausee umrunden und beschlosen, wir kommen wieder.

    LG Ulrike

  9. Iris sagt:

    … buk…??? Echt jetzt?? Wo hammse dat denn her? Ne verdammich…

    Im Ernst, ich würde „backte“ vorziehen, bin aber linguistisch (und auch grammatikalisch) nur nach Gefühl unterwegs. Da das aber hier ein Bildungsblog ist: Liebe Frau Nessy, ich bitte hiermit um Erhellung!

    Liiiebe Grüße, Iris

    P.S.: Echt heimelig, danke für die Fotos!

    1. Frau Nessy sagt:

      Eine Nebenform zu „backte“ im Präteritum Singular Indikativ:
      http://www.duden.de/rechtschreibung/backen_herstellen_garen

      Konjunktiv II übrigens (für Freaks): Ich büke.

  10. Iris sagt:

    Mercü, ich gehe dann auf Nummer sicher und backe gegenwärtig :-)

  11. Schöne Bilder. Ich mag Schnee (außer die Handbremse friert ein).

  12. Jule sagt:

    Schüren hinter de Müren, da kannste gut kühren. Dieser Spruch meiner Großtante fällt mir gerade ein. Wie oft haben wir sie im Schürerer Schulhaus besucht, wo sie wohnte und die besten Püfferkes der Welt machte. Die Fotos bringen mich fast zum Heulen!
    So viele Jahre lebe ich jetzt schon in Württemberg, meiner Geburtsstadt Dortmund wo ich aufwuchs und zur Schule ging, bin ich erst durch diese Seite wieder näher gekommen -Danke
    Jule

  13. PippiLotta sagt:

    Hach, das ist das Schöne an Dortmund, außerhalb der Innenstadt ist es ein Dorf!
    Auswärtige glauben einem auch teilweise nicht, dass es nicht nur die große graue Ruhrpottstadt ist, sondern auch so idyllische Eckchen mittendrin hat. Alte Dorfkerne, Wälder, Wiesen, Felder…
    Und traditionsreiche Läden, das Schürener Backparadies, Konditorei Mohr, Fleischerei Nikolas…

  14. „Am Abend gab es Pommes, Bratkartoffeln oder Reibeplätzchen, denn samstags kochte immer mein Vater.“
    Männer kochen am liebsten was mit Kartoffeln, oder? Mein Freund steht auf Bratkartoffeln. Und mein Dad hat ein Familienrezept – Milchsuppe, die auch Kartoffeln enthält – an mich weitergegeben. Kommt bei meinem Freund total gut an.

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