Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Artikelinfo

Willkommen im Kännchen-Blog! Nehmen Sie sich einen Keks und schauen Sie sich um. Wenn Sie mögen, besuchen Sie die Verkaufstheke und wählen Sie aus dem reichhaltigen Angebot an Texten.

Bücher 2014 – 5: Herbstlektüre

24. 11. 2014  •  7 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lektüre«

Gelesen im Oktober und November:

Bücher im Oktober und November 2014

Marion Brasch. Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie.
Marion Brasch wurde 1961 in Berlin geboren. Ihr Eltern lernten sich im Exil in London kennen, ziehen dann nach Ostberlin. Der Vater möchte seine kommunistischen Ideale verwirklichen. Er bekleidet fortan hohe Ämter in der DDR. Marion wächst gemeinsam mit ihren vier Brüdern auf. In dem Buch erzählt sie die Geschichte der Familie – nüchtern, aber nicht unemotional. Ein guter Einblick in ein Stück DDR. Gern gelesen.

Rolf Dobelli. Massimo Marini.
Seine Eltern schmuggeln ihn in einem Koffer in die Schweiz. Heimlich wächst Massimo auf, während sie sich als Gastarbeiter verdingen. Erst später kann sein Vater ein Bauunternehmen gründen. Als Massimo erwachsen ist, übernimmt er es und  wird zum Erbauer des Gotthard-Basistunnels. Das Buch ist eine kleine Perle: zufällig entdeckt und sehr genossen. Die Geschichte wird aus Sicht von Massimos Anwalt erzählt. Denn sie ist auch ein Kriminalstück. Sehr lesenswert.

David Guterson. Ed King.
(Deutsch von Georg Deggerich)
Walter lebt als Versicherungsmathematiker davon, Risiken zu berechnen. Als die minderjährige Diane als Au-pair in seinem Haushalt auftaucht, geht er das größte Risiko seines Lebens ein und beginnt eine Affäre mit ihr. Sie wird schwanger, erpresst Walter und setzt das Kind aus. Der Junge wächst bei wohlhabenden Menschen aus, die ihn Ed nennen. Ed wird Internet-Tycoon, „King of Search“. Die Story hat ihren Reiz, dennoch hat sie mich nicht richtig gepackt. Dafür bleiben die Figuren zu hölzern, auch Ed komme ich nicht richtig nah. Fazit: Kann man lesen, muss man nicht.

Asa Larsson. Denn die Gier wird euch verderben.
(Deutsch von Gabriele Haefs)
Eine alte Frau namens Sol-Britt wird in der Nähe Kirunas ermordet. Staatsanwältin Rebecka Martinsson und ihr Nachbar finden sie. Als sie und die Polizistin Anna-Maria Mella zu ermitteln beginnen, stoßen sie auf seltsame Vorkommnisse: In der Familie des Opfers sind überraschend viele Menschen verunglückt. Der Krimi ist gut konstruiert: Die Handlung in der Gegenwart wechselt sich mit einer Erzählung aus der Vergangenheit ab – dort, wo alles seinen Anfang nahm. Spannend und sympathisch erzählt, innerhalb von vier Tagen durchgelesen.

Anne Michaels. Fluchtstücke.
(Deutsch von Beatrice Howeg)
1942: Der siebenjährige Jacob Beer wird Zeuge, wie Nazis seine Familie ermorden. Er kann fliehen. Der griechische Archäologe Athos findet ihn und nimmt ihn mit nach Griechenland. Dort wächst er auf. Später wandert Jakob nach Amerika aus und wird Dichter. Anne Michaels „Fluchtstücke“ ist ein eindringliches Buch, das Einblick in die Gefühle und das Leben der Holocaust-Nachfahren gewährt. Es beschreibt, aber macht keine Vorwürfe, es erzählt, ohne sich aufzudrängen. Sehr gut.

Curtis Sittenfeld. Die Frau des Präsidenten.
(Deutsch von Gesine Schröder und Carina Tessari)
Vorlage für dieses Buch ist das Leben Laura Bushs. Insofern ist die Geschichte sowohl wahr als auch fiktiv. In jedem Fall aber ist sie gut. Curtis Sittenfeld erzählt von Alice, wie sie in Riley/ Wisconsin gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Großmutter aufwächst, wie sie den aus reicher Familie stammenden Charles Blackwell kennenlernt, wie sie ihn heiratet, schließlich Gouverneursgattin und First Lady wird. Kurzweilig, unterhaltsam und wenig politisch, sondern eher auf persönlicher Ebene spielend. Ebenfalls gern gelesen.

S.J. Watson. Ich. darf. nicht.schlafen.
(Deutsch von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)
Christine leidet unter Amnesie: Sobald sie einschläft, vergisst sie alles – wer sie ist, wo sie wohnt, wer ihre Angehörigen sind. Mit Hilfe eines Therapeuten beginnt sie, Tagebuch zu führen. Sie erinnert sich dunkel, dass sie angegriffen wurde. Aber von wem? Und warum? Je mehr Erinnerung sie sich erarbeitet, desto mehr gerät sie in Gefahr. Ein netter Thriller, den ich schnell durch hatte. Spannend, aber nicht überragend. Ein Buch für die Reise oder ein paar Mußestunden.

#

Elektronisch gelesen:

Willy Russell. The Wrong Boy.
(Deutsch: Der Fliegenfänger)
Raymond ist ein ganz normaler Junge. Bis er seinen Schulkameraden das Fliegenfangen beibringt – mit dem Gemächt. Der Schuldirektor findet das harmlose Spielchen nicht lustig. Raymond wird als Perversling abgestempelt, muss die Schule verlassen, wird Außenseiter, bekommt eine Essstörung. In den kommenden Jahren läuft so manches schief. Ein Missverständnis nährt das nächste. Verletzlich, schnoddrig und bittersüß lässt Willy Russell den jugendlichen Raymond seine Geschichte erzählen. Eine gute Mischung mit vielen klugen Wortspielen.

Kommentare

7 Antworten: Bestellung aufgeben ⇓

  1. Hast du die Verfilmung des vorletzten Buches schon gesehen?

    1. Frau Nessy sagt:

      Nein. Ich kenne jetzt ja das Ende der Geschichte. Es wird etwas spaßlos sein, den Film zu gucken.

      Außerdem: Nicole Kidman. Da hat mein toter Wellensittich ja mehr Mimik.

    2. Bzgl. Nicole Kidman stimme ich dir zu, bei den vorletzten beiden Bond-Filmen kannte ich den Inhalt aber auch vorm Film und es hat der Spannung keinen Abbruch getan.

    3. na ja, Bond ist ja auch ne etwas andere Hausnummer, oder?

  2. carya sagt:

    Von Åsa Larsson bin ich total begeistert. Ich habe alle Bücher mit Rebecka Martinsson nacheinander verschlungen. Es handelt sich nicht um reine Krimis, sondern es geht dabei um das Leben und die Gesellschaft in Nordschweden. Mir haben die Bücher sehr gut gefallen und ich erwarte mit Spannung neuen Lesestoff.

    1. Frau Nessy sagt:

      Dieses Nordschweden-Sache gefällt mir auch. Außerdem gefällt mir, dass Rebekka Martinsson einigermaßen normal ist. Eine Frau mit einem Freund, mit Beziehungsproblemen, die irgendwo wohnt, Nachbarn hat und so wirkt, als könnte man sie kennen.

      Kommissare sind ja sonst eher traumatisierte Alkoholiker, die niemals Schlaf finden, rastlos dem eigenen Ich hinterherlaufen und bei denen man ständig denken muss: „Meine Güte, reiß di zam!“

    2. Stimmt.
      Manchmal denk ich mir, müssen Kommissare/Detektive/Ermittler so problemüberladen sein, könnt ihr euch nicht mal normale Menschen ausdenken?

Die Kommentare sind geschlossen



In diesem Kaffeehaus werden Kekse gereicht. Indem Sie sich hier aufhalten, Bestellungen aufgeben und rumklicken, stimmen Sie der Nutzung dieser Cookies zu. Rezeptinformationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen